MusikkritikIn den NachrichtenKaufbefehle
Drei Bands, drei Gefühle

Nanu: Heu­te, so schreibt SPIEGEL ONLINE, fand wie­der ein­mal ein ver­such­ter Amok­lauf an einem Gym­na­si­um statt. Der Täter hat über­lebt, es wird also dies­mal wohl etwas aus­führ­li­cher nach den Ursa­chen geforscht; es sei denn, auf sei­nen bei­den sicher­ge­stell­ten Com­pu­tern fin­den sich Com­pu­ter­spie­le, dann hat sich das wohl wie­der ein­mal erle­digt. Sät­ze wie Der Abitu­ri­ent gilt als Außen­sei­ter bie­ten dann kei­nen wei­te­ren Anlass zur wei­te­ren Nach­for­schung. Wetten?

Aber las­sen wir das. Wäh­rend indes­sen ande­re Ins-Inter­net-Schrei­ber wie­der ein­mal ihre Ener­gie dar­auf ver­schwen­den, zu ver­su­chen, die Pira­ten­par­tei in radi­ka­le Ecken zu stel­len, habe ich lie­ber ein wenig Musik gehört:

Auf Schallgrenzen.de gibt es von unter ande­rem mir einen (lei­der gekürz­ten) Ver­riss des aktu­el­len Albums The Resis­tance von Muse sowie, qua­si zum Aus­gleich, eine loben­de Kri­tik des neu­es­ten Por­cu­pi­ne-Tree-Wer­kes, des­sen Kauf ich jedem Musik mögen­den Men­schen hier­mit aus­drück­lich ans Herz legen möchte.

Übri­gens und apro­pos Schall­gren­zen:
Her Name is Cal­la ist eine bri­ti­sche Band, die melan­cho­lisch musi­ziert. Peter führt es etwas wei­ter aus:

Vom sich Ver­lie­ren und Ver­lie­ren. Kein Rausch von Far­ben, schwar­ze Tusche, viel­leicht ein paar pas­tell­zar­te Pin­sel­stri­che. Und trotz alle­dem zie­he ich Kraft aus jedem Ton, jedem Song. Ent­schleu­ni­gung. Musik wie nicht von die­ser Welt. Zwi­schen der selbst­mör­de­ri­schen Trau­rig­keit eines Chris Hoo­son (Dako­ta Suite) und der jen­sei­ti­gen Melan­cho­lie eines Mark Hol­lis ver­sucht Her Name Is Cal­la mit gro­ßem Orches­ter ihr (Un)glück.

Schö­ne Musik, auf der Web­sei­te kom­plett zum Anhö­ren und somit auch herunterladbar.

Netzfundstücke
Pier­cings als Aus­druck der Zufrie­den­heit mit dem eige­nen Körper

Ach, du mei­ne Güte,
SPIEGEL ONLINE lässt eine Frau („Frau­en- und Geschlech­ter­for­sche­rin“, also eine Frau, die sich vor­wie­gend mit Frau­en, dem weib­li­chen Geschlecht sowie den Grün­den für sei­ne Unter­drü­ckung beschäf­tigt; das reicht eigent­lich schon) unre­flek­tiert dar­über schwa­dro­nie­ren, dass vie­le Frau­en, die sich kilo- und hun­dert­eu­ro­wei­se Metall in die Visa­ge zim­mern las­sen, dies nicht etwa aus Pro­test oder aus Unsi­cher­heit bezüg­lich ihres äuße­ren Erschei­nungs­bil­des tun, das sie damit ja nun wirk­lich nicht immer ver­bes­sern, son­dern, natür­lich, wegen des Drucks, den die Gesell­schaft auf sie ausübt:

Pier­cing ist heu­te ein Mas­sen­phä­no­men und es ist eine Mög­lich­keit, sich als Jugend­li­che darzustellen.

Fast alle Mäd­chen lei­den unter dem gesell­schaft­li­chen Druck, Schön­heits­idea­len zu ent­spre­chen. […] Inter­es­san­ter­wei­se lei­den die gepierc­ten Mäd­chen, die ich befragt habe, kaum unter die­sen Ansprü­chen. Sie haben mehr­heit­lich ein ein­deu­tig posi­ti­ves Kör­per­er­le­ben.

(Alle Her­vor­he­bun­gen von mir.)

„Fühl dich schön / nach der zehn­ten Liposuktion.“
Die Ärz­te: Geisterhaus

PolitikNetzfundstücke
…und alle so „Yeaahh!“

Und weil es gera­de durch die Blogs geis­tert und weil über das drö­ge TV-DuellDuett der bei­den Langweiler-„Spitzen“-Kandidaten ver­mut­lich alles gesagt wur­de und apro­pos Ham­burg und weil ich schon län­ger kei­ne hand­schrift­li­chen Pla­kat­er­gän­zun­gen mehr die­ser Inter­net­sei­te für wür­dig erach­te­te, hole ich das jetzt nach, weil lustig:

Und alle so: "Yeeaahh!"

Und jetzt alle sin­gen und tanzen!

