ComputerNetzfundstücke
comcrypto: Mit Scriptzwang und Googlewanzen gegen Überwachung?

Die Startupszene in Deutschland ist eine florierende. Die Geschäftsmodelle sind oft vollkommen absurd und scheitern erfreulich schnell, andere fußen auf realen Bedürfnissen und füllen ihre jeweilige Nische oft auf herausragende Weise.

Und dann wäre da noch comcrypto.

comcrypto – laut Eigenbeschreibung im Seitentitel zuständig für „Authentizität und Verschlüsselung im Informationsaustausch“ – ist eine seit 2016 in irgendwelchen Registern stehende Chemnitzer GmbH, die unter anderem auf der diesjährigen CeBIT in Hannover zu Gast war, um ihre Dienste anzupreisen. Das tut sie zum Beispiel wie folgt:

Beispiele wie das Spionageprogramm PRISM oder zunehmende Schadensfälle durch E-Mail-Fälschungen sind Beleg für die zunehmende Verletzlichkeit unseres privaten und geschäftlichen Nachrichtenaustausches.

Und:

Von comcrypto entwickelte Lösungen entsprechen höchsten Anforderungen.

Und:

Kommunikation benötigt Vertrauen. Wir ermöglichen es.

Dass die eigene Website ohne einen technischen Anlass mit deaktiviertem JavaScript praktisch unbedienbar (schlimmer noch: unlesbar) ist, dass man den Herren von comcrypto also erst einmal ohne erkennbaren Grund das Ausführen von beliebigem Code auf dem eigenen Rechner erlauben muss, um überhaupt in den Genuss der Heilsversprechen zu kommen, könnte allerdings ein Zeichen dafür sein, dass das junge Unternehmen seine Zielgruppe maßlos unterschätzt.

comcrypto - Kein JS, keine Infos!

Und wenn man comcrypto dann mal vertraut und nicht weiter nachfragt und am besten auch nicht ans Ende der sehr, sehr langen Seite scrollt, wird man auch niemals den Datenschutzhinweis – blassblau auf hellblau – ausklappen und folgende Information nicht einmal zur Kenntnis nehmen:

Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. (“Google“).

Eine Website, so heißt es, sei heutzutage das Aushängeschild eines Unternehmens, das etwas auf sich hält. Was der Umstand, dass sicherheitsbewusste Interessenten dieses Schild in den meisten Fällen nicht einmal lesen können, ohne gleich bei Google vorstellig werden zu müssen, über das Unternehmen aussagt, möge die Entscheidung der Einzelnen bleiben.

Ich würde unter diesem Schild jedenfalls ohne Helm nicht einmal entlanggehen wollen.

Senfecke

Bisher gibt es 3 Senfe:

  1. dass das junge Unternehmen seine Zielgruppe maßlos unterschätzt.

    Versteh ich nich, is doch genau das richtige Publikum. Pseudonerdige Latte-Macciato-Hipster, die Geld überall hinwerfen, wo Buzzwords herkommen.

  2. PINGBACK: Security-klitsche des tages | Schwerdtfegr (beta)

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