Nachdem die meisten meiner Leser wahrscheinlich bereits die Nase voll haben von Lebkuchen und Dominosteinen, kann die Adventszeit ja nun sinnvoll verbracht werden; zum Beispiel mit nach außen hin zelebrierter Besinnlichkeit, obwohl man sich eigentlich gar nicht besinnlich fühlt, und den letzten hektischen Weihnachtseinkäufen, denn man hat zwar eigentlich gerade nicht viel Geld oder auch nur Lust, ernsthaft von Herzen ein Geschenk auszusuchen, aber es muss ja sein, denn bald ist Weihnachten, und da macht man das halt so; wenn die Liebe zur eigenen Familie während der anderen 11 Monate im Jahr schon nicht genügt, um ein Fest der Familie zu feiern oder den Menschen, denen man viel verdankt, hin und wieder etwas materielle Aufmerksamkeit zu schenken.
Es ist jedes Jahr dasselbe: Elf Monate im Jahr vergehen ohne einen Gedanken an das Christentum zu verschwenden, womöglich gar, ohne sich um die Gebote als Grundsatz der Christen zu scheren, im zwölften Monat dann ist man dankbar für den Ablasshandel, den die Kaufhäuser gewähren. Die Seele wird rein von der Nachlässigkeit, die man ihr angedeihen ließ, wenn man drei Tage lang Zeit und Geld für nahe Menschen aufwendet. Christentum? Ach, i wo. Aber Weihnachten, das macht man eben so.
Sagt jedenfalls die Werbung, und die muss es ja wissen.
Man möchte nicht darüber nachdenken, man möchte nicht aus der Reihe fallen. Alle schenken, also schenke ich mit, auch denen, die ich eigentlich nicht mag; mit einem falschen Lächeln im Gesicht und Ebbe in der Geldbörse, aber es kommt ja von Herzen, redet man sich und dem Gegenüber ein.
Hört den Klang der Glocken, kauft und singet Halleluja!
Das befreit von der Seelenlast und rettet den Euro. Amen, Bruder.

Jedes Jahr die gleiche Leier. Dir muss es echt beschissen gehen.
Ja — ich schäme mich für diese Heuchler.
Hauptsache, Dir geht es beschissen.
Weshalb?
Deshalb.
Das ist nicht nett.
Ich bin nicht nett.
Ach so.
Dein Theme ist hässlich. Jehova! Jehova!
fsmaulalda?