In den Nachrichten
Hei­li­ge Stoppschilder

Ich wür­de mich an die­ser Stel­le gern über die katho­li­sche Kir­che lus­tig machen, aber das könn­te teu­er wer­den. Ihre Ver­tre­ter sind näm­lich zwar nicht bereit, auf­zu­hö­ren, sich an Kna­ben zu ver­ge­hen, aber sie haben was dage­gen, dass man dar­über berich­tet:

Ges­tern mach­te die Süd­deut­sche Zei­tung bekannt, wie ein katho­li­scher Wür­den­trä­ger aus dem Bis­tum Regens­burg Hin­wei­se auf Kinds­miss­brauch mit Abmah­nun­gen erstick­te. Der Fall eines Mar­bur­ger Blog­gers deu­tet dar­auf hin, dass dies kein Ein­zel­fall gewe­sen sein könnte.

Ich bin bekannt­lich ein eher fried­lie­ben­der Mensch, dem es grund­sätz­lich erst ein­mal miss­fällt, mit mar­tia­li­schen Phra­sen sei­ne Abnei­gung kund­zu­tun, aber in die­sem Fall geht mir (Peter möge mir ver­zei­hen, dass ich die­se For­mu­lie­rung adap­tie­re) das Mes­ser in der Tasche auf. Könn­te bit­te end­lich jemand mit aus­rei­chend Ein­fluss anre­gen, die­sem Ver­ein von poten­zi­ell gefähr­li­chen, rück­stän­di­gen Spin­nern den Sta­tus als „Reli­gi­on“ abzuerkennen?

Mir graust es selbst vor Sci­en­to­lo­gy weni­ger, die sind wenigs­tens eini­ger­ma­ßen harmlos.


Apro­pos grau­sig: Nach­dem das dies­jäh­ri­ge „Echo“-Schaulaufen eini­ger­ma­ßen unspan­nend vor­über­ging, steht nun, wie mei­ne Schwes­ter vor eini­gen Stun­den in Erin­ne­rung rief, die „Oscar“-Verleihung ins Haus; soll hei­ßen: Die inter­na­tio­na­le Gel­de­li­te lässt sich foto­gra­fie­ren und für die Arbeit Drit­ter rüh­men, es wer­den inhalts­lee­re Reden gehal­ten, anstel­le derer auch ein schlich­tes Fres­se­hal­ten kei­nes­falls weni­ger Mehr­wert ein­bräch­te, und die Fach­pres­se wird am nächs­ten Tag, noch ganz aus dem Häus­chen, dar­über berich­ten, wie furcht­bar bzw. pri­ma eine Per­son, über die es ansons­ten offen­bar also wenig zu schrei­ben gäbe, wie­der geklei­det war. Die Gewin­ner – meist die mit dem gerings­ten kul­tu­rel­len Bei­trag – wer­den ihr schie­fes, künst­li­ches Lächeln und ihre schie­fen, künst­li­chen Glied­ma­ßen bis dahin in zahl­rei­che Kame­ras hal­ten, und Zehn­tau­sen­de wer­den vor dem Fern­se­her sit­zen und stau­nen, und es wür­de ihnen nicht ein­mal auf­fal­len, wenn man statt­des­sen heim­lich die Aus­strah­lung von 2009, 2008 oder noch frü­he­ren Jah­ren vor­spiel­te, was ja, eigent­lich, auch ein gelun­ge­ner Scherz wäre.

(Pro Sie­ben ist auch so ein Sen­der, den man an man­chen Tagen bes­ser mei­den sollte.)

Internes
Ein Bei­trag über Bei­trä­ge (apro­pos Webzweinull)

(Weil es eben den Men­schen nicht um das Was, son­dern um das Wie geht und man als Schrei­ber­ling so eigent­lich schrei­ben kann, was man will; und weil es eben nicht wich­tig ist, ob man öffent­lich sein Herz aus­schüt­tet oder aus­kippt oder ein­fach nur irgend­wel­che Belang­lo­sig­kei­ten nie­der­schreibt, son­dern wie man es ver­kauft. Leid­lich amü­sant darf’s sein, muss aber nicht. Die Zeit der Twit­ter­walls und sons­ti­ger Schnell­be­schal­lung, schnell statt gedan­ken­voll, Ster­ne statt Lese­zei­chen, 140 Zei­chen statt 140 Sät­zen. Zusam­men­fas­sung gern, mehr als einen Absatz lesen wir dann spä­ter, Zeit ist kein Geld mehr, aber lie­ber zehn Tweets als einen klu­gen Gedan­ken zitie­ren, ach, faven. Frü­her war mehr Herz­blut. Bana­li­tä­ten zu Pop­kul­tur erklä­ren und dabei ver­ges­sen, die Pop­kul­tur näher zu defi­nie­ren, oder es ein­fach nur so unter­las­sen. Gerühmt wird Prä­gnan­tes, igno­riert sol­ches, das nicht in sei­ner Über­schrift schon sei­ne Bril­li­anz ver­rät. Lesen ist was für alte Säcke, ’s Leben wird nicht län­ger. Ach. Viel­leicht soll­te ich statt­des­sen mehr twittern.)

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PolitikIn den Nachrichten
Da hilft nur noch mehr Hubschraubereinsatz!

