FotografieSonstiges
Um aus Fehlern zu lernen, muss man zunächst Fehler machen.

„Liebe, Liebe, Liebelei, morgen ist sie vielleicht vorbei”, so sang einst Tony Holiday.
Aber was kümmert’s das Herz, wenn der Kopf sich dessen bewusst ist?

Der Mensch, so scheint es, sucht stets nach Gleichgesinnten.
„Gegensätze ziehen sich an”? Mag sein, aber für Herzensdinge darf’s dann offenbar doch bevorzugt ein Spiegelbild der eigenen Person sein.
„Gleich und gleich gesellt sich gern”, ‘nen Zehner ins Phrasenschwein und weiter geht’s:

Bloß keine Reibereien!
Der potenzielle Lebensabschnittspartner sollte einen ähnlichen Humor haben, ähnliche Musikstile mögen, ein ähnliches Lebensziel verfolgen, ähnliche Interessen besitzen, und die politische Richtung darf natürlich auch nicht abweichen von der eigenen (wenngleich man selbst die zeitweise kritisch sieht).

Und wenn man dann nach vielen Monaten, gar Jahren voller Gemeinsamkeiten erkennt, dass Dialoge, die im Wesentlichen gegenseitige Zustimmung ausdrücken, mitunter recht eintönig sind und die Basis für eine gemeinsame Zukunft dieser Eintönigkeit gewichen ist, lag’s meist daran, dass „die Chemie nicht gestimmt” hat.

Die Suche nach dem potenziellen Nachfolger resultiert dann in einem solchen, der im Wesentlichen genau so ist wie der vorige Partner.

„Das Herz macht keine Fehler.”

Dies sollte man jedenfalls meinen.

MusikNetzfundstücke
Volksmusik ./. MTV

Ey, sch'hab fette Immobilien, krass, Aldah.Beachtliche Randnotiz:
Bushido hat MTV/Viva jegliche Zusammenarbeit gekündigt, originellerweise übrigens, weil MTV offenbar (ah?) ein ernsthaftes Problem mit Musik hat, die ein wenig abseits der Klingeltonwelten stattfindet.

Ich beginne, Bushido für sympathisch zu halten.
Als Menschen, nicht als „Musiker”.


Nachtrag:
Beim Wortvogel entdeckte ich soeben eine amüsante Neuvertonung von “Under the bridge“. Lohnt sich.

KaufbefehleNetzfundstückePersönliches
Surrealismus in Bild und Ton

Seit kurzem, rein filmtechnisch, meine zweite große Leidenschaft (meine erste ist, nach wie vor ungeschlagen, Woody Allen):
Luis Buí±uels surrealistische Werke.

Bekannt geworden (die Pixies haben sogar ein Lied daraus gemacht) ist vor allem sein Erstwerk Ein andalusischer Hund von 1929.

Sie versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen!Der Kurzfilm (ungefähr 17 Minuten lang) ist im Wesentlichen eine Ansammlung von Traumsequenzen. Der Film beginnt damit, dass ein Mann seiner Frau, die auf dem Balkon steht, von hinten mit einer Rasierklinge das Auge zerschneidet, wie auch eine vorbeiziehende Wolke den Vollmond zerschneidet – in Nahaufnahme natürlich, damit man sich schön ekeln kann. Später kriechen auch Ameisen aus seiner Hand, als er sie genau betrachtet.

Und da 1929 schon ein paar Jahre her ist, steht der Film inzwischen gemeinfrei zur Verfügung, und zwar hier.
Wer indes nicht ein allzu großer Freund des verwendeten Filmformats ist, dem empfehle ich, den Film zusammen mit einem anderen Film des gleichen Ursprungs – Das Goldene Zeitalter – auf Datenträgern zu erwerben. Die Kunst ist es wert.

Ich wünsche angenehme Unterhaltung.

MusikNetzfundstückePolitik
Extremisten beugen vor.

