In den Nachrichten
Assan­ge (kurz ver­linkt)

In Lon­don wur­de am Don­ners­tag ein 47-jäh­ri­ger Mann fest­ge­nom­men. Ihm wird vor­ge­wor­fen, furcht­ba­re Kriegs­ver­bre­chen begang… moment, nein anders … dafür gesorgt zu haben, dass die Welt von US-ame­ri­ka­ni­schen Kriegs­ver­bre­chen erfährt.

(via Der Postil­lon)

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 11. April 2019

Unter dem Namen „KAMELEO“ exi­stiert eine Soft­ware, die vor Brow­ser­iden­ti­fi­zie­rung und damit Nut­zer­ver­fol­gung im Web schüt­zen soll. Auf der Web­site kommt Goog­le Ana­ly­tics zum Ein­satz. Die­ses Web ist ein ein­zi­ges gro­ßes Ärger­nis gewor­den.


Am 3. April 2019 zeig­te Andrew Cha­el, der unge­fähr 850.000 der unge­fähr 900.000 Code­zei­len für das Pro­jekt selbst schrieb, der Welt­öf­fent­lich­keit eine Simu­la­ti­on, wie das zu schie­ßen­de Foto des Ereig­nis­ho­ri­zonts wohl aus­se­hen könn­te. Die Begei­ste­rung hielt sich in Gren­zen. Eine Woche spä­ter wur­de ein Foto bekannt, auf dem Dr. Katie Bou­man, eine der Frau­en im sel­ben Team, sich über das nun vor­lie­gen­de Foto des Ereig­nis­ho­ri­zonts freut. Umge­hend wur­de sie zur Vor­bild­fi­gur erklärt, denn Frau­en hät­ten nun mal beson­de­ren Ruhm ver­dient, wenn ihnen auch mal was in der Wis­sen­schaft gelingt. Fefe berei­tet letz­te­re Fest­stel­lung zu Recht schlech­te Lau­ne: „Solan­ge ihr da jedes­mal drauf her­um­trom­melt, wenn mal eine Frau irgend­wo was schafft, dürft ihr euch nicht wun­dern, wenn eure Töch­ter lie­ber Femi­nis­mus oder was mit Medi­en stu­die­ren!“


Der frü­he­re Papst hat end­lich scho­nungs­los auf­ge­deckt, wer neben dem Teu­fel noch Schuld dar­an trägt, dass Prie­ster stän­dig ihr Glied in Kin­der stecken wol­len: Die Grü­nen natür­lich.

Zur Phy­sio­gno­mie der 68er Revo­lu­ti­on habe es gehört, dass auch Pädo­phi­lie erlaubt gewe­sen sei.

Wenn das Dani­el Cohn-Ben­dit erfährt!


In Isra­el fan­den jüngst Wah­len statt. Zu nie­man­des Über­ra­schung hat der palä­sti­na­feind­li­che Erobe­rer von Lebens­raum im Osten, Ben­ja­min Netan­ja­hu, gegen sei­nen größ­ten Her­aus­for­de­rer, den palä­sti­na­feind­li­chen Anhän­ger der Erobe­rung von Lebens­raum im Osten, Ben­ny Gantz, gewon­nen. 1945 wur­de die­ser Art der Poli­tik ja noch anders begeg­net als mit Waf­fen­lie­fe­run­gen und dem Schwin­gen des jour­na­li­sti­schen Zei­ge­fin­gers, aber damals ging es auch um Frank­reich und Polen und nicht bloß um ein paar Ara­ber.


Ber­nie San­ders, erstaun­lich ver­nünf­ti­ger Kan­di­dat um den über­be­wer­te­ten Posten des Prä­si­den­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, hier jedoch bis­her nur als Musi­ker in Erschei­nung getre­ten, wird mir zuse­hends sym­pa­thi­scher: „Es gibt eine Men­ge Armut auf der Welt, und Sie wol­len Men­schen aus der gan­zen Welt [im Land] haben. Und ich glau­be nicht, dass das etwas ist, was wir gera­de tun kön­nen.“ Das wit­zi­ge Kolum­nen­blatt „ZEIT ONLINE“ nennt Ber­nie San­ders seit Jah­ren einen „demo­kra­ti­schen Sozia­li­sten“. In Ber­lin läuft mehr falsch als bis­her ange­nom­men.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Faust – Rien

