PolitikIn den Nachrichten
Ramsteiner Recht

Der geneigte Leser möge sich nun set­zen und/oder irgend­wo fes­thal­ten, denn es ist Erschüt­tern­des geschehen:

Die US-Regierung hat gegenüber dem Auswär­ti­gen Amt erst­mals bestätigt, dass ihre Mil­itär­ba­sis Ram­stein als Relais­sta­tion für Drohne­nan­griffe dient.

Wenn das doch nur jemand geah­nt hätte!

Aber wir kön­nen natür­lich beruhigt sein:

Alles erfolge aber im Rah­men des gel­tenden Rechts.

Weil:

Die USA hät­ten für Drohnenein­sätze “konkrete, am Völk­er­recht ori­en­tierte Regeln entwick­elt” und “uns gegenüber zum Aus­druck gebracht”, dass die ein­schlägi­gen inter­na­tionalen Maßstäbe “selb­stver­ständlich auch für sie gel­ten”.

Weil das Völk­er­recht näm­lich kein Prob­lem damit hat, wenn zum Zwecke mil­itärisch­er Über­legen­heit (nicht auszu­denken, ließe man poten­ziell brandge­fährliche Zwölfjährige am Leben!) ein paar mut­maßliche Ter­ror­is­ten gemeuchelt wer­den, denn natür­lich ver­stoßen Drohne­nan­griffe gegen das Grundge­setz und son­st noch ein paar Regeln, aufgestellt von europäis­chen Weicheiern, aber so ein US-Amerikan­er, der ist nun mal kein Europäer. Da kann man schon mal in Deutsch­land rum­sitzen und einem Com­put­er im Aus­land Bescheid geben, wo mal hingeschossen wer­den darf. Oper­a­tio­nen unbe­man­nter Luft­fahrzeuge seien für die USA “kein völk­er­rechtlich­er Vor­gang”, weil eine Drohne eben keinem Volk ange­hört, son­dern Welt­bürg­er ist und als solch­er gar kein Völk­er­recht ken­nt. Dass demzu­folge so ein Flugzeug, das wegen aus­bleiben­der Pilotierung irgend­wo drauf­fällt, auch keinen Ver­stoß gegen das Völk­er­recht darstellen dürfte, stößt hinge­gen ver­mut­lich nicht auf beson­ders viel Zus­tim­mung in den USA.

Das gel­tende Recht (cf. Hin­rich­tun­gen in sog. “Unrechtsstaat­en”) ist eben immer eine Frage des Stand­punk­ts.

Netzfundstücke
Was hat Sascha Lobo eigentlich gegen eine liberale Gesellschaft?

Erin­nert sich noch jemand an Sascha Lobo?

Sascha Lobo (“Blog­ger, Buchau­tor, Jour­nal­ist und Wer­be­tex­ter”, Wikipedia) wurde vor eini­gen Jahren, wenn er sich nicht ger­ade im Fernse­hen blamierte, dafür bekan­nt, dass er eine Frisur und vor allem eine Mei­n­ung hat­te; irgend­wo beim Auf­bau der “Blo­gosphäre” (ein Wort wie ein Ele­fant mit Blähun­gen) bog er falsch ab und machte Wer­bung für Voda­fone und die SPD, woraus sich zumin­d­est fol­gern lässt, dass er dur­chaus auch ein Herz für Gescheit­erte hat. Kon­se­quent arbeit­ete er in der Ver­gan­gen­heit gele­gentlich mit Christoph “Spin­ner” Kappes zusam­men, zeigte bis­lang also erschreck­end wenig Berührungsäng­ste mit dem Grip­sprekari­at. (Ander­er­seits: Sascha Lobo kolum­niert derzeit regelmäßig für “SPIEGEL ONLINE” — das Niveau muss man sich erst mal antrainieren.)

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In den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
New Order — Crystal // #lmvnds162

Es geht doch nichts über ein belebendes WochenendeEin Blick auf den Kalen­der schlägt für heute den Mon­tag vor, dabei war doch ger­ade noch Don­ner­stag. Urplöt­zlich bricht die Gewis­sheit here­in, dass reflek­tiert-reflexar­tiges Poli­tik­spiel, für die Seele wird gesorgt, seinen Reiz schon immer aus der Beschäf­ti­gung mit dem Dis­sens zog, weshalb es den Dis­sens erneut zur Maxime zu erheben galt. Bis ein­er heult oder wenig­stens trinkt. Die Eulen­spiegelei als Chance zu begreifen flößt, sláinte!, den Lebenssaft ein, als wäre es gestern gewe­sen. Wer liest schon Parteipro­gramme? Wert­diskus­sio­nen zwis­chen Werte­freien kön­nen etwas Würze gele­gentlich gebrauchen.

Wenn schon der Rest der Welt gle­icher­maßen mit­spin­nt: Elek­troau­tos sollen Geräusche machen, damit doofe Fußgänger weniger oft über­rascht und über­fahren wer­den. Verpflicht­en wir sie doch auch gle­ich dazu, Ben­zin zu ver­brauchen, damit ein fehler­hafter Akku weniger Schaden anrichtet! Man kön­nte es dann nor­males Auto nen­nen. Ander­er­seits: Was ist schon noch nor­mal? Eure Kopfhör­er kön­nen euch belauschen, also redet bess­er kün­ftig etwas leis­er mit ihnen.

(Um nur nicht den “Ausgefidelt”-Witz zum aber­dutzend­sten Mal zu machen -) Eben noch qui­etschfi­del, jet­zt schon verk­lärt; oder aber auch: “Moralis­che Rein­heit, dieses ewige The­ma in diesem Spek­trum, die kann man einem fre­undlicher­weise auch nur andicht­en — denn die Real­ität erlaubt einem solche Kopfge­burten nicht.”

Beziehungsweise: New Order, weil man vor lauter Poli­tik und Gedöns mal wieder das (mein­ten Sie: die?) Wichtig­ste, natür­lich, vergessen hat.

New Order — Crys­tal (Offi­cial Music Video)

Guten Mor­gen.

PolitikNetzfundstücke
Kurz verlinkt: Rinks.

Wenn ich jet­zt hier wieder “apro­pos” dran­schreibe, hört die etwas irri­tierende Res­o­nanz auf meinen vorheri­gen Beitrag ja nie auf, deswe­gen ganz ohne Apro­pos für Fre­unde des Kon­texts:

SPD und Grüne sind dann etwa “linke” Parteien, ganz gle­ich ob ihre Promis, Pro­gramme und Entschei­dun­gen den Klassenkampf von oben besor­gen, kap­i­tal­is­tis­che Kriege führen, Rassen­the­o­rien ver­bre­it­en oder die Ehrfurcht vor Gott predi­gen. Das ist dann halt alles “links”. Genau­so ist es “links”, wenn sich an ein paar Uni­ver­sitäten eso­ter­ische Spin­ner eine Nis­che für ihre Pseudowis­senschaft erobern und von dort die Welt mit ein­er Opfermytholo­gie und kru­dem Sexgeschwafel überziehen. Das ist auch “links”, weil?

Das Pri­vate ist poli­tisch. Das, im Zweifel, haben sie jet­zt davon.

PersönlichesNetzfundstückeNerdkrams
Chaos Orchid Club: Der #33c3, ein teures Missverständnis?

Dieser Artikel ist Teil 3 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Vorbe­merkung: Ich bin mit voller Absicht weit­er­hin Mit­glied des Chaos Com­put­er Clubs, neige jedoch bei Din­gen, die mir per­sön­lich wichtig sind, mitunter zur Polemik. Fol­gen­der Text ist insofern keineswegs als Verkün­dung der einzig wahren Mei­n­ung zu ver­ste­hen und soll als Ein­ladung zur Diskus­sion begrif­f­en wer­den.


