In den Nachrichten
Zum 60. Todes­tag von Klaus Mann

Es wird viel zu wenig beach­tet über all den Mel­dun­gen von maro­den Auto­mo­bil­kon­zer­nen, daher nut­ze ich die­se Platt­form, um eines weit­aus inter­es­san­te­ren Ereig­nis­ses zu gedenken:

Heu­te ist der 60. Todes­tag von Klaus Mann, der sicher­lich weni­ger Bekannt­heit vor­zu­wei­sen hat als sein Vater Tho­mas, aller­dings Gene­ra­tio­nen von Schü­lern mit Wer­ken wie Mephis­to Kopf­zer­bre­chen berei­ten konnte.

Salut!
Auf dass bes­se­re Zei­ten fol­gen mögen.

Netzfundstücke
Lego­männ­chen, Legofräuchen

Lukas ver­linkt dies:

Ich woll­te heu­te für mei­ne Töch­ter Lego­männ­chen kau­fen, und muss­te die erschre­cken­de Fest­stel­lung machen, dass die­se mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit genau das sind: Männ­chen. Es gab über­haupt nur drei weib­li­che Lego­fi­gu­ren: eine jun­ge Dame in einem spie­ßi­gen geblüm­ten Ober­teil, die auf einer Bank sitzt und Musik aus einem Ghet­to­blas­ter hört (Erde an Lego: Bit­te ein­mal „iPod“ goo­geln), eine Toch­ter aus gutem Hau­se, die auf einem Pferd neben einem land­ro­ver­ar­ti­gen Auto mit Pfer­de­an­hän­ger sitzt, und eine Milch­magd mit einer Kuh auf einem Bau­ern­hof. Letz­te­re ist im Lego-Uni­ver­sum — oder dem Teil, der gera­de beim nächs­ten Kar­stadt her­um­steht — die ein­zi­ge Frau, die einer Beschäf­ti­gung nach­geht. Alle ande­ren Berufs­tä­ti­gen sind Män­ner: von Sach­be­ar­bei­tern mit Akten­kof­fer über Pilo­ten, Inge­nieu­re, Poli­zis­ten, Feu­er­wehr­män­ner, Bau­ar­bei­ter und Müll­män­ner bis zu Pira­ten und futu­ris­ti­schen „Power Miners“.

Klingt höchst albern, ist aber ver­mut­lich voll­kom­men ernst gemeint: Da will jemand Lego­männ­chen (man beach­te, neben­bei, die Wort­wahl) kau­fen und ist nicht etwa unzu­frie­den mit der Preis­la­ge oder den immer kon­fu­se­ren Bau­an­lei­tun­gen zu den diver­sen Sets, son­dern mit ihrem Geschlecht, gar mit den Geschlech­ter­rol­len, die ihnen zuteil wurde.

So weit hat uns die Eman­zi­pa­ti­on also getrie­ben, selbst im Kin­der­zim­mer hat die vor­geb­li­che Gleich­be­rech­ti­gung des ehe­mals „unter­drück­ten“ Geschlechts abso­lu­ten Vor­rang zu haben; wobei ich per­sön­lich ja davon aus­ge­he, dass die Toch­ter des erzürn­ten Schrei­bers auf das Frau­en­bild der Fir­ma LEGO A/S weit­ge­hend pfeift.

Aber bit­te, wenn wir’s dar­auf ankom­men las­sen wol­len: Wo bleibt eigent­lich in der hei­len Welt von Bar­bie das männ­li­che Ele­ment? Zu kau­fen sind unzäh­li­ge Frau­en­fi­gu­ren mit über­wie­gend gro­tesk über­zeich­ne­ter Figur, aber als männ­li­che Figur steht nur der lang­wei­li­ge Char­meur Ken zur Ver­fü­gung, der das männ­li­che Geschlecht nun wahr­lich nicht zu ver­tre­ten weiß, son­dern viel­mehr die Wunsch­vor­stel­lung des­sen dar­stel­len mag, was sich mit Bar­bie spie­len­de Jung­men­schen (in der Regel weib­li­chen Geschlechts) als „süßen Jun­gen“ vor­stel­len und auch vor­stel­len sollen.

Wo blei­ben die Punks, die Metal­ler, die Rocker, die Säu­fer, die Kif­fer? Wo bleibt die Eman­zi­pa­ti­on des Man­nes in der hei­len rosa Wunderwelt?