Apro­pos „Blin­de spre­chen über Farben“:

In genau einer Woche jährt sich der bis­lang letz­te Amok­lauf in Win­nen­den. Da liegt doch nur wenig näher, als dass mal wie­der ein Kon­ser­va­ti­ver sein Gesicht in der Pres­se sehen will und ein wenig über „Kil­ler­spie­le“ refe­riert:

„Kil­ler­spie­le hal­te ich für abar­tig und gefähr­lich. Da soll­ten wir mit einem Ver­bot ernst machen.“

Ich hal­te die CDU für abar­tig und gefähr­lich, aber ein Ver­bot wür­de ihre ver­que­re Denk­wei­se nicht aus den Köp­fen ver­trei­ben, also wäre es zweck­los, ein sol­ches zu for­dern; zumal sie oft gera­de­zu pro­gres­si­ve Ideen hat, ohne die unser Land längst vor die Hun­de gegan­gen wäre (und so):

Das Gesetz sei unter dem Ein­druck der Ereig­nis­se von Win­nen­den und Wend­lin­gen noch­mals ver­schärft wor­den. „Ich mei­ne, wir soll­ten jetzt erst ein­mal schau­en, wie sich das im Juli 2009 ver­schärf­te Waf­fen­recht aus­wirkt“, sag­te der Minister.

Und bis es so weit ist, bis man es also geschaut hat, soll es erst ein­mal den wirk­li­chen Gefah­ren an den Kra­gen gehen. Nicht näm­lich sei die Ver­füg­bar­keit von Waf­fen von Bedeu­tung, son­dern es sei­en die Com­pu­ter­spie­le, die Men­schen ande­re Men­schen töten las­sen. Ein Waf­fen­ver­bot hät­te auch kei­ner­lei Sinn, denn:

„Natür­lich ist die Ver­füg­bar­keit von Waf­fen ein Risi­ko­fak­tor auch für Amok­ta­ten. Aber man muss auch sehen, dass es in kei­nem Bereich hun­dert­pro­zen­ti­ge Sicher­heit und hun­dert­pro­zen­ti­gen Schutz gibt. (…)“

Wäre der Besitz von Schuss­waf­fen straf­bar, wür­den all die Kil­ler­spie­ler eben mit irgend­et­was ande­rem Amok lau­fen, das sagt ja das Wort „Kil­ler­spie­ler“ schon; es heißt ja aus einem ähn­li­chen Grund auch nicht „Kil­ler­waf­fen“, da besteht doch offen­sicht­lich ein Zusam­men­hang. Außer­dem läuft nicht jeder Amok, der eine Waf­fe hat, also hat das damit gar nichts zu tun; wäh­rend jeder, der am Com­pu­ter der Bal­lis­tik frönt, bereits einer Tötungs­ab­sicht nach­geht, und sei’s nur Schach, jawollja.

„Waf­fen brin­gen nie­man­den um – aber ich.“
– UHF – Sen­der mit beschränk­ter Hoffnung

In den Nachrichten
Da hilft nur noch Hubschraubereinsatz!

Nun, da dank der Abschaf­fung der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung bald wie­der nahe­zu anar­chis­ti­sche Zustän­de wie vor ihrer Inkraft­tre­tung 2008 (das war ja eine gera­de­zu fürch­ter­li­che Zeit damals!) herr­schen, wird auch die Anzahl der vir­tu­el­len Delik­te gera­de­zu explodieren!

Fol­ge­rich­tig for­dert die deut­sche Poli­zei­ge­werk­schaft 3.000 neue „Cyber­cops“, was immer damit gemeint sein mag, um „rechts­freie Räu­me“ im Inter­net ein­zu­däm­men; wo doch die­ses Ind… Inta… Inter­net selbst schon ein rechts­frei­er Raum ohne Geset­ze ist, das kann so nicht blei­ben! Wo bleibt eigent­lich die Sen­de­zeit­re­ge­lung für’s Internet?

Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um müs­se nun schnell ein Gesetz auf den Weg brin­gen, „das uns als Kri­mi­na­lis­ten wie­der hand­lungs­fä­hig macht“.

Wenn Inter­net­dienst­leis­ter nicht mehr ver­pflich­tet sind, Daten län­ger als nur weni­ge Mona­te zu spei­chern, müs­sen Kri­mi­na­lis­ten ja womög­lich umge­hend auf Ver­dachts­mo­men­te reagie­ren. Wie stel­len die Leu­te sich das nur vor?

Das muss eine Ver­schwö­rung sein. Wer pro­fi­tiert denn von dem Ende der Datenspeicherung?
Allein die isla­mi­sche Raub­ko­pi­er- und Kinderschändermafia!

Wo ist nur das Mili­tär, wenn man es mal wirk­lich braucht?

MusikSonstigesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Auch Ihnen einen puten Tag.

Ach, in die­sem Jahr ist ja schon wie­der so eine komi­sche Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft geplant, dies­mal erfreu­li­cher­wei­se auf einem ande­ren Kon­ti­nent. Die Chan­ce, hier­zu­lan­de weit­ge­hend von grö­len­den Idio­ten mit gestreif­ten und unsicht‑, dafür aber riech­ba­ren Fah­nen ver­schont zu wer­den, bevor die deut­sche Natio­nal­mann­schaft* ver­dient aus dem Spiel fliegt bzw. dann doch eher stol­pert, ist den­noch lei­der eini­ger­ma­ßen gering, und so soll­te der zynis­mus­be­geis­ter­te Mensch schon jetzt mög­li­che Bewäl­ti­gungs­ar­ten in Erwä­gung ziehen.

Eine künst­le­risch wert­vol­le sol­che, die oben­drein auch unal­ko­ho­li­siert einen posi­ti­ven Unter­hal­tungs­wert zu bie­ten ver­mag, ist die­se hier:

Hihi.

(* – Memo an mich selbst: Bei­zei­ten her­aus­fin­den, wie eigent­lich die weib­li­che Fuß­ball­staats­elf von den Sexis­tin­nen bezeich­net wird.)


