In den NachrichtenComputer
Medi­en­kri­tik extern: Geteil­te Daten sind dop­pel­te Daten.

Zur Cau­sa bzw. Nicht­cau­sa „Face­book bekommt Daten geschenkt“ und dem erstaun­li­chen Umgang der Medi­en mit den gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen ist eigent­lich inzwi­schen schon alles gesagt wor­den, unter ande­rem von mir, aber das the­men­be­zo­ge­ne Inter­view von „Mee­dia“ mit Fefe möch­te und wer­de ich den­noch nicht ohne min­de­stens die­ses Zitat bei­sei­te­le­gen:

Man kann nicht jah­re­lang das Klein­ge­druck­te weg­klicken und irgend­wel­chen wild­frem­den Apps aus dem Inter­net sei­nen Haus­tür­schlüs­sel in die Hand drücken, aber dann Zeter und Mor­dio schrei­en, wenn was weg­kommt.

Dass „Mee­dia“, das natür­lich nicht über HTTPS erreich­bar ist und auf des­sen Web­site ohne tech­ni­schen Anlass ein Face­book-Daten­samm­ler ein­ge­bun­den ist, vor weni­gen Stun­den einen Arti­kel nach­schob, des­sen Ver­fas­ser sich bit­ter­lich beklagt, dass das Zurück­zie­hen von Face­book zu beruf­li­chen Nach­tei­len füh­re, spricht im Übri­gen nicht unbe­dingt für das Arbeits­kli­ma bei „Mee­dia“.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Frau­en: Jetzt auch gen­der­neu­tral.

Den peak femi­nism wür­de ich mit die­ser Mel­dung ein­fach mal als erreicht betrach­ten wol­len:

Eine Anlei­tung, die kürz­lich vom Mount Holyo­ke Col­lege, einer Schu­le nur für Frau­en, her­aus­ge­ge­ben wur­de, weist Pro­fes­so­ren an, es zu ver­mei­den, Schü­le­rin­nen „Frau­en“ zu nen­nen, um eine „gen­der­neu­tra­le“ Umge­bung im Klas­sen­zim­mer zu schaf­fen.

(Über­set­zung von mir.)

Die Zukunft, ließ die ehe­ma­li­ge US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Hil­la­ry Clin­ton ihr begei­ster­tes Publi­kum ein­mal wis­sen, sei weib­lich. Ganz schön rück­stän­dig von ihr.

PolitikIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 20. März 2018: Fol­tern mit Word.

Der­zeit in den Stel­len­an­zei­gen: Ein Land, das ver­nünf­ti­ge Kryp­to­gra­fie ver­bie­ten möch­te, braucht Hil­fe bei der Spio­na­ge­ab­wehr gegen ein Land, das ver­nünf­ti­ge Kryp­to­gra­fie auch ver­bie­ten möch­te.


Dazu auch „hei­se online“: „Indu­strie und öffent­li­che Insti­tu­tio­nen lie­fern sich heu­te ein Wett­rü­sten mit Angrei­fern, die ver­su­chen, kryp­to­gra­fi­sche Sper­ren zu ent­rie­geln“, gefor­dert wird daher ein „EU-Exper­ten­rat für Kryp­to­gra­fie“. Wenn man ein Rudel sich mit dem Inter­net nicht befas­sen wol­len­der Poli­ti­ker, die funk­tio­nie­ren­de Ver­schlüs­se­lung für ein Werk­zeug des Ter­rors hal­ten, damit beauf­tragt, sich Regeln für eine ver­nünf­ti­ge Ver­schlüs­se­lung aus­zu­den­ken, dann wird das sehr bald sehr ärger­lich wer­den, fürch­te ich.


Scha­de: Kei­nen Com­pu­ter zu haben schützt in Gha­na nicht vor Micro­soft Word.


Lustig: Eine Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on in dem Land, das die Schur­ken­staa­ten Isra­el und Tür­kei part­ner­schaft­lich mit Waf­fen belie­fert und des­sen Pres­se den US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten, der, um eine Wahl zu gewin­nen, gelo­gen hat, er wür­de ein Fol­ter­ge­fäng­nis auf Kuba schlie­ßen las­sen, dann aber ein paar neue Krie­ge ent­fa­chen ließ, auch nach des­sen Amts­ab­tritt noch als jeman­den fei­ert, der den Frie­dens­no­bel­preis irgend­wie ver­dient habe, for­dert die Fest­nah­me der desi­gnier­ten CIA-Direk­to­rin auf­grund ihrer Teil­nah­me an sol­chen Fol­te­rei­en. Vor der eige­nen Tür ist nie­mals ein Staub­korn zu sehen.


