Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön euren Kernel!
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön euren Kernel!
Entwarnung einer‑, Verwunderung andererseits in New York: Bei der Gala „Himmlische Körper: Fashion und die katholische Vorstellungswelt“ gab es keinerlei nackte Knaben, sondern bloß reiche Frauen in bizarren Klamotten und damit insgesamt eher unkatholische Dinge zu sehen.
Zufallsfund der Woche: In Frankfurt am Main wird voraussichtlich noch dieses Jahr etwas offiziell „eröffnet“, das „Neue Frankfurter Altstadt“ genannt wird und aus neuen alten Häusern besteht. Unklar ist, ob es zu dieser Zeit dunkel sein wird, während der Mond hell scheint.
Wer hier regelmäßig mitliest, der hat eventuell mitbekommen, dass meine 2012 entfachte und später gelegentlich wieder thematisierte Begeisterung für das Betriebssystem FreeBSD im Februar 2018 ein jähes Ende fand.
In einem selbst für mich überraschenden Anflug von Folgerichtigkeit stellte ich mit Erscheinen des letztverlinkten Artikels jede Arbeit an FreeBSD-Unterstützung für jedes meiner Programme ein und begab mich auf die Suche nach einem geeigneten Ersatz für meinen Webserver. ‘Ein Monat mit OmniOS: Andere sind schon mit BSD überfordert.’ weiterlesen »
Es ist Montag. Das muss doch nicht schon wieder sein. Sex mit Fischen ist das neue große Ding, selten schienen andere Tiere so wenig verstörend. Eine Ausnahme sind und bleiben allerdings Pandabären – wer könnte von ihnen verstört sein?
Verstörend ist aber auch weiterhin die Politik. Damit meine ich nicht einmal nur die CDU, deren Berliner Landesvorsitzende die wenigstens mutige Behauptung ins Web kübelte, dass das Internet in einer Demokratie nicht gut aufgehoben sei, weil es „mehr Freiraum“ biete, als Demokratie „vertrage“, weshalb ein „politisches Update“ nötig sei. Immer, wenn jemand von der CDU von einem Update redet, fällt in irgendeinem Büro der für das Ausdrucken von E‑Mails zuständige Praktikant lachend vom Stuhl, vermute ich. Routine verstört nicht mehr. Viel verstörender jedoch ist ihre süddeutsche Schwesterpartei: Markus Söder empfindet es als eine Selbstverständlichkeit, dass eine Horde Fußballspieler für einen Sieg einen Staatsempfang verdient habe, obwohl das fränkische Nürnberg doch mit seinem Bundesland überhaupt nichts zu tun haben will. Im Allgemeinen scheint man in Bayern nicht mehr alle Latten am Zaun zu haben. Der Traditionspartner lässt sich da natürlich nicht lumpen: Auch die F.D.P., mir zwischendurch etwas weniger unsympathisch als noch 2013 geworden, hat es bedauerlicherweise geschafft, mich durch reine Dummheit davon zu überzeugen, dass weitere Sympathie eine beknackte Idee wäre.
Kann man denn gar nichts mehr lesen, ohne von Stuss umgeben zu sein? Doch: Die „Washington Post“ veröffentlichte am vergangenen Freitag einen Artikel, der den jahrzehntelang schwelenden Streit darüber, wie viele Leerzeichen zwischen zwei Sätzen eingefügt werden sollten, endlich und endgültig beilegt: Zwei natürlich. Hoffentlich gibt es bald eine Möglichkeit, das in HTML abzubilden, ohne sich mit unsichtbaren Sonderzeichen zu behelfen.
Dieser Sieg der WIssenschaft ruft geradezu nach ein wenig verquerer Musik. Hier mein Vorschlag:
Guten Morgen.
Wenn die Italiener nicht gerade merkwürdige Politik hervorbringen, machen sie stattdessen oft vernünftige Musik. Wenn sie dabei auf Gesang verzichten oder ihn in einer anderen als der Landessprache vorbringen, die beim Singen wirklich nicht mehr schön klingt, dann ist mir das mitunter eine Empfehlung wert.
