PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Paolo Conte — Via con me // Total versifft!

kaffeeEs ist Mon­tag, das ist sel­ten ein gutes Zeichen. This is penis. In Nieder­sach­sen wurde gewählt, die CDU hat gewon­nen. Bringt ja eh’ nix. Die da oben. Was sie wollen. Immer.

In den let­zten Wochen kochte zum wieder­holten Male ein The­ma hoch, das ich für zum wieder­holten Male begraben hielt: Auf Twit­ter gibt es Trolle. Doch, wirk­lich! Wie gewohnt wer­den pseu­do­nyme Pranger­seit­en erstellt, auf denen sich irgendwelche Würstchen darüber aufre­gen, dass Selb­st­darsteller und gewalt­begeis­terte Fem­i­nistin­nen, die sich auf Twit­ter, auf YouTube und/oder in ihren Blogs fortwährend im Glanz ihrer eige­nen Großar­tigkeit zu son­nen ver­suchen, für ihre oft dümm­lichen Aus­sagen auch mal aus­gelacht und nicht nur aus­giebig verehrt wer­den. Da habe sich, erzählt die Gegen­seite, eine homo­gene Gruppe von Leuten zusam­mengeschlossen, um sich auf Einzelne einzuschießen, ohne dass diese ihnen etwas getan haben; lei­der kam ich bei meinen eige­nen Recherchen nicht beson­ders weit, denn viele der beteiligten Accounts haben mich block­iert, ohne dass ich ihnen etwas getan habe, denn bei den Guten gibt es eigene Prangerlis­ten, erstellt von sehr merk­würdi­gen Fem­i­nistin­nen wie Ran­di Harp­er und Jas­na Strick, auf denen ich mitunter selb­st drauf­ste­he, weil ich mit den falschen Leuten nicht jede Kom­mu­nika­tion unter­lasse oder so ähn­lich. Und diese Guten, die unkri­tisch fremde Has­slis­ten abon­nieren, beschw­eren sich dann, dass ihnen nicht jed­er für ihr selb­st­gerecht­es Geschwalle den Arsch pud­ert, unter­stützt von den Medi­en, die sich ja immer wieder freuen, auf der Seite der Gerechtigkeit mal mit ihrem Holzschw­ert fuchteln zu dür­fen; um dann, wenn sie ent­larvt wur­den, natür­lich von nichts mehr zu wis­sen zu meinen. Ist ja alles bloß Inter­net.

Wenn dieses Inter­net und Lin­ux aufeinan­der tre­f­fen, fall­en Späne: Eine Lin­ux-Mal­ware greift aktuell IoT-Geräte wie IP-Kam­eras mit ver­al­teter Firmware an. Ist ja Lin­ux, ist ja sich­er.

Chips, Chips; sie und ein Seufzen.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPiratenpartei
Marina Weisbands Links-Rechts-Schema in den Grenzen von 1990

Wie wenig der Piraten­partei übri­gens der mit­tler­weile ziem­lich voll­ständig der “Linken” ange­hörende “pro­gres­sive Flügel” fehlt, macht Mari­na “wer?” Weis­band, ehe­mals “die schöne Piratin” (Quatschme­di­en) beziehungsweise vor eini­gen Jahren durch Infor­ma­tio­nen wie “Unser Ziel ist es, uns selb­st über­flüs­sig zu machen” aufge­fal­l­ene poli­tis­che Geschäfts­führerin der Piraten­partei Deutsch­land, in aus­gerech­net dem “SPIEGEL” deut­lich:

Laut Weis­band ist der pro­gres­sive Flügel aus der Partei ver­trieben wor­den, nun seien dort nur noch viele kon­ser­v­a­tive Men­schen, “die das Inter­net in den Gren­zen von 1990 wollen”.

Denn genau das, “das Inter­net” in “Gren­zen”, ist es nicht, was diejeni­gen Mit­glieder der Piraten­partei, die sich nicht ger­ade durch halb­nack­te Selb­st­darstel­lung in Boule­vardme­di­en her­vor­tun, eigentlich poli­tisch wollen; stattdessen eines ohne jegliche Gren­zen, nur eben auch ohne ide­ol­o­gisch motivierte Kom­pro­misse und ohne den Kampf gegen Rechts mit allen Mit­teln als poli­tis­che Maxime, aber warum sollte der “SPIEGEL” auch jeman­den fra­gen, der immer noch dabei ist? Das wäre ja Jour­nal­is­mus und dafür wer­den die ja eher nicht bezahlt. Beim Grundge­setz sind wir kon­ser­v­a­tiv.