Faust - RienLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Die deut­sche Avant­gar­de­band Faust, die bis Mit­te der 1970er Jah­re diver­se Musik, sowohl im Grup­pen­ge­fü­ge als auch mit ande­ren Musi­kern wie Tony Con­rad, auf­ge­nom­men hat­te, ver­stumm­te danach für län­ge­re Zeit, sieht man von der Archiv­auf­nah­me „71 Minu­tes Of…“ (1979) ab. Bis 1990 ver­schwan­den Faust völ­lig von der Bild­flä­che, danach gaben sie ein paar Kon­zer­te, von denen Live­mit­schnit­te ver­öf­fent­licht wur­den. Anschlie­ßend erschien nichts.

Die­ses Wort­spiel ist zwar recht bil­lig, aber nicht unbe­ab­sich­tigt: Das 1995 ver­öf­fent­lich­te „Rien“ (Amazon.de), mit­hin das erste wirk­lich neue Stu­dio­al­bum seit „Faust IV“ von 1974, beginnt mit Stil­le, anschlie­ßend spricht eine Frau die Wor­te „C’est rien de Faust“. Dies ist nichts von Faust. Den­noch geschieht hier man­ches.

Faust – Erobe­rung der Stil­le, Teil II

Mal wird die Stil­le erobert (und das gleich in zwei Tei­len, von denen über­dies der zwei­te vor dem ersten Teil zu hören ist), mal wird ein­dring­lich dar­um gebe­ten, dem Fisch zu lau­schen. Das ist nicht nur musi­ka­lisch inter­es­san­ter als der Kram zeit­ge­nös­si­scher Pop­stars, son­dern auch text­lich weni­ger blö­de. Weni­ge Jah­re spä­ter began­nen Faust in zwei Grup­pen zu zer­fal­len (dazu habe ich schon 2011 etwas mehr geschrie­ben), hier aber ist die Band noch zu fünft, zwei Gitar­ri­sten (Kei­ji Hai­no – der­sel­be von Mon­tag – und Ste­ven Wray Lob­dell) ergän­zen die drei Grün­dungs­mit­glie­der „Zap­pi“ Dier­mai­er (Schlag­zeug), Hans-Joa­chim Irm­ler (Orgel, Key­boards) und Jean-Her­vé Péron (Bass, Mikro­fon), was „Rien“ bei­na­he ein wenig rockig wir­ken lie­ße, sieg­te nicht auch hier die Avant­gar­de: Es zwit­schert, sägt, häm­mert und zischt, als wären Faust nie weg gewe­sen. „Kei­ne leich­te Kost“ kon­sta­tier­te ein Rezen­sent anders­wo, unter den Alben von Faust ist „Rien“ aber sicher­lich noch eines der zugäng­lich­sten – und ich mag Lärm sowie­so.

Faust – Listen To The Fish

„Fin“ beschließt das Album mit gleich­zei­tig links (deutsch-) und rechts (eng­lisch­spra­chig) vor­ge­le­se­nen cre­dits, danach wird aber­mals fest­ge­stellt: „C’est rien de Faust“. Sel­ten moch­te ich das Nichts lie­ber hören.

PolitikIn den Nachrichten
Christ­lich schnüf­feln­de Uni­on

Wäh­rend die Deut­sche Bahn, För­de­re­rin des Evan­ge­li­schen Kir­chen­ta­ges, aktiv etwas gegen die lästi­ge Säku­la­ri­sie­rung unter­nimmt, unter­gräbt ihre par­la­men­ta­ri­sche Ver­tre­tung nach dem Grund­ge­setz künf­tig neben dem als sowie­so abge­schafft gel­ten­den Recht auf Pri­vat­sphä­re auch noch das Straf­recht: „Erstaun­lich an der Vor­schrift ist u.a., dass der Ver­däch­tig­te ver­pflich­tet sein soll, die Zugangs­da­ten zu sei­nem Account her­aus­zu­ge­ben und die Her­aus­ga­be auch zwangs­wei­se mit­tels Ord­nungs­geld und Ord­nungs­haft durch­ge­setzt wer­den soll“, d.h. ein wirk­sa­mer Pass­wort­schutz ist künf­tig straf­bar, wenn das Geschütz­te auch Behör­den nicht offen steht, sobald man Ver­däch­ti­ger ist; und je nach Wort­laut der noch zu beschlie­ßen­den Geset­ze zum Umgang mit dem „Dark­net“ ist man das gege­be­nen­falls bereits, sobald man sei­ne IP-Adres­se zu ver­schlei­ern ver­sucht: nur, wer nichts ver­birgt, kann unschul­dig sein.