FotografieNetzfundstückePersönlichesPolitik
Ham­bur­ger Nächte

Frech­heit, eigentlich:
Da hal­te ich mich am Wochen­en­de zu Unter­hal­tungs­zwe­cken in Ham­burg auf und ver­pas­se aus­ge­rech­net ein in einem ande­ren Stadt­teil statt­fin­den­des Stra­ßen­fest mit zahl­rei­chen „Demons­tran­ten“:

> … die Poli­zei hät­te sich nicht zwi­schen die 600 Nazi-Geg­ner und die
> 90 NPD-Demons­tran­ten stel­len sol­len. Der NPD-Spuk wäre schnell vorbei
> gewesen.

600 gewalt­be­rei­te Lin­ke vs. 90 gewalt­be­rei­te Nazis – das zeigt ganz
klar: Wir haben ein Nazi-Pro­blem. *kopf­schüt­tel*

(heise.de-Forum)

Immer­hin konn­te ich am Bahn­hof eini­ge Ver­tre­ter des Kar­ne­vals der Kul­tu­ren bewun­dern und, damit ein­her gehend, wie­der ein­mal fest­stel­len, dass man in den inter­es­san­ten Momen­ten des Lebens sei­ne Kame­ra nicht griff­be­reit hat.

Manch­mal aller­dings schon:

Kakteen

(Tro­pen­haus im Natur­park Plan­ten un Blo­men, Ein­tritt frei, wor­auf war­tet ihr noch?)


Amü­sant übri­gens ist auch das Ham­bur­ger Abend­blatt. Die Titel­sei­te der Aus­ga­be vom 6.9. zier­te die Überschrift:

Ham­bur­ger Schü­ler inter­view­en Stein­mei­er: „Was fin­den Sie selbst an sich interessant?“

Schön, wenn eine Tages­zei­tung zur poli­ti­schen Bil­dung ihrer Leser beiträgt.


Schön ist, wie ich mei­ne, auch das Fund­stück der Woche, von zahl­rei­chen Web­logs und Twit­ter-Nut­zern ver­brei­tet und nun aus Grün­den der Albern­heit auch hier zu finden:
Kin­der­kreis TV, in den 80-ern pro­du­zier­te Wer­be­sen­dung, die, so weit mir bekannt ist, dum­mer­wei­se auch noch völ­lig ernst gemeint ist. „Spit­ze!“

Netzfundstücke
Han­no­ve­ra­ner auf­ge­passt: Leicht ver­dien­tes Geld.

Eine inter­es­san­te Geschäfts­idee hat die Han­no­ve­ra­ner Luther­kir­che da entwickelt:

Wer am Sonn­tag (13.9.) den Got­tes­dienst (war­um man sich selbst unent­gelt­lich zum Die­ner erklä­ren soll­te, ist auch noch so eine Sache, die ich bei die­sem gan­zen Kir­chen­kram nicht so recht ver­ste­he) besucht, wird mit fünf Euro belohnt, die er dann bit­te sinn­voll anle­gen soll – ver­mut­lich, um das Wer­te­ver­ständ­nis der inter­es­sier­ten Chris­ten zu för­dern, die zu einem Groß­teil dann ver­mut­lich doch eher an ande­ren Inhal­ten inter­es­siert sein dürften.

Ich neh­me an, ich selbst bin am Sonn­tag lei­der abkömm­lich, aber über Bericht­erstat­tung und ggf. Bild­auf­nah­men des Got­tes­diens­tes wäre ich durch­aus dank­bar. Es soll­te mich nicht erstau­nen, wenn es recht voll wird. Womög­lich wird das bei aus­rei­chend Erfolg ja auch Mode?

„Sie wer­den trun­ken von den rei­chen Gütern dei­nes Hau­ses, und du trän­kest sie mit Won­ne als mit einem Strom.“ (Psalm 36, 9)

PolitikNetzfundstücke
Oh, ein Inter­net-Mani­fest (recht zyni­scher Text, wenig bis gar nicht kon­struk­tiv, bit­te daher um freund­li­che Beachtung)!

Fast völ­lig unbe­merkt von der Öffent­lich­keit Vor Auf­dring­lich­keit kaum zu ertra­gen ist das vor­ges­tern eilig hin­ge­rotzt wir­ken­de „Inter­net-Mani­fest“, in dem 15 deut­sche Ins-Inter­net-Schrei­ber ver­su­chen, die Grund­la­gen des moder­nen Inter­net­jour­na­lis­mus‘ dar­zu­le­gen, ohne zuvor die Mei­nung derer ein­zu­ho­len, in deren Namen sie zu spre­chen resp. zu schrei­ben mei­nen, und damit natür­lich auf die Nase fal­len.

