In den NachrichtenNerdkrams
Die ver­lo­re­ne Neu­tra­li­tät der Such­ma­schi­ne G.

Dass Goog­le seit eini­gen Wochen bestrebt ist, sein Kern­ge­schäft mit der haus­ei­ge­nen Such­ma­schi­ne hin­ten anzu­stel­len, und dafür auch bereit ist, selbst die­se Such­ma­schi­ne nach­hal­tig zu beschnei­den, ist nun kei­ne Neu­ig­keit mehr. Nun aber beschwert man sich im Hau­se Twit­ter dar­über, dass man zugun­sten von Goog­le+ ver­nach­läs­sigt wird, nach­dem der wie auch immer gear­te­te Ver­trag zwi­schen Goog­le und Twit­ter abge­lau­fen ist. (Ich soll­te mich glück­lich schät­zen, dass die­se Web­prä­senz hier laut Sta­ti­stik auch ohne einen Ver­trag über­haupt noch bei Goog­le auf­taucht, schät­ze ich.)

Es sam­melt sich auf Goog­le+ hämi­sches Geschnat­ter von über­zeug­ten Google+-Nutzern, Twit­ter brau­che halt eh‘ kei­ner mehr, weil sie den Unter­schied zwi­schen einem Mikro­blog und einem sozia­len Netz­werk eben noch nie so rich­tig ver­stan­den haben (gut, was ist von Goog­le-Freun­den auch zu erwar­ten?); aber das Pro­blem liegt tie­fer:

So bemän­gel­te Twit­ter, dass Goog­le durch die Ände­run­gen kei­ne neu­tra­len Such­ergeb­nis­se mehr aus­lie­fe­re.

Neu­tra­li­tät? Will Goog­le das?

Goog­le ver­dient recht viel Geld damit (bzw. bekommt es dafür), dass Anzei­gen­kun­den gewünsch­te Ver­wei­se oben in den Such­ergeb­nis­sen plat­zie­ren kön­nen, und das nicht erst seit gestern. Der Weg­fall der Echt­zeit­su­che für aus­ge­rech­net Tweets, die nor­ma­ler­wei­se ja eher unper­sön­lich gehal­ten sind, kann also noch irgend­wel­che „Neu­tra­li­tät“ beschä­di­gen?

Goo­gles Such­ma­schi­ne über­haupt noch als sol­che zu bezeich­nen war schon lan­ge frag­wür­dig, tat sie doch sel­ten das, was man ihr sag­te, son­dern for­mu­lier­te intern die Such­an­fra­gen so lan­ge um, bis etwas her­aus­kam, was man ganz sicher nicht gesucht hat­te. Natür­lich führ­te das so zu vie­len Tref­fern, die am Ran­de etwas mit dem zu tun hat­ten, was man eigent­lich gesucht hat­te, aber Quan­ti­tät und Qua­li­tät sind eben sel­ten deckungs­gleich.

Und nun also nicht nur „Suchen“, son­dern „Search, plus your world“. Suchen in der eige­nen klei­nen Welt. Ist man bei Goog­le+ regi­striert und rege aktiv, aus­ge­füll­tes und wahr­heits­ge­mä­ßes Pro­fil inklu­si­ve, bekommt Goog­le nicht nur einen gro­ßen Anteil am Daten­ku­chen, den das fett­lei­bi­ge Face­book sonst allein gefres­sen hät­te, son­dern ist auch in der Lage, aus die­sen Daten Ergeb­nis­se zu lie­fern, die für das eige­ne rea­le Umfeld von hoher Prio­ri­tät sind. (Ich neh­me an, man soll­te es also ver­mei­den, auf Goog­le+ Por­no­dar­stel­le­rin­nen „ein­zu­krei­sen“; es sei denn, man sucht häu­fi­ger mal nach, ähm, so Sachen bei Goog­le.)

Tat­säch­lich gibt es Leu­te, die von einer Exi­stenz ande­rer Such­ma­schi­nen gar nichts wis­sen; die ver­zwei­felt sind, wenn Goog­le ein­mal nicht erreich­bar ist. Die­se Men­schen berei­ten mir Sor­ge. Noch mehr Sor­ge aber berei­tet mir die­se mit sanf­tem Druck erreich­te Domi­nanz von Goog­le+ in einem wich­ti­gen Teil des Inter­nets, näm­lich sei­ner Durch­such­bar­keit.

Mar­cel Weiss hat es schon rich­tig erkannt:

Goog­le dage­gen ist es ‘rela­tiv’ egal, wel­ches Social Net­work sich eta­bliert. Haupt­sa­che, es hat Zugriff auf die Daten und kann die­se aus­wer­ten und durch­such­bar machen. (…) Je grö­ßer Face­books pri­va­te Daten­schatz­kam­mer wird, je mehr Social-Graph-Daten Twit­ter und co. anhäu­fen, desto grö­ßer die eben beschrie­be­ne Gefahr für Goog­le und desto erpress­ba­rer wird Goog­le.

Es geht hier nicht um Kom­fort für die Benut­zer; was soll­te auch dar­an kom­for­ta­bel sein, wenn eine Such­ma­schi­ne bevor­zugt auf Sei­ten des Betrei­bers ver­weist? Es geht ein­zig dar­um, den Mit­tel­punkt des vir­tu­el­len Lebens ihrer Benut­zer auf Goog­le+ zu ver­la­gern. Die Ver­hei­ßung: End­lich mal wie­der brauch­ba­re Such­ergeb­nis­se mit dem beson­de­ren Extra, näm­lich der noch per­sön­li­che­ren Note als bis­her. (Wer glaub­te, Goog­le wür­de jedem Suchen­den auf die glei­che Fra­ge die glei­che Ant­wort geben, den muss ich ent­täu­schen. Pro­biert es ein­mal aus!)

