In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik IX: Will­kom­men im Klub der ein­sa­men Herzen.

Neu bei hei­se:

RTL-2-Mit­ar­bei­ter wegen SMS-Betrugs­ver­dachts verhaftet

An sich: Gut so!
Zu bezwei­feln ist aller­dings, dass sich irgend­et­was dadurch ändern wird.

So lan­ge es Men­schen gibt, wird auch immer Ein­sam­keit exis­tie­ren, und Ein­sam­keit för­dert Ver­zweif­lung, die sich dann von wirk­lich nicht sehr guten Sen­dern wie RTL II oder die­sem furcht­ba­ren 9live zu Geld machen lässt.

Ist es die Aus­sicht auf kurz­zei­ti­ges Aus­set­zen der Ein­sam­keit tat­säch­lich wert, für fast 2 Euro pro Kon­takt­ver­such mit unbe­kann­ten Teil­neh­mern, womög­lich gar mit einer Maschi­ne, maxi­mal 160 Zei­chen auszutauschen?

Und hat schon irgend­je­mand über ein sol­ches Ange­bot die Lie­be sei­nes Lebens ken­nen gelernt? Gibt es hier­zu brauch­ba­re Sta­tis­ti­ken? Und wür­de es jemand zugeben?

Ande­rer­seits ist „Bau­er sucht Frau“ ja auch ver­gleichs­wei­se erfolgreich.

PolitikIn den Nachrichten
Effi­zi­en­ter Schutz für Kin­der: Bekämpft die Symptome!

Gera­de noch recht­zei­tig vor der Wahl son­dern die Regie­ren­den noch immer eine Men­ge wun­der­li­cher Din­ge ab:

Auch wenn es der­zeit noch tech­ni­sche und recht­li­che Beden­ken gegen Kin­der­por­no-Sper­ren im Inter­net gibt, wer­den eini­ge aus­län­di­sche Inter­net­sei­ten mit kin­der­por­no­gra­fi­schen Inhal­ten bald nicht mehr in Deutsch­land abruf­bar sein.

So, so, es gibt recht­li­che Beden­ken, aber wir machen’s ein­fach mal, qua­si prä­ven­tiv? Ich verstehe.
Inter­es­sant ist dann vor allem die Fra­ge nach dem Nut­zen sol­cher Maßnahmen.

Geht die Zahl zu por­no­gra­fi­schen Hand­lun­gen gezwun­ge­ner und für ihr Leben gezeich­ne­ter Kin­der zurück, wenn in Deutsch­land weni­ger Inter­net­nut­zer die ent­spre­chen­den Pro­duk­te nut­zen kön­nen? Wür­de sie nicht eher, ganz im Gegen­teil, noch stei­gen, da die­je­ni­gen, die ihre Trie­be bis­lang mit der­ar­ti­gen Medi­en unter Kon­trol­le zu hal­ten wuss­ten, sel­bi­ge nun­mehr tat­säch­lich aus­üben müssen?

(Und was kann ein Mensch eigent­lich für sei­ne Trie­be?)

Das Anschau­en von Kin­der­por­no­gra­fie scha­det zunächst ein­mal kei­nem Kind. Die Pro­duk­ti­on tut es.

Ich bin gespannt, wann die ers­ten nicht por­no­gra­fi­schen Sei­ten auch auf der Sperr­lis­te landen.
Fan­gen wir an mit npd.de und antifa.de und arbei­ten uns dann lang­sam vor, bis nur noch die Infor­ma­ti­ons­sei­te der Bun­des­re­gie­rung zur Ver­fü­gung steht. Wie damals zu Zei­ten der Aktu­el­len Kame­ra.

Oder eben in Chi­na.

Netzfundstücke
EIER!

