Ich würde mich an dieser Stelle gern über die katholische Kirche lustig machen, aber das könnte teuer werden. Ihre Vertreter sind nämlich zwar nicht bereit, aufzuhören, sich an Knaben zu vergehen, aber sie haben was dagegen, dass man darüber berichtet:
Gestern machte die Süddeutsche Zeitung bekannt, wie ein katholischer Würdenträger aus dem Bistum Regensburg Hinweise auf Kindsmissbrauch mit Abmahnungen erstickte. Der Fall eines Marburger Bloggers deutet darauf hin, dass dies kein Einzelfall gewesen sein könnte.
Ich bin bekanntlich ein eher friedliebender Mensch, dem es grundsätzlich erst einmal missfällt, mit martialischen Phrasen seine Abneigung kundzutun, aber in diesem Fall geht mir (Peter möge mir verzeihen, dass ich diese Formulierung adaptiere) das Messer in der Tasche auf. Könnte bitte endlich jemand mit ausreichend Einfluss anregen, diesem Verein von potenziell gefährlichen, rückständigen Spinnern den Status als „Religion“ abzuerkennen?
Mir graust es selbst vor Scientology weniger, die sind wenigstens einigermaßen harmlos.
Apropos grausig: Nachdem das diesjährige „Echo“-Schaulaufen einigermaßen unspannend vorüberging, steht nun, wie meine Schwester vor einigen Stunden in Erinnerung rief, die „Oscar“-Verleihung ins Haus; soll heißen: Die internationale Geldelite lässt sich fotografieren und für die Arbeit Dritter rühmen, es werden inhaltsleere Reden gehalten, anstelle derer auch ein schlichtes Fressehalten keinesfalls weniger Mehrwert einbrächte, und die Fachpresse wird am nächsten Tag, noch ganz aus dem Häuschen, darüber berichten, wie furchtbar bzw. prima eine Person, über die es ansonsten offenbar also wenig zu schreiben gäbe, wieder gekleidet war. Die Gewinner – meist die mit dem geringsten kulturellen Beitrag – werden ihr schiefes, künstliches Lächeln und ihre schiefen, künstlichen Gliedmaßen bis dahin in zahlreiche Kameras halten, und Zehntausende werden vor dem Fernseher sitzen und staunen, und es würde ihnen nicht einmal auffallen, wenn man stattdessen heimlich die Ausstrahlung von 2009, 2008 oder noch früheren Jahren vorspielte, was ja, eigentlich, auch ein gelungener Scherz wäre.
(Pro Sieben ist auch so ein Sender, den man an manchen Tagen besser meiden sollte.)