Goog­le ver­sucht Goog­le+ neben dem all­mäh­lich ver­wel­ken­den Face­book, das sich mit der „Time­line“ gera­de zum wahr­schein­lich letz­ten Mal auf­ge­bäumt hat, zu eta­blie­ren und geht dafür über die eige­ne Lei­che. Dass Face­book sich eben­falls dar­über beschwert, dass der ein­zig ernst zu neh­men­de Kon­kur­rent sich selbst zum Inva­li­den macht, hal­te ich für unwahr­schein­lich, aber die Befind­lich­kei­ten der gro­ßen Kon­zer­ne sind gera­de auch nicht das, was mich als End­an­wen­der (zumal als momen­ta­ner Duck­Duck­Go-Nut­zer) inter­es­sie­ren soll­te. Viel­leicht ist es aber auch des­halb gut, dass Twit­ter vor­erst nicht mehr mit Goog­le zusam­men­ar­bei­tet: Wenn alle „gro­ßen“ Platt­for­men im Goog­le-Pro­fil zusam­men­flö­ssen, hät­te das wahr­schein­lich eher nicht so gute Kon­se­quen­zen.

Jeden­falls gilt: Die Goog­le-Suche ist kei­ne neu­tra­le Such­ma­schi­ne und will es auch gar nicht sein. Dass das noch irgend­je­man­den so sehr über­rascht, dass mein RSS-Leser mit Aaaahs und Oooohs ob der neu­en ver­pluss­ten Suche befüllt ist, ist daher ziem­lich erstaun­lich. Und ich wünsch­te, dies­mal wür­de man dem Jun­gen, der „Wolf!“ ruft, Gehör schen­ken. Er – der Wolf – kommt schnel­ler als gedacht.

„Das Den­ken fand man bis heu­te nicht…“
– Höl­der­lin, „Requi­em für einen Wicht“

Nerdkrams
Dik­tat der Wer­be­ak­zep­tanz

An das dunk­le Zeit­al­ter des Webs, als Geo­ci­ties und Beep­world noch gro­ße Namen tru­gen und ani­mier­te GIF-Bil­der noch den Fla­schen­hals der Web­sei­ten­über­tra­gung per 56-kbit-Lei­tung dar­stell­ten, erin­nert heu­te zum Glück kaum noch etwas. Nur Nost­al­gi­ker und Spaß­vö­gel kom­men mit Gedenk­sei­ten wie dem Geo­ci­ties-izer noch immer auf ihre Kosten. Das per­sön­li­che Web, so häss­lich es auch war, hat­te aber doch sei­ne attrak­ti­ven Sei­ten. Zusam­men­ge­fasst bedeu­te­ten sie: Klein, aber mein.

Dann kam die „Dot-Com-Bla­se“, die Mone­ta­ri­sie­rung des WWW, als irgend­ein schus­se­li­ger Prak­ti­kant einem Schlips­trä­ger ver­se­hent­lich zu ver­ste­hen gege­ben hat­te, dass die­ses Web zwar krei­schend bunt und vol­ler Men­schen, jedoch noch weit­ge­hend frei von groß ange­leg­ten Wer­be­kam­pa­gnen war. Das soll­te sich ändern: Urplötz­lich, gleich­sam über Nacht, fie­len die Ver­mark­tungs­stra­te­gen wie einst die spa­ni­schen Erobe­rer in das nur mit dem Dancing Baby bewaff­ne­te per­sön­li­che Web ein und brach­ten ihm „Demo­kra­tie“, „Frei­heit“ und den Tod. Es schien für sie uner­träg­lich zu sein, dass da ein paar Leu­te ein­fach ihren Spaß haben konn­te, ohne dass grö­ße­re Geld­be­trä­ge flos­sen.

Beein­druckt vom Erschei­nungs­bild des nun­mehr ver­bli­che­nen per­sön­li­chen Webs ersan­nen die weni­gen Unter­neh­men, die das lei­der viel zu spä­te Bla­sen des Plat­zes Plat­zen der Bla­se über­lebt hat­ten, gleich­falls bun­te, blin­ken­de, tönen­de Wer­bung, die ihren Platz auf Web­sei­ten mit vir­tu­el­len Klau­en und Zäh­nen ver­tei­dig­te. In ihrer Vor­freu­de auf die zu erzie­len­den Wer­be­ein­nah­men haben sie jedoch ver­ges­sen, dass Inter­net­nut­zer auch nur Men­schen sind und nur weni­ge Men­schen es mögen, wenn sie arg­los einen Stadt­bum­mel machen und plötz­lich ein Dudel­sack­spie­ler sich von hin­ten anschleicht und ihnen ins Ohr trö­tet: Wer nervt, der macht sich eben unbe­liebt. (Ich emp­feh­le an die­ser Stel­le noch­mals den her­vor­ra­gen­den offe­nen Brief zum The­ma von Jan Sche­j­bal.)

Und so schlos­sen sich die Stadt­bumm­ler zusam­men und ent­wickel­ten aller­lei Abwehr­maß­nah­men. Erfolg­reich waren, auch auf­grund ihrer frei­en Ver­füg­bar­keit, vor allem die Pro­jek­te Pro­xo­mi­t­ron und Adblock. Wäh­rend aber erste­res aus natür­li­chem Grund, näm­lich dem Tod sei­nes Pro­gram­mie­rers vor eini­gen Jah­ren, nicht mehr grund­le­gend wei­ter­ent­wickelt wer­den kann, erfuhr zwei­te­res nach Zer­würf­nis­sen eine Auf­spal­tung, und es ent­stand Adblock Plus.