Wer – wie ich – zuerst schaut, wer einem da eigent­lich was ver­kau­fen will, spart sich die Lek­tü­re direkt, alle ande­ren wer­den hin­ter­her ver­ste­hen, wie­so so ein unfun­dier­tes Geschwa­fel es über­haupt ins Netz geschafft hat; immer­hin zählt mit Sascha Lobo auch ein Ver­tre­ter der unsäg­li­chen und immer­hin zu Recht erfolg­lo­sen Voda­fone-Anbie­de­rungs­kam­pa­gne zu denen, die ihren ohne­hin nicht mehr für Qua­li­tät oder „was zu sagen haben“ ste­hen­den Namen für die­ses lächer­li­che Pam­phlet hergeben.

Am bis­lang tref­fends­ten hat es wohl – wie­der ein­mal – ix formuliert:

ein paar jour­na­lis­ten und blog­ger haben haben über das was sie tun nach­ge­dacht und den kleins­ten gemein­sa­men nener auf den sie sich eini­gen konn­ten auf­ge­schrie­ben und es „inter­net-mani­fest“ genannt.

Da sit­zen also fünf­zehn Leu­te, die sich um die Bezah­lung für das, was sie der Welt unbe­dingt mit­tei­len wol­len, schon längst kei­ne Gedan­ken mehr machen müs­sen, und begrün­den ihr unüber­leg­tes Geschmier dann mit fol­gen­den rhe­to­ri­schen Großtaten:

jetzt kann jeder plötz­lich sei­nen per­sön­li­chen quatsch oder nicht-quatsch ver­öf­fent­li­chen und er steht dann qua­si gleich­be­rech­tigt neben den tol­len verlagsprodukten.

(Ste­fan Nig­ge­mei­er in den Kom­men­ta­ren zu ix‘ Arti­kel, kon­kret The­se Nr. 2)

Ich ste­he also mit die­ser knuf­fi­gen, pri­va­ten Web­prä­senz, deren Kos­ten zwar gering, aber doch vor­han­den sind, gleich­be­rech­tigt neben per­so­nal­star­ken, von mil­lio­nen- bis mil­li­ar­den­schwe­ren Wer­be­part­nern und einem eige­nen Ver­lag finan­zi­ell unter­stütz­ten Online­por­ta­len? Oha – viel­leicht soll­te ich hier Wer­bung schal­ten las­sen, mein Ein­fluss auf den Jour­na­lis­mus im deutsch­spra­chi­gen Raum ist dem­zu­fol­ge ja über­wäl­ti­gend! War­um sagt mir das nie­mand? – Laut Zugriffs­sta­tis­tik ist mei­ne bis­lang ein­zi­ge nen­nens­wer­te Erwäh­nung durch Drit­te übri­gens die­ser Kom­men­tar in einem der zahl­rei­chen Blogs der taz. Das nen­ne ich Gleich­be­rech­ti­gung. Oder schlicht gro­ben Unfug.

Auch sehr schön fand ich übri­gens die fol­gen­den Thesen:

3. Das Inter­net ist die Gesell­schaft ist das Internet.

Das Inter­net spie­gelt die Gesell­schaft wider, aber es bie­tet durch sei­ne Glo­ba­li­tät kei­nes­falls die Mög­lich­keit, sei­nen Umgang sorg­sam aus­zu­wäh­len. Wer im Inter­net am lau­tes­ten schreit, wird am meis­ten beach­tet. Im Inter­net kann man nicht ein­fach den Raum ver­las­sen. Gut für die Ver­fas­ser des Mani­fests, schlecht für die, die es für grau­si­ge Selbst­be­weih­räu­che­rung hal­ten und denen es trotz­dem aus­zugs­wei­se von – gefühlt – jeder zwei­ten Inter­net­sei­te ent­ge­gen­grinst. Unter ande­rem also auch von die­ser hier.

Inter­net-Zugangs­sper­ren … beschä­di­gen das grund­le­gen­de Recht auf selbst­be­stimm­te Informiertheit.

Der Ver­such von fünf­zehn Indi­vi­du­en, die die For­mu­lie­rung eines sol­chen „Mani­fests“ ein­fach mal zur Chef­sa­che erklä­ren, irgend­wel­che Grund­sät­ze zu for­mu­lie­ren, die dann auch bit­te alle guten Men­schen gut­zu­fin­den haben, ist hin­ge­gen ein Zeug­nis der selbst­be­stimm­ten Borniertheit.

6. Das Inter­net ver­bes­sert den Journalismus.

Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha!

11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.

Reden wir noch mal drü­ber, wenn Goog­le Earth und/oder Goog­le Street View jeden von Ihnen am FKK-Strand oder vor/nach/beim Duschen/Baden/Koitus auf­ge­nom­men hat und/oder haben? Ja? Bes­ser nicht.

16. Qua­li­tät bleibt die wich­tigs­te Qua­li­tät. (…) Ein Publi­kum gewinnt auf Dau­er nur, wer her­aus­ra­gend, glaub­wür­dig und beson­ders ist.