Bizarr: „Eine Aus­wahl ohne ech­ten Wett­be­werb“ sei „lei­der kei­ne ech­te Aus­wahl“, kla­gen nach dem Sieg Putins in der rus­si­schen Prä­si­dent­schafts­wahl Exper­ten aus dem­sel­ben Land, in dem die blo­ße Exi­stenz von Gegen­kan­di­da­ten zu eigent­lich bereits als gewählt gel­ten­den Poli­ti­kern bereits eine „Kampf­kan­di­da­tur“ genannt wird.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: awa­ke­but­stil­lin­bed – what peo­p­le call low self​–​esteem is real­ly just see­ing yours­elf the way that other peo­p­le see you

awakebutstillinbed - what people call low self​-​esteem is really just seeing yourself the way that other people see youAls Band­wort­freund „gutes­hoe­re­nist­wich­tig“ im Febru­ar das Album „what peo­p­le call low self​–​esteem is real­ly just see­ing yours­elf the way that other peo­p­le see you“ (Amazon.de, TIDAL, Band­camp) von awa­ke­but­stil­lin­bed – man­che eher unge­dul­di­ge Leu­te wer­fen mir vor, dass mei­ne Sät­ze ihnen zu lang sind, aber für die­sen hier kann ich nur teil­wei­se etwas – anpries, blieb bei mir beim ersten Hören nur die Ver­mu­tung hän­gen, dass ich es mir viel­leicht schön­hö­ren könn­te. Den Ver­such war es mög­li­cher­wei­se wert.

Das Quar­tett awa­ke­but­stil­lin­bed („um Shan­non Tay­lor“, als wäre die Auf­ga­be einer Musik­grup­pe ledig­lich die, deko­ra­tiv um die Sän­ge­rin her­um­zu­ste­hen) kommt aus Kali­for­ni­en und macht trotz­dem ziem­lich bri­ti­sche Musik. Von den Tex­ten sehen wir mal ab, denn wer sol­che Musik („Post-Hard­core-Pop-Punk viel­leicht“, ebd.) macht, dem liegt der Effekt näher als die Offen­ba­rung. Das ist völ­lig in Ord­nung, so lan­ge der Effekt stimmt. Dass das erste Lied „Ope­ner“ und das letz­te „Clo­ser“ heißt, wirkt inso­fern unbe­hol­fe­ner als es müss­te.

Denn neben ener­gi­schem Hard- („safe“) und fröh­li­chem Punk­rock („life“, „fathers“, „clo­ser“) mit hei­se­rem Sch­r­ei­ge­sang einer- und sanf­tem Säu­seln („stumb­le“) ande­rer­seits wei­sen die vier auch ein auf­fal­len­des Talent zu Sin­ger-Song­wri­ter­tum, wenn auch immer ein wenig bro­delnd, auf und schei­nen gegen gele­gent­li­che Aus­flü­ge in elek­tro­nisch-ver­spiel­te Regio­nen auch kei­ne grund­sätz­li­che Abnei­gung zu haben, was das erstaun­li­che „flo­or“, des­sen Text man dann lei­der doch pro­blem­los ver­steht, zu dem Lied auf dem Album macht, das mich dann doch noch mal rein­hö­ren ließ.

awa­ke­but­stil­lin­bed – flo­or

Es gibt so Momen­te, in denen „what peo­p­le call low self​–​esteem is real­ly just see­ing yours­elf the way that other peo­p­le see you“ unge­fähr exakt die Musik ist, die ich gera­de zwecks Frust­ab­baus durch­aus gut­hei­ßen kann. Die sti­li­stisch trotz grö­ße­rer Unter­schie­de nicht völ­lig anders­wo zu ver­or­ten­den Fri­ends of Gas habe ich vor einem Jahr bereits ent­spre­chend gewür­digt. Inter­es­sant ist das hier Gehör­te daher durch­aus und zumin­dest ein Album, das ich in mei­nem Bestand behal­te. Man weiß ja nie, wann es mal wie­der so Momen­te gibt.