Ich freue mich schon jetzt dar­auf, wenn der Ent­wurf im Bun­des­tag ein­ge­bracht wird und „mit Bauch­schmer­zen“ von der SPD, gera­de­zu begei­stert hin­ge­gen von den Grü­nen (denn gegen „Hass im Netz“, zum Bei­spiel Penis­se, ist ihnen jedes Mit­tel recht) ange­nom­men wer­den wird. Wir kön­nen sie ja abwäh­len.

Das wird immer einer der besten Wit­ze der Demo­kra­tie blei­ben, dass sie ihren Tod­fein­den die Mit­tel sel­ber stell­te, durch die sie ver­nich­tet wur­de.
Hans Schwarz van Berk, 1935

In den Nachrichten
Mit­tel­fin­ger­zwang

Manch­mal ver­spü­re ich den unbe­ding­ten Drang, nach Ber­lin zu rei­sen und vor sämt­li­chen Fen­stern des Axel-Sprin­ger-Ver­lags­hau­ses rie­si­ge Mit­tel­fin­ger auf­stei­gen zu las­sen, wie es gute anti­ke Tra­di­ti­on ist, um den Insas­sen ein wenig Kul­tur zu lie­fern. Bis­lang hielt mich davon allein der Umstand ab, dass dort nie­mand gezwun­gen wird, mei­ne Mit­tel­fin­ger anzu­se­hen, und sogar jeder die Mög­lich­keit haben dürf­te, das Fen­ster ein­fach zu ver­dun­keln, um mei­nen Plan zu ver­ei­teln.

Heu­te habe ich gele­sen, dass die­se Vor­sicht unbe­grün­det ist, denn die Mit­ar­bei­ter des Ver­lags sei­en laut recht­li­cher Auf­fas­sung ihres Arbeit­ge­bers über­haupt nicht dazu befugt, frem­de Inhal­te ein­fach aus­zu­blen­den:

„Wer­be­blocker ver­än­dern die Pro­gram­mier­codes von Web­sei­ten und grei­fen damit direkt in das recht­lich geschütz­te Ange­bot von Ver­la­gen ein“, begrün­det Claas-Hen­drik Soeh­ring, Lei­ter Medi­en­recht bei Axel Sprin­ger, die neue Kla­ge. (…) Im Zuge der bis­he­ri­gen Ver­fah­ren habe der Kon­zern durch Unter­su­chun­gen und Gut­ach­ten fest­stel­len las­sen, dass Wer­be­blocker eine unzu­läs­si­ge Umar­bei­tung oder Ver­viel­fäl­ti­gung der Web­site-Pro­gram­mie­rung vor­neh­men und damit gegen Para­graph 69c des Urhe­ber­rechts­ge­set­zes ver­stie­ßen.

Dies ist mei­ne Chan­ce: Wenn sie die Mit­tel­fin­ger zu ver­decken ver­su­chen, zei­ge ich sie unter Beru­fung auf das Urhe­ber­recht an. Immer­hin sind die Mit­tel­fin­ger mein Werk und ich erwar­te Respekt für die­se schöp­fe­ri­sche Lei­stung.

Ich bin dann mal unter­wegs.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Zeit­krat­zer und Kei­ji Hai­no – Sin­fo­nia // Grü­nes am Mon­tag

Es ist Mon­tag. Zum Glück bin ich zu müde, um das ange­mes­sen zu wür­di­gen. Man fas­se mich kurz.

