PolitikIn den Nachrichten
Auch Dicke sollten cybern dürfen!

Über und unter dem Super-Sym­bol­bild ein­er sichtlich gelang­weil­ten Frau im Fleck­tar­nanzug vor einem Röhren­bild­schirm “berichtet” heute Hol­ger Zelder auf “heise online”:

Bun­deswehr sucht moral­be­fre­ite Bewe­gungsmuf­fel mit zu wenig Diszi­plin für einen anständi­gen Beruf.

Ach nein, da habe ich mich ver­lesen; richtig ist:

Auch unsportliche Stu­di­en­ab­brech­er: Bun­deswehr sucht Rekruten für den Cyber-Krieg

Früher war die Bun­deswehr ja mal eine Armee zur Lan­desvertei­di­gung gegen den Iwan und kein Haufen von Buzz­word-Bin­go-Gewin­nern, denen jed­er Anlass, um mal wieder irgen­deinen “Krieg” anz­u­fan­gen, Grund genug für die medi­ale Selb­st­fünf ist; neue Zeit­en, neue Unsit­ten, wie es scheint. Weit­er:

Eine schlagkräftige Cyber-Armee erfordert nach Ein­schätzung des Vertei­di­gungsmin­is­teri­ums ein radikales Umdenken bei der Per­son­al­suche der Bun­deswehr. Die Regeln etwa für die Cyber-Reserve müssten geän­dert wer­den, sagte die Staatssekretärin im Min­is­teri­um, Katrin Cyber Sud­er, am Mon­tag bei ein­er Ver­anstal­tung zur Cyber-Sicher­heit in Berlin.

Sie haben da noch etwas Cyber am Kinn. Was eine “Cyber-Reserve” sein soll, erschließt sich mir spon­tan nicht. Sind das Cyber­sol­dat­en, die den ganzen Tag untätig vor dem Rech­n­er sitzen und darauf warten, endlich gebraucht zu wer­den, um sich vor den, nun, Rech­n­er set­zen zu kön­nen? Und wie lan­det man in dieser “Cyber-Reserve” — ist das der Sam­melpunkt für all diejeni­gen, die für den reg­ulären Cyber­di­enst zu sportlich sind?

Klar ist: Gesucht wer­den sozial Abge­hängte.

Es gebe viele “Nerds”, die ihr Studi­um abbrechen wür­den. Mit­tler­weile dürften sie in der Truppe auch mit abge­broch­en­em Studi­um bes­timmte höhere Lauf­bah­nen ein­schla­gen. (…) Bere­its 2016 seien 60 Prozent mehr Infor­matik­er eingestellt wor­den als im Vor­jahr.

Nerds, Geeks, Hack­er, Infor­matik­er, Kellerkinder — nicht so wichtig, ist sowieso alles das Gle­iche. Wichtige Voraus­set­zung ist aber, dass man unterqual­i­fiziert für einen anständi­gen Beruf ist, nur Unsinn (Gen­der Stud­ies, soziale Arbeit, BWL) oder gle­ich über­haupt nichts zu Ende studiert hat und deswe­gen nir­gends son­st so bere­itwillig aufgenom­men würde wie bei der Bun­deswehr, “Fachkräfte­man­gel” sei Dank. So eine Fachkraft würde ja stattdessen auch ein anständi­ges Gehalt erwarten und nicht mit allem zufrieden sein, was man ihr anbi­etet.

Die Infor­matik­er-Armee soll kün­ftig Waf­fen­sys­teme und Com­put­er­net­ze der Bun­deswehr schützen, aber auch zu Angrif­f­en in der Lage sein. Sie kön­nte etwa in einem Aus­land­sein­satz das Inter­net überwachen, die Kom­mu­nika­tion­skanäle des Geg­n­ers stören, um ihn zu isolieren, sagte Sud­er. (…) Die neue Cyber-Armee sei drin­gend nötig. Sud­er berichtete von Tausenden Angrif­f­en auf die Net­ze der Bun­deswehr jeden Tag.