Das ver­lin­ke ich doch aus­nahms­wei­se gern weiter:

Mor­gens um halb acht die Tür zur Bäcke­rei auf­tre­ten, breit­schult­rig zum Tre­sen schlen­dern und gruß­los “Eier! brül­len, dabei auf die bun­ten, hart­ge­koch­ten Oster­ei­er zei­gen, die neben den Zei­tun­gen lie­gen. Wenn die Ver­käu­fe­rin nicht sofort reagiert, dop­pelt so laut “EIER!” rufen und kräf­tig mit bei­den Hän­den gegen die Ver­gla­sung hau­en – bis die jun­ge Dame end­lich ein Ei über­reicht. Nicht dan­ke sagen, nicht zah­len, sich gruß­los umdre­hen und gehen, von drau­ßen aber nach einer schwan­ken­den, ange­trun­ken wir­ken­den Pirou­et­te noch ein­mal uner­war­tet durch das Schau­fens­ter hin­ein­win­ken, macho­mä­ßig grin­sen und Küß­chen wer­fen, wor­auf­hin gleich alle drei Ver­käu­fe­rin­nen in höchs­ten Ton­la­gen “hach, ist der süß” flöten.

Zuerst gele­sen hier, ver­wei­send hier­auf.

Hihi.

Persönliches
Juch­hei … heu­te frei. *reim*

In der Popu­lär­li­te­ra­tur bis­lang offen­bar kaum erforsch­te These:
Mor­gens um halb zwei nach aus­rei­chend Bier erst mal Musik hören, Müs­li essen und die für die­ses Jahr vor­ge­nom­me­nen Plä­ne stück­wei­se strei­chen ist eine Beschäf­ti­gung, die viel­fäl­ti­ge Emo­tio­nen weckt.

(Hal­lo übri­gens, lie­bes April­wet­ter. Nett von dir, dass du immer noch das alte bist. Auf dich kann man sich eben verlassen.)

… wenn dein kal­tes Bett dich nicht schla­fen lässt:
Halt dich an dei­ner Lie­be fest.

NerdkramsNetzfundstückeIn den Nachrichten
Die April­scher­ze die­ses Jahr sind ja mal wie­der ein Brüller.

hei­se bringt, wie eigent­lich immer, irgend­was Obsku­res über Geheim­diens­te, die IRC-Gale­rie tut eben­falls so, als wäre sie von einem Minis­te­ri­um geka­pert wor­den, blen­det zudem am unte­ren Rand jedoch einen uner­träg­li­chen roten Bal­ken ein (an alle, die laut Sta­tis­tik danach suchen: Hier­mit bekommt man ihn weg!), und WinFuture.de ist auch nicht son­der­lich einfallsreich.

Gefal­len tut mir allen­falls der Scherz, dass der selt­sa­me skan­di­na­vi­sche Brow­ser Ope­ra nach den Maus- nun auch Gesichts­ges­ten ein­füh­ren soll. Ein­mal blöd gucken, um eure Lieb­lings­sei­te anzu­zei­gen, sozu­sa­gen. Habe gegrinst. (Die Sei­te blieb aller­dings geöffnet.)

Gar nicht lachen konn­te ich übri­gens auch über die Nach­richt, dass die GEMA Geld von You­Tube kas­sie­ren will. Ob das auch ein ver­dammt auf­wän­di­ger April­scherz war?

Es ist schon schlimm mit die­sem Tag.

(Und die­ser „Bär­lin, du bist so wun­der­bar“ into­nie­ren­de Wer­behei­ni geht mir auch auf die Ner­ven. Ich kann mir zwar nicht mer­ken, wofür er wirbt, aber auf Ber­lin habe ich die nächs­ten geschätz­ten 107 Jah­re kei­ne all­zu gro­ße Lust mehr. Spart Geld, immerhin.)

ProjekteIn den Nachrichten
Licht an! II

Wur­de ja auch mal wie­der Zeit:

Um 20.30 Uhr ging in Städ­ten auf der gan­zen Welt für einen guten Zweck das Licht aus: Mil­lio­nen Men­schen ver­brach­ten eine Stun­de im Dunk­len, um gegen den Kli­ma­wan­del zu protestieren.

