PolitikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Ram­meln für den Femi­nis­mus.

War­um will die Ber­li­ner SPD eigent­lich femi­ni­sti­sche Por­nos för­dern? Na, dar­um:

Main­stream­porn ist eine extre­me Lei­stungs-Show, bei der alles als per­vers oder Fetisch kate­go­ri­siert wird, was nicht hete­ro­se­xu­ell ist.

Was dar­an lie­gen könn­te, dass die Mehr­heit der Kon­su­men­ten („der Main­stream“) nun mal hete­ro­se­xu­ell ist und Por­no­gra­fie in der Regel dem Ablas­sen auf­ge­stau­ter Ener­gie die­nen soll; aber das ist selbst­ver­ständ­lich allein mei­ne Mei­nung.

Wir leh­nen Nor­men ab, wir wol­len Viel­falt sehen. Ver­schie­de­ne Sexu­al­prak­ti­ken und Kame­ra­ein­stel­lun­gen, die nicht nur geni­tal­fi­xiert sind. Dass man die Ver­än­de­run­gen der Haut mal sieht, auch Gesich­ter von Män­nern. Dass Per­so­nen im Roll­stuhl oder Bewe­gungs­ein­ge­schränk­te ganz selbst­ver­ständ­lich mal dabei sind und nicht als Krüp­pel-Sex son­diert wer­den.

Ich habe ja die Ver­mu­tung, dass Men­schen, die gezielt nach Por­no­gra­fie mit Roll­stuhl­fah­rern suchen, damit durch­aus vor allem einen Fetisch bedie­nen wol­len und nicht etwa von Viel­falt sexu­ell erregt wer­den. Und wo bleibt eigent­lich die Bedie­nung des Mark­tes für Por­nos mit Ein­äu­gi­gen?

Immer mehr Leu­te beschwe­ren sich über das ewig glei­che Geram­mel.

:wallbash:

Gera­de in den Schul­bü­chern ist immer noch von Fort­pflan­zung die Rede, die weib­li­che Sexua­li­tät ist extrem ver­klei­nert und feh­ler­haft dar­ge­stellt.

Denn männ­li­che Sexua­li­tät ist immer und grund­sätz­lich dar­auf aus­ge­rich­tet, dass man als­bald unter­halts­pflich­tig wer­den möge. Wer hat denn bit­te bloß Sex zum Spaß? Die von der Ber­li­ner SPD jeden­falls nicht!

Was mich, ande­rer­seits, ein biss­chen beru­higt.

MontagsmusikPolitikIn den Nachrichten
Schnel­ler­tol­ler­mei­er – Rights

Schuhuuuuuuah!

Es ist Mon­tag. Man soll­te in Sum­me viel mehr ver­pan­dat und viel weni­ger ver­ka­tert sein. Hilft alles nichts. Kaf­fee, aber als Impe­ra­tiv.

Apro­pos „hilft nichts“: Anke Dom­scheit-Berg, die ihr Leben lang noch nie einen ehren­wer­ten Beruf aus­ge­übt hat und die, nach­dem sowohl die Grü­nen als auch die Pira­ten­par­tei ihrer über­drüs­sig gewor­den sind, der­zeit für die heil­los zer­strit­te­nen „Lin­ken“ mei­ne Luft weg­at­met, applau­dier­te am jüngst ver­gan­ge­nen Wochen­en­de ihrer Par­tei­vor­sit­zen­den Kat­ja Kip­ping, die eine Lohn­ober­gren­ze ein­füh­ren wol­le, damit man bei gleich­blei­bend schlech­ter Arbeit nicht mehr ganz so weit von rela­ti­vem Reich­tum ent­fernt sei. Dass man näm­lich für mehr Ver­ant­wor­tung und mehr Arbeit auch mehr Geld bekom­me, för­de­re Extre­mis­mus und immer­hin habe sie BWL stu­diert, daher ken­ne sie sich unzwei­fel­haft aus mit Extre­mis­mus Wirt­schaft. Offen­sicht­lich steht es um die Bil­dung in Deutsch­land auch wei­ter­hin nicht zum Besten.

Auch beim Histo­ri­en­sen­der ZDF weiß man, dass aus der Geschich­te gelernt wer­den soll­te: Deut­sche Hel­den, twit­ter­te er, trü­gen nicht etwa Tri­kot, son­dern Uni­form. Hof­fent­lich fliegt der Typ mit dem häss­li­chen Bart in der näch­sten Staf­fel raus. Total unglaub­wür­di­ger Cha­rak­ter.

Cha­rak­ter­stark hin­ge­gen: Musik.

