NetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 23. Febru­ar 2018

Pas­sa­gier furz­te: Flie­ger muss­te in Wien not­lan­den.


Ger­hard Schrö­der emp­fiehlt der SPD, mehr zu schrö­dern.


End­lich tut mal einer was gegen die Gewalt in den USA (1): Par­la­ment in Flo­ri­da erklärt Por­no­gra­fie für gefähr­lich.


End­lich tut mal einer was gegen die Gewalt in den USA (2): Kir­che in Penn­syl­va­nia bit­tet Paa­re, dem­nächst mal ihre halb­au­to­ma­ti­schen Waf­fen zwecks Seg­nung vor­bei­zu­brin­gen. Got­tes­krie­ger ohne Allah – Sachen gibt’s.


Free­BS­Ds neu gefun­de­ner Femi­nis­mus trägt Früch­te: Die, die Soft­ware für es por­tie­ren, wol­len den Mist auch nicht haben, und machen sich vom Acker.

SonstigesNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Erin­nern an „neunzehn100“.

Am Bahn­hofs­ki­osk sah ich kürz­lich ein Maga­zin, das mich unge­wöhn­lich erfreut hat. Es heißt „neunzehn100“, wur­de „Maga­zin der Erin­ne­rungs­an­läs­se“ beti­telt und trägt den Unter­ti­tel „Das Maga­zin für alle, die sich gern erin­nern und Freu­de an schö­nen alten Din­gen haben“. Ich erin­ne­re mich gern und habe Freu­de an schö­nen alten Din­gen, auch an sol­chen, deren Ursprungs­jahr dem 20. Jahr­hun­dert ent­stammt. Daher der Name:

Der Maga­zinna­me neunzehn100 spielt dar­auf an, dass die Ziel­grup­pe (…) Erin­ne­run­gen an Erleb­nis­se und Ereig­nis­se im letz­ten Jahr­hun­dert hat – eben in Jah­ren und Jahr­zehn­ten, die mit „neun­zehn­hun­dert…“ begin­nen.

Wer jetzt Welt­krie­ge erhofft hat, der wird ent­täuscht: Die­sen nahe kommt man viel­leicht noch mit dem Titel­the­ma „Der treue Kadett“ aus der zwei­ten und aktu­el­len Aus­ga­be, wenn­gleich es dort um das Auto und nicht etwa um einen Fah­nen­jun­ker geht. Statt­des­sen dreht sich das Erzähl­te um Audio­kas­set­ten, Hel­go­land, gro­tes­ke Bril­len und Fackeln. Fackeln? Fackeln!

Fackeln!
Über eine Tra­di­ti­on, bei der einem warm ums Herz wird

Na gut, viel­leicht doch ein biss­chen Welt­krieg.

Wer so was liest? Genau das scheint das Pro­blem zu sein:

[D]ie erreich­ten Ver­kaufs­zah­len las­sen eine Fort­set­zung des Titels für einen so klei­nen Ver­lag wie unse­ren ein­fach nicht zu. Die zum 23. Febru­ar ange­kün­dig­te drit­te Aus­ga­be wird daher nicht erschei­nen. (…) Wenn wir wis­sen, ob und wie es wei­ter­geht, wer­den Sie es an die­ser Stel­le lesen kön­nen.

Das ist doch mal ein schö­ner Erin­ne­rungs­an­lass.

In den NachrichtenMontagsmusik
Blueneck – Sirens

Montag (Symboleule)Es ist Mon­tag und genau so fühlt es sich auch an. Man fühlt sich wie gerä­dert, dabei ist das Rädern völ­lig aus der Mode gekom­men. Das hat man mit ihm gemein, nur abge­schafft ist man noch nicht. In den USA wird gegen­wär­tig ergeb­nis­of­fen über die Abschaf­fung von Waf­fen dis­ku­tiert, man selbst hat nur die Anschaf­fung von Waf­feln im Sinn. Mit denen könn­te man sich, wenn man gut zie­len kann, sicher­lich auch ange­mes­sen ver­tei­di­gen.

