NerdkramsNetzfundstücke
Der Mensch als Hilfsutensil des Computers

Vor langer Zeit, es könnten die 1960er Jahre gewesen sein, wurden die damals noch „Elektronengehirn“ genannten, zimmergroßen Computer als Geräte betrachtet, die dem Menschen von Nutzen sein würden. Seitdem ist viel passiert: Die Größe von Bauteilen nahm geschwind ab, die Produktion wurde immer preiswerter, die Geräte wurden immer leistungsfähiger. Irgendwann setzte sich schließlich das Konzept eines Heimanwender-PCs, meist auf Intelbasis, durch.

Neuerungen wie die Notwendigkeit, seinen Webbrowser ausgiebig gegen die Überwachungsfantasien von Verlagen abzusichern, ließen Zweifel daran aufkommen, ob man wirklich noch der Herr des Computers sei oder nicht längst sein Angestellter. Als Gegengewicht ließen sich die Hersteller der inzwischen nur noch hosentaschengroßen gadgets – das scheint ein größenabhängiger Begriff zu sein – die Entwicklung von Programmen einfallen, die sie als „persönliche Assistenten“ vermarkten, sozusagen als das, was früher einmal die hauptsächliche Aufgabe eines Computers war.

Über einen dieser „Assistenten“ ist seit gestern dies zu lesen (beide Übersetzungen von mir):

Die Aktualisierung kommt (…) mit einer Änderung daher, die keine Verbesserung ist: abhängig von der Anfrage könnte der [Google] Assistant mit Reklame wie derjenigen antworten, die man in normalen Googlesuchen sieht.

„Computer, zeig mir mehr Werbung!“ Das klingt absurd? Nein, natürlich hat sich Google was dabei gedacht, behauptet jedenfalls Google:

Wir probieren ständig neue Möglichkeiten aus, die Erfahrung auf Telefonen zu verbessern[.]

Denn genau diese „Erfahrung“ hatte mir auf „Telefonen“ – für die Jungen: damit haben wir früher miteinander kommuniziert, ohne im selben Haus sein zu müssen – noch gefehlt: Endlich kann ich mich auch unterwegs mit Reklame berieseln lassen.

Wäre es nicht eine für die „Erfahrung“ noch viel angenehmere Neuerung, ersönne Google stattdessen den virtuellen Nutzer, der die angezeigte Reklame anstelle des vermeintlichen Besitzers selbst anguckt?

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