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Rabatzzzz und Rem­mi­dem­mi

Eine Fra­ge beschäf­tigt mich: Wel­che Kli­en­tel spricht eigent­lich ein Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men an, das eine Preis­re­duk­ti­on als „Rabatzzzz“ bezeich­net? Aber der Rei­he nach:

Heu­te war ich wie­der ein­mal mit mei­nem Notiz­buch in der „City“ – ein Ter­mi­nus, der das wahr­lich unpas­sen­de „Innenstadt“ aus­nahms­wei­se zu Recht ersetzt – unter­wegs und such­te nach Berich­tens­wer­tem. Beim übli­chen Durch­blät­tern der neu erschie­ne­nen Musik­ma­ga­zi­ne stieß ich auf eine Mel­dung, die für Freun­de ein­hei­mi­scher Polit­com­bos für Auf­se­hen – sofern sie zuvor zu Boden geblickt hat­ten – sor­gen dürf­te: Zum 30-jäh­ri­gen Grün­dungs­ju­bi­lä­um der Ham­bur­ger Punk­band SLiME (kennt man: „Mol­lies und Stei­ne / gegen Bul­len­schwei­ne“), die 1994 aus ethi­schen Grün­den ihre Auf­lö­sung beschlos­sen hat­te, fin­den sich die alten Her­ren im kom­men­den Jahr noch­mals zu einer Tour­nee zusam­men. Ob dies gemein­sam mit der eben­falls ange­kün­dig­ten Reuni­on von WIZO zu einem erneu­ten Auf­flam­men der Deutsch­punksze­ne füh­ren wird, bleibt abzu­war­ten; Zeit wür­de es ja mal wie­der.

Noch über shmoo­ve Scher­ze über die­se Ankün­di­gung nach­den­kend wur­de ich eines Wer­be­pla­ka­tes gewahr, des­sen krei­schen­des Grün mir arge Kopf­schmer­zen zu berei­ten droh­te. Ein mir zuvor noch nicht begeg­ne­ter (also immer­hin auch noch nicht nega­tiv auf­ge­fal­le­ner) Ener­gie­kon­zern ver­such­te, mit einem sti­li­sier­ten Frosch­ge­sicht mit Blitz auf der unge­fäh­ren Stirn um neue Kun­den zu wer­ben. Fas­zi­niert an die­ser Wer­be­bot­schaft hat mich nicht der Frosch, obwohl ich mir bis­lang nicht erklä­ren kann, wie­so die­ses eher strom­emp­find­li­che Tier – vor­aus­ge­setzt, ich habe es kor­rekt iden­ti­fi­ziert – als Wer­be­trä­ger für solch ein Ansin­nen dient, son­dern ein Text­ka­sten, der ohne umfas­sen­de­re Erklä­rung einen „BONUS RABATZZZZ“ (sic!) ver­sprach. Aus der Gesamt­heit des Pla­ka­tes fol­ger­te ich, dass hier wohl eine Preis­er­mä­ßi­gung und kein Auf­stand gemeint sein soll­te, aber – und damit wären wir wie­der am Anfang ange­langt – war­um ver­un­zie­ren die Pla­kat­ma­cher ein durch­aus wer­be­wirk­sa­mes Wort durch das Anhän­gen wohl ver­se­hent­lich für jugend­lich gehal­te­ner Buch­sta­ben­ket­ten und sor­gen so dafür, dass poten­zi­ell inter­es­sier­ten Pla­kat­be­trach­tern gar nicht klar wird, was sie eigent­lich ange­bo­ten bekom­men?

So wird das nixxxx, bit­te noch­mals über­den­ken.
(Ich habe Kopf­weh.)


Lesens­wert auch: Frank beob­ach­tet wie­der den All­tag.

nie­mand hier hat ein ipho­ne, und das ist das ein­zig ver­söhn­li­che, was einem auf­fällt, wäh­rend man dabei­steht und einem die­ser ver­su­che nach­gibt, die welt ver­ste­hen zu wol­len. jeder hier hat aber einen medi­on-mp3­play­er (tür­kis), geschwi­ster (nicht tür­kis), eine schlech­te mei­nung über „die da oben“, und das gefühl, im und vom leben per­ma­nent „ver­arscht“ zu wer­den.

Will­kom­men in der Tri­stesse. Es ist ein Graus.