Ande­re ver­tei­di­gen gar nicht erst: In Ber­lin haben lin­ke Akti­vi­stin, von der Poli­zei nicht wei­ter dar­an gehin­dert, die Grund­rech­te demon­strie­ren­der Frau­en mas­siv ver­letzt, als hie­ßen Grund­rech­te nur so, weil man sie nicht grund­los aus­üben darf. Ein Pla­kat zur Ankün­di­gung die­ser „Gegen­de­mon­stra­ti­on“ hat­te eine Frau in reli­gi­ös erzwun­ge­nem und somit nicht gera­de als Sinn­bild für Frei­heit geeig­ne­tem Kostüm, jedoch über­dies bewaff­net mit einem Brand­satz, als Motiv, als woll­te der Gra­fi­ker aus­drücken, dass man Frau­en auch unter­drücken kann, ohne rechts sein zu müs­sen. Wenn es leicht wäre, könn­te es ja auch ein Mann machen. Mir fehlt viel­leicht ein­fach nur der Zugang zu die­sem moder­nen „Pro­gres­si­vis­mus“, aber immer, wenn ich über sol­che Nach­rich­ten stol­pe­re, füh­le ich mich gleich ein biss­chen weni­ger links.

Die Frei­las­sung des all­seits geschätz­ten Bou­le­vard­ko­lum­ni­sten („taz“, „WELT“) Deniz Yücel aus tür­ki­scher Haft befeu­ert, wie erwar­tet, vor allem die Wirt­schaft: Die Tür­kei will jetzt mehr Pan­zer haben, um damit vor­aus­sicht­lich Kur­den zu meu­cheln. Kur­den sind (wie auch Palä­sti­nen­ser) eher schlech­te Kun­den für die deut­sche Rüstungs­in­du­strie, da guckt man auch mal weg, wenn ihnen ein wich­ti­ger Han­dels­part­ner mit deut­scher Wert­ar­beit das Land kaputt­schießt. Mir drängt sich der Ein­druck auf, das sei es viel­leicht doch nicht unbe­dingt wert gewe­sen.

Aus der Welt der Tech­nik dringt fol­gen­der Wahn­witz: In einem der zahl­lo­sen Apple­ge­bäu­de ren­nen dau­ernd Leu­te gegen die Glas­tü­ren, weil die­se (die Türen, nicht die Leu­te) so unauf­fäl­lig gestal­tet wur­den. Func­tion fol­lows form.

Wo die Form allein aber auch wei­ter­hin das ein­zig wich­ti­ge Kri­te­ri­um blei­ben soll und wird: Musik.

Blueneck – Sirens

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
💩 (2)

Bei Uni­code, die­sem ursprüng­lich nütz­li­chen Pro­jekt, das irgend­wo falsch abge­bo­gen ist, krie­gen sie das Kind jetzt auch nicht mehr aus dem Brun­nen, möch­te es mir schei­nen. Was näm­lich ist die ein­zig logi­sche und dar­um vom stan­dar­di­sie­ren­den Kon­sor­ti­um unbe­dingt auf­zu­grei­fen­de Fol­ge­rung aus dem Umstieg von gene­ri­schen auf eth­nisch-sexu­ell kor­rek­te Emo­jis? Rich­tig: Man möge doch bit­te unbe­dingt einen schwan­ge­ren Herrn als Gen­der­op­ti­on ein­fü­gen.

Wel­ches All­tags­pro­blem soll­te Uni­code doch gleich lösen?

Netzfundstücke
Gedan­ken und Gebe­te: Das Spiel.

Der lan­des­ty­pi­sche Umgang mit grö­ße­ren Atten­ta­ten in den USA besteht zumeist dar­in, dass für die Gemeu­chel­ten flei­ßig gedacht und gebe­tet wird, auf dass sie künf­tig nicht noch ein­mal gemeu­chelt wer­den mögen.