Die Höl­le ver­liert ihren Sinn,
denn wir kom­men alle hin,
und jeder Krieg ist Mord;
„Lie­be“ ist nur ein Wort.

Dies inter­pre­tier­te die Rock­grup­pe Dros­sel­bart 1970 auf ihrem ansons­ten eigent­lich viel zu sakral betex­te­ten un- bzw. selbst­be­ti­tel­ten Album.

Ich sach’s mal so: Jo, passt.


Hübsch auch: „Puten Tag!“ wünscht die Auf­schrift eines Geflü­gel­ver­käu­fer­stan­des auf dem Wochenmarkt.
Dan­ke, lie­ber Geflügelverkäuferstand!

Persönliches
Impf­kreu­zung. (Es erwach­te die Menschlichkeit.)

Nicht ohne Belus­ti­gung wur­de ich heu­te, in all­zu gewöhn­li­che Gedan­ken ver­sun­ken, mit­tels krä­hen­der Kon­ver­sa­ti­on auf die Gegen­wart deut­lich jün­ge­rer Zeit­ge­nos­sen auf­merk­sam gemacht, die in dem von mir benutz­ten Ver­kehrs­mit­tel her­um­toll­ten. (Machen die das eigent­lich mit Absicht?) Das Sod­bren­nen, das sich prompt ein­stell­te, hin­der­te mich nicht dar­an, dem Spiel auf­merk­sam zu folgen.

Wie es hieß, brach­te ich nicht in Erfah­rung, aber der Zweck des Spie­les schien es zu sein, dass durch Akkla­ma­ti­on zunächst ein Mit­spie­ler aus­ge­wählt wur­de, der dran war. Des­sen Auf­ga­be war es anschlie­ßend, die­ses Dran­sein durch Berüh­ren eines Mit­spie­lers und erstaun­lich inde­zen­te Erwäh­nung des Wor­tes „Schwei­negrip­pe“ einem jeweils ande­ren Mit­spie­ler auf­zu­tra­gen, dem dann sei­ner­seits die glei­che Auf­ga­be zuteil wurde.

Die Schwie­rig­keit die­ses bis hier­hin recht sim­pel erschei­nen­den Spiels war es, dass ledig­lich nicht geimpf­te Spie­ler dran sein konn­ten. Geimpft war ein Spie­ler, wenn er belie­bi­ge Glied­ma­ßen kreuz­te, was er anschei­nend jeder­zeit nach Gut­dün­ken tun und unter­las­sen konn­te; fol­ge­rich­tig kräh­te mir ein Zwei­ein­halb­kä­se­hoch nach bei­na­her Dran­wer­dung „Ich bin geimpft, ich hab die Bei­ne über Kreuuuuz!“ fast ins Ohr. Hat sich eigent­lich schon ein­mal ein Medi­zi­ner mit die­ser alter­na­ti­ven Heil­theo­rie befasst?

In mei­ner Kind­heit, so ent­sann ich mich, gab es die­ses Spiel auch bereits, damals wur­de noch mög­lichst infan­til „Pest!“ statt „Schwei­negrip­pe!“ gebrüllt; was einer­seits mein Alter unschön betont, sich ande­rer­seits aber auch weit bes­ser brül­len ließ. Es erfüll­te mich jeden­falls mit Freu­de, dass in die­ser Gesell­schaft, in der ich jede Hoff­nung auf eine noch nicht voll­ends dem Medi­en­kon­sum zum Opfer gefal­le­ne Jugend längst ver­lo­ren glaub­te, immer noch Platz für simp­le Unter­hal­tung die­ser Art bleibt. Ist, immer­hin, bes­ser als Fernsehen.

Das zwei­te posi­ti­ve Erleb­nis des heu­ti­gen Tages (was ist bloß los?) folg­te im Super­markt. Die Waren­trenn­höl­zer aus Plas­tik oder ande­rem Kunst­stoff (qua­si Waren­trenn­plas­ti­ken oder ande­re Waren­trenn­kunst­stof­fe), die in ihrem Ori­gi­nal­zu­stand den „nächs­ten Kun­den“ anzu­kün­di­gen, waren der­ge­stalt modi­fi­ziert wor­den, dass sie nun­mehr den „nächs­ten Kur­den“ zur Abla­ge der zu erwer­ben­den Waren auf­for­der­ten, womög­lich von einem der zahl­rei­chen Ange­hö­ri­gen jenes Volks, die, von der Berufs­schu­le kom­mend, die auch ich zwei Jah­re lang besuch­te (allein das Wort schon!), bis­wei­len gemein­sam in die­sem Super­markt anzu­tref­fen sind.

In der erwähn­ten Berufs­schu­le wur­de wäh­rend mei­ner Zeit dort auch erläu­tert, dass es selbst im Fal­le eines plötz­lich nahen­den Able­bens kei­nes­falls genügt, „Tach, krank, tschüss!“ in den Hörer zu röcheln, um einen Fehl­tag geneh­mi­gen zu las­sen; und ähn­li­ches scheint auch die Kas­sie­re­rin gelehrt wor­den zu sein, denn statt der lei­der die­ser Tage durch­aus übli­chen gelang­weil­ten Preis­nen­nung folg­te auf das voll­ende­te Ein­le­sen der Preis­aus­zeich­nun­gen ein Sing­sang, der außer der Gesamt­sum­me auch gute Wün­sche für den rest­li­chen Tag beinhal­te­te, oben­drein vor­ge­tra­gen mit freund­li­cher Miene.

Mit dem Schnee, so scheint es, schmilzt auch die mensch­li­che Käl­te. Der Früh­ling naht meist sonderbar.

