PolitikIn den Nachrichten
Seid Terroristen! (3)

Das laut übere­in­stim­menden Medi­en­bericht­en — Län­der, in denen nur böse Men­schen wohnen, wer­den tra­di­tionell eher nicht berück­sichtigt — meist­ter­ror­isierte Land der Welt, näm­lich Frankre­ich, ist aus irgen­deinem bedauer­lichen Verse­hen her­aus auch das­jenige Land in der Europäis­chen Union, dem Frei­heit und Bürg­er­rechte die fremdesten sind. Seit inzwis­chen fast 18 Monat­en befind­et sich das Land im Aus­nah­mezu­s­tand, dessen Leg­is­latur neben anderen Unan­nehm­lichkeit­en auch Aus­gangssper­ren, Durch­suchun­gen und Hausar­reste ohne richter­lichen Beschluss, mit unseren west­lichen Werten kaum vere­in­bar, zu gel­ten­dem Recht erk­lärt. Selb­stver­ständlich bedeutet eine Entrech­tung von Frankre­ichs Bürg­ern nun nicht, dass nichts mehr passiert; die erhöhte exeku­tive Aufmerk­samkeit sorgt lediglich dafür, dass Dro­genkon­sumenten noch schneller als bis­lang tot­geschossen wer­den.

Statt Frankre­ich aber, wie es für eine Wertege­mein­schaft mit frei­heitlichen Prinzip­i­en eigentlich selb­stver­ständlich sein sollte, unehren­haft aus der ver­meintlichen “Europäis­chen Union” zu ent­lassen, auf dass es in sein­er Lib­er­al­itäts­feindlichkeit sich selb­st über­lassen bleibe, äußert man vielfach Ver­ständ­nis. Gebeuteltes Land. Muss ja. Geht ja nicht anders.

Und da das Erfol­gsmod­ell Überwachungsstaat als Pro­to­typ in Frankre­ich nun genug Zeit zur Rei­fung hat­te, passiert hierzu­lande über­raschen­der­weise dies:

Die Bun­desregierung will die Liste der Delik­te ver­längern, bei deren Ver­fol­gung Vor­rats­dat­en abge­fragt wer­den dür­fen. (…) Neben Delik­ten wie Völk­er­mord, Hochver­rat, Mord und Totschlag, Ver­bre­itung von Kinder­pornografie sollen Ermit­tler kün­ftig auch bei “Ein­bruchdieb­stahl in eine dauer­haft genutzte Pri­vat­woh­nung” auf die Dat­en zugreifen kön­nen, wie es im Geset­ze­sen­twurf heißt.

Möglich gemacht wird das von der üblichen Mehrheit der recht­spop­ulis­tis­chen Parteien CDU/CSU und SPD. Der christ­demokratis­che Schulz­zug ken­nt kein Hal­ten mehr, befeuert von der Angst, die Bösen kön­nten mal eine Wahl gewin­nen und Europa — dieses wun­der­bar west­lich-freie Europa — in einen einzi­gen großen Polizei- und Unrechtsstaaten­bund, hex-hex!, ver­wan­deln. Zum Glück haben die Pop­ulis­ten in Frankre­ich und den Nieder­lan­den nicht die wesentliche Mehrheit errun­gen; lei­der sind wir weit davon ent­fer­nt, die grund­los zweis­tel­lige Dauer­regierung durch den Lib­er­al­is­mus zu erset­zen, der uns nun endlich ein­mal zuste­ht.

Eine anlass­lose Spe­icherung der Kom­mu­nika­tions­dat­en all jen­er, die sich unter deutsch­er Juris­dik­tion aufhal­ten, senkt die Hürde für eine anlass­lose Auswer­tung immens. Die selb­st vorgenommene Ver­schlüs­selung jedes Daten­verkehrs ist und bleibt der let­zte Ausweg für den, der seine Frei­heit bewahren will. Seid Ter­ror­is­ten, seid keine Fran­zosen!