Nerdkrams
Mobil zuletzt!

Dass das, was irgend­wel­che licht­scheu­en Gestal­ten „mobi­le first!“ nen­nen, also die Fokus­sie­rung auf win­zi­ge Bild­schir­me als ein­zig rele­van­te Aus­ga­be­ein­heit, eini­ger­ma­ßen scheuß­lich ist, habe ich anders­wo ja schon erklärt. Mir bis­her neu war aller­dings der Ansatz des „mobi­le last!“, wie man ihn zum Bei­spiel bei Infor­mIT fin­det.

Scrollt man dort näm­lich hin­un­ter, so bekommt man eine immer­hin nicht völ­lig absur­de Buch­emp­feh­lung ein­ge­blen­det, die zwar kei­nen „Schließen“-Knopf hat, aber rechts neben dem Text auf ver­nünf­ti­gen Bild­schir­men zumin­dest genug Platz hat, um nicht all­zu stö­rend auf­zu­fal­len.

Außer, man hat ein Smart­phone.

Mobile last!

(Pfei­le von mir, defek­te Gra­fik­s­ka­lie­rung nicht von mir.)

Der Unter­ti­tel von „Infor­mIT“ („the tru­sted tech­no­lo­gy lear­ning source“) bedeu­tet über­setzt so viel wie „die ver­trau­ens­wür­di­ge Quel­le zum Ler­nen von Tech­nik“. Von Web­de­sign steht da ja nichts.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Yes – Machi­ne Mes­siah // Die Frei­heit der Ande­ren

Deutsche Bahn (Symboleule)Es ist Mon­tag. Die Deut­sche Bahn AG („schon im Som­mer an den Win­ter den­ken“, schreibt sie in einem Medi­en­pa­ket; klar: wenn ich im August aus dem Fen­ster gucke, ist da auch kein Schnee) zeigt sich über­rascht von März­tem­pe­ra­tu­ren im März und beug­te sich dem „Win­ter­ein­bruch“ (bahn.de), indem sie den Betrieb ein­stell­te. Ande­rer­seits: Wer will schon nach Leip­zig? In Leip­zig ist es immer­hin ziem­lich kalt und Pan­da­bä­ren gibt es dort auch nicht.

An einem ande­ren kal­ten Ort wur­de gestern gewählt. Der neue rus­si­sche Prä­si­dent ist der alte rus­si­sche Prä­si­dent. Genau mein Humor: Die­je­ni­gen deut­schen Medi­en, in deren Vor­stän­den Funk­tio­nä­re von CDU/CSU und/oder SPD sit­zen, bekla­gen sich über eine gro­ße Ein­fluss­nah­me des Staa­tes auf die rus­si­schen Medi­en. Über­ra­schungs­ar­mut ist ihr Mit­tel. Was läuft im deut­schen Fern­se­hen falsch, wenn mir schon zehn Minu­ten ohne Ton rei­chen, um eine Wet­te auf den Fort­gang der Hand­lung abzu­schlie­ßen? – Etwas über­ra­schen­der sind dann doch die Finanz­nach­rich­ten: Nicht mal die Luft­han­sa will den Ber­li­ner Flug­ha­fen noch haben. Und auch die SPD ist in Fei­er­lau­ne, wie den ein­schlä­gi­gen Nach­rich­ten zu ent­neh­men ist: Kur­den flie­hen vor deut­schen Pan­zern – da sage noch mal jemand, die Sozi­al­de­mo­kra­tie habe nichts erreicht!