Ein Kom­men­ta­tor unter dem oben zitier­ten Ein­trag fragt übrigens:

War­um gibt es kei­nen weib­li­chen Auto­bot (Trans­for­mers)? War­um hat das WINX-Uni­ver­sum nur weib­li­che Hexen­hel­din­nen? Und, um es noch etwas pla­ka­ti­ver aus­zu­drü­cken: War­um pro­du­ziert Always Bin­den nur für Damen?

Eben.

In den NachrichtenWirtschaft
Ter­ror­bir­nen

Der Zoll soll in Deutsch­land nach einem Ver­kaufs­ver­bot für Glüh­bir­nen die Ein­fuhr her­kömm­li­cher Lam­pen ver­hin­dern. Gestoppt wer­den soll vor allem der Ver­sand durch außer­halb der Euro­päi­schen Uni­on ansäs­si­ge Online­shops, wie ein Spre­cher des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums der „Wirt­schafts­wo­che“ sag­te. Bund und Län­der wol­len ihr Vor­ge­hen dem­nach am Mon­tag beraten.

Abge­fan­ge­ne Glüh­bir­nen sol­len laut „Wirt­schafts­wo­che“ ent­we­der ver­nich­tet oder an aus­län­di­sche Inter­es­sen­ten ver­stei­gert werden.

So zu fin­den auf Manager-Magazin.de. Es ist schön zu sehen, dass die Büro­kra­tie in die­sem Land noch funk­tio­niert, aller­dings bin ich mir noch nicht sicher, ob hier viel­leicht fal­sche Prio­ri­tä­ten gesetzt wer­den. Die Gefahr für die­ses Land, die von der Ver­wen­dung von Glüh­bir­nen aus­geht, hal­te ich per­sön­lich doch für recht gering, wenn man sie nicht gera­de unlieb­sa­men Zeit­ge­nos­sen ins Auge rammt.

Ob die­se „Online­shops“ wohl auch auf der Lis­te poten­zi­ell gefähr­li­cher Web­sei­ten und somit eines Tages in den geplan­ten Fil­ter­lis­ten landen?
Oder viel­leicht geht den Ver­ant­wort­li­chen ja vor­her ein Licht auf.

Um es wie Micha­el Miersch zu formulieren:
Glück­lich das Land, das sol­che Pro­ble­me hat.

Internes
In eige­ner Sache: Alle Sys­te­me einsatzbereit.

Hal­lo, lie­be Leserschar,

wenn ihr die­sen Text lest, ist die­se Inter­net­prä­senz auf einen neu­en Ser­ver umge­zo­gen. Damit dürf­te die Erreich­bar­keit, die doch hin und wie­der nicht gege­ben war, deut­lich zuneh­men, mit­hin auch die Zeit zum Laden die­ser Sei­te deut­lich abnehmen.

Ein net­ter Neben­ef­fekt ist, dass der neue Ser­ver nun­mehr end­lich in der Lage ist, mit ande­ren Web­logs zu kom­mu­ni­zie­ren; so wer­den nun diver­se track­backs ver­sen­det. Ich möch­te mich bei den betrof­fe­nen Web­log­gern, die plötz­lich eine recht gro­ße Men­ge an Benach­rich­ti­gun­gen bekom­men, ent­schul­di­gen und bei Dif­fer­ent­Stars für den Hin­weis bedan­ken. Betrach­tet bei­des hier­mit als erledigt.

Für die ande­ren von euch, lie­be Leser, ändert sich nichts. Bei­de euch bekann­ten Adres­sen sind wei­ter­hin erreich- und nutz­bar. Kei­ne Sor­ge – ihr könnt eure Lese­zei­chen belassen.

:)

Hier und da könn­ten noch klei­ne­re Unge­reimt­hei­ten bestehen; die­se wer­den, sofern gemel­det, bald besei­tigt. Außer­dem wer­de ich in den nächs­ten Tagen eini­ge klei­ne­re Umbau­ten vor­neh­men, selt­sa­mes Ver­hal­ten der Sei­te ist also kurz­zei­tig zu erwarten.
Dan­ke für die Aufmerksamkeit!

PersönlichesPolitikNetzfundstücke
Apro­pos „Kin­der­por­no­sper­ren“

Irgend­wie belus­ti­gend ist’s ja auch, dass es offen­bar einen unver­hält­nis­mä­ßi­gen Auf­wand bedeu­tet, die Anbie­ter, auf deren Ser­vern gegen Men­schen­rech­te ver­sto­ßen­de Inter­net­sei­ten lie­gen, auf die­sen Umstand hin­zu­wei­sen, aber es nur weni­gen Brief­ver­kehrs bedarf, um unlieb­sa­me Sati­re zu ent­fer­nen.