Wer die Absur­di­tät die­ses Tuns noch nicht ver­stan­den hat, dem kann nun gehol­fen wer­den: Gedan­ken und Gebe­te gibt es auch als Stra­te­gie­spiel.

PolitikIn den Nachrichten
vice (engl.): Laster, Untu­gend, Unart.

In der zwei­ten Janu­ar­hälf­te des Jah­res 2018 berich­te­te „Tech­dirt“, dass Vice Media, jener US-ame­ri­ka­ni­sche Medi­en­kon­zern, dem unter ande­rem das Klatsch­por­tal „VICE“ („Unbe­que­mer Jour­na­lis­mus“, ebd.) gehört, nach der Band Vice­Ver­sa nun auch die Spiel­geld­fir­ma „Vice Indu­stry Token“ teu­er zu ver­kla­gen gedach­te. Der Anlass hier­für sei es gewe­sen, dass „Vice“ eine Wort­mar­ke von Vice Media gera­de in digi­ta­len Belan­gen sei und man eine Ver­wechs­lung doch bit­te­schön gern ver­mei­den wür­de. Aus recht­li­cher Sicht mag das nicht zu bean­stan­den sein, aus mora­li­scher Sicht ist es zumin­dest das Heben einer Augen­braue wert.

In Deutsch­land, wo die Vice Media LLC als „VICE Deutsch­land“ ihr Unwe­sen treibt, nimmt es der­je­ni­ge Teil der Gesell­schaft, der die Haupt- und womög­lich ein­zi­ge Ziel­grup­pe der Vice-Ver­laut­ba­run­gen bil­det, mit dem Mar­ken­recht auch nicht immer ganz genau: Nathan Mat­tes etwa sam­melt, wie heu­te in diver­sen Blogs aus jener Sze­ne zu lesen ist, unter der offen­sicht­lich namens­recht­lich bewusst schwie­ri­gen Domain wir-sind-afd.de, unter der der­zeit eine Web­site zu sehen ist, die in typi­schen AfD-Far­ben gestal­tet wur­de und auf der von der AfD als „wir“ die Rede ist, demo­kra­tisch und/oder pazi­fi­stisch unfei­ne Zita­te von AfD-Abge­ord­ne­ten. Wäh­rend das Zitie­ren öffent­lich gefal­le­ner Äuße­run­gen von Poli­ti­kern aber kein Pro­blem dar­stellt und es viel­leicht sogar nach­ah­mens­wert ist, ihnen jeweils eine Web­site zu wid­men (tschüs­si, SPD!), ist das beim Mar­ken­recht anders – ent­spre­chend hat die AfD anwalt­lich dar­um gebe­ten, dass der Betrei­ber ihre Namens­rech­te doch bit­te künf­tig beach­ten und sich für sei­ne Recher­chen eine ande­re Domain aus­su­chen möge.

Dass die Gren­ze zu einer Adap­ti­on einer bekann­ten Mar­ke, wie sie einst die Pira­ten­par­tei ziem­lich gut vor­ge­macht hat, hier bei Wei­tem über­schrit­ten sein dürf­te, wäre eine juri­sti­sche Nör­ge­lei, die mich man­gels Sym­pa­thie für bei­de betei­lig­te Sei­ten eigent­lich gar nicht wei­ter inter­es­sie­ren wür­de, hät­te sich nicht aus­ge­rech­net Vice Media in den Dis­put ein­ge­mischt. Bei aus­ge­rech­net „VICE Deutsch­land“ klingt die Bericht­erstat­tung über die Aus­ein­an­der­set­zung näm­lich so:

Der Betrei­ber von wir-sind-afd.de soll fast 10.000 Euro zah­len. Jetzt will er sich weh­ren – und du kannst dabei hel­fen.

Ist halt eine rech­te Par­tei und kein lin­ker Medi­en­kon­zern. Die soll sich mal nicht so anstel­len mit ihren alber­nen Namens­rech­ten. :aufsmaul:

NetzfundstückeNerdkramsMir wird geschlecht
Open Source schläft ein und der Femi­nis­mus trägt die Schuld dar­an.