Jah­re­lang genoss Adblock Plus neben Ad Mun­cher die Stel­lung eines Refe­renz­pro­dukts bei einem gro­ßen Teil der Inter­net­nut­zer. Im Jahr 2011 bemerk­te Wla­di­mir Palant, maß­geb­lich Ver­ant­wort­li­cher für die Ent­wick­lung von Adblock Plus, dass sein frei­es Pro­jekt sich zum Reich­wer­den nur wenig eig­ne­te, und grün­de­te gemein­sam mit Till Fai­da die Eyeo GmbH, deren Zweck es sein soll­te, die Ent­wick­lung finan­zie­ren zu hel­fen. Vor­erst war dies, so die Ankün­di­gung, ledig­lich eine Umfir­mie­rung ohne wei­te­ren Ein­fluss auf das Pro­dukt selbst. Beob­ach­ter beschwo­ren den­noch umge­hend das Ende von Adblock Plus her­auf und rie­ten zu Alter­na­ti­ven.

Dann kam Ver­si­on 2.0 und mit ihr die Klas­se der „nicht auf­dring­li­chen Wer­bung“. Adblock Plus soll­te sich so selbst über­flüs­sig machen. Das Prin­zip lau­tet: Wer­bung, die nicht nervt, erfor­dert nicht unbe­dingt jeman­den, der sie in die Schran­ken weist. Die­se Idee erschien nur kon­se­quent, hat­te man doch die Wer­be­blockie­rer einst erdacht, um sich gegen immer auf­dring­li­che­re Wer­bung zur Wehr set­zen zu kön­nen. Ein Inter­net, des­sen Wer­bung weder auf­dring­lich noch daten­schutz­tech­nisch frag­wür­dig ist, bedarf sol­cher Maß­nah­men im Grun­de genom­men nicht mehr, der Finan­zie­rung grö­ße­rer Pro­jek­te mit­hil­fe von Wer­be­ein­blen­dun­gen käme dies zugu­te.

Lei­der wur­de die­se Ände­rung offen­bar nicht aus­rei­chend kom­mu­ni­ziert, die Inter­net­nut­zer brüll­ten im Chor, es sei eine „Schwei­ne­rei“, dass eine Erwei­te­rung zum Blockie­ren von Wer­bung künf­tig kei­ne Wer­bung mehr blockie­ren soll­te. Dass das Abschal­ten der neu­en Tole­ranz nur eines ein­fa­chen Klicks im Ein­stel­lungs­bild­schirm bedarf, ist ihnen wohl meist völ­lig ent­gan­gen. (Zum Ver­gleich: Das ist unge­fähr so, als wenn man sein neu­es Auto rekla­miert, weil man den Schlüs­sel her­um­dre­hen muss, bevor es fährt.) Der wesent­li­che Kri­tik­punkt scheint dar­in zu bestehen, dass Adblock Plus nicht in der Lage ist, auto­ma­tisch ein­ge­bun­de­ne Wer­bung anhand ihres Ver­hal­tens zu erken­nen, und somit auf eine von den Ent­wick­lern gepfleg­te „wei­ße Liste“ zurück­grei­fen muss, auf die der Benut­zer kei­nen akti­ven Ein­fluss neh­men kann, vom Mel­den ver­se­hent­lich frei­ge­schal­te­ter Wer­bung ein­mal abge­se­hen.

Um in die­se Liste auf­ge­nom­men zu wer­den, muss ein Wer­be­trei­ben­der eine ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung ein­ge­hen: Er ver­pflich­tet sich, vom Schal­ten brül­len­der Ner­ve­rei­en als Wer­bung abzu­se­hen, und bekommt dafür einen Ein­trag als Quel­le unauf­dring­li­cher Wer­bung. Dabei geben sich die Ver­ant­wort­li­chen nicht käuf­lich, über­le­gen sich öffent­lich ledig­lich die Ein­füh­rung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren für die Frei­schal­tung eines neu­en Listen­ein­trags.

Die Redak­ti­on des rei­ße­ri­schen Com­pu­ter­ma­ga­zins PC-WELT wider­spricht seit gestern ener­gisch und behaup­tet unter Beru­fung auf nicht näher genann­te Quel­len („Besuch von Adblock Plus“), man kön­ne sich Ein­trä­ge auf der „wei­ßen Liste“ schlicht erkau­fen.

Web­sei­ten-Betrei­ber müs­sen vor­aus­sicht­lich zah­len, um auf die Aus­nah­me­li­ste mit den „accep­ta­ble ads“ zu kom­men. Anders for­mu­liert: Für Geld will Adblock Plus Wer­bung zum User durch­las­sen. Wer nicht zahlt, kommt nicht auf die Liste und muss auf Wer­be­ein­nah­men ver­zich­ten. (…) Die Web­sei­ten sol­len zah­len. Die Wer­be­blocker-Nut­zer sol­len Wer­bung sehen.

Ja, das ist zutref­fend. So etwas wie jour­na­li­sti­sche Tätig­keit (zum Bei­spiel Hin­ter­grund­re­cher­chen) erwar­te ich von den „Redak­teu­ren“ der PC-WELT schon lan­ge nicht mehr, aber für einen sol­chen schwe­ren Vor­wurf („Das sind schwe­re Vor­wür­fe.“) hät­te man als Leser zumin­dest erwar­tet, dass sich der Schrei­ber ein­mal mit den Aus­sa­gen „von Adblock Plus“ befasst, denn die­se Fra­ge wur­de, wie oben bereits ange­deu­tet, derer­seits hin­rei­chend beant­wor­tet:

Wer­den Sie für Ein­trä­ge in die Liste bezahlt?