Das Trio Humulus etwa, das seine Musik als eine „Kombination aus fetten Fuzzgitarren, schweren Riffs und einer Menge Bier“ bezeichnet, veröffentlichte 2017 mit „Reverently Heading Into Nowhere“ (Amazon.de, Bandcamp.com) sein zweites Vollzeitalbum und hat auf ihm nicht viel falsch gemacht.
Im Wesentlichen spielen „Humulus“ sich zwischen 70er-Hardrock und Stoner Rock eine eigene Nische heraus, nicht ohne dabei die eigentlich obligatorischen Zutaten Fuzzgitarre und ordentlich Hall bestmöglich auszunutzen.
Sänger und Gitarrist Andrea Van Cleef (mit der deutschen Plattenfirma gleichen Nachnamens zumindest musikalisch erfreulich unverwandt) beherrscht das entspannte Crooning („Distant Deeps Or Skies“), insoweit es in diese Art von Musik passt, mit seiner angenehmen tiefen Stimme ebenso wie die gesangliche Eskalation. Bassist Giorgio hat das Glück, auf einen verständigen Produzenten getroffen zu sein, wie sein herrlich brummender Bass, der in genau den richtigen Momenten auch einmal in den Vordergrund gespielt werden darf, beweist.
Mit „Rama Kushna“ gibt es am Ende von „Reverently Heading Into Nowhere“ einen glatten Stilbruch, nämlich ein elfminütiges Shoegazing, das – wie auch der Rest des Albums – bei aller begründeten Abneigung gegen diese Art von Begriffen ziemlich groovet.
Natürlich ist „Reverently Heading Into Nowhere“ letztlich auch nur eines dieser Stoner-Rock-Alben, die sich nur geringfügig von ihren Regalkollegen unterscheiden. Stoner Rock hört man nicht der Abwechslung wegen. Zweifellos aber gehört dieses Album nicht zu denen, die man sich nicht trotzdem merken sollte. Gute Arbeit.
Meine beiden Lieblingssätze aus diesem Artikel im sicherlich umstrittenerweise marxfreundlichen „Neuen Deutschland“ besagen, dass Linke Steine auf andere Linke geworfen hätten und es bei Sachschäden geblieben sei. Nicht klar ist, ob sie denn nun ihr jeweiliges Ziel getroffen haben oder nicht.
Im Allgemeinen ging es, behauptet der Artikel, jedenfalls darum, dass neoliberale, also antiimperialistische, Linke sich vorgestern in Bochum mit imperialistischen, also „antideutschen“, Linken darum zu prügeln suchten, ob die einzig wahren „Linken“ nun diejenigen, die das Zerfetzen von palästinensischen Zivilisten ablehnen, oder diejenigen, die das Zerfetzen von israelischen Zivilisten ablehnen, seien. Für das „Neue Deutschland“ ist der Fall, sofern man aus der Wortwahl etwas folgern sollte, offensichtlich klar, denn die Ablehnung israelischer Außenpolitik sei in toto als Antisemitismus und Israelhass zu erkennen, als müsse man immer gleich alles hassen, gegen was man demonstriert. Dass eine Demonstration gegen eine Situation im Allgemeinen einer Demonstration für eine andere Situation nicht vorzuziehen ist, habe ich anderswo schon einmal erläutert.
Bei der medialen Berichterstattung über den aus liberaler Perspektive großartigen Geschichtswitz, dass sich hier der Teil der ehemaligen Arbeiter- und Friedensbewegung, der nicht im Gefolge der CDU versumpft ist, gewaltsam darum streitet, welches Land wohl mehr Recht dazu habe, Ausländer zu meucheln, gehe es, gibt eine „Aktivistin“, wie das „Neue Deutschland“ sie nennt, zu Protokoll, „darum, die radikale Linke zu diskreditieren, indem auf linken Antisemitismus abgehoben wird“, als sei jemand, der sich selbst als Teil eines radikalen politischen Rands versteht und daran nichts ändern möchte, überhaupt noch weiter diskreditierbar.