Nicht unbeein­druckt vom 32. Chaos Com­mu­ni­ca­tion Con­gress schrieb ich im Jan­u­ar d.J.:

Den wohl lei­der nur vor­läu­fi­gen Höhep­unkt der Umwand­lung des Hack­er­tums in ein Flauschnetz für Hob­byver­let­zte sehe ich mit der keynote des let­ztjähri­gen 32C3 erre­icht (…): Es sprach eine Afrikaner­in, als deren Qual­i­fika­tion angegeben wurde, dass sie zweimal in ihrem Leben flücht­en musste, darüber, dass Men­schen net­ter zueinan­der sein soll­ten.

In ein­er Zeit, in der das Netz drin­gend einen erfahre­nen Für­sprech­er als Gegengewicht zu den qua­si sträflich unbe­le­se­nen Laien von SPD und Dig­i­tal­courage braucht, befassen sich diejeni­gen, deren Pro­fes­sion ab Grün­dung die kreative Nutzung von Com­put­ertech­nik — die drei “C” in “CCC” hat­ten irgend­wann mal eine Bedeu­tung, die nichts mit Flüchtlin­gen und Geschlechterkampf zu tun hat­te — zum Gebot erhob, lieber mit Raum­fahrt und sozialer Gerechtigkeit. Jedes Jahr wer­den Platz und freie Ein­trittskarten knap­per, weil die Ver­anstal­ter es für eine gute Idee hal­ten, Quan­tität der Qual­ität vorzuziehen: Natür­lich ist man auch als Beruf­s­laber­tasche mit sein­er ganzen Fam­i­lie willkom­men, Fachken­nt­nis ist option­al. Denen, die was kön­nen, wird schon was ein­fall­en, aber Pri­or­ität hat der ganzheitliche Ansatz, denn die Nis­che, die die seit Jahren vor sich hin­ster­bende CeBIT hin­ter­lässt, will gefüllt sein.

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In den Nachrichten
Und nun zum Sport.

Das Leben ist zu aufre­gend? ZEIT ONLINE hil­ft.

Der Schachwelt­meis­ter trägt an diesem Son­ntag einen eng geschnit­te­nen Anzug; die knap­pen Hosen­beine rutschen ihm etwas hoch, als er sich set­zt, und geben den Blick auf seine Sock­en frei. Sie sind tauben­blau. (…) Schließlich ste­ht er im Neben­raum, stellt eine Einkauf­stüte mit Sachen ab und – das ist nun sehr schön – eine Ther­moskanne. Der Her­aus­forder­er des Schachwelt­meis­ters bringt sich zu sein­er Schach­par­tie etwas Warmes zu trinken mit (…). Kar­jakin, ein Mann des Volkes!

Das Rauschen, das ich höre — das wird der Jubel sein.

MontagsmusikPolitik
Gong — The Isle of Everywhere // Alternativ: Los.

Wie, es ist Montag?!Jaha­ha, es ist Mon­tag, der let­zte Mon­tag vor’m Advent, was, glaubt man den Geschäften in ein­er beliebi­gen Innen­stadt, eine ziem­lich große Sache zu sein scheint. Vielle­icht gehe ich dieses Jahr da auch mal hin. Vor­erst allerd­ings gilt der Kum­mer, hat sich doch aber­mals die Lage nur ger­ingfügig verän­dert; man ist und bleibt eben vor­rangig, wie Oma noch wusste, ’nen Hap­pen detsch. Wohl bekomm’s.