Nein. (…) Es ist (…) wahr­schein­lich, dass ab einem gewis­sen Zeit­punkt die Fir­men an den Kosten betei­ligt wer­den, die in die Liste auf­ge­nom­men wer­den möch­ten.

Viel­leicht müs­sen ab einem gewis­sen Zeit­punkt Anbie­ter akzep­ta­bler Wer­bung ein wenig Geld inve­stie­ren, um als sol­che gekenn­zeich­net zu wer­den. Schlicht falsch ist aber offen­kun­dig die Behaup­tung, es gäbe Plä­ne, die­sen Sta­tus spä­ter ein­mal – oder gar bereits jetzt – erkau­fen zu kön­nen. (Dass jemand die quietsch­bun­te PC-WELT-Wer­bung als „nicht auf­dring­lich“ klas­si­fi­zie­ren wür­de, hal­te ich ohne­hin für ein Gerücht, das auch Unkun­di­ge­ren zu ver­ste­hen geben soll­te, dass hier Unfug kol­por­tiert wird.)

Mög­li­cher­wei­se ist die gegen­wär­ti­ge Imple­men­tie­rung der „Liste akzep­ta­bler Wer­bung“ noch nicht das Gel­be vom Ei, mög­li­cher­wei­se ist sie inkom­pa­ti­bel mit dem Ver­ständ­nis vie­ler Anwen­der vom Zweck eines Wer­be­blockie­rers. Zeter und Mor­dio zu schrei­en und die Ent­wick­ler zu ver­flu­chen ist aber der fal­sche Schritt, denn es zeugt allen­falls vom eige­nen Miss­ver­ständ­nis.

Aber wer lie­ber den Auf­wand auf sich nimmt, auf eine Alter­na­ti­ve umzu­stei­gen, statt ein­fach den ent­spre­chen­den Haken in den Adblock-Plus-Fil­ter­ein­stel­lun­gen zu ent­fer­nen, dem muss man mit sach­li­chen Erklä­run­gen wahr­schein­lich gar nicht erst kom­men.

Sonstiges
„Bannt die Vot­ze !“

Über das Spiel League of Legends und sei­ne Kli­en­tel habe ich an ande­rer Stel­le schon etwas geschrie­ben.

Eines möch­te ich noch hin­zu­fü­gen: Wie die mei­sten Spie­le, in denen so Men­schen auf­ein­an­der tref­fen, besitzt auch League of Legends ein Mel­de­sy­stem, mit­hil­fe des­sen es mög­lich ist, Spie­ler, die sich dane­ben­be­neh­men, zu ver­pet­zen. Als Ergän­zung gibt es das „Tri­bu­nal“, in dem Spie­ler ab Stu­fe 30 demo­kra­tisch dar­über rich­ten kön­nen, ob gemel­de­te „Fäl­le“ sank­tio­niert wer­den soll­ten oder nicht.

Das sieht dann zum Bei­spiel so aus:

„Ich will nicht mehr auf die­sem Pla­ne­ten leben.“
– Hubert J. Farns­worth, c/o „Futura­ma“

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik LXI: Eine Wäh­rung, alle Prei­se

Und wie­der ein­mal beschleicht mich das Gefühl, die „Braun­schwei­ger Zei­tung“ sei die F.D.P. unter den Tages­zei­tun­gen, das neo­li­be­ra­le Kampf­blatt, das sei­ne eige­ne Bedeu­tungs­lo­sig­keit nicht zu akzep­tie­ren bereit ist. Heu­te fand ich in die­sem furcht­ba­ren Druckerzeug­nis fol­gen­den gleich­falls furcht­ba­ren „Arti­kel“:

Als Zah­lungs­mit­tel ist der Euro für Wol­fen­büt­tels mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men eine gro­ße Hil­fe.

Ja, als was denn sonst – als Klo­pa­pier? Die Begrün­dung für die­se Behaup­tung fin­de ich aber noch famo­ser als ihre For­mu­lie­rung:

„Wech­sel­kur­se sind Bar­rie­ren“, sagt [MKN-Geschäfts­füh­rer Georg] Weber. (…) Man sei nicht den Gefah­ren von Wäh­rungs­schwan­kun­gen aus­ge­setzt.

Dass der Umstand, dass man „sogar mit den USA“ Geschäf­te in Euro abschlie­ßen kann, hat natür­lich aber auf das Bestehen von Wech­sel­kur­sen mal so über­haupt kei­nen Ein­fluss, wie ein Blick ins näch­ste Zeit­schrif­ten­re­gal bereits ganz ein­fach demon­strie­ren wür­de:

Dass sol­che All­täg­lich­kei­ten den Schrei­ber­lin­gen der „Braun­schwei­ger Zei­tung“ nicht wei­ter auf­fal­len, lässt sich nur damit erklä­ren, dass sie ein­fach kei­ne Zeit­schrif­ten lesen; aber das ist ja auch kei­ne Vor­aus­set­zung, um dort zu arbei­ten. Und so zeu­gen auch die letz­ten Sät­ze davon, dass man im Gespräch mit der Wirt­schaft kei­ne Zwi­schen­ru­fe aus dem blö­den Volk wünscht:

