Während es außer Frage steht, dass es selten eine falsche Entscheidung sein kann, ohne vorrangig wirtschaftliche Motivation in körperliche Gefahr geratene Menschen trotz der statistisch gegebenen Wahrscheinlichkeit, dass unter ihnen in nicht zu vernachlässigender Zahl durchaus zu Gewalt bereite Antisemiten sind, aus dieser körperlichen Gefahr zu befreien, geht in der politischen Diskussion darüber die Frage nach den Ursachen zu Unrecht völlig unter, denn obwohl selbst die ehemals kritische Piratenpartei sich auf das Symptom konzentriert, beschließen Menschen ja eher selten morgens am Frühstückstisch bei Kaffee am reichhaltig gedeckten Esstisch im intakten Einfamilienhaus, im Paddelboot ins Ausland zu fahren, sondern wurden zuvor unter Zuhilfenahme von Waffen aus deutscher Hand oder wenigstens deutscher Produktion, verkauft von oder im Auftrag der SPD, dieses intakten Einfamilienhauses – wenn nicht bereits: der Familie – beraubt und hatten somit eigentlich nichts mehr zu verlieren, weshalb es noch übermäßig freundlich als bizarr zu bezeichnen ist, dass die Forderung nach einem Aus-dem-Meer-Fischen von dem Schiffbruch nahe stehenden (bzw. sitzenden) Flüchtlingen auch von der SPD-Bundestagsfraktion geteilt wird, die erst im Januar dieses Jahres wieder mit der Schlagzeile medial auffällig geworden war, ihre (ehem. „die große“) Koalition habe „so viele Waffen in Krisengebiete verkauft wie noch nie“, womit „vor allem die SPD ihr Versprechen nicht gehalten“ habe, was nur semantisch nach einer Überraschung klingt.
Medienkritik in Kürze: t3n (unseriös)!
Es schrieb Andreas Domin, angeblich Informatikstudent und somit immerhin noch nicht nachgewiesenermaßen mit kritischem Urteilsvermögen ausgestattet, in sein virtuelles Heimblatt „t3n“ einen Text hinein, der auf Twitter so beworben wurde:
Es gibt viel zu viele unseriöse Apps und Browser-Erweiterungen im Netz. Dabei räumt ihr selbst die Rechte zur #Spionage ein!
Ohne hashtag kein Twitter, das wissen selbst die „Digitalpioniere“ (ein, wie ich meine, etwas zu hoch gegriffenes Selbstverständnis: „t3n“ existiert erst seit 2005) von der yeebase media GmbH aus Hannover. Was also will Andreas Domin mitteilen?
Wer auf seinem Smartphone eine App oder bei Chrome und Firefox eine Erweiterung installiert, sollte eins bedenken: diese Tools nicht selten Zugang zu einem Teil eurer persönlichen Daten. Bei den meisten Anwendungen werden die Daten lediglich für die Funktion der App verwendet. Andere wiederum fragen nach Rechten, die für die eigentlichen Features des Tools überflüssig sein müssten. (…) Es gibt noch viel mehr unsichere Tools in den Stores, die fleißig Daten für zweifelhafte Zwecke sammeln. (…) Wer also nicht will, dass seine persönlichen Daten missbraucht werden, sollte genauer darauf achten, wem er Zugriff darauf gibt.
Hinter dem Link zum Artikel, dessen „Features“ – es soll ein Text angezeigt werden – keinerlei zusätzliche Berechtigungen benötigen würden, verbergen sich folgende Datensammler für zweifelhafte Zwecke:
- Ein von cloudfront.net eingebundenes CSS-Stylesheet. CloudFront gehört zum Amazon-Konzern.
- Diverse ebenfalls von dort heruntergeladene Grafikdateien.
- Ein außerdem von dort heruntergeladenes JavaScript namens adlib-irgendwas.js, das Unverschämtheiten von Googles Werbeservern nachzuladen versucht.
- Mehrere zum Google Tag Manager gehörende JavaScript-Dateien.
- Ein Zählscript von INFOnline.
- Eine JavaScript-Datei von adgoal (hier als „smartredirect“ firmierend).
- Ein Zählscript von contentpass.
Bedauerlicherweise hat Andreas Domin das nicht erwähnt – aber ich helfe ja gern.
Spurv – Et blekt lys lyder
Es ist Montag. Zum Glück dauert das nie lange. Seit Sonntage nur noch schnödes Wochenende sind, hat vieles verloren. Gewinnen kann nur, wer die bedient, die beim Denken meist Pech haben: Kylie Jenner, anscheinend weder durch Talent noch durch Aussehen reich und berühmt gewordene „Influencerin“, hat zum Beispiel eine Anhängerschar, die derzeit Spenden dafür sammeln, dass sie es noch 2018 in die Riege der Milliardärinnen schafft. Nicht alles, was bescheuert ist, ist Satire.
Das haben auch die Demonstranten gegen den Besuch Donald Trumps in Großbritannien nicht verstanden, die einen Ballon in Baby-Trump-Gestaltung steigen ließen, als eigne sich eine solche Eselei zum Ersatz für eine inhaltliche Auseinandersetzung. Selber blöd, bääh! – Aber ich war ja noch bei Reichtum: Die „Wirtschaftswoche“ erkundete jüngst, für wen sich ein Auto-Abonnement, denn ein solches bieten einige Unternehmen offensichtlich bereits an, denn lohne. Deutschland geht es gut? Welch Untertreibung!
Abgesehen von Bayern, versteht sich, denn in Bayern scheint das Trinkwasser noch immer Dinge zu enthalten, über die ich lieber gar keine Gewissheit haben möchte. Am gestrigen Sonntag fand dort das 128. Gautrachtenfest statt, „Bayern pur!“ (M. Söder), natürlich mit angeschlossenem und bedauerlich zahlreich besuchtem Gottesdienst. Dort darf man noch leben wie seine Vorfahren; den Gautrachtenleiter freut’s.
Wo muss denn unbedingt mehr Blockchain rein? Na, in Smartphones natürlich! In diesen Montag muss allerdings etwas anderes hinein, nämlich Musik.
Guten Morgen.
Si vis pacem, para bellum. (4)
Warum wir noch in der NATO sind? Na, für den Frieden™ natürlich!
Die aus dem Westen stammenden Waffen, die in Deraa von bewaffneten Gruppen aufgegeben worden waren, sind laut dem russischen Außenministerium ein „materieller Beweis widerlicher Einmischung“ in Syrien.
(Grauenvolle Übersetzung von mir.)
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.
Programme, schlimmer als Hitler.
Im Jahr 1920 veröffentlichte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) – zur Redaktion gehörte damals ein späterer Reichskanzler, über den hier nicht weiter gesprochen werden soll – ein 25-Punkte-Programm, auf dem die Politik der Folgejahre aufgebaut werden sollte. Aus gegebenem Anlass steht mir der Sinn danach, dieses Programm einmal mit den Programmen heutiger Parteien zu vergleichen; denn wenn schon jemand keine Nazis wählen will, dann doch bitte mit Bedacht. In meine Überlegungen ziehe ich die Wahlprogramme von 2017 der CDU/CSU, der SPD, der Grünen, der Linken, der F.D.P., der AfD, der PARTEI und der Piratenpartei mit ein. Das sollte eigentlich genügen.
Die Interventionen der Anderen
Es verkündet der frühere Waffenlieferant des Nahen Ostens, Sigmar Gabriel (SPD), auf „SPIEGEL ONLINE“ (hier aus ethischen Gründen nicht verlinkt):
Wenn [Donald Trump] von uns Milliarden zurückfordert für die Militärausgaben der USA, dann müssen wir von ihm Milliarden zurückfordern, die wir für die Flüchtlinge ausgeben müssen, die gescheiterte US-Militärinterventionen zum Beispiel im Irak produziert haben.
Die aus Syrien hingegen, die sind hausgemacht. Die sind jeden Cent wert.
Assistolz
Nachdem Nationalstolz bis zur nächsten Europameisterschaft im Herrenfußball vorerst wieder eher ungern gesehen wird, suchen Politiker und Bürger gleichermaßen verzweifelt nach einem Ersatzstolz. Dabei schrecken sie auch vor bizarren Vorschlägen nicht zurück:
Und jeder Fahrer, der mit einem Lkw mit Abbiegeassistent unterwegs ist, bekommt das neue Trucker-Abzeichen #IchHabDenAssi. Das können die Frauen und Männer am Steuer mit Stolz auf ihren Lkws anbringen.
Und spätestens, wenn der Assi (Assistent, nicht Andreas Scheuer) in allen relevanten Fahrzeugen verpflichtend eingebaut worden sein wird, wird dieser Stolz einer sein, der dem auf den richtigen Geburtsort in nur noch wenig nachsteht.
Annahmen zum Linkssein (5): Autarkie ist Schwäche.
Es schrieb Sibel Schick, „Autorin“ für „taz“ und jüngst auch „Missy“, im Qualitätsmedium „Twitter“:
Wer von euch hatte Nachrichtenagenturen und Mainstreammedien auf der Blockliste?*entblockt ne Runde*
Denn nur, wer präventiv blockiert, erlebt keine Mikroaggressionen durch zu viel Realität. Ein Einzelfall ist sie nicht – auch andere Twitternutzer, überwiegend aus dem „Journalismus“, schalteten am Wochenende plötzlich eine Blockierliste scharf.
Ich beginne die Sorge der Linken um eine Öffentlichkeit, die nur noch wahrnimmt, was ihr Weltbild bestätigt, zu verstehen; wenn auch aus gegenteiligen Gründen.
„Sicherer als Windows“ (invers) des Tages
Wenig amüsiert mich so sehr wie Linux-Befürworter, die davon schwärmen, dass man unter ihrem Strokelsystem dauernd Updates machen kann und, „anders“ als unter dem blöden Windows, alles so toll mit der Konsole geht, aber sofort essenzielle Systemkomponenten in einer älteren Version zurückspielen, wenn ihr grafisches Anmeldeknöpfchen kaputt ist.
Domadora – lacuna jam
Es ist Montag. Furzen macht dünn. Eine Woche, die mit Niveau beginnt, ist bekanntlich eine verlorene Woche.
Apropos Niveau: In Berlin wurde am Sonnabend abermals unter Zuhilfenahme schwer erträglicher Geräusche („wegbassen“) dafür demonstriert, dass die als mafiös handelnd wahrgenommenen Schleuser und Schlepper nicht dafür bestraft werden sollen, die Notlage von vor der Waffenpolitik der rechtspopulistischen SPD geflohenen Armen auszunutzen. Der Berliner Koalitionspartner der rechtspopulistischen SPD, die vermeintliche „Linke“, twitterte freudig, dass er „Haltung“ zeige, indem er zwar nicht die ertragreiche Koalition aufkündige, aber doch immerhin Fahnen schwingend dagegen sei, dass die Symptome der von ihr geförderten Krankheit, nämlich die Notwendigkeit einer Flucht, nicht von kommerziellen Interessenten für viel Geld („Spenden“) bekämpft werden dürfen. Wenn ich noch ein bisschen wirtschaftsliberaler eingestellt wäre als sowieso schon, müsste ich wohl künftig die „Linke“ wählen. – Folgerichtig liegen gemäß der neuesten Emnid-„Sonntagsfrage“ in der Befragtengunst die AfD und die rechtspopulistische SPD erstmals gleichauf. Über wen das was aussagt, weiß ich aber nicht.
Es ist Montag und montags zählen, wie weithin bekannt ist, ohnehin nur noch zwei Dinge: Pandabären und Musik.
Guten Morgen.
Kurzkritik: Aivery – Because
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Regelmäßige Leser wissen, dass Musik eine Profession der Überraschungen ist. Daher sollte es auch kaum erstaunen, wenn ausgerechnet Österreich sich immer wieder als Heimatland von Musikern, deren Werke nicht zu kennen bedauerlich wäre, herausstellt.
Aivery klingen nämlich eigentlich gar nicht nach Österreich, ich hätte sie eher in Australien verortet. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Wiener Trio rein weiblicher Natur, das Musik hervorbringt, die früher wohl als „Riot Grrrl“ bezeichnet worden wäre – nach vorn preschende Rockmusik mit einer ordentlichen Portion power, also Kraft, nämlich. Auch auf ihrem seit 2017 aktuellen Album „Because“ (Amazon.de, Bandcamp.com) gelingt ihnen das bravourös.
Interessante Frickelrefrains („Don’t Dare“, leider mit zu lang geratenem outro) mit gern mal sehr verzerrter Gitarre treffen auf geradezu melodische Punkkracher („Secret“), alles dominiert von einem der kraftvollsten Schlagzeuge, die ich in den letzten Jahren hören durfte.
Die drei Wienerinnen haben, man verzeihe mir den Begriff, Feuer unterm Hintern und sie lassen es oben spürbar wieder raus.
Musik für Cabriofahrer und/oder zum Abreagieren. Nicht übel.
Fast alle für Europa (zweimal).
Während ausgerechnet unter der ideellen Führung der Europaabgeordneten der Piratenpartei („Bündnis 90/Die Grünen“, „tagesschau“) größerer Schaden am europäischen Urheberrecht abgewendet werden konnte, arbeitete die Kleinpartei SPD, die einzig das Fehlen einer Fünf-Prozent-Hürde noch in irgendein kommendes Parlament hieven wird, bereits daran, dass so etwas nie wieder vorkommen möge, und stimmte freudig dafür, dass ihr spätestens bei der übernächsten Europawahl keiner mehr reinquatscht:
Kleinparteien in Deutschland müssen ab der Europawahl 2024 mit einer Mindesthürde für den Einzug ins EU-Parlament rechnen.
Das ist, weiß der deutsche Außenminister (SPD, aber wenigstens per Amt nicht mehr so oft zugegen), ein Sieg für uns alle:
Die Wahlrechtsreform ist beschlossen – das stärkt die Stimme der Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union. (…) Jede Stimme zählt!
So lange sie nur nicht das falsche Lied singt.
Apropos Europa.
Die „taz“ würde ja im Artikel darüber, dass die Filterung von Onlinedingen alberne Konsequenzen haben kann, gern eine Quelle nennen, aber das geht nicht:
„Um ehrlich zu sein, enthält diese Passage so einiges, was als Hassrede eingestuft werden kann“, räumte das Blatt ein (Text wegen DSGVO in Europa nicht abrufbar).
Mit Satire ist dem schon lange nicht mehr beizukommen.
Si vis pacem, para bellum. (3)
Da das Liefern von Waffen in Kriegsgebiete gerade nicht den besten Ruf genießt, muss eine Ausweichlösung her, um finanziellen Schaden von systemrelevanten Unternehmen (hier: solchen, die Mordmaterial produzieren) abzuwenden.
Die Waffenfabrikantenpartei SPD hat da einen Plan:
[2019] soll der Rüstungshaushalt auf 42,9 Milliarden ansteigen, also noch einmal um 1,4 Milliarden, eigentlich aber nur um 650 Millionen.
Muss man ja verstehen. Deutschland ist immerhin von Feinden nur so umzingelt – zum Beispiel von der Schweiz. Die haben tödliche Schokolade da unten. Da helfen nur mehr defekte Sturmgewehre. Die Fahne hoch!
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.
Medienkritik in Kürze: Texte mit Fragezeichen.
Warum man jungen oder wenigstens neuen Jazzmusikern Gehör schenken sollte, fasst Reinhard Köchl, freier Musikjournalist, dieser Tage so zusammen:
Sie alle machen Musik mit Ausrufezeichen.
Im Gegensatz zu Rockmusik, die stattdessen einen Punkt bevorzugt, und Schlagern, wo ein Semikolon das Gebot der Stunde ist, hebt sich Jazzmusik so auch im Schriftbild wohltuend ab.
Tor für England.
Es spekuliert „teleschau – der mediendienst“ für das skurrile, zu Microsoft gehörende Portal „msn unterhaltung“ mit einer an Fotomontagen reichen Bildergalerie, was denn wohl passiere, wenn „die Queen“ (hier: die britische Königin) gestorben sei.
Zwar wird Monarchie aus unklarem Anlass in Deutschland nicht mehr ganz so gern gesehen wie früher, aber sie – die Königin – sei immerhin schon 92 und neulich mal krank gewesen, da sei es naheliegend, sich über die Geschehnisse vorher zu informieren. Falls mal kein Fußball kommt oder so.
Habe ich Fußball geschrieben? Wie treffend!
Public Viewing
Auf dem Land werden Leinwände an zentralen Plätzen aufgestellt, damit auch dort die Bevölkerung die Geschehnisse in London verfolgen können. Für die Übertragung der Beerdigung könnten eventuell sogar Fußballstadien verwendet werden.
Und dazu einen Hotdog und ein kühles Bier. Sonst macht das doch überhaupt keinen Spaß.









