In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Ernie wählt das Quietscheentchen.

Es dro­he eine Zeit, in der die meis­ten klas­sis­chen Ver­lage mit­samt ihren dig­i­tal­en Ange­boten der Konkur­renz durch Blogs und son­stige pri­vate Berichter­stat­tun­gen nicht mehr gewach­sen seien, prophezeien die Dig­i­ta­lange­bote der meis­ten klas­sis­chen Ver­lage in let­zter Zeit merk­lich ängstlich­er. Bei “SPIEGEL ONLINE” weist man gar darauf hin, dass man als Gratisleser dieses Qual­itätsmedi­ums doch bitteschön seinen Wer­be­block­ier­er abschal­ten möge, um das Qual­ität­sange­bot auch weit­er­hin kosten­los genießen zu kön­nen.

Heute zum Beispiel diese Qual­itätsmeldung:

Die Clin­tons oder die Trumps — wer ist bess­er am Herd? Das Krümel­monster ist sich da sich­er — und entschei­det sich für seine “alten Lieblingskekse”.

Ich block­iere Wer­bung auf “SPIEGEL ONLINE” ja inzwis­chen nur noch aus Mitleid, damit der Todeskampf nicht mehr so lange dauert. :irre:

In den NachrichtenMontagsmusik
Alcest — Je suis d’ailleurs // Jeder und die.

Symbolbild: Busfahren.Es ist, um Him­mels Willen!, Mon­tag, aber wie gewohnt hat man es durch schiere Blöd­heit geschafft, dem Mon­tag als Wen­depunkt den Stachel zu nehmen. Memo: Blöd­heit ab und zu mal als Chance begreifen. Gen­der müsste man sein: Inklu­sion sofort! Stattdessen bleibt ein Kauz unter einem schwäch­er wer­den­den Mond. Der Win­ter kommt.

Dies auch im metapho­rischen Sinne, ver­ste­ht sich: Auf “heise online” wurde inves­tiga­tiv enthüllt, dass Überwachung nicht nur jeden, son­dern sog­ar Poli­tik­er tre­f­fen kann; eine jour­nal­is­tis­che Meis­ter­leis­tung, die ihres­gle­ichen verge­blich sucht und die diverse Preise ver­di­ent hätte, wären Preise nicht meist als Kom­pli­ment gemeint. Dabei kann man sich doch gegen Überwachung inzwis­chen vortr­e­f­flich schützen: Ein­fach eine hässliche Son­nen­brille auf­set­zen. Vielle­icht stellt sich dem­nächst her­aus, dass diese Erfind­ung nur ein Trol­lver­such war, mit­tels dessen die Kreativ­en möglichst viele Leute dazu zu brin­gen ver­suchen, sich so ein Ding aufzuset­zen. Ich nehm’ gle­ich drei.

Wo muss denn unbe­d­ingt mehr Inter­net rein? Richtig: in Ther­mome­ter. Smarter Krem­pel für den Aller­w­ertesten, ab Werk für’n Arsch.

Ihr seht, mon­tags sind Stim­mung und Niveau im Keller. Zumin­d­est für die Stim­mung lässt sich etwas tun, zum Beispiel mit­tels der wun­der­baren Musik von Alcest.

Alcest — Je Suis D’ailleurs [tak­en from “Kodama”]

Guten Mor­gen.

ProjekteNerdkrams
Mit Common Lisp gegen Webmüll (fortg.: jetzt mit noch mehr Web)

(Vorbe­merkung: Es ist mal wieder Zeit für ein wenig Eigen­wer­bung. Weniger tech­nikbegeis­terte Leser sind her­zlich dazu ein­ge­laden, stattdessen etwas anderes zu lesen.)

Im März 2016 berichtete ich von einem von mir entwick­el­ten Werkzeug, mit dessen Hil­fe aus den meis­ten Web­sites RSS-Feeds erstellt wer­den kön­nen. In der Folge nutzte ich es zumin­d­est selb­st regelmäßig, die im Artikel ver­merk­te Möglichkeit, eine grafis­che Ober­fläche bere­itzustellen, ver­fol­gte ich aber zunächst nicht weit­er.