Dass der Euro am Ende sei, befürch­tet man in kei­nem der Unter­neh­men. „Kei­ner hat ein Inter­es­se dar­an“, meint [Sur­fac­tor-Geschäfts­füh­rer Gun­ther] Mar­tin. (…) Wenn man zur D‑Mark zurück­keh­re, bekom­me man Schwei­zer Ver­hält­nis­se. „Aber das ist schlech­ter als der Euro.“

Hier hat man min­de­stens eine Fuß­no­te ver­ges­sen. „Kei­ner“ ist hier selbst­ver­ständ­lich nicht iden­tisch mit „nie­man­dem“, son­dern bezieht sich nur auf die Mehr­heit der Gewer­be­trei­ben­den und Neu­rei­chen, die vom Euro kei­ne nen­nens­wer­ten Nach­tei­le haben. Der Bür­ger sieht das anders – aber lasst den Pöbel mal quat­schen. Wenn er kein Brot mehr hat, soll er eben Kuchen essen, so lan­ge er ihn bei uns kauft, nicht wahr?

Und das mit den Schwei­zer Ver­hält­nis­sen war viel­leicht nur ein Faux­pas und gar nicht so gemeint, in der Schweiz läuft’s näm­lich bestens:

Trotz schwie­ri­ger Wirt­schafts­la­ge bekom­men vie­le Ange­stell­te in der Schweiz für 2012 eine Lohn­er­hö­hung. Die Band­brei­te der bis­her bekann­ten Lohn­ab­schlüs­se reicht von 0 bis über 2%. (…) Laut Öko­no­men­pro­gno­sen dürf­te die Beschäf­ti­gung näch­stes Jahr sin­ken und die gesamt­wirt­schaft­li­che Lohn­sum­me um etwas unter 2% zule­gen.

Dass kei­ner der befrag­ten Unter­neh­mer die Aus­sieht auf Lohn­er­hö­hung zu schät­zen weiß, über­rascht mich nun nicht. Lohn­er­hö­hun­gen sind schlech­ter als der Euro?

Wäh­rend der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on hat­ten die Arbei­ter noch eine hand­fe­ste Ant­wort auf so einen Blöd­sinn. Dum­mer­wei­se ist die Ent­haup­tung von Empor­kömm­lin­gen nach aktu­el­ler Recht­spre­chung auch aus poli­ti­schen Grün­den nicht gestat­tet. Ande­rer­seits: Die Fol­gen (Napo­le­on, Sar­ko­zy) blei­ben nega­tiv in Erin­ne­rung.

Montagsmusik
Jaga Jaz­zist – 220 V

Huch, schon wie­der Mon­tag?

Da hilft nur Jazz.

Jaga Jaz­zist – 220 V / Spek­tral Live At Bylarm

Um es mit einem der Kom­men­tiert­ha­ben­den zu sagen:

Ama­zing Fuck­ing Epic Awe­so­me Music.


Das mit dem „fuck­ing“ ist im Eng­li­schen ja auch so eine Sache. Pudd­le of Mudd hat­ten einst einen veri­ta­blen hit mit dem Lied „She hates me“, im Refrain „She fuck­ing hates me“, also „sie mag mich wirk­lich nicht son­der­lich“. Eine ein­fa­che Umstel­lung des Flu­ches kann dem Lied eine ganz ande­re Wen­dung geben:

„Fuck­ing she hates me“ = „Die ver­damm­te Oide mag mich nicht son­der­lich.“
„She fuck­ing hates me“ = „Sie mag mich wirk­lich nicht son­der­lich.“
„She hates fuck­ing me“ = „Sie mag den Bei­schlaf mit mir nicht son­der­lich.“
„She hates me fuck­ing“ = „Sie mag es nicht son­der­lich, wie ich bei­schla­fe.“

Ich bin oft sehr stolz auf die Viel­falt des deut­schen Wort­schat­zes.

Internes
Win­ter­putz, Anfang 2012.

(Noch ein­mal ein wenig Tech­nik für regel­mä­ßi­ge Leser; ich bit­te ihre unre­gel­mä­ßi­gen Zeit­ge­nos­sen um geneig­tes Igno­rie­ren.)

Hin­ter den Kulis­sen geht hier gera­de eini­ges ab.

Fast genau ein Jahr nach Ste­fan Domans­kes sel­bi­gem Tun bin ich dabei, hier ein biss­chen Kahl­schlag zu betrei­ben. („Ein biss­chen“ Kahl­schlag, das klingt ein biss­chen nach „ein biss­chen“ Krieg, oder?)

Min­de­stens einer mei­ner Leser weiß, dass ich auch in Bezug auf Word­Press ein olles Spiel­kind bin und blei­be. Hirn­fick 2.0 hat­te bereits, als es noch knall­grün war, Tux­Blog hieß und ein Blog zu sein ver­such­te, man­che Spie­le­rei, die eigent­lich gar nicht nötig war, von mir ange­tra­gen bekom­men, im Lau­fe des letz­ten Jah­res waren hier teil­wei­se knapp 50 Plug­ins aktiv, die natür­lich die Lade­zeit nicht son­der­lich posi­tiv beein­flusst haben.