Der verlustreiche, jahrzehntelange Krieg zwischen Israel und Palästina jedenfalls, sind sich die Kontrahenten einig, sei gut und richtig, nur über denjenigen Staat, der ihn gewinnen soll, herrscht auch weiterhin Uneinigkeit. Es scheint mir unter Berücksichtigung des Umstands, dass sowohl Palästina als auch Israel von diesem Gezeter wohl nur wenig beeinflusst werden, eine zumindest erwägenswerte Alternative zu sein, um die notwendige Entscheidung in diesem Streit einfach zu würfeln oder Strohhalme zu ziehen.
Allein die Hersteller deutscher U‑Boote sollte man in diese Entscheidung nicht unbedingt einbeziehen.
(Vorbemerkung: Je mehr ich über Wirtschaft schreibe, desto weniger Ahnung habe ich davon.)
Seit 2009 besteht in den USA wie auch in EU-Staaten ein Beschluss zur finanziellen Förderung des Absatzes von Elektroautos in Höhe von bis zu 7.500 US-Dollar pro Fahrzeug. Ob die Gründe dafür ökonomischer oder ökologischer Natur waren, sei an dieser Stelle einmal unberücksichtigt gelassen. In der weltweit führenden Importnation USA beheimatete Automobilhersteller kommen jedoch kaum umhin, die benötigten Einzelteile aus anderen Staaten, oft auch China, zu importieren.
Unter dem Schlagwort „Made in China 2025“ – anscheinend reden die da alle Englisch – würde auch der chinesische Staat selbst gern unter anderem Elektroautos fördern und dafür gegebenenfalls die Importzölle senken, wovon selbst die USA profitieren würden, denn für ein Unternehmen wie Tesla würde der chinesische Markt dadurch deutlich lohnenswerter.
Überraschend stellt sich heraus, dass die USA das doof finden:
Vor allem die chinesische Industriestrategie “Made in China 2025”, mit der die Volksrepublik zum weltweiten Technologieführer aufsteigen will, wird von den Amerikanern kritisiert, da China bei seiner technologischen Aufholjagd massiv auf staatliche Subventionen setzt.
Erst klauen die die tollen Produktideen aus den USA und dann auch noch deren Wirtschaftspolitik. Un-ver-schämt-heit!
Bonuspointe:
US-Präsident Donald Trump fordert von China, dass es seinen Handelsüberschuss mit den USA mindestens um 100 Milliarden US-Dollar reduziert.
Wenn man doch bloß nennenswerte Industrie hätte, deren Produkte irgendwer haben wollen würde, nicht wahr?
Pünktlich zur Feier des Tages – heute vor 40 Jahren wurde die erste Spammail versandt – quatschte Torsten Kleinz auf der „re:publica“, dem alljährlichen Pimmelfechten von hauptberuflichen Reklamenullen, in seinem sog. „Vortrag“ darüber, warum man im Zeitalter von allgegenwärtigem Schutz gegen Webmüll auch weiterhin seinen Besuchern (mithin: Kunden) mit Reklame auf den Sack gehen sollte, angeblich dies:
Wir müssen Werbung verstehen, denn sie gehört zum Internet.
Wenn ich einen Vorgarten hätte und es würde jemand seinen Hund dort hineinkacken lassen, dann würde ich ihm möglicherweise eher wenig Verständnis entgegenbringen, sondern unter Vorbringung überzeugender Argumente erwarten, dass er sich in möglichst kurzer Zeit vom Acker machen möge, nicht ohne die hinterlassene Scheiße in einem möglichst peinlichen Tütchen mit sich zu führen. – Was höre ich da: Das Internet sei gar nicht mein Vorgarten? Noch weniger aber ist es der ihre!
Als für jeden ersichtliche positive Aspekte der Plakatierung, bevor er auf die vermeintlich wesentlichen Kehrseiten von Onlinewerbung zu sprechen kommt, nennt Torsten Kleinz in seiner Vortragsbeschreibung, dass es immer mehr Podcasts, in denen zwei oder mehr Menschen in leierndem Tonfall stundenlang und ohne vernünftige Möglichkeit, ein Äquivalent zu einem Lesezeichen an einer geeigneten Stelle einzufügen, Blogartikel und Tweets zusammenfassen, und Videobeiträge auf vielen Websites, in denen unsichtbare „Journalisten“ ohne vernünftige Möglichkeit, ein Äquivalent zu einem Lesezeichen an einer geeigneten Stelle einzufügen, Nachrichten vorlesen, gibt. Was Torsten Kleinz („Journalist“, u.a. „ZEIT ONLINE“) gegen Schrift hat, weiß ich leider nicht mit Sicherheit, aber ich habe eine Vermutung („ZEIT ONLINE“).