Hof­fen wir also, dass die­ses Pam­phlet auf Dau­er kein Publi­kum fin­det. Bis dahin sie­he bit­te zwei The­sen wei­ter oben, oder ein­fach noch mal die eige­ne Abschluss­the­se konsumieren:

Die “Gene­ra­ti­on Wiki­pe­dia” weiß im Zwei­fel die Glaub­wür­dig­keit einer Quel­le abzu­schät­zen, Nach­rich­ten bis zu ihrem Ursprung zu ver­fol­gen und zu recher­chie­ren, zu über­prü­fen und zu gewich­ten (…). Jour­na­lis­ten mit Stan­des­dün­kel und ohne den Wil­len, die­se Fähig­kei­ten zu respek­tie­ren, wer­den von die­sen Nut­zern nicht ernst genom­men. Zu Recht.

Eben: Zu Recht!

Allein: Man kann das „Mani­fest“ via netzpolitik.org-Wiki wei­ter­spin­nen. Nur scha­de, dass man mit der Ver­öf­fent­li­chung nicht war­ten konn­te, bis sich hier eine brauch­ba­re Fas­sung ent­wi­ckelt hat.

Nach­trag vom 12.9.:
Ein sati­ri­sches, aber kei­nes­falls alber­nes „Inter­net-Mani­fest“, das eigent­lich alles rich­tig macht, was die Her­ren Jour­na­lis­ten nicht rich­tig gemacht haben, gibt es hier zu lesen.


Apro­pos „Unter­zeich­ner des Manifests“:
John­ny Haeus­ler hat neben­bei erfreu­li­cher­wei­se noch ein wenig Sati­re zum The­ma „Was wäh­le ich denn dies­mal nicht?“ ver­fasst. Mei­ne Lieblingspointe:

Die Grü­nen wur­den zunächst als Spaß­par­tei gegrün­det, bis man/Frau fest­stell­te, dass nie­mand in der Par­tei wuss­te, wie die­ses „Spaß“ geht. Seit­dem set­zen sich Die Grü­nen in ers­ter Linie für ein Ver­bot von Fri­su­ren ein und gehen mit gutem Bei­spiel voran.

Lesens­wert, wie auch der Rest des Spree­blicks!
(Jeden­falls fast.)

NetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
… aber immer „die Män­ner, nur Sex im Kopp“

Dan­ke, lie­be Psy­cho­lo­gen, für die­se Erkenntnis:

Allein­ste­hen­de Frau­en sind weit­aus mehr an gebun­de­nen Män­nern inter­es­siert als an sol­chen, die noch zu haben sind. „Unse­re weib­li­chen Sin­gles moch­ten die Män­ner beson­ders gern, wenn die­se ver­ge­ben waren“, sagt Melis­sa Bur­kley von der Oklo­ho­ma Sta­te Uni­ver­si­ty. Gemein­sam mit ihrer Kol­le­gin Jes­si­ca Par­ker hat sie eine Stu­die durch­ge­führt, in der sie den Ein­fluss des Bezie­hungs­sta­tus auf die Part­ner­wahl untersuchte.

Die Fotos von Mr und Mrs Right waren jeweils die glei­chen für alle männ­li­chen bezie­hungs­wei­se weib­li­chen Ver­suchs­per­so­nen. Der Hälf­te der Pro­ban­den erzähl­ten die For­sche­rin­nen, ihr Ide­al­part­ner sei solo, der ande­ren Hälf­te sag­ten sie, er oder sie sei bereits vergeben.

Und das mach­te den klei­nen, aber fei­nen Unter­schied aus – vor allem bei den Sin­gle­frau­en: Beka­men sie einen allein­ste­hen­den Mann prä­sen­tiert, zeig­ten sich 59 Pro­zent von ihnen an einer Bezie­hung inter­es­siert. War der ver­meint­li­che Traum­mann aber gebun­den, stieg der Anteil der Inter­es­sen­tin­nen auf 90 Prozent.

Einer Frau den Mann aus­zu­span­nen, wür­de somit einen Erfolg bedeu­ten und das Selbst­wert­ge­fühl steigern.

Ob die­se 90 Pro­zent über die Bedeu­tung einer Bezie­hung wohl noch die glei­che Mei­nung ver­tre­ten, wenn sie in einer sel­bi­gen sind?


Nach­trag:
Arne Hoff­mann und Chris­ti­an Schmidt haben zum The­ma Femi­nis­mus auch noch was zu sagen. Bit­te umge­hend kon­su­mie­ren und sich merken!

PolitikIn den Nachrichten
Mord ist ihr Hobby

Althauscontainer: http://twitpic.com/d9rtqSo sind sie, die gro­ßen Volks­par­tei­en im Wahlkampf:
Nach­dem der Thü­rin­ger CDU-Vor­zei­ge­po­li­ti­ker Die­ter Alt­haus ein Men­schen­le­ben been­det hat­te, war er aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht in der Lage, sich hier­zu zu äußern oder gar Kon­se­quen­zen zu ziehen.

Irgend­wann waren die zahl­lo­sen Rufe, Alt­haus möge doch bit­te sei­ne Ämter nie­der­le­gen, nur noch schwach zu ver­neh­men, und der Minis­ter­prä­si­dent blüh­te wie­der auf, ja, er nutz­te den Ski­un­fall gar, um sich anzu­bie­dern, und es tat ihm alles furcht­bar Leid – klar, es gab eine Wahl zu gewin­nen, und Wäh­ler sind seit jeher für ihr schlech­tes Gedächt­nis bekannt. (CDU? Waren das nicht die mit der Mehr­wert­steu­er?)