Dem Kahl­schlag zum Opfer fie­len also im Lau­fe der ver­gan­ge­nen Nacht diver­se – zum Teil seit lan­gem inak­ti­ve – Erwei­te­run­gen für den Admi­ni­stra­ti­ons­be­reich, aber auch das, was ihr, die Besu­cher, zu sehen bekommt, wur­de – und wird noch – behut­sam auf­ge­räumt. Die Kate­go­rien erfah­ren gera­de eine Ent­schlackungs­kur: Arti­kel, die in drei oder mehr Kate­go­rien stecken, miss­fal­len mir, da dies nicht zur Über­sicht bei­trägt. Mit der ver­gleichs­wei­se neu­en Unsit­te, Arti­kel zu ver­schlag­wor­ten („tag­gen“), kann ich bis heu­te nichts anfan­gen – geeig­ne­te tags zu fin­den, die den Kern kom­ple­xer Gedan­ken­gän­ge in weni­gen Buch­sta­ben zu erfas­sen ver­mö­gen, erscheint mir oft schwie­ri­ger als das Aus­den­ken einer guten Über­schrift; aber dies gelingt mir zumeist.

Vor allem aber habe ich einen von Ste­fans Gedan­ken­gän­gen adap­tiert:

Kei­ne Pseu­do-Funk­tio­nen mehr. RSS-Feeds abon­nie­re ich nicht über einen But­ton auf der Sei­te, eben­so wenig schie­be ich Links in mei­ne sozia­len Net­ze über Knöp­fe auf der Web­sei­te. Das mache ich mit Book­mar­klets oder über die Funk­tio­nen mei­nes Brow­sers. Da muss ich näm­lich nicht suchen und weiß, wie sie funk­tio­nie­ren.

Der RSS-Ver­weis bleibt vor­erst, wo er ist, da es inzwi­schen Usus zu sein scheint, die RSS-Auto­ma­tis­men zum Bei­spiel von Fire­fox nur mehr per optio­na­ler Erwei­te­rung nutz­bar zu machen – die Ver­wei­se zu den „sozia­len Netz­wer­ken“ unter jedem Arti­kel aber, die es ermög­lich­ten, per Klick mei­nen Senf per zum Bei­spiel Digg zu bewer­ben, sind gestri­chen. Das hat drei Grün­de:

  1. Die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Word­Press-Plug­ins besit­zen eine über­schau­ba­re Funk­tio­na­li­tät: Ent­we­der basie­ren sie auf exter­nen, ziem­lich gro­ßen Java­Script-Biblio­the­ken (etwa das Twit­ter-mit-Zäh­ler-wid­get) oder sie ver­zich­ten auf die Inte­gra­ti­on der Netz­wer­ke, die mir wich­tig sind.
  2. Die neben Twit­ter – das viel­mehr ein Mikro­blog als ein wirk­li­ches sozia­les Netz­werk ist – ein­zi­ge Platt­form die­ser Art, die ich selbst aktiv nut­ze, ist Gera­spo­ra, und für sie exi­stiert noch kei­ne Umset­zung eines sol­chen wid­gets.
  3. Ich hal­te mei­ne Leser für aus­rei­chend kom­pe­tent, im Fal­le einer Nut­zung eines sozia­len Netz­werks selbst in der Lage zu sein, Ver­wei­se hier­her in ihrer Zeit­lei­ste unter­zu­brin­gen. (Tat­säch­lich erhielt ich unlängst eine Viel­zahl an Auf­ru­fen per Face­book, obwohl es hier eigent­lich nie­mals eine Face­book-Anbin­dung gab; anders­her­um blie­ben Besu­che von Tech­no­ra­ti, Digg und Co. bis­lang weit­ge­hend aus.)

Diver­se Arti­kel wer­den im Lau­fe des Tages noch ihre Kate­go­ri­sie­rung wech­seln, viel­leicht wer­den noch ein paar Kate­go­rien ver­schwin­den oder es ent­ste­hen neue. Klei­ne­re Ände­run­gen (und viel­leicht eine grö­ße­re, ziem­lich bun­te, sofern alles klappt) am the­me wer­den fol­gen. Wenn ihr Ideen habt, die ich schon immer mal hät­te umset­zen sol­len, dann ist jetzt der rich­ti­ge Zeit­punkt gekom­men, sie mir mit­zu­tei­len.

Dan­ke für die Auf­merk­sam­keit.


Nach­trag vom 9. Janu­ar: Die ziem­lich bun­te Ände­rung wur­de vor­ge­nom­men.

Politik
Hit­ler­jahr 2011

2011 war ja auch mal wie­der ein Jahr des Hit­lers. Hit­ler ist nicht mehr nur ein Tabu und eine Wer­be­i­ko­ne, er ist inzwi­schen auch eine Maß­ein­heit:

Wie viel Hit­ler steck­te etwa in Kim Jong-il, dem nord­ko­rea­ni­schen Des­po­ten? Wie war das mit Geor­ge W. Bush? Und was ist mit Barack Oba­ma? Ist er viel­leicht auch ein biss­chen Hit­ler? Und sei’s nur ein klit­ze­klei­nes biss­chen? (…) Und so haben Oba­mas radi­ka­le Geg­ner im eige­nen Land ihren Prä­si­den­ten wegen eben der Ein­füh­rung einer gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung mit Hit­ler ver­gli­chen.

Hit­ler und sei­ne Zeit gehen eben immer. Lars von Trier? Nie gehört, bis er sich spa­ßes­hal­ber zum Nazi erklär­te, was in den USA belu­stigt auf­ge­nom­men wur­de, in Euro­pa aber die übli­che Wel­le ent­rü­ste­ter Buh­ru­fe nach sich zog. Humor­lo­ses Völk­chen, die­se Euro­pä­er.

Von Hei­ner Geiß­lers Stutt­gart-21-Schlich­tungs­ver­such ist auch nicht viel geblie­ben: Es wird gebaut, es wird Geld ver­schlin­gen. Hei­ner Geiß­ler? Wer war das? Ach so, der mit dem Goeb­bels-Spruch.