(SPON)

Mal abge­se­hen von die­ser amü­san­ten For­mu­lie­rung (gegen den Kli­ma­wan­del pro­tes­tie­ren, geh weg, böser Kli­ma­wan­del!) haben die Orga­ni­sa­to­ren dies­mal immer­hin ihren Ver­stand benutzt:

Greg Bourne, Chef­or­ga­ni­sa­tor der „Earth Hour“ vom aus­tra­li­schen WWF, gab zu, dass die Akti­on eher Ener­gie ver­braucht anstatt zu spa­ren. „Es ist sym­bo­lisch. Und dar­um geht es“, sag­te er. „Es kommt dar­auf an, ein sicht­ba­res Zei­chen für die Poli­tik zu set­zen, damit sie lang­fris­ti­ge Ent­schei­dun­gen trifft.“

Die­se Sym­bo­lik mag mir auch erklä­ren, wer kann; gegen etwas pro­tes­tie­ren, indem man es pro­vo­ziert, ist ein reich­lich wun­der­li­cher Ansatz, der sich indes auch auf Anti­fa-Demons­tra­tio­nen hin und wie­der beob­ach­ten lässt, wie mir zu Ohren kam.

Ich las­se dann mal das Licht bren­nen, um aktiv gegen den Kli­ma­wan­del zu pro­tes­tie­ren. Mit Energiesparlampen.
Natürlich.


Übri­gens: eMu­le beba 2.50 ist fer­tig, wie immer mit vie­len nütz­li­chen Ände­run­gen und der gewohn­ten Sicher­heit inklu­si­ve einer Fil­ter­funk­ti­on für Indus­trie-IPs. Fro­hes Tauschen!

KaufbefehleMusikkritik
Mar­nie Stern – This Is It and I Am It and You Are It and So Is That and He Is It and She Is It and It Is It and That Is That

Was mir ja nun – ganz ent­ge­gen mei­nen Gewohn­hei­ten – selt­sa­mer­wei­se auch gefällt, ist der eigen­ar­ti­ge Indie-Pop (laut Eigen­be­schrei­bung eben­falls pro­gres­si­ve) der US-ame­ri­ka­ni­schen Gitar­ris­tin Mar­nie Stern. Ihr zwei­tes, bereits 2008 ver­öf­fent­lich­tes (und damit für die Halb­jah­res­lis­te 2009 lei­der nicht mehr zur Wahl ste­hen­des) Album oben ange­führ­ten, über­aus ein­präg­sa­men Titels klingt nach einer über­aus brauch­ba­ren Mischung aus The Kills und You Say Par­ty! We Say Die!.

Das Album beginnt mit dem, wie es das Feuil­le­ton aus­zu­drü­cken pflegt, tanz­ba­ren Prime und geht über die vol­le Län­ge von 41 Minu­ten, mit hier und da mehr am Rock ori­en­tier­ten Stü­cken, etwa genau so wei­ter und wird dabei kaum lang­wei­lig. Allein neigt man dazu, die Laut­stär­ke über­trie­ben zu erhöhen. 

Mehr zu hören gibt es auf MySpace. Viel Spaß!

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
25. März

25. März 1989:

Eine Dik­ta­tur liebt die ande­re: „DDR und Nica­ra­gua ver­bin­den enge brü­der­li­che Bezie­hun­gen“, ver­kün­det das „Neue Deutsch­land“ In Lett­land haben die Men­schen die Dik­ta­tur end­gül­tig satt: in der Haupt­stadt der Noch-Sowjet­re­pu­blik Riga geden­ken rund 30 000 Teil­neh­mer in einem Schwei­ge­marsch der Ver­bre­chen der Sowjet­dik­ta­tur. Auf den Trans­pa­ren­ten war die sowje­ti­sche Sta­tis­tik in nüch­ter­nen Zah­len zu sehen[…].