PersönlichesNetzfundstücke
Zurück in der Stadt

Den Semes­ter­be­ginn erkann­te ich dar­an, dass ich pünkt­lich nach etwa drei Stun­den Ruhe erwach­te und par­tout kei­nen Schlaf mehr fand. Nach meh­re­ren Mona­ten zurück in der Stadt nahm ich dann wahr, dass sich fast alles ver­än­dert hatte.

Die Stra­ßen­la­ter­nen am Omni­bus­sam­mel­platz tauch­ten das Gebiet in ein dunk­les Oran­ge. Weni­ge Stra­ßen wei­ter hat­te die Bahn AG elek­tro­ni­sche Hin­weis­ta­feln anbrin­gen las­sen, die bereits auf einen aus­fal­len­den Zug hin­wie­sen; wohl nicht zufäl­lig stau­ten sich noch zur Mit­tags­stun­de die Auto­mo­bi­le auf den engen Stra­ßen der Kleinstadt.

Wäh­rend die Lam­pen abends glom­men und als eins der weni­gen Relik­te des Vor­jahrs die Jugend­li­chen mit- wie auch gegen­ein­an­der rebel­lier­ten, warf ich, ange­regt von einem, einen Blick auf den kla­ren Ster­nen­him­mel. Erin­ne­run­gen an schö­ne Zei­ten durch­ström­ten mein Inners­tes. Hät­te eine Grup­pe von Gei­gern gespielt, ich hät­te es ver­mut­lich genossen.

Ab mor­gen neh­me ich wie­der eine Kame­ra mit. Versprochen.
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PiratenparteiMir wird geschlecht
Pira­tin­nen: Klar­ma­chen zum WAS?

Und als ich gera­de über Gen­de­rei schrieb, stieß ich auf die neu­es­te Ver­rückt­heit der Sexistinnen:

Die „Pira­tin­nen“ – das Wort kommt mir bekannt vor – sol­len eine Anlauf­stel­le für jene weib­li­chen Mit­glie­der der Pira­ten­par­tei bie­ten, die Angst davor haben, sich im Krei­se der vor­ur­teils­frei­en, nicht vom Gen­der­wahn befal­le­nen Pira­ten zu Frau­en­the­men zu äußern. All dies soll auf einer unab­hän­gi­gen Mai­ling­lis­te dis­ku­tiert wer­den, um sicher­zu­ge­hen, dass sich kei­ne Män­ner ein­mi­schen, was offen­bar immens wich­tig ist:

Die Pira­ten sind kein frau­en­feind­li­cher Hau­fen jun­ger Män­ner, wie sie in dem Medi­en häu­fig dar­ge­stellt wer­den. Eman­zi­pa­ti­on ist nicht eines unse­rer Kernthemen.

Die Pira­ten sind ein daten­schutz­freund­li­cher Hau­fen von Men­schen jed­wel­chen Geschlechts und Alters, wie sie in den Medi­en häu­fig dar­ge­stellt wer­den, und eine ihrer zen­tra­len For­de­run­gen ist kon­se­quen­te Trans­pa­renz. Und gera­de des­halb ist eine offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on unabdinglich:

Wir erwar­ten nicht von den Män­nern, dass sie hell­se­hen kön­nen und erra­ten, was wir uns wün­schen und wie wir uns füh­len. Gera­de des­halb und für ein pro­duk­ti­ves Mit­ein­an­der ist es not­wen­dig, eine offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zu ermög­li­chen und unan­ge­neh­me Ver­hal­tens­wei­sen auf­zu­zei­gen und zu spiegeln. 

Unan­ge­neh­me Ver­hal­tens­wei­sen also, womög­lich frau­en­feind­li­cher Natur, sol­len dis­ku­tiert wer­den. Und eine offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on über unan­ge­neh­me Ver­hal­tens­wei­sen äußert sich wie?

Die Mai­ling­lis­te steht daher absicht­lich nur Frau­en zur Ver­fü­gung, lädt aber expli­zit auch die Frau­en ein, die nicht Par­tei­mit­glied sind und es even­tu­ell wer­den wol­len oder nur auf­grund der Posi­ti­on der Par­tei zur Gen­der­fra­ge bis­her nicht gewor­den sind.

Frau­en, die auf­grund der Ableh­nung des Gen­de­ris­mus‘ noch kein Mit­glied der Pira­ten­par­tei gewor­den sind, sind nun herz­lich ein­ge­la­den, dies zu ändern, was der Slo­gan „Klar­ma­chen zum Gen­dern“, also zum bewuss­ten Erzeu­gen von Unter­schie­den in der Behand­lung von Män­nern und Frau­en, bereits unmiss­ver­ständ­lich zu ver­ste­hen gibt. Es ist ja auch wahr­lich ein für Femi­nis­tin­nen undenk­ba­rer Zustand, dass es eine Inter­es­sens­ge­mein­schaft gibt, die sich strikt wei­gert, von „Bür­ge­rin­nen und Bür­gern“ zu spre­chen (mer­ke: Der Frau gebührt die Erstnennung!).

Es scheint die­ser Tage en vogue zu sein, die Gren­zen der Bun­des­sat­zung nach eige­nem Gut­dün­ken zu erwei­tern. Ich bin recht zuver­sicht­lich, dass ein Groß­teil der Pira­ten gleich­wel­chen Geschlechts die­sen sexis­ti­schen Unfug ableh­nen wird. Bis jetzt sieht es gut aus.

