Die gestrige Fernsehwerbung offenbarte Ungewöhnliches:
Im Internet, diesem seltsamen rechtsfreien Raum voller Kinderpornografie und Urheberrechtsverstöße, von dem immer alle reden, gibt es ein Portal namens Helden der Liebe. Dieser annepfirsich recht ansprechende Titel ist Etikettenschwindel, denn trotz des Namens, der Werbung (“ich liebe meine Frau”) und des Mottos auf dem Seitenbanner (“Aus Liebe zur Liebe.”) geht es eben nicht um die Liebe in ihren Facetten, sondern allein um körperliche Vereinigung. Das Portal “Helden der Liebe” widmet sich allein der erektilen Dysfunktion des Mannes.
Als “Helden der Liebe” bezeichnet man dort ernsthaft jene Paare, die nach einer schweren gemeinsamen Zeit miteinander wieder glücklich geworden sind, nachdem der Mann seine Erektionsprobleme in den Griff bekommen hatte; weil Schnackseln und Liebe eben untrennbar miteinander verbunden sind, zumal wenn man seit Jahren verheiratet ist, weil man sich dann eben, so suggeriert jenes Portal, gegenseitig nur noch ertragen kann, wenn der Mann funktioniert, was über die Liebe ja dann eigentlich auch schon alles Nötige aussagt.
Angesichts solcher Informationen in solchen Medien ist es für mich schon ein wenig leichter zu verstehen, dass das, was die heranwachsenden Generationen unter der großen, wahren, ewigen und einzigen Liebe verstehen, nur mehr wie ein schlechter Scherz erscheint.
Übrigens, sofern sich noch jemand an die Berichterstattung über die total wichtige und bürgernahe Enquête erinnert: Jörg Tauss (Pirat) hat sich mit den Hintergründen ihres designierten Vorsitzenden beschäftigt. Ein Absatz als Vorgeschmack für den magenstarken Leser:
Im übrigen ist Fischer der Inhalt von Zensursula und die wichtigste Netzdebatte der letzten Jahre offensichtlich noch nicht einmal ansatzweise bekannt: Denn er spricht im Interview vom “Gesetz gegen die Weiterverbreitung von Kinderpornografie” — und meint wie sein Interviewer tatsächlich das Zugangserschwerungsgesetz, das mit der längst strafbaren Weiterverbreitung von Kinderpornografie nun allerdings nicht das MINDESTE zu tun hat.
Danke, reicht schon.



So, da treibst Du Dich also rum. Kannte ich gar nicht…oder doch…ich glaube aus der TV-Werbung. Mann, wie tief kann man nur sinken? Na ja, wenn’s hilft…
Soso, “aus der TV-Werbung”.
Auch wenn du das vielleicht nicht nachvollziehen kannst, ist Sex trotzdem ein Bestandteil einer Beziehung. Vielleicht nicht unbedingt der wesentliche, aber doch eventuell ein wichtiger. Von daher kann eine erektile Dysfuntkion und vergleichbares durchaus belastend für eine Beziehung sein. Der Titel der Aktion usw mag ja etwas ungeschickt gewählt sein, und darüber darf man sich auch gerne lustig machen. Ob man nun aber Sex für wichtig hält oder sich rein der geistigen Ertüchtigung widmet, möge doch jedem selbst überlassen sein.
Eine Beziehung, die zerbricht, weil das mit dem Ficken nicht mehr klappt, ist eine sehr traurige.