Obwohl ich das Inter­net in den Gren­zen von 1990 (keine Durchkom­merzial­isierung, keine pen­e­tran­ten Wer­be­flächen, keine gewalti­gen Sicher­heit­sprob­leme, keine Essens­fo­to­por­tale und vor allem kein “SPIEGEL ONLINE”) dur­chaus befür­worten würde.

MusikIn den Nachrichten
Apple klinkt sich aus.

Als ich noch jung und ein biss­chen blöder war als heute, war die Welt der Steck­verbindun­gen für Ton­tech­nik eine ein­fache: Kopfhör­er und Laut­sprech­er hat­ten einen DIN-Steck­er, der auf exakt eine Weise in die dafür vorge­se­hene Buchse gepasst hat, und wenn man es mit “san­ftem” Druck auf eine andere Weise ver­sucht hat, war der Steck­er und damit das Gerät in der Regel hinüber. Zudem war der DIN-Steck­er ein rein deutsches Phänomen, Audiozube­hör zu importieren war also nur bed­ingt sin­nvoll. Etwas später hat­ten sich neben den Cinch- die heute noch immer üblichen 3,5‑Millimeter-Klinkenstecker durchge­set­zt, die eine willkommene Verbesserung, auch und ger­ade bedi­en­tech­nisch, darstell­ten: Sie passen in jedem Drehwinkel in die dafür vorge­se­hene Buchse, haben auch im Aus­land (sofern man mal dort sein muss) eine aus­re­ichende Ver­bre­itung, nehmen deut­lich weniger Platz weg und sind prinzip­iell, not­falls in der 2,5‑Millimeter-Ausführung, auch bei geringem freien Platz meist noch prob­lem­los einzu­pla­nen. Das ging jet­zt jahrzehn­te­lang gut; kaufte man einen neuen Kopfhör­er, so passte sein Steck­er in der Regel über­all hinein, und war der Wider­stand niedrig genug, klang er höchst­wahrschein­lich auch über­all gle­icher­maßen pri­ma.

Ein Sprung ins Jahr 2016. Auf dem Apple­blog SPIEGEL ONLINE (jet­zt noch hässlich­er) freut sich Matthias Kremp derzeit darüber, dass Apple bei seinem heute mit gewohnt großem Getöse, als habe man verse­hentlich Krebs geheilt, vorgestell­ten “neuen” iPhone — jet­zt auch in Dia­mantschwarz, wie man sich Dia­man­ten eben so vorstellt — die Kopfhörerbuchse weglässt und stattdessen voll auf den hau­seige­nen, pro­pri­etären Light­ning­port sowie Blue­tooth set­zt. Als Musik­fre­und und Appleskep­tik­er finde ich das wenig über­raschend, aber zumin­d­est dieses Kom­men­tars wert.

Wer brauche schon noch Audiok­a­bel?, fragte mich hin­sichtlich mein­er Irri­ta­tion über die Auf­gabe des Qua­si­stan­dards ein von Musik und Apple gle­icher­maßen überzeugter Arbeit­skol­lege. Und rein the­o­retisch implizierte er das Richtige: Apples ersatzweise her­aus­ge­brachte Funkohrstöpsel, Bat­terielaufzeit fünf Stun­den und somit nur was für Leute, denen die Berieselung eigentlich auch scheiße­gal ist, kosten nur lächer­liche 160 US-Dol­lar, Apple legt seinen Lebensstil-gad­gets einen Adapter für die Light­ning-Schnittstelle bei, die nur für Applegeräte sin­nvoll ist, und Blue­tooth wird, den Daten­ver­lust bei kabel­los­er Über­tra­gung betr­e­f­fend, auch immer bess­er; man muss nur bei­de Geräte in Sichtweite brin­gen, miteinan­der kop­peln und schon, mit etwas Glück, funk­tion­iert es. Das ist viel bess­er als ein­fach “Steck­er rein und los”.

