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Schmal­hans des Tages: Tor­sten Albig, SPD.

Die­ser Arti­kel ist Teil 13 von 16 der Serie Schmal­hans des Tages

In der, aus­ge­rech­net, Fern­seh­sen­dung „Die Anstalt“, in der bekann­te und weni­ger bekann­te Kaba­ret­ti­sten das Publi­kum unter Bei­fall und Gejoh­le, aller­dings anson­sten fol­gen­los zur Erre­gung über die bizar­re Poli­tik vor­nehm­lich des hie­si­gen Lan­des anzu­re­gen ver­su­chen, wur­de kürz­lich (Ach­tung: Flash!) poin­tiert dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Begriff des poli­tisch Lin­ken und Rech­ten sich in den letz­ten Jahr­zehn­ten dahin­ge­hend ver­scho­ben hat, dass in den gro­ßen Par­tei­en von CDU/CSU bis zur „Lin­ken“ allein ein irgend­wie rech­ter gemein­sa­mer Wer­te­ka­non vorliegt.

Ein aktu­el­les Bei­spiel dafür lie­fert Schles­wig-Hol­stein. Die Schles­wig-Hol­stei­ne­sen haben im Jahr 2012 – fast wollt‘ ich schrei­ben: n.Chr. – die christ­li­che CDU-Regie­rung durch eine sozi­al­de­mo­kra­ti­sche SPD-Regie­rung aus­ge­tauscht. Man soll­te nun anneh­men, dass die SPD sich wenig­stens vor­der­grün­dig mehr für rea­le und welt­li­che Poli­tik statt für die Anbe­tung von Gei­ster­we­sen inter­es­sier­te, ins­be­son­de­re unter der Prä­mis­se, dass nur wenig mehr als die Hälf­te der Ein­hei­mi­schen Mit­glied der De-fac­to-Staats­kir­che (Chri­sten­tum) ist. Puste­ku­chen:

Schles­wig-Hol­steins Mini­ster­prä­si­dent Tor­sten Albig (SPD) wird am Mon­tag von Papst Fran­zis­kus in Pri­vat­au­di­enz emp­fan­gen. (…) Die Papst­au­di­enz fin­det im Rah­men einer Rei­se Albigs mit Erz­bi­schof Heße statt. Auf dem Pro­gramm des zwei­tä­gi­gen Auf­ent­halts ste­hen gemein­sa­me Gesprä­chen mit der deut­schen Bot­schaf­te­rin beim Hei­li­gen Stuhl, Annet­te Scha­van, und dem Gene­ral­se­kre­tär der Gemein­schaft von San­t’E­g­idio, Cesa­re Zuc­co­ni, sowie ein Got­tes­dienst im Petersdom.

Nun könn­te man durch­aus einen gewis­sen Witz dar­in sehen, dass im Vati­kan auch ein Gespräch mit einer ver­ur­teil­ten Betrü­ge­rin (CDU, natür­lich) ansteht, womit das alles wun­der­schön zusam­men­wächst, aber inter­es­san­ter ist dann doch, dass das SPD-gebeu­tel­te Ober­haupt eines Bun­des­lan­des mit einer ein­stel­li­gen Pro­zent­zahl an Katho­li­ken es für sei­ne Auf­ga­be zu hal­ten scheint, beruf­lich (also kei­nes­falls als Pri­vat­mann) in aller Pracht mit dem Papst zu par­lie­ren und einem Gott, kei­nes­falls also dem Wäh­ler­sou­ve­rän, zu die­nen, jeg­li­che Lip­pen­be­kennt­nis­se über die Tren­nung von Staat und Kir­che als sol­che ent­lar­vend. Dass Katho­li­zis­mus, in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­tau­sen­den nicht gera­de ein Fanal für Bür­ger­rech­te und eine lebens­wer­te Zukunft, über aus­rei­chend emp­feh­lens­wer­te Ant­wor­ten auf drin­gen­de poli­ti­sche Fra­gen unse­rer Zeit ver­fügt, darf bezwei­felt werden.

Tor­sten Albig hät­te nun die Mög­lich­keit, Zwei­fel an sei­nem Ansin­nen zu zer­streu­en, wenn er mög­lichst bald bekannt­gibt, dass es außer­dem poli­ti­sche Gesprä­che mit „Dagi Bee“ und Tim Cook geben wird. Den Vor­wurf der ein­sei­ti­gen poli­ti­schen Beein­flus­sung durch eine schein­bar wahl­los aus­ge­wähl­te poli­tik­fer­ne Min­der­heit kann er nur glaub­wür­dig aus­räu­men, indem er zeigt, dass sei­ne poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen unter Abwä­gung aller Ein­zel­in­ter­es­sen zustandekommen.

Davon wür­de ich mir dann viel­leicht sogar ein Video ansehen.

Die Über­tre­ter aber wer­den ver­tilgt mit­ein­an­der, und die Gott­lo­sen wer­den zuletzt ausgerottet.
Psalm 37,38

(via Patrick Brey­er)

Seri­en­na­vi­ga­ti­on« Schmal­hans des Tages: Ange­la Mer­kel, CDU.Schmal­hans des Tages: Tho­mas de Mai­ziè­re, CDU. »