Eine Diskus­sion mit einem Inter­essen­ten erin­nerte mich einige Zeit später daran, dass ich mir das dur­chaus ein­mal anse­hen wollte; natür­lich schlicht und schnörkel­los und ohne die Kom­plex­ität unnötig zu erhöhen. ‘Mit Com­mon Lisp gegen Web­müll (fortg.: jet­zt mit noch mehr Web)’ weit­er­lesen »

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Esst weniger Werbung!

Die Welt­ge­sund­heit­sor­gan­i­sa­tion teilt via “heise online” mit:

Wer­bung für unge­sun­des Essen in dig­i­tal­en Medi­en fördert nach einem neuen Report Übergewicht bei Kindern.

Und ich dachte schon, die drol­li­gen Bäl­ger wären so dick, weil sie sich falsch ernährt haben, und nicht, weil zu wenig Wer­bung für Salat im Web zu sehen ist. Endlich erk­lärt mir das mal wer.

PolitikIn den Nachrichten
Was Angela Merkel so alles alarmiert

Die Kan­z­lerin ver­schärfe die Kri­tik, heißt es aus Jour­nal­is­tenkreisen (u.a. “FAZ”, “Tirol­er Tageszeitung” bzw. eben Reuters), indem sie die Ein­schränkun­gen der Mei­n­ungs- und Presse­frei­heit in der Türkei “in höch­stem Maße alarmierend” nan­nte. Nun kann man bei ein­er alarmierten Angela Merkel keines­falls davon aus­ge­hen, dass sie wie eine alarmierte Polizei oder eine alarmierte Feuer­wehr Maß­nah­men ergreifen wird, um die Ursache des Alarms wirkungsvoll zu bekämpfen, denn die Türkei ist eben­so wie Sau­di-Ara­bi­en ein wertvoller Ver­bün­de­ter beim Löschen wirtschaft­sun­fre­undlich­er Frieden­sh­erde. Das Feine an der Kan­zler­schaft mag’s sein, dass man viel reden, aber nur wenig tun muss, um zu gefall­en.

Und bewährte Rezepte kocht man eben dop­pelt so gern: Die human­itäre Lage in Nige­ria sei “alarmierend” (14. Okto­ber 2016); und wahrlich, sie tat was dage­gen, lehnte zwar die Auf­nahme ver­muteter Wirtschafts­flüchtlinge aus Nige­ria ab, aber Deutsch­land stellt zur Sicher­heit noch eine Mil­itär­ba­sis daneben, denn nur dort kann ein Friede herrschen, wo man ihm den Weg freis­chießt; was indes in der Türkei völ­lig außer Frage ste­ht, denn dort ist die human­itäre Lage eine großar­tige, wenn man nicht ger­ade Jour­nal­ist, Poli­tik­er der Oppo­si­tion, Kurde, Fernse­hclown oder syrisch­er Flüchtling ist: “Flüchtlinge bericht­en von Mis­shand­lun­gen und Schüssen auf Kinder”, aber die Tür in die EU bleibt selb­stver­ständlich geöffnet, so lange es nicht offiziell Todesstrafe heißt, denn es ließ die Kan­z­lerin höch­st­selb­st verkün­den, dass die Gespräche über eine EU-Mit­glied­schaft der Türkei enden wür­den, sollte das Land die Todesstrafe wieder ein­führen, bedauer­liche Kol­lat­er­alschä­den selb­stver­ständlich ein­mal ausgenom­men.

Das Erschießen von Flüchtlin­gen ist im Fron­tex- und Waf­fen­ex­port­land Deutsch­land ja dur­chaus eine ökonomisch wertvolle Errun­gen­schaft.

Ihre Fähigkeit zu herrschen basiert allein auf der Ver­nich­tung des Bewusst­seins.
“Sie leben!”, 1988


Die F.D.P. teilte in Gestalt ihres Bun­desvor­stands inzwis­chen mit, dass Volksab­stim­mungen prinzip­iell gefährlich seien, denn das Volk kön­nte eine andere Mei­n­ung haben als seine Par­la­men­tari­er und damit wichtige Änderun­gen block­ieren oder gar final ver­hin­dern.