Ich fühle mich, das sei gesagt, im Usenet fast täglich ein bisschen wohler.
Da die deutsche Alphabloggeria gerade drei Tage lang damit beschäftigt ist, voreinander blogzuwichsen, gibt uns dies Gelegenheit, zur Abwechslung mal über wichtige Themen zu sprechen, ohne in einer Welle aus Sascha-Lobo-Rabulistik und „Netzpolitik“-Eigenliebe völlig übersehen zu werden.
Hat zum Beispiel jemand mitbekommen, dass im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung im vierten Kapitel („Offensive für Bildung, Forschung und Digitalisierung“, Seite 11 unten ff.) versprochen wurde, dass Deutschland, wenn es schon zu blöd für Flughäfen ist, wenigstens in Sachen Breitbandausbau nicht mehr das Gespött Europas sein sollte?
Digitalpakt Schule mit 5 Milliarden in fünf Jahren für starke Digital-Infrastruktur an allen Schulen[.] (…) 10 bis 12 Milliarden Euro für flächendeckende Glasfaser-Netze, möglichst direkt bis zum Haus.
Noch im Februar wurde dieser Glasfaserausbau als gegeben hingenommen. Aber ein bisschen beeilen, weiß heute „ZEIT ONLINE“, muss sich die Bundesregierung mit diesen Plänen schon, denn Olaf Scholz (SPD, wie sich das für einen Politiker ohne Sachverstand eben gehört) hat ab übernächstem Jahr was vor:
Der Bund will seine öffentliche Investitionen in den kommenden Jahren zurückfahren. Die Ausgaben dafür sollen von 37,9 Milliarden Euro im kommenden Jahr auf 33,5 Milliarden Euro im Jahr 2022 sinken.
Verstehe schon: Die Bundeswehr ist eben teuer.
Wenn militante Horden, deren Diskurspraxis selbst die CDU fürchtet und deren Wappen „niemand ist illegal“ sagt, aber eigentlich niemanden außer „dem Gegner“ meint, der nur allzu gern als Illegaler begriffen und behandelt wird, am Feiertag der nationalen Arbeit wie früher zwecks Machtdemonstration durch zerstörte (Berlin) oder noch nicht wieder wenigstens gesellschaftlich aufgebaute (Hamburg) Städte ziehen, laut furchtbare Musik hörend und Parolen brüllend, die selbst im seltenen Fall grammatikalischer Einwandfreiheit inhaltlich von einer Qualität sind, deretwegen man versucht wäre, von erschreckender Dummheit zu sprechen, wenn man nach unzähligen Jahren noch fähig wäre, davon noch in irgendeiner Weise überrascht zu sein, und sich dabei ausgerechnet auf eine klassistische Kommunistin aus dem ersten Weltkrieg berufen, als sei die Überwindung des Kaiserreichs noch heute das vorrangige Ziel eines jeden anständigen Demokraten und als profitierte ein irgendwie nennenswerter Teil der Gesellschaft von den unbedingten Gewaltfantasien dieser Banden und als sei Solidarität mit „Revolutionären“, deren mutige und visionäre Umsturzpläne anscheinend vor allem die Abschaffung von unbeschmierten Wänden (denn es sind ja nicht ihre Wände), Geld (denn sie haben ja keines, weil man dafür ehrlich arbeiten und dafür wiederum irgendwas gelernt haben müsste, und sei es nur Geschichte) und der Exekutive (denn ein Schutz vor ihren Umtrieben ist in ihren Plänen selbstredend nicht vorgesehen) beinhalten und die also als „Revolutionäre“ fast so untauglich sind wie als Demokraten, sowohl mit Gebrüll und Zerstörung am einfachsten zu erreichen als auch nur irgendwie erstrebenswert, dann fühlt man sich in einer parlamentarischen (also: repräsentativen) Demokratie wenigstens einen Tag lang so heimisch wie sonst eher selten; und möchte sich bei den Aufständischen beinahe für dieses Lebensgefühl bedanken, lässt es dann aber doch lieber sein.