Poli­tisch kann, nein: muss die Woche mit Grü­nem begin­nen, mit den­sel­ben Grü­nen näm­lich, die offen­sicht­lich der Ansicht sind, das Kli­ma höre end­lich auf, sich zu wan­deln, wenn man nur ein paar Fünf­zehn­jäh­ri­ge laut genug Kalen­der­sprü­che vor­le­sen lässt. In Ber­lin demon­strie­ren die regie­ren­den Par­tei­en unter inter­na­tio­na­lem Kopf­schüt­teln fol­ge­rich­tig gegen die Poli­tik der in Ber­lin regie­ren­den Par­tei­en. Von „Rot-Rot-Grün“, gemischt ein unge­sund wir­ken­der Braun­ton, wird Ent­eig­nung in Erwä­gung gezo­gen. Opfer der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Poli­tik haben es längst am eige­nen Leib erfah­ren: Besitz ist Dieb­stahl!

Ähn­li­ches denkt sich offen­sicht­lich der noch immer amtie­ren­de Mini­ster­prä­si­dent des Schur­ken­staats Isra­el, der zu ver­ste­hen gibt, dass er in sei­ner näch­sten Amts­zeit die von sei­nem Volk gestoh­le­nen Tei­le Palä­sti­nas in das Staats­ge­biet Isra­els ein­zu­kle­ben gedenkt. Die Exi­stenz Palä­sti­nas, behaup­te­te er, gefähr­de die „natio­na­le Sicher­heit“. Histo­ri­sche Par­al­le­len über­las­se ich eben­so wie eine Wer­tung an die­ser Stel­le der Fan­ta­sie mei­ner Leser. Fast genau so geschichts­ver­ges­sen arbei­tet zur­zeit die GEMA, die die DNS-basier­ten Web­site­sper­ren, die, damals noch als „Zen­sur­su­la“ zusam­men­ge­fasst, der Pira­ten­par­tei 2009 ihren ersten grö­ße­ren Höhen­flug ver­schaff­ten, wie­der ein­set­zen lässt. An die­ser Stel­le alles Gute zum Jubi­lä­um.

Wer heu­te „Männ­lich­keit“ sage, den­ke „toxisch“ fast auto­ma­tisch mit, des­in­for­miert ein Text­ka­sten, der aus unver­ständ­li­chem Anlass mit „Info“ beschrif­tet wur­de, auf „ben­to“. Wer heu­te aber „Musik“ sagt, der denkt sel­ten an Gutes. Das ist ein Zustand, der zu ändern ist. Wie wär’s damit?

Sin­fo­nia

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeNerdkrams
Der Mensch als Hilfs­uten­sil des Com­pu­ters

Vor lan­ger Zeit, es könn­ten die 1960er Jah­re gewe­sen sein, wur­den die damals noch „Elek­tro­nen­ge­hirn“ genann­ten, zim­mer­gro­ßen Com­pu­ter als Gerä­te betrach­tet, die dem Men­schen von Nut­zen sein wür­den. Seit­dem ist viel pas­siert: Die Grö­ße von Bau­tei­len nahm geschwind ab, die Pro­duk­ti­on wur­de immer preis­wer­ter, die Gerä­te wur­den immer lei­stungs­fä­hi­ger. Irgend­wann setz­te sich schließ­lich das Kon­zept eines Heim­an­wen­der-PCs, meist auf Intel­ba­sis, durch.

Neue­run­gen wie die Not­wen­dig­keit, sei­nen Web­brow­ser aus­gie­big gegen die Über­wa­chungs­fan­ta­sien von Ver­la­gen abzu­si­chern, lie­ßen Zwei­fel dar­an auf­kom­men, ob man wirk­lich noch der Herr des Com­pu­ters sei oder nicht längst sein Ange­stell­ter. Als Gegen­ge­wicht lie­ßen sich die Her­stel­ler der inzwi­schen nur noch hosen­ta­schen­gro­ßen gad­gets – das scheint ein grö­ßen­ab­hän­gi­ger Begriff zu sein – die Ent­wick­lung von Pro­gram­men ein­fal­len, die sie als „per­sön­li­che Assi­sten­ten“ ver­mark­ten, sozu­sa­gen als das, was frü­her ein­mal die haupt­säch­li­che Auf­ga­be eines Com­pu­ters war.