25. März 2009:

Trotz allem kann heu­te bei einer Demons­tra­ti­on in Ber­lin die Rote Fah­ne mit Ham­mer und Sichel getra­gen wer­den, ohne dass es einen Auf­stand der Anstän­di­gen gibt. Im Gegen­teil: auf der jüngs­ten Demons­tra­ti­on gegen den Thor- Stei­nar- Laden in Ber­lin Fried­richs­hain, wur­de von den Teil­neh­mern erwar­tet, dass sie sich hin­ter eben die­ser Fah­ne zum Kampf „gegen rechts“ ver­sam­meln. Man­cher im Zug trug Che Gue­va­ra auf der Brust, der mehr als 200 Men­schen hin­ge­rich­tet hat und nach wie vor als Kult­fi­gur auf lin­ken T‑Shirts prangt.

Tref­fend beob­ach­tet, voll­stän­di­ger nach­zu­le­sen hier.

(Ähn­li­che Gegen­über­stel­lun­gen gibt es täg­lich; höchst lesenswert!)

Persönliches
Lee­rer Blick

(… und dann liegt man da auf dem Bett, den lee­ren Blick an die Zim­mer­de­cke gerich­tet, und man denkt dar­über nach, wie man die letz­ten Mona­te – waren es 10 oder schon mehr? – ver­bracht hat; nein, so viel zu den­ken gibt es da dann eigent­lich nicht. Ein neu­er Lebens­ab­schnitt, natür­lich, das ist es immer, und eigent­lich ver­läuft ja auch alles ganz nach Plan, bis auf die­se unbe­stimm­te Klei­nig­keit eben. Der Sän­ger mit der ange­neh­men Stim­me singt von Som­mern, die wie Züge vor­bei­zie­hen, aber irgend­wie zieht er selbst an einem vor­bei, nur nicht ganz so laut und stö­rend wie ein Zug. Bei dem Gedan­ken an die­sen Ver­gleich muss man ein biss­chen schmun­zeln, aber man hat noch im glei­chen Atem­zug wie­der ver­ges­sen, wor­über man gera­de schmun­zeln woll­te, und so lässt man es dann blei­ben und denkt, den lee­ren Blick an die Zim­mer­de­cke gerich­tet, dar­über nach, ob und was man statt­des­sen noch hät­te blei­ben las­sen sol­len und ob die­ser Satz nun eigent­lich akzep­ta­bel for­mu­liert ist, aber min­des­tens zwei­te­res ist einem dann doch irgend­wie egal. Wenn man jemals eine Zeit­ma­schi­ne hät­te bau­en wol­len, dann jetzt; aber man kennt sich selbst ja nun schon ein paar Jah­re und weiß, dass man wie­der nur Unfug damit anstel­len wür­de. Der lee­re Blick bleibt an der Zim­mer­de­cke, vor­bei an den Bil­dern, die das geis­ti­ge Auge pro­ji­ziert. Drau­ßen sin­gen die Vögel. Und übrigens …)

In den Nachrichten
Ab wie viel Blut ist ein Com­pu­ter­spiel eigent­lich ein Killerspiel?

War ja fast klar:

Ein paar Win­nen­der Fami­li­en, deren Töch­ter kürz­lich zu einer obsku­ren Rang­lis­te bei­tra­gen durf­ten muss­ten, haben sich öffent­lich­keits­wirk­sam (stil­le Trau­er reicht eben offen­bar nicht) an die Regie­rung gewandt und, wie es sich für mit den moder­nen Medi­en nicht ver­trau­te Men­schen eben so gehört (cf. Cau­sa von der Ley­en), direkt blöd­sin­ni­ge For­de­run­gen gestellt.

Neben dem übli­chen, größ­ten­teils recht undurch­dacht wir­ken­den Kram, das die Autoren und Autorin­nen offen­bar ohne Berück­sich­ti­gung tat­säch­li­cher Durch­führ­bar­keit („gewalt­frei­es Fern­se­hen für Kin­der und Jugend­li­che“, „mehr Jugend­schutz im Inter­net“, „schär­fe­re Waf­fen­ge­set­ze“ usw.; min­des­tens die ers­ten bei­den For­de­run­gen sind irra­tio­nal, Kin­der und Jugend­li­che sind ja groß­teils nicht blöd) aufs Papier geschmiert haben, kommt natür­lich auch wie­der das gute, alte Coun­ter-Strike zur Sprache:

Spie­le, ob über Inter­net oder auf dem PC, die zum Ziel haben, mög­lichst vie­le Men­schen umzu­brin­gen, gehö­ren ver­bo­ten. Glei­ches gilt für alle Gewalt ver­herr­li­chen­den Spie­le, deren Auf­bau und Dar­stel­lung sehr rea­lis­tisch sind und bei denen viel Blut fließt.