Und die Brie­fe hät­te man sich, genau genom­men, auch spa­ren kön­nen, wenn es end­lich den geplan­ten Fil­ter gäbe!

Aus­nahms­wei­se mal ein per­sön­li­cher Kom­men­tar hierzu:
Ich bin ja mal gespannt, wie viel Pro­zent­punk­te die CDU/CSU bei den nächs­ten Wah­len bekom­men wird. Wenn es nur nach der Anzahl der Schäub­le- und von-der-Ley­en-Pro­test­sei­ten geht, ver­mut­lich kei­nen ein­zi­gen. Aber ich neh­me an, die Kon­se­quenz im Den­ken und Han­deln erschöpft sich bei dem Groß­teil ihrer Kri­ti­ker dar­in, erbost in Inter­net­fo­ren zu dis­ku­tie­ren. Na dann…

In den NachrichtenMusikProjekte
Hirn­gren­zen 2.0

Da bald wie­der die Halb­jah­res­lis­te ansteht (huch, schon wie­der so viel neue Musik), kommt es mir nur gele­gen, dass ich nun­mehr viel Gele­gen­heit bekom­me, in Übung zu bleiben:

Zusam­men mit Peter von den Schall­gren­zen und eini­gen wei­te­ren Pro­ban­den bin ich seit eini­gen Tagen Teil eines Rezen­si­ons­ko­mi­tees, das unab­hän­gig von­ein­an­der aktu­el­le CDs bewer­tet, die nicht all­zu weit vom main­stream und damit dem Publi­kums­in­ter­es­se ent­fernt sind. Das Ziel ist es, mög­lichst unter­schied­li­che Mei­nun­gen über ein Album zu sam­meln, da jeder der Betei­lig­ten einen eige­nen Musik­ge­schmack ent­wi­ckelt hat und somit eine ande­re Kli­en­tel vertritt.

Der ers­te Teil die­ser losen, „Sound­check“ genann­ten Rei­he bil­det das Album „Con­trol­ling Crowds“ der Tri­phop-Grup­pe Archi­ve. Wer noch zögert, es zu erwer­ben, kann sich hier ein Bild davon machen.


Die Defi­ni­ti­on des „Amok­lau­fes“ ist, das wis­sen wir inzwi­schen, eine recht sub­jek­ti­ve. Die wei­ches­ten, schwam­migs­ten (wie stei­gert man das eigent­lich?) Gren­zen hat, wie so oft, der SPIEGEL heu­te gesetzt:

Amo­kal­arm an einem Gym­na­si­um in St. Augus­tin: Nach einer Mes­ser­at­ta­cke auf eine Schü­le­rin hat die Poli­zei eine Fahn­dung nach einer 16-Jäh­ri­gen aus­ge­löst. Sie soll nach einem Streit auf ihre Mit­schü­le­rin los­ge­gan­gen sein und die­se an der Hand leicht ver­letzt haben.

(Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Die­se tat­säch­li­che Tat, die jeden­falls für mich so weit eher wie eine Affekt­hand­lung scheint, wird in dem Arti­kel ergänzt durch etli­che Ver­mu­tun­gen und ernst­haf­te Zwei­fel dar­an, dass die Flüch­ti­ge tat­säch­lich einen Amok­lauf geplant hat­te. So ist das oft, wenn man über Ereig­nis­se berich­ten soll, an denen man selbst nicht betei­ligt ist.

Die Defi­ni­ti­on des Amok­laufs erlaubt dem Jour­na­lis­mus, so scheint es, noch immer zu vie­le Frei­hei­ten. Ein neu­es Wort muss her.

Hat jemand einen Vorschlag?

Nach­trag:
Die Tages­schau weiß inzwi­schen mehr und nennt end­lich mal kon­kre­te Fak­ten. Der geplan­te Amok­lauf bleibt noch immer ein „vager Ver­dacht“, jedoch wur­den mitt­ler­wei­le die Indi­zi­en für einen sol­chen klar benannt.
War­um nicht gleich so?

SonstigesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik extern: Heul doch!

Bei „DSDS“ flenn­te sich Dani­el an die Spit­ze, für „Deutsch­land tut was!“ wur­de in der ARD für den guten Zweck eben­falls auf die Trä­nen­drü­se gedrückt. Beim Fern­seh­du­ell zwi­schen Altru­is­mus und Pop­ka­pi­ta­lis­mus ging RTL klar als Sie­ger hervor.