Über einen die­ser „Assi­sten­ten“ ist seit gestern dies zu lesen (bei­de Über­set­zun­gen von mir):

Die Aktua­li­sie­rung kommt (…) mit einer Ände­rung daher, die kei­ne Ver­bes­se­rung ist: abhän­gig von der Anfra­ge könn­te der [Goog­le] Assi­stant mit Rekla­me wie der­je­ni­gen ant­wor­ten, die man in nor­ma­len Goo­g­le­su­chen sieht.

„Com­pu­ter, zeig mir mehr Wer­bung!“ Das klingt absurd? Nein, natür­lich hat sich Goog­le was dabei gedacht, behaup­tet jeden­falls Goog­le:

Wir pro­bie­ren stän­dig neue Mög­lich­kei­ten aus, die Erfah­rung auf Tele­fo­nen zu ver­bes­sern[.]

Denn genau die­se „Erfah­rung“ hat­te mir auf „Tele­fo­nen“ – für die Jun­gen: damit haben wir frü­her mit­ein­an­der kom­mu­ni­ziert, ohne im sel­ben Haus sein zu müs­sen – noch gefehlt: End­lich kann ich mich auch unter­wegs mit Rekla­me berie­seln las­sen.

Wäre es nicht eine für die „Erfah­rung“ noch viel ange­neh­me­re Neue­rung, ersön­ne Goog­le statt­des­sen den vir­tu­el­len Nut­zer, der die ange­zeig­te Rekla­me anstel­le des ver­meint­li­chen Besit­zers selbst anguckt?

In den Nachrichten
New Yorks Qua­li­täts­dem­ago­gie

„SPIEGEL ONLINE“, qua­li­täts­jour­na­li­sti­sches Hei­mat­me­di­um eines mehr­fach mit Jour­na­li­sten­prei­sen aus­ge­zeich­ne­ten Mär­chen­er­zäh­lers, 12. Janu­ar 2019:

Der „New York Times“, die für ihren Qua­li­täts­jour­na­lis­mus mehr­fach mit Jour­na­li­sten­prei­sen aus­ge­zeich­net wur­de, hat Trump wie­der­holt Falsch­be­richt­erstat­tung vor­ge­wor­fen.

„New York Times“, 4. April 2019:

Donald Trump ver­sucht Sie umzu­brin­gen!

(Aus­ru­fe­zei­chen und Über­set­zung von mir.)

Das muss die­se Lei­stung sein, die sie auch in der EU schüt­zen wol­len.

In den NachrichtenWirtschaft
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Ret­tet die Ver­lags­lap­tops!

Der Ver­band Deut­scher Zeit­schrif­ten­ver­le­ger, bekannt­lich ein nam­haf­ter Her­stel­ler von Smart­phones, Lap­tops und Lese­ge­rä­ten für E‑Books sowie Anbie­ter von Such­ma­schi­nen, sozia­len Netz­wer­ken, web­ba­sier­ter Büro­soft­ware und Medi­en­strea­ming­dien­sten, somit also im Wett­be­werb mit Goog­le, Ama­zon, Face­book und Apple ste­hend, gibt bekannt:

„Nur durch den Schul­ter­schluss der Ver­lags­ma­na­ger und in Zusam­men­ar­beit mit der Poli­tik haben wir eine fai­re Chan­ce im Wett­be­werb mit Goog­le, Ama­zon, Face­book und Apple“, sag­te sie in einem Inter­view der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Face­books bekann­tem Zei­tungs­ver­lag muss man schleu­nigst Ein­halt gebie­ten! :motz:

(via Fefe)

WirtschaftIn den Nachrichten
Die Mina und die Aus­beu­tung, die die Frei­heit ist

Was macht eigent­lich die Mina (pro­vo­ziert mehr als Ramm­stein, Twit­ter) heu­te so? Rich­tig: Sie begrün­det in der heu­ti­gen Aus­ga­be der „ZEIT“ auf Sei­te 50, dass sie trotz eines hin­rei­chen­den Ein­kom­mens wei­ter­hin Klei­dung trägt, die in fer­nen Län­dern von Kin­dern zusam­men­ge­klebt wer­den. Das tut sie nicht etwa um Ent­schul­di­gung bit­tend, son­dern „erho­be­nen Haup­tes“ (ebd.):

Fin­de ich mehr als zwei Tei­le, ste­he ich nicht noch lan­ge in der Kabi­ne und wäge ab, wel­ches Stück ich wie­der zurück­hän­gen muss, weil es das Bud­get sprengt, son­dern ich kau­fe ein­fach alles. Nicht weil ich heu­te reich bin, son­dern weil es geht. Auch wenn es fünf, sechs oder zehn Sachen sind. Das ist Frei­heit, ver­dammt.