Am Speaker’s Cor­ner gilt seit eini­ger Zeit anschei­nend die Regel, dass nicht mehr alles, was nichts mit dem Königs­haus zu tun hat, gesagt wer­den darf: Nach­dem erst Mar­tin Sell­ner mit­samt sei­ner Entou­ra­ge aus­ge­wie­sen, dann Lutz Bach­mann, von des­sen Leben und Wir­ken man sicher­lich man­ches hal­ten kann, aber nicht muss, dar­an gehin­dert wur­de, nach Groß­bri­tan­ni­en zu rei­sen, um des­sen Rede zu über­neh­men, wur­de sie nun unter viel­fa­chem Gekrei­sche – denn so lau­fen „Debat­ten“ in der ent­po­li­ti­sier­ten Gesell­schaft des 21. Jahr­hun­derts zumeist ab – von Tom­my Robin­son gehal­ten, der den Vor­teil hat, selbst Eng­län­der zu sein. Eine Gesell­schaft, die es zulässt, dass ihre Regie­rung eine sonst­wie offen­sicht­lich bescheu­er­te Mei­nung als gesell­schafts­feind­lich abtut und ihren Inha­ber mit die­ser Begrün­dung des Lan­des ver­weist, wird sehr bald eine sehr uner­träg­li­che Gesell­schaft sein. Wem nützt eine Welt, in der jede Rei­be­flä­che hin­ter Mau­ern in den Köp­fen ver­schwin­det?

Auf „ZEIT Cam­pus“ habe ich gestern gelernt, dass mit Kacke jeder etwas anfan­gen kön­ne. Da ich das, was jeder tut, meist zu über­bie­ten beab­sich­ti­ge, begin­ne ich die­se Woche mit Musik, die ganz beson­ders unkacke ist.

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Thü­rin­ger Demo­kra­tie­preis

Den­sel­ben scheint vom Frie­dens­no­bel­preis nur noch das Aus­maß der Gewalt­be­reit­schaft zu tren­nen:

Am ver­gan­ge­nen Diens­tag hat­te die Poli­zei in Rudol­stadt bei Haus­durch­su­chun­gen gro­ße Men­gen Che­mi­ka­li­en und Spreng­stoff sicher­ge­stellt. Pikant: Einer der Ver­däch­ti­gen ist Trä­ger des Thü­rin­ger Demo­kra­tie­prei­ses und gehör­te zur lin­ken Anti­fa-Sze­ne des Frei­staats.

In Thü­rin­gen haben sie die Demo­kra­tie noch nicht so lan­ge, dar­an müs­sen sie noch arbei­ten.

In den Nachrichten
Kurz ange­merkt zu Din­gen, die zu Deutsch­land gehö­ren

Unter weit­ge­hen­der Miss­ach­tung der Fra­ge, ob denn zum Bei­spiel das Inter­net oder der „alte Mann“ (der alte Mann Mario Six­tus über Horst See­ho­fer), näm­lich See­ho­fer, Horst, selbst zu Deutsch­land gehö­re, wenn er, also Horst See­ho­fer, schon annimmt, der Islam gehö­re nicht zu Deutsch­land, ver­stört mich in der media­len Dis­kus­si­on hier­über nicht etwa der übli­che lang­wei­li­ge Gegen­satz zwi­schen Men­schen, die das auch so sehen, und Men­schen, die das anders sehen, son­dern, dass statt des blö­den Refle­xes, dass man erwi­de­re, dass jede Welt­an­schau­ung in jedes Land gehö­re, nicht einer der von „der Mehr­heit“ für popu­lär gehal­te­nen Mei­nungs­ma­cher es für nötig gehal­ten zu haben schien, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass zu einem Land, das sich für so modern und auf­ge­klärt hält wie die­ses, nicht etwa alle, son­dern kei­ne ein­zi­ge Reli­gi­on mehr zu gehö­ren hat; und in einer Zeit, in der die Ret­ter des Abend­lan­des zum all­ge­mei­nen Unwohl­sein ihr nur schwer ver­ständ­li­ches Fest­hal­ten an rück­stän­di­gen Riten („in Deutsch­land geben wir ein­an­der die Hand“ – war­um müs­sen Innen­mi­ni­ster eigent­lich immer und grund­sätz­lich aus den Rei­hen derer mit den antik­sten Wer­te­vor­stel­lun­gen rekru­tiert wer­den?) wie­der ein­mal in irgend­wel­che Par­la­men­te hin­ein­tra­gen, wäh­rend ein west­li­ches Nach­bar­land ange­hörs der Viel­zahl an reli­gi­ös moti­vier­ten Bom­bar­de­ments kaum noch dazu kommt, in Ruhe von Twit­ter- und Face­book­nut­zern für sich beten zu las­sen, ist die Ant­wort auf die­se kul­tu­rel­len Unter­schie­de, man möge doch bit­te allen Reli­gio­nen den glei­chen Respekt zukom­men las­sen, schon des­halb die fal­sche, weil sie impli­ziert, dass Reli­gi­on, die­ses Drei­rad derer, die Wis­sen­schaft und Ver­nunft in ihren engen Schä­del, dem zufol­ge sie das ja immer schon so gemacht haben, bei denen, die sich auf „Dich­ter und Den­ker“ beru­fen, über­haupt noch irgend­wel­chen Respekt und nicht etwa aus­gie­bi­ges Aus­la­chen mit Fin­ger­zeig und dem Aus­ruf „he, guckt mal da: ein Depp!“ ver­dient habe.