Wär’ ja noch schön­er, wenn man dem Pöbel mal das Wort erteilt.

Persönliches
Kurz notiert zu “Halloween”

Ah, der 1. Novem­ber naht, mithin der Tag nach “Hal­loween”, dem Tag im Jahr, der nicht nur selb­st einem Möchte­gernaufgek­lärten als willkommen­er Brück­en­tag dient — denn den bedeu­ten­den Vorteil, den die nervtö­ten­den Bimm­bamm­re­li­gio­nen, über die man sich son­st vortr­e­f­flich aufzure­gen ver­mag, der per­sön­lichen Leben­squal­ität ver­schafft, den der zusät­zlichen freien Tage näm­lich, nimmt man doch gern mit und bemerkt nicht ein­mal, dass man dadurch zum Teil des Prob­lems wird -, son­dern der zudem als Ersatz für den in dieser vorder­gründig säkulären Zeit eher unbe­liebten Refor­ma­tion­stag her­hal­ten darf und dann aber eben doch religiösen Ursprungs, natur­re­ligiösen näm­lich, ist und an dem sich eine eige­nar­tige Kälte im Land bre­it­macht, gekennze­ich­net durch die Diskrepanz, dass diejeni­gen, die niemals auch nur auf die Idee kämen, einem Bedürfti­gen über den Win­ter zu helfen, im Super­markt für zu viel Geld unge­sun­den Unsinn kaufen, damit die putzi­gen kleinen Strolche, die nicht ein­fach nur lieb bit­ten, son­dern bei Nichtbeschenkung mit Saurem dro­hen, schon früh ler­nen, dass man im Leben eine Menge erre­ichen kann, wenn man ein­fach nur unver­schämt genug ist.

Vielle­icht soll­ten sich die frieren­den Bet­tler ein­fach als niedliche Kür­bisse verklei­den.

In den NachrichtenMontagsmusik
Ahkmed — Last Hour of Light // Friedenskrisen

nur-noch-eine-tasse-kaffeeEs ist später Mon­tag als son­st, nur hat man es kaum bemerkt, weil die eingeschobene Stunde am Son­ntag keine pro­duk­tive war und Brück­en­t­age auch immer nur die Anderen betr­e­f­fen. Mod­ern­er Tech­nik wegen beschränkt sich die Umstel­lung der angezeigten Uhrzeit ohne­hin längst meist darauf, dass man noch ein biss­chen länger im Bett bleibt. Ob der Unsinn nicht ganz aus­bleiben sollte, möge jemand mit leg­isla­tiv­er Befug­nis entschei­den, bedauer­licher­weise ist bis­lang keine Änderung in Sicht. Rus­s­land hat die Zei­tum­stellerei schon vor Jahren unter­bun­den, und wer will schon wie der Iwan sein?

Ander­er­seits: Deutsch­land stimmt gegen ein Ver­bot von Masssen­ver­nich­tungswaf­fen, ver­mut­lich verkaufen die sich so gut. Wenig ver­nichtet man als deutsch­er Frieden­spoli­tik­er so ungern wie Export­gewinne. Wenn man nur lange genug wartet, wer­den aber offen­bar auch die krud­esten Parteiver­suche ratio­nal: Auf dem “grü­nen” Net­zkongress etwa war Veg­anes unbe­liebt. Bes­timmt wur­den bere­its Krisen­sitzun­gen ein­berufen.

Krisen sind ja sowieso so ein Mon­tags­d­ing. Der so genan­nte “Jour­nal­is­mus” steckt eben­so tief in der­sel­ben wie Poli­tik, Gesellschaft und Kul­tur — hui, Brüste! — und natür­lich man selb­st, weil man sich und das alles und den Mon­tag ins­beson­dere nur ungern noch ertra­gen mochte, wäre da nicht die Musik, die so vieles bess­er macht.

Machen wir also einen kleinen Umweg, bevor der Mon­tag begin­nt.

ahkmed ~ last hour of light

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Ryley Walker — Primrose Green

ryley-walker-primrose-greenKom­men wir zu etwas schönem, kom­men wir zu Musik.

Ryley Walk­er, 1989 geboren, singt und spielt Gitarre auf Auf­nah­men, die eigentlich gar nicht nach Her­ren seines Alters klin­gen. Nach einem sozusagen ras­an­ten Auf­stieg in der prinzip­iell viel zu großen Musik­szene Chica­gos veröf­fentlichte er seit 2014 bis heute bere­its vier Alben und min­destens drei EPs, Ideen scheint er also zu haben. “Prim­rose Green”, 2015 erschienen, ist das zweite dieser Alben.

Ryley Walk­er — “Prim­rose Green” (Offi­cial Audio)

Was ist davon zu hal­ten? Nun: Eine Menge. Ryley Walk­er steckt musikalisch tief in den 1960ern und, hil­f­sweise Mit­musik­er auf den Stu­dioauf­nah­men (hier: sechs) hin oder her, erweckt keines­falls den Ein­druck, er habe nicht viel mitzuteilen. Ver­dammte Hip­piemusik oder eben: Folk­jazz mit Gefühl bis hin zum gele­gentlichen, uner­warteten Aus­bruch, ohne gewollt zu klin­gen, mitunter auch mal am Etikett des RIO ent­langstreifend, ohne es aufgek­lebt zu bekom­men. Singer/songwriter nen­nen das jene, die Musik nur hören, aber nicht fühlen wollen, weil er hier, man höre und staune, singt und schreibt.

Aus­bruch? Aber natür­lich. Ryley Walk­er reißt mit, not­falls mit Nach­druck.

Ryley Walk­er — Sweet Sat­is­fac­tion

Natür­lich ist “Prim­rose Green” auch der Schw­er­mut, der elen­den, ein Motor, was unver­mei­dlich ist, wenn stiller Folk den psy­che­delis­chen Pop als Teil sein­er selb­st begreift, denn dicht ist sie, die Woge, die den Hör­er auf die Reise schickt; zuvörder­st aber bleibt ein san­ftes Gefühl der Befreiung mit Rück­stän­den von Fer­n­weh zurück.

Ich bin ange­tan und empfehle wärm­stens Imi­ta­tion.

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 27. Oktober 2016

Dieser Absturz da auf dem Mars, der hat doch fast funk­tion­iert:

Since we obtained at least 80% of the data dur­ing the descent, the over­all suc­cess rate can be cal­cu­lat­ed as fol­lows: 80+20*0.8 = 96%. All in all, a very pos­i­tive result.

Wenn ich mal was pro­gram­miere, was zu 96 Prozent funk­tion­iert und zu 4 Prozent in einem Totalschaden endet, dann schimpfen immer alle. Vielle­icht sollte ich stattdessen was mit Raum­fahrt­tech­nik machen.


Apple definiert Inno­va­tion: Das kom­mende Mac­Book hat voraus­sichtlich nicht ein­mal mehr eine Esc-Taste. Wenn sie das Tem­po, in dem sie inno­v­a­tiv Funk­tio­nen aus ihrem Plas­tik­spielzeug ent­fer­nen, einiger­maßen beibehal­ten, sehe ich schon bald die ersten Urhe­ber­recht­skla­gen auf die Mach­er des NoPhones zukom­men. Das hat näm­lich auch keine stören­den Anschlüsse, Tas­ten oder Funk­tio­nen.


Es gibt seit kurzem ein lesenswertes Gespräch mit dem bemerkenswert bloggen­den “Kiezneu­rotik­er”, das auszugsweise zu zitieren der vollen Pracht hier Unrecht täte.


Deutsch des Tages: Die vom IS explodierte Gift­wolke.


Scheißfrisur? Scheißfrisur.

In den NachrichtenWirtschaft
Mindesthohn

(Vorbe­merkung: Meine Ahnung von Wirtschaft weigert sich auch weit­er­hin behar­rlich zu existieren.)

Toll:

Der seit einein­halb Jahren gel­tende geset­zliche Min­dest­lohn wird 2017 erst­mals ange­hoben. Der Min­dest­lohn soll von derzeit 8,50 Euro auf dann 8,84 Euro pro Stunde steigen. Das Bun­desk­abi­nett bil­ligte am Mittwoch in Berlin eine Verord­nung von Arbeitsmin­is­terin Andrea Nahles.

Damit sinkt das Risiko der Alter­sar­mut für Ger­ingver­di­ener um, Moment…

Auf eine schriftliche Frage (…) musste Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller ein­räu­men, dass ein Beschäftigter 45 Jahre lang und mit ein­er wöchentlichen Arbeit­szeit von 38,5 Wochen­stun­den, 11,50 Euro ver­di­enen müsste, um im Alter eine Rente zu erhal­ten, die über der aktuellen Grund­sicherungss­chwelle von 769 Euro liegt.

Aber warum dann über­haupt diese geringe Anhebung, wenn man im Alter sowieso nichts davon hat? Ach, richtig:

Dage­gen erhofft sich Nahles durch die 34-Cent-Anhebung pos­i­tive Auswirkun­gen auf die Kon­sum­nach­frage.

Ist ja bald Wei­h­nacht­en.

Aber nicht alles auf ein­mal aus­geben! :ja:

In den NachrichtenPolitik
Betonköpfe: Markus Becker erklärt die Demokratie.

Auf “SPIEGEL ONLINE” darf Markus Beck­er derzeit die Demokratie erk­lären und bringt uns dreier­lei bei.

Erstens:

Man mag Ceta gut find­en oder schlecht, aber der Beton-Wider­stand der Wal­lonie ist kein Sieg der Demokratie.

Von dem Recht, gegen ein Abkom­men zu votieren, Gebrauch zu machen heißt “Beton-Wider­stand”.

Zweit­ens:

Selb­st Parteifre­unde der wal­lonis­chen Rebellen — etwa Gian­ni Pit­tel­la, Frak­tion­schef der Sozialdemokrat­en im EU-Par­la­ment — wer­fen Paul Mag­nettes Regierung inzwis­chen vor, ganz Europa in Geisel­haft zu nehmen.

Gegen ein Abkom­men, das von vie­len Europäern abgelehnt wird, die aber zur Freude der Demokratie und Markus Beck­ers gar nicht erst gefragt wur­den, zu stim­men nimmt ganz Europa “in Geisel­haft”, während eine Zus­tim­mung zu diesem Abkom­men ganz Europa selb­stver­ständlich völ­lig frei von Zwän­gen ließe.

Drit­tens:

Dass die — demokratisch gewählten — Regierun­gen aller EU-Staat­en Ceta zuges­timmt haben? Inter­essiert nicht. Die Glaub­würdigkeit Europas und wom­öglich Tausende Arbeit­splätze, um die es immer­hin auch geht? Bedauer­liche Kol­lat­er­alschä­den.

Europa kann seine Glaub­würdigkeit nur aufrecht erhal­ten, wenn es seine Mit­glieder kün­ftig nicht mehr nach ihrer Mei­n­ung fragt. Demokratie kann nur funk­tion­ieren, wenn sie auf ergeb­nisof­fene Abstim­mungen verzichtet. Die Arbeit­splätze, wis­senschon. :aufsmaul:

Endlich erk­lärt uns das mal ein­er.

In den Nachrichten
Buh!

Zitat des Tages:

Wer andere sprich­wörtlich zu Tode erschreck­en will, ist nicht lustig, son­dern ein Straftäter[.]

Hof­fentlich tritt ein entsprechen­des Gesetz rechtzeit­ig zum Vor­abend von Aller­heili­gen in Kraft.

:irre:

In den NachrichtenMontagsmusik
Argos — Not in This Picture

kein-montag-ohne-mond-kein-seufzen-ohne-kaeuzchenEs ist Mon­tag; bla, bla und nochmals bla. Wir reden laut und sagen nichts, um wenig­stens nicht still zu sein, und nehmen die tat­säch­liche Stille dabei gern in Kauf. Don’t you / for­get about me, neben­bei die musikalis­che Früha­sozial­isierung ver­fluchen und dann weit­er, nur weit­er, nur weit­er so. Er wirk­te stets bemüht. Regie, kann ich den Son­ntag davor noch mal sehen?

Es kön­nte schlim­mer sein. Man kön­nte seine Söhne töten, damit sie später keine Frauen belästi­gen. Apro­pos: Frauen kaufen lieber Zigaret­ten mit Fotos von kranken Män­nern. Vielle­icht sollte man für die Abbil­dun­gen eine Frauen­quote ein­führen.

Wenig­stens ander­swo hat der Babo die Cha­bos voll im Griff: Der Iwan darf in den USA nicht beim Wählen zuguck­en. Eine anständi­ge Demokratie braucht wed­er Com­put­er noch Beobachter. Wer was anderes behauptet, ist Putin­ver­ste­her, gesellschaftlich geächtet und unten durch.

Obe­nauf hinge­gen: Musik.

Not in This Pic­ture

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Seid Terroristen!

Das “umstrit­tene” (medi­aler Fach­be­griff für “unvernün­ftig”) Gesetz zur Legal­isierung des bish­er wenig­stens ille­galen, kün­ftig also nur noch abscheulichen Tuns des Bun­desnachrich­t­en­di­en­stes wurde heute gegen, selb­stver­ständlich, erbit­terten Wider­stand der Oppo­si­tion mit aus­drück­lich­er Zus­tim­mung der SPD — Pro­jekt 18 läuft super — beschlossen. Auss­pi­onieren unter Fre­un­den ist uner­wün­scht, aber wir sind eben hier nicht bei Fre­un­den. Damit ist weit­er­hin und bis auf Weit­eres nicht davon auszuge­hen, dass das, was ihr im Inter­net so treibt, nur von Face­book, Google und eurem Betrieb­ssys­temher­steller mit­ge­le­sen wer­den kann. Es gilt: Pri­vate Kom­mu­nika­tion ist weit­er­hin nur pri­vat, wenn ihr entsprechende Maß­nah­men tre­fft. Wenn Ver­schlüs­selung Ter­ror­is­mus ist, dann kann das Netz viel von Ter­ror­is­ten ler­nen.

Ich hat­te mich schon 2013 ein­mal mit effizien­ten Gegen­maß­nah­men beschäftigt und finde es ein wenig erschreck­end, wie aktuell manch­es bleibt; auch weit­er­hin gilt: Kom­mu­niziert ihr über ein ver­schlüs­seltes VPN, so ver­ste­ht der Lausch­er am DE-CIX nur Bahn­hof. Das alles ist natür­lich wit­z­los, wenn ihr trotz­dem über fremde Dien­ste unver­schlüs­selt kom­mu­niziert, deren Integrität in der Regel ja nicht trans­par­ent ist.

Ver­schlüs­selt also so viel wie möglich, sowohl in eurem Mes­sen­ger (XMPP, vul­go “Jab­ber”, mit der OTR-Ver­schlüs­selung sollte sich als Stan­dard allmäh­lich durch­set­zen) wie auch via E‑Mail. Nutzt Mail­pro­gramme, die eine stan­dar­d­isierte Ver­schlüs­selung — bevorzugt GnuPG oder PGP — beherrschen, etwa Claws Mail, The Bat!, Pega­sus Mail oder Wan­der­lust, keines­falls aber Google Mail oder ver­gle­ich­bare Dien­ste, denn eine zuver­läs­sige, über­prüf­bare Ein­bindung von GnuPG oder PGP in einen Web­mail­dienst kann es schon architek­turbe­d­ingt nicht geben.

Seid selb­st die Ter­ror­is­ten. Seid uner­wün­scht nackt. Clown­skostüm und Guy-Fawkes-Maske sind option­al.

Wir sind Ter­ror­is­ten und wir sind extrem.
Heit­er bis Wolkig: Ter­ror­is­ten