Ban­kiers und deut­sche Femi­ni­stin­nen wis­sen: Mehr Pro­fit durch effi­zi­en­te­re Aus­beu­tung ist Frei­heit, ver­dammt! :ja: Arme Men­schen sind halt wider­lich. Men­schen mit eige­nem Ein­kom­men kom­men in der Welt der Mina – beruf­lich am Spre­chen und Schrei­ben – nicht vor, Moral haben nur Kin­der rei­cher Eltern und die sol­len sich gefäl­ligst nicht so anstel­len:

Und die las­se ich mir nicht von heuch­le­ri­schen Mit­tel­schichts­men­schen neh­men, die statt mit Hartz IV mit den Geld­ge­schen­ken ihrer Eltern haus­hal­ten.

Freie Fahrt für freie Bür­ger in bil­li­gen Kla­mot­ten!


Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?

PersönlichesMir wird geschlecht
Ana­tol und die schwa­chen Frau­en: Ein uner­war­te­ter Nach­trag.

Zu den weni­gen Din­gen, die ich auch mit meh­re­ren Jah­ren Abstand über mich immer noch gern erzäh­le, gehört die Geschich­te, die dazu führ­te, dass die „EMMA“ ein­mal in Druck­form dazu auf­rief, mir zu wider­spre­chen. Ich hat­te näm­lich in der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia ein Mei­nungs­bild erstellt, das das gene­ri­sche Mas­ku­li­num als Stan­dard­form eta­blie­ren soll­te. Unter lau­tem Getö­se sei­tens aggres­si­ver Gen­der­rit­ter jed­wel­chen Geschlechts, das zeit­wei­se sogar zu Sper­ren führ­te (denn schon damals war die Lei­tung der hie­si­gen Wiki­pe­dia nicht für ihre Objek­ti­vi­tät in Femi­nis­mus­fra­gen bekannt), wur­de das Mei­nungs­bild schließ­lich mehr­heit­lich abge­lehnt. Man wol­le ja nie­man­dem vor­schrei­ben, wie er sich in einer Enzy­klo­pä­die aus­zu­drücken habe.

Ich kann nun, über fünf Jah­re spä­ter, die­ser Erzäh­lung einen neu­en Abschnitt hin­zu­fü­gen: Unter Beru­fung auf mein Mei­nungs­bild pla­nen die­sel­ben tösen­den Rit­ter ein wei­te­res Mei­nungs­bild, das das behin­der­ten­feind­li­che Han­no­ve­ra­ner Ver­ständ­nis von einer anstän­di­gen Spra­che in der Wiki­pe­dia eta­blie­ren soll. Auf der Dis­kus­si­ons­sei­te tum­meln sich die­sel­ben Knall­köp­fe wie frü­her, denn Inter­es­sen sind oft von Stur­heit getra­gen. Die Pla­ner haben den zur­zeit drei Kon­tr­a­ar­gu­men­ten noch kein ein­zi­ges Pro­ar­gu­ment ent­ge­gen­ge­setzt.

Immer­hin: Im Brock­haus wäre all das so nicht mög­lich gewe­sen.

(via Schwerdt­fe­gr)

NetzfundstückeComputer
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Smart­phone­blues auch mit der ZEIT

Es beru­higt mich ein wenig, dass auch Qua­li­täts­me­di­en in mei­nen Smart­phone­blues ein­stim­men, etwa „ZEIT ONLINE“ letz­ten Mitt­woch:

In der gesam­ten IT-Bran­che ver­lor die Hard­ware an Bedeu­tung. (…) Die Hard­ware von Apple, und auch deren Kom­bi­na­ti­on mit haus­ei­ge­ner Soft­ware, ist nicht mehr so viel bes­ser als die der Kon­kur­renz. Zeit­gleich ist die Ent­wick­lung der Gerä­te ins­ge­samt ins Stocken gera­ten.