Im August 2017 beschrieb ich unter ande­rem mein aus­blei­ben­des Ver­ständ­nis für gro­ße Tech­nik­kon­zer­ne, die sich einen diver­si­ty genann­ten Klotz mit­samt Ver­wal­tungs­auf­wand und letzt­end­lich auch unnö­ti­gen Kosten ans Bein bin­den. Die Gesell­schaft hat sich seit­dem wei­ter um sich selbst gedreht, gebes­sert hat sie sich jedoch nicht.

In einer ver­nünf­ti­gen Welt (wie auch in mei­nen eige­nen Pro­jek­ten) gilt im Wesent­li­chen der Ver­dienst­ko­dex: Wer was kann, der darf mit­ma­chen, wer nicht, der nicht, und per­sön­li­che Weh­weh­chen mögen bit­te irgend­wo aus­ge­las­sen wer­den, wo es dem Rest des Pro­jekt­teams nicht wei­ter auf die Ner­ven geht.

Lei­der ist die Welt der Open-Source-Soft­ware nicht ver­nünf­tig, son­dern stark emo­ti­ons­ge­trie­ben (das mag den enor­men Win­dow­s­hass in ein­schlä­gi­gen Foren erklä­ren, als wäre das ver­wen­de­te Werk­zeug für irgend­ei­ne Auf­ga­be ein Poli­ti­kum, des­sen ethisch kor­rek­te Aus­wahl jede Per­so­nal­de­bat­te in Par­la­men­ten oder auch nur Par­tei­en in den Schat­ten stell­te). Infol­ge­des­sen wur­de ich heu­te mit der Infor­ma­ti­on belä­stigt, dass selbst das Free­BSD-Pro­jekt, das sich vor Jah­ren ein beson­ders anstren­gen­des Bei­spiel für den Dun­ning-Kru­ger-Effekt ein­ge­tre­ten hat­te, sich ja nun posi­tiv durch einen neu­en Ver­hal­tens­ko­dex bemerk­bar mache.

In die­sem Kodex, den das Free­BSD-Team gemäß dem Doku­ment selbst im Wesent­li­chen aus dem „Geek Femi­nism Wiki“ – geek femi­nists bil­den einen Teil des Kerns jener sich gemein­hin als wei­ße Rit­ter ver­ste­hen­den Kra­wall­schach­teln, die auch den Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress (ich berich­te­te mehr­fach) schon tot­ge­quatscht haben – abge­tippt hat, wird in viel zu vie­len Zei­len erläu­tert, dass es die Pro­jekt­auf­sicht ungern sieht, wenn Team­mit­glie­der sich ande­ren Men­schen gegen­über wie jemand ver­hal­ten, dem grund­le­gen­de Höf­lich­keits­for­men fremd sind. Man soll­te mei­nen, so etwas sei auch ohne fest­ge­schrie­be­ne Regeln ver­nünf­tig unter­bind­bar, aber an der Ver­nunft schei­tert es bei denen, die wert­vol­le Zeit ande­rer Leu­te mit dem Zusam­men­schrei­ben und stol­zen Her­um­zei­gen von Din­gen, von denen sie sich total belä­stigt füh­len, ver­schwen­den, nun mal von vorn­her­ein. Da wun­dert es auch nur noch wenig, dass sich ein paar der beson­ders bescheu­er­ten Punk­te im Kodex auch in den Ver­hal­tens­ko­di­zes von zer­gen­der­ten Platt­for­men wie Git­Hub wie­der­fin­den, die die Idio­tie mit der Fest­stel­lung, für „Pri­vi­le­gier­te“, also für die viel zitier­ten „wei­ßen Män­ner“, gel­te der Schutz vor Belä­sti­gung aus Prin­zip nicht, bis­lang auf die Spit­ze trei­ben. Mal gucken, wann das Free­BSD-Pro­jekt sie über­bie­tet.