Da blinkt mal kurz die Nor­ton­soft­ware im Infobere­ich, weil wieder so ein Fies­ling einen Ping geschickt hat, und schon bren­nt bei Sud­ers die Hütte. Tausende Angriffe, ander­swo wäre man froh über solch niedriges Inter­esse durch den Feind, kom­men an einem lan­gen Tag ja auf diese Art schnell zusam­men. Für eine kurze Erläuterung der impliz­it sich auf­drän­gen­den Frage, seit wann irgen­deine Abteilung der Bun­deswehr fol­gen­los irgendwen angreifen darf, war offen­bar zu wenig Cybert­inte da, ver­rat­en wurde hier allerd­ings mehr als genug:

Sie kön­nte (…) das Inter­net überwachen[.]

Dafür brauchen wir also die Spitzelin­fra­struk­turen, die die Bun­desregierung alle paar Monate erneut zu instal­lieren ver­sucht: Damit gegen den Russen so richtig schön gecy­bert wer­den kann.

Der richtige Tag, um mit der Ver­schlüs­selung der eige­nen Kom­mu­nika­tion zu begin­nen, ist wie immer heute.

Nerdkrams
Schöner lesezeichnen mit Buku

Das nahende Ende von Fire­fox als benutzbar­er Brows­er lässt mich nicht nur nach einem neuen Stan­dard­brows­er, son­dern auch nach neuen Lösun­gen für bish­er für gelöst gehal­tene Prob­leme suchen. Während sich ersteres noch über ein paar Monate erstreck­en dürfte, nach­dem ich erst gestern fest­stellen musste, dass selb­st der anson­sten nicht schlechte Brows­er Vival­di gele­gentlich nur mit einem neuen Pro­fil zur Mitar­beit bere­it ist, passiert zweit­eres in kleinen Schrit­ten.

Heute erset­ze ich zum Beispiel Xmarks.

‘Schön­er leseze­ich­nen mit Buku’ weit­er­lesen »

In den NachrichtenMontagsmusik
We Lost The Sea — A Gallant Gentleman // Aprilscherzkater

Frühling. Mist.Es ist Mon­tag — endlich darf man wieder den Trott hin­ter sich lassen und etwas für die Wirtschaft tun, noch gän­zlich per­plex wegen des weit­er­hin aus­bleiben­den Son­ntags. So nicht arbeit­en zu kön­nen ist ein beliebter Volkss­port, mithin: oft auch der einzige. Sich stolpernd aus dem Bett zu quälen ver­braucht ein­fach nicht genug Kalo­rien.

Wenig­stens in der Poli­tik bewegt sich was: Großbri­tan­nien will riesi­gen Wasser­graben ausheben, um sich von EU abzu­gren­zen. Ein Aprilscherz? Quatsch! — Wie es sich eben auch in diesem Jahr sowieso wieder ange­boten hat, dem Trubel in den Medi­en einen Tag lang fernzubleiben, weil sie einan­der wie gewohnt darin zu über­bi­eten ver­sucht haben, wer seine Leser am lustig­sten anlü­gen kann. Einen ganzen Tag lang find­en sie fake news gut und richtig, weil die Tra­di­tion das so will, und schon am Tag darauf war sicher­lich wieder vielerorts zu lesen, wie hin­ter­hältig doch der Russe unwahre Behaup­tun­gen in die Medi­en bringt. April, April! Nicht alles ist immer, wie es scheint; und auch das, was ganz und gar nicht scheint, bleibt oft erson­nen: Dun­kle Materie gibt es vielle­icht gar nicht. Und wenn doch, dann ver­steckt sie sich ziem­lich gut.

Kein Scherz auch: Über­raschen­der­weise gilt bei Onlinewer­bung gar nicht “viel hil­ft viel”, denn jemand, der mehr Wer­bung schal­tet, bekommt oft trotz­dem nicht mehr Besuch­er auf sein­er ollen Wurst­web­site. Ver­dammte Wer­be­block­er immer.