Spätestens 2017 wird es, den Medi­en zufolge, keine Kopfhör­er mit Klinken­steck­er mehr geben, pro­pri­etäre und kom­plizierte, ver­lust­be­haftete Datenüber­tra­gung ist die Zukun­ft, Kinder. Merkt ja eh’ kein­er, den Unter­schied.

Oder eben ein Schritt um Jahre zurück.

PolitikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 7. September 2016

Was macht eigentlich der Verkehrsmin­is­ter?

Dobrindt plädierte daher für einen “kreativ­en Daten­re­ich­tum statt Datensparsamkeit”.

Kreativ­en Daten­re­ich­tum finde ich wun­der­schön. Ich gehe sog­ar noch einen Schritt weit­er und lege nahe, die reich­halti­gen Dat­en um ein paar derbe Worte, gewisse Min­is­ter betr­e­f­fend, zu ergänzen.


Fem­i­nis­mist des Tages: Kohlen­stoff­fasern sind unter­drück­ende Ele­mente des Patri­ar­chats.


Das OpenB­SD-Team erk­lärt, wofür “GNU” eigentlich ste­ht: Giant and Nasty but Unavoid­able.


Deutsch­land wird laut ein­er Prog­nose des Ifo-Insti­tuts in diesem Jahr Chi­na als Land mit dem weltweit größten Import­de­fiz­it ablösen.


Ein Bon­bon aus der Welt der human­is­tis­chen Diplo­matie: Meucheln heißt jet­zt “Neu­tral­isieren”.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Blues Pills — Lady in Gold // Populismus vor Pommern

Montag (heute mal so)Es ist Mon­tag. Kaum hat man sich, sich noch schlaftrunk­en in ihrer Nähe wäh­nend und von diesem Mon­tag daher zumin­d­est vorüberge­hend pos­i­tiv beein­druckt, aus dem Bett geschält, tre­f­fen schon die ersten Schreck­en­snachricht­en über einen here­in: Die recht­spop­ulis­tis­che SPD hat in Meck­len­burg-Vor­pom­mern am Son­ntag mehr Stim­men erzielt als es zu wün­schen gewe­sen wäre, während die dor­ti­gen Grü­nen für fortwährende Belei­di­gung der Intel­li­genz ihrer Wäh­ler mit dem Rauswurf bestraft wur­den. Das Volk ist ein schlicht­es, wie es scheint, fol­gerichtig hat auch die AfD an Bedeu­tung gewon­nen. Die Kinder üben schon die ersten Anschläge. Alles Nazis? Mit­nicht­en; und eine Lösung gibt es auch: Statt sich als eine der Parteien her­vorzu­tun, die sich zusam­men­tun, um einan­der die Fin­ger in die Ohren zu steck­en, wäre es zuweilen ver­mut­lich nicht völ­lig verkehrt, den Ursachen für eine Radikalisierung des Wäh­lers eine bürg­er­na­he Poli­tik ent­ge­gen­zuset­zen, statt die Vor­bringer etwaiger Bedenken pauschal zu beschimpfen und sich ihrer Wün­sche an die Poli­tik in der Folge nicht weit­er anzunehmen. Die AfD ver­dankt ihre Wahlergeb­nisse vor allem den anderen Parteien und am wenig­sten sich selb­st. Zur Beruhi­gung eine angenehme Mel­dung aus der Tier­welt: Pand­abären sind keine gefährdete Tier­art mehr. — So, jet­zt geht’s wieder.

Aus der Welt der Tech­nik: Auf­grund divers­er Leaks ist Tor ger­ade mal wieder in aller Munde, aber Tor ist völ­lig unin­ter­es­sant gewor­den, seit dort offen­bar über­sex­u­al­isierte SJWs das Rud­er über­nom­men haben und die engagierten Tech­nik-nerds das nicht mehr ertra­gen. Ein Opfer­stuh­lkreis schafft wohl kaum ein angemessenes Kli­ma zur sin­nvollen Weit­er­en­twick­lung und Pflege eines der­art kom­plex­en Net­zes. Wenn doch heutzu­tage schon über­all so ein Netz drin­steckt: Prob­leme mit dem Auto? Ein­fach aus- und wieder ein­schal­ten!

Jet­zt aber erst ein­mal abschal­ten.