In den NachrichtenKaufbefehleMusikkritik
Mor­phi­ne, Frau Käß­mann und der Genderismus

Bei Durch­sicht mei­ner Musik­samm­lung fiel mir auf, dass ich hier noch gar nichts über die offen­bar weit­hin unbe­kann­te Musik­grup­pe Mor­phi­ne geschrie­ben habe. Das hole ich doch prompt nach:

Mor­phi­ne war eine recht pos­sier­li­che Band aus den USA, die bis zum Tod ihres Sän­gers Mark Sand­man im Jahr 1999 ihren ganz eige­nen „Low rock“, der Ele­men­te aus Blues, Jazz und Rock ver­bin­det, prak­ti­zier­te. Obgleich es nie zu welt­wei­tem Ruhm kam und auch das Video zu „Ear­ly to Bed“ bei den Gram­my Awards gegen Janet Jack­son ver­lor, so reich­te es doch zu weit­ge­hend posi­ti­ven Kri­ti­ken in Fach­ma­ga­zi­nen wie dem Rol­ling Stone.

Die spär­li­che Instru­men­tie­rung – Gitar­ren ertö­nen nur sel­ten, statt­des­sen sind vor allem Saxo­pho­ne zu hören – erzielt bis­wei­len eine hyp­no­ti­sche, meist aber min­des­tens beru­hi­gen­de Wir­kung. Als wei­te­ren Beleg ver­wei­se ich auf das von mir bis­lang prä­fe­rier­te Lied „French Fries With Pep­per“, wie „Ear­ly to Bed“ auf dem 1997 erschie­ne­nen Album „Like Swim­ming“ zu finden.

Musik für einen Abend nach einem lan­gen, har­ten Tag.


Dass sich übri­gens „alle“ dar­über auf­re­gen, dass Frau Käß­mann sich einen klei­nen Faux­pas erlaubt hat, begrün­det Bär­bel War­ten­berg-Pot­ter mit dem Sexis­mus, der in Kir­che und Gesell­schaft noch immer vor­herr­sche; Gün­ther Beck­stein behaup­tet gar, Trun­ken­heit am Steu­er wäre ihr längst ver­zie­hen wor­den, wäre sie ein Mann. (Soll­te jemals jemand dem gemein­hin eher unbe­lieb­ten, aber nicht unbe­dingt weib­li­chen Jörg Hai­der, der bekannt­lich eben­falls betrun­ken am Steu­er saß, sei­ne Tat ver­zei­hen und nicht noch nach Jah­ren „selbst schuld!“ skan­die­ren, bin ich gern bereit, über die­se The­se noch­mals nachzudenken.)

Was all die­se Befrag­ten nicht zu beant­wor­ten ver­mö­gen, ist indes, wer denn etwas zu ver­zei­hen hät­te. Die EKD, die geschlos­sen hin­ter Frau Käß­mann stand, bis sie in frei­er Ent­schei­dung ihren Rück­tritt ein­reich­te? Die Medi­en gar, die, stän­dig und über­all Sexis­mus wit­ternd, lie­ber Dia­lo­ge mit Drit­ten führ­ten, die dann erklär­ten, wie­so sie hin­ter Frau Käß­mann stehen?

Es sagt mehr über die­se Drit­ten als über Mar­got Käß­mann aus, wenn sie ver­su­chen, deren Fall als direk­te Fol­ge eines gesell­schaft­li­chen Gen­de­ris­mus‘ zu deu­ten. In bes­ter Ali­ce-Schwar­zer-Tra­di­ti­on fabu­lie­ren sie über all­ge­gen­wär­ti­gen Sexis­mus, ohne Bele­ge zu nen­nen; Ali­ce Schwar­zer selbst hät­te es auch lie­ber gese­hen, wäre der Rück­tritt nicht erfolgt, denn unab­hän­gig von ihren Moral­vor­stel­lun­gen und ihrem Amt war Frau Käß­mann eben pri­mär eine Frau und somit nur Opfer der Schein­hei­lig­keit ihrer Kol­le­gen, die ja über­haupt als Män­ner alle­samt viel furcht­ba­rer und per se ver­ach­tens­wert sei­en, sie­he die jüngs­ten Miss­brauchs­fäl­le sei­tens der Jesui­ten. (Kein Scherz, die Frau reimt sich tat­säch­lich sol­che Ver­glei­che zusammen.)

Und so inter­es­siert sich der Jour­na­lis­mus im All­ge­mei­nen auch und vor allem für das Geschlecht und nicht für die Geis­tes­hal­tung des nächs­ten EKD-Rats­vor­sit­zen­den. Die Fra­ge, wer denn nun eigent­lich die zahl­rei­chen Per­so­nen sei­en, die Frau Käß­mann allein des­halb los­wer­den woll­ten, weil sie eine Frau ist, bleibt unbe­ant­wor­tet.

Scha­de.

Piratenpartei
Auf­rech­te Demokraten

Aus „Dres­den nazifrei!“ hat man, wie es scheint, nichts gelernt, und so prob­te man heu­te in Augs­burg den Auf­marsch Auf­stand:

Wir nut­zen die­sen Erfolg in Dres­den zur Moti­va­ti­on auch in wei­te­ren Städ­ten in Deutsch­land, wie Augs­burg, Düs­sel­dorf und Gel­sen­kir­chen, mutig den selbst­er­klär­ten Fein­den der Demo­kra­tie ent­ge­gen­zu­tre­ten und die­sen Auf­marsch nicht ein­fach an uns vor­bei­ge­hen zu lassen.