Keineswegs Wurst: Musik.

We Lost The Sea — A Gal­lant Gen­tle­man — Live at Stu­dios 301 (Offi­cial Video)

Guten Mor­gen.

SonstigesIn den Nachrichten
Hai Noon

2013:

Über Twit­ter wurde er als schlecht­ester Film aller Zeit­en abge­feiert. Dabei scheint sich “Shark­na­do” ger­ade deshalb zum Phänomen zu entwick­eln. (…) Der Plot: ein Tor­na­do zieht in Los Ange­les an Land und wirbelt aus dem Meer Haie auf, die während ihres Flugs/Falls Men­schen attack­ieren.

2017:

In Rita, ein­er kleinen Gemeinde an der Küste, ent­deck­ten die Hil­f­skräfte einen ein Meter lan­gen Bul­len­hai — mit­ten auf der Straße. Das unglück­liche Tier war entwed­er von der Flut an Land gespült oder von einem Wirbel aus dem Wass­er geris­sen und durch die Luft an Land gewor­fen wor­den.

Es begin­nt.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: All Them Witches — Sleeping Through the War

Sleeping Through the WarLange nichts Gutes aus den USA mehr gehört. Zeit, dass sich das ändert!

Eben­dort näm­lich entsprang vor eini­gen Jahren das Quar­tett All Them Witch­es, das derzeit beina­he in der klas­sis­chen Rockbe­set­zung miteinan­der musiziert, jedoch zusät­zlich ver­schieden­fach ein Mel­lotron (oder gar mehrere) ein­set­zt, was, wie der erfahrene Musik­fre­und längst weiß, meist ein sicheres Zeichen für etwas bessere Musik ist, es sei denn, es ste­ht “Gen­e­sis” auf der Plat­te.

All Them Witches

Mit “Sleep­ing Through the War” erschien im Feb­ru­ar dieses Jahres das aktuelle Album von All Them Witch­es in besagter Beset­zung, und tat­säch­lich ist das hier Darge­botene von erfrischen­der Unblöd­heit.

All Them Witch­es — “Alabaster” [Audio Only]

Der erwartete Psy­che­del­ic Rock (“3–5‑7”) und der tat­säch­lich erfreuliche Blues­rock (“Inter­net”) auf “Sleep­ing Through the War” wer­den hier mit dis­so­nan­ten Aus­brüchen an den richti­gen Stellen verse­hen, was in einem Fre­und des Schrä­gen wie den Ver­fass­er dieses Textes die pos­i­tive Grund­hal­tung noch zu steigern ver­mag. All Them Witch­es verbinden mod­er­nen Nois­e­rock mit dem, was ein Radiosender, der nicht lügt, mit Recht als “das Beste der 70er” ankündi­gen ließe. Ich mag das.

All Them Witch­es — “Bruce Lee” [Offi­cial Video]

Erfreulich ist überdies, dass “Sleep­ing Through the War” auf Bandcamp.com ange­hört wer­den kann. CD, Kas­sette und Vinyl vom Album sind dort allerd­ings, weil ich offen­sichtlich nicht der Einzige bin, der es mag, längst ausverkauft; der Raubtierkap­i­tal­ist Amazon.de möge Lin­derung ver­schaf­fen. Angenehmes Hören!

PersönlichesPiratenparteiMontagsmusik
Marteria, Yasha & Miss Platnum — Lila Wolken // Übrigens.