BLUES PILLS — Lady In Gold (OFFICIAL VIDEO)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: MaidaVale — Tales of the Wicked West

MaidaVale - Tales of the Wicked WestMai­da Vale ist eine Hal­testelle der Lon­don­er U‑Bahn sowie der Name eines Stu­diokom­plex­es der BBC, in dem unter anderem John Peel regelmäßig auf­nahm. Eine Band danach zu benen­nen ist, je nach­dem, entwed­er zumin­d­est ungewöhn­lich oder entset­zlich banal. Das schwedis­che Frauen­quar­tett Mai­d­aVale, gegrün­det 2012, hat es trotz­dem gewagt und legte erst im kür­zlich ver­gan­genen August mit seinem Debü­tal­bum “Tales of the Wicked West” eines dieser Alben vor, deren Grandiosität eine Würdi­gung mehr als nur ver­di­ent hat.

Der häu­fig im Inter­net zu find­ende Ver­gle­ich mit den Blues Pills, eben­falls eine schwedis­che Retro-Band mit Sän­gerin, ist ein biss­chen unfair, ABBA haben mit Mai­d­aVale ja auch nicht viel gemein­sam. Wo Blues Pills es mit Retro-Rock ver­suchen, gibt es von Mai­d­aVale sozusagen die volle Bre­it­seite: Psy­che­delis­ch­er Blues­rock (Led Zep­pelin, Jimi Hen­drix) trifft auf dro­gen­schw­eren 70-er Krautrock; die Gitarre singt aus vollem Hals, das Schlagzeug treibt sie voran, dazu spielt Linn Johan­nes­son einen knack­i­gen Bass mit ordentlich groove, während Matil­da Roth mit ein­er unglaublich passenden, in den let­zten Jahrzehn­ten lei­der viel zu sel­ten gewor­de­nen Stimme von “Ras­sis­mus, Kriegswahn und zwis­chen­men­schlichen Minen­feldern” (Jochen König) singt.

Mai­d­aVale — (If You Want The Smoke) Be The Fire

Den musikalis­chen trip hal­ten also nur die Texte vom Entste­hen ab, so dass man immer­hin die Wahl hat, ob man ver­reisen oder sich über die Welt aufre­gen möchte. Zwei Alben in einem also — wo son­st gibt es das? Kleine Exper­i­mente wie das ein­minütige “Truth/Lies”, ein verz­er­rtes Exper­i­men­tal­stück in irgend­wie Talk-Talk-Tra­di­tion, ergänzen das Album ganz gut, aber haupt­säch­lich bleibt keine Zeit zum Aus­ruhen. Das ist gut, denn so kann man “Tales of the Wicked West” — die sub­tile Spitze im Titel wird erst im Zusam­men­spiel mit den The­men offen­sichtlich — vor­be­halt­los in sich aufnehmen und wirken lassen.

MAIDAVALE — DIRTY WAR (Live in Stu­dio Under­jord)

Das abschließende “Heav­en and Earth”, das es ange­blich nicht auf alle Ver­sio­nen des Albums geschafft hat, lässt auf elf Minuten Länge erst­mals und schließlich Raum zum Dur­chat­men. Etwaige Erin­nerun­gen an das Yes-Album gle­ichen Namens sind kurzzeit­ig auszublenden. Gesun­gen wird hier nicht mehr, stattdessen ver­suchen Mai­d­aVale sich an ein­er Art “Post-Blues­rock”: Eine ein­fache Gitar­ren­melodie in acht Tak­ten begin­nt und zieht sich bis zum Ausklang des Stücks und damit des Albums durch, es set­zt die spacige Gitarre ein und soliert in ein­er Weise, dass dem geneigten Hör­er die Sinne ejakulieren. Ein musikalis­ch­er Woch­enen­daus­flug ans Wild­wass­er mit ein­er Pfeife in der Hand. Eine sehr angenehme Reise.

Auf Band­camp gibt es das kom­plette Album zum Anhören und Kaufen, Vinyl­fre­unde wer­den momen­tan allerd­ings nur auf Amazon.de fündig.

In den Nachrichten
Kurz verlinkt: Sei einfach reich und berühmt.