Als straf­be­wehrt wer­den sei­ner­seits näm­lich außer Din­gen, die ohne­hin ille­gal sein dürf­ten, unter ande­rem Dro­hung mit Gewalt, und halb­wegs ver­dien­st­ori­en­tier­te Din­ge wie die „nach­hal­ti­ge Stö­rung von Dis­kus­sio­nen“ aus­zugs­wei­se auch fol­gen­de Ärger­nis­se beschrie­ben (Wort­nut­zung wie im Ori­gi­nal):

  • Absicht­li­ches Fehl­ge­n­dern.
  • Die absicht­li­che Nut­zung abge­leg­ter Namen.
  • Simu­lier­ter phy­si­scher Kon­takt, etwa „*knud­del*“.
  • Kom­men­ta­re, die die syste­mi­sche Unter­drückung in Bezug auf das Geschlecht, Neu­ro­di­ver­si­tät, Reli­gi­on und so wei­ter (gekürzt, A.d.V.) wie­der in Kraft set­zen.

Vor weni­gen Tagen habe ich in einem com­pu­ter­be­zo­ge­nen Forum gele­sen, dass es merk­wür­dig sei, dass seit Jahr­zehn­ten, abge­se­hen von (und selbst nur bedingt in) Smart­phones, kei­ne nen­nens­wer­te Inno­va­ti­on auf dem Betriebs­sy­stem­markt mehr gefun­den wer­den konn­te. Ich habe eine Ahnung, wor­an das lie­gen könn­te: Die Inno­va­ti­ven sind damit beschäf­tigt, nicht ver­se­hent­lich an der syste­mi­schen Unter­drückung teil­zu­neh­men.

Zu mei­ner Zeit hät­te man denen ja ein­fach den Com­pu­ter weg­ge­nom­men.

Es ist heut­zu­ta­ge recht üblich, Men­schen sagen zu hören: „Ich füh­le mich davon ein wenig ver­letzt“, als ob ihnen das irgend­wel­che Rech­te ein­räum­te. Es ist nicht mehr als Flen­nen. Es hat kei­ne Bedeu­tung, es hat kei­nen Zweck, es hat kei­nen Grund, um als Phra­se respek­tiert zu wer­den. „Ich füh­le mich davon ver­letzt.“ Na und – was, ver­dammt?
Ste­phen Fry

In den NachrichtenNerdkramsMir wird geschlecht
Kurz ver­linkt: „Halt! Algo­rith­men­kon­trol­le!“ (2)

Wie nennt man das eigent­lich, wenn es Men­schen afro­ame­ri­ka­ni­scher Abstam­mung und/oder weib­li­chen Geschlechts ent­we­der wegen feh­len­der Ahnung oder feh­len­den Inter­es­ses nicht gebacken bekom­men, eine eige­ne Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware zu pro­gram­mie­ren, und die vor­han­de­ne daher am besten bei denen funk­tio­niert, die den Löwen­an­teil der Arbeit (ein­schließ­lich der Tests) gelei­stet haben?

Rich­tig: Ras­si­stisch-sexi­sti­sche Algo­rith­men!

Zum einen sind Algo­rith­men nur so klug wie die ihnen zur Ver­fü­gung gestell­ten Daten – und spie­geln deren ras­si­sti­sche oder sexi­sti­sche Ten­den­zen wider. (…) Das Ergeb­nis: die Algo­rith­mic Justi­ce League, ein Pro­jekt, das sich dem Pro­blem wid­men soll.

Die Liga der algo­rith­mi­schen Gerech­tig­keit, dem­nächst auch als Musi­cal. :irre:

Es war im Nach­hin­ein offen­sicht­lich ein Feh­ler, Com­pu­ter­tech­nik aus dem uni­ver­si­tä­ren Umfeld zu extra­hie­ren.

PolitikNetzfundstückeMir wird geschlecht
Win­ter abschaf­fen!