Nichts ist so gefährlich für die Frei­heit wie ein Bürg­er, dem sie egal ist.

Sonstiges
Was zur #rp17 schon 2009 zu sagen blieb

Näm­lich:

Ein Bekan­nter meinte zu dem Pro­gramm nur trock­en, er würde dann mal sein Blog ein­stampfen. Mit solchen Leuten wolle er nichts zu tun haben.

(Beziehungsweise: Wenn die Laut­sprech­er von “Netzpolitik.org” und der gescheit­erte Wer­be­fach­mann Sascha Lobo mit anderen pop­ulis­tis­chen Nicht- und Möchte­gern­tech­nikern über die Tötung von Pan­das und die Poli­tik der AfD disku­tieren, das Dark­net für Neu­land hal­ten und wie Blinde von Far­ben einan­der von sex­ueller Rev­o­lu­tion zwein­ull erzählen, dann hat das mit der “Net­zge­meinde” unge­fähr so viel zu tun wie Han­nover mit Lebens­freude.)

In den Nachrichten
Kurz verlinkt: Non scholae sed moriando discunt. (II)

Demon­stra­tionsrecht des Tages:

(…) pack­en drei Feld­jäger der Bun­deswehr einen jun­gen Mann, der sich schreiend wehrt, und zer­ren ihn bru­tal über den Anleger. Ein paar Meter weit­er hal­ten drei andere Mil­itär­polizis­ten einen zweit­en jun­gen Mann fest, der sich eben­falls nach Kräften vertei­digt. (…) Die bei­den fest­ge­hal­te­nen Aktivis­ten hat­ten lediglich ein großes Trans­par­ent mit der Auf­schrift »Kein Wer­ben fürs Ster­ben« hochge­hal­ten. Sie kon­nten nach Über­prü­fung ihrer Per­son­alien gehen, auch die Per­son­alien vier weit­er­er Aktivis­ten wur­den über­prüft.

Ent­men­schlichte Kämpfer, die dafür bezahlt wer­den, mit allein zu Tötungszweck­en gebaut­en Geräten aus­gerüstet in frem­den Län­dern herumz­u­fahren, mögen es offen­sichtlich gar nicht, wenn man Krieg als eine Gefahr für die Unver­let­ztheit von Men­schen beze­ich­net.

Im Übri­gen bin ich der Mei­n­ung, dass die Bun­deswehr abgeschafft gehört.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Twenty Sixty Six And Then — The Way That I Feel Today

Was fehltEs ist Mon­tag und es wird warm. Das ist ein wenig schade, denn bald wer­den die Straßen und die Züge wieder gesäumt sein von schwitzen­den Men­schen mit zu wenig Zeit. Ein Salzstreuer, der keine Musik spielt, ist ein schlechter Salzstreuer, aber wer bin ich schon, dass ich mir Wer­turteile anmaße?

Es ist Mon­tag und es wurde gewählt. In der Hoff­nung, die Nazis so loswer­den zu kön­nen, hat die Wäh­ler­schaft Schleswig-Hol­steins lieber CDU und SPD, ein bewährtes Ges­pann auch auf Bun­de­sebene, wenn es darum geht, die Frei­heit­srechte mündi­ger Bürg­er zu beschnei­den, eine the­o­retis­che Koali­tion­s­mehrheit ver­schafft. Bei der Wahl zwis­chen gefährlichen Faschis­toiden und der AfD entschei­det sich der Möchte­gern-Intellek­tuelle dann doch lieber für ersteren Geg­n­er sein­er Frei­heit. Kol­lege Jour­nal­ist sagt, die SPD sei gut, also ist sie das auch. Im gle­icher­maßen faschis­toiden Frankre­ich — dem Land mit dem andauern­den Aus­nah­mezu­s­tand und der Totalüberwachung jedes men­schlichen Seins — wurde der­weil statt Marine le Pen zum Glück ein Europabefür­worter zum Ver­ant­wortlichen für die weit­ere Entrech­tung der Fran­zosen ernan­nt. Das Prob­lem war noch nie der Präsi­dent, es war, ist und bleibt die Poli­tik seines Par­la­ments. Ler­nen durch Schmerz, nur ohne Ler­nen.

