Positiv: Der Vorwurf, die Piratenpartei würde von der NPD unterwandert, ist inzwischen beinahe verhallt.
Negativ: Stattdessen muss sich die Piratenpartei nun den Vorwurf gefallen lassen, ihre Transparenz sei von Nachteil.
Der Hintergrund: Das Piratenpad, eine kollaborative Plattform, die unter anderem als virtueller AG-Tagungsraum innerhalb der Piratenpartei dient, aber auch von den Aufständischen in einigen dieser neumodischen Revolutionsländer zur Koordination genutzt wurde und wird, beinhaltete kürzlich Verweise auf Kinderpornografie, nach aktuellem Kenntnisstand von Mitgliedern des Kollektivs Anonymous im Rahmen derer Bemühungen, aktiv gegen ebensolche vorzugehen, eingestellt, und wurde daraufhin heruntergefahren. Dass sich die Aufmerksamkeit jetzt auf die Piratenpartei konzentriert, ist erstaunlich, denn ob die fraglichen Seiten inzwischen erfolgreich bekämpft worden sind, scheint niemanden zu interessieren; “erschlagt den Boten!” lautet das Motto.
Tatsächlich ist die Piratenpartei fein heraus: Die unverzügliche Abschaltung nach Kenntnisnahme der Sachlage sollte juristische Konsequenzen vermeiden, zumal nicht nachvollzogen werden kann, wer die fraglichen Inhalte eingestellt hat. Selbstverständlich verzichtet man als EDV-Verantwortlicher bei der Piratenpartei auf die Speicherung personenbezogener Daten wie der IP-Adresse.
Und in der Presse klingt das dann so:
Es ist nicht das erste Mal, dass der Anspruch auf Transparenz und Durchlässigkeit für die Partei zum Eigentor wird. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen warnte kürzlich vor einer Unterwanderung durch Scientology, auch hatte die Partei Ärger wegen Neumitgliedern mit NPD-Vergangenheit.
Zu der Unterwanderung durch Sekten, Verharmloser linken Extremismus’ und die NPD kommt nun auch noch eine Unterwanderung durch Leute, die Kinderpornografie bekämpfen wollen. Man hat es nicht leicht als Piratenpartei.
Und weil jeder Artikel eine gute Überschrift braucht, greift man tief in die Kompositakiste der “BILD” …
Kinderporno-Panne erschüttert Piratenpartei
…, auf dass die Leserschar, deren konservativere Elemente grundsätzlich bei jedem progressiven Gedanken den Weltuntergang heraufbeschwören, sich gar nicht erst mit dem Text befassen, sondern gleich wieder die Causa Tauss zitieren möge, “war ja auch irgendwas mit Kinderpornos”.
Dass “Anonymous” inzwischen die Urheberschaft der fraglichen Verweise zugegeben und sich entschuldigt hat, nimmt man in der Öffentlichkeit ebenso wenig wahr wie den eigentlichen Inhalt des mittlerweile gelöschten Pads:
Allerdings haben die auf dem Pad vorhandenen Links _nichts_ mit Kinderpornographie direkt zu tun. Es waren Links zu Foren, in welchen sich pädophile Menschen treffen und austauschen. Zudem wurde eines der genannten Foren in Schweden gehostet, was wir nicht tolerieren.
Es ist wirklich eine Schweinerei von der Piratenpartei, es zuzulassen, dass sich anonyme Internetbenutzer mithilfe ihrer Infrastruktur über Methoden zur Unterbindung kinderpornografischer Aktivitäten im Internet austauschen. Da sieht man mal wieder, wohin diese Freiheit im Internet führt.
Mit der Vorratsdatenspeicherung wäre das alles nie passiert!
(Danke an M.!)


wen interessieren Klarstellungen? Newsmelder in ganz Deutschland konnten mit jener Meldung wieder etwas mehr Geld verdienen und damit hat sich es doch. Ausser der Imageschädigung der Partei die im Moment einen Aufstieg erlebt wollte man eh nur Geld machen.
Richtigstellungen helfen ebensowenig, man wird auch in Zukunft immer auf diesen Vorfall zitieren mit “…da war doch mal was mit Kinderpornografie” bzw. “die Kinderpornopartei” oder halt “…aber Anonymous unterstützt doch Kinderpornos?!” “Aldah, die schwuchtel-Piraten und Anonymous stecken doch in einer Decke und ficken Kinder doch mal so richtig in den Arsch, altah, wie Bushido, alta”
In diesem Sinne OMG FAIL! Dein Theme ist hässlich. Ich mag Wurst.
Du hast vollkommen Recht!
du immer mit deiner ironie, altah
Ich bin vollkommen unironisch.