Es geht um Macht­er­halt, nicht um Glaub­wür­dig­keit. Der Wäh­ler will den Rück­tritt? Bis zur nächs­ten Wahl dau­ert es noch lan­ge genug.

Nur dies­mal konn­te sich der Wäh­ler, wider Erwar­ten, mal etwas mer­keln mer­ken:

1. Sep­tem­ber: Vera Lengs­feld hat sich als ers­te pro­mi­nen­te Uni­ons­po­li­ti­ke­rin für den Rück­tritt von Minis­ter­prä­si­dent Die­ter Alt­haus (CDU) aus­ge­spro­chen. Man müs­se der SPD „einen über­zeu­gen­den Grund geben, mit der CDU zu regie­ren“, sag­te die frü­he­re DDR-Bür­ger­recht­le­rin.
2. Sep­tem­ber: Thü­rin­ger CDU hält um jeden Preis an Alt­haus fest
3. Sep­tem­ber: Minis­ter­prä­si­dent Die­ter Alt­haus tritt zurück.

Scha­de, dass man dafür erst eine Wahl ver­lie­ren musste.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik XV: Wun­der­li­che actimel-Werbung

Da gera­de schon wie­der die­se grau­si­ge acti­mel-Wer­bung mit dem voll­kom­men natür­lich wir­ken­den Durch­schnitts­stu­den­ten lief, fra­ge ich mich im Nach­hin­ein, ob ihm selbst eigent­lich auf­ge­fal­len ist, für welch frag­wür­di­ge The­sen er da eigent­lich in die Kame­ra grinst.

  • „Eine Grup­pe trank acti­mel, die ande­re nicht.„
    Wovon hat sich die ande­re in der Zeit ernährt? Das wird sicher­heits­hal­ber nicht erwähnt. Aber ist eigent­lich irgend­wo die Rede davon, ob es der Nicht-acti­mel-Grup­pe nach Ablauf der Test­zeit signi­fi­kant schlech­ter ging?
  • „Ich war ja erst skep­tisch, (…) am Ende hab ich dann erfah­ren, dass die posi­ti­ve Wir­kung auch in der Stu­die bestä­tigt wur­de.„
    Schön, wenn Stu­di­en The­sen bele­gen; weni­ger schön, wenn die The­se so schwam­mig for­mu­liert ist, dass man sie sich auch hät­te spa­ren kön­nen. Die omi­nö­se „posi­ti­ve Wir­kung“ wird jeden­falls nicht näher belegt. Stär­ke­re Abwehr­kräf­te ver­schafft acti­mel angeb­lich, so das Mot­to des Pro­dukts; die Erkran­kungs­ra­te der Ver­gleichs­ziel­grup­pe muss dem­nach höher gewe­sen sein. Wie wur­de das gemes­sen? Wur­de gar eine Erkäl­tung provoziert?
  • „… dann hab ich gemerkt, dass es mir echt gut tut.„
    Anders aus­ge­drückt: Hin­ter­her fühlt man sich „bes­ser“. Satt, gesund? Wer weiß. Nach einer Tas­se grü­nen Tees füh­le ich mich aller­dings auch bes­ser, und das weit preis­wer­ter. Was ist nun den Mehr­preis wert? Womög­lich die Kos­ten für die Werbekampagne.

Ich gra­tu­lie­re jeden­falls dem Sport trei­ben­den, sich gesund ernäh­ren­den, voll­kom­men natür­lich wir­ken­den Durch­schnitts­stu­den­ten, der nach Ablauf der Stu­die nicht krank gewor­den ist. Das aller­dings hät­te ich auch ohne acti­mel geschafft.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Die Musik­in­dus­trie, der Fern­seh­preis und die Gro­tes­ke an sich

Ich wünsch­te, ich könn­te zum zehn­ten Jubi­lä­um der Sen­dung Wer wird Mil­lio­när? an die­ser Stel­le über ein ent­spann­te­res Ver­hält­nis der Mensch­heit zum Geld berich­ten, aber Pus­te­ku­chen:

Offen­bar bedingt durch die gesun­ke­nen Ein­nah­men, seit Nut­zer von File­sha­ring­pro­gram­men in Deutsch­land weit­ge­hend ihre Ruhe vor unan­ge­mes­se­nen Straf­for­de­run­gen haben dürf­ten, beschrei­tet die Indus­trie jetzt krea­ti­ve­re Wege (irgend­wo­her muss das Geld für die Pro­duk­ti­on dritt­klas­si­ger Pop­schnul­zen ja kom­men), um an die gewünsch­ten Mehr­ein­nah­men zu gelan­gen: Sie lässt ihre weni­gen noch ver­blie­be­nen Kun­den teu­er abmah­nen, wenn sie ver­su­chen, ihre legal erwor­be­nen Ton­trä­ger weiterzuverkaufen.

Weil die­ser abmah­nen­de Anwalt sowohl gegen­über Tele­po­lis als auch gegen­über dem Spie­gel dar­auf hin­wies, dass jemand, der „sicher gehen“ wol­le, „im Zwei­fels­fall ein­fach gar kei­ne alten Iron-Mai­den-Pro­duk­te ver­kau­fen“ sol­le, ver­mu­tet der Ett­lin­ger Hea­vy-Metal-Fan, dass die Abmah­nun­gen auch dem Zweck die­nen könn­ten, Per­so­nen, die ihre alten CDs ver­kau­fen möch­ten, zu ver­un­si­chern, um so das Gebraucht­an­ge­bot an lega­len Ton­trä­gern zu ver­knap­pen, damit poten­ti­el­le Käu­fer eher zu Neu­pres­sun­gen grei­fen, an denen die Band und die Rech­te­ver­wer­ter­in­dus­trie noch­mals Geld verdienen.

Was tun?
Auf der siche­ren Sei­te ist man, so scheint es, der­zeit, wenn man Iron-Mai­den-Ton­trä­ger vor­erst mai­det mei­det. Jeden­falls im Handel.


Eben­falls selt­sam, aber mit einem amü­san­te­ren Kon­text, wirkt die Aus­wahl der Kan­di­da­ten für den dies­jäh­ri­gen Deut­schen Fern­seh­preis, der weit vor­neh­mer klingt, als er tat­säch­lich ist, auf nicht nur mich. Die Poin­te ver­ra­te ich schon mal:

Dies­mal ver­klei­den sich Anke Engel­ke und Bas­ti­an Pas­tew­ka als volks­tü­meln­des Mode­ra­ti­ons­ehe­paar Wolf­gang und Anne­lie­se und wer­den hof­fent­lich ret­ten, was zu ret­ten ist. Viel­leicht wer­den sie dafür nächs­tes Jahr wie­der für einen Deut­schen Fern­seh­preis nomi­niert, zum Bei­spiel in der Kate­go­rie „Bes­ter Galaabend/Schraubstock“, zusam­men mit der zwei­ten Halb­zeit eines DFB-Pokal­spiels und einem Klavier.

Fast so gro­tesk wie die Preis­ver­lei­hung selbst, aber unbe­dingt lesenswert:
Der gesam­te Arti­kel im Fern­seh­le­xi­kon.

Hihi.

SonstigesFilmkritik
Medi­en­kri­tik XIV: Ing­lou­rious Basterds

Als hoch­qua­li­ta­ti­ver Film­kul­tur gegen­über durch­aus auf­ge­schlos­se­ner gele­gent­li­cher Kino­film­kon­su­ment kam ich nicht umhin, dem neu­es­ten Werk des geschätz­ten Quen­tin Taran­ti­no Beach­tung zu schenken.

Obwohl ich im Vor­feld dar­über infor­miert wur­de, dass Til Schwei­ger als einer der bei­den (*) deut­schen Schau­spie­ler, die nahe­zu jeder Rol­le, die sie spie­len, mit ihrem Gesicht und ihrer Dar­stel­lung den immer glei­chen (will mei­nen: ein­tö­ni­gen) Cha­rak­ter ver­lei­hen, eben­falls mit­spielt, haben sich mei­ne Befürch­tun­gen nicht bestä­tigt, sei­ne Rol­le hat sich in das Gesamt­bild des Films naht­los ein­ge­fügt. Allein dafür: Cha­peau, Herr Tarantino!

Weni­ger erfreu­lich allen­falls sind die Kri­ti­ken der deut­schen Medi­en wie auch die Selbst­kri­tik der Dar­stel­ler; Til Schwei­ger selbst erwähn­te in einem anschlie­ßend geführ­ten Inter­view, er habe sich noch tage­lang dafür geschämt, eine SS-Uni­form getra­gen zu haben. Ja, herr­je, ist das jetzt ein Recht­fer­ti­gungs­ver­such? Es ist nicht ver­kehrt, sich als Schau­spie­ler auch mit sei­ner Rol­le zu iden­ti­fi­zie­ren, aber sich dafür zu schä­men hal­te ich doch für über­zo­gen. War­um nimmt ein deut­scher Schau­spie­ler eine Rol­le als SS-Füh­rungs­kraft an (und bekommt eine womög­lich nicht uner­heb­li­che Sum­me Gel­des hier­für), wenn er sie hin­ter­her madig redet? – Nein, so recht glaub­wür­dig ist das nicht.

Damit jedoch liegt er auf einer Linie mit Jens Jes­sen, c/o Die Zeit:

Der Erfolg des Fil­mes in den deut­schen Kinos wird übri­gens auch davon leben, dass sich das Publi­kum natür­lich nicht mit den Deut­schen von damals, son­dern mit den ame­ri­ka­ni­sier­ten Juden iden­ti­fi­zie­ren wird. Für die Nach­ge­bo­re­nen ein Fest der Selbst­ge­rech­tig­keit. Alle wer­den auf der rich­ti­gen Sei­te das Splat­ter­mo­vie goutieren.