In weit­eren verzicht­baren Nachricht­en: YouTube-Ner­ven­säge “Bibi” von “Bibis Beau­ty Palace” hat ein wun­der­schönes Lied aufgenom­men. Ich empfehle den Mon­tag jedoch stattdessen mit etwas angenehmer­er Musik zu begin­nen.

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Rassische Plugkontrolle

Am kom­menden Sonnabend find­et, natür­lich in Berlin, das “Queer Zine­fest” statt. “Queer” ist ein Adjek­tiv, das Geschlechtss­chiz­o­phrene für sich selb­st mitunter bevorzu­gen, und was ein “Zine­fest” ist, erk­lärt die Web­site zum Fest:

Zines sind selb­st ver­legte, unkom­merzielle, autonome Medi­en, die in allen denkbaren For­mat­en erscheinen kön­nen. (…) Zine­feste gel­ten als eine kreative, poli­tis­che und soziale Plat­form die durch Work­shops, Stände und ein­lan­den­den (sic!) Raum den Aus­tausch von Ideen, Selb­staus­druck und die Entste­hen ein­er Com­mu­ni­ty ermöglichen und fördern.

Wir ler­nen: Man kürze ein­fach das englis­che “mag­a­zine” als “Zine” ab, und schon hat man ein rebel­lis­ches neues Wort erschaf­fen. Diese Herange­hensweise an die englis­che Sprache stammt wie das Wort selb­st allerd­ings aus der aus­tralis­chen Umgangssprache, es han­delt sich also um einen dur­chaus geeigneten Fall von kul­tureller Aneig­nung: Die sich selb­st als weiß iden­ti­fizieren­den Organ­isatoren des “Zine­festes” übernehmen Sprach­marot­ten aus anderen Kul­turen zur Benen­nung ihrer Feiern. Sie soll­ten sich selb­st somit auf ihrer eige­nen Ver­anstal­tung Gelän­de­ver­bot erteilen:

Schwarze Men­schen und Peo­ple of Col­or erfahren Rassismus/Diskriminierung was unter anderem über ‚Kul­turelle Aneig­nung‘ aus­ge­drückt wird.
Daher möcht­en wir Freund*innen – , Interessierte‑, und andere Schwarze und of Col­or-Teil­nehmende am Queer Zine Fest unter­stüzten (sic!) und keine Dread­locks und Plugs von weißen Besucher*innen auf unserem Fest haben.

Was ein “Plug” ist und wie dessen Vorhan­den­sein über­prüft wer­den soll, möchte ich dann jet­zt auch gar nicht mehr so genau wis­sen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: OTUS — 7.83Hz

OTUS - 7.83HzApro­pos Bomben.

Unter der Schu­mann-Res­o­nanz ver­ste­ht man, wie die Schwarmintel­li­genz weiß, “das Phänomen, dass elek­tro­mag­netis­che Wellen bes­timmter Fre­quen­zen ent­lang des Umfangs der Erde ste­hende Wellen bilden”. Eine dieser Fre­quen­zen — die inten­sivste — liegt bei etwa 7,83 Hertz.

Das im März 2016 veröf­fentlichte Stu­dioal­bum “7.83Hz” der ital­ienis­chen Doom-Sludge-Band heißt sicher­lich nicht zufäl­lig so, denn mit der­ar­tiger Musik verbinde ich weniges so sehr wie Schall­wellen. Seine Wiederveröf­fentlichung im März 2017 ist ein willkommen­er Anlass, es ein­mal genauer zu begutacht­en.