In den NachrichtenWirtschaft
Blei­stift­li­zen­zen (ca.)

Der mil­len­nia­li­ge Teil derer, von denen ich mich gele­gent­lich mit Infor­ma­tio­nen berie­seln las­se, zeig­te sich hin­sicht­lich der Pres­se­mit­tei­lung, dass man es nun end­lich geschafft habe, sich auf Urhe­ber­rechts­ab­ga­ben für CD- und DVD-Roh­lin­ge zu eini­gen, belu­stigt: Ob die­se Abga­ben denn auch auf Loch­kar­ten oder, haha, Dis­ket­ten erho­ben wür­den, weil 2018 nie­mand mehr CDs oder DVDs bren­nen wol­le. In ihrer Vor­stel­lung näm­lich scheint es undenk­bar zu sein, dass Spo­ti­fy, Steam und iTu­nes selbst unter der zwin­gen­den Vor­aus­set­zung, dass hier­zu­lan­de über­haupt von einer Band­brei­ten­ver­sor­gung gespro­chen wer­den kann, ohne sich schä­men zu müs­sen, nicht der Uni­ver­sa­ler­satz für opti­sche Lauf­wer­ke sein kön­nen und wer­den.

Dabei ist das eigent­lich Ärger­li­che an die­sem Beschluss nicht etwa, dass er aber­mals belegt, dass Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten und Mac­book­hip­pies an ent­ge­gen­ge­setz­ten Enden des Zeit­strahls zie­hen und die­ser Dis­sens zwi­schen Moder­ni­tät und Dick­schä­del­ig­keit die Netz­po­li­tik in Deutsch­land seit ihrer ersten Erwäh­nung merk­lich behin­dert, son­dern die Anma­ßung, jeder Käu­fer von Leer-CDs wür­de die­se für den bescheu­er­ten Pop­quatsch nut­zen wol­len, den man uns als „Musik“ zu ver­kau­fen ver­sucht. Als wür­de auf Bier­fla­schen auch eine zusätz­li­che Abga­be fäl­lig, weil man auf ihnen die mei­sten die­ser lästi­gen Gas­sen­hau­er bla­sen kann! Für Stif­te könn­te man gar eine Staf­fe­lung vor­se­hen: Blei­stif­te soll­ten das Dop­pel­te von der prä­ven­ti­ven Straf­zah­lung für Kugel­schrei­ber als Zusatz­ko­sten auf­ge­brummt bekom­men, denn man kann mit ihnen ein Papier mehr­fach beschrei­ben, zum Bei­spiel mit irgend­wel­chen ver­qua­sten Lied­tex­ten. – Die Gefahr, dass ich jetzt jeman­dem eine dum­me Idee ein­ge­re­det habe, ist aller­dings sehr klein: Die Ver­ant­wort­li­chen wer­den die­sen Text nicht vor Ablauf von zehn Jah­ren lesen, so belegt es jeden­falls die Erfah­rung.

Wie viel kostet eigent­lich eine Plat­ten­pres­se?

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Völ­lig blau und nicht allein.