Schnel­ler­tol­ler­mei­er RIGHTS Bad Bonn Kil­bi 2017

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenWirtschaft
… aber Zoll­krieg geht in Ord­nung.

Ver­tre­ter der Euro­päi­schen Uni­on so:

Macron war als erster der Staats- und Regie­rungs­chefs nach Kana­da gereist, um mit Pre­mier­mi­ni­ster Justin Tru­deau zu bera­ten, wie mit Trump umge­gan­gen wer­den soll. Bei­de kri­ti­sier­ten nach ihren Gesprä­chen [des­sen] (A.d.V.) Ver­hän­gen von Import­zöl­len. „Man kann kei­nen Han­dels­krieg zwi­schen Freun­den anzet­teln“, sag­te Macron.

Car­fax so:

Die Tari­fe der Zoll­ge­büh­ren sind in der Euro­päi­schen Uni­on ein­heit­lich. (…)

  • 22 % auf Last­wa­gen (inklu­si­ve Pick­Ups, wenn die Lade­flä­che 50 % des Ach­sen­ab­stands über­schrei­tet)
  • 10 % auf Pas­sa­gier­fahr­zeu­ge (inklu­si­ve Pick­Ups, wenn die Lade­flä­che weni­ger als 50 % des Ach­sen­ab­stands ent­spricht)

Beim Geld hört die Freund­schaft eben auf.

PolitikIn den Nachrichten
Sperr­klau­sel­fan­ta­sie (2): Sozi­al­ma­so­chi­sten schie­ßen Eigen­tor.

Eigent­lich war das nicht ganz so ernst gemeint, aber jemand hat die Poin­te nicht ver­stan­den:

Auf Initia­ti­ve von CDU, CSU und SPD hin einig­ten sich die EU-Staa­ten am Don­ners­tag in Brüs­sel auf die Ein­füh­rung einer neu­en Sperr­klau­sel. Sie soll dafür sor­gen, dass in Deutsch­land Par­tei­en mit einem nied­ri­gen ein­stel­li­gen Wahl­er­geb­nis kei­nen Sitz im Euro­pa­par­la­ment bekom­men.

War­um die SPD sich selbst von der über­näch­sten Euro­pa­wahl aus­schlie­ßen möch­te, weiß ich aber nicht.

PiratenparteiWirtschaft
Bedingt bedin­gungs­los.

Von den BGE-Eso­te­ri­kern, die glau­ben, man müs­se ein­fach nur genug Geld drucken und schon sei die Armut besiegt, habe ich seit zwei Jah­ren kaum noch etwas gehört. Anläss­lich des am näch­sten Wochen­en­de statt­fin­den­den Bun­des­par­tei­tags der Pira­ten­par­tei Deutsch­land haben sie sich aber, um mei­nem Antrag auf Strei­chung die­ser bizar­ren For­de­rung aus dem Par­tei­pro­gramm etwas ent­ge­gen­zu­set­zen, mit die­sem Posi­ti­ons­pa­pier wie­der ein­mal aus der Deckung gewagt:

Die Pira­ten­par­tei Deutsch­land bekennt sich zum Ziel des bedigungs­lo­sen (sic! A.d.V.) Grund­ein­kom­mens (BGE).

Das sei nicht zu finan­zie­ren? Ach, i wo!

Der Begriff „bedin­gungs­los“ ist nicht dahin­ge­hend zu ver­ste­hen, dass es über­haupt kei­ne Bedin­gun­gen geben soll (…). Die Pira­ten­par­tei Deutsch­land legt sich nicht auf ein bestimm­tes Grund­ein­kom­mens­mo­dell fest, wir wol­len dem Ergeb­nis der gefor­der­ten Enquete-Kom­mis­si­on nicht vor­grei­fen.

Ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men, aber mit Bedin­gun­gen, finan­ziert zu unkla­ren Bedin­gun­gen in unkla­rer Höhe: Wenn das das letz­te Auf­ge­bot der sozia­li­sti­schen Nach­hut der Pira­ten­par­tei ist, dann müs­sen Kri­ti­ker die­ser fixen Idee eigent­lich nichts wei­ter tun als abzu­war­ten. Lan­ge wird es nicht mehr dau­ern.