OTUS — Theta Syn­chrony

Laut offizieller Beschrei­bung han­delt es sich bei “7.83Hz” tat­säch­lich um ein Konzep­tal­bum, das allerd­ings mit Schall­wellen weniger zu tun hat als mit ganz anderen Phänome­nen, indem es in ins­ge­samt drei Kapiteln das nicht völ­lig unbekan­nte Zitat Tim­o­thy Learys, man möge “ein­schal­ten, ein­stellen, aussteigen” (“turn on, tune in, drop out”), ver­tont.

Das Ergeb­nis freilich klingt weniger hip­piesk als die Beschrei­bung es glauben lassen mag, denn das hier ist, ver­dammt noch mal, Doom-Met­al mit ein­er Extra­por­tion Arschtritt, mithin: genau das Richtige für einen entspan­nten Feier­abend, wie ich meine.

OTUS — Avidya (full song)

Ich höre Postrock, Ston­er Rock und eine Menge aufges­tauter Energie; wer daran teil­haben möchte, dem sei Bandcamp.com ein Hafen.

Feuer frei.

PolitikIn den Nachrichten
Zuckerbomben für Afghanistan!

Stark und schön müssen sie sein, unsere tapfer­en Sol­dat­en im Osten, vom Volk geliebt und von Kindern beschenkt:

Die Rhein-Neckar-Zeitung (8. April 2017) berichtet unter der Schlagzeile »Fün­ftk­läss­er schick­en Oster­pakete an deutsche Sol­dat­en in Afghanistan« ger­adezu begeis­tert. »In der Feld­post waren dies­mal Oster­pakete mit Lecker­bis­sen und Wün­sche auf gesunde Heimkehr«, freut sich das Lokalblatt. »Unglaubliche 41 Kilo­gramm Leck­ereien kamen so zusam­men. Aber das war noch nicht alles, was die Schüler zum Mut­machen ver­sandten: In die Pakete legten sie für jeden Sol­dat­en einen Oster­brief mit vie­len Glücks- und Früh­lings­bildern, der her­zliche Grüße aus Neckargemünd nach Masar‑e Sharif über­mit­telte sowie ein Foto der Klassen mit dem stel­lvertre­tenden Schulleit­er Joachim Philipp, der eben­so wie Schulleit­er Horst Lin­ier das Vorhaben von Anfang an unter­stützte.«

Es ist immer wieder erfreulich, wenn der Nach­wuchs schon so früh lernt, was im Leben zählt; näm­lich ins­beson­dere ein glück­lich­es Ostern für die Heeres­gruppe Südasien. Blut Schoko­lade und Ehre, wem sie gebühren.

Die größten Arschlöch­er sitzen manch­mal in den kle­in­sten Schulen.

NetzfundstückeComputer
Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein?: Smartes für’n Arsch.

Dieser Artikel ist Teil 4 von 15 der Serie Mehr Inter­net in alles!

Aus dem Hause Monit stammt ein smartes Gerät, das automa­tisch den Windel­sta­tus des Nach­wuch­ses erriecht und so den Überwach­ern Eltern mit­teilt, dass es Zeit für die ver­mut­lich unan­genehm­ste Tätigkeit junger Eltern wird.

Wenn das Kind dann ein wenig älter ist, sollte es auf­passen, dass die Eltern nicht auch Ama­zons neue smarte Kam­era “Echo Look” gekauft haben, die wohl als Ersatz für richtige Fre­unde konzip­iert wurde, indem sie ver­sucht zu ermit­teln, in welch­er Klei­dung man bess­er aussieht als in der anderen; selb­stver­ständlich mit Livean­bindung an US-amerikanis­che Serv­er, die sozusagen in direk­ter Nach­barschaft neben Servern der CIA existieren.