Die über­ra­schen­de Wahl der Kanz­le­rin zur Kanz­le­rin bei kei­nem Gegen­kan­di­da­ten ringt, wie mir scheint, selbst den Redak­teu­ren in tra­di­tio­nell wenig auf­müp­fi­gen CDU-nahen Redak­tio­nen längst nur noch ein müdes Nicken ab; wes­halb, um hier aber­mals die „WELT“ als schlech­tes Bei­spiel anzu­füh­ren, nicht etwa von einer neu­en Auf­bruch­stim­mung oder über­haupt von irgend­ei­ner Stim­mung die Rede wäre, wenn­gleich deren Tho­mas Vitzt­hum immer­hin das Fasel­wort „Schreckens­schwei­gen“ anführ­te, um abzu­bil­den, dass aus den Rei­hen von CDU/CSU und SPD 33 Abge­ord­ne­te Mer­kel „ihre Stim­me ver­wei­ger­ten“ (ebd.), als wäre der Füh­rer­eid noch immer hei­lig, son­dern auch und ins­be­son­de­re von einem modi­schen „Faux­pas“ („Faux­pax“, GMX.net): Zwei der neu­en Mini­ste­rin­nen wag­ten es, im glei­chen Kleid auf­zu­tre­ten, wie über­ein­stim­mend außer so Mode­blogs auch die Poli­tik­re­dak­tio­nen von „WELT“, „heu­te“, „FOCUS Online“, „B.Z.“, „Köl­ner Stadt-Anzei­ger“, „RP Online“ und viel zu vie­len ande­ren ver­zicht­ba­ren Pres­se­er­zeug­nis­sen berich­te­ten.

Und die haben ein Lei­stungs­schutz­recht bekom­men!

In den NachrichtenComputer
Laut­spre­cher, aber Leis­hö­rer (2)

Apro­pos:

Auf die­se Wei­se zeich­nen Gerä­te wie die smar­ten Laut­spre­cher Goog­le Home und Ama­zon Echo Aus­schnit­te aus All­tags­ge­sprä­chen uner­wünscht auf und sen­den sie an Goog­le und Ama­zon.

Ein Gerät, das Gesprä­che uner­wünscht auf­zeich­net, wei­ter­hin einen „Laut­spre­cher“ zu nen­nen zeugt von man­chem, nur nicht unbe­dingt von einer Qua­li­fi­ka­ti­on als Tech­ni­k­re­dak­teur eines ver­meint­li­chen Fach­ver­la­ges.

Politik
Sie­ben Annah­men zum Links­sein

(Vor­be­mer­kung: Dies ist eine etwas aus­ufern­de Fort­set­zung einer Twit­ter­dis­kus­si­on in Form eines Mono­logs, der zu lang für des­sen Ein­ga­be­feld wäre. Wer Twit­ter und sei­ne Teil­neh­mer – etwa mich – für bezüg­lich jeden­falls sol­cher The­men nicht beson­ders lesens­wert hält, der möge statt­des­sen zu einem guten Buch grei­fen.)

Im Ver­lauf mei­ner jüng­sten Dis­kus­sio­nen über das ver­meint­lich poli­ti­sche Links­sein und war­um es mich stört, wenn Mit­glie­der der Pira­ten­par­tei ihr die­ses Eti­kett auf­zu­drücken ver­su­chen, sah ich mich dazu bewegt, aus­nahms­wei­se ein­mal etwas wort­rei­cher dar­über zu dozie­ren, war­um ich den Libe­ra­lis­mus für die ver­nünf­ti­ge­re Alter­na­ti­ve zu der sozio­lo­gi­schen Träu­me­rei, dass die Zukunft bit­te­schön links sein möge, hal­te. ‘Sie­ben Annah­men zum Links­sein’ wei­ter­le­sen »

PolitikMontagsmusik
Tur­bi­ne Stoll­pro­na – Rosa Teil

Kann man schon Frühling?Es ist Mon­tag. Wenn man die­sen Satz oft genug liest, bekommt man spon­tan Lust auf Wochen­en­de, also emp­feh­le ich ein­fach wei­ter­zu­le­sen, statt noch­mals zum Anfang zu sprin­gen. Je wei­ter man sich von einem geschrie­be­nen Mon­tag ent­fernt, desto bal­der ist er vor­über, wenn­gleich sein Ende zur Stun­de noch auf sich war­ten lässt, als wäre es der noch immer zu sel­te­ne Nach­wuchs eines Pan­da­bä­ren. Eine Woche soll­te sowie­so mit der Vor­stel­lung von Pan­da­bä­ren begin­nen. Ich erwä­ge das zu wie­der­ho­len.