Das IST wach(Eigentlich Parteipoli­tik nicht beson­ders schätzen und deswe­gen erschöpfende Woch­enen­den mit ihr statt ihr ver­brin­gen; eigentlich Men­schen nicht dauer­haft für einen geeigneten Umgang hal­ten und deswe­gen mehr Zeit mit ihnen ver­brin­gen als gesellschaftlich min­destens akzept­abel; eigentlich laute Gröl­musik für furcht­bar hal­ten und deswe­gen in ein­er Szenekneipe ver­sanden; eigentlich zu alt sein für den Quatsch und deswe­gen nicht vor der Sperrstunde über den Heimweg nach­denken; es eigentlich bess­er wis­sen hät­ten sollen und deswe­gen nichts bess­er machen. Die Flasche Ruf­poli­tur ist leer.)

Ach, was soll’s.

Mar­te­ria, Yasha, Miss Plat­num — Lila Wolken (Offizielles Musikvideo)

Guten Mor­gen.

MusikNetzfundstücke
Schwarzkopierer schwarzmalen gegen das Internet

Ein reich­lich über­zo­genes Ver­fahren, seinem Ärg­er über das Ver­hal­ten manch­es Musikkon­sumenten Luft zu machen, wählte Trent Reznor (Nine Inch Nails), der in einem Inter­view im Jan­u­ar 2017 seinen Miss­mut darüber beklagte, dass das Inter­net zu vie­len Leuten eine zu dom­i­nante Plat­tform für destruk­tive Musikkri­tik biete, bei der Verteilung eines Bonus­pakets für Käufer der im ver­gan­genen Jahr erschiene­nen EP “Not the Actu­al Events”: Dieses scheint aller­lei Text- und Bild­beila­gen zu enthal­ten, überdies ein eige­nar­tiges schwarzes Pul­ver, das die Fin­ger­ab­drücke desjeni­gen, der das Paket öffnet, unweiger­lich auf seinen Inhalt ban­nt. Es ließe sich also dur­chaus daraus fol­gern, dass hier ein beson­ders effizien­ter Kopier­schutz vor­liegt: Wer ver­sucht, den Inhalt auf so Tauschbörsen hochzu­laden, hin­ter­lässt dabei auch ein­deutige Spuren, die unter Umstän­den seine ein­deutige Iden­ti­fizierung erlauben.

Gerücht­en zufolge hat Sony Enter­tain­ment, die Fir­ma, die in ihren Gefecht­en gegen unl­izen­zierte Medi­enkopi­en auch schon mal mit Schad­soft­ware, Kun­den­täuschung und juris­tis­chen Repres­sio­nen arbeit­et, diese Idee begeis­tert aufgenom­men und plant in kom­mende CD-Veröf­fentlichun­gen ihrer Kün­stler winzige Skalpelle zu inte­gri­eren, um abfo­tografierte CD-Cov­er anhand der Blut­spuren ein­deutig zurück­ver­fol­gen zu kön­nen.

PolitikIn den NachrichtenPiratenpartei
Das Wesen einer Wahl: Ralf Stegner und die Piratenpartei treffen sich im Schulzbus

“Wahl, die: Entschei­dung zwis­chen zwei oder mehr Möglichkeit­en, Din­gen, Per­so­n­en, Auswahl”
Dig­i­tales Wörter­buch der deutschen Sprache


Am ver­gan­genen Son­ntag trat Mar­tin Schulz, dessen Beliebtheit wohl nur damit zu erk­lären ist, dass er wahlweise nicht Angela Merkel oder nicht Sig­mar Gabriel ist, mit 605 von 605 möglichen Delegierten­stim­men let­zteres Her­rn Nach­folge an der Spitze der ehe­ma­li­gen Arbeit­er- und heuti­gen Arbeit­ge­ber­partei SPD an. Medi­al wurde das bre­it­flächig so oder ähn­lich dargestellt:

Ein Bun­desparteitag wählte den 61-Jähri­gen in Berlin ohne Gegen­stimme zum Nach­fol­ger von Sig­mar Gabriel. Es ist das beste Ergeb­nis der Nachkriegszeit.

