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Heu­te ist Schwei­zer Toch­ter­tag. Der Sohn­tag fällt aus. (inkl. Nach­be­mer­kung zu Robert Enke)

Peter hat’s geschafft. Auch er schrieb über die Cau­sa Robert Enke und nutz­te den Anlass, über die Ver­gäng­lich­keit des eige­nen Lebens zu sin­nie­ren. Ich alter Starr­kopf hat­te wie­der, noch im Fluss von mei­nem eige­nen Bei­trag zum The­ma, nur die media­le Aus­ufe­rung des Fal­les im Sinn. Mea cul­pa.

Und nun, da ich einen Tag lang selbst über die Fra­ge nach­ge­dacht habe, ob es einem Unbe­tei­lig­ten über­haupt mög­lich ist, sich eine Situa­ti­on vor­zu­stel­len, in der man bereit ist, das Gewe­se­ne von einem Moment auf den näch­sten mög­lichst kurz und schmerz­los zu been­den, kommt mir dann doch auch wie­der das alte Lied der Toten Hosen in den Sinn:

Jeden Tag stirbt ein Teil von dir,
jeden Tag schwin­det dei­ne Zeit,
jeden Tag ein Tag, den du ver­lierst,
nichts bleibt für die Ewig­keit.

Wich­tig ist nicht, was vom Leben bleibt. Du fabri­zierst Tex­te, du ver­schwen­dest vie­le Byte im vir­tu­el­len Raum, und wenn du Pech hast, kann die auch in zwei­hun­dert Jah­ren noch jemand ent­zif­fern. Nichts ist so alt wie die Zei­tung von gestern.

Für den Augen­blick leben. Nie­mand weiß, was in fünf Minu­ten sein wird. Lang­fri­sti­ge Pla­nun­gen sind opti­mi­sti­sche Hoff­nun­gen und Träu­me. Wenn sie plat­zen, fällt das Kar­ten­haus zusam­men. Woh­nen wir aber nicht in einem Kar­ten­haus, son­dern zie­hen in ein Zelt, hin­dert uns nur wenig dar­an, es jeder­zeit ein­zu­rol­len und woan­ders wie­der auf­zu­bau­en.

Müs­sen wir der Nach­welt etwas hin­ter­las­sen? Will die Nach­welt das über­haupt? (Der Nach­welt nicht hin­ter­las­sen möch­te ich jeden­falls mat­schi­ge Über­re­ste, die sie von einem Ver­kehrs­mit­tel krat­zen müs­sen. Sui­zi­de mit mög­lichst vie­len unschul­dig Geschä­dig­ten sind für mich nicht erstre­bens­wert.)

Es ist wich­tig, ande­ren Men­schen etwas zu bedeu­ten. Ob sich drei Gene­ra­tio­nen spä­ter die Kin­der auf der Stra­ße über mei­ne Nase lustig machen oder in der Schu­le mei­ne Tex­te lesen, ist zweit­ran­gig. Ein­mal am Tag auf­sprin­gen und laut „Ja! Das ist das Leben!“ rufen zu kön­nen – das ist es, was Glück­lich­sein aus­macht. Dies zu errei­chen ist ein Ide­al und das Leben der Weg dort­hin.

Ent­schul­di­gung, ich schwei­fe ab. Bevor das wei­ter aus­ar­tet, nur mal eben kurz ver­linkt und zitiert:

(…) Stän­dig gibt es zusätz­li­che Umer­zie­hungs­maß­nah­men für Män­ner, nach­dem sich die bis­he­ri­gen Frau­en­för­de­rungs­in­stru­men­te als wenig hilf­reich erwie­sen haben.

Män­ner sol­len zu Frau­en umer­zo­gen wer­den. Frau­en sol­len in Män­ner­do­mä­nen vor­sto­ßen. Das Ziel ist die tota­le Gleich­heit der Geschlech­ter. Dahin­ter steckt der Plan, die Fami­lie als Fun­da­ment mensch­li­chen Zusam­men­le­bens zu ent­sor­gen, weil nur so der neue Mensch geschaf­fen wer­den kann, der sich von Geburt an in die neo­so­zia­li­sti­sche Gemein­schaft ein­fügt.

Die­sem Ziel dient der deut­sche „Girl’s Day“ eben­so wie der Toch­ter­tag, den die Schwei­zer heu­te zele­brie­ren. Bei den Eid­ge­nos­sen geht es beson­ders gleich­be­rech­tigt zu: Wäh­rend die Mäd­chen heu­te frei bekom­men, müs­sen die Jun­gen mit Sank­tio­nen rech­nen, wenn sie dem Unter­richt fern­blei­ben. Da ler­nen die klei­nen Eid­ge­nos­sen gleich von Beginn an, was „Gleich­be­rech­ti­gung“ wirk­lich bedeu­tet (…).

Immer wie­der schön zu sehen, dass nicht nur Deutsch­land nahe­zu voll­stän­dig bekloppt ist.