Dass die so genann­ten „Kil­ler­spie­le“ nicht unbe­dingt Gewalt ver­herr­li­chend sind, son­dern viel­mehr auch zur Schär­fung von Team­geist und tak­ti­schem Geschick die­nen kön­nen, möch­te ich hier nicht ein­mal beson­ders beto­nen, und auch nicht, dass als logi­sche Kon­se­quenz Poli­zei und Bun­des­wehr (ein­deu­tig schlech­te Vor­bil­der!) abge­schafft wer­den müss­ten; aller­dings: Macht nicht erst ein Ver­bot vie­le Din­ge reizvoll?

Ich behaup­te: Viel weni­ger Kin­der wür­den rau­chen, wenn sie es dürften.
Ich behaup­te: Viel weni­ger Kin­der wür­den sich betrin­ken, wenn sie es dürften.
Ich behaup­te: Viel weni­ger Kin­der wür­den USK-18-Spie­le spie­len, wenn sie es dürften.

Wo doch Ver­bo­te ohne­hin in die­sem Fall reich­lich wun­der­lich sind; schließ­lich ist es auch nicht unbe­dingt im Sin­ne des Geset­zes, wahl­los Leu­te zu erschie­ßen, was poten­zi­el­le Amok­läu­fer den­noch nur über­aus sel­ten von ihrer Tat abhält.

In einem Dis­kus­si­ons­fo­rum, in dem die­ses The­ma eben­falls zur Spra­che kam, schrieb ich vor­hin dies:

Ernst August Wag­ner (neben­bei: eben­falls in Win­nen­den gestor­ben) ist 1913 Amok gelau­fen. Ich fra­ge mich, was er vor­her gespielt hat. Murmeln?

Aber es ist immer so schön leicht, jede Ver­ant­wor­tung von sich zu weisen.
Eigent­lich inter­es­sant, dass noch nie­mand gefor­dert hat, Schüt­zen­ver­ei­ne zu ver­bie­ten; wo sie doch frei­en Zutritt für schieß­wü­ti­ge Jugend­li­che bieten!

Oder soll­te man Jugend­li­che lie­ber ver­bie­ten? Aber wie passt das dann zum 27-jäh­ri­gen Amok­läu­fer in Ala­ba­ma?

Viel­leicht hat­te Lukas Recht:

Wenn wir etwas ver­bie­ten müss­ten, dann die Pubertät.

PersönlichesMusik
Absur­des im Alltag

Herz­lich will­kom­men zum Auf­takt, qua­si zum Pilot­bei­trag, einer wei­te­ren über­aus losen Serie in die­ser Netz­pu­bli­ka­ti­on, beti­telt „Absur­des im Alltag“.

Absur­des ist täg­lich um uns her­um, nicht nur ver­tre­ten durch dada- und nihi­lis­ti­sche Künstler.

Allein heu­te begeg­ne­ten mir fol­gen­de zwei Absurditäten:

1) psd… wei­ter­sa­gen!

Die Wer­be­pla­ka­te der psd-Bank – Unter­ti­tel: Wis­sen, was Sinn macht – haben sich weit­ge­hend unbe­merkt in eini­gen Städ­ten ver­brei­ten las­sen. Gewor­ben wird mit dem absur­den Mot­to „psd… wei­ter­sa­gen!“.

Bin ich tat­säch­lich der ein­zi­ge Mensch, der wo es für wider­sin­nig erach­tet, zu ver­brei­ten­de (wei­ter­zu­sa­gen­de) Infor­ma­tio­nen flüs­ternd (pst!) zu übermitteln?