„Kicher, kecker”, hieße es vermutlich bei Donald Duck; heise nachrichtet heute:

Nazis-auslachen.de will bei Vorbeugung gegen Extremismus helfen

„Nazis auslachen” ist natürlich ein wirkungsvoller Schritt gegen Extremismus oder für das, was man dafür hält.
Die anschließende Hetzjagd auf Nazis mit gemeinschaftlichem “Nazis aufs Maul” rundet den Plan sicher wirkungsvoll ab, und wenn die Lacher dann allein auf ihrer Seite sind und die staatsfeindlichen und gewalttätigen Extremisten erfolgreich fortgehetzt worden sind, kann man sich ja wieder aufs Wesentliche konzentrieren.

Zum Beispiel kollektives Polizistenschlagen und die Anarchie propagieren.

Is’ mir schlecht.


Apropos schlecht bzw. eben nicht schlecht, sondern um so besser:
Peter Peter macht auf einen neuen Gitarrenmusiksampler aufmerksam, den es für lau zum Herunterladen (wahlweise auch über eD2K/KAD oder die Internetpräsenz der Plattenfirma) gibt.

Für den Freunde von Gitarrenmusik mit eher experimentellen Zuschnitt gibt es ein schönes Geschenk. Die von den Labels Cavity Records und The Mylene Sheats verschenkte Split-Compilation enthält 14 Songs. Zwischen den musikalischen Fixpunkten Metal, Instrumental und Ambient geht es auf der Zusammenstellung tendentiell sehr experimentierfreudig zu. Radiokompatibilität ist eher nicht anzutreffen.

(…)

Mehr oder weniger unbekannte Bands aus den USA wie Giants, Beware Of Safety oder North, wobei Caspian noch die bekannteste sein dürfte. Einige der Bands sind übrigends zur Zeit in Europa (auch Deutschland) vorstellig.

Die Liste der Lieder:

1. If These Trees Could Talk – Signal tree
2. Giants – While The Ages Steal
3. Beware Of Safety – Weak Wrists
4. Years Of No Light – Tu As Fait De Moi Un Homme Meilleur
5. Gifts From Enola – City Lights Scraped The Sky
6. North – Ash
7. Caspian – Brombie
8. Giants – The Palace Stands In It“â„¢s Proper Place
9. Paulson – Window Frames
10. You May Die In The Desert – Oceanfloor Hijinks
11. North – Eidolon
12. Nanda Devi – Last Remaining Polar Bears
13. Eksi Ekso – O“â„¢ God, They“â„¢ve Frozen
14. Caspian – Further In

Vor allem Caspian und If These Trees Could Talk sind auf jeden Fall das Herunterladen wert, gerade wenn man Musikgruppen wie Hermelin zu seinen Favoriten zählt.

Fröhliches Hören wünsche ich.

MusikNetzfundstückePersönlichesSonstiges
Die Liebe stinkt, mein Freund, die Liebe stinkt.

“Erst, wenn ihr versteht, dass sich die Liebe nicht beschränken lässt,
und sich euer Leben nicht nur durch das Denken lenken lässt,
könnt ihr verstehn, warum mich das Wort „Liebe” stört;
weil sich die Liebe anders anhört,
eher so.”


(Neuen Trend im Einzelhandel entdeckt: Hin und wieder mal „frisch” auf die Zutatenliste schreiben, damit die nicht frischen Bestandteile nicht so auffallen.)

KaufbefehleMusikNetzfundstücke
Vorsicht, nackte Menschen!

Nachdem ich bereits in einigen früheren Einträgen, zuletzt in diesem, die (übrigens großartige) isländische Postrockgruppe Sigur Rós in Form einer Randbemerkung erwähnte, möchte ich ihr Schaffen heute einmal für ein kleines Gedankenexperiment nutzen:

Was wäre, wenn im Volk der VSvA (vulgo USA) etwas mehr Konsequenz resp. Konsens bezüglich gesellschaftlicher Normen (im Besonderen Prüderie einerseits und Waffengewalt andererseits) herrschte?

Vermutlich würde man dann immer noch etliche Milliarden US-Dollar aus dem Fenster werfen bzw. in die Luft schießen, einmal bildlich ausgedrückt.
Vermutlich würden andererseits allerdings auch Sigur Rós nackte Leute abbilden dürfen, ohne zensiert und von amerikanischen Medienkonzernen bzw. -tochterunternehmen als „nicht jugendtauglich” deklariert zu werden.

„Vorsicht, nackte Menschen! – Sind Sie wirklich mindestens 18 Jahre alt?”
(Die Frage liegt nahe, wie es konservative US-Amerikaner eigentlich mit dem Geschlechtsverkehr halten; andererseits …)

‘s ist schon ‘n Kreuz mit den Amis; den ganzen Tag Leute totschießen, wen juckt’s?
Öffentliches Ärgernis erregt man nur, wenn man nackt ist. –
Oder Marilyn Manson hört.

Wer macht denn auch so was?


Dienstleistung für mein jugendliches und/oder YouTube-kontofreies Publikum:
Eine jugendfreie Version des Videos gibt’s hier zum Gucken und das komplette Album hier zum Kaufen. Macht reichlich davon Gebrauch!

Persönliches
Gleicher als die anderen.

Einer der interessanteren Aspekte des Daseins als Schmarotzer Student ist die Vielzahl an unterschiedlichen Institutionen wunderlichen Namens, mit denen man in Berührung zu kommen zumindest in der Lage ist.

Und das klingt alles so vornehm:

„Zentrum für Medien- und Informationsdienstleistungen” (vulgo Bücherei)!
„Zentrale Einrichtung für Multimedia, Kommunikationstechnik und Informationsverarbeitung” (Rechenzentrum)!
Und sogar ein „Frauen- und Gleichstellungsbüro”! –

Nee, Moment, äh, habe ich das nun richtig verstanden?
Eine gesonderte Institution, die den Titel „Gleichstellungsbüro” trägt und in der Selbstdarstellung dies anführt:

Wir unterstützen die Hochschule bei ihrem gesetzlichen Auftrag, aktiv zur Gleichstellung von Frauen und Männern beizutragen.

– man möge mich mit Schimpf und Schande aus jeglicher menschlichen Gesellschaft ausstoßen, wenn ich allzu falsch liege, aber lässt sich in dem separaten Titel „Frauenbüro” nicht ein anderes Ziel erkennen?

Damit einher gehen dann auch die Details; dass nämlich das Gleichstellungsbüro samt und sonders aus Frauen zu rekrutieren scheint und die vorgebliche Chancengleichheit an der Hochschule dadurch unter- bzw. eben eingemauert wird, dass ein „Schnupperstudium für Schülerinnen” (ob diese mehrheitlich kettenqualmenden Personen überhaupt noch schnuppern können?) und ähnliche unter der Flagge der Gleichheit und/oder Gleichgültigkeit angebotenen Vorzüge, für die man allein dadurch quasi prädestiniert ist, weiblichen Geschlechts zu sein, feilgeboten wird, lässt mich erschaudern.

(Einmal abgesehen davon, dass in unserer aus irgendwelchen historischen Zusammenhängen heraus so genannten christlichen Wertegemeinschaft die routinemäßige Unterdrückung der Frau per se kein Thema mehr sein sollte, ich aber andererseits auch ohne das pervertierte Gleichstellungsbüro nur selten den inneren Drang verspüre, eine Frau zu unterdrücken und/oder zu quälen, und daher nicht verstehen kann, wieso es kein „Schnupperstudium für Schüler beiderlei Geschlechts” gibt.)

Und ich hoffe, dass sich auch die Mehrzahl der Studentinnen hierzulande – gesetzt den Fall, dass es sich an den meisten Hochschulen ähnlich verhält – für die lebenslangen Extrawürste wenigstens ein klein wenig schämt.