Chris­ti­an Buß ana­ly­siert den trä­nen­be­wehr­ten Kampf um die Ein­schalt­quo­ten über­aus tref­fend. Ein Hoch auf das, was gemein­hin als gro­ße Gefüh­le titu­liert, gar bewor­ben wird! Dass die­se Gefüh­le aller­dings respek­tiert, ihre Prot­ago­nis­ten geach­tet wer­den, steht lei­der zu bezwei­feln, ist doch der Ter­mi­nus der Trans­pa­renz bei Medi­en­er­eig­nis­sen wie den ein­gangs genann­ten ohne­hin kaum gege­ben. Da kann der Ein­fluss der Zuschau­er noch so sehr her­vor­ge­ho­ben wer­den; wer bei Gesangs­dar­bie­tun­gen wie den jüngst auf RTL gezeig­ten als Sie­ger her­vor­geht, hat dies nur peri­pher der Gunst des Publi­kums zu ver­dan­ken. Für die regel­mä­ßi­ge Final­kon­stel­la­ti­on – zwei Fina­lis­ten, zwei Geschlech­ter – muss der Zufall schon mehr als nur die Fin­ger im Spiel gehabt haben, da doch im Vor­feld der männ­li­che Fina­list (und übri­gens Gewin­ner, was auch immer dies bedeu­ten mag) vom Feuil­le­ton, nicht ganz zu Unrecht, mit nicht all­zu gro­ßen Chan­cen auf den Sieg bedacht wurde.

Jedoch, wie so oft, errang offen­bar der­je­ni­ge den Sieg, der beim Aus­bruch von Emo­tio­nen am sym­pa­thischs­ten aus­sieht. Per­ver­se Welt eigentlich.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Wer Peti­tio­nen unter­schreibt, frisst auch klei­ne Kinder.

Inzwi­schen hat’s auch die Medi­en erreicht:
Die elek­tro­ni­sche Peti­ti­on gegen Inter­net­zen­sur hat beach­tens­wert vie­le Unterstützer.

Ver­mut­lich alle­samt Kin­der­por­no­gra­fen, sagt der Gut­ten­berg. Nahe lie­gend, ziem­lich jeder von ihnen kennt die BRAVO oder ähn­li­che Maga­zi­ne, in denen wöchent­lich frei­zü­gi­ge Auf­nah­men von Men­schen ab 15 Jah­ren zu fin­den sind, und bekannt­lich endet das sexu­el­le Mit­spra­che­recht erst mit 16. Oder 18? Oder lie­ber noch später?

Im Dis­kus­si­ons­be­reich zu der Peti­ti­on wird neben dem prak­ti­schen Nut­zen der geplan­ten Sper­ren auch hier­über emsig diskutiert:

Ist ein 16 Jäh­ri­ger, der auf eine 15 Jäh­ri­ge abfährt ein Per­ver­ser? Nein.
Wird er dadurch per­vers, dass er sich ger­ne Fotos die­ser 15 Jäh­ri­gen anschaun wür­de? Nein.
Ab wann wird er denn dann per­vers? Wenn er 18 ist und die glei­chen Fotos betrach­tet? Weshalb?
Wenn er 20 ist? Mit 25? Und mit wel­chem Grund?

Kein Grund für Kat­zen­jam­mer!

In den NachrichtenFotografieNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik X: Kei­ne Panik, ruhig Blut!

Ges­tern sprach ein poten­zi­ell Kra­wall machen­der Jugend­li­cher anläss­lich der jähr­li­chen Auf­stän­de am 1. Mai in ein RTL-Mikro­fon, um aus­zu­drü­cken, dass eben­die­se Auf­stän­de einen prak­ti­schen Nut­zen hät­ten, der da lau­te, der Wirt­schaft resp. der Poli­tik „die Mei­nung des Vol­kes“ ange­sichts der der­zei­ti­gen Finanz­la­ge nahe zu bringen.
Warum stehen Wellensittiche eigentlich gern auf einem Bein? Amüsanter Anblick, aber rätselhaft.
Ob sich die Wirt­schaft resp. die Poli­tik nun son­der­lich um die Grün­de für die Zer­stö­run­gen sche­ren, ob sie die ran­da­lie­ren­den Per­so­nen­grup­pen über­haupt noch zur Kennt­nis neh­men, ist offen­bar eine Fra­ge, die sich den Bericht­erstat­tern und ihren Befrag­ten nicht stellt. Wenn Revo­lu­ti­on zur Rou­ti­ne wird, ver­liert sie ihre Wirkung.

Nun haben die Deut­schen es ja ohne­hin nicht so mit der Revo­lu­ti­on; wenn ihnen etwas nicht passt, ver­spre­chen sie, die nächs­te Wahl ent­spre­chend durch­zu­füh­ren, war­ten bis zum Wahl­tag und ver­ges­sen bis dahin wie­der, was ihnen nicht gepasst hat. Eini­ge Ver­we­ge­ne machen ihrem Unmut auch Luft, indem sie wütend in ein Mikro­fon spre­chen, wie es zum Bei­spiel der ein­gangs erwähn­te Jugend­li­che tat, jedoch genügt es nie dazu, die Ver­ur­sa­cher der Wut zu beein­dru­cken. Da ist Frank­reich wesent­lich wei­ter ent­wi­ckelt, wie auch Oskar Lafon­taine schon rich­tig fest­stell­te:

„Wenn die fran­zö­si­schen Arbei­ter sau­er sind, dann sper­ren sie Mana­ger mal ein. Ich wür­de mir das hier auch mal wün­schen, damit die mal mer­ken, dass da Zorn ist, dass da Men­schen um ihre Exis­tenz fürch­ten“, sag­te Lafon­taine im WDR-Hörfunk.

Aber so wird ver­mut­lich auch die­ses Jahr nichts pas­sie­ren, was ernst­haf­te Kon­se­quen­zen für das Land mit sich brin­gen wird, und wir kön­nen mit dem nor­ma­len Tages­ab­lauf fortfahren.

Der Tag ist ohne­hin bereits aus­rei­chend gefüllt mit Ereig­nis­sen, über die zu berich­ten sich die Medi­en nur sel­ten zu blöd sind. In den Nie­der­lan­den zum Bei­spiel wur­de ein Anschlag ver­übt, zwar nicht mit bren­nen­den Autos, aber doch immer­hin mit einem Auto. So weit eigent­lich ver­gleichs­wei­se neben­säch­lich, wäre nicht auch hier die Bericht­erstat­tung eine wun­der­li­che. Lukas schreibt:

Weil sich zumin­dest Tei­le die­ses Unfalls in der direk­ten Nähe des könig­li­chen Bus­ses abspiel­ten, wur­den die­se Bil­der live im Fern­se­hen über­tra­gen. Dass grau­sa­me Din­ge on air pas­sie­ren, gehört zu den Risi­ken einer Live-Über­tra­gung. Die Fra­ge ist, wie man in den nächs­ten Momen­ten damit umgeht.

Und tat­säch­lich konn­te man sich auf die Blut­gier der Ver­ant­wort­li­chen ver­las­sen. Berich­te über den Anschlag gibt es außer­halb des Rund­funks nicht unbe­bil­dert, vor allem nicht im Fern­se­hen und im Inter­net. Da muss das Blut sprit­zen, das weckt die Neu­gier der poten­zi­el­len Zuschau­er. (Eigent­lich ist’s nur wenig erstaun­lich, dass die Zei­tungs­ver­la­ge über rück­läu­fi­ge Kun­den­zah­len kla­gen. Einen Ein­druck vom wirk­li­chen Leben bekommt man nur, wenn man schön nahe am Gesche­hen ist, ins­be­son­de­re, wenn die­ses Gesche­hen ein blu­ti­ges ist.)

Trash-Por­ta­le wie “Spie­gel Online“, Bild.de, focus.de und stern.de, aber auch FAZ.net zei­gen Bil­der­ga­le­rien, in denen man sich unter ande­rem dar­über infor­mie­ren kann, wie eigent­lich schwe­re Kopf­ver­let­zun­gen oder Mund-zu-Mund-Beatmun­gen aussehen.

Der Mensch ist schon ein selt­sa­mes Wesen; in der Regel ist er stets dar­um bemüht, Scha­den am eige­nen Leib zu ver­mei­den, aber frem­des Leid zieht ihn auf wun­der­sa­me Wei­se an.

Dies könn­ten auch Schwei­ne fest­stel­len, wür­den sie unse­re Medi­en kon­su­mie­ren; kaum ver­schwin­den die Mel­dun­gen über die Finanz­la­ge des Staa­tes, schon gibt es Schwei­nege­rip­pe Schwei­negrip­pe und täg­lich neue Zah­len bezüg­lich der Ver­brei­tung und der Anzahl der bis­her Betrof­fe­nen. Das Wort „Pan­de­mie“, in die­sem Zusam­men­hang gern auf­ge­grif­fen, bedeu­tet übri­gens ledig­lich, dass es sich um eine sich glo­bal aus­brei­ten­de Krank­heit han­delt, und sagt über die Zahl der Erkrank­ten nichts aus. Da dies aber nur wenig Panik schürt, lässt es sich auch umfor­mu­lie­ren, zum Bei­spiel so:

Todes-Virus H1N1 wütet auf der gan­zen Welt!

Das ist inhalt­lich nicht falsch; tat­säch­lich ist es ein Virus, das töd­lich sein kann und bereits auf meh­re­ren Kon­ti­nen­ten zu fin­den ist. Ledig­lich die Wort­wahl „wütet“ ist ein biss­chen übertrieben.

Aber wer wird denn pin­ge­lig sein?

PolitikIn den Nachrichten
Geschichts­re­vi­sio­nis­mus

SPON hat mal wie­der was zu melden:

Inzwi­schen ver­su­chen Neo­na­zis auch den tra­di­tio­nel­len Erin­ne­rungs­tag der Lin­ken, den Tag der Arbeit, mit ihrer For­de­rung nach einem natio­na­len Sozia­lis­mus zu besetzen.

So?

Gesetz­li­cher Fei­er­tag wur­de der 1. Mai erst wie­der ab 1933 durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten. Das Reichs­ge­setz vom 10. April 1933 benann­te ihn als „Fei­er­tag der natio­na­len Arbeit“. Im Jahr 1934 wur­de der 1. Mai durch eine Geset­zes­no­vel­le zum „Natio­na­len Fei­er­tag“ erklärt.

(Wiki­pe­dia-Arti­kel zu die­sem Thema)

Das üben wir noch mal.

Politik
Kat­zen wür­den Whis­kas wählen.

Ich gebe zu, ich bin amüsiert.

Nicht unbe­dingt über das win­di­ge Wet­ter, auf­grund des­sen heu­te eine Ente mit irri­tier­tem Blick an mir vor­bei­ge­schwom­men wur­de, und noch weni­ger über die aktu­el­le, ver­se­hent­lich bemerk­te Titel­sei­ten­idio­tie der BILD („Tuut, tuut, tuut“ ist nor­ma­ler­wei­se kein Signal für „Han­dy tot“, das klän­ge dann eher gar nicht und/oder rau­schend), son­dern, und gera­de des­halb ver­wun­dert es mich selbst, über die Pla­kat­ak­ti­on der SPD anläss­lich der Europawahl.

Da sieht man einen grin­sen­den Hai im Anzug und die Behaup­tung, „Finanz­haie wür­den FDP wäh­len“ (wo’s doch aber F.D.P. hieße).
Ein paar Meter wei­ter einen Föhn im Anzug, „Hei­ße Luft wür­de die Lin­ke wählen“.

Ver­mut­lich ging das ähn­lich so wei­ter, und ver­mut­lich wür­den mir umge­hend diver­se Ver­glei­che auch für die SPD ein­fal­len, wenn man mich dar­um bäte; hat man aber bis­lang nicht.

Jeden­falls kommt mir das mit der Ver­gleichs­wer­bung bekannt vor. Ob die Kon­kur­renz wohl bald nachzieht?
Hof­fen wir’s!

In den Nachrichten
Der Game Boy wird 20.

Fast droht es unterzugehen:
Der gute, alte Game Boy wird 20 Jah­re alt.

4 MHz, 4 Grau­stu­fen und ein gran­dio­ser Sucht­fak­tor. Davon könn­ten sich vie­le die­ser moder­nen Spiel­ge­rä­te mal ’ne Schei­be abschneiden.

Frü­her war so man­ches besser.

Netzfundstücke
Kraft zum Vernetzen.

Nach­dem ich es hier (mit immer­hin amü­san­ter Bild­un­ter­schrift) und hier (sach­lich dar­ge­stellt) und hier (mit etwas ande­rem The­men­schwer­punkt) und vor­her auch noch irgend­wo anders gele­sen habe, möch­te ich mei­nen Lesern den Spaß auch nicht vorenthalten:

Hier kli­cken, oben „pc ver­net­zen“ ein­tip­pen, freuen.

Und flei­ßig ein­kau­fen nicht ver­ges­sen. Bevor’s aus­ver­kauft ist.