In den Nachrichten
„… wie einst im Oktober”

Hallo, liebe Leserlein,

neulich feierte man gerade 30 Jahre “Deutschen Herbst” (ja, so richtig Herbst hatten wir tatsächlich lange nicht mehr), da geht’s auch schon wieder los mit Besetzungen.

Mehr als einem Monat hatten Umweltschützer auf einem Baum ausgeharrt und so gegen den Bau der Elbbrücke protestiert.

(Quelle)

Über den Sinn einer solchen Aktion lässt sich nun in der Tat treffend streiten, und außer, dass die wochenlange Bewohnung eines Baumes seitens <unbegründetes Vorurteil> ungewaschener Sandalenträger </unbegründetes Vorurteil> gegen den Brückenbau ungefähr so viele Zeichen setzt wie Lichterketten gegen Rechts, profitieren wohl lediglich die Medien davon. Wie immer eigentlich.

Eigentlich schade, dass Rio Reiser nicht mehr unter uns weilt; eine Rauch-Baum-Song-CD würde ich mir ernsthaft zu kaufen überlegen. “Das ist unser Baum…


Wo doch Ghettokriege nun auch in Deutschland um sich greifen; lange genug hat’s ja gedauert. Immer nur Ghetto spielen, aber beim Anblick einer Schusswaffe in Tränen ausbrechen… albernes Pack.

Verletzt wurde leider bisher keiner. Schade.


La la lalalala lalalala,
– euer Rapinguin

Mit bestem Dank an den Klapper und das Stehvieh. Nein, das andere.
Die blauen Texte da sind Links. Zum Anklicken.

In den Nachrichten
Der letzte Witz des Jahres …

… hat zwar mit Pinguinen zu tun, ist aber gar keiner:

Nils Olav received a promotion on Wednesday to Colonel in Chief of the Royal Norwegian Guard. Yes, this high rank in the Norwegian military has in fact been bestowed on a penguin.

Quelle

Na dann prost Neujahr.

PolitikProjekte
Gute Vorsätze 2008

Hallo, liebe Leser,

es gibt so vieles, was wir 2008 besser machen können, bietet das abgelaufene Jahr 2007 doch ausreichend Kritikpunkte. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, in Deutschland verhungern jährlich zahllose Kinder, während in den Fußgängerzonen, angetrieben durch die realitätsferne Politik der Regierung Merkel, zu Spenden für Menschen aufgerufen wird, denen es, wie es heißt, noch viel schlechter gehe als uns.

Kein Geld für Lebensmittel, kein Geld für warme Kleidung im Winter, das Trinkwasser ungesund bis giftig; so sieht’s aus in den armen Ländern.
Und in den Wohlstandsländern (lustigerweise also auch Deutschland) kommt dazu (sic!) noch ein durchgeknallter Terroristenjäger, der seinem Volk allen Ernstes einreden will, die wahre Gefahr komme nicht von außen (hier: Islamismus, Kriegslust der USA), sondern von innen (Schizophrenie und Paranoia gehen oft einher, heißt es), und natürlich sei es daher unverzichtbar, das ganze Volk unter Generalverdacht zu stellen und im Zweifelsfall sämtliche Grundrechte beiseite zu lassen, um bspw. die telefonische Spionage oder den Hausfriedensbruch zu legalisieren, da es mehr als nur wahrscheinlich sei, dass potenzielle Attentäter in ihrer Wohnung, die vermutlich mindestens mit detaillierten Plänen für Anschläge tapeziert werde, sich ausgerechnet auf Hochdeutsch über eine unverschlüsselte Telefonverbindung mit ihren Komplizen unterhalten, bspw. „Ey Mustafa, kommse ma rüber, wir müssen gleich die Bombe zünden” oder so was.

Aber natürlich sind nicht die Islamisten, sondern allein wir daran schuld. Wer außer uns undankbarem, potenziell terroristischem Volk würde es wagen, unsere Politik in Frage zu stellen?

Was also machen wir daraus?
Nun, am besten das, was wir die letzten beiden Male in einer solchen Situation gemacht haben:

Ich fordere die Revolution!

Kopf ab und weg. Oder, da wenigstens wir, die einfachen Bürger, noch ein wenig zivilisiert sind, nur weg. Ohne Kopf ab. Ich kann ohnehin kein Blut sehen.
Wer macht mit?

(Und wo wir schon mal dabei sind, könnten wir eigentlich auch gleich die diversen selbsternannten Webdesigner mit Berufsverbot belegen; eine Webpräsenz, von der selbst der HTML-Validator des W3C das sprichwörtliche Kotzen bekommt, trägt mit Sicherheit nicht zur Wahrung der Netzqualität bei.)

Völker, hört die Signale!
– euer Volkspinguin


P.S. sowie in eigener Sache:


Montag ist’s so weit. :-)

Sonstiges
Einen schönen Tag!

Lauter gute Wünsche:

  • den Rationalen unter meinen Lesern wünsche ich ein stilles Gedenken und einen ruhigen Abend
  • den „Christen für einen Tag” (*), dass der Baum nicht abbrennt
  • Frau Generalfeldmarschall viele Geschenke
  • dem Spatzen viel Spaß und gute Unterhaltung
  • denen, die sich angesprochen fühlen, viel Liebe, aber keine Gesundheit
  • allen anderen viel Schnee und natürlich auch Glühwein, so zum Ausgleich
  • und mir selbst einfach nur meine Ruhe… :)

Päpstliche Grüße,
– euer Schneepinguin


* – “Oh, ja, super, wir gedenken eines vor ca. 2000 Jahren gelebt habenden fundamentalistisch-jüdischen Sektenpriesters, indem wir unter ‘ner Tanne sitzen und schief singen.”

NetzfundstückePolitik
Meinungsmache 2.0

Hallo, liebe Leserlein,
da brat mir einer ‘nen Storch (und die Beine recht knusprig):

Sind die Bediensteten des deutschen Journalismus’ (nicht mit Boulevard zu verwechseln!) tatsächlich nicht mehr bereit, lächerliche fünf bis wenigstens zehn Minuten zu investieren, um einen vermeintlichen Sachverhalt auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen, werden also bewusst verbreitete Falschinformationen unkommentiert übernommen, so ist doch tatsächlich die deutsche Presse erneut das „wirkungsvollste Tötungsinstrument”, das es gibt, und zum Mordopfer wird im Zweifelsfall wie immer bzw. „damals” (i. e. 1967 ff.) das Volk. Wenn ich recht informiert bin, gibt es ab übernächster Woche auch wieder einige neue Gesetze, denen das durchaus zugutekommen könnte.

Ein Hoch auf den homo sapiens; schade, Alter, das war’s dann wohl!

Schon mal im Voraus ein paar schöne Tage,
– euer Winterpinguin


Apropos „schöne Tage”:
Warum eigentlich nicht wenigstens dieses Jahr mal Weihnachten feiern?

Ganz einfach:
Weil man auch seinen Stolz hat und Selbst-/Lebenslügen nicht mittragen will und außerdem ein rational orientierter Mensch ist und lieber seine Ruhe hätte und am Verzehren minderwertiger Lebensmittel bei 10 Grad Minus in einer Menschenmenge, die auch mit Killernieten und Springerstiefeln (d. h. das sollte ich mal ausprobieren) kein Durchkommen ermöglicht, keine Freude hat.

„Also so halt”.

NetzfundstückePolitik
Und nochemaa die Ächzte. „Halte deine Schweiz sauber”, na bedankt.

Mit folgender Grafik wirbt zurzeit die Homepage der so bezeichneten “besten Band der Welt“:

Hintergrund:
Nachdem im Jahr 2007 (also quasi kürzlich) der von der Musikgruppe nicht sonderlich geschätzte Schweizer Politiker Christoph Blocher einen großen Anteil an Stimmen verlor, lösten die Ärzte ihr auf der „Es wird eng”-Tour gegebenes Versprechen eines zusätzlichen Musikdownloads ein, wenn ich das richtig verstanden habe.

Nun lasse ich aber all die Jubelschreie bezgl. Gratisdownloads außer Acht und frage mich stattdessen:
Wieso versucht eine deutsche Musikgruppe, mittels US-amerikanischer Methoden (das Inaussichtstellen zusätzlicher Konsumgüter) in der Schweiz Politik zu machen?

Sind wir hier in Texas oder wie?

Bitterböse,
– euer Eispinguin

MusikPersönliches
Jazz war anders

Hallo, liebe Pflaumen,

ich war nun gestern mit dem Klapper auf dem Hannoverkonzert der Musikgruppe „Die Ärzte” und möchte im Folgenden einen kurzen Bericht des Tages abliefern:

Da Hannover eine Ecke entfernt ist, fuhren wir recht zeitig los. Die N-Joy-Frau, die an der Warteschlange vorbeilief, um irgendetwas werbewirksames zu unternehmen, umging ich mit diplomatischem Einfühlungsvermögen („Für DEN Sender? Niemals!”), so dass wir nach dem Sicherheits-Befummeln (sind Mobiltelefone adäquate Nahkampfwaffen?) vor Konzertbeginn das überteuerte Catering testen konnten (braucht jemand einen Die-Ärzte-Becher?). Während des Verzehrs von Bier und Pizza hielt mein Begleiter freundlicherweise den Rand, auch wenn wir uns zuerst nicht zwischen Pizza- und Tischrand entscheiden konnten. Ersterer gewann.

Schon um kurz vor 19 Uhr konnten wir die ersten „Wir woll’n die Ärzte sehn”-Rufe vernehmen. Doch erst kam, wie ein gelangweilt wirkender Rodrigo der jubelnden Menge mitteilte, die Vorband. Beatplanet? Wer ist das? Nun… kennt hier jemand die Busters? Derjenige möge sich bitte die Busters in noch schlechter vorstellen, mit einem zu kurz geratenen Angus Young an der Gitarre und mit einem absolut verqueren Humor: Es folge ein sehr politisches Lied, kündigten sie an, und dass es den Titel „Keine Macht” habe. „Keine macht Liebe so wie du”, na bedankt.

Um 19 Uhr 33 MEZ durften diejenigen, die Beatplanet bis zum Schluss aushielten, sie nach dem unsäglichen Lied über Kosmonautenliebe (haben die keine Freundin [die von Beatplanet, nicht die Kosmonauten]?) endlich verabschieden, und schon bald fiel der schwarze Vorhang mit dem weißen Ä und ließ den Saal sich wieder füllen. Und durchaus zu Recht: Pünktlich wie die Maurer bzw. die Mediziner erklangen hinter dem Vorhang um 20:01 Uhr die mittlerweile vertrauten Klänge von „Himmelblau”. Ein Opener als Opener, wie überraschend!

Und noch während die Kapelle blies bzw. eben nicht blies, sondern spielte, öffnete sich der Vorhang passend zu Farins druckvollem „yeeeaaaahh”, und die Menge begann zu toben. Das genügte für einen Blick ins Publikum: Die Ränge waren nicht ganz voll, aber noch immer zeigten sich größere Freiräume unten bei den Stehplatzkäufern. Das änderte sich übrigens bis zur Mitte des Konzertes erheblich.

Die Trackliste, der Textübersicht wegen:

01 Himmelblau
02 Lied vom Scheitern
03 Wie am ersten Tag
04 Nie wieder Krieg (inkl. Wind of changes)
05 Die Instrumente des Orchesters (geht über in …
06 … Super 3)
07 Blumen (inkl. Gehn wie ein Ägypter)
08 2000 Mädchen
09 Sie kratzt, sie stinkt, sie klebt
10 Heulerei
11 Deine Schuld
12 Die klügsten Männer der Welt
13 Die ewige Maitresse
14 Breit
15 1/2 Lovesong
16 Ich bin reich
17 Meine Freunde
18 Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)
19 Tu das nicht
20 Mysteryland
21 Mach die Augen zu
22 Perfekt
23 Westerland
24 Lasse redn
25 Ignorama
26 Rebell („letztes Lied”, jetzt schon?)
27 Dinge von denen
28 Elektrobier
29 Punkbabies
30 Schunder-Song
31 Junge
32 Der lustige Astronaut
33 Außerirdische
34 Ist das alles
35 Zu spät
36 El Cattivo
37 Wir sind die Besten
38 Schrei nach Liebe
39 Unrockbar
40 Dauerwelle vs. Minipli
41 Gute Nacht

Ja, „Piercing” und „Niedliches Liebeslied” haben sie wieder nicht gespielt, schade eigentlich – aber dafür gab’s was zu lachen. Abgesehen von den bekannten Versingern und den berüchtigten Ansagen entwickelte sich auch auf diesem Konzert ein „Running Gag”. Nun ist Hannover ja nicht unbedingt reich an erwähnenswerten Errungenschaften, aber mit den Scorpions hattenses ja, die Ärzte. Ohje! „Schöne Grüße / an die Scorpions…” („Gute Nacht”).

Wenn man Rods Improvisationsinkompetenz übergeht, war es auch liedmäßig ein großartiges Konzert. Zwar gab’s keine „Elke”, aber Männer-Frauen-Duelle („Pflegeleicht!” „Satan!” „Jesus Christ!”) und den ungewohnten Anblick von Herrn Urlaub am Schlagzeug (zu Beginn von „Tu das nicht”) sollte man mal gesehen und gehört haben. Solide. Die Besucher indes wussten das, wie es scheint, nicht recht zu würdigen; trotz Aufrufen zum „Heatbanging” (O-Ton, jawoll) sowie diverser Applaus- und La-Ola-Variationen entwickelte sich eine Stimmung, wie man sie sich in solchen Konzerten vorstellt, erst nach dem für viele anscheinend noch immer verstörenden Elektrobier. Selten so ein regloses Herumstehen, selbst während der fast unschlagbaren Version von „Wie am ersten Tag” („Vorbei! Die! Die!”), erlebt. Hach ja!

Aber „die Ärzte ficken (bekanntlich) das System, aber mit Hirn”; und so kamen dann auch die Lieder an die Reihe, die die TUI-Arena („Ich hab meinen Urlaub schon gebucht. Bei Neckermann.”) in Bewegung setzten. Der „Schunder-Song” konnte wie gewohnt begeistern – das Wort „Fresse” wirkt, wie es scheint, noch immer als „Partykracher”, wenngleich Beatplanet zuvor mit einem Lied, in dem auch fleißig niedere Instinkte bedient wurden, dessen Titel ich allerdings glücklicherweise nicht kenne, recht erfolglos blieben -, und bei dem offenbar heiß ersehnten „Junge” gingen dann auch die Todesmauern los, die bei „Dauerwelle vs. Minipli” ihren Höhepunkt fanden. Das dazwischen liegende „Unrockbar” indes wurde von einem ärztlich verordneten „Aufstehen gegen Rechts” (sic!) eingerahmt. „AUFSTEHEN! HINSETZEN!” Ach, Bela…

Wer war eigentlich der Irre im U5, der alle paar Minuten das Wort „Hühnerficker” skandierte und es tierisch amüsant fand? Er möge sich bitte zwecks Unterhaltung unter „Freunden” melden…

Danach kam übrigens nichts erwähnenswertes mehr. Was auch?

Habe daher an dieser Stelle die Ehre und verabschiede mich mit einem Lied von Klaus Meine. ;)
(Hier bitte ein Lied von Klaus Meine einfügen!)

Tüdeldü…

Netzfundstücke
Danke, Beepworld! Danke, Mitmachweb! Selten so gelacht…

Liebe Inder in der Inderin,
was wäre das Internet nur ohne die grandiose Idee des Mitmachwebs?

Nun gut, mal ganz abgesehen davon, dass es von Anfang an als solches konzipiert war (also das Internet als Mitmachweb), beantworte ich die Frage doch direkt selbst:

Es wäre frei von Idioten.

Dass die Deutschen ein Volk der kollektiven Trauer sind und Beepworldseiten so knuffig aussehen, ist kein Grund, gerade mal fünf Tage nach der “Stillgeburt” (i. e. abgenippelt) eines Kindes eine Webseite mit allen Einzelheiten zu erstellen, natürlich in einer schön unlesbaren Schrift und viel Blinken, damit es nicht so depressiv wirkt, und schon gar nicht mit Fotos der Leiche – das will keiner sehen, Herrgottnochmal!

Aber Liebe – und sei es nur die von einer Mutter zu ihrem Kind – macht bekanntlich blind (und doof).

100000000 bussis auf bauchi,
– euer Pigittinguin.


P.S.:

(VfBFabian) what meens ” youre so sexy ” in german? oO
(@Tux^verdreifelt) „Sie sind so geschlechtsverkehrig”
(@Tux^verdreifelt) ;p
(VfBFabian) thank you
(@Tux^verdreifelt) no problem, really.

Gnihihi!