“Wollt Ihr (sic!) den tota­len Krieg?” hat er wohl die Teil­neh­mer an den Schlich­tungs­ge­sprä­chen gefragt und damit Joseph Goeb­bels zitiert.

Es ist nicht davon aus­zu­ge­hen, dass inzwi­schen schon mal jemand dar­über nach­ge­dacht hat, wie man die­se Fra­ge sonst hät­te for­mu­lie­ren sol­len; aber wenn man sich halt gera­de so schön in Rage gere­det hat, möch­te man nicht plötz­lich fest­stel­len, dass die­se Rage eigent­lich ver­ge­bens war, tja, Hit­ler­zeit geht eben immer.

Dabei hat­te selbst Hit­ler mit Dschin­gis Khan eine Ver­gleichs­fi­gur, die ihm als das Böse erschien (wenn’s halt gera­de nicht die Juden waren), anson­sten gab es im Lau­fe der Jahr­hun­der­te ja zahl­lo­se fin­ste­re Gestal­ten, von den Pha­rao­nen in den Büchern Gene­sis und Exodus über Judas Ischa­ri­ot und Napo­le­on Bona­par­te bis hin zu Wolf­gang Schäub­le – zu Ruhm als in welt­wei­ter Pop­li­te­ra­tur als Witz­fi­gur kari­kier­ter Mon­arch hat es außer Hit­ler jedoch bis­lang nur Drit­te­rer gebracht.

Viel­leicht ist so ein neu­es Jahr ja eine gute Gele­gen­heit, in der eige­nen Rede ein­mal einen ande­ren Böse­wicht zu ersin­nen. Hit­ler schockt ein­fach nicht mehr.

Vor­schlä­ge?

PolitikIn den Nachrichten
Über das Mär­chen vom gro­ßen bösen Wulff

Ach, ich ver­ste­he die Men­schen nicht mehr.

Der amtie­ren­de Bun­des­prä­si­dent hat sich also – als Pri­vat­mann – 500.000 Euro gelie­hen. Das ist sein gutes Recht. Dass nicht jeder 500.000 Euro gelie­hen bekommt, ist scha­de, aber es kann ja auch nicht jeder zurück­zah­len, neh­me ich an. Ich jeden­falls könn­te es nicht. Und trotz­dem tönt der Tenor jetzt durch das Inter­net:

Wir alle möch­ten jetzt auch mal Men­schen in einem Land sein, in dem wir Dar­le­hen von rei­chen Freun­den zum Vor­zugs­zins bekom­men, und zwar so, dass uns das Geld in Form eines anonym aus­ge­stell­ten Bun­des­bank­schecks zuge­steckt wird, damit es auch kein Auf­se­hen erregt, wenn wir so viel Geld zum Vor­zugs­zins gelie­hen bekom­men, so dass wir leich­ter sagen kön­nen, dass wir gar kein Geld zum Vor­zugs­zins bekom­men haben.

Ich ver­ste­he das nicht. Das Pro­blem derer, die auf­grund des gelie­he­nen Gel­des jetzt den Rück­tritt des Bun­des­prä­si­den­ten oder des Amtes for­dern, ist es, dass man ihnen nicht auch so viel Geld leiht, oder wie? Aber was kann der Bun­des­prä­si­dent denn dafür?

Ob er das Geld als Poli­ti­ker oder als Pri­vat­mann bekom­men hat, ist sicher­lich eine ent­schei­den­de Fra­ge, erste­res wäre womög­lich Kor­rup­ti­on und somit für den höch­sten Mann im Staat kein gutes Ergeb­nis. Hat denn jemand den Scheck ein­mal dar­auf über­prüft? Chri­sti­an Wulff ist neben­bei auch noch Pri­vat­mann: Sei­ne Finan­zen, sei­ne Sexua­li­tät und sei­ne Ess­ge­wohn­hei­ten soll­ten nicht Gegen­stand der öffent­li­chen Debat­te sein.

Zumal die Öffent­lich­keit selbst nur all­zu leicht zu kor­rum­pie­ren ist: Die Ver­ant­wort­li­chen für den Ein­satz des Staats­tro­ja­ners sind immer noch im Amt, obwohl sie das Grund­ge­setz gebro­chen haben. Das stört offen­bar nie­man­den mehr, sie sind ja kei­ne Prä­si­den­ten. Aber was will das Volk? Das weiß es nicht.

Man kann es Chri­sti­an Wulff zugu­te hal­ten, dass er Deutsch­land eini­ges erspart hat: Wäre er, statt die Wahl zu gewin­nen, als Ver­lie­rer aus ihr her­vor­ge­gan­gen, hät­te Deutsch­land nun den Sta­si-Schütz­ling Joa­chim Gauck an sei­ner Stel­le am Hals; und ob das bes­ser gewe­sen wäre, bleibt zu bezwei­feln, denn in des­sen Vita gibt es sicher Ärge­res als gele­gent­li­che rät­sel­haf­te Zah­lungs­vor­gän­ge zu ergrün­den. Wer aber soll­te Wulff nun beer­ben, wür­de er zurück­tre­ten?

Georg Schramm wäre eine nahe lie­gen­de Lösung; aber am Ende wür­de es doch wie­der der Gut­ten­berg. So gese­hen kön­nen wir stolz auf das sein, was uns geblie­ben ist.

Wir müs­sen nur end­lich den Anstand haben, uns dazu zu beken­nen.

Politik
Ach, ZDF!