Bei der Bank wer­de ich ver­mut­lich nie ein Kon­to eröffnen.
Wei­ter­sa­gen, aber bit­te recht laut!

2) die Sache mit den roten Ampeln

Dass rote Ampeln nur weni­ge Men­schen am Über­que­ren von Ver­kehrs­we­gen hin­dern, ist für meh­re­re Betei­lig­te – und Unbe­tei­lig­te – oft lebens­ge­fähr­lich und ein alt­be­kann­tes The­ma; reden wir nich‘ mehr drüber.

Absurd aller­dings ist’s, dass die meis­ten auf den ÖPNV ange­wie­se­nen Per­so­nen, die es der­art über­mä­ßig eilig haben, die gewon­ne­ne Zeit damit ver­brin­gen, um so län­ger an der Hal­te­stel­le zu stehen.

War­um über­que­ren regel­mä­ßig gan­ze Men­schen­trau­ben flin­ken Schrit­tes rot beam­pel­te Über­we­ge und echauf­fie­ren sich anschlie­ßend dar­über, dass es noch meh­re­re Minu­ten dau­ert, bis das erwar­te­te Ver­kehrs­mit­tel eintrifft?

Wer eine Ant­wort parat hat, möge sie als Kom­men­tar hinterlassen.


Unbe­dingt emp­feh­lens­wer­ter Radio­stream übrigens:
Radio Ton­kuh­le, knuf­fi­ger Hil­des­hei­mer Lokal­sen­der, welt­weit zu emp­fan­gen via Stream und Hei­mat der Schall­gren­zen.
Viel Vergnügen!

ProjekteIn den Nachrichten
Die Sicher­heit von Direktdownloads

Nach­dem mir als – bekann­ter­ma­ßen – Ver­fech­ter der eta­blier­ten eMu­le-Tech­no­lo­gie in den letz­ten Wochen und Mona­ten immer wie­der Zeit­ge­nos­sen frag­wür­di­ger Ansicht mit­teil­ten, dass File­sha­ring so was von unsi­cher sei und gegen „anony­me Tech­ni­ken“ wie die so genann­ten Direkt­down­loads, zum Bei­spiel via Rapids­hare, kei­ne Chan­ce mehr habe, nahm ich heu­te höchst zufrie­den dies zur Kenntnis:

Der­zeit wird im Rechts­hil­fe­fo­rum 123recht.net ein Fall bespro­chen, in dem ein User wegens des Uploads eines Metal­li­ca-Albums auf Rapidshare.com ver­däch­tigt wur­de und eine Haus­durch­su­chung erhielt.

Ich bin ein­mal gespannt, was dies­be­züg­lich noch gesche­hen wird. Bei eMu­le jeden­falls füh­le ich mich der­zeit über­aus sicher.

In den Nachrichten
Por­nos sind an allem schuld!

„Das mit dem Amok­lauf“ wird täg­lich absurder:

Auf dem Com­pu­ter des Amok­läu­fers hat­ten die Ermitt­ler Com­pu­ter­spie­le wie „Coun­terstrike“ gefun­den, aber auch Pornofilme.

(SPON, die BILD hät­te das Mate­ri­al ver­mut­lich „Fick-Fil­me“ genannt.)

Bleibt die Fra­ge, was uns das sagt. Kil­ler­spie­le sind böse, Nackt­heit aber auch?
Wer Por­nos her­un­ter­lädt, ist eine Gefahr für die Gesellschaft?
Oder ist das wie­der nur so ein schlüpf­ri­ges Detail, das zei­gen soll, dass der Prot­ago­nist „nicht nor­mal“ war? Was für ein Bild hat der SPIEGEL dann eigent­lich von der heu­ti­gen Jugend?