Auch in Deutsch­land liefen die Wer­bekam­pag­nen für Ama­zons dig­i­tale Haushalt­shil­fen, die eher so neben­bei das intim­ste Pri­vatleben sein­er Besitzer anderen Leuten zur Ver­fü­gung stellen, bis­lang recht erfol­gre­ich an.

Was kann schon schiefge­hen?

:wallbash:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
The Black Angels — Entrance Song // Der dümmste Klaas Heufer-Umlauf, der je gelebt hat

Jetzt 'n Panda!Es ist Mon­tag, Tag der Arbeit und frei ist’s auch noch. Die heuti­gen Nachricht­en wird man nicht lesen wollen, denn es ist abse­hbar, dass manche Gewalt­tat blu­mig (etwa als “Aktivis­mus”) umschrieben wer­den wird. Wenig­stens muss man das Bett heute nicht ver­lassen, um das haut­nah mitzuer­leben; und wenig­stens ist haut­nah auch so ein Wort, das an einem Mon­tag­mor­gen trotz­dem immer wieder einen Schauer her­auf­beschwört. Men­schlichkeit ist nicht der beste Charak­terzug des Men­schen.

Vergesslichkeit allerd­ings auch nicht: Das geplante Inter­net­zer­störungs­ge­setz der schei­den­den — hehe, “Schei­de” — und ver­mut­lich auch kom­menden Bun­desregierung hätte fast ein Erfolg wer­den kön­nen; bedauer­licher­weise hat jemand bemerkt, dass es aktiv dazu auf­fordert, dass Inter­net­zu­gangsan­bi­eter mit Inkraft­treten zum länger­fristi­gen Spe­ich­ern auch von Kinder­pornografie verpflichtet wür­den. Spe­ich­ern statt Löschen, gegen so was sind wir (lies: die) 2009 noch auf die Straße gegan­gen — das war freilich, bevor die Piraten­partei Wahlkampf lieber mit bezahlbarem Wohn­raum, Geschlechter­fra­gen und kosten­losem Geld für alle als mit so Net­zkram gemacht hat.

In der Türkei indessen ist aus­nahm­sweise promi­nent nicht Face­book oder Twit­ter, son­dern die Wikipedia ges­per­rt wor­den. Aus poli­tis­ch­er Sicht ist das natür­lich nur allzu ver­ständlich, denn wenn jed­er Bürg­er eines Unrechtsstaates ein­fach so die eine Def­i­n­i­tion eines Unrechtsstaates nach­le­sen kann, ist das der staatlichen Rep­u­ta­tion ver­mut­lich eher abträglich. Fol­gerichtig erwä­gen die Außen­min­is­ter der Europäis­chen Union (zu denen, wir erin­nern uns schmerzverz­er­rt, unser­er­seits Sig­mar Gabriel zählt) die Beitrittsver­hand­lun­gen mit der Türkei unbeir­rt fortzuset­zen. Wer jet­zt noch die Briten für unbeson­nen hält, weil sie es gar nicht erwarten kön­nen, dieses entset­zliche Kon­strukt “Europäis­che Union” endlich hin­ter sich zu lassen, der gehört ver­mut­lich auch zu den­jeni­gen Men­schen, die gele­gentlich einen anderen Men­schen dafür bezahlen, ihnen kör­per­liche und seel­is­che Schmerzen zu bere­it­en. Ja, Her­rin! Ich bin ja kein EU-Skep­tik­er, aber ich ahne, warum ein Staat mit stark­er, nicht schützen­der Hand bei den Heck­ler-und-Koch-Funk­tionären und den Inter­net­missver­ste­hern einen ein­wand­freien Ruf genießt.