Es ist Mon­tag, es ist auch schon wieder Poli­tik. Mir macht das ja selb­st keinen Spaß. Vielle­icht kön­nte man Wahlkampf, Wahl und Wahlberichter­stat­tung kün­ftig völ­lig unter­lassen, denn eine Wahl, deren Ergeb­nis (ich schreibe jet­zt nicht: wie noch vor kurzem einen Kon­ti­nent weit­er) schon vorher so unauswe­ich­lich scheint, dass sie nicht ein­mal mehr Nuan­cen ken­nt, ist Ressourcenver­schwen­dung: Oskar Lafontaine (73) sagt, er möchte frischen Wind in die Poli­tik brin­gen, indem er zum drit­ten Mal in Folge den Chefkan­di­dat­en sein­er Partei im Saar­land gibt. Mir läuft es noch etliche Kilo­me­ter vom Saar­land ent­fer­nt kalt den Rück­en hin­unter. Auch in der Bun­de­spoli­tik ist mit Über­raschun­gen nicht zu rech­nen: Angela Merkel bleibt und, schlim­mer noch, der für NSA-Skandälchen und Abbau des Sozial­staats maßge­blich mitver­ant­wortliche Frank-Wal­ter Stein­meier lässt sich schon jet­zt den kün­fti­gen Bun­de­spräsi­den­ten nen­nen, denn, haha, natür­lich kön­nte man, also der Bürg­er, 2017 eine Partei mit einem eige­nen Gegenkan­di­dat­en wählen, aber, haha­ha, doch nicht hier. Macht doch kein­er. Will doch kein­er. Ist doch alles bestens hier.

Ist mir auch ein Rät­sel, wieso die AfD so beliebt ist.

Musik? Oh, ja, bitte!

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeComputerMir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 19. November 2016

Deutsch­land in einem Satz: Ein Todes­fall ist keine plöt­zliche Erkrankung.


Das Prob­lem mit “Emo­jis” ist ja, dass es ein­fach nicht aufhört; wer Emo­jis als ein­heitliche Emoti­cons begreift, der möge das vielle­icht ein­fach ein­mal kri­tisch hin­ter­fra­gen:

Zu den neuen Emo­jis gehören unter anderem Vam­pire, Meer­jun­grauen (sic! A.d.V.), fliegende Unter­tassen, stil­lende Frauen und eine Frau im Hijab.

“Wie fühlst du dich?”
“Wie ’n UFO.”
“???”


Wo muss denn unbe­d­ingt mehr Inter­net rein? Richtig: In den Kuh­stall!


Alter Schwede: Nördlich von Deutsch­land gibt es jet­zt ein Not­fall­tele­fon, wo man anrufen kann, wenn man als Frau etwas von einem Mann erk­lärt bekommt. Damit ihnen jemand beis­te­ht oder so.


Na, auch Lin­ux statt Win­dows zu Hause, weil es so sich­er ist? Dann besucht bess­er keine Web­sites.


Rauchen kann tödlich sein, ist jet­zt aber noch bil­liger und mit unverän­dert hoher Qual­ität verse­hen. Wer kön­nte da wider­ste­hen? :)

PolitikIn den Nachrichten
Iwan des Tages: Frieden gegen Russland

“ZEIT ONLINE”, 15. Novem­ber 2016:

Den Erken­nt­nis­sen zufolge sollen US-Sol­dat­en vor allem in den Jahren 2003 und 2004 wom­öglich min­destens 61 Men­schen gefoltert haben. Im sel­ben Zeitraum sollen CIA-Mitar­beit­er dem­nach min­destens 27 Gefan­gene in Geheimge­fäng­nis­sen in Polen, Litauen und Rumänien mis­shan­delt haben. (…) Laut Ben­sou­da han­delt es sich nicht um Einzelfälle, son­dern offen­bar um das Ergeb­nis ein­er vorsät­zlich betriebe­nen Poli­tik.

“ZEIT ONLINE”, 16. Novem­ber 2016:

Rus­s­land zieht seine Unter­schrift unter das Grün­dungsstatut des Inter­na­tionalen Strafgericht­shofs (ISt­GH) in Den Haag zurück. (…) Zur Begrün­dung hieß es, der zur Ver­fol­gung von Kriegsver­brechen ein­gerichtete Gericht­shof werde den Hoff­nun­gen der inter­na­tionalen Gemein­schaft nicht gerecht.

“Han­del­szeitung”, 17. Novem­ber 2016:

Sowohl Oba­ma als auch Merkel sprachen sich für einen Dia­log mit Rus­s­land aus, aber auch für Härte, wenn die rus­sis­che Führung inter­na­tionale Nor­men ver­let­ze wie in der Ostukraine.

Genau — das Ver­let­zen inter­na­tionaler Nor­men, etwa des Völk­er­rechts, unter­liegt zweifels­frei dem Urhe­ber­recht der USA, und beim The­ma Urhe­ber­recht ver­ste­hen die bekan­ntlich keinen Spaß.

Ver­dammter Putin immer.

SonstigesNetzfundstücke
Schokoladenfuror

Poli­tik ist eine ärg­er­liche Sache, ja, aber ein Unternehmen, das lim­i­tierte Schoko­lade anbi­etet und deswe­gen irgend­wann keine mehr hat, das ist das wahre Übel auf dieser Welt! :aufsmaul:

Da bekommt es zu Recht den Volk­szorn zu spüren:

Wie viele Nutzer kom­men­tierte auch ich die Entschuldigung von Rit­ter Sport auf Face­book mit einem Smi­ley: einem wüten­den.

So wütend!

Das haben sie jet­zt davon.

(via Schw­erdt­fe­gr)

MusikIn den NachrichtenPiratenpartei
In aller Kürze: GEMA zu Hause, du alte Scheiße.

Da ganz Deutsch­land sich derzeit über den — mit etwas Pech — kom­menden Bun­de­spräsi­den­ten Steineimer amüsiert, geht beina­he das wirk­lich Inter­es­sante im Rauschen unter: Die Bere­icherung an geistigem Eigen­tum Drit­ter durch GEMA und Musikver­lage ist ille­gal. Ich wieder­hole: Die Bere­icherung an geistigem Eigen­tum Drit­ter durch GEMA und Musikver­lage ist ille­gal.

Nicht mal die Piraten­partei kann man mehr für unzurech­nungs­fähig hal­ten. :motz:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Jethro Tull — Sweet Dream

herbst-symbolbildEs ist Mon­tag und prinzip­iell sehr schön; draußen kühlt es und drin­nen, jaja!, wärmt man einan­der an der Gewis­sheit, heute noch zu leben; warum dann nicht ein­fach beisam­men? Eigentlich ist das alles ja ganz ein­fach, eigentlich ist man aber auch gele­gentlich ein wenig zweck­ge­bun­den ver­stimmt, wom­öglich auch der trotz­dem über­raschen­den Lin­derung wegen, die um so bess­er wird, je mehr man sie als solche wahrn­immt.

Ander­swo pocht flat­ter auf die Sol­i­dar­ität (“alles / was uns fehlt / ist die Sol­i­dar­ität”, schrumm­schrumm!), punk­t­ge­nau pfeifen die immer­gle­ichen “Grü­nen” auf alte Zöpfe und heißen den Klassen­feind her­zlich willkom­men: Dieter Zetsche (“Daim­ler-Chef”, “SPIEGEL ONLINE”) sprach auf deren Parteitag und plöt­zlich erscheint eine Koali­tion der Bil­li­gen aus “Grü­nen” und F.D.P. nicht mehr so abwegig wie noch vor weni­gen Jahren. Tem­po­ra mutan­tur.

Andere Koali­tio­nen hin­ter­lassen nicht ein­mal mehr ver­stimmte Wäh­ler: Während das bürg­er­liche Spießer­tum sich noch über die doofe Demokratie in den USA aufregte, nutzte die doofe Demokratie im Inland die Gele­gen­heit und beschloss aber­mals die weit­ere logis­tis­che Unter­stützung der Zivilis­ten­meuchelei im Irak und in Syrien. Es ist wirk­lich unbe­grei­flich, wieso so viele Men­schen dort entwe­ichen wollen, überdies in das Land, das über­haupt erst manchen Flucht­grund liefert. Ein gewiss­er Masochis­mus mag dem gemeinen Syr­er zu eigen sein, ander­er­seits: dann kön­nt’ er auch gle­ich dort bleiben und sich meucheln lassen, wie sich das für einen guten Kol­lat­er­alschaden gehört. Ganz schön undankbar.

Musik? Aber ja doch.

Jethro Tull — Sweet Dream / For a Thou­sand Moth­ers Live 1969 HD

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Abschließende Notizen zu Donald Trump

Er ver­spricht viel, hält aber nichts? Woher dann die Angst? Als Link­er sollte man Don­ald Trump jeden­falls schätzen, nicht nur, weil er den Iwan nicht mehr als Klassen­feind begreift: Auch Israel ist ange­tan und spricht schon jet­zt von Fre­und­schaft, was nach acht Jahren mit dem eher israelkri­tis­chen Barack Oba­ma zumin­d­est eine Verän­derung zeigt. Dass viele Leute erst jet­zt Angst vor den Überwachungsmech­a­nis­men, schlim­mer noch: den Atom­sprengköpfen entwick­eln, auf denen die USA seit Jahrzehn­ten schon abschuss­bere­it sitzen, ist allerd­ings obskur; waren diese denn weniger gefährlich, als noch der Irre mit dem Intel­li­gen­zprob­lem den roten Knopf besaß? Immer­hin gehen da gern mal welche ver­loren.

Ist die Wahl Don­ald Trumps nicht ein­fach nur ein Zeichen von dem Erstarken von Recht­en? Nein, das Gegen­teil ist der Fall, denn die waren schon länger da — die ver­meintliche Lehre aber gilt auch und ger­ade in der Par­al­lele zu Deutsch­land:

Ihr habt die Gesellschaft kaputt gemacht, Werte lächer­lich gemacht, Men­schen entsol­i­darisiert, Zusam­men­halt geschleift, soziale Sicher­heit aufge­bohrt und das tox­is­che Konkur­ren­z­denken in alle Bere­iche des Lebens getra­gen, gefordert und gefördert, seit 25 Jahren macht ihr das. Jet­zt kommt der Fick­fin­ger. Eure Ver­ant­wor­tung. Eure Quit­tung. Fresst die Medi­zin. Schön schluck­en. Leck­er. Nicht?

Wäre Don­ald Trump ein deutsch­er Poli­tik­er, man schölte ihn ver­mut­lich einen autonomen Anar­chis­ten und Linke druck­ten sein Kon­ter­fei auf ihre T‑Shirts aus Banglade­sch. Eine Rebel­lion gegen die Elite muss nicht immer von außen kom­men, die Idole der Klassenkämpfer waren und sind oft Gut­si­tu­ierte aus bele­sen­em Hause.

Nicht mal das kriegen die Sozial­is­ten noch allein hin.


Möglicher­weise ein völ­lig anderes The­ma: Mozil­la wurde von einem Troll gegrün­det.

Yes, I absolute­ly brand­ed Mozilla.org the way for the sub­text of “these free soft­ware peo­ple are all a bunch of com­mies.” I was trolling.

:mrgreen:

In den NachrichtenPolitik
Kurz notiert zu den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika

Deutsche Jour­nal­is­ten und Poli­tik­er sind entset­zt: Jet­zt haben diese ver­rück­ten US-Amerikan­er doch tat­säch­lich die ein­ma­lige Chance ver­stre­ichen lassen, diejenige Frau, die noch keine Gele­gen­heit aus­ge­lassen hat, um sich für mehr Krieg einzuset­zen, erneut auf eine hohe poli­tis­che Posi­tion zu hieven, damit sie dem Fem­i­nis­mus und der Rüs­tungsin­dus­trie — nicht umson­st kam Ursu­la von der Leyen zu Wort — zu neuen Höhen­flü­gen ver­helfen möge. Zum Glück ist so etwas in Deutsch­land undenkbar.