Vic­to­ria Beck­ham (ehe­mals Adams) macht jun­gen Mäd­chen Mut:

Vic­to­ria Beck­ham [hat] für Vic­to­ria Adams — und mit ihr Mil­lio­nen junger Frauen — weit­ere gute Ratschläge parat. “Du bist nicht die Hüb­scheste oder die Dünnste oder die Beste im Tanzen am Laine-The­atre-Arts-Col­lege”, und “Du hast schlimme Akne.” All das sei aber kein Grund zu verzweifeln.

Man muss als junges Mäd­chen nicht gut ausse­hen oder tal­en­tiert sein — es reicht, gut bezahltes Mit­glied ein­er zu Unrecht welt­berühmten Pop­gruppe zu sein und schon kann man alles erre­ichen, zum Beispiel einen Fußball­spiel­er heirat­en. Ein wertvoller Tipp für Mil­lio­nen junger Frauen.

Wenn’s weit­er nichts ist!

PolitikIn den NachrichtenComputerMir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 1. September 2016

Schon jet­zt mein Wort des Monats:

Wer im Sicher­heits­bere­ich arbeit­et, braucht eine Unbe­den­klichkeits­bescheini­gung, aus­gestellt vom Land Hes­sen.

“Unbe­den­klichkeits­bescheini­gung”. :irre:


So eine Über­raschung: Es gibt inzwis­chen wis­senschaftliche Veröf­fentlichun­gen, die bele­gen, dass das Geschlecht nicht etwa durch soziokul­turellen Kon­sens, son­dern allein durch “hat Penis” oder “hat keinen Penis” fest­gelegt wird. Als hät­ten Gen­der Stud­ies gar nichts mit Wis­senschaft zu tun. Ver­rückt.


“Mit Lin­ux wär’ das nicht passiert” des Tages: Es kur­siert eine Schad­soft­ware, die euren Lin­uxweb­serv­er löscht.


Und gle­ich noch was aus der Welt der super­sicheren, weil freien Soft­ware: Na, auch OpenOf­fice instal­liert?


Die offen­sichtlich nicht immer völ­lig nüchter­nen Organ­isatoren der “TTIP-Demos” teilen mit, dass am 17. Sep­tem­ber Chris­ten gegen eine “Wirtschaftsweise, die tötet” demon­stri­eren. Flat­ter erk­lärt qua­si hierzu den Zusam­men­hang zwis­chen Bock und Gärt­nern.

In den NachrichtenNerdkrams
Über Technikverhinderungsprozessoren

Früher bedeutete eine neue Prozes­sor­gen­er­a­tion oft einen spür­baren Anstieg der gefühlten Leis­tung, ein qua­si expo­nen­tielles Wach­s­tum der Nennleis­tung bei gle­ichzeit­ig sink­enden Emis­sio­nen. Das ist lange her, Einzelk­erngeschwindigkeit­en von deut­lich über drei Giga­hertz sind physikalisch derzeit nicht mit vertret­barem Aufwand zu erre­ichen (wenn nicht ger­ade Stick­stof­fküh­lung zum Stan­dard­mod­ell in einem PC oder gar Lap­top wird). Wer­bekam­pag­nen für neue Prozes­soren müssen also irgend­wie anders auf­fall­en, um einen Neukauf zu recht­fer­ti­gen; der Wet­tbe­werb um immer niedrigere Nanome­ter­weit­en ver­liert allmäh­lich seinen Reiz.

Worauf also freut sich denn heute der geneigte Com­put­erkäufer? Richtig: Bald schon gibt es viele neue Hard­ware mit Intels neuesten Prozes­soren mit dem bek­nack­ten Code­na­men “Kaby Lake”. Sie sollen aus gle­ichem Strom mehr von allem her­aus­holen: Mehr Rechengeschwindigkeit, mehr Möglichkeit­en, mehr Tech­nikver­hin­derung:

Schließlich gibt es noch eine Erweiterung für Kaby Lake: einen neuen Medi­en­ver­ar­beitungskern. (…) Dieser Videok­ern erzwingt auch Anti-Pira­terie-DRM-Schutz, wie er von den großen Stu­dios voraus­ge­set­zt wird. Hol­ly­wood­chefs woll­ten keine ultra­hochau­flösenden 4K-Filme aus der “Cloud” strea­men, ohne dass sich­er gestellt ist, dass der gewöhn­liche Mitschnei­der es schw­er haben wird, und daher gab Intel den Unter­hal­tungsriesen, was sie woll­ten.