Viel­leicht soll­te mal jemand eine Sta­tis­tik (apro­pos Sta­tis­tik) erstel­len, wie vie­le Amok­läu­fer eigent­lich im Besitz por­no­gra­fi­schen Mate­ri­als waren. Auf die nächs­te Ver­schär­fung des Jugend­schutz­ge­set­zes bin ich gespannt.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Tag des Amoklaufs

Wir müs­sen den USA immer alles nachmachen!
Das habe ich ja nun schon mehr­fach beklagt, und heu­te wird schon wie­der flei­ßig Amok gelau­fen.

Aus den Nach­rich­ten möch­te ich hier­zu zitieren:

Spe­zi­al-Ein­hei­ten der Poli­zei stürm­ten das Eltern­haus des Amok­läu­fers, brach­ten die Mut­ter zu einem Ver­hör. Eine Waf­fe fehl­te aus dem lega­len Pri­vat-Arse­nal des Vaters, ver­mut­lich die Tatwaffe.

Über das wie üblich über­aus däm­li­che „ver­mut­lich“ möch­te ich hier gar nicht mehr vie­le Wor­te ver­lie­ren, indes gefällt mir die Arbeits­wei­se der Poli­zei. Die ist so schön irrational.

„Stür­men“ müs­sen hät­ten sie das Schul­ge­bäu­de. Im Eltern­haus gibt es nun mal nicht mehr viel zu stür­men. Oder wird das bei die­sen „Spe­zi­al-Ein­hei­ten“ anders gehandhabt?

„Hier, Jungs, fol­gen­des Pro­blem: Der Kerl ist schon tot. Was stür­men wir dann jetzt?“
„Hmmm… wie wäre es mit dem Elternhaus?“
„Au ja!“

Ich stel­le mir das lus­tig vor.
Lus­tig ist auch, was die Hast im Online-Jour­na­lis­mus gera­de in sol­chen Situa­tio­nen hervorbringt:
http://wirres.net/article/articleview/5152/1/6/

(Nach­trag: Wei­ter­la­chen kann man beim Nig­ge­mei­er, zum Bei­spiel über Zahnbürsten-Budgets.)

MusikNetzfundstücke
Vögel­chen!

Dass aus­ge­rech­net der nun nicht gera­de durch Sen­sa­ti­ons­gier bekannt gewor­de­ne SPIEGEL mit Fotos toter Men­schen Besu­cher zu erhei­schen sucht, ist schon bedrü­ckend. Da braucht man ein wenig Aufheiterung.

Wie wäre es mit ein wenig Postrock?
Bene­dikt hat wie­der mal was Gutes aus Deutsch­land ausgegraben:

I am the Archi­tect kon­stru­ie­ren und bau­en seit 2007 an einem klas­sisch inspi­rier­ten, beein­dru­ckend guten Post­rock (…). Für den Fan der übli­chen Kon­sor­ten der mal lau­ten und mal lei­sen instru­men­ta­len Postro­cker ist das wirk­lich klas­se Innen­ohr­fut­ter. Die Archi­tek­ten haben einen deut­li­chen Hang zu äthe­ri­schen, gele­gent­lich fast gazen­den Tönen, kön­nen aber auch schön brav Gitar­ren­wän­de hoch­zie­hen und wie­der ein­fal­len las­sen. Sind halt Architekten.

Anhö­ren kann man sich den Spaß hier; natür­lich für lau.

Die­je­ni­gen von euch, für die der Spaß beim Musik­hö­ren im Vor­der­grund steht, soll­ten indes einen Blick auf ein Musik­vi­deo wer­fen, das die (übri­gens über­aus gute) Musik­sen­dung Tracks kürz­lich bewarb:
Der You­Tube-Nut­zer sti­an­haf­stad hat Aus­schnit­te eini­ger Ernie-und-Bert-Epi­so­den zu einem durch­aus amü­san­ten Video zusam­men­ge­fügt, in dem die bei­den Prot­ago­nis­ten zu den Klän­gen von „Ante Up“ des Rap­du­os M.O.P. musizieren.

Oder man guckt sich stun­den­lang tan­zen­de Vögel an. Ist auch witzig.

Hihi. :)