Zu den inzwi­schen nur mehr als Trep­pen­witz taug­li­chen Per­so­nal­spe­renz­chen in der SPD mit­samt den recht­li­chen und femi­ni­sti­schen Impli­ka­tio­nen („SPD: 16,5 Pro­zent“ ver­kün­de­te neu­lich das INSA; na also, geht doch) fällt selbst mir heu­te nur noch ein müdes Ach­sel­zucken ein, wäh­rend mir zu der Nach­richt, dass der Femi­nis­mus in New York anti­se­mi­ti­sche Moti­ve zur Demü­ti­gung von Män­nern ver­wen­det, zwar durch­aus etwas ein­fie­le, der tref­fen­de Kom­men­tar, der Mann wer­de hier als „Juden­sau der Post­mo­der­ne“ prä­sen­tiert, lei­der aber schon gemacht wur­de.

Statt­des­sen sei mir ein Hin­weis auf Ant­je Kapek gestat­tet. Ant­je Kapek sitzt für die Grü­nen einen Stuhl im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus durch, ret­weetet neben MeToo-Fana­tis­men unter ande­rem auch Anteil­nah­me am Able­ben von Rad­fah­rern, die rück­sichts­los und ohne Helm nah an hal­ten­den Autos vor­bei­zu­ra­sen pfle­gen, und hat am gest­ri­gen 12. Febru­ar zur Ver­an­schau­li­chung der Erklä­rung, war­um man die Grü­nen im Jahr 2018 immer noch unbe­dingt wäh­len soll­te, ein Foto getwit­tert, auf dem der Ber­li­ner Alex­an­der­platz mit­samt ent­laub­ten Bäu­men zu sehen ist. Sie schrieb dazu (mit meh­re­ren Hash­tags, die ich hier zur bes­se­ren Über­sicht­lich­keit weg­las­se):

Was auch immer für den Alex­an­der­platz plant, es braucht mehr grün.

Die auf­fal­lend ent­mensch­li­chen­de Spra­che („was“ und „es“ für den zustän­di­gen Stadt­pla­ner jed­wel­chen Geschlechts) soll­te selbst­er­klä­rend sein, so dass das Wesent­li­che her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den kann: Kein Grün an den Bäu­men! Im Febru­ar! Dan­ke, Mer­kel!

:wallbash:

Die Grü­nen sind in der oben erwähn­ten INSA-Umfra­ge als Bevor­teil­te des Schei­terns der SPD zu erken­nen. Da wächst zusam­men, was zusam­men gehört.

Mir wird geschlechtIn den NachrichtenMontagsmusikComputer
Aqua­ser­ge – Tin­tin on est bien mon Lou­lou

Flauschigkeit als Lösung für die Probleme unserer ZeitEs ist Kar­ne­val Fasching Mon­tag. Hel­au! Auf Twit­ter tren­de­te gestern Pud­ding­haut (das Lebens­mit­tel, nicht das Schön­heits­pro­blem), und das nur kurz, nach­dem bekannt gewor­den war, dass die NSA über Twit­ter ver­schlüs­sel­te Kom­mu­ni­ka­ti­on betreibt. Ver­däch­tig, ver­däch­tig. Über jeden Ver­dacht erha­ben blei­ben Pan­da­bä­ren: Die sit­zen ein­fach nur her­um und essen. Dür­fen Pan­da­bä­ren eigent­lich Mini­ster wer­den?