„Die rich­ti­ge Sei­te“ ist also die, die sich selbst von sich distan­ziert, um nicht ver­se­hent­lich erkannt zu werden.

Zen­tra­le Fra­ge in all die­sen vor­sich­ti­gen Kri­ti­ken zu „Ing­lou­rious Bas­ter­ds“ scheint die­se zu sein:
Darf man als Deut­scher einen Film gut fin­den, in dem die ver­folg­ten Juden einen Anschlag auf die Reichs­füh­rung pla­nen und damit sogar Erfolg haben?

Ich hal­te dagegen:
Falls nicht, darf man statt­des­sen jene Atten­tä­ter als Hel­den fei­ern, die tat­säch­lich sol­cher­lei ver­such­ten, aber geschei­tert sind?

Ing­lou­rious Bas­ter­ds ist, wie die meis­ten Fil­me Taran­ti­nos, auch eine Sati­re, aber kei­nes­falls eine Doku­men­ta­ti­on. Es ist – wie schon Taran­ti­nos „Kill Bill“ – ein Film, in dem die, denen Unrecht wider­fah­ren ist, Rache neh­men an ihren Unter­drü­ckern. Im Film blei­ben die­je­ni­gen Sie­ger, denen man es außer­halb des Fil­mes hier­zu­lan­de seit 64 Jah­ren nach­träg­lich wünscht.

Kehrt sich die Moral ins Gegen­teil, wenn sich die Guten im Film der Metho­den der Bösen im wirk­li­chen Leben bedienen?

Ich jeden­falls betrach­te den Film Ing­lou­rious Bas­ter­ds als das, was er ist:
Eine durch­weg unter­halt­sa­me Fik­ti­on mit einer – sit venia ver­bo – sau­coo­len Haupt­fi­gur, die bis zur letz­ten Minu­te span­nend bleibt.

Und somit ein Film, für den es offen­bar einen Quen­tin Taran­ti­no brauch­te, gemes­sen an den zahl­rei­chen Ödnis­sen der letz­ten Jah­re, die als Meis­ter­wer­ke ange­kün­digt waren, bei denen sich mir aber schon beim Lesen der Inhalts­an­ga­ben ein Gäh­nen aufdrängte.

Ganz gro­ßes Kino!
Ihr dürft mich gern zitieren.


(*): Der ande­re ist, übri­gens, Moritz Bleibtreu.

MusikNetzfundstücke
oasisinet.com: Geo­a­sist! (Kicher.)

Guten Abend, lie­be Schöp­fer von Neologismen!

Gegen Mit­ter­nacht wur­de auf der Oasis-Web­site bekannt gege­ben, dass Noel Gal­lag­her die Band ver­las­sen hat. Das ist nun über 22 Stun­den her, und die Sei­te ist immer noch nur schwer erreich­bar. Abge­se­hen davon, dass jetzt wegen der nur schwer erreich­ba­ren Quel­le die­ser Infor­ma­ti­on zahl­rei­che Gerüch­te über die Hin­ter­grün­de und eine mög­li­che Auf­lö­sung kur­sie­ren und mir den Feed­rea­der ver­stop­fen: Erfin­det ihr nach gehe­ist und geslash­dot­tet jetzt eigent­lich auch geo­a­sist?

Nur so als Frage.

MusikPolitikSonstigesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Wir sprin­gen über’s Sommerloch

So, wei­ter geht’s. Ich hof­fe, ihr hat­tet trotz feh­len­der Unter­hal­tung durch die­se Inter­net­prä­senz ein paar ange­neh­me Wochen.
Viel­leicht soll­te ich häu­fi­ger pau­sie­ren; kaum war hier Sen­de­pau­se ange­sagt, über­schlu­gen sich die Ereig­nis­se im Land.

Frank-Wal­ter Stein­ei­mer Stein­mei­er ließ sich von eini­gen SPD-Inter­es­sier­ten befra­gen, nur Ant­wor­ten hat­te er nicht parat: Bür­ger fra­gen, Stein­mei­er fragt zurück. Und ganz neben­bei ver­wen­de­te man bei SPON, ver­mut­lich unbe­dacht, den Begriff der „wider­recht­li­chen Tötung“, bei dem ich noch immer gern wüss­te, wie recht­mä­ßi­ge Tötung eigent­lich funktioniert.

Im ZDF war indes kürz­lich ein Kon­zert anläss­lich des zwan­zig­jäh­ri­gen Bestehens der Fan­tas­ti­schen Vier zu sehen. Von der trotz fort­ge­schrit­te­nen Alters sicht­lich moti­vier­ten Com­bo, deren Lie­der wohl auch wegen der refle­xi­ven, nach­denk­li­chen Tex­te vie­len Men­schen einen wich­ti­gen Teil des Lebens erge­ben, wur­de unter ande­rem das Stück „Som­mer­re­gen“ auf­ge­führt, nach des­sen Genuss ich erst mal eine Pau­se brauchte:

Komm, wir leh­nen uns wie­der gegen den Wind,
und wir erle­ben im Regen, wes­sen Wege es sind,
wenn wir schick­sals­er­ge­ben uns im Tal begegnen,
um Trä­nen zu zäh­len im Rinn­sal des Lebens.