Die selbst­er­klär­ten Fein­de der Demo­kra­tie, deren Recht auf Demons­tra­ti­on von einem demo­kra­ti­schen Ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tigt wur­de, kann man als wah­rer Demo­krat wahr­lich nicht gewäh­ren las­sen. Wo kämen wir denn da auch hin, wenn jede poli­ti­sche Rich­tung das Recht hät­te, Gebrauch von ihrem Demons­tra­ti­ons­recht zu machen? Immer­hin rief man nicht zur Gewalt auf:

Fried­li­cher Pro­test in all sei­nen For­men ist erwünscht.

Haupt­sa­che, irgend­wie dazwi­schen­fun­ken – das dient erwie­se­ner­ma­ßen der Dees­ka­la­ti­on und hat ja auch in Dres­den so pri­ma funk­tio­niert; sehr rich­tig und mit ver­mut­lich unbe­ab­sich­tig­ter Iro­nie frug das Pira­ten­weib: „Erst Dres­den, dann Augsburg?“.

Wer ein wah­rer Demo­krat ist, der kann das nicht durch­ge­hen las­sen, und schon gar nicht, wenn man Pirat ist zu sein glaubt und das mit dem Links und dem Rechts noch nicht so ganz ver­stan­den hat.

Ich distan­zie­re mich als Pirat sowie per­sön­lich aus­drück­lich von die­sen anti­de­mo­kra­ti­schen „Demons­tran­ten“ und gebe, Naiv­ling, der ich bin, die Hoff­nung nicht auf, dass sie irgend­wann ein­se­hen, dass die Pira­ten­par­tei die fal­sche Par­tei für sie ist.

Wir haben wahr­lich ande­re Sor­gen als die­sen Links-Rechts-Unsinn. Die Pira­ten­par­tei steht für Bür­ger­rech­te, Trans­pa­renz und Daten­schutz. Sie ist kei­ne zwei­te Anti­fa und soll es auch nie wer­den; denn dann wäre sie wahr­lich überflüssig.

In den NachrichtenPolitik
Über­mensch­li­che Robo­ter (inkl. Kurzmedienkritik)

Robo­ter müs­sen wei­cher und fle­xi­bler wer­den, um auch Stür­ze zu über­ste­hen; um eben noch zuver­läs­si­ger mensch­li­che Arbeits­kräf­te erset­zen zu kön­nen, wobei der Aspekt, dem Men­schen noch ähn­li­cher zu wer­den, gar nicht mal der ent­schei­den­de ist.

„Geschmei­di­ge Robo­ter“ ist eine durch­aus amü­san­te Vor­stel­lung. Ich fra­ge mich, wann die ers­ten Kuschel­ro­bo­ter in den Spiel­wa­ren­han­del kom­men; und ob Men­schen bis dahin über­haupt noch einen prak­ti­schen Zweck erfüllen.


Schon wie­der eine schreck­li­che Tra­gö­die ver­mel­det SPIEGEL Online: Ein Fami­li­en­va­ter habe sei­ne Fami­lie aus­ge­löscht. „Alles deu­tet auf eine schreck­li­che Fami­li­en­tra­gö­die hin“, sag­te ein Poli­zei­spre­cher, was jeden Leser über­ra­schen dürf­te. Und als wäre das noch nicht genug:

„Es ist eine dop­pel­te Tra­gö­die“, sag­te Poli­zei­spre­cher Nor­bert Schätzle.

Ach, es ist furchtbar.


Eher für mei­ne schwei­za­ver­si­ven Leser inter­es­sant könn­te die Mel­dung sein, dass der liby­sche Kinds­kopf al-Gad­da­fi die Schweiz gern zer­schla­gen wür­de:

Im Juli 2009 hat­te der liby­sche Staats­chef beim G‑8-Gip­fel gesagt, die Schweiz müs­se „zer­schla­gen und auf ihre Nach­bar­län­der auf­ge­teilt wer­den“. Sein Sohn Han­ni­bal leg­te der bri­ti­schen „Sun­day Times“ zufol­ge nach: „Wenn ich eine Atom­bom­be hät­te, wür­de ich die Schweiz von der Land­kar­te fegen.“

Die For­de­rung nach Sank­tio­nen gleich­wel­cher Art für gleich­wel­ches Ver­ge­hen der Schweiz hat die­ser Tage gro­ßen Rück­halt im Volk. Viel­leicht soll­te sich Liby­en statt­des­sen mit der Anrei­che­rung von Uran beschäf­ti­gen, dann gäbe es wenigs­tens mal wie­der jeman­den, der sich dar­über aufregt.

(*prust*: Eve­li­ne Wid­mer-Schlumpf. Hihi­hihi.)

SonstigesIn den NachrichtenFotografie
Post-April­wet­ter.

Der drau­ßen lie­gen­de Schnee hat sich end­lich ent­schlos­sen, den seit Tagen drän­gen­den Son­nen­strah­len zu wei­chen. Der Früh­ling mit all sei­nen Annehm­lich­kei­ten scheint in greif­ba­re Nähe gerückt zu sein, auch Musik­blogs wid­men sich nach der Düs­ter­nis des Win­ters nun der Fra­ge nach der pas­sen­den Fuß­be­klei­dung, ande­re haben auch in der Musik selbst schon den Früh­ling entdeckt.

Auch die Nach­rich­ten ver­mel­den nur mehr wenig Düs­ter­nis. Ali­ce Schwar­zer kas­pert zur Cau­sa Käß­mann her­um, weil Kri­tik an sau­fen­den, Auto fah­ren­den Frau­en klar chau­vi­nis­tisch und unan­ge­bracht sei, und ver­gisst dabei den Hick­hack um den Tod des Herrn Hai­der, über den Spott aus­ge­schüt­tet wur­de, weil er eben kein Christ, son­dern nur ein lang­wei­li­ger Poli­ti­ker war und oben­drein den Feh­ler mach­te, bei einem Auto­un­fall drauf­zu­ge­hen; aber das war es eigent­lich auch schon mit novem­ber­li­chen Neuigkeiten.