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz ange­merkt zu Git­Hub

Dass durch die „Open-Source-Sze­ne“, deren Selbst­ver­ständ­nis augen­schein­lich vor allem dar­in besteht, kein Kun­de von Micro­soft zu sein, seit gestern ein wüten­des Auf­stamp­fen geht, weil das als Kon­sens akzep­tier­te und dar­um mono­po­li­sti­sche, kom­mer­z­ori­en­tier­te Unter­neh­men Git­Hub, des­sen wesent­li­ches Pro­dukt als sin­gle point of fail­ure trotz sei­ner open-source-feind­li­chen, sexi­sti­schen, ras­si­sti­schen und damit den mei­sten sei­ner kon­struk­ti­ven Nut­zer wenig­stens kri­tisch ent­ge­gen­ste­hen­den Agen­da einem so gro­ßen Anteil der welt­wei­ten „Open-Source-Sze­ne“ eine Hei­mat bie­tet, dass sein plötz­li­ches Ver­schwin­den, dem Fei­gen­blatt, es hand­le sich um ein „dezen­tra­les“ System, zum Trotz, sehr ärger­li­che Kon­se­quen­zen haben wür­de, von aus­ge­rech­net Micro­soft über­nom­men wird, was sie wie eine Schaf­her­de in die Hän­de eines ande­ren kom­mer­z­ori­en­tier­ten Unter­neh­mens treibt, auf dass die­ses künf­tig der neue sin­gle point of fail­ure wer­den möge, spricht Bän­de; und die Bän­de erge­ben eine Tra­gö­die.

NetzfundstückeMontagsmusik
Mar­co Rag­ni – Nucleus // Quo­ten­rä­der.

^_^

Es ist Mon­tag. Ein guter Tag, um Pan­da­bä­ren zu ret­ten! Auf Green­peace allein kann man sich dabei nicht ver­las­sen, denn Green­peace ver­sucht Tie­re mit Sel­fies zu schüt­zen, was nach einer ziem­lich wenig wirk­sa­men Idee klingt.

Micro­soft ist jetzt mehr wert als Goog­le. Für den Markt mit sei­nen Aktio­nä­ren ist das eine nicht unin­ter­es­san­te Infor­ma­ti­on, für uns EDV-Theo­re­ti­ker bedeu­tet es aber vor allem auch, dass das schein­bar all­ge­gen­wär­ti­ge Gere­de von der „Cloud“, also den Com­pu­tern ande­rer Leu­te, als All­heil­mit­tel für alle tech­ni­schen Weh­weh­chen offen­sicht­li­cher Unsinn ist. Goog­le hat nichts außer der „Cloud“ zu ver­mark­ten. Anders sieht es allen­falls die sozi­al von Bild­chen abhän­gi­ge Jugend. Nie zuvor hat eine Gene­ra­ti­on sich so flei­ßig dabei doku­men­tiert, so wenig zu errei­chen. Statt Lebens­lauf: Insta­gram. Fata­lis­mus dank Lächeln.

Sol­che Leu­te regie­ren spä­ter dann eben auch Groß­städ­te wie Ber­lin oder Lon­don: Es mögen doch bit­te anteils­mä­ßig mehr Zuge­zo­ge­ne Rad fah­ren, damit es auf den Stra­ßen bes­ser aus­sieht. Das Geräusch, das gera­de eine Schall­wel­le bis auf ande­re Kon­ti­nen­te drückt, war mei­ne Hand an mei­ner Stirn. Hof­fent­lich fällt durch sie kein Rad­fah­rer aus der Unter­schicht um.

Es ist, wie schon geschrie­ben, Mon­tag. Mor­gens um 5 Uhr erst mal die Poten­zia­le wecken und etwas spä­ter ein wenig gute Musik hören. So geht es doch auch.

MARCO RAGNI feat DURGA McB­ROOM (Pink Floyd) „Nucleus“ parts I‑II

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenWirtschaft
Spiel­geld V: Das letz­te Hemd hat kei­ne Kryp­to­ta­schen.

Die Zukunft ist da, sie hat zu nie­man­des Über­ra­schung – abge­se­hen von irgend­wel­chen Inve­sto­renkein Geld dabei:

Kryp­to-Mil­lio­när Matthew Mel­lon hin­ter­ließ 250 Mil­lio­nen US-Dol­lar in Ripp­le. Doch die Block­chain sperrt nun die Erben aus – ihnen feh­len die Keys. (…) Wie Freun­de des Ver­stor­be­nen der Dai­ly Mail berich­te­ten, habe Mel­lon pani­sche Angst davor gehabt, Hacker könn­ten an sein Kryp­to­geld gelan­gen. Des­halb habe er zum Teil unter fal­schem Namen agiert und die Schlüs­sel auf Spei­cher­kar­ten in Bank­schließ­fä­chern im gan­zen Land ver­steckt.