Puh. Dan­ke dafür.


Nicht ohne Belus­ti­gung hin­ge­gen nahm ich eini­ge Zeit zuvor die recht neue Pro-Sie­ben-Come­dy-Sen­dung Bro­ken Come­dy wahr, die den Hang zur Geschmack­lo­sig­keit schon im Namen trägt; aber zwi­schen Hip-Hop-Par­odien und ähn­li­chen Albern­hei­ten ist durch­aus auch hin­ter­grün­di­ger Humor zu fin­den. Wenn bei­spiels­wei­se wöchent­lich sämt­li­che Vor­ur­tei­le über eine ande­re deut­sche Stadt in Lied­form ver­ar­bei­tet wer­den, hält das trotz der teils der­ben Wort­wahl der Gesell­schaft, die die­se Vor­ur­tei­le auf­baut, den Spie­gel vor und ist somit durch­aus den (wenn­gleich sub­ti­le­ren) Sati­ren der Tita­nic vergleichbar.

Derb sein indes kön­nen die US-Ame­ri­ka­ner bekannt­lich immer noch am bes­ten, und sie ver­su­chen es auch am auf­fäl­ligs­ten zu ver­ber­gen: Im Schul­be­zirk Hous­ton ist nun das Her­um­schi­cken selbst ange­fer­tig­ter Nackt­auf­nah­men ver­bo­ten, nicht nur das Sen­den, son­dern auch das Emp­fan­gen, was zwar eini­gen Scha­ber­nack ermög­licht, aber jeden­falls mich unwei­ger­lich zu der Fra­ge führt, wes­halb sol­che Maß­nah­men dort nötig sind. Eine Ant­wort, so fürch­te ich, wer­de ich nie erhalten.

Irgend­wo zwi­schen Gesell­schafts­kri­tik und Poli­tik bewegt sich auch Ste­fan Nig­ge­mei­er, der gemein­sam mit ix zu ver­ste­hen ver­sucht, war­um kurz vor den Wah­len aus­ge­rech­net eine Wahl­kampf-Par­odie mehr media­le Auf­merk­sam­keit bekommt als der tat­säch­li­che Macht­kampf zwi­schen Uni­on und SPD:

Es scheint einen brei­ten Kon­sens unter Jour­na­lis­ten zu geben, dass die 18 Pro­zent, die Horst Schläm­mer angeb­lich bekom­men wür­de, wenn er bei den Bun­des­tags­wah­len anträ­te, ein Armuts­zeug­nis für die Poli­tik sei­en. Dass die gan­ze Geschich­te ein Armuts­zeug­nis für ihren eige­nen Berufs­stand sein könn­te, dar­auf kom­men sie nicht.

Gut gebrüllt, Löwe!

Schön, wie­der da zu sein. Hof­fent­lich bleibt die Welt so verrückt.


(Apro­pos „ver­rückt“: War­um heißt die Deut­sche Post eigent­lich Deut­sche Post? [gefun­den hier])

Persönliches
Blog­ur­laub 2.0

Vorsicht im Urlaub!Wer­te Leserschar,

wie ange­kün­digt wird jetzt hier ein paar Tage lang nichts pas­sie­ren. Ich geneh­mi­ge mir, zeit­wei­se fern der Hei­mat, ein paar Tage Aus­zeit von der vir­tu­el­len Rea­li­tät, um neue Kräf­te in jed­wel­cher Hin­sicht zu sammeln.

Wei­ter geht’s, so ist es jeden­falls geplant, spä­tes­tens Anfang Sep­tem­ber. Bis dahin las­se ich mir einen Bauch wach­sen und ein wenig Son­ne auf ihn schei­nen. Viel­leicht auch andersherum.

Ich hof­fe, eini­ge von euch anschlie­ßend wie­der als regel­mä­ßi­ge Leser die­ser flau­schi­gen Inter­net­prä­senz begrü­ßen zu dürfen.
Fast bin ich geneigt, mich mit einem die­ser abge­dro­sche­nen juve­ni­len Päd­ago­gen­sprü­che – „Wir sehen uns in alter Fri­sche!“ – zu ver­ab­schie­den, aber an die­sem Satz stimmt in die­sem Fall nahe­zu gar nichts. Von „sehen“ kann hier kei­ne Rede sein, „Fri­sche“ ist auch eher rudi­men­tär vorhanden.

(Wobei ich die Hoff­nung hege, dass sich dies nach mei­ner Rück­kehr merk­lich geän­dert haben wird. „Wir wer­den in hof­fent­lich neu erwor­be­ner Fri­sche indi­rekt Kom­mu­ni­ka­ti­on betrei­ben!“? Das klingt selbst für einen Ein­trag auf die­ser niveau­lo­sen Sei­te reich­lich wunderlich.) …

Sei’s drum.
Bis später!