Selbst Herr Wes­ter­wel­le hat statt Armut und Kapi­tal Blü­ten­staub zu einem sei­ner Lieb­lings­wör­ter erklärt; was dann ja auch, irgend­wie, zur Bie­ne-Maja-Koali­ti­on passt.

Die Vögel sin­gen, der Duft des mor­gend­li­chen Regens erfüllt noch immer die Luft.
DVD-Aben­de ver­trei­ben den Gedan­ken dar­an, dass die Welt sich unbe­ein­druckt weiterdreht.

Das Leben ist schön.

In den Nachrichten
Kurz ver­linkt IX: „Djan­go zahlt heu­te nicht.“

Heu­te in den Nach­rich­ten und etwas spä­ter auch auf SPIEGEL.de fand fol­gen­de Nach­richt aus der Welt­stadt Han­no­ver Erwähnung:

Ein T‑Shirt mit dem Schrift­zug „Ich fah­re schwarz“ schützt einen Fahr­gast ohne Ticket nicht vor Stra­fe. Das Amts­ge­richt Han­no­ver ver­ur­teil­te am Mitt­woch den 38-jäh­ri­gen Sil­vio B., der drei­mal ohne gül­ti­ges Ticket in der Stra­ßen­bahn erwischt wor­den war.

Wenn­gleich ich der Argu­men­ta­ti­on des Ver­ur­teil­ten nur ein­ge­schränkt zustim­men kann und so wenig ich auch von, so nann­te es der unzu­rei­chend Anony­mi­sier­te, „zivi­lem Unge­hor­sam“ in Form von Schwarz­fah­ren hal­te: Die Chuz­pe gefällt mir. Ganz ehr­lich. :)


Ganz ehr­lich dreist ist natür­lich auch der Inhalt die­ser Mel­dung: Der Dalai Lama war zu Besuch im Wei­ßen Haus, und zum Abschied wur­de er zum Aus­gang eskor­tiert. Natür­lich nicht zum Vor­der­aus­gang, son­dern zu einem ande­ren, von dem man wohl annahm, dass er bes­ser zu ihm pas­se: Vor­bei an Müll­sä­cken und ähn­li­chem Unrat. Pri­ma ergänzt wird das durch die Über­schrift des Arti­kels: „Den Dalai und den Müll rausbringen“.

Der Autor beklagt, die­se Behand­lung sei „unter der Wür­de des Staa­tes“ (zur Erin­ne­rung: Es geht um die USA).
Als wäre das noch nicht albern genug.


Mei­ner Sta­tis­tik ent­neh­me ich, dass hier tat­säch­lich jemand nach kopu­lie­ren­den Schlümp­fen gesucht hat. Ich mag es mir, selbst unter der Ein­be­zie­hung von Schlumpfin­chen, nicht so recht vor­stel­len, spa­re mir daher auch das Ver­lin­ken ent­spre­chen­der Foto­gra­fien und erwäh­ne statt­des­sen mal wie­der Italien:

„Ölpest erreicht Po“ ist eine herr­li­che Schlag­zei­le, noch schö­ner for­mu­liert von Radio FFH, wo man formulierte:
„Nach Raf­fi­ne­rie-Sabo­ta­ge droht Ölpest im Po“.

Hihi.

MusikNetzfundstückeKaufbefehleNerdkrams
Gleich klatscht et, Junge.

Aus der belieb­ten, unre­gel­mä­ßig erwei­ter­ten Rei­he „sehr selt­sa­me Softwareprodukte“:

Der Clap­Com­man­der ermög­licht die Steue­rung des Betriebs­sys­tems (Win­dows und ein funk­tio­nie­rend ange­schlos­se­nes Mikro­fon vor­aus­ge­setzt) mit­tels Klat­schens, ver­gleich­bar etwa mit der in der Pop­kul­tur, unter ande­rem in South Park (Staf­fel 2, Epi­so­de 10, bei etwa 5:00 Minu­ten), zitier­ten Klatsch­steue­rung für Beleuch­tungs­ein­hei­ten. (Der genaue Fach­ter­mi­nus ist mir gera­de nicht bekannt, inhalt­li­che Ergän­zun­gen dies­be­züg­lich wer­den gern gese­hen.) Ein net­tes Spiel­zeug ist dies alle­mal, mit 19,95 US-Dol­lar auch nicht all­zu teuer.


Apro­pos „nicht all­zu teu­er“; bei’en Schall­gren­zen gibt’s recht pri­ma klin­gen­de Alter­na­ti­ve-Pro­gres­si­ve-Rock-Metal-Musik auf die Ohren:

Lupen­rei­ner Alter­na­ti­ve mit reich­li­cher Drein­ga­be von Pro­gres­si­ve und Metal. Melan­cho­lisch, stil­si­cher und mit aus­ge­feil­ter Rhyth­mik. Hier ist die Intel­li­gen­zia am rocken, hat ihren Spass und nickt aner­ken­nend . Sau­ber gezupf­te Gitar­ren, fet­tes Schlag­zeug und die aus­ser­ge­wöhn­li­che Stim­me von Sän­ger / Gitar­ris­ten Oli­ver Rei­ne­cke, die den Songs die gewis­se Klas­se geben. Respekt nach Karls­ru­he. Zwar erin­nert der Mann tat­säch­lich ein wenig im Stil und Phra­sie­rung an May­nard James Keen­an, aber das macht nichts. Er lebt die Songs, lässt sie wach­sen und klingt außergewöhnlich.