Wirk­lich scha­de, dass Autor Götz Hamann, Fach­mann für „rech­te“ Gewalt, Lob­by­is­mus und Wirt­schaft, die Jah­re ver­wech­selt:

Wor­in unter­schei­det sich denn noch das iPho­ne X von der Ver­si­on davor?

Das ist die Ver­si­on davor. Alle iPho­nes, die davor kamen, sahen so ähn­lich aus und haben die Gestal­tung von ande­ren Smart­phones seit 2007 maß­geb­lich beein­flusst.

Das ist das iPho­ne X. Alle iPho­nes, die seit­dem erschie­nen sind, sehen so ähn­lich aus und haben die Gestal­tung von ande­ren Smart­phones seit 2017 maß­geb­lich beein­flusst.

Details, Details.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Aste­ro­ids Gala­xy Tour – Push the Enve­lo­pe // Gol­de­ne Kame­ras und ein Ramm­stein

Wie, Montag‽Es ist Mon­tag. Ganz Deutsch­land debat­tiert über ein viel­schich­ti­ges Musik­vi­deo einer deut­schen „Rock­band“ (Wiki­pe­dia), des­sen wesent­li­che Eigen­schaft eine berech­nen­de Pro­vo­ka­ti­on ist. Wie lang­wei­lig!

Apro­pos lang­wei­lig: Bei der dies­jäh­ri­gen Gol­de­nen Kame­ra, dem Preis für her­aus­ra­gen­de Lei­stun­gen deut­scher Dar­stel­ler in Film und Fern­se­hen, wur­de die deut­sche Schau­spie­le­rin Gre­ta Thun­berg geehrt, die sehr über­zeu­gend eine schwe­di­sche Kli­ma­ak­ti­vi­stin spiel­te. Wei­ter so, Gre­ta! Wirk­li­che Kli­ma­schüt­zer sind der­weil krea­tiv: Mit dem Fahr­rad wärst du schon da! Ich begrü­ße die­sen trocke­nen Humor und bie­te ihm ein klei­nes Stück Kuchen an.

Seba­sti­an Kurz erwägt ein Ver­bot der öster­rei­chi­schen Iden­ti­tä­ren Bewe­gung, weil ein Atten­tä­ter ihr Geld gespen­det hat­te. Ich rufe alle Atten­tä­ter unter mei­nen Lesern hier­mit dazu auf, reich­lich Spen­den an die ÖVP zu hin­ter­las­sen, bevor sie ihrem Tage­werk nach­ge­hen. Die­se zu ver­bie­ten scheint nicht unver­nünf­tig zu sein. Etwas unver­nünf­ti­ger ist wie­der ein­mal die Mozil­la-Stif­tung, die künf­tig die Sicher­heit ihres Haupt­pro­dukts ChroFire­fox zu sen­ken beab­sich­tigt. Ich wünsch­te, das wür­de mich noch nega­tiv über­ra­schen.

Begin­nen wir die Woche mit unblö­der Pop­mu­sik. Immer nur Ramm­stein zu hören ist ja auch nicht inter­es­sant auf die Dau­er.

Aste­ro­ids Gala­xy Tour – Push The Enve­lo­pe – Low­lands 2014

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeNerdkrams
Kli­ma ret­ten, Python mei­den

Wer der Pro­fes­si­on der Soft­ware­ent­wick­lung nach­geht, aber sich auch um das Kli­ma sorgt, dem mag eine Sta­ti­stik hel­fen, die die Ener­gie­nut­zung von Pro­gram­mier­spra­chen mit­ein­an­der ver­gleicht. Ihr zufol­ge zäh­len Python, Java­Script und Java zu den am wenig­sten ener­gie­ef­fi­zi­en­ten und damit kli­ma­schäd­lich­sten Spra­chen, wäh­rend C und das weni­ger gute Rust erwar­tungs­ge­mäß die Liste anfüh­ren.

Ihr wisst, was zu tun ist.