Der Unter­schied zwi­schen Geld und Spiel­geld („hei­se online“: „Kryp­to­geld“) besteht eben aus mehr als nur einer Vor­sil­be. Man könn­te ein schö­nes Trink­spiel dar­aus machen.

Wenn der Wind gün­stig steht, kann man Lud­wig von Mises im Grab lachen hören.

PolitikIn den Nachrichten
Fami­li­en an der Heim­rei­se hin­dern gegen Rechts!

Der „Tag der Deut­schen Zukunft“, eine 2009 von einem dama­li­gen NPD-Funk­tio­när ins Leben geru­fe­ne socia­li­zing-Ver­an­stal­tung der aus­nahms­wei­se mal tat­säch­lich rechts­extre­men „Sze­ne“, fand heu­te in Gos­lar statt. Den weni­ger als 200 Teil­neh­mern stan­den zah­len­mä­ßig über­le­ge­ne Men­schen gegen­über, bei denen auch der dort hei­mi­sche rechts­po­pu­li­sti­sche Waf­fen­händ­ler Sig­mar Gabri­el in vor­der­ster Rei­he mit­mar­schier­te. Was die­se Gegen­über­ste­hen­den da eigent­lich gemacht haben? Nun, dar­über gehen die Mei­nun­gen aus­ein­an­der: Wäh­rend der Deutsch­land­funk von einer „fried­li­chen Groß­de­mon­stra­ti­on“ von „rund 2.000“ Men­schen berich­te­te, stell­te der NDR fest, dass „[r]und 3.000“ Men­schen „fried­lich gegen rechts“ demon­striert hät­ten.

Dass sich unter die­sen run­den Men­schen auch sol­che befan­den, denen es wirk­lich lie­ber wäre, wenn sich wie frü­her staat­li­che Schlä­ger prü­gelnd ein­mi­schen, lässt Zwei­fel an der Fried­fer­tig­keit der Demon­stran­ten eben­so zu wie an ihrer Fer­ne zum Rechts­extre­mis­mus. Wenn­gleich einer ihrer Ban­ner die Auf­schrift trug, „Gos­lars Zukunft“ blei­be „bunt“, als sei­en sie vor­her noch nie über­haupt im tri­sten, unbun­ten Gos­lar gewe­sen, erklärt ein ande­rer Ban­ner mit der Beschrif­tung „Kom­mu­nis­mus statt Deutsch­land“, wor­um es eigent­lich geht, näm­lich kei­nes­wegs um die Ret­tung und Wah­rung einer demo­kra­ti­schen Zukunft, son­dern die Instal­la­ti­on eines noch auto­ri­tä­re­ren Systems zu ihren Gun­sten.

Ent­spre­chend sei mir die Fra­ge gestat­tet, wel­chen Zweck es erfüllt haben soll, die regio­na­le Bahn­rei­se von oder nach Gos­lar zu einem gro­ßen Risi­ko vor allem für völ­lig Unbe­tei­lig­te zu machen. Als Wer­bung für die gute Sache eig­net sich das Dar­ge­bo­te­ne ver­mut­lich kaum, allen­falls wird es zu Soli­da­ri­tät mit der Gegen­sei­te füh­ren und bis dahin poli­tisch des­in­ter­es­sier­te Anwoh­ner zu erklär­ten Geg­ner lin­ker Spin­ne­rei­en machen.

Haupt­sa­che, mal ein Zei­chen gesetzt – als wäre man ein Hund, der mal muss.

Politik
Kim.

Nie­mand soll­te anneh­men, dass der von ein­schlä­gi­gen Medi­en mit­un­ter als eigen­sin­nig bezeich­ne­te Donald Trump nicht bereit wäre, aus deut­scher Poli­tik zu ler­nen: Wie auch die deut­sche Bun­des­re­gie­rung weiß er, wen er zur Bera­tung hin­zu­zie­hen muss, wenn er sich mit einem The­ma mal nicht aus­kennt.

In netz­po­li­ti­schen Fra­gen fin­den in Deutsch­land oft­mals die­je­ni­gen das mei­ste Gehör, die im Pri­va­ten von dem Teu­fels­zeug am lieb­sten die Fin­ger las­sen wür­den. Und wer wäre Donald Trump, wenn er nicht wil­lens wäre, sich von der Regel, dass gering­ste Bega­bung größ­ten Ein­fluss ver­dient, bewe­gen zu las­sen?

Heu­te groß­ar­ti­ges Tref­fen mit Kim Kar­da­shi­an, wir spra­chen über Gefäng­nis­re­form und Straf­maß.

Eben.