So wenig ich auch der teil­wei­se doch arg popu­li­sti­schen Schel­te gegen Herrn Wulff abge­win­nen kann:

Cha­peau!

Netzfundstücke
Ste­ve Jobs zum Anfas­sen

Soll­te noch jeman­dem nicht klar sein, war­um ich App­le­pro­duk­te grund­sätz­lich als Spiel­zeug abtue: Es liegt an der Men­ta­li­tät der Benut­zer, die kein Arbeits­ge­rät, son­dern etwas zum Spie­len wol­len, bevor­zugt bunt und laut und aus Pla­stik.

War­um die Fir­ma Apple in all den Jah­ren noch nicht den kon­se­quen­ten näch­sten Schritt gegan­gen ist, ist unver­ständ­lich. Zum Glück gibt es jetzt Abhil­fe von treu­en Anhän­gern:

Die Ste­ve-Jobs-Action­fi­gur, die Bar­bie-Pup­pe für Trend­tus­sis und ihre beäng­sti­gen­den Freun­din­nen, im Maß­stab 1:6. Mit nur etwa 100 US-Dol­lar ist sie bei­na­he ein Schnäpp­chen, bedenkt man, wie viel teu­rer die auch nicht viel nütz­li­che­ren Apple-Pro­duk­te übli­cher­wei­se sind. (Dass die Inter­net­sei­te des Ver­mark­ters zur­zeit recht unflink zu laden ist, spricht für sich.)

Inkom­pa­ti­bi­li­tä­ten mit dem Film „Chucky – die Mör­der­pup­pe“ und den Fol­ge­fil­men sind nicht aus­ge­schlos­sen.

(via Nacht­wäch­ter)

PolitikNetzfundstücke
Schmal­hans des Tages: Luca Leit­ters­torf, Jun­ge Uni­on.

Die­ser Arti­kel ist Teil 1 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Ach, was flat­tert denn da gera­de per Twit­ter rein?

Luca Leit­ters­torf, laut eige­ner Aus­sa­ge Mit­glied der Jun­gen Uni­on, twit­tert unter dem Pseud­onym titus­lu­ca Bon­mots wie die­ses hier:

In jedem Video, wo angeb­li­che Poli­zei­ge­walt gezeigt wird, gehen die Aggres­sio­nen von den Demon­stran­ten aus.

Immer die­se grund­los aggres­si­ven Zivi­li­sten!

„Poli­zi­sten prü­geln nicht los“, schrieb Luca Leit­ters­torf dann, und für sie gel­ten ohne­hin „ande­re Regeln“; und selbst, wenn sie mal selbst zum Täter wür­den, dann gänz­lich unver­schul­det:

Dass Poli­zi­sten vor allem bei Groß­ein­sät­zen Feh­ler machen ist wohl ver­ständ­lich.

Immer­hin nennt er inter­es­sier­ten Lesern eine geeig­ne­te Metho­de, kein Opfer von Poli­zei­ge­walt zu wer­den: Man darf sich nur nicht schüt­zen.

Wenn man sich schon schützt, legt man es auf Kon­fron­ta­ti­on an! Man weiß, das die Poli­zei durch­grei­fen wird.

In sei­ner vita in sei­nem Twit­ter­pro­fil schreibt er, er sei „bald Poli­ti­ker“. Als gäbe es noch nicht genug Schmöcke im Bun­des­tag.

MontagsmusikKaufbefehle
The Rol­ling Stones – Miss You

Letz­tes Jahr erschien mal wie­der eine Neu­auf­la­ge des Albums „Some Girls“ der ver­ehr­ten Rol­ling Stones, mei­nes Emp­fin­dens das ein­zi­ge Album der ehe­ma­li­gen Jungs, das die Medi­en in der Regel nicht mit ange­mes­se­ner Wür­di­gung ver­se­hen (statt­des­sen schrei­ben sie das öde „Their Sata­nic Maje­sties Request“ in den Rock­olymp, wo es nicht viel zu suchen hat).

2012: 35 Jah­re erster Tod der Rock­mu­sik, 34 Jah­re „Some Girls“.
Und somit 34 Jah­re „Miss You“:

Ich mag es, wenn es groovt.

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Kurz ver­linkt LXXVII: „Ich esse ab mor­gen nur noch Digi­tal­ka­me­ras.“

Kur­ze Durch­sa­ge aus Neu­en­kir­chen: Es wird gar nicht alles teu­rer.

Din­ge des täg­li­chen Bedarfs wie Brot, Milch oder das Bier in der Knei­pe sind mit der Ein­füh­rung des Euro-Bar­gel­des tat­säch­lich deut­lich teu­rer gewor­den. Der von vie­len Men­schen gefühl­te Preis­an­stieg liegt des­halb höher. Wasch­ma­schi­nen, Com­pu­ter, TV-Gerä­te, Digi­tal­ka­me­ras oder das Tele­fo­nie­ren sind heu­te aber deut­lich bil­li­ger als zu D‑Mark-Zei­ten.

Dan­ke, lie­ber Euro!

(@L2K12) ich ess ab mor­gen nur noch digi­tal­ka­me­ras
(@L2K12) evtl kann man ja in einem pc woh­nen

Da gucken die Dänen aber blöd. Die haben den Euro nicht, die krie­gen ihr Bier noch bil­li­ger.

Der Euro – eine „Erfolgs­ge­schich­te“, wie es heißt – ist erst 10 Jah­re alt und treibt schon so vie­le Men­schen zur Ver­zweif­lung. Wie es wohl erst sein wird, wenn er in die Puber­tät kommt?

(Dan­ke an L.!)