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Musik 12/2009 - Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 4 von 24 der Serie Jahresrückblick

Fast hät­te ich es ver­ges­sen: Ein wei­te­res Kalenderjahr ist bald vor­bei, und das bedeu­tet außer arsch­kal­tem Wetter und auf­ge­wärm­tem Billigfusel auf so genann­ten „Weihnachtsmärkten“ auch, dass ich wie üblich die for­mi­da­bel­sten Tonträger des Jahres - jeden­falls die unter ihnen, die nicht zum Halbjahr schon Erwähnung fan­den - in Kürze vorstelle.

Und es waren so vie­le! - So sehr man eine sol­che Liste auch kür­zen möch­te, man wird immer das Gefühl nicht los, dass ein Album, das man raus­wer­fen möch­te, eigent­lich doch ganz wun­der­bar gewor­den ist. Also muss­ten ande­re Kriterien her. So fiel der Kürzung zum Beispiel das Album The Incident von Porcupine Tree zum Opfer, weil ich mich nur ungern wie­der­ho­len wollte.

Auch dies­mal möch­te ich neben aktu­el­len Alben anhand zeit­lo­ser Klassiker auch ein wenig Musikgeschichte der letz­ten 40 Jahre betrei­ben und eini­ge Tonträger auf­füh­ren, die trotz zahl­rei­cher guter Kritiken mei­ne per­sön­li­chen Qualitätskriterien lei­der nicht erfül­len konnten.

Ich hof­fe, dass dies nicht zu all­ge­mei­ner Verachtung führt, und wün­sche fro­hes Stöbern:

Teil 1: Futter für die Plattensammlung.

  1. Astra - The Weirding
    „All the blind sight kills the white light“ (The Weirding)
     
    Das Coverbild deu­tet es schon an: Astra erschaf­fen Traumwelten. Psychedelischer Progressive Rock mit Hardrock-Einsprengseln steht auf dem Speiseplan. Sobald der Gesang - zum Beispiel in dem über 15-minü­ti­gen Titelstück - ein­setzt, wird die Nähe zu Yes offen­sicht­lich, aber auch The Beatles und Rush las­sen grü­ßen, wil­de Improvisationen (etwa in Ouroboros) fügen eine Dosis King Crimson hin­zu. Hin und wie­der ist auch ein Mellotron zu hören.

    Einzelne Stücke auf „The Weirding“ stam­men wie­der­um aus völ­lig ande­ren Richtungen (so etwa das an eine Melange aus Europe und instru­men­ta­len Van der Graaf Generator erin­nern­de Beyond To Slight The Maze). „The Weirding“ ist viel­sei­tig, viel­leicht gar eins der abwechs­lungs­reich­sten Alben des Jahres.

    „The Weirding“ ist ein ver­ton­ter Drogentrip. Nicht nur LSD, nicht nur Haschisch und nicht nur Kokain, ein biss­chen von allem. Alles, was die spä­ten 60-er und frü­hen 70-er Jahre musi­ka­lisch aus­ge­macht hat, wird hier kom­pri­miert, ohne nur bereits viel­fach Gehörtes zu wiederholen.
    Die beste Umgebung, um die­ses Album zu hören: Licht gedämmt, Augen geschlos­sen und Kopfhörer aufgesetzt.

    Hörproben sind immer zu kurz, um einen aus­sa­ge­kräf­ti­gen Einblick in ein Album wie die­ses gewin­nen zu kön­nen. Wer jedoch den Blindkauf scheut, der fin­det die übli­chen 30-sekün­di­gen Ausschnitte auf Amazon.de. Gegenwärtig (3. Dezember 2009) ist das voll­stän­di­ge Album außer­dem auf YouTube zu finden.

  2. Gargamel - Descending
    „Suddenly the silence covers the sea, disap­pears with the wind, it seems like a dream“ (Prevail)
     
    Lange Zeit hielt man Van der Graaf Generator für nur schwer zu imi­tie­ren, auch wegen des ein­ma­li­gen Gesangs von Peter Hammill. Gargamel kom­men dem aber schon recht nahe.

    Zwar ver­zich­ten sie auf ihrem Zweitling neben eini­gen King-Crimson-Einflüssen (zum Beispiel in Trap) weit­ge­hend auf die Modifikation des­sen, was Van der Graaf Generator mit Alben wie „H To He Who Am The Only One“ vor­ge­legt haben, aber das muss ja auch nicht sein. Stattdessen gibt es hier all das zu hören, was das Original ohne David Jackson schmerz­lich ver­mis­sen lässt: Über 47 Minuten, ver­teilt auf gera­de ein­mal vier Titel, ertö­nen Gitarre, Flöte, Saxofon und Gesang von Tom Uglebakken, den sei­ne vier Mitmusiker nach Kräften unter­stüt­zen. Dazu gesel­len sich meh­re­re Gastmusiker.

    Und wem der Bandname bekannt vor­kommt: Gargamel, in der Fernsehserie auch Gurgelhals, ist der böse Zauberer aus den Die-Schlümpfe-Comics. Ich gra­tu­lie­re dem­je­ni­gen (also nicht dem Zauberer) zu sei­ner jugend­kul­tu­rel­len Bildung.

    Eine schlech­te Nachricht aller­dings noch: Hörproben konn­te ich nicht fin­den. Wer Van der Graaf Generator schätzt, liegt mit Gargamel jeden­falls sicher nicht falsch. Allen ande­ren sei ein Probehören im Plattengeschäft emp­foh­len; der expres­si­ve Gesang ist sicher nicht jeder­manns Sache. Irgendwie dann aber auch gut so.

  3. The Dead Weather - Horehound
    „Play dumb, play dead, try­ing to mani­pu­la­te“ (Treat Me Like Your Mother)
     
    Jack White, sei­nes Zeichens Musiker bei The White Stripes und The Raconteurs, ist mit sei­nen bis­he­ri­gen Projekten offen­bar noch nicht aus­ge­la­stet, und so rief er sei­ne drit­te „The“-Band ins Leben. The Dead Weather ist eine Alternative-Rock-Supergroup, also eine Band, die aus Mitgliedern meh­re­rer bereits bekann­ter Bands besteht. Neben Jack White, der hier aus­nahms­wei­se das Schlagzeug und nur sel­ten das Mikrofon bedient, sind Alison Mosshart, Sängerin des mei­ner­seits bereits im vori­gen Jahr aus­rei­chend gewür­dig­ten Duos The Kills, Gitarrist Dean Fertita von den Queens of the Stone Age und der Raconteurs-Bassist Jack Lawrence mit von der Partie.

    „Horehound“ - Andorn also - ist der Titel des bis­lang ein­zi­gen Albums die­ser Formation. Nicht, dass das ein schlech­tes Zeichen wäre: Das Album klingt nach Jack White, aber ist hör­bar ener­gie­ge­la­de­ner als alles, was er vor­her gemacht hat. Rhythmusgetriebener Blues- und Funkrock gibt die Richtung vor, ein soli­des Fundament aus Bass und Schlagzeug treibt die Stücke vor­an, und der selbst in den ruhi­ge­ren Passagen hek­tisch wir­ken­de Gesang tut ein übriges.

    (Kurze Zwischenbemerkung zum Gesang: Alison Mosshart ver­stellt sich nicht. Ihre Stimme ist sicher nicht die einer Rockröhre, und die ver­sucht sie hier auch nicht dar­zu­stel­len. Um so inter­es­san­ter ist es, ihrem sonst in ganz ande­rem Umfeld zu hören­den Gesang mal in einem sol­chen Kontext zu lau­schen. Das Ergebnis klingt bes­ser als vie­le ande­re, gezwun­gen wir­ken­de Versuche, einer Rockband weib­li­chen Gesang beizufügen.)

    Zwischen krau­ti­gem Minimalismus (3 Birds) und Bad-Seeds-arti­gen Gitarreneskapaden (Bone House) ist viel Platz, und er wird genutzt. Keine Sekunde wird mit Belanglosem ver­schwen­det, es darf gehüpft wer­den. Musik zum Aufdrehen und Durchdrehen.

    Hör- und Durchdrehproben:
    Amazon.de hat Ausschnitte aus dem Album zu bie­ten, auf YouTube kann man unter ande­ren das Video zu Treat Me Like Your Mother in vol­ler Länge betrachten.

  4. Argos - Argos
    „ ‚Caravan‘ and ‚Soft Machine‘ and ‚Hatfield and the North‘ “ (Young Persons Guide To Argos)
     
    Kurzfassung:
    Diese Scheibe ist ein Witz. Und zwar ein guter.

    Langfassung:
    Argos wur­de 2005 von Thomas Klarmann gegrün­det, der den Canterbury Sound der 70-er Jahre ver­ehr­te und zu Beginn sämt­li­che Instrumente allein spiel­te. Bis 2008 erwei­ter­te sich die Besetzung zum mul­ti­in­stru­men­ta­len Trio, das neben Gitarren, Bass und Schlagzeug auch Flöte und Keyboards verwendet.

    Musikalisch bewegt man sich auf alt­be­kann­ten Pfaden: Eine abwechs­lungs­rei­che Melange aus Retro-Prog und Canterbury, wobei mir beson­ders Caravan sowie Hatfield and the North als Einflüsse auf­ge­fal­len sind, ist zu hören. Während über wei­te Strecken des Albums die Inspiration durch Canterbury über­wiegt, gibt es auch Titel wie Black Cat, die sich bei Retro-Prog-Bands wie The Flower Kings und The Tangent, die ja ihrer­seits deut­lich vom Canterbury Sound beein­flusst sind, bedie­nen. Selten (bei­spiels­wei­se in Time For Love und Killer) ist auch eine Prise Genesis (als sie noch gut waren), Van der Graaf Generator (als sie noch jung waren) und The Beatles (als sie noch stän­dig unter Drogen stan­den) auszumachen.

    Und über­haupt, die Titel: „Argos“ ist Progressive-Rock-typisch in drei Stücke („parts“) auf­ge­teilt, die wie­der­um aus jeweils vier bis fünf „Kapiteln“ bestehen. Die Namen die­ser drei Stücke (etwa Part 3: From Liverpool To Outer Space) geben bereits vor dem Hören Aufschluss dar­über, wem hier Tribut gezollt wer­den soll.

    „Argos“ ist eine Verbeugung vor gemein­sa­men musi­ka­li­schen Vorbildern, qua­si eine Hommage, und will auch gar nichts ande­res sein. Die Texte (wer, wie ich, auch dar­auf ach­tet, muss sich bis­wei­len arg zusam­men­rei­ßen, um nicht vor Lachen vom Sofa zu rol­len) bekräf­ti­gen die­sen Eindruck.

    Wer immer nur nach Innovation und neu­en Ideen sucht, wird hier sicher nicht glück­lich. Wer aber den Canterbury Sound und den ihm eige­nen Gesangsstil mag, dem wird hier über fast 53 Minuten Länge viel gebo­ten. Argos machen kon­se­quent da wei­ter, wo The Tangent auf­hö­ren. Zu hof­fen ist, dass dies nicht das letz­te Album sei­ner Art blei­ben wird.

    Hörproben:
    Zwar wird man bei Amazon.de nicht fün­dig, jedoch hat die Band ein infor­ma­ti­ves MySpace-Profil, wo sie auch Demostücke zum Anhören bereit­stellt. Wärmstens empfohlen!

  5. Ahkmed - Distance
     
    „Schon wie­der fast instru­men­ta­ler Postrock?!“, höre ich Leser schon stöh­nen, bevor ich die­sen Abschnitt über­haupt been­det habe.
    Ja, genau das ist es. Fast instru­men­ta­ler Postrock, auf dem ordent­lich gebret­tert wird. Folgerichtig nahm sich das Online-Magazin metal.de des Albums „Distance“ der austra­li­schen Band Ahkmed an, und man liest dort folgendes:

    Geboten wird mit „Distance“ ein lan­ges Album für eben­so­lan­ge Winterabende mit größ­ten­teils instru­men­ta­len Klanglandschaften vol­ler wir­ren Riffs, selt­sa­men Rhythmen und jeder Menge spa­ci­ger Atmosphäre.

    Und so braucht man sich auch nicht zu wun­dern, wenn selbst ein Lied, das knapp an der Zehn-Minuten-Grenze kratzt, letzt­end­lich doch nur aus höch­stens andert­halb Riffs besteht. Viele Variationen, der Gebrauch von weit­räu­mi­gen Flangereffekten und das fili­gra­ne Spiel von Dynamik und Spannung sor­gen jedoch dafür, dass „Distance“ nicht lang­wei­lig wird.

    Nein, lang­wei­lig ist „Distance“ sicher nicht. Ein Album von Ahkmed klingt ent­fernt wie ein Album von Mogwai, nur irgend­wie rau­er und psy­che­de­li­scher. Gitarrenwände und selt­sam flir­ren­de, elek­tro­ni­sche Klänge beglei­ten die Rhythmussektion, hin und wie­der ertönt auch mit viel Hall ver­se­he­ner, hyp­no­ti­scher Gesang (etwa in Caldera). Einschalten zum Abschalten. Gar nicht übel.

    Hörproben:
    Unter ande­rem Caldera, mei­nen der­zei­ti­gen Favoriten vom Album, gibt es auf MySpace zum Gratishören.

  6. The Warlocks - The Mirror Explodes
     
    Die kali­for­ni­sche Band The Warlocks („die Hexenmeister“) hat ihren Namen sicher nicht nur zufäl­lig gewählt. Auch The Velvet Underground tra­ten in ihrer Anfangsphase unter die­sem Namen auf, und mit die­sen ver­bin­det sie mehr als nur die US-ame­ri­ka­ni­sche Herkunft.

    Das, was The Raveonettes (sie­he auch wei­ter unten) auf ihrem aktu­el­len Album schmerz­lich ver­mis­sen las­sen, machen The Warlocks wie­der wett: 43 Minuten lang mur­melt Bobby Hecksher kaum ver­ständ­li­che Texte zu end­los wir­ken­dem Lo-Fi-Gitarrenfeedback. Vergleichbares ist jeden­falls mir in den letz­ten Jahren nur von Darker My Love und The Black Angels auf­ge­fal­len, Ergänzungen sind jeder­zeit willkommen.

    Ideen holt sich das Quintett bevor­zugt aus den VU-Alben „The Velvet Underground & Nico“ und „White Light/White Heat“; sicher nicht die schlech­te­sten Quellen für krea­ti­ve Musik. Die Interpretation geht in punc­to Bass- und Schlagzeugarbeit auch durch­aus über das blo­ße Kopieren hin­aus: Während The Velvet Underground eher die Gitarre beton­ten und das Schlagzeug metro­nom­ar­tig ein­ge­setzt wur­de, ist letz­te­res bei The Warlocks als eine trei­ben­de Kraft mehr im Vordergrund zu hören, was den immer­hin schon über 40 Jahre alten (trotz­dem kaum geal­ter­ten) zugrun­de lie­gen­den Konzepten einen moder­nen Anstrich verleiht.

    Und, wie heu­te üblich, die Band stellt auch Hörproben zur Verfügung:
    In ihr bis­he­ri­ges Schaffen kann man auf ihrer MySpace-Seite hin­ein­hö­ren, außer­dem hat Amazon.de wie­der kur­ze Ausschnitte aus dem Album im Angebot.

  7. Tortoise - Beacons Of Ancestorship
     
    Von den Vorbildern von gestern zu den Innovatoren von heute:
    Auch die Chicagoer Instrumentalband Tortoise, die man zu Unrecht immer wie­der gern in die all­zu pau­scha­le Kategorie „Postrock“ steckt, leg­te 2009 nach fünf Jahren (wenn man das 2006 erschie­ne­ne Coveralbum „The Brave and the Bold“ nicht mit­zählt) end­lich wie­der ein regu­lä­res Studioalbum vor und spal­te­te die Rezensentenwelt erwar­tungs­ge­mäß in die, die es für ein Meisterwerk hal­ten, und die, die es aus den ver­schie­den­sten Gründen nicht aus­ste­hen können.

    Das Cover deu­tet es schon an: Auch im 18. Jahr ihres Bestehens als Tortoise wid­met sich das Quintett dem expe­ri­men­tel­len Minimalismus, ohne, wie zum Beispiel die Einstürzenden Neubauten es taten, voll­ends in das Avantgardistische abzu­drif­ten. Und wie immer wer­den hier die Genres wild ver­mischt: Gigantes mit sei­nem merk­wür­dig ver­schlepp­ten Rhythmus etwa wird von latein­ame­ri­ka­ni­scher Perkussion beglei­tet, wäh­rend Prepare Your Coffin von Muse-ähn­li­chen Keyboards lebt. Der etwas umständ­lich klin­gen­de Titel Yinxianghechengqi lässt Gitarren und elek­tro­ni­sche Klangeffekte krachen.

    Immer wie­der - an den Stellen, an denen man es nicht erwar­tet - endet ein Liedteil abrupt, und ein ande­rer, meist kon­trä­rer setzt ein. Refrains oder wenig­stens wie­der­keh­ren­de Muster sucht man hier vergebens.

    Die Hörproben kann man daher auch tat­säch­lich nur als sol­che betrach­ten: Kennt man eins, kennt man noch lan­ge nicht alles andere.
    Bei Amazon.de gibt es nur die übli­chen Schnipsel, dafür hat das MySpace-Profil der Band zur­zeit unter ande­rem Prepare Your Coffin im Repertoire.

  8. Gong - 2032
    „We come from an ali­en nati­on to the city of self fasci­na­ti­on“ (City of Self Fascination)
     
    Gong? Die gibt es immer noch?“
    Nein, genau genom­men gibt es sie wie­der. Seit Daevid Allen und sei­ne dama­li­ge Lebensgefährtin Gilli Smyth im Jahr 1969 die Psychedelic-/Spacerock-Band Gong ins Leben rie­fen, ist die Geschichte der Formation durch Umbesetzungen und Kollaborationen sowie durch den Wechsel der Stilrichtung von Spacerock zu Jazzrock und wie­der zurück gekenn­zeich­net. Zwischendurch hat­te sich der mitt­ler­wei­le ver­stor­be­ne Schlagzeuger Pierre Moerlen mit eige­nen Inkarnationen von Gong (Pierre Moerlen’s Gong und Gongzilla) selbst­stän­dig gemacht, und auch Daevid Allen war nicht untä­tig, so dass es bis heu­te neben der Hauptband unge­fähr zehn ande­re Gongs gab und zum Teil auch noch gibt.

    Ebendiese Hauptband hat sich dazu ent­schlos­sen, zum 40. Jubiläum des Jazzfestes von Amougies, auf dem Gong erst­mals nen­nens­wer­te Aufmerksamkeit bekam, wie­der ein neu­es Album ein­zu­spie­len. Die Besetzung sowohl des Albums als auch der beglei­ten­den Tour ent­spricht weit­ge­hend der von 1973; so ist erst­mals seit 1975 auch Steve Hillage (sonst unter ande­rem bei Arzachel und System 7 sowie solo aktiv) wie­der an Bord.

    Erfreulicherweise klingt „2032“ auch so. Nach eini­gen Jahren des durch die Zusammenarbeit mit Acid Mothers Temple ent­stan­de­nen japa­nisch-aus­ge­flipp­ten psy­che­de­li­schen Krautrocks hat Daevid Allen wie­der Lust auf Spacerock bekom­men, und auch Gilli Smyth ist wie­der Mitglied des Ensembles. Letztere ist erneut auf dem gesam­ten Album nur als „Space Whisper“, also als selt­sam ver­zerr­tes Flüstern, zu hören, ein Stilmittel, das auch die frü­hen Gong-Alben geprägt hat. Bisweilen, etwa in Portal, wird auch herr­lich gerockt; nicht schlecht, immer­hin ist Daevid Allen in die­sem Jahr schon 71 Jahre alt geworden.

    Wenn schon Altherrenmusik, dann doch bit­te so!

    Nach all der Lobhudelei, so berech­tigt sie auch sein mag, noch ein paar Hörproben:
    Das MySpace-Profil von Gong ist nur wenig hilf­reich, aus­nahms­wei­se emp­feh­le ich daher, die Ausschnitte auf Amazon.de vor­zu­zie­hen. Auf YouTube ist außer­dem unter ande­rem City of Self Fascination voll­stän­dig zu hören.

  9. Dream Theater - Black Clouds & Silver Linings
    „That whe­re the­re is des­pair, I may bring hope“ (The Shattered Fortress)
     
    Hinter all den Anspruch hän­gen wir mal wie­der ein wenig Kopfschüttelmusik (beja­hen­des Schütteln, kein bemit­lei­den­des, ver­steht sich). Dream Theater, die ver­mut­lich zu Recht bekann­te­ste Progressive-Metal-Band min­de­stens des gan­zen Planeten mit einem der umstrit­ten­sten Progressive-Metal-Sänger min­de­stens des gan­zen Planeten, lässt mit „Black Clouds & Silver Linings“ mal wie­der von sich hören.

    Für die direk­ten Vorgängeralben fan­den Rezensenten meist nur wenig war­me Worte; zu unkrea­tiv schien der Versuch, Dream Theater durch Zitate aus meh­re­ren Jahrzehnten Progressive-Rock-Geschichte neu zu defi­nie­ren, und zu erfolg­los blieb er dann auch; Dream Theater blei­ben eben Dream Theater, und als Dream Theater sind sie einzigartig.

    Das haben sie jetzt wohl auch ein­ge­se­hen, und so ist „Black Clouds & Silver Linings“ eine Platte gewor­den, die wie­der so klingt, wie man es von Dream Theater erwar­tet: Der Bass pol­tert, die Gitarren jau­len, die Keyboards unter­stüt­zen jedes Instrument, wo sie es kön­nen, und James LaBrie into­niert von John Petrucci und Mike Portnoy geschrie­be­ne Texte, die nach wie vor sehr per­sön­lich gefärbt sind, was bis zu Kindheitserinnerungen der Bandmitglieder reicht (das Einstiegsstück A Nightmare To Remember han­delt angeb­lich von einem Autounfall, den Gitarrist Petrucci als Kind mit­er­lebt hatte).

    Sicher sind die Texte oft auch nur belang­los, aber der Qualität des Albums scha­det das nicht auf­fal­lend. Ich gehe so weit, an die­ser Stelle zu behaup­ten, dass „Black Clouds & Silver Linings“ das beste Dream-Theater-Album seit dem über­ra­gen­den Konzeptalbum „Metropolis Pt. II - Scenes From A Memory“ (1999) gewor­den ist. Gut Ding will manch­mal eben doch Weile haben.

    Hörproben:
    Auf YouTube gibt es unter ande­rem das fei­ne A Rite of Passage zu hören, auch das MySpace-Profil der Band ist sehens- und hörens­wert. Das voll­stän­di­ge Album kann man im Schnelldurchlauf, wie gewohnt, auch auf Amazon.de konsumieren.

  10. Friska Viljor - For New Beginnings
    „A heart is much big­ger than a mind that’s upset“ (Daj Daj Die)
     
    Friska Viljor ist angeb­lich eine schwe­di­sche Indiefolkband. „Wie geht das, Indie und Folk?“, fra­gen sich nun viel­leicht eini­ge mei­ner Leser. Nun, ich weiß es auch nicht, aber ich möch­te es mir auch nicht her­aus­neh­men, selbst eine Kategorisierung fin­den zu müs­sen. Dass Genreschubladen nur sel­ten zutref­fen, zeigt sich am Beispiel die­ses Duos.

    Was sie so genau machen, ist tat­säch­lich mit Worten nur schwer ein­zu­gren­zen. Bewegt man sich im eröff­nen­den Daj Daj Die bereits zwi­schen den Stilen - eine Folkmelodie mit einem Refrain, der eben­so­gut aus dem letz­ten Sigur-Rós-Albums stam­men könn­te, und einer zer­brech­li­chen Gesangsstimme, die man so sonst nur von Indierock-Bands kennt -, so gibt man den Versuch des Schubladendenkens spä­te­stens beim Anhören eines zwei­ten Stückes auf. Lied Nummer 7, People Are Getting Old, ist zum Beispiel ein veri­ta­bler Indierocksong, der auch im Repertoire der Kaiser Chiefs Platz fände.

    Folk wäre aber wahr­schein­lich auch eine höchst unpas­sen­de Schublade für Lieder, die Titel wie Sunny Day tra­gen und von der Freude am Leben (oder doch am Tod?) han­deln. Nicht umsonst klingt so man­ches Lied auf dem Album wie ein Trinklied, ohne dass man dafür den Text beach­ten müss­te. Eine Art Selbsttherapie, so liest man aller­orts, soll­te die Band Friska Viljor dar­stel­len. Liebeskummer in Alkohol und Gedanken über das Leben zu erträn­ken ist immer­hin eine alt­be­währ­te Methode, mit ihm fer­tig zu werden.

    Die Vergangenheitsbewältigung klingt, in Worten beschrie­ben, dann unge­fähr so:

    Ja, alle ande­ren bau­en Häuser und grün­den Familien, und Friska Viljor tou­ren im klapp­ri­gen Bus durch die Weltgeschichte und schrei­ben im Wald trau­ri­ge Lieder über das Leben. Lieder, die Titel wie Daj Daj Die oder If I Die Now tra­gen und sich vor allem damit befas­sen, wer und wo man eigent­lich sein möchte.

    Das klingt rät­sel­haft und bedarf eini­ger Hörproben zur Erklärung. Die wie­der­um fin­det der inter­es­sier­te Leser die­ser Zeilen im MySpace-Profil der Band sowie in aller Kürze auch auf Amazon.de.
    Ich wün­sche ent­spann­tes Sinnieren.

  11. Nihiling - M[e]iosis
    „Words I say won’t reach you“ (Captives)
     
    Nihiling darf natür­lich in die­ser Liste nicht feh­len, nach­dem ich mich vori­gen Monat von ihrem Konzert mit Hermelin, deren Debütalbum ich letz­tes Jahr an die­ser Stelle schon aus­führ­lich gelobt hat­te, herr­lich unter­hal­ten ließ. Die Energie eines Konzerts kann natür­lich ein Tonträger nie­mals wie­der­ge­ben, zumal kein im Studio auf­ge­nom­me­ner. Dennoch bleibt „M[e]iosis“ eine fei­ne Scheibe.

    Wer Nihiling noch nie gehört hat, für den möch­te ich hier ein wenig name-drop­ping betrei­ben: Oceansize. Isis. Tool.

    Natürlich könn­te ich jetzt auch hier eine lan­ge Lobrede for­mu­lie­ren, aber ich wür­de mich wahr­schein­lich nur wie­der­ho­len. Dafür ist mir inzwi­schen end­lich eine total schlag­fer­ti­ge Reaktion ähn­li­chen Niveaus eingefallen:

    Was kommt her­aus, wenn man Nihiling einpflanzt?
    Eine Gorke. Brahaha.

    Genug davon; nicht, dass ich mir hier noch Feinde fürs Leben mache. Musik soll­te Menschen zusam­men­brin­gen und nicht dazu ein­la­den, gegen den Grundsatz der Witzemacher („kei­ne Witze über Namen!“) zu ver­sto­ßen. Wird nicht wie­der vor­kom­men, versprochen.

    Zurück zur Musik also: Solche wie die von Nihiling ist nur unzu­rei­chend in blo­ßem Text zu beschrei­ben. Peter hat’s versucht:

    Nihiling ist eine Gitarrenband (der Trend geht ein­deu­tig zum Drittgitarristen), eine Rockband, die es rich­tig kra­chen lässt, sich aber die Zeit zum Ausruhen nimmt. Irgendwo zwi­schen Oceansize und Mogwai. Irgendwo zwi­schen Progressive, Metal und Post-Rock ((ziem­lich unprä­zi­ser Begriff)). Die Präzison und Schärfe in eini­gen Songs erin­nert den geneig­ten Hörer auch an Tool. Ausfälle gibt es auf dem Album nicht zu ver­mel­den. Auf höch­sten Niveau voll­brin­gen Nihiling den Spagat zwi­schen all des­sem, was mir in der Rockmusik gut und wich­tig ist. Das Spiel zwi­schen Progressive und Post-Rock, mal Instrumental („Diaphanous Gate“ ), mal mit Gesang und nicht unf­röh­lich („Captives“, „Nascent“ ), traum­haf­te Melodien („The World Ends With Me“), dann wie­der eher ambi­ent und ent­span­nend oder im wohl­be­kann­tem Leise- Lautspiel („Not Even Close To Your Understanding Of…“). All das wird von den Hamburgern traum­haft umge­setzt und Nihiling errei­chen gleich mit ihrem ersten Album eine siche­re Umlaufbahn um den Post-Rock-Planeten, auf dem alle Menschen glück­lich sind.

    Hörproben:
    Ein Livevideo des von der Band selbst nicht son­der­lich geschätz­ten Stückes Moth Gate und eini­ge Lieder aus bis­he­ri­gen Veröffentlichungen (zwei EPs und ein Album) gibt es auf MySpace.com zum kosten­frei­en Gutfinden. Wer es eilig hat, kann auch auf Amazon.de kurz in das Album hin­ein­hö­ren; aber Eile ist hier nicht ange­bracht. Dieses Album braucht, wie vie­les ande­re aus der gro­ßen Postrockkiste, vor allem Zeit und Geduld. Wer bei­des auf­bringt, wird garan­tiert belohnt. Und wenn Nihiling irgend­wann in eurer Nähe auf­tre­ten: Geht hin! Ihr wer­det es nicht bereuen.

  12. The Void’s Last Stand - A Sun By Rising Set
    „Six bodies burst through the outer­most gate“ (Under The Ardent Sun)
     
    Noch ein wenig anstren­gen­de Musik zum Ausklang. Die Aachener Band The Void’s Last Stand musi­ziert wirr. Das Album „A Sun By Rising Set“ besteht aus zwei Stücken von jeweils etwas über 25 Minuten Länge und gra­sen dabei so ziem­lich jeden Musikstil ab, der ihnen beim Komponieren gera­de zwi­schen die Finger gekom­men ist.

    Sänger Jonas Wingens wur­de offen­bar von Magma, Damo Suzuki und zahl­rei­chen wei­te­ren Musikern inspi­riert, sei­ne Mitstreiter wech­seln der­weil alle paar Minuten das Genre. Mother Sun And The Other Sun (Part I) könn­te eben­so­gut aus Demoaufnahmen einer Zusammenarbeit von Can und Ruins stam­men, wären da nicht die Bluesrockelemente und der bei­na­he radio­taug­li­che, popin­spi­rier­te Schluss. Under The Ardent Sun klingt eigent­lich genau so.

    Nik Brückner nann­te die­ses Album „erfri­schend unblöd“ - ein völ­lig zutref­fen­des Adjektiv. Nie wird die Musik, die die­se Band spielt, ein­tö­nig oder artet in sinn­lo­sen Lärm aus. Wenn man sie unbe­dingt als „die neu­en Wer-auch-immer“ bezeich­nen möch­te, dann schla­ge ich „die neu­en (und bes­se­ren) The Mars Volta“ vor. Und kau­fen kann man das Ding für vier Euro (plus Porto) direkt bei der Band, also kann man hier durch­aus auch mal einen Blindkauf wagen. Blind könn­te man lei­der auch vom Booklet wer­den, in dem die Texte abge­druckt sind; aber das ist ein, wie ich mei­ne, recht klei­nes Manko.

    Hörproben:
    Wer aus wel­chem Grund auch immer nicht die Katze im Sack kau­fen möch­te, der fin­det im MySpace-Profil von The Void’s Last Stand das gesam­te Album zum Probehören. Beide Stücke wur­den hier­für (und eigent­lich auch, nur nicht sepa­rat auf­ge­teilt, auf dem Album) in durch­num­me­rier­te Kapitel auf­ge­teilt. Das hilft zwar auch nicht, die Zusammensetzung des Albums zu ver­ste­hen, aber es ist inter­es­sant zu lesen.

Teil 2: Deutsche Texte mit Verstand.

  1. Rammstein - Liebe ist für alle da
    „Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr“ (Pussy)

    Wie ich voll des Lobes schon zu erwäh­nen wuss­te: Rammstein ist zurück, und es wird wie­der auf die Pauke gehau­en. Seit Mitte November ist der Titel „Ich tu dir weh“ wegen einer all­seits bekann­ten, absur­den Entscheidung der BPjM nur noch als indi­zier­te Version auf dem Album zu fin­den, das tut der Freude aber kei­nen Abbruch.

    Ich zitie­re mich mal wieder:

    „Liebe ist für alle da“ ist ein durch­aus mit Bedacht gewähl­ter Titel für das Album; mit Ausnahme des Rammlieds han­deln tat­säch­lich alle Titel von Liebe in see­li­scher oder rein kör­per­li­cher Form – natür­lich, in Rammstein-Manier, mit sado­ma­so­chi­sti­schen Zügen inklu­si­ve einer Schilderung des Inzestfalls von Amstetten, all dies unter­malt von Musik der här­te­ren Gangart, wie sie zuletzt auf „Herzeleid“ und „Sehnsucht“ so aus­ufernd zu hören war. Dazu schreit und singt Till Lindemann, der sei­ne Stimme um gleich meh­re­re Nuancen erwei­tert zu haben scheint, mit einer Kraft, dass es eine wah­re Freude ist. Schön, dass sie wie­der zu ihrer alten Form gefun­den haben. Jetzt bit­te so bleiben!

    Mir bleibt nun nur, dies mit Hörproben zu unter­mau­ern. Die gibt es als 30-Sekunden-Schnipsel auf Amazon.de, das so genann­te Skandalvideo zur ersten Single Pussy indes ist inzwi­schen auf Redtube.com zu finden.

    Und apro­pos „so bleiben“:

  2. Die Goldenen Zitronen - Die Entstehung der Nacht
    „Denk mal an die Möglichkeiten, komm mir nicht mit Arbeitszeiten“ (Lied der Medienpartner)

    Die ehe­ma­li­ge Punkband Die Goldenen Zitronen, die ich vor einem Jahr noch als ver­mu­te­te Inspiration für 1000 Robota erwähn­te, war noch nie dafür bekannt, Erwartungen zu erfül­len, und sie bleibt sich treu. „Die Entstehung der Nacht“ ist, so gese­hen, die logi­sche Fortsetzung des Vorgängeralbums „Lenin“ als Kritik an der Gesellschaft des aus­ge­hen­den Jahrzehnts. Musikalisch über­wiegt die Elektronik, aber hin und wie­der wird auch, wie noch auf „Schafott zum Fahrstuhl“, dem Alternative Rock gefrönt (Lied der Medienpartner) bis zum Tode Jörg Haiders (Der Landeshauptmanns letz­ter Weg) alles, was die Gesellschaft sonst hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand zu rau­nen pflegt, in sei­ne Bestandteile zer­legt und über­dreht wie­der zusammengefügt.

    Die stän­dig wach­sen­de Vielseitigkeit der Goldenen Zitronen wird auch in ande­ren Titeln deut­lich; so ist Der Flötist an den Toren der Dämmerung nicht nur im Titel eine Verbeugung vor Pink Floyd, das von Michaela Mélian gesun­ge­ne Beautiful People könn­te eben­so von Nico stammen.

    Ein Album der Goldenen Zitronen ist immer auch ein Stück Avantgarde, des­sen soll­te man sich bewusst sein, bevor man sich auf sie ein­lässt. Sie kon­zen­trie­ren das, was pop­kul­tu­rell rele­van­te Medien als Popkultur bezeich­nen, und dabei haben sie mit Pop (also popu­lar music) noch nie etwas zu tun haben wol­len, geschwei­ge denn sol­chen gespielt. Die Genreschubladen blei­ben versperrt.

    Und wer es mir nicht glaubt, der möge sich an den Hörproben erfreuen:
    Auf Amazon.de gibt es die übli­chen 30-Sekunden-Schnipsel aus dem Album zu hören, YouTube hat mit Mila immer­hin eins mei­ner Favoriten von „Lenin“ in einer klang­lich fei­nen und bild­lich lei­der ungu­ten Liveversion im Angebot.

    Klanglich fein ist auch das, was wie­der­um eine ganz ande­re Band vor­zu­wei­sen hat:

  3. Jennifer Rostock - Der Film
    „Die Welt um uns wird alt, aber wir blei­ben jung und schön“ (Jung und schön)

    Auch auf die Gefahr hin, mit schrä­gen Blicken gemu­stert zu wer­den und neue Leser aus skur­ri­len Ecken zu bekommen:
    Ich mag die­ses Album.

    Jennifer Rostock wirft man im Allgemeinen mit der Liebesliedercombo Silbermond in einen Topf, aber das passt nicht zusam­men. Die Musik von Jennifer Rostock ist grund­sätz­lich viel­mehr das Gegenstück: Die Protagonistin (ich neh­me nicht an, dass die Texte immer all­zu auto­bio­gra­fisch sind) ist kei­ne Romantikerin und das Lied ist kei­ne Ballade.

    Natürlich geht es in den Texten auch um zwi­schen­mensch­li­che Beziehungen, aber es geht här­ter zur Sache. Es geht um gemein­sa­me Nächte, Betrügen und Egoismus, vor­ge­bracht mit einer Inbrunst, von der sich ande­re Sängerinnen noch eine Scheibe abschnei­den könn­ten, kom­bi­niert mit einer Portion Schrammelrock (in den bes­se­ren Momenten) oder Gitarrenpop (in den schlech­te­ren). Obwohl die Band ein Massenpublikum anspricht, hat ihre Frontfrau eine Stimme, die man auch als sol­che bezeich­nen kann.

    Und damit sich der geneig­te Leser so unge­fähr vor­stel­len kann, was ich mit Inbrunst mei­ne, ver­wei­se ich als Hörprobe auf ins­be­son­de­re die letz­te Minute des Liedes Nenn mich nicht Jenny. Jau!

    Immer noch nicht über­zeugt? Ihr mögt kei­nen Frauengesang oder hal­tet nicht viel von Poprock, selbst wenn er gut gemacht ist?
    Dann hät­te ich noch einen Vorschlag zu machen:

  4. Bela B - Code B
    „Ihr habt Verständnis, logo, wenn ich jetzt mal aufs Klo go“ (Bobotanz)

    Ich hat­te nach dem Konsum des Solodebüts „Bingo!“ die Hoffnung ver­wor­fen, von Bela B, der der­zeit offen­bar ohne Punkt geschrie­ben wird, noch mal Solomaterial hören zu dür­fen, das sei­nen Beiträgen zum Werk der Die Ärzte gerecht wird; sicher, wäh­rend letz­te­re sich ins­ge­samt selbst nicht so ganz ernst neh­men, sind ihre drei Mitglieder den­noch ambi­tio­nier­te Musiker, und es wäre nicht kon­se­quent, wür­den sie in ihrem Solowerk nicht ande­re Wege beschreiten.

    Nun, Herr B ist, wie er selbst mehr­fach ver­lau­ten ließ, Vater gewor­den. Das ist in der Regel ein Erlebnis, das den Menschen ver­än­dert, und es macht sich in „Code B“ bemerk­bar; nicht nur, weil er sei­nem Nachwuchs eigens ein Schlaflied (Dein Schlaflied) wid­met, son­dern auch, weil das Album tat­säch­lich viel weni­ger ver­krampft als „Bingo!“ wirkt und Spaß macht, selbst in den Liedern, die eigent­lich gar nicht so offen­sicht­lich wit­zig gemeint sind wie zum Beispiel der Bobotanz.

    Ach, ja, der Bobotanz: Angeblich als Satire auf irgend­ein Lied von Olli Schulz, von dem wie­der­um ich bis heu­te noch nichts ken­ne, geschrie­ben ist die­ses Stück Musik eins der spa­ßi­ge­ren Lieder. Des Weiteren hat „Code B“ auch zyni­sches (Hilf dir selbst) und Stücke über das für Bela nach wie vor typi­sche Thema Liebe (Altes Arschloch Liebe) in allen Formen (Ninjababypowpow) im Repertoire, das obli­ga­to­ri­sche Vampirlied (Rockula) muss schon gar nicht mehr erwähnt werden.

    Nicht, dass fal­sche Erwartungen kei­men: Bela B klingt auch auf „Code B“ wie Bela B, er ver­sucht nicht, sich anzu­bie­dern, und er defi­niert sich auch nicht neu. Er hat ein Album auf­ge­nom­men, mit dem er nie­man­dem mehr etwas bewei­sen muss, und das klingt so locker wie seit Jahren nicht mehr.

    Leute, die mit die­ser Art von Musik noch nie etwas anfan­gen konn­ten, wer­de ich trotz aller Worte nicht über­zeu­gen kön­nen, also las­se ich die Hörproben sprechen:
    Amazon.de hat die übli­chen kur­zen Ausschnitte im Angebot.

Von dem Mangel an guter deutsch­spra­chi­ger Musik bekommt man fast schlech­te Laune. Schon scha­de, dass das Angebot an sel­bi­ger offen­bar jähr­lich abnimmt.
Schnell also ein ande­res Thema:

Teil 3: Billig will ich.

Das Internet setzt sich end­lich als Vertriebsweg durch: Moderne Lizenzen wie die Creative-Commons-Lizenz by-nc-sa ermög­li­chen es den Künstlern, ihre Werke einem inter­es­sier­ten Publikum kosten­los bekannt zu machen, ohne Verluste durch Privatkopien ein­zu­fah­ren. Hierbei reicht die Bandbreite von völ­lig kosten­lo­sem Verteilen bis zur Zahlung einer frei wähl­ba­ren Gebühr, sozu­sa­gen als Belohnung für eine frei­wil­li­ge Spende.

Drei die­ser Alben, alle­samt bei den Schallgrenzen ent­deckt, folgen:

  1. Her Name is Calla - The Heritage

    Die Band Her Name is Calla kommt aus Großbritannien und macht tief­trau­ri­ge Musik mit Postrock- und New-Wave-Einflüssen; das klingt also, anders aus­ge­drückt, unge­fähr so, als hät­ten sich die Tindersticks mit durch Rauschmittel in Trance gesetz­ten The Cure zusam­men­ge­tan, nur ganz anders. Im Hintergrund pas­siert eine Menge, von dem man nichts mit­be­kommt, wenn man den Fehler macht und sich auf den Gesang kon­zen­triert, und das Gegenteil führt natür­lich zu einem ähn­li­chen Ergebnis. „The Heritage“ ist spit­ze, und man ent­deckt immer wie­der neue Nuancen. Es pas­siert nicht viel, und gera­de das ist das Reizvolle an die­ser Art von Musik. Der Expressionismus hat ein Sprachrohr gefun­den. Dringend emp­foh­len: Vorher tief durchatmen.

    Konsum:
    Als Stream steht das voll­stän­di­ge Album auf Denovali.com zum kosten­lo­sen Anhören und Mitschneiden bereit; wer Tonträger bevor­zugt, kann die CD bei Denovali Records für wenig Geld käuf­lich erstehen.

  2. atlan­tis - San Diablo EP

    Ich gebe es zu: Dieser Tonträger hat mich digi­tal entjungfert.
    Will sagen: Ich bin, wie eini­ge von euch wis­sen, ein Freund von phy­si­schen Tonträgern und habe an öden Bits ohne art­work nur sel­ten Freude.Nun aber ist der/die/das „San Diablo EP“ von atlan­tis aus­schließ­lich als „DigiBuy“ erhält­lich, also für ein wenig Kleingeld erhält man einen Coupon, mit dem man die Musik her­un­ter­la­den kann, wahl­wei­se im MP3- oder in einem ver­lust­frei­en Format und, so weit ich das sehen kann, ohne stö­ren­de DRM- oder son­sti­ge Beschränkungen.

    Und die Musik geht gut ab: Ambient-arti­ge Klangstrukturen (Mongoose vs. Cobra) tref­fen auf Noise- und Postrockwände, selbst die Nine Inch Nails (Welcome home San Diablo) sind nicht fern. Leider dau­ert das Vergnügen nur wenig mehr als 24 Minuten, aber das ist für eine/einen/ein EP, wie ich mei­ne, durch­aus zu verschmerzen.

    Konsum:
    Zu einem frei wähl­ba­ren Preis ab 2 Euro ist der Coupon hier erhältlich.

  3. Masske - The Earth That Breathed

    Drittens und schließ­lich dann noch etwas abge­dreh­te­re postrock­ar­ti­ge Musik von Masske, wie­der­um aus Großbritannien. Der Eigenbeschreibung („Densely laye­red gui­tar form rhyth­mic psy­che­de­lia that is at once fran­tic and pre­me­di­ta­ted.“) ist eigent­lich nichts hin­zu­zu­fü­gen, ich zitie­re trotz­dem mal:

    Die Vertonung der Apocalypse mit Hilfe von Gitarre, Effekten und Synthies. (…) Fette Beats und eine Menge düste­re Effekte frä­sen sich in das Ohr des Verschwörungstheoretikers. Hört mal rein, lohnt sich für Freunde von Massive Attack , NIN und Konsorten.

    Neugierig gewor­den?

    Konsum:
    „The Earth That Breathed“ ist auf der Internetpräsenz von Wise Owl Records und natür­lich auch via eMule zu beziehen.

Neben obi­gen gran­dio­sen Werken gab es im Jahr 2009 auch schon eini­gen Murks, der von ver­schie­de­nen Musikblogs und ihren Kommentatoren aus für mich per­sön­lich völ­lig unver­ständ­li­chen Gründen in die Liste der besten Alben 2009 gewählt wur­de. Vier Vertreter die­ser Gattung, die mich trotz der all­ge­gen­wär­ti­gen Lobeshymnen besten­falls gelang­weilt haben, fol­gen zur Abschreckung:

Teil 4: Mitbringsel für unge­lieb­te Bekannte.

  1. Eels - Hombre Lobo
    Eintöniges Geschrammel und ein­schlä­fern­der Gesang mit ner­vi­ger Stimme. Ist das heu­te „in“? Na, danke.
  2. Portugal. The Man - The Satanic Satanist
    Ich höre Stagnation. War der Vorgänger „Censored Colors“ noch lobens­wert, so ist „The Satanic Satanist“ deut­lich zu kurz und lässt dem Hörer viel zu wenig Zeit. Als EP zu „Censored Colors“ hät­te es mir viel­leicht sogar eine posi­ti­ve Wertung abrin­gen kön­nen, aber außer dem gleich­falls viel zu kur­zen Sit Back and Dream ist die­ses Album schlicht über­flüs­sig. (Vielleicht das schlimm­ste Attribut, das man einem Album anhef­ten kann.)
  3. Muse - The Resistance
    Aua! Wegmachen, schnell! Fort mit der Scheibe! Aspirin! Hilfe!
  4. The Raveonettes - In And Out Of Control
    Was ist das denn? The Raveonettes haben mehr­fach erfreu­li­che Alben mit Anspruch ver­öf­fent­licht, und jetzt ärgern sie mich mit so einem radio­kom­pa­ti­blen Mist. Schade drum, gibt kei­ne Kaufempfehlung.

Zum Abschluss, bevor mir noch der Schaum vom Mund tropft, stei­gen wir lie­ber noch mal in unse­re Zeitmaschine und schau­en, wie es in den letz­ten 40 Jahren in der Musikwelt aus­sah. Was hat­ten die Jahrzehnte zu bieten?

Teil 5: Neues von gestern.

  • Vor 40 Jahren:
    Van der Graaf Generator - The Aerosol Grey Machine
    Im Jahr 1969 wag­te man noch Experimente. Die New Yorker Band The Koala, die, um skur­ri­ler zu wir­ken, ihren Namen bewusst austra­lisch klin­gen ließ, nahm ihr selbst­be­ti­tel­tes Album, das ihr ein­zi­ges blei­ben soll­te, auf und leg­te so einen Grundstein für vie­le spä­te­re Stoner-Rock-Bands wie Colour Haze, in München spiel­te die von Drogen befeu­er­te Künstlerkommune Amon Düül hin und wie­der gemein­sam psy­che­de­li­sche Musik, die spä­ter „Krautrock“ genannt wer­den soll­te, und die neu gegrün­de­te Studentenband Van der Graaf Generator war auf der Suche nach ihrer Identität. Schon das im Folgejahr erschei­nen­de „The Least We Can Do Is Wave to Each Other“ hat nichts mehr mit der blu­mi­gen Hippie-Atmosphäre gemein, die „The Aerosol Grey Machine“ aus­macht und die­ses Album so aus dem übri­gen Werk der Band abhebt. Der jun­ge Peter Hammill sang über ver­flos­se­ne Liebe und Hoffnung. Afterwards bleibt mit sei­ner Orgeluntermalung und sei­nem dezen­ten Schlagzeugeinsatz bis heu­te eins der schön­sten Stücke von Van der Graaf Generator.
  • Vor 35 Jahren:
    King Crimson - Red
    Nach fünf Jahren andau­ern­der Besetzungswechsel und sechs Studioalben beschloss Robert Fripp, den kar­me­sin­ro­ten König erst ein­mal schla­fen zu legen. Zum Abschluss gab es mit „Red“ das wohl kraft­voll­ste Werk der nach ein­hel­li­ger Meinung besten King-Crimson-Besetzung, das einen unge­fäh­ren Eindruck vom Potenzial des Trios und sei­ner zahl­rei­chen Gastmusiker - dar­un­ter Mel Collins, der spä­ter für Harald Schmidt ins Saxofon blies - ver­mit­tel­te. Das sah auch Steven Wilson (Porcupine Tree) so, der, wäh­rend ich die­se Zeilen schrei­be, gemein­sam mit Robert Fripp alle Alben bis „Three Of A Perfect Pair“ (1984) digi­tal ent­staubt und nach und nach ver­öf­fent­licht. „Red“ ist eines der ersten drei, die schon erschie­nen sind. Nach „Red“ kam lan­ge nichts mehr, was den Namen King Crimson ver­dient hät­te. Schade eigentlich.
  • Vor 25 Jahren:
    Univers Zero - Uzed
    Sicher waren die 80-er Jahre ein Jahrzehnt, auf das die Musikwelt im Nachhinein auch gut hät­te ver­zich­ten kön­nen; abseits vom Plastik-Mainstream stand fast nur noch die Avantgarde. Mit Univers Zero schick­te sie aber durch­aus star­ke Vertreter ins Rennen, die sich nicht schlecht mach­ten. Beeinflusst von Zeuhl- und Freejazz-Bands wie Magma und Art Zoyd ver­öf­fent­lich­ten sie 1984 eine Platte, die den­noch eine gro­ße Eigenständigkeit besitzt. Instrumentaler, von Bass und Schlagzeug getrie­be­ner Freejazz frisst sich ins Ohr des Hörers und bleibt dort nicht lan­ge haf­ten, das wäre ein Zeichen für Eintönigkeit; nein, hin­ter jedem Takt, den Univers Zero spie­len, kann die näch­ste Überraschung war­ten. Psychedelisch, ele­gisch, dann wie­der druck­voll und fröh­lich - so viel Abwechslung hat­te der Freejazz seit King Crimsons „Lizard“ nicht mehr zu bieten.
  • Vor 20 Jahren:
    Can - Rite Time
    Gegen Ende des Plastikjahrzehnts besann man sich in der Musikwelt wie­der auf alte Werte. Man hat­te end­lich auch selbst die Nase voll von den Synthie- und Keyboardklängen, die aus jedem Lied trief­ten, nur Robert Fripp, der King Crimson gera­de wie­der ein­mal auf Eis gelegt hat­te, schwamm wie gewohnt gegen den Strom und ver­öf­fent­lich­te Neuauflagen sei­ner 1980 und 1981 gemein­sam mit The League of Gentlemen und Gastmusikern wie David Byrne (Talking Heads) ein­ge­spiel­ten Discoplatten. Die Pixies lie­ßen die Massen zu ihrem Überwerk Doolittle die Köpfe schüt­teln, und in Köln fand sich die Krautrockband Can wie­der in der Urbesetzung zusam­men. Nachdem man gegen Ende der 70-er Jahre mit dem Ausstieg von Damo Suzuki (1974) und Holger Czukay (1978) der musi­ka­li­schen Avantgarde abge­schwo­ren hat­te und sich unter der Obhut der Plattenfirma EMI ver­ge­bens den kom­mer­zi­el­len Erfolg zu errei­chen such­te, hat­te man es gegen Mitte der 80-er Jahre satt, Däumchen zu dre­hen, und so fand sich erst­mals seit 1970 das Gründerquintett mit Sänger Malcolm Mooney zu einer ein­ma­li­gen Reunion zusam­men. Heraus kam das letz­te avant­gar­di­sti­sche Krautrock-Album des 20. Jahrhunderts, das anschlie­ßend uner­reicht blei­ben soll­te. Michael Karoli ver­starb 2001.
  • Vor 10 Jahren:
    dEUS - The Ideal Crash
    Die 90-er Jahre waren - auch „dank“ Oasis und Blur - das Jahrzehnt des Indie-Poprock. Aus der Masse der immer ähn­lich klin­gen­den Kopierbands eine her­aus­zu­picken, die einer beson­de­ren Erwähnung bedürf­te, ist nicht leicht, also erwei­te­re ich den Suchkreis und wer­de fün­dig: Die bel­gi­sche Band dEUS ver­öf­fent­lich­te 1999 ihr drit­tes Album „The Ideal Crash“, das schwer zu beschrei­ben ist. Anders als vie­le ande­re Indiebands zur glei­chen Zeit bedien­ten sie sich nicht bei den Beatles, son­dern ent­wickel­ten ihren eige­nen Stil, der sich aus Stilelementen der spä­ten The Velvet Underground, Placebo und The Verve zusam­men­setzt. Wenn man heu­te die Neunziger kopie­ren möch­te, dann doch bit­te so!

Und schon sind wir wie­der am Ende.
Vielleicht ist eini­gen von euch, lie­be Leser, die­se Liste wie­der ein Kaufanreiz oder zumin­dest eine Inspiration, viel­leicht geht sie auch ein­fach unbe­ach­tet an euch vor­bei; mir jeden­falls hat es Spaß gemacht, ein wenig in den Archiven zu wühlen.
Die Fortsetzung folgt, wie gewohnt, im Sommer 2010, falls bis dahin die Welt nicht schon wie­der untergeht.

Danke fürs Lesen!

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Senfecke:

  1. So, jetzt habe ich alles durch­ge­le­sen. Hut ab. Ein sehr schö­ner und lesens­wer­ter Beitrag zum Ende des Jahres. Und der erste auf die­sem Blog, den ich halb­wegs ver­stan­den habe, ohne bun­te Pillen ein­zu­schmei­ssen. Abgesehen von Teil 2 (fin­de ich alle­samt rich­tig Scheisse) eine sehr inter­es­san­te und infor­ma­ti­ve Rückschau. Respekt, mein Lieber.

  2. ja! noch bevor ich eine ein­zi­ge zei­le gele­sen habe, weiß ich schon jetzt, dass ich mich nun mit einer kri­tik beschäf­ti­gen wer­de, bei der sich das lesen lohnt. ich freue mich dar­auf. auf geht’s!

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