Der durch wirres Gestammel (“kennta, kennta”) leider bekannt gewordene Comedian Witzbold Mario Barth durfte auf irgendeinem Quatschsender (ausschnittsweise zitiert auf SPON, das als Quelle für den folgenden Text dient) sein Humorverständnis illustrieren, und er sprach also wie folgt:
Harald Schmidt ist für mich die größte Pfeife unter Gottes Sonne.
Kennt ihr den?: Setzt sich eine Fliege in einen Misthaufen, sagt der Misthaufen zur Fliege: “Du stinkst!”
Ein ignoranter, alter, zorniger Mann, der nur noch die GEZ-Gebühren einstreicht.
So viel Inhalt auf so engem Raum bedarf einer ausführlicheren Analyse:
Barth nennt Schmidt “ignorant”, “alt” und “zornig”. Was er, Barth, mit “ignorant” meint, lässt der Text offen, aber zumindest “alt” und “zornig” verwendet er offenbar als negatives Kriterium. Dass Harald Schmidt ein alter Mann geworden ist, mag in der Natur liegen, und dass Mario Barth das nicht gut findet, zeigt doch immerhin eindrucksvoll, auf welchem Niveau sein Humor sich bewegt.
Mit “Zorn” scheint Barth auch ausschließlich negatives zu assoziieren, was jedenfalls mich erstaunt:
Barth bezeichnete sich als Kabarett-Fan.
Zorn ist ein wichtiger Bestandteil des politischen Kabaretts und oft ein wichtiger Katalysator und auch Motor für selbiges. Wenn Barth Kabarett auf nur in geringen Dosen nicht albern wirkende Humoristen wie Florian Schroeder (“finde ich klasse”) und Mathias Richling (“auch”) beschränkt, wäre jedenfalls in meinen Augen die logische Konsequenz eine Nennung von Oliver Pocher.
Sollte Herr Barth hier zufällig einmal reinschauen, so möchte ich ihm dazu raten, sich einen Auftritt von Georg Schramm (unter anderem im Ensemble von “Neues aus der Anstalt”, GEZ-finanziert) anzusehen und dann gegebenenfalls seine negative Meinung von Zorn im politischen Kabarett — das der von ihm getadelte Schmidt ja noch immer praktiziert! — zu revidieren.
Und apropos GEZ: Was ihn, Barth, der als Werbeträger und Privatsendervertragspartner primär von den niederen Instinkten der Konsumenten finanziert wird, daran stört, dass Harald Schmidt seine Bezahlung immerhin seinem eigenen Publikum zu verdanken hat, ist mir trotz Nachdenkens auch noch immer nicht klar geworden. Wer kann helfen?
Seine Brüder seien ganz ruhig, er hingegen schon immer sehr aktiv gewesen. “Früher hat man mir einen Fußball gegeben.”
Gebt dem Mann seinen Fußball zurück!
(Lustig und auch noch im weiteren Sinne themenbezogen, da auch auf SPON entdeckt: Die automatische Twitter-Ausdruckmaschine. Hat was.)

Frauen sind scheiße…kennta? kenntas? Wenn ne Frau mal wieder sagt: “Schaaaatz? Ich liebe dich und alles, aber ich will jetzt mal wieder Fremdvögeln, habs es schon seit mindestens 2 Wochen nicht mehr gemacht” — Sagt er so: “oh.”
DAS IST MEIN LADEN!
Ich bin bereits zwei Mal zur Harald-Schmidt-Show nach Köln-Mülheim gefahren. Allerdings begab sich dies zu einer Zeit , als noch das alte Team zusammenarbeitete: Harald, Manuel, Suzana und Helmut. Damals hatte ich auch keine einzige Show verpasst. Das war so eine Art Kult. Heute würde mir ein Besuch der Show nicht im Traum einfallen.
Was M. Barth angeht, kann ich dem hier Beschriebenen nur zustimmen. Das gilt aber gleichsam für fast alle Stand-Up-Commedians der ProSiebenSat1 Gruppe und ihrer Gleichgesinnten.
Wenn sie es wenigstens ankündigen würden täten!
Das kann ich so bestätigen, aber mit dem Wechsel zur ARD hat mir irgendwas gefehlt, und die Sendungen mit Pocher habe ich mir aus Überzeugung nie angetan. Vorletzte Woche habe ich mal wieder eine Folge (ausschnittsweise) gesehen, und ich stelle mit Freude fest, dass er wieder zynischer wird. Vielleicht liegt’s am Alter?
Es ist alles Geschmackssache. Deshalb mag hier ausdrücklich dahingestellt sein, ob ich Pocher persönlich mag oder nicht. Er ist an sich rhetorisch gar nicht so übel. Er beherrscht auch eine gewisse Situationskomik. Aber er muss ein bestimmtes Publikum ansprechen. Ich habe mir mal eine Sendung seiner neuen Late-Night angesehen. Als ich all die Hirntoten im Publikum sitzen sah, war mir vorab klar, dass diese Show nichts für mich sein wird. Das bestätigte die Show dann auch inhaltlich. Sicherlich ist es tatsächlich auch eine Sache des Alters.
Was Schmidt angeht: Wenn man auf der Höhe des Erfolges ist und die Sache zu Ende geht, sollte man aufhören, um so dem Publikum in Erinnerung zu bleiben…es sei denn, man braucht die Kohle. Das dürfte bei Schmidt aber wohl kaum der Fall sein. Jedesmal, wenn ich die Sendung in der ARD sehe, tränen mir die Augen und ich schwelge am darauf folgenden Samstag mit Leidesgenossen in der Markthalle in H in Erinnerungen.
Warum siehst du sie dir dann an?
Er hatte ja mehrfach angekündigt, jetzt endgültig aufhören zu wollen. Ich verstehe es auch nicht.
Ich kann nicht anders! Die Hoffnung stirbt zuletzt. :oops:
Naivling!
Frau!