In den NachrichtenPolitik
Schmal­hans des Tages: Tho­mas de Mai­ziè­re, CDU.

Die­ser Arti­kel ist Teil 14 von 16 der Serie Schmal­hans des Tages

Die Regie­rungs­ko­ali­ti­on aus CDU/CSU und SPD gedenkt, medi­al belegt, noch vor der näch­sten Bun­des­tags­wahl – obwohl abzu­se­hen ist, dass auch wei­ter­hin der Groß­teil der Wäh­ler gar nicht erst auf die Idee käme, dem frei­heits­feind­li­chen Trei­ben der drei­sten Drei per Abstim­mung zugun­sten einer ande­ren Par­tei Ein­halt zu gebie­ten – am BVerfG vor­bei den Ein­satz von Schad­soft­ware gegen die eige­nen Bür­ger zum Gebot zu erklä­ren, indem sie ein­fach ins Gesetz­buch rein­schrei­ben, dass sie das dürfen.

Der Rechts­staat wol­le es so, sag­te der amts­be­dingt fach­lich gänz­lich des­in­ter­es­sier­te Mini­ster des Inne­ren, Tho­mas de Mai­ziè­re, im Stuhl­kreis derer, die sich selbst dafür, dass sie es schaf­fen, halb­wegs feh­ler­frei Wor­d­Press zu instal­lie­ren, zur Kory­phäe in Medi­en­po­li­tik ernann­ten, näm­lich auf der nun­mehr ver­gan­ge­nen „re:publica”-Konferenz:

Der Staat kann dem Mini­ster zufol­ge nicht akzep­tie­ren, „wenn es eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung in einem Mes­sen­ger­dienst gibt, dass des­we­gen, weil es eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung gibt, auto­ma­tisch rechts­staat­li­che Befug­nis­se des Staa­tes zur Straf­ver­fol­gung in die­sem Dienst tech­nisch aus­ge­schlos­sen sind. (…)”

Der Staat also fin­de es unvor­teil­haft, wenn die Bür­ger auch mal unbe­ob­ach­tet über Pri­va­tes reden möch­ten, und in letz­ter Kon­se­quenz erstaunt es mich, dass das Zukle­ben von Brief­um­schlä­gen über­haupt noch legal ist. Spre­chend indes ist der Ter­mi­nus von den „rechts­staat­li­chen Befug­nis­sen”, der hier eine ange­neh­mer klin­gen­de For­mu­lie­rung für „Befug­nis­se und Rech­te des Staa­tes” zu sein scheint, was zwar ähn­lich klingt, aber nicht ähn­lich bedeutet.

Rechts­staat­lich­keit bedeu­tet laut Klaus Stern (zitiert in u.a. Wiki­pe­dia), dass „die Aus­übung staat­li­cher Macht nur auf der Grund­la­ge der Ver­fas­sung und von for­mell und mate­ri­ell ver­fas­sungs­mä­ßig erlas­se­nen Geset­zen mit dem Ziel der Gewähr­lei­stung von Men­schen­wür­de, Frei­heit, Gerech­tig­keit und Rechts­si­cher­heit zuläs­sig” sei, meint mit­hin also einen Staat, des­sen Maxi­me vor allem Men­schen- und Bür­ger­rech­te sind, wozu eini­ge Jahr­zehn­te nach „Auf­ma­chen, Gesta­po!” tat­säch­lich auch zumin­dest grund­le­gen­der Libe­ra­lis­mus im Sin­ne der Unver­letz­lich­keit pri­va­ter Lebens­be­rei­che gehö­ren soll­te, was in einer voll­ge­cy­ber­ten Zeit wie der unse­ren sich letzt­lich viel­fach auf das Digi­ta­le redu­zie­ren las­sen kann, sind Com­pu­ter doch heu­te Foto­al­bum, Tage­buch und Brief­ka­sten zugleich.

Unter rechts­staat­li­chen Vor­aus­set­zun­gen haben die Com­pu­ter frem­der Leu­te für den Staat ergo nicht weni­ger unbe­rühr­bar zu sein als ein Ehe­bett: So lan­ge dort nicht gera­de ein Mord im Ent­ste­hen begrif­fen ist, hat dort kein noch so eif­ri­ger Geset­zes­hü­ter etwas verloren.

Lei­der hütet der Staat Geset­ze, die ihm selbst nicht von Vor­teil sind, eher ungern, hält aber um so mehr von sei­nen eige­nen Befug­nis­sen, was eben bedeutet:

Daher hal­te er Quel­len-TKÜ und Online-Durch­su­chung „unter rechts­staat­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für zwin­gend geboten”.

Gebo­ten wäre im Übri­gen auch eine Revo­lu­ti­on oder zumin­dest eine grund­le­gen­de Reform des Wahl­sy­stems, um die wei­te­re Unter­wan­de­rung des mensch­li­chen Mit­ein­an­ders sei­tens eines über­grif­fi­gen Staa­tes zu ver­mei­den; aber auf mich hört ja keiner.

Ich hab’ den nicht gewählt.

Seri­en­na­vi­ga­ti­on« Schmal­hans des Tages: Tor­sten Albig, SPD.Schmal­hans des Tages: Uffa Jen­sen, TU Berlin. »

Senfecke:

  1. Ich hab‘ den nicht gewählt.

    Neee, ich auch nicht.

    Gebo­ten wäre im Übri­gen auch eine Revolution …

    Ich bin es mehr als leid, dass ich von halb­sei­de­nen, unge­bil­de­ten Hilfs­kräf­ten ver­wal­tet wer­de, die unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen noch nicht ein­mal über einen Hilfschul­ab­schluß ver­fü­gen dürften.

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