Durch die Nachricht­en geht der­weil Klaas Heufer-Umlauf, zweite Hälfte des über­ra­gend unsym­pa­this­chen Komik­er­du­os Joko und Klaas, das seinem Haussender ProSieben gute Dien­ste beim Ver­such leis­tet, eine Alter­na­tive zum min­destens eben­so unerträglichen und erschreck­end infan­tilen Jan Böh­mer­mann zu etablieren. Beifall erhielt ebendieser (dieser Klaas, nicht jen­er Jan) dem Vernehmen nach für ein flam­mendes Plä­doy­er für das Weit­erbeste­hen ein­er starken Europäis­chen Union, wobei Panz­er sicher­lich helfen mögen. Ein weit­eres Zer­brechen der Union auf­grund unüber­legter Entschei­dun­gen des Volkes würde bedeuten, “wir” seien “die dümm­ste Gen­er­a­tion, die je gelebt hat”, und während ich mir da mit Blick auf ver­schiedene Kriege in der deutschen Ver­gan­gen­heit noch nicht so ganz sich­er bin, würde ein Zutr­e­f­fen dieser Ver­mu­tung aber zumin­d­est erk­lären, wie eine Flitzpiepe wie Klaas Heufer-Umlauf es über­haupt ins öffentliche Bewusst­sein schaf­fen kon­nte.

Was allerd­ings viel mehr öffentlich­es Bewusst­sein ver­di­ent hätte: Musik.

The Black Angels — Entrance Song

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenComputer
Äpfel und Birnen

Alt: Äpfel mit Bir­nen ver­gle­ichen und dafür aus­gelacht wer­den.

Neu: Äpfel mit Bir­nen ver­gle­ichen und gewin­nen!

In einem Rechtsstre­it kon­nte Apple einen Sieg erzie­len. Die EU-Marken­rechts­be­hörde EUIPO fol­gte dem Ein­spruch des Unternehmens mit dem Logo eines ange­bis­se­nen Apfels. Laut der Behörde hat die Sil­hou­ette ein­er Birne zu viel Ähn­lichkeit mit dem Apple-Motiv.

:wallbash:

Sonstiges
Medienkritik CIV: “JOY”: Du bist schön*.

Gewohnt son­der­bar ist natür­lich auch die Maiaus­gabe der andauern­den “JOY”, deren Titel­seite den Spa­gat zwis­chen der ange­blichen Schön­heit des Lesers und mancher­lei Vorschlag zur Verbesserung dieser Schön­heit durch das aufge­druck­te Bild von Mila Kunis, deren vis­age mich auch nach Jahren noch nicht zu reizen ver­mag, nicht etwa endgültig ad absur­dum führt, son­dern qua­si per­fek­tion­iert.

You are beau­ti­ful, aber Trick­jeans, ein volles Porte­mon­naie (wen­ngle­ich mit sym­pa­this­ch­er Schreib­weise) und natür­liche Schön­heit dank Deck­farbe im Gesicht soll­ten es schon sein. Mich per­sön­lich spricht allerd­ings vor allem “NETFLIX & SCHLANK” an: Nicht vom Sofa auf­ste­hen zu müssen har­moniert ganz gut mit mein­er momen­ta­nen Leben­s­pla­nung.

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Netzfundstücke
Genüsse im Erlebnisfahrstuhl

In einem dieser “Lusti­gen Taschen­büch­er” gab es ein­mal eine Geschichte, in der Klaas Klever und Dagob­ert Duck darum wet­teifer­ten, wessen Flughafen den Gästen einen angenehmeren Aufen­thalt beschere, was natür­lich damit endete, dass nie­mand mehr eines ihrer Flugzeuge benutzen wollte, weil der Flughafen mehr zu bieten hat­te als jed­er Urlaub.

Keine Ahnung, wie ich ger­ade darauf komme.

Ein besseres “Fahrstuhl-Erleb­nis” sollen den Fahrgästen auch inter­ak­tive und per­son­al­isierte News- und Enter­tain­ment-Ange­bote ver­schaf­fen.

“Und — wo waren Sie im Urlaub?”
“Im Erleb­n­is­fahrstuhl, Chef. Da gab es sog­ar Reklame umson­st!”

:wallbash: