PolitikIn den Nachrichten
Iwan des Tages: Putins gefährliche Reichsbürger

Dass in Geor­gens­g­münd ein Men­sch mit gemein­hin für falsch gehal­tener Auf­fas­sung von Völk­er­recht und legal erwor­be­nen Waf­fen (denn es ist bekan­ntlich ein sehr wichtiges Grun­drecht, sich unter Umstän­den ein Mordinstru­ment unter’s Kopfkissen leg­en zu dür­fen) einen Polizis­ten erschossen hat, führt gegen­wär­tig zu aller­lei gesellschaftlichen Urteilen wie etwa dem, dass man doch bitteschön etwas gegen diese Ter­ror­is­ten unternehmen möge, wom­it natür­lich die “Reichs­bürg­er” und nicht etwa die Waf­fenbe­sitzer gemeint sind, denn bekan­ntlich ist man als unbe­waffneter Geschichtsver­dreher wesentlich gefährlich­er als wenn man bloß ein bewaffneter Spin­ner ist, unter völ­liger Aus­blendung des Umstands, dass pro­por­tion­al mehr Frauen als “Reichs­bürg­er” irgendwen umbrin­gen und trotz­dem nahezu nie­mand fordert, man möge Frauen doch bitte unter Beobach­tung stellen.

Klar — “Reichs­bürg­er” sind in ihrem ganzen Han­deln viel verdächtiger. SPIEGEL ONLINE “erk­lärt” dazu:

Scrollt man durch die Seite, tritt man ein in eine Blase, in der (…) das Finanzsys­tem kurz davor ist, die Welt in den Abgrund zu kol­la­bieren, Behör­den nur daran arbeit­en, die Bürg­er zu schröpfen, Medi­en lügen, west­liche Regierun­gen auf den drit­ten Weltkrieg gegen Rus­s­land drän­gen. Der einzige Mächtige, der hier des Bösen unverdächtig ist: Wladimir Putin.

“Ach so”, wird der ver­ständi­ge “SPON”-Leser nun denken, “dann ist ja alles klar”, denn wer das Finanzsys­tem kri­tisiert, staatlichen Insti­tu­tio­nen oder gar der Bun­desregierung die Armut von Bürg­ern vor­wirft und dann sog­ar noch dreist behauptet, west­liche Medi­en oder gar hochrangige Poli­tik­er wür­den die Kon­fronta­tion mit Rus­s­land ver­schär­fen wollen, dessen Präsi­den­ten er überdies nicht ein­mal durch entsach­lichende Dämon­isierung zu ver­teufeln wagt, der kann nur ein Ter­ror­ist oder min­destens ein Sym­pa­thisant sein.

Ver­dammter Putin.

Nerdkrams
Warum Informatik kein Programmierunterricht ist

Was hat das Inter­net sich nicht wieder köstlich amüsiert: Die F.D.P. fordert das “Pro­gram­mieren ab Grund­schule”, stimmt aber im Land­tag gegen ein Pflicht­fach Infor­matik. Haha, die Pünk­tchen­partei immer. So inkon­se­quent.

Nur hat Pro­gram­mieren mit Infor­matik zunächst mal so viel zu tun wie ein Horoskop mit Astro­physik: Irgend­was mit Com­put­ern, irgend­was mit Ster­nen, wird schon passen. Infor­matik als Ver­tiefung der Math­e­matik lehrt Logik, trock­ene Auto­ma­ten­the­o­rie, allerd­ings nicht zwangsläu­fig ihre Anwen­dung — und selb­st die geht weit über Pro­gram­mieren hin­aus.

Die Mehrzahl aller Infor­matik­ab­sol­ven­ten kann nicht pro­gram­mieren (und wenn, dann nur in Java), Infor­matik all­ge­mein läuft super bis auf Pro­gram­mieren. Als fer­tig studiert­er Infor­matik­er mit ein­er lei­dlich akzept­ablen Durch­schnittsnote kann man einen Algo­rith­mus schreiben, der sich in Inter­net­foren über die schlechte Qual­ität seines Studi­ums beschw­ert, aber ihn eben nicht in der Prax­is umset­zen, weil wed­er Algo­rith­mik noch Plati­nen­löten nen­nenswerte Ken­nt­nisse in ein­er Pro­gram­mier­sprache (außer, allen­falls, Assem­bler­sprache oder Lern­sprachen wie Python, die sowieso wie lauf­fähiger Pseudocode ausse­hen; und selb­st das nur, wenn genug Begeis­terung für das The­ma beste­ht, weil man in keinem der bei­den Fäch­er zwangsweise mit echtem Quell­code arbeit­en muss oder auch nur sollte) mit sich brin­gen. Für die Wirtschaft sind Leute, die Ideen in verkauf­s­taugliche Pro­gramme ein­bauen kön­nen, allerd­ings langfristig wichtiger als solche, die sich ab und zu mal was aus­denken, weil sich Ideen eben ver­dammt schw­er in Greif­bares ver­wan­deln lassen, wenn nie­mand da ist, der das tut; und selb­st, wenn man von der Wirtschaft nicht viel hält: Wenn ich ein Pro­gramm zum Heimge­brauch entwick­le, dann macht mir das Schreiben von Code oft deut­lich mehr Spaß als das Erar­beit­en der dahin­ter ste­hen­den Logik. Dazu kommt: Kein Wis­sen aus der Infor­matik ist zur pro­duk­tiv­en Arbeit hier­bei zwangsläu­fig Voraus­set­zung, denn pro­gram­mieren kann man auch ohne eine detail­lierte Ver­schriftlichung der erwarteten Ergeb­nisse.

Richtig ist, dass mehr Men­schen pro­gram­mieren kön­nen soll­ten, denn Pro­gram­miertes löst oft Prob­leme, die man bis dahin für unauswe­ich­lich gehal­ten hat­te. Mehr noch: Notwendig erscheint es mir, Medi­enkom­pe­tenz zu einem wichti­gen Unter­richtsin­halt in Schule und Studi­um zu machen. Stimmt, was in Zeitun­gen und Schul­büch­ern ste­ht? Wie ver­trauenswürdig ist Face­book und wom­it ver­di­enen die eigentlich ihr Geld? Nur ist auch dies nicht die Auf­gabe der Infor­matik. Ein Infor­matik­er kann eine lange Kar­riere vor sich haben, ohne jemals mit dem in Berührung zu kom­men, was manche hierzu­lande einen Com­put­er nen­nen. “Du bist doch Infor­matik­er, du kannst doch sich­er mein Auto repari­eren, das ist doch heute alles mit Com­put­er.” (Vielle­icht ist auch das ein Grund dafür, dass es heißt, es gäbe zu wenig gut aus­ge­bildete Infor­matik­er: Man wäre schön blöd, das herumzuerzählen.)

Im Übri­gen gibt es dur­chaus gute Gründe dafür, dass Infor­matik ein mehrjähriger Stu­di­en­gang mit mehreren, einan­der fak­tisch auss­chließen­den Ver­tiefun­gen ist: Die wesentlichen Inhalte dieser Diszi­plin lassen sich nicht zwis­chen Sportun­ter­richt und Erd­kunde begreifen. Wer ein “Pflicht­fach Infor­matik” fordert, der hat offen­sichtlich ganz ein­fach das Wesen der Infor­matik nicht begrif­f­en. Astro­physik­er — da haben wir es wieder — sind ja auch nicht nach dem Abitur schon fer­tig.

Wer sich also über die ein­gangs erwäh­nte ver­meintliche Inkon­se­quenz der F.D.P. amüsiert, dem stünde etwas mehr Unter­richt ver­mut­lich nicht schlecht zu Gesicht.


Pro­duk­ttest des Tages: “Auf den ersten Blick hat Google vieles richtig gemacht: Das Pix­el hat eine sep­a­rate Kopfhörerbuchse und stand während meines fün­ftägi­gen Tests kein einziges Mal in Flam­men. Für High-End-Smart­phones ist das im Herb­st 2016 nicht selb­stver­ständlich.”

In den NachrichtenMontagsmusik
Grobschnitt — Solar Music // Von Baumküssern und anderen Linken

montag-symbolbildEs ist Mon­tag, aber man redet es sich schön, weil unbe­d­ingte Voraus­set­zung für einen Mon­tag ja ist, dass zuvor ein Son­ntag stat­tfand, aber davon kann keine Rede sein. Für den Mond­tag mag es reichen, schon wegen des Voll‑, Quatsch, Super­mon­des, ein Wort wie aus einem Wel­ter­folg von Scoot­er, jeden­falls: Mon­tags hat man auch schon mal bessere Zeit­en (zum Beispiel nach­mit­tags an Son­nta­gen) gese­hen. Als wäre es erst gestern gewe­sen.

Gute Nachricht­en allerd­ings — die Ursache für das Wald­ster­ben ist gefun­den: DJ Bobo küsst jeden Tag zwei Bäume. Dass das nicht ver­boten ist, gehört zu den unver­ständlichen Eigen­heit­en der Schweiz. Wobei man als Deutsch­er, was Eigen­heit­en ange­ht, vielle­icht bess­er schweigen sollte; außer ein­er Bahn mit Beschw­erdekul­tur und verklemmten Großmäulern mit Penis­neid leis­ten wir uns ander­er­seits ins­beson­dere auch vorsät­zlich verängstigte Linke, denen es ihre eigene poli­tis­che Agen­da ver­bi­etet, ein lei­dlich zivil­isiertes Miteinan­der auch von Kul­turfrem­den einzu­fordern. Die wis­sen das ja nicht bess­er. Wenn das eigene Welt­bild ver­nagelt ist, hil­ft ein erhoben­er Zeigefin­ger nicht beim Blick auf das Leben, das wirk­lich passiert. Nicht in jedem Kokon wird man zum Schmetter­ling.

Zu viel Offen­heit, ander­er­seits, ist auch nicht gut, zum Beispiel, wenn sie smarte Elek­tron­ik befällt: Zwölf Jahre alter OpenSSH-Bug gefährdet unzäh­lige IoT-Geräte, da weiß man diesen Open-Source-Quatsch doch gle­ich richtig zu würdi­gen. Kann ja nix passieren, kann ja jed­er rein­guck­en.

Manch­mal wäre Ver­reisen, weit weg von all dem, eine über­legenswerte Alter­na­tive.

Oder, noch bess­er, Musik.

Grob­schnitt — Solar Music — Live

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Alle Jahre wieder: Pennys Zipfelreligion

Es ist wieder so weit: Vie­len Men­schen ist von den ersten Domi­nos­teinen und Lebkuchen­herzen des Jahres schon vor Wochen schlecht gewor­den, es dro­ht das erste “Last Christ­mas” aus schlim­men Medi­en zu erschallen und bei Pen­ny (ehem. Pen­ny-Markt) gibt es Zipfelmän­ner. Das hat viele Men­schen ziem­lich verärg­ert.

Die Zipfelmän­ner, diese optis­che Ver­mäh­lung von Räucher­män­nchen mit Schlümpfen, zeich­nen sich dadurch aus, dass sie mit dem Wei­h­nachts­mann beina­he nichts zu tun haben; nur: unge­sunde Hohlfig­uren aus Schoko­lade, deren Ver­füg­barkeit kalen­darisch mit christlichen Fest­ta­gen zusam­men­hängt, sind bei­de. Fol­gerichtig lautet die Ver­mu­tung seit­ens unge­sun­der Hohlfig­uren aus Men­sch, dass diejeni­gen, die den all­herb­stlichen Ansturm auf das Zeug nicht bloß mit Wei­h­nachtsmän­nern zu befriedi­gen ver­suchen, hier­mit den Plan ver­fol­gen, das Chris­ten­tum zu über­vorteilen. Die mus­lim­is­chen Flüchtlinge seien schuld, als wäre der Zipfel­mann das Abbild ein­er hohen islamis­chen Got­theit.

Wie der Wei­h­nachts­mann als Wer­be­fig­ur Coca-Colas eben auch nichts mit Reli­gion zu tun hat, wom­it das einzige religiös vertret­bare Geschenke­fest im beste­hen­den Kalen­der das Gedenk­fest des heili­gen Bischofs Niko­laus (6. Dezem­ber) ist, dessen Leben noch heute dadurch gedacht wird, dass man Kindern Schoko­lade, meist mit einem möglichen Abbild des Bischofs, in die Schuhe schiebt. Bis­chöfe machen so was eben. Die US-amerikanis­che Darstel­lung des Bischofs als “San­ta Claus” (was ja nichts anderes heißt als “Heiliger Niko­laus”), in der Regel am 25. Dezem­ber den Höhep­unkt erre­ichend, ist insofern eine im Kalen­der ver­rutschte Fehldeu­tung des im Zuge der Kirchenspal­tung als Ersatz für den von Katho­liken verehrten Niko­laus ent­stande­nen Christkinds (will heißen: Jesus), trotz der ursprünglichen Darstel­lung als Engel nach­drück­lich bee­in­flusst von der Kul­tur­losigkeit bezeu­gen­den Gle­ich­set­zung von Niko­laus und Jesus. Tät’s nicht ein­er der Ihren, hieße es ver­mut­lich Ket­zerei.

Das Ende des christlichen Abend­lan­des — immer­hin: na endlich — wird insofern vielmehr von denen befeuert, die das Andenken an christliche Heilige sukzes­sive durch die Verehrung ein­er Sym­bol­fig­ur des Kap­i­tal­is­mus US-amerikanis­ch­er Aus­prä­gung erset­zen, als von denen, die die Pri­vat­sache Reli­gion auch als eine solche behan­deln. Die Gebete zum mächti­gen Mam­mon bleiben Jahr für Jahr nicht unge­hört. Besorgte Bürg­er ver­schan­deln das Chris­ten­tum. Hat sich dage­gen eigentlich schon Wider­stand formiert?

In den NachrichtenMir wird geschlechtMusik
Dichten soll sich wieder lohnen, aber Anna-Lena Scholz ist nicht inspiriert.

Bob Dylan hat, das hat wohl inzwis­chen selb­st der­jenige Großteil der Men­schheit, dem umge­hängte Medaillen ein­fach mal schnuppe sind, mit­bekom­men, jüngst wenig über­raschend den Nobel­preis für Lit­er­atur, genauer: für, über­wiegend, seine Lied­texte, erhal­ten. #Stein­meier gefällt das. Bob Dylan wurde auch deshalb aus­geze­ich­net, weil er nun seit über 50 Jahren, allen Aus­fällen (man munkelt, es seien religiöse Alben unter seinem Namen erschienen) zum Trotz, Gedichte geschrieben und ver­tont hat, die den sound­track ganz­er sog. Bewe­gun­gen bilde­ten, selt­same Stimme hin oder her. Irgendwelche Antworten wer­den noch heute in den Wind geblasen, Bob Dylan aber ver­weilte nicht lange. Ikone sein zu wollen hat ihm ohne­hin offen­bar nie gele­gen: Als ihm die ver­dammten Hip­pies zu viel Aufmerk­samkeit zuteil wer­den ließen, offen­bar in der Hoff­nung, er möge für den Rest seines Lebens ihre Lieblingslieder qua­si als men­schlich­es Radio wiedergeben, steck­te er seine Gitarre in die Steck­dose und beschloss, dass die Lager­feuer­lieder kün­ftig andere Men­schen machen mögen. So behauptet es jeden­falls die Leg­ende.

Bob Dylan — Maggie’s Farm (Cham­paign 1985).mp4

Bob Dylan ist nicht erfol­gre­ich gewor­den, weil er dem Ide­al­bild eines glat­ten Kün­stlers entsprach, son­dern ger­ade auch wegen sein­er Texte. Frieden­shym­nen wur­den bald von sub­til­er, sel­ten auch brachialer Gesellschaft­skri­tik abgelöst — selb­st der Präsi­dent der USA, zum Beispiel, habe manch­mal nichts an (“It’s Alright, Ma (I’m Only Bleed­ing)”, Über­set­zung von mir), was jahrzehn­te­lang von Jubeln des Pub­likums begleit­et wurde, die sind’s eben auch nicht mehr gewohnt — und blieben zumin­d­est bis Anfang der 1970-er Jahre beein­druck­end wort- und bil­dre­ich, wie man es son­st nur von weni­gen anderen Musik­ern wie etwa Leonard Cohen kan­nte.

Dass gereimte Texte, seien sie nun gesun­gen, gesprochen oder gerülpst, meist zweifels­frei als Lit­er­atur (zumal Lyrik) auszu­machen sind, lässt die “his­torische Zäsur” (Michael Hübl, Ressortleit­er für Kul­tur bei den “Badis­chen Neuesten Nachricht­en”) noch erstaunlich­er wirken. Hat son­st noch nie­mand aus Musik­erkreisen so nach­drück­lich gewirkt? Um einen Lit­er­aturnobel­preis zu erhal­ten, hat­te der Preis­s­tifter immer­hin einst ver­fügt, sel­biger Preis möge der­jeni­gen Per­son ver­liehen (muss man den dann eigentlich wieder zurück­geben?) wer­den, die auf dem Felde der Lit­er­atur die her­aus­ra­gend­ste Arbeit im pos­i­tiv­en Sinne ver­richtet hat, und daran beste­hen ver­mut­lich nur geringe Zweifel.

Bob Dylan Bal­lad Of a Thin Man

Doof ist nur, dass Bob Dylan ein Mann ist, ein alter weißer oben­drein, was die “Geis­teswis­senschaft­sjour­nal­istin” — das ist ver­mut­lich jemand, der für zu viel Geld zu lange Texte über Leute schreibt, die beru­flich tat­säch­lich geistige Arbeit ver­richt­en — Anna-Lena “Doc” Scholz zu dem Hin­weis ver­an­lasste, dass es wohl nicht sehr inspiri­erend (ich nehme an: für ander­sar­tige Men­schen) sei, wenn der diesjährige Nobel­preis auss­chließlich an “Män­ner über 65” ver­liehen werde, was ja schon deshalb nicht stimmt, weil drei der elf Preisträger noch nicht über 65 Jahre alt sind, aber Jour­nal­is­mus hat mit Recherche eben nur am Rande etwas zu tun. Welche her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen junger Frauen von den Preisver­lei­h­ern nicht aus­re­ichend berück­sichtigt wor­den sein sollen, teilte sie bedauer­licher­weise nicht mit, so dass ich nur rat­en kann: Ist Anna-Lena Scholz offen­sichtlich seit Beginn ihrer beru­flichen Lauf­bahn nur deshalb nicht aus­re­ichend inspiri­ert, um Bemerkenswertes zu schaf­fen, weil die Preisträger 2016 alle­samt im Ruf ste­hen, über ein naturgemäß männlich­es Geschlecht­steil zu ver­fü­gen? Den Scholzpreis für beson­dere Weib­lichkeit bekom­men sie so sich­er nicht!

Guck­en wir uns das mal genauer an. Von den sechs Nobel­preiskat­e­gorien Physik, Chemie, Physiologie/Medizin, Lit­er­atur, Frieden und Wirtschaftswis­senschaften wäre Frau Scholz — sie beschäftigt sich laut Selb­st­darstel­lung außer mit Lit­er­atur auch mit der The­o­rie- und Ideengeschichte der Ger­man­is­tik sowie mit, als hätte ich es geah­nt, fem­i­nis­tis­ch­er The­o­rie und lit­er­atur­wis­senschaftlich­er Geschlechter­forschung, ins­ge­samt also eher mit eso­ter­ischen als mit nüt­zlichen The­men — qua Ken­nt­nis­stand zumin­d­est für den Nobel­preis für Lit­er­atur poten­ziell qual­i­fiziert. Für das Gold­ene Brett 2016 kamen ihre Bemühun­gen um den Fem­i­nis­mus allerd­ings lei­der auch zu spät, diesjähriger Preisträger ist, hihi, ein Mann. Nun beste­ht eine “her­aus­ra­gende Leis­tung” im Preissinne nicht darin, dass man Büch­er rezen­siert, son­st hätte ich sicher­lich auch bere­its mehrfach den Frieden­sno­bel­preis ver­liehen bekom­men, immer­hin rezen­siere ich hier mehr oder weniger regelmäßig Texte über Schar­mützel irgend­wo auf der Welt.

Nein, wer nur Bote eines Werkes ist, der schafft dadurch keine kreative Groß­tat, die es zu würdi­gen gilt. Die bish­er einzige Zweifach­no­bel­preisträgerin Marie Curie ließ sich nicht davon abhal­ten, dass die vorheri­gen für ihre Ver­di­en­ste in Physik und Chemie Aus­geze­ich­neten alle­samt Män­ner waren, sie hat ein­fach gear­beit­et, und das in ein­er Zeit, in der Frauen noch weit davon ent­fer­nt waren, das Priv­i­leg zu besitzen, die ganze Welt mit ihren regres­siv­en Ansicht­en über die Rel­e­vanz von Geschlechtern bei der Würdi­gung der Leis­tun­gen ein­er Per­son zu behel­li­gen; und auch Bob Dylan wäre sicher­lich der Let­zte, der die Inspi­ra­tion durch seine Zeitgenossen nicht zu umfassen wüsste: Ohne die Welt­ge­wandtheit sein­er ein­sti­gen Fre­undin Suze Roto­lo und ohne die Unter­stützung sein­er fol­gen­den Fre­undin Joan Baez, selb­st erfol­gre­iche Musik­erin, hätte seine Lyrik möglicher­weise niemals die nun­mehr qua­si gekrönte Qual­ität erre­icht, über die manch Geis­teswis­senschaft­sjour­nal­istin heute auf­grund seines (oder auch ihres) Geschlechts die Nase rümpft.

Vielle­icht sollte Frau Scholz es mal mit Sin­gen ver­suchen.

Bil­dung ist eine Ressource, die von jeher ungle­ich verteilt wird.
Anna-Lena Scholz

In den NachrichtenComputer
Smartphoneblues (II): Feuer und Flamme

Wo muss denn unbe­d­ingt mehr Inter­net rein? Richtig: In Teekessel.

Mark Rittman set about try­ing to make a cup of tea at 9am but night had fall­en by the time his new Wi-Fi enabled ket­tle could com­plete the task.

Wie halt die mod­erne Tech­nik auch son­st darauf verzichtet, dem Men­schen zu Dien­sten zu sein: Sam­sung beerdigt das Galaxy Note 7 (hätte es eine Löschdecke nicht auch getan?) und sam­melt dafür die noch nicht explodierten Mod­elle in feuer­festen Kisten ein. Wer ist schuld an dieser Entwick­lung — Sam­sung? Nein, die Kun­den:

Der immense Erfol­gs­druck in der Branche führt zu frag­würdi­gen Entschei­dun­gen auf­seit­en der Her­steller. Immer mehr, immer dün­ner muss es sein, gle­ichzeit­ig sollen die Pro­duk­tion­skosten sinken und die Gewin­n­mar­gen hochge­hal­ten wer­den. Nun zeigen sich die unge­woll­ten Kon­se­quen­zen.

In ein­er Zeit, in der die Ver­schlankung von Gehäusen um wenige Mil­lime­ter als wesentlich­es Verkauf­sar­gu­ment gew­ertet wird (ich klagte zuvor), ist das zumin­d­est eine gerechte Strafe. Seht nur, wie dünn es ist!

Mit Funk­tion­al­ität kann man in der Schule nun mal nicht glänzen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Moon Circle — Moon Circle

moon-circlePotz­tausend, schon wieder so ein Album, das Spaß macht. 2016, was ist los mit dir?

Das natür­lich franzö­sis­che Trio Moon Cir­cle — Gitarre, Schlagzeug, Bass/Flüstern/Geschrei — hat pünk­tlich am 1. Jan­u­ar dieses Jahres ein wirk­lich feines Album via Band­camp veröf­fentlicht, das mich beina­he zum Luft­gi­tar­ren angeregt hätte, was dur­chaus ungewöhn­lich ist, neige ich doch eher zum stillen Genuss.

Bei Titeln wie “Lost In The Gang-bang (Where Are You?)”, “Attack Of The Nud­ist Zom­bies” und “Cum Togeth­er” möge man süff­isant grin­sen, wenn es beliebt, aber musikalisch ist von Pubertät hier nichts zu spüren. Texte gibt es eher so zwis­chen­durch, nach ein­er kurzen Tex­tein­lage im Eröff­nungsstück ist erst mal eine Weile Ruhe. Wenn sich das ändert, dann ist es nicht völ­lig unamüsant. Der extro­vertierte Gesang in “Chase The Hunter” etwa macht keinen Hehl daraus, dass diese Band nichts ernst meint oder auch nur ernst nimmt. Yeah.

Moon Cir­cle — Lost In the Gang-bang (where are you ?)

Gen­res, ach, drauf geschissen; wer’s braucht: Gitar­ren­be­ton­ter Ston­er-Krautrock mit dem gewis­sen Etwas. “Spaceship’s Ris­ing” zitiert, vielle­icht sog­ar: par­o­diert vorüberge­hend den Space­rock mit seinen doch oft etwas merk­würdi­gen Effek­ten, nur um dann mal eben sozusagen im Vor­bei­fliegen etlichen auf­streben­den Postrock­kapellen Konkur­renz zu machen, aber das kön­nte auch trü­gen. Hier passiert noch mehr als es scheint, aber zur Ruhe kommt man trotz­dem nur sel­ten und das ist auch gut so.

Lucifer’s Friend, Hawk­wind, Jimi Hen­drix, der Ston­er Rock an sich und, ja, dur­chaus auch Bands wie Russ­ian Cir­cles klin­gen in Moon Cir­cles Erstlings-LP an. Mögen noch mehr solch­er Alben fol­gen!

PolitikIn den Nachrichten
Iwan des Tages: Quis custodiet ipsos custodes?

heise online berichtet:

In den Kabi­nettsitzun­gen der britis­chen Pre­mier­min­is­terin There­sa May ist das Tra­gen der Apple Watch kün­ftig ver­boten.

Nicht etwa aus ratio­nalen Erwä­gun­gen her­aus (man weiß ja nie so genau, wohin Apple die Bewe­gungs­dat­en funken lässt), son­dern natür­lich aus der Angst vor dem bösen Wolf:

Als beson­dere Gefahr sehen die Beteiligten dem­nach einen Angriff durch rus­sis­che Com­put­er­spezial­is­ten. “Die Russen ver­suchen, alles zu hack­en”, so eine Quelle von The Tele­graph.

Die britis­che Regierung ist übri­gens die, die sich den Geheim­di­enst GCHQ leis­tet, der, wie das Inves­ti­ga­to­ry Pow­ers Tri­bunal vor einem Jahr entsch­ieden hat­te, nicht nur die ganze Welt, son­dern selb­stre­dend auch Abge­ord­nete des britis­chen Par­la­ments mit­tels Hacks überwachen darf, wie das so ein Geheim­di­enst nun mal macht.

Ver­dammter Putin immer.

In den NachrichtenMontagsmusik
Electric Orange — Organized Suffering // Immer dieser Antikriegsismus!

blumen-jetztEs ist Mon­tag und man hätte es beina­he nicht gemerkt, weil der Son­ntag erst nicht wie ein Son­ntag schien und irgend­wie dann doch. Tra­di­tio­nen haben Charme, wenn man es nur richtig anstellt. Wenn schon der Rest der Welt bek­loppt scheint: Ab 2030 soll für Autos nur noch Kohle und kein Ben­zin mehr ver­heizt wer­den dür­fen. Da freut sich die Umwelt schon jet­zt.

Die Bun­deskan­z­lerin hat vor ein paar Tagen ver­mutet, Kri­tik am undemokratis­chen Zus­tandekom­men der gegen­wär­tig disku­tierten Frei­han­delsabkom­men sei wohl als Anti­amerikanis­mus zu werten, ein Frei­han­delsabkom­men mit Rus­s­land würde viel weniger Kri­tik mit sich brin­gen. Dabei hat der Anti­amerikanis­mus in der Gesellschaft ganz andere Zusam­men­hänge, zum Beispiel den, dass die USA nicht ger­ade dazu neigen, das friedliche Gle­ichgewicht auf der Erde aufrecht zu erhal­ten. Ein Frei­han­delsabkom­men mit Rus­s­land wäre aus ganz anderen Grün­den eine nette Geste. Rus­s­land hat es ganz all­ge­mein begrün­det satt, dass es von feindlichen Trup­pen (i.e. “uns”) umgeben ist: Rus­s­land kündigt Plu­to­ni­um-Abkom­men mit den USA, bis die USA ihre Dro­hge­bär­den ein­stellen. Da helfen nur mehr Panz­er. Mehr Panz­er haben schon immer gut Prob­leme gelöst, wenn Rus­s­land sich zu wehren ver­suchte.

In weit­eren Nachricht­en: Kur­dis­ches Kinder­fernse­hen gefährdet die nationale Sicher­heit der Türkei. Klar: Fernse­hen macht blöd und blöde Bürg­er sind nicht mehr wehrfähig. Ein deutsch­landweites Fernse­hver­bot kön­nte ver­mut­lich auch dieses Land vorüberge­hend zur Erhol­ung führen.

Bis dahin lassen wir den Fernse­her ein­fach anlass­los aus und hören stattdessen ein wenig Musik.

Elec­tric Orange- Orga­nized Suf­fer­ing

Guten Mor­gen.

MusikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 8. Oktober 2016

Selb­stver­ständlich geht es den meis­ten Applekun­den auss­chließlich um die über­ra­gende Tech­nik, was dieses Pro­dukt nahezu schlüs­sig erk­lärt: Eine Kerze, die nach neuem Mac riecht.


Wir brauchen mehr Frauen in Führungspo­si­tio­nen, haben sie gesagt. Die machen Fir­men men­schlich­er, haben sie gesagt.


Eigentlich jedes Mal, wenn ich Vinyl anpreise, kann ich mir sich­er sein, dass einige Leser geräuschvoll oder auch völ­lig laut­los mit dem Kopf schüt­teln und mich einen rück­ständi­gen Kon­ser­v­a­tiv­en schimpfen, der mit ein­er rein dig­i­tal­en Musik­samm­lung so viel anfan­gen kann wie ihr Opa mit Rock­musik. Stream­ing ist die Zukun­ft und in jed­er Hin­sicht ein­er anständi­gen Plat­ten­samm­lung über­legen. Mit ein­er Plat­ten­samm­lung zum Beispiel fängt man sich nicht mal Mal­ware ein. Voll doof.


Aus der beliebten Rei­he “was für ein rück­ständi­ger Kon­ser­v­a­tiv­er kön­nte denn was gegen den Fortschritt haben?” übri­gens auch: Insulin­pumpen lassen sich im Vor­beige­hen hack­en.


Abschließend das Zitat der Woche, das bitteschön promi­nent im öffentlichen Raum platziert gehört: “[W]enn die Frage, ob die Bombe gut ist oder ob die Bombe böse ist, beina­he immer damit beant­wortet wer­den kann, wer die Bombe abge­wor­fen hat, dann kannst du dir völ­lig sich­er sein, dass du schon längst im Krieg bist.”

PolitikIn den Nachrichten
Schmalhans des Tages: Torsten Albig, SPD.

Dieser Artikel ist Teil 13 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

In der, aus­gerech­net, Fernsehsendung “Die Anstalt”, in der bekan­nte und weniger bekan­nte Kabaret­tis­ten das Pub­likum unter Beifall und Gejohle, allerd­ings anson­sten fol­gen­los zur Erre­gung über die bizarre Poli­tik vornehm­lich des hiesi­gen Lan­des anzure­gen ver­suchen, wurde kür­zlich (Achtung: Flash!) pointiert darauf hingewiesen, dass der Begriff des poli­tisch Linken und Recht­en sich in den let­zten Jahrzehn­ten dahinge­hend ver­schoben hat, dass in den großen Parteien von CDU/CSU bis zur “Linken” allein ein irgend­wie rechter gemein­samer Wertekanon vor­liegt.

Ein aktuelles Beispiel dafür liefert Schleswig-Hol­stein. Die Schleswig-Hol­steine­sen haben im Jahr 2012 — fast wollt’ ich schreiben: n.Chr. — die christliche CDU-Regierung durch eine sozialdemokratis­che SPD-Regierung aus­ge­tauscht. Man sollte nun annehmen, dass die SPD sich wenig­stens vorder­gründig mehr für reale und weltliche Poli­tik statt für die Anbe­tung von Geis­ter­we­sen inter­essierte, ins­beson­dere unter der Prämisse, dass nur wenig mehr als die Hälfte der Ein­heimis­chen Mit­glied der De-fac­to-Staatskirche (Chris­ten­tum) ist. Pustekuchen:

Schleswig-Hol­steins Min­is­ter­präsi­dent Torsten Albig (SPD) wird am Mon­tag von Papst Franziskus in Pri­vatau­dienz emp­fan­gen. (…) Die Pap­stau­dienz find­et im Rah­men ein­er Reise Albigs mit Erzbischof Heße statt. Auf dem Pro­gramm des zweitägi­gen Aufen­thalts ste­hen gemein­same Gesprächen mit der deutschen Botschaf­terin beim Heili­gen Stuhl, Annette Scha­van, und dem Gen­er­alsekretär der Gemein­schaft von San­t’Egidio, Cesare Zuc­coni, sowie ein Gottes­di­enst im Peters­dom.

Nun kön­nte man dur­chaus einen gewis­sen Witz darin sehen, dass im Vatikan auch ein Gespräch mit ein­er verurteil­ten Betrügerin (CDU, natür­lich) anste­ht, wom­it das alles wun­der­schön zusam­men­wächst, aber inter­es­san­ter ist dann doch, dass das SPD-gebeutelte Ober­haupt eines Bun­des­lan­des mit ein­er ein­stel­li­gen Prozentzahl an Katho­liken es für seine Auf­gabe zu hal­ten scheint, beru­flich (also keines­falls als Pri­vat­mann) in aller Pracht mit dem Papst zu par­lieren und einem Gott, keines­falls also dem Wäh­ler­sou­verän, zu dienen, jegliche Lip­pen­beken­nt­nisse über die Tren­nung von Staat und Kirche als solche ent­lar­vend. Dass Katholizis­mus, in den ver­gan­genen zwei Jahrtausenden nicht ger­ade ein Fanal für Bürg­er­rechte und eine lebenswerte Zukun­ft, über aus­re­ichend empfehlenswerte Antworten auf drin­gende poli­tis­che Fra­gen unser­er Zeit ver­fügt, darf bezweifelt wer­den.

Torsten Albig hätte nun die Möglichkeit, Zweifel an seinem Ansin­nen zu zer­streuen, wenn er möglichst bald bekan­nt­gibt, dass es außer­dem poli­tis­che Gespräche mit “Dagi Bee” und Tim Cook geben wird. Den Vor­wurf der ein­seit­i­gen poli­tis­chen Bee­in­flus­sung durch eine schein­bar wahl­los aus­gewählte poli­tik­ferne Min­der­heit kann er nur glaub­würdig aus­räu­men, indem er zeigt, dass seine poli­tis­chen Entschei­dun­gen unter Abwä­gung aller Einzelin­ter­essen zus­tandekom­men.

Davon würde ich mir dann vielle­icht sog­ar ein Video anse­hen.

Die Übertreter aber wer­den ver­til­gt miteinan­der, und die Got­t­losen wer­den zulet­zt aus­gerot­tet.
Psalm 37,38

(via Patrick Brey­er)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Tomahawk — God Hates a Coward // Digitale Abgründe in Brüssel

stellt-euch-vor-es-ist-montag-und-ihr-sitzt-nur-muede-rumEs ist Mon­tag, ein Tag der deutschen Ein­heit, ob wir wollen oder nicht. Der Kan­zler der Ein­heit, Hel­mut Kohl, wusste, dass Volksab­stim­mungen gar nicht so gut sind. Fol­gerichtig empfehlen Deutsch­lands Linke für den heuti­gen Tag in bekan­nt big­ot­ter Weise einen von lästi­gen Din­gen wie Gemein­schaftssinn oder Men­schlichkeit befre­it­en Auf­s­tand des antikap­i­tal­is­tis­chen Pöbels gegen dieses ver­dammte Land. Nur hierbleiben wollen sie schon, weil es hier so ein­fach ist, halb­wegs gut zu über­leben. Wenn man nie­man­den in Dres­den ken­nt, ist die Forderung nach ein­er Eineb­nung der Stadt bedeu­tend ein­fach­er zu stellen. Der Men­sch ist dem Men­schen ein Dings­bums. Ein unglaublich blöder, manch­mal, noch dazu. Wer nicht über seinen Schat­ten sprin­gen kann, der hat ein­er­seits Physik ver­standen, ist aber ander­er­seits weniger gut geeignet für das, was zählt (i.e. Gebor­gen­heit und etwas Musik). Was fehlt? I wo: Wer. Eine Woche zurück und ein neuer Ver­such, noch mal im Arm statt immer nur im Bett ein­schlafen, mehr muss es ja gar nicht sein.

Da wir ger­ade bei Blö­den waren: Den “Grü­nen” gefällt es gar nicht, wenn ein Unternehmen zu viele Kun­den hat, denn dann muss eine “miss­brauch­sun­ab­hängige Ent­flech­tungsmöglichkeit” her. Ich würde ja die miss­brauch­sun­ab­hängige Ent­flech­tung der “Grü­nen” befür­worten, aber dann muss die ja irgendw­er anders nehmen. Allerd­ings ist “Dig­i­talpoli­tik” (allein das Wort schon!) auch nicht für jeden Men­schen geeignet; der EU-Dig­italkom­mis­sar Gün­ther Oet­tinger etwa hat bish­er offenkundig noch nicht mal eine Such­mas­chine benutzt, was zumin­d­est die einzige Erk­lärung für seine The­o­rie ist, dass kaum ein Nutzer ein­er solchen Such­mas­chine jemals auf ein Suchergeb­nis klickt. Die lesen alles immer nur in Google, die Leute. Seine Partei, die CDU, hat der­weil den Fem­i­nis­mus am Hals: Die Beteiligten hät­ten (…) vere­in­bart, das The­ma Sex­is­mus “ab sofort (…) in ver­schiede­nen Gremien (…) zu disku­tieren”, was mich doch hoff­nungs­froh stimmt, dass dem­nächst Ruhe ist, denn an ein­er gremienüber­greifend­en Fem­i­nistin­nen­gruppe (mein­ten Sie: Grippe?) haben sich bekan­ntlich schon ganz andere Parteien ver­schluckt.

Bitte keine Postkarten aus dem Iran! Stattdessen: Musik aus Ameri­ka. Ist ja auch mal ganz nett.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenComputerMir wird geschlecht
Es muss ja nicht immer alles überwacht werden.

Das kon­nte nie­mand ahnen: Überwachungskam­eras dienen der Überwachung. Damit müsse man ja rech­nen, wenn man im öffentlichen Raum unter­wegs ist, mag manch­er nun argu­men­tieren; allein: in all der smarten neuen Welt ent­ge­ht hier­bei das Wesentliche.

Neulich zum Beispiel hat jemand die Web­site von Bri­an Krebs mit einem ger­adezu lächer­lichen DDoS-Angriff von unge­fähr 620 Giga­bit pro Sekunde nach­drück­lich aus dem Web geschub­st. Das muss ja ein riesiges Bot­netz gewe­sen sein, nehmt ihr jet­zt zu Recht an — denn das ist es, und es ist nicht allein wegen sein­er Größe beein­druck­end: Es beste­ht aus Haushalts­geräten und es wer­den immer mehr. Schon 2013 waren Bügeleisen willkommene Ein­fall­store für Schad­soft­ware, seit­dem hat sich bedauer­licher­weise einiges am Mark­tan­teil solch­er klu­gen Geräte in die falsche Rich­tung ver­schoben.

Es wer­den ja auch immer mehr: Smarte Ampeln. Smarte Plas­tikpenisse. Die besten Smart­lam­p­en des Jahres. Pro Gerät gibt es unge­fähr zwei Sicher­heit­slück­en. Prost Mahlzeit.

Der sicher­lich irgend­wie begründ­baren Begeis­terung für das total ver­net­zte Heim tut solch­es, bedauer­lich!, nur wenig Abbruch, denn der Mist lässt immer neue kleine Fir­men, immer weit­er gehende Heimwanzen den Markt über­ren­nen. Daten­schutz funk­tion­iert nur dann richtig, wenn man es (das Daten­schutz, A.d.V.) verin­ner­licht hat und es lebt. Wer seine heimis­che Klobürste vom Büro aus fern­s­teuern kann und nicht begreift, warum er das kann, der macht es falsch.

Es ist nicht schw­er für ein see­len­los­es Gerät, smarter als manche Men­schen zu sein.


Aus der beliebten Rei­he “Der Fem­i­nis­mus bringt uns Dinge bei”: Wer eine Frau, die eine Straftat began­gen hat, ein­er Straftat bezichtigt, ist ein arm­seliger, feiger Frauen­verächter.