Ver­dient hät­ten sie es, zumal die vor­han­de­nen Mini­ster nicht zu klu­gen Ent­schei­dun­gen nei­gen: Die bis­he­ri­ge und mit nur noch wenig Pech auch zukünf­ti­ge Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ste­rin erwägt noch ein paar Sol­da­ten in den Angriffs­krieg gegen „den Ter­ror“ zu schicken. Dass dort außer „dem Ter­ror“ auch zwei ande­re Par­tei­en ein­an­der erbit­tert bekrie­gen, sei nicht so schlimm, sülzt „SPIEGEL ONLINE“, denn Deutsch­land sei „mit bei­den Sei­ten ver­bün­det“. Dann ist ja alles in Ord­nung. – Anders­wo bre­chen Wel­ten zusam­men: MeToo-Wort­füh­re­rin der sexu­el­len Über­grif­fig­keit beschul­digt, das ist ja unge­heu­er­lich; man könn­te mei­nen, Frau­en sei­en gar nicht qua Geschlecht bes­se­re Men­schen. Wenn sich das her­um­sprä­che!

Ein Blick in die Soft­ware­welt: Nach Open­BSD ver­zich­tet nun auch das illu­mos-Pro­jekt dan­kend auf die Patent­trol­le vom Pale-Moon-Brow­ser. Freie Soft­ware mit Stern­chen dran, aber mora­lisch hält man sich auch wei­ter­hin für über­le­gen. Urhe­ber­recht schlägt Frei­heit. Zum Glück kann man heut­zu­ta­ge vie­les per Kauf in sei­nen Besitz über­ge­hen las­sen und es damit zumin­dest weit­ge­hend frem­dem Zugriff ent­zie­hen

Zum Bei­spiel auch Musik.

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Alta­re Thot­emico – Sog­no Erran­do

Wer mei­nen bis­he­ri­gen Musik­re­zen­sio­nen ein paar Minu­ten Auf­merk­sam­keit geschenkt hat, dem mag auf­ge­fal­len sein, dass es bei mir sehr sel­ten vor­kommt, dass ich ita­lie­ni­schen Gesang für erträg­lich hal­te. Die Spra­che klingt gesun­gen ein­fach meist schei­ße. Um so erfreu­li­cher ist es, wenn die­se Regel eine Aus­nah­me fin­det. So ist es zum Bei­spiel beim bolo­gne­si­schen Sex­tett Alta­re Thot­emico, des­sen zwei­tes Album namens „Sog­no Erran­do“ (Amazon.de, TIDAL) 2013 ver­öf­fent­licht wor­den ist und so klingt, wie es heißt, näm­lich nach einer Traum­wan­de­rung.

Zwar wird auf „Sog­no Erran­do“ eine Men­ge gesun­gen und in den weni­gen furcht­ba­ren Momen­ten klingt es dann auch nach einer übli­chen ita­lie­ni­schen Ope­ret­te, aber die­ses Ächz wird schnell unter einem gro­ßen Hur­ra bne­gra­ben, denn Sän­ger Gian­ni Ven­tu­ri kann mit der lan­des­ty­pi­schen Knö­de­lei offen­sicht­lich so wenig anfan­gen wie ich und bie­tet statt­des­sen eine gar nicht mal all­zu gewollt wir­ken­de Inter­pre­ta­ti­on Peter Ham­mills dar, was zur hier gehör­ten Musik auch des­halb gut passt, weil das Saxo­phon – mal melo­disch sin­gend, mal avant­gar­de­s­que bro­delnd bis eska­lie­rend – hier zusam­men mit dem Kla­vier eine füh­ren­de Rol­le über­nimmt. Ich höre hier eine Men­ge Jazz, all­ge­gen­wär­tig sind aber eben auch sei­ne Zög­lin­ge von Van der Graaf Gene­ra­tor, auf­fal­lend nah ins­be­son­de­re in „Le Cor­ren­ti Sot­te­ra­nee“ und dem Titel­stück „Sog­no Erran­do“.