Es ist Montag. Britische Schüler sind zu doof, die Uhrzeit abzulesen, ich beneide sie darum. Sogar Mond und Käuzchen (hier rechts im Bild) schlafen noch. Schnell, ein Notfallpanda!
Wenden wir uns nun frohgemut den Nachrichten zu. NBC San Diego berichtet, dass es im Ort eine Gruppe gebe, die wie Frauen für Gleichheit kämpften, „aber für Männer“, als sei Gleichheit „für Männer“ eine ganz besondere Gleichheit. Frauen haben ihnen freilich zumindest voraus, dass sie – anders als Männer – in ihrem Geschlechtsteil eine geladene Waffe verstecken können. Münchener Kolumnisten dürfen inzwischen ungeniert fordern, dass man Heranwachsenden mal wieder ein wenig Wehrpflicht schenkt, damit sie endlich aufhören, Polizisten anzugreifen, jedenfalls die im Inland (hier: Bayern).
Apropos hier: Sie seien „hier, weil es Zeit ist aufzustehen“, befand eine Demonstration am vergangenen Sonnabend in Karlsruhe, aber es handelte sich nicht um Studenten, sondern um Hartz-IV-Empfänger und sonstige Aktivisten. Auch für mich ist es Zeit aufzustehen, jedoch mache ich das am liebsten mit Musik.
Etwa mit dieser hier:
Guten Morgen.
Wer Sex haben will, jedoch wegen Hässlichkeit, Dummheit und/oder bescheuerter Hobbys keinen wenigstens vorübergehend interessierten Partner dafür findet, hieß volkstümlich früher, oft spöttisch gemeint, „Nerd“ oder wenigstens „ewige Jungfrau“. Inzwischen wurde dafür der Begriff „Incel“, was die englischsprachige Abkürzung für „unfreiwillig zolibatär“ ist, etabliert und gilt in den Kreisen, in denen man nur mit „Allys“ (also vorgeblich feministischen Männern, die auch bloß einen wegstecken wollen) verkehrt, endlich wieder als Schimpfwort.
Auf dem Hassportal „Twitter“ ist von einer ekelhaften Kultur derer, die keinen Sex bekommen, die Rede und davon, dass es sich um fehlgeleitete Frauenhasser handle. Feministinnen stellen fest, Frauen schuldeten Männern keinen Sex, und verstehen dabei nicht einmal, dass schon diese Formulierung erklärt, warum sie selbst laut eigener Aussage im selben Kontext noch immer Single sind. Angela Gruber, Fachfrau für das Nichtverstehen von Computertechnik bei „SPIEGEL ONLINE“, sifftwitterte, bei Männern, die unfreiwillig zolibatär leben, handle es sich um eine „Netzbewegung, mit der wir leider noch viel Ärger haben werden“, verweigerte sich aber im Folgenden der Lösungsfindung: Sollte man Hässlichkeit, Dummheit und bescheuerte Hobbys bei Männern sicherheitshalber ganz verbieten?
Und geht es überhaupt nur um Männer? Beim feministischen „Freitag“ fragt Elsa Koester, ob es sich um „maskulinistischen Terror“ handle, bemerkt aber noch rechtzeitig vor dem Textende nach ausgiebiger Herumfragerei, dass Spekulationen der guten Journalisten Art noch niemals waren, und „stellt“ stattdessen „fest“, dass alles letztendlich bei „Sexismus“ zusammenlaufe, der jeden außer „Alphamännern“ benachteilige. Diese Auffassung überschreitet Ländergrenzen: Auch beim Meinungsmedium „Vox“ kennt man „Incels“ vor allem als männliche On- und Offlineterroristen. Ausgerechnet das Frauenfabrikat „Elle“ weiß zur Identität der Erfinderin der „Incel“-„Bewegung“ allerdings dies beizutragen:
1993 erhielt sie ihren Bachelor-Abschluss in Statistik an der Carleton-Universität in Ottawa und sie hatte bis dahin niemals Geschlechtsverkehr oder auch nur etwas ähnliches wie einen festen Freund. Manchmal gab sie ihrem Aussehen die Schuld: klein, etwas übergewichtig, Hautausschlag.
(Frei übersetzt von mir.)
Leider aber schuldeten ihr die Männer keinen Sex.
Die Frau, bislang nur als „Alana“ bekannt, berichtete der „Elle“ weiterhin, sie habe in den folgenden Jahren ein wenig Selbstvertrauen entwickelt, sich Sexcliquen angeschlossen und irgendwann den Punkt erreicht, an dem sie nicht mehr mit Leuten herumhängen wollte, die weniger cool waren als sie selbst, woraufhin sie mit den „Incels“ nichts mehr zu tun haben wollte. Diesen Teil der Geschichte haben die Kommentatorinnen bedauerlicherweise nicht aufgegriffen, denn er enthält den Schlüssel zur Lösung des Problems mit „dieser Netzbewegung“: Die müssen einfach nur mal flachgelegt werden, dann geht’s wieder.
Gern geschehen!
Kaum sind Helene Fischer und Campino die anscheinend letzten verbliebenen Preisträger des hoffentlich letzten „Echo“-Preises, werden die Musiker übermütig: Nord- und Südkorea nehmen nach 35 Jahren des Krieges wieder gemeinsam neue Lieder Friedensverhandlungen auf. Sie kamen nicht mit leeren Händen:
„Ich habe aus der Hauptstadt Naengmyeon Pjöngjanger Art mitgebracht. Es wäre gut, wenn Sie die Nudeln beim Bankett heute Abend kosten würden“, zitiert die Nachrichtenagentur RIA Novosti den nordkoreanischen Staatschef.
Eigentlich blöd, dass es in der DDR nur Gurken gab.
Und dann war da noch dieser „Bericht“ mit der Überschrift „Microsofts Serverless Container gehen live“, in dem eine neuartige Idee angepriesen wird:
Azure Container Instances ist Microsofts neuer Cloud-Dienst. Das Besondere: Kunden sollen sich nicht um Server oder das Verwalten virtueller Maschinen kümmern müssen. Stattdessen zahlen sie für (…) Container in der Cloud (…).
Ach so – keine Server, nur Container in einer Cloud? Das ist natürlich etwas ganz anderes.
Das US-amerikanische Septett The Brian Jonestown Massacre – ein nicht unkluges Wortspiel unter Einbeziehung von Brian und Jim Jones – ist seit Jahren eine feste Instanz, wenn es um die musikalische (wenn auch nicht kulturelle) Nachfolge der unvergesslichen Velvet Underground geht. Außer schlechter Musik ist ihnen aber auch eine Pause fremd: 2017 erschien schon wieder ein Studioalbum von ihnen. Wer erwartet hat, dass ihnen wenigstens dieses misslungen sein könnte, der irrt.
Schleppenden Psychedelic Rock („Dropping Bombs On The Sun“) und Krautiges („Throbbing Gristle“, vermutlich benannt nach der leider aufgelösten Band gleichen Namens) gibt es auf „Don’t Get Lost“ (Amazon.de, TIDAL), eine Aufforderung, deren Befolgung angesichts des Coverbildes und der Liedtitel keine leichte Aufgabe ist, ebenso zu hören wie Shoegaze und den guten, alten Lo-Fi-Garagenpunk („Nothing New To Trash Like You“).
Auf die schlimme Früh-90er-Tanzmusik „Acid 2 Me Is No Worse Than War“ hätte die Band meinetwegen gern verzichten können, jedoch stimmt der Ausklang des Albums, „Ich bin Klang“, wieder versöhnlich: „Am Anfang war Ton“ erzählt eine in sich selbst verschränkte Frauenstimme, unterlegt mit schwappender 60er- und 80er-Elektronik, und dass die schönsten Muster die Musik male.
Wie wahr.