Auf sich war­ten lässt auch die oft beschwo­re­ne Online­de­mo­kra­tie, aber die­je­ni­gen, die behaup­ten, sie erfun­den zu haben, die Grü­nen näm­lich, wol­len sie nicht mehr haben. Und war­um wol­len sie das nicht? Na, wegen der nicht quo­tier­ten Red­ner­li­sten natür­lich! – Ein­zig ihren natür­li­chen Part­ner ist es zu ver­dan­ken, dass es jeman­den gibt, für den man sich noch mehr schämt: Abge­ord­ne­te der SPD haben ein Pro­blem mit gezeig­tem Rück­grat. An Über­ra­schun­gen ist die­ses noch jun­ge Jahr kaum arm.

Der Unrechts­staat Tür­kei prä­sen­tiert der kom­men­den Bun­des­re­gie­rung eine der zahl­rei­chen Mög­lich­kei­ten, ihre Über­wa­chungs­soft­ware („Bun­des­tro­ja­ner“) unauf­fäl­lig im Volk zu ver­tei­len. Wenig­stens wird das künf­tig nicht mehr so schnell gehen. Apro­pos Unrechts­staat: In Groß­bri­tan­ni­en wird man neu­er­dings vor­über­ge­hend ein­ge­sperrt, weil man bekannt rechts­flü­ge­lig ist. Die poli­ti­sche Ver­schie­bung Euro­pas ist sicher­lich nur ein bedau­er­li­cher Zufall und nicht etwa bedingt durch einen tota­li­tä­ren Umgang mit Sokra­ti­kern.

Wir leben in einer Zeit, in der das von mir noch zu Beginn der nun­mehr ver­gan­ge­nen Woche geschol­te­ne Ber­lin bei­na­he wie ein Hort der Ver­nunft wirkt. Wenn dort auch sonst alles in Trüm­mern liegt: Die Musik trotzt der Bran­dung.

Tur­bi­ne Stoll­pro­na – Rosa Teil

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Bubble­math – Edit Pep­ti­de

Bubblemath - Edit Peptide1995 wur­de in Min­nea­po­lis, von der Welt­öf­fent­lich­keit unter ande­rem wegen der bedau­er­lich feh­len­den Ver­net­zung jener Tage kaum beach­tet, die eini­ger­ma­ßen alber­ne Grup­pe Bubble­math gegrün­det. Ihr Debüt­al­bum „Such Fine Par­tic­les Of The Uni­ver­se“ erschien 2001 und fand eini­gen Zuspruch für sei­ne klang­li­che Nähe zu den sowie­so über­ra­gen­den echo­lyn.

Es dau­er­te bis 2017, bevor der Nach­fol­ger „Edit Pep­ti­de“, mitt­ler­wei­le von der gleich­falls über­ra­gen­den Plat­ten­fir­ma Cun­ei­form her­aus­ge­ge­ben, eine Hörer­schaft erschlie­ßen konn­te, die sich inzwi­schen an das Wie­der­auf­le­ben der ver­spiel­ten Musik der 1970-er Jah­re gewöhnt haben könn­te. Der Titel des Albums – inzwi­schen sind wir bei Che­mie statt Phy­sik, nerdig möch­te das Quin­tett aber offen­sicht­lich wei­ter­hin wir­ken – sieht auf dem Cover­bild viel weni­ger selt­sam aus als er klingt.

Immer noch da sind auch nach 16 Jah­ren die Can­ter­bu­ry-Ein­flüs­se mit­samt des ver­schach­tel­ten Gesangs („Per­pe­tu­al Noti­on“, „The Sen­su­al Con“), der gele­gent­lich eine leicht angriffs­lu­sti­ge Note hat. Für ange­neh­men Gesang habe ich ja, wie regel­mä­ßi­ge Leser wis­sen, eine wenig gut ver­steck­te Schwä­che. Mit­un­ter wird sich am klas­si­schen Pro­gres­si­ve Rock – die Stücke haben tref­fen­der­wei­se Län­gen von bis zu 12:41 Minu­ten – wie auch am Som­mer­rock des letz­ten Jahr­zehnts (Jea­ve­stone) bedient. Ich fin­de das gut.

Bubble­math – The Sen­su­al Con (Offi­ci­al Audio)

Bedau­er­li­cher­wei­se ist das Album gegen­wär­tig nur auf CD und als Down­load zu haben, jedoch wür­de ich anneh­men, dass die­ser Makel zu ver­schmer­zen ist. Ein Genuss ist „Edit Pep­ti­de“ alle­mal.