ALTARE THOTEMICO ‘ LE CORRENTI SOTTERANEE‘

In erst­ge­nann­tem Stück bin ich mir zudem ziem­lich sicher, die frü­hen King Crims­on wie­der­zu­er­ken­nen, und auch Welt­mu­sik und Kam­mer­rock, wie sie unter ande­rem After Cry­ing vor Jahr­zehn­ten schon in Har­mo­nie gebracht haben, sind den Musi­kern nicht fremd. Dass in den Stücken, die einen eng­li­schen Titel tra­gen, näm­lich in „Bro­ken Heart“ und dem ange­mes­sen ver­rück­ten „Neu­ro Psy­cho Kil­ler“, mit für man­che Ohren amü­san­tem Akzent auf Eng­lisch gesun­gen wird, fällt tat­säch­lich auch nicht mehr auf: Erfreut von der jazz­rocki­gen Wucht des Albums bemerkt man die Spra­che schon längst nicht mehr.

ALTARE THOTEMICO “ Bro­ken heart“ Live in stu­dio!

Ita­li­en: War­um nicht gleich so, war­um nicht immer? Per­len wie die­se sind es, die mir die Musik nicht lang­wei­lig wer­den las­sen. Gern mehr davon!

In den NachrichtenPolitik
Kurz ange­merkt: Der Schulz­zug steht sicher im Depot, der SPD zum Trotz.

Das Pro­blem einer anfangs theo­re­tisch sozi­al­de­mo­kra­ti­schen, schon wenig spä­ter in unfei­ne Kriegs­din­ge ein­ge­bun­de­nen und somit seit über ein­hun­dert Jah­ren nicht mehr beson­ders fried­fer­ti­gen Par­tei, in deren Vor­sit­zen­dem es, wie auf „SPIEGEL ONLINE“ heu­te zu lesen ist, seit Mit­te Janu­ar offen­bar pau­sen­los gär­te, was vor allem für schlech­te Ernäh­rung und/oder eine nicht aus­rei­chen­de Haus­apo­the­ke spricht, ist auch und gera­de dann, wenn sie von einer „Erneue­rung“ spricht und damit meint, dass die zweit­äl­te­ste Füh­rungs­ebe­ne nach oben geschwemmt wird, und in deren Ver­lauf wort­reich ankün­digt (hier: Schulz, Mar­tin, neu­lich auf Face­book), dass sie – die SPD – „jün­ger“ und „weib­li­cher“ wer­den soll, und schließ­lich als erstes Ergeb­nis die­ser „Erneue­rung“ den per­so­ni­fi­zier­ten Sozi­al­ab­bau Andrea Nah­les (Jahr­gang 1970) als neu­en Par­tei­ava­tar prä­sen­tiert, als schütz­ten Geschlecht und Erfah­rung im Schei­ße­reden plötz­lich sowohl vor der auri fames (vul­go: der Gier nach dem Fut­ter­trog) als auch davor, dass mög­li­che Wäh­ler nur begrenzt lei­dens­fä­hig sind, was die SPD eigent­lich von u.a. der Pira­ten­par­tei hät­te ler­nen kön­nen, nicht vor allem die Per­son die­ses Vor­sit­zen­den, son­dern außer dem Umstand, dass die Not­wen­dig­keit der Exi­stenz einer wie auch immer defi­nier­ten „klas­si­schen“ Arbei­ter­par­tei im Jahr 2018, in dem selbst die SPD all­mäh­lich zu erken­nen beginnt, dass die kai­ser­rei­chi­sche Defi­ni­ti­on eines Arbei­ters der heu­ti­gen nur noch in Grund­zü­gen ent­spricht, ins­be­son­de­re die offen­siv aus­ge­tra­ge­ne Gleich­gül­tig­keit, was die Inter­es­sen derer angeht, die die­ses Kas­per­le­thea­ter – „SPIEGEL ONLINE“ zitiert selbst­ver­ständ­lich ohne Link eine „Juso“-Frau, die getwit­tert hat, es hand­le sich um einen „Män­nerzir­kus“, als sei ein Frau­en- oder Affen­zir­kus an die­ser Stel­le weni­ger erbärm­lich anzu­se­hen – unab­hän­gig von den Ram­pen­säu­en im Vor­stand (wer kennt schon alle 45 Mit­glie­der des SPD-Vor­stan­des aus­wen­dig?) auch noch wäh­len sol­len.