Lassen wir den üblichen SPIEGEL’schen Superla­tivk­naller im zweit­en Satz ein­mal außer Acht, denn auch vor 1945 hat dieser gle­ich­wie heilige Mar­tin Schulz niemals mehr als 100 Prozent irgendwelch­er Stim­men bekom­men, seine Partei nach 1945 in Ost­deutsch­land auch nur, als sie schon SED hieß, so lautet die wesentliche Infor­ma­tion, dass die SPD aber­mals ihren Vor­sitzen­den mit ein­er der­art über­zo­ge­nen Begeis­terung aus­ge­tauscht hat, als seien die bish­eri­gen Wahl- und Umfrageergeb­nisse der recht­spop­ulis­tis­chen SPD allein die Schuld des nun­mehr im Außen­min­is­teri­um ein über­zo­genes Gehalt beziehen­den ehe­ma­li­gen Vor­sitzen­den und nicht etwa der men­schen­feindlichen Poli­tik, die von der Parteiba­sis mit­ge­tra­gen und von Partei­min­is­tern wie Andrea Nahles und Frank-Wal­ter Stein­meier aktiv vor­angetrieben wurde und wird.

Zusät­zlich aber ist hier von ein­er “Wahl” die Rede. Dass das sozialdemokratis­che Ver­ständ­nis von diesem Grundpfeil­er ein­er Demokratie nicht das beste ist, ist spätestens seit Ende August 2006, als der dama­lige SPD-Vizekan­zler und Min­is­ter für “Arbeit” und “Soziales”, Franz Mün­te­fer­ing, pos­tulierte, es sei “unfair”, eine Koali­tion an ihren Wahlver­sprechen zu messen, nur noch von jenen glaub­würdig zu leug­nen, die zu spät geboren sind und/oder im Wahl­jahr für ein Medi­um wie “SPIEGEL ONLINE” irgendwelche Artikel schreiben müssen.

Ja, 2017 ist wieder ein Wahl­jahr, ein Super­wahl­jahr gar, und die Angst vor der AfD ist so groß, dass sich sog­ar das ehe­ma­lige Fach­magazin “heise online” nicht zu blöd vorkommt, in einem Artikel darauf hinzuweisen, dass die Piraten­partei auch ganz bes­timmt tot ist. Die für den näch­sten Schritt nötige geistige Trans­fer­leis­tung zu erbrin­gen wäre, zugegeben, für den durch­schnit­tlichen Inter­netjour­nal­is­ten auch wirk­lich zu viel ver­langt. Aber auch son­st scheint die Piraten­partei — mit der AfD will man es sich offenkundig nicht allzu sehr ver­scherzen, Recht­spop­ulis­ten sind gern beisam­men — ger­ade ein willkommenes Ziel von Leuten zu sein, denen die Demokratie nicht beson­ders nahe ist. Mar­tin Schulz’ Stel­lvertreter Ralf Steg­n­er etwa pöbelte auf Twit­ter darüber, dass ein Mit­glied der Piraten­partei (“1%Partei”, Rechtschrei­bung wie im Orig­i­nal) die zahlre­ichen Nebeneinkün­fte von Beruf­spoli­tik­ern als das Voll­machen von Taschen beze­ich­nete, weil sich so, so Ralf Steg­n­er, son­st nur “Demokratiefeinde” und “Recht­spop­ulis­ten” aus­drück­ten, wom­it er offen­sichtlich keineswegs sich selb­st meinte.

Nun ent­larvt das anscheinend dif­famierende Beto­nen der momen­ta­nen Umfragew­erte der Piraten­partei, als sei eine Partei mit weni­gen Stim­men plöt­zlich ein weniger wertvolles Mit­glied des demokratis­chen Spek­trums und als soll­ten ihre Mit­glieder darum bess­er schweigen, Ralf Steg­n­er, wenn schon nicht unbe­d­ingt als einen Recht­spop­ulis­ten, wenig­stens als einen Demokratiefeind, wom­it er in der SPD gut aufge­hoben ist. War die Kurz­nachricht auf Twit­ter wom­öglich gar anerken­nend gemeint? Wird Twit­ter das jemals erfahren?