(Freie Über­set­zung von mir.)

Wer sich in ein paar Monat­en einen neuen Rech­n­er kauft und nicht ger­ade auf AMD-Prozes­soren zurück­greifen möchte, die in gehobe­nen Preisklassen dur­chaus recht sel­ten gewor­den sind, der tauscht ein paar Cent Stromkosten im Wesentlichen gegen seine Frei­heit ein, weil das Gerät, das vorder­gründig mit grandiosen Mul­ti­me­di­aleis­tun­gen prahlt, tat­säch­lich nicht für ihn, son­dern für Rechtev­er­w­ert­er gestal­tet wurde, deren maßge­blich­es Inter­esse an neuer Hard­ware sich auf die Frage beschränkt, wie man deren Käufern möglichst viele Möglichkeit­en nehmen kann, über die ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den dig­i­tal­en Medi­en frei zu ver­fü­gen.

Ohne diese Leute war das Inter­net irgend­wie schön­er.

In den NachrichtenWirtschaft
In der Steuer geirt

“ZEIT ONLINE”, 8. Juli 2016:

Die US-Behör­den gehen juris­tisch gegen die Steuer­prak­tiken von Face­book vor. Die Steuer­be­hörde IRS reichte eine Klage gegen den Konz­ern ein, in der es um die finanzielle Verbindung zur europäis­chen Face­book-Zen­trale in Dublin geht.

“ZEIT ONLINE”, 30. August 2016:

Der US-Konz­ern Apple muss in Irland die Reko­rd­summe von bis zu 13 Mil­liar­den Euro Steuern nachzahlen. (…) Das US-Finanzmin­is­teri­um hat­te der [EU-Wet­tbe­werbs-]Kom­mis­sion Ende August vorge­wor­fen, sie unter­grabe das inter­na­tionale Steuer­sys­tem und nehme dabei “über­pro­por­tion­al” US-Konz­erne ins Visi­er.

Bei Steuern wollen die USA von glob­al­isiert­er Wirtschaft dann doch lieber nichts wis­sen.

PolitikPiratenparteiMontagsmusik
Red Bazar — Paragon // Von Linken und Schiffern

Warm hier heute, finden Sie nicht?Es ist Mon­tag, Tag 1 nach der friedlichen Explo­sion inmit­ten son­nig­sten Wet­ters, das selb­st den Mond blendete. Die Piraten­partei hat vieles kom­pliziert­er gemacht. Patrick wer? Na, Schif­fer! Wie in Clau­dia Schif­fer! Welch tre­f­fend­er Name für einen Piratenkapitän, welch bedeut­same Ver­wandtschaft. Kann ja nur gut wer­den mit so ein­er Cou­sine, son­st wäre das medi­al gar kein The­ma, nicht wahr? Nichts kön­nte mich dazu brin­gen, einem einzi­gen, erst recht nicht so vie­len ser­iösen Jour­nal­is­ten vorzuw­er­fen, er wäre mehr an solchem Fir­lefanz als an Poli­tik inter­essiert. Das wäre doch auch wirk­lich unange­bracht von mir. — Gab es denn auch Poli­tik? Immer­hin: Forschungsanstren­gun­gen zur friedlichen Nutzung der Kern­fu­sion sind sin­nvoll. Zur Hölle mit den Hip­pies.

Der stel­lvertre­tende Vor­sitzende der CDU/C­SU-Frak­tion im Bun­destag lässt wis­sen, dass die CDU/CSU keines­falls eine linke Partei zu sein beab­sichtigt. Das ist nun sicher­lich sehr über­raschend und auch ein wenig ent­täuschend für ihr linksau­tonomes Wäh­lerk­lien­tel. Min­destens genau so über­rascht ist mal wieder die Onlineredak­tion des heise-Ver­lags, die panisch ver­meldete, dass Pass­wörter, die ihr auf den Com­put­ern fremder Leute (in der so genan­nten “Cloud”) ablegt, möglicher­weise gar nicht so gut ver­steckt sind, dass da nie­mand rein­guck­en kann. Aber ist ja so prak­tisch, das alles.

Man kann sich das Leben aber, statt ein­fach­er, auch deut­lich schw­er­er machen, zum Beispiel, indem man seine sex­uellen Vor­lieben zum Poli­tikum macht: “Derzeit wer­den die LGBT-Rechte von ein­er Kopfge­burt aus der Rechtsabteilung von Anti-LGBT-Grup­pen attack­iert”, gut, andere Men­schen find­en ja auch Loko­mo­tiv­en inter­es­sant. So lange die offen­sichtlich bedeut­samen gesellschaftlichen Prob­leme in den USA so ausse­hen, hat die Welt zumin­d­est nicht zu befürcht­en, dass es noch schlim­mer wird.

Machen wir sie doch so lange ein biss­chen bess­er, zum Beispiel mit Musik.

red bazar, paragon

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenComputer
Apples iDrone: Bald noch interaktiver!

Pri­ma Tech­nikidee, übri­gens:

Apple erwägt ein Sicher­heitssys­tem, das bio­metrische Dat­en von Geräte­dieben sam­melt und an den Besitzer über­mit­telt. (…) Zu den gesam­melten Dat­en zählen laut Apple zum Beispiel Fin­ger­ab­drücke, Fotos und Videos des nicht autorisierten Nutzers, Audioauf­nah­men der Umge­bungs­geräusche sowie Infor­ma­tio­nen über die Aktio­nen, die auf dem Gerät aus­ge­führt wer­den.

Die so gesam­melten Dat­en soll das gestoh­lene Gerät dann an einen Serv­er sowie andere Geräte des Nutzers über­mit­teln, um die Iden­ti­fizierung des Diebes zu ermöglichen.

(Her­vorhe­bun­gen von mir.)

Selb­stver­ständlich sind Soft­warefehler sowie Miss­brauch des erwo­ge­nen Sicher­heitssys­tems von vorn­here­in aus­geschlossen. Sicher­heit ken­nt kein Par­don.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Kurz und abschließend notiert zum Fall #GinaLisa

Dass eine — das harte Los der Berufs­blondi­nen — in der Öffentlichkeit ste­hende Frau dadurch, dass sie ein­vernehm­lichen Sex hin­ter­her blöd fand, das Sex­u­al­strafrecht in Deutsch­land dahinge­hend bee­in­flusst hat, dass ein Nein jet­zt auch als ein Nein und nicht etwa, wie bish­er, als ein Nein aufge­fasst wird, sei mal geschenkt, die Ein­flüsse auf unser zivil­isiertes Miteinan­der sind doch abse­hbar ger­ing und die Frau hat unter Gezeter ihrer Sym­pa­thisan­tinnenschnipp schnapp, Gerechtigkeit, wis­senschon — und gegen den Willen der auf rechtsstaatliche Prinzip­i­en nicht viel Wert leg­en­den Fam­i­lien­min­is­terin (SPD, ver­ste­ht sich) ihre gerechte Strafe erhal­ten; entsch­ieden­er Wider­spruch sei an dieser Stelle allerd­ings gegen ihre aus­gerech­net RTL gegenüber geäußerte und medi­al vielfach zitierte Ver­mu­tung ein­gelegt, all das geschehe ihr nicht etwa wegen ihrer Freude daran, mal wieder vor ein­er Kam­era zu ste­hen (was ander­er­seits ihr Dasein als wiederkehren­der Gast in aus­gerech­net dem “Früh­stücks­fernse­hen”, das sich für die Befas­sung mit gesellschaftlich bedeut­samen Diskus­sio­nen nicht deut­lich bess­er eignet als ein durch­schnit­tlich­er Wer­be­block auf Pro Sieben, erk­lären kön­nte), son­dern nur, “weil sie ausse­he, wie sie ausse­he”, denn richtig wäre allen­falls, dass es geschieht, obwohl sie, legt man lei­dlich nor­male oder wenig­stens fem­i­nis­tis­che (i.e. chirurgiekri­tis­che) Maßstäbe an, aussieht wie jemand, der mit seinem Ausse­hen (vgl. u.a. Plas­tiken­ten bei Schmelztem­per­atur) eigentlich schon genug ges­traft wäre, das jedoch zum Lei­d­we­sen der Ästhetik unverän­dert straf­frei bleibt.