KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Faust – Rien

Faust - RienLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Die deutsche Avantgardeband Faust, die bis Mitte der 1970er Jahre diverse Musik, sowohl im Gruppengefüge als auch mit anderen Musikern wie Tony Conrad, aufgenommen hatte, verstummte danach für längere Zeit, sieht man von der Archivaufnahme „71 Minutes Of…“ (1979) ab. Bis 1990 verschwanden Faust völlig von der Bildfläche, danach gaben sie ein paar Konzerte, von denen Livemitschnitte veröffentlicht wurden. Anschließend erschien nichts.

Dieses Wortspiel ist zwar recht billig, aber nicht unbeabsichtigt: Das 1995 veröffentlichte „Rien“ (Amazon.de), mithin das erste wirklich neue Studioalbum seit „Faust IV“ von 1974, beginnt mit Stille, anschließend spricht eine Frau die Worte „C’est rien de Faust“. Dies ist nichts von Faust. Dennoch geschieht hier manches.

Faust – Eroberung der Stille, Teil II

Mal wird die Stille erobert (und das gleich in zwei Teilen, von denen überdies der zweite vor dem ersten Teil zu hören ist), mal wird eindringlich darum gebeten, dem Fisch zu lauschen. Das ist nicht nur musikalisch interessanter als der Kram zeitgenössischer Popstars, sondern auch textlich weniger blöde. Wenige Jahre später begannen Faust in zwei Gruppen zu zerfallen (dazu habe ich schon 2011 etwas mehr geschrieben), hier aber ist die Band noch zu fünft, zwei Gitarristen (Keiji Haino – derselbe von Montag – und Steven Wray Lobdell) ergänzen die drei Gründungsmitglieder „Zappi“ Diermaier (Schlagzeug), Hans-Joachim Irmler (Orgel, Keyboards) und Jean-Hervé Péron (Bass, Mikrofon), was „Rien“ beinahe ein wenig rockig wirken ließe, siegte nicht auch hier die Avantgarde: Es zwitschert, sägt, hämmert und zischt, als wären Faust nie weg gewesen. „Keine leichte Kost“ konstatierte ein Rezensent anderswo, unter den Alben von Faust ist „Rien“ aber sicherlich noch eines der zugänglichsten – und ich mag Lärm sowieso.

Faust – Listen To The Fish

„Fin“ beschließt das Album mit gleichzeitig links (deutsch-) und rechts (englischsprachig) vorgelesenen credits, danach wird abermals festgestellt: „C’est rien de Faust“. Selten mochte ich das Nichts lieber hören.

Senfecke:

  1. Endlich habe ich dank dir die PERFEGGTE MUKKE um ne Jungfrau zuzersägen!
    Hab da mal diesen Fernkurs gemacht..
    fehlte zwar der Mittelteil :? 8O ,
    aber hab Panzerband und genügend Mcgyver gesehen :x
    Wird schon hinhauen,irgenswie 8)

:) 
:D 
:( 
:o 
8O 
:? 
8) 
:lol: 
:x 
:aufsmaul: 
:P 
:ups: 
:cry: 
:evil: 
:twisted: 
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