Die Band Futi­le ver­scher­belt ihr Album 7 Night­ma­res im MP3-For­mat für lau und für zehn Euro als Gesamt­kunst­werk. eMu­le-Freun­de wer­den hier fündig.

Durch­aus empfehlenswert.

In den Nachrichten
Abzähl­rei­me leicht gemacht.

Wer sich auf Deutsch nicht aus­drü­cken kann, redet lie­ber Eng­lisch, so fällt es nicht mehr so schnell auf, dass die vie­len Phra­sen lee­re Hül­len blei­ben. Ein simp­les Prin­zip, hun­dert­fach bewährt, und so ist es nur kon­se­quent, dass jemand es aus­zu­rei­zen ver­sucht. Die­se Auf­ga­be haben meist irgend­wel­che Exper­ten inne, und auch in die­sem Fall war es nicht ein­fach irgend­wer, der grif­fig for­mu­lier­te, was offen­bar eine klei­ne Sen­sa­ti­on dar­stellt und somit bei dem komi­schen Text­sam­mel­su­ri­um SPIEGEL Online ver­öf­fent­licht wur­de, son­dern es waren Sprach­for­scher, und offen­bar der­art renom­mier­te, dass eine Namens­nen­nung nicht ein­mal mehr not­wen­dig erscheint:

So sehr sich ame­ri­ka­ni­sche und euro­päi­sche Kin­der in Mathe-Tests anstren­gen – ihre Alters­ge­nos­sen aus Chi­na sind bes­ser. Dank eines ein­fa­che­ren Zah­len­sys­tems kön­nen sie schon früh bes­ser zäh­len und rech­nen. Sprach­for­scher glau­ben, dass die Metho­dik auch deut­schen Kin­dern hel­fen würde.

Die­se The­se erin­nert mich an die Rechtschreib-„Reformen“; wir müs­sen den Kin­dern weni­ger bei­brin­gen, wenn wir ein­fach die Norm an ihren Bil­dungs­stand anpas­sen. So funk­tio­niert es also natür­lich auch mit Mathematik:

13 heißt shi­san (zehn-drei), 20 ershi (zwei-zehn), 21 ershiyi (zwei-zehn-eins).

Zu mei­ner Zeit (damals vor­’m Krieg) hat man das Zeh­ner­sys­tem noch mit so lus­ti­gen Klötz­chen geübt, auf­ge­teilt in Einer, Fün­fer und Zeh­ner, wenn ich mich recht ent­sin­ne. (Kor­rek­tu­ren gege­be­nen­falls bit­te als Kom­men­tar hin­ter­las­sen; ich bin mir tat­säch­lich nicht mehr all­zu sicher.) Als auf­fäl­lig dumm wür­de ich im Nach­hin­ein nur weni­ge mei­ner dama­li­gen Klas­sen­ka­me­ra­den bezeich­nen, auch wenn ich spä­ter nur noch wenig mit ihnen verkehrte.

Es fügt sich zu einem durch­aus beach­tens­wer­ten Bild zusam­men: Eltern, die zur Erzie­hung ihrer Spröss­lin­ge nicht all­zu viel Zeit auf­brin­gen möch­ten, set­zen das Kind vor den Fern­se­her und/oder den Com­pu­ter und hof­fen, dass der Staat sich dar­um küm­mert. Wenn das Kind dann wegen feh­len­den Inter­es­ses sei­tens der Eltern nicht rich­tig schrei­ben lernt, wird die Recht­schrei­bung ange­passt, kann es nur schlecht Deutsch, bringt man ihm statt­des­sen schlech­tes Eng­lisch bei, und ist es aus einem ähn­li­chem Grund schlecht in Mathe­ma­tik, denkt man sich leich­te­re Zah­len aus.

Ich bin nun in der glück­li­chen Situa­ti­on, weder ein Kind noch ein Elter zu sein, daher zeugt es womög­lich von Rea­li­täts­fer­ne und/oder Über­mut, wenn ich resümiere:

Kin­der brau­chen kei­ne Regeln, die man an sie anpasst, nur weil man ihnen nicht bei­bringt, wie sie ein Ziel errei­chen kön­nen. Eltern brau­chen sie. Fau­le Eltern, deren Schul­zeit selbst längst nur noch eine schwä­cher wer­den­de Erin­ne­rung ist, und die, wenn ihr Kind es ein­mal an ihren eige­nen selbst­ver­ständ­lich über­ra­gen­den Fähig­kei­ten mis­sen lässt, den Regeln die Schuld geben und, natür­lich, den Leh­rern, aber nie­mals sich selbst; schließ­lich haben sie teu­er dafür bezahlt, dass ihr Kind kein völ­li­ger Ver­sa­ger wird, also war­um soll­ten sie selbst Sor­ge dafür tra­gen müssen?

Kin­der brau­chen kei­ne Welt, die, dem noch immer all­ge­gen­wär­ti­gen Pisa zu viel Bedeu­tung zuteil wer­den las­send, ihnen das Ler­nen erspart. Kin­der brau­chen Eltern, die ihre Kin­der nicht maß­los über­schät­zen, nur weil’s ihre eige­nen sind. Eltern brau­chen kei­nen Staat, kei­ne digi­ta­len Medi­en und kei­ne Gesell­schaft, die ihre Kin­der erzie­hen. Eltern brau­chen jeman­den, der ihnen mal gewal­tig, mei­net­we­gen auch nur sym­bo­lisch, in den Hin­tern tritt, wenn sie sämt­li­che Ver­ant­wor­tung abschieben.

Wo bleibt die Eltern­li­zenz? Gern auch zum Ausmalen.