Und wer war in diesem hochdemokratis­chen Kom­plex SPD in der so genan­nten “Wahl” des neuen Parteivor­sitzen­den eigentlich der Gegenkan­di­dat von Mar­tin Schulz?

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Dot Legacy — Story of Fame

Kann ich rauskommen?Es ist Mon­tag, aber man muss nicht raus, was ihm, dem Mon­tag, beina­he jeden Schreck­en raubt (außer vielle­icht: wieder begin­nt ein Tag des Lebens, an dem man eigentlich so vieles kön­nte, wenn man nur wollte). Ein Tag ohne Grund, ohne Mond noch dazu.

Apro­pos Kön­nen und Wollen: Das börsen­notierte Unternehmen Siemens erwägt in weni­gen Jahren Fahrzeug­fab­riken ganz ohne lästige, weil kosten­in­ten­sive men­schliche Arbeit­skräfte zu betreiben, was in diese Zeit des poli­tis­chen Auf­schwungs der SPD (die, Ironie der Geschichte, eigentlich schon immer im Betrieb­srat von Siemens herum­saß und Luft wegat­mete) pri­ma passt. Von einem börsen­notierten Unternehmen ohne lästige, weil kosten­in­ten­sive men­schliche Vorstände ist bis auf Weit­eres aber nur zu träu­men.

Genug Zeit bleibt bis dahin also, um die frei erfun­dene Gehalt­slücke zwis­chen Mann und Frau, Quatsch: schlechter und bess­er qual­i­fiziertem Arbeit­nehmer endlich zu schließen. Zahlen wir doch ein­fach jedem daherge­laufe­nen Kasper grund­los das gle­iche Geld, wie es die sozial­ro­man­tis­che und leis­tungs­feindliche Träumerei von einem “bedin­gungslosen Grun­deinkom­men” sug­geriert, und freuen wir uns auf eine Welt, in der auf eine anständi­ge Arbeit kein­er mehr Lust hat. Übrig bleiben wie gewohnt die Doofen.

Über­leitung? Später vielle­icht. Zitat jeden­falls: Der DHL-Paket­bote [müsse] also DHL Paket­bote heißen, damit man ihn weltweit ein­heitlich falsch schreiben kann. So weit ist es schon. Wofür ist so ein Schu­la­b­schluss mit Deutsch­pflicht eigentlich noch gut, wenn ihn später kein­er mehr benutzt?

Was aber drin­gend benutzt wer­den sollte, schon zwecks Beruhi­gung: Musik.

Dot Lega­cy — Sto­ry Of Fame

Guten Mor­gen.

MusikPolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Liegengebliebenes vom 18. März 2017

Ver­fas­sungs­feind des Tages: Heiko Maas, SPD.


Na, ist auch euer Tag zu kurz, um all die span­nen­den “neuen” Fernseh- oder Inter­net­se­rien angemessen aufmerk­sam ver­fol­gen zu kön­nen? Dann guckt sie doch ein­fach dop­pelt so schnell!


Brüller des Tages: Das gle­iche Mozil­la, das erst neulich gegen den Willen der meis­ten Stamm­nutzer und langjähri­gen Erweiterungsen­twick­ler XUL aus Fire­fox zu ent­fer­nen ankündigte, bit­tet diese Entwick­ler jet­zt in einem Blo­gein­trag darum, sie mögen doch bitte an das Wohl der Nutzer denken.


Jens Balz­er (“SPIEGEL ONLINE”) mag Ramm­stein nicht und hält die Band (wom­öglich deshalb) für eine Keimzelle des Recht­spop­ulis­mus, nen­nt Ramm­steins offen­sichtliche musikalis­che Vor­bilder Laibach aber im gle­ichen Text “eine radikale, aus den Siebziger­jahren bis in die Gegen­wart reichende Avant­garde, von der die Gewal­ter­fahrun­gen des 20. Jahrhun­derts eben­so reflek­tiert wur­den wie das total­itäre Poten­zial der post­mod­er­nen Massen­me­di­en”. Wofür ich der­weil Jens Balz­er halte, möge sich der in Kraftaus­drück­en bewan­derte Leser bitte selb­st aus­malen.


Türkische Vieh­pro­duzen­ten wollen nieder­ländis­che Kühe protestierend in deren Heimat­land zurückschick­en. Nieder­ländis­che Ziegen dür­fen, wie man hört, jedoch auch weit­er­hin in der Türkei bleiben.


Heute vor 10 Jahren: Nieder­sach­sens Pfer­deapfelkam­pagne.


Wie lange braucht so ein Lin­ux eigentlich, um eine kri­tis­che Sicher­heit­slücke zu find­en und zu beheben? Ist ja freie Soft­ware und das alles. Ist ja sicher­er als Win­dows und so. — Richtig: über sieben Jahre.

In den Nachrichten
Kurz notiert zur schamanischen Techniker-Krankenkasse

Dieser Tage lag ein The­ma im Trend, das man son­st nicht in unser­er Fil­terblase der durch­schnit­tlich gesun­den Gebilde­ten mit­tleren Alters erwartet hätte, näm­lich Krankenkassen — nicht irgen­deine Krankenkasse, ver­ste­ht sich, son­dern Deutsch­lands derzeit mit­glieder­stärk­ste Krankenkasse, näm­lich die forschungskri­tis­che Tech­niker-Krankenkasse, deren Twit­ter­beauf­tragter forsch fragte, warum denn diese Krankenkasse nicht die Mit­glieds­beiträge auch für die Förderung von Homöopathie ver­schwen­den dürfe und ob es etwa wis­senschaftliche Belege dafür gebe, dass Homöopathie unwirk­sam sei, was, wie sich schnell her­ausstellte, natür­lich der Fall ist, aber der eigentliche Skan­dal hier­bei ist offen­sichtlich, dass sich hier eine Krankenkasse für die Finanzierung von Quatsch damit her­ausre­det, dass Homöopathie ger­ade beliebt und ver­bre­it­et sei, während nach­weis­lich tat­säch­lich hil­fre­iche, beliebte und ver­bre­it­ete Heilmit­tel wie medi­zinis­ches Cannabis (wie auch neu­modis­ches Zeug wie Brillen, Zah­n­er­satz und so weit­er) höch­stens nach Zuzahlung im Leis­tung­sum­fang liegen, weil da weniger Leute dran glauben; und vielle­icht ist das Konzept der geset­zlichen Krankenkassen auch ein­fach eines, über das man in poli­tis­chem Rah­men ein­mal ganz unverbindlich nach­denken sollte.

PolitikIn den Nachrichten
Der Schut im Lande des Bontwerkers

Was macht eigentlich ein Präsi­dent eines vorge­blich weltlich-islamis­chen Lan­des, das sich in den let­zten Jahren unter sein­er eis­er­nen Faust vor allem durch die Bekämp­fung eth­nis­ch­er Min­der­heit­en, das Wegsper­ren gle­ich­wie beden­klich­er Pres­sev­ertreter, die allmäh­liche Monar­chisierung und ein per­ma­nentes Beschimpfen von Län­dern, aus denen ver­hal­tene Kri­tik ertönt, als Nation­al­sozial­is­ten oder deren Nachkom­men, her­vor­ge­tan hat, wenn es einem der übri­gen Län­der auch mal reicht mit dem kranken Mann am Bosporus?

Richtig:

Der türkische Präsi­dent Erdo­gan will das Auftrittsver­bot für seine Min­is­ter in den Nieder­lan­den vor den Europäis­chen Gericht­shof für Men­schen­rechte brin­gen.

Was auch son­st? :aufsmaul: