NerdkramsIn den Nachrichten
Der mensch­li­che Android-Tro­ja­ner

In den frü­hen 1990er Jah­ren mach­te sich im Use­net – für die Jün­ge­ren: wie Chat, nur ohne Emo­jis, dafür mit rich­ti­ger Gram­ma­tik – der zur dama­li­gen Zeit noch als Aus­druck von Krea­ti­vi­tät gel­ten­de „Signa­tur­vi­rus“ breit, der dar­in bestand, dass man zwecks des­sen Aus­brei­tung einen Text, der über­setzt unge­fähr „ich bin ein manu­el­ler Virus, bit­te kopie­ren Sie mich“ lau­te­te, in sei­ne eige­ne Signa­tur über­neh­men soll­te. Wie die mei­sten eini­ger­ma­ßen amü­san­ten Meme aus der dama­li­gen Zeit schaff­te auch die­ser „Signa­tur­vi­rus“ per Muta­ti­on die Aus­brei­tung ins Web und tauch­te in den fol­gen­den Jah­ren – oft erwei­tert um „bit­te löschen Sie eine oder meh­re­re Datei­en“, denn das Web war von Anfang an reich an Benut­zern, die fein­sin­ni­gen Humor lie­ber mit dem Holz­ham­mer ein­ge­prü­gelt bekom­men woll­ten – als afgha­ni­scher, elbo­ni­scher, iri­scher, alba­ni­scher, schwe­di­scher, pol­ni­scher, mexi­ka­ni­scher oder sonst­wo­her stam­men­der „Virus“ immer mal wie­der auf.

Es ist schön, dass die­se Tra­di­ti­on nicht ver­ges­sen wird:

Eine (…) Vari­an­te das Ban­king-Tro­ja­ners Svpeng hat es auf Android-Gerä­te abge­se­hen und soll seit Juli auf der Jagd nach Ban­king- und Kre­dit­kar­ten-Daten sein. (…) Eine Infek­ti­on ist nicht ohne wei­te­res mög­lich: Svpeng lau­ert als Flash Play­er getarnt auf Web­sei­ten. Ein Opfer muss dem­zu­fol­ge gezielt eine der­ar­ti­ge Sei­te auf­ru­fen, den Schäd­ling her­un­ter­la­den und instal­lie­ren. Anschlie­ßend muss es sogar noch den Zugriff auf die Acce­s­si­bi­li­ty Ser­vices des Android-Systems erlau­ben. (…) Erst wenn das alles erfüllt ist, kann Svpeng Daten abgrei­fen.

27 Pro­zent der erkann­ten Infek­tio­nen, heißt es, sei­en in Deutsch­land gefun­den wor­den, was wie­der ein­mal dafür spricht, dass es eine ziem­lich bescheu­er­te Idee ist, hier­zu­lan­de jedem ohne vor­he­ri­ge Rei­fe­prü­fung einen Inter­net­zu­gang zu ver­kau­fen.

Viel­leicht soll­ten wir ein­fach abwar­ten, bis die Evo­lu­ti­on die­ses Pro­blem gelöst hat.

SonstigesIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 2. August 2017

Der welt­größ­te Anbie­ter uner­wünsch­ter Rekla­me testet „ab sofort“ die Blocka­de uner­wünsch­ter Rekla­me aus ande­rer Hand als der eige­nen. Gro­ße Freu­de ist im Publi­kum zu hören, denn wer wür­de nicht sei­nem Rekla­me­an­bie­ter ver­trau­en?


Was hat uns allen denn noch drin­gend gefehlt? Rich­tig: Ein Atom­krieg, schreibt die „FAZ“.


Das Bran­den­bur­ger Ober­lan­desnudelgericht hat beschlos­sen, dass die däm­li­che „Kir­che des flie­gen­den Spa­ghet­ti­mon­sters“ kei­ne Reli­gi­ons­ge­mein­schaft sei, weil „sie kei­ne gemein­sa­me Sicht auf die Welt habe, aus der sie Wer­te ablei­te“, was im Umkehr­schluss bedau­er­li­cher­wei­se jede Par­tei zu einer poten­zi­el­len Reli­gi­on erklärt. Hof­fent­lich will die SPD nicht auch noch Kir­chen­steu­ern von Gering­ver­die­nern haben.


Es gibt tat­säch­lich Ein­und­zwan­zig­jäh­ri­ge unter uns, die gegen die Über­wa­chung Unschul­di­ger nichts ein­zu­wen­den haben, weil sie neue Über­wa­chungs­tech­ni­ken so span­nend fin­den. Wo bleibt die ver­damm­te Apo­ka­lyp­se?


Über­ra­schung des Tages: Inter­net­fä­hi­ges Gerät mit Mikro­fon drin könn­te zur Über­tra­gung von Gesprä­chen ins Inter­net genutzt wer­den,wun­dert man sich beim „Stan­dard“.


💩, aber im Kino.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Peta ver­klagt Maka­ken!

Lau­ra Hert­rei­ter („Süd­deut­sche Zei­tung“, möch­te nicht ver­linkt wer­den) schreibt über aktu­el­le Vor­gän­ge zum vor inzwi­schen drei Jah­ren berühmt gewor­de­nen sel­fie eines Maka­ken:

Der Foto­graf hin­ter dem berühm­ten Affen-Sel­fie bereut das Bild inzwi­schen und ist offen­bar plei­te, weil ihn die Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Peta ver­klagt.

Das hät­te ich ja nicht von Peta gedacht, dass die mal Geld von einem Affen haben wol­len.

In den NachrichtenWirtschaft
Abschlie­ßend ange­merkt zum Abgas­skan­däl­chen und sei­nen Fol­gen

So bescheu­ert, als Reak­ti­on dar­auf, dass sich über­ra­schend her­aus­ge­stellt hat, dass die eige­ne Annah­me, ein Auto mit Aus­puff hin­ten dran gehe ver­gleichs­wei­se scho­nend mit der Umwelt um, völ­lig hirn­ris­sig war, nicht etwa über sein Ver­hält­nis zu Autos und/oder der Umwelt, son­dern dar­über, wen man nun wie für die­sen Hirn­riss ver­kla­gen kann, nach­zu­den­ken, muss man ja auch erst mal sein.

NetzfundstückeMontagsmusik
Flash the Rea­dies – Kris

Ist noch Sonne?Mon­tag. Ich mei­ne: Juhu, Mon­tag! Der ver­rück­te Fei­er­som­mer nimmt kein Ende, in den USA wird hier­für eigens Schlamm gekauft, damit man was hat, um sich dar­in voll­zu­sau­en. Wohl dem, der kei­ne Sau ist; wohl dem, der zum Bei­spiel ein Pan­da­bär ist und uner­kannt in Bäu­men her­um­sitzt.

Dann kann einen auch der Femi­nis­mus linkster Natur kalt las­sen, der anson­sten gera­de im Inter­net her­um­SPONt, dass der her­ri­sche Umgangs­ton, der die Nazis bis­lang in die Schran­ken wei­sen soll­te, womög­lich über­haupt erst den Erfolg der Nazis befeu­ert hat; um dann, weil die Denk­strecke wie­der ein­mal unüber­wind­bar lang war, doch schnell das Gespenst der femi­ni­sti­schen Quer­front in Gestalt von Ali­ce Schwar­zer als Schul­di­gen aus­zu­ma­chen. Bloß nichts ändern, man könn­te ja mal aus Ver­se­hen etwas ver­bes­sern.

Ein Pro­blem, das die kaput­te Linux­welt zwei­fel­los nicht hat, denn dort ver­bes­sert man nichts: Der Pwnie Award für die lahm­ste Ant­wort eines Soft­ware­ver­triebs ging in die­sem Jahr an Lenn­art Poet­te­ring, den ver­dien­ten Zer­stö­rer des küm­mer­li­chen Rests von Linux‘ irgend­wann ein­mal leid­lich gutem Ruf. Unter Win­dows ist man wenig­stens nur mit Unter­neh­men wie EaseUS gestraft, mit denen man ver­mut­lich auch lie­ber nichts zu tun haben möch­te.

Mit einem jedoch etwas zu tun zu haben wird hof­fent­lich nie­mals enden, näm­lich Musik.

Flash the Rea­dies – Kris (live CRO ses­si­on)

Guten Mor­gen.

SonstigesMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik CVI: Si tacui­s­ses…

Das Maga­zin „Hohe Luft“ – Unter­ti­tel: „Für alle, die Lust am Den­ken haben“ – gehört zu den weni­gen Maga­zi­nen, deren Erschei­nun­gen ich regel­mä­ßig zumin­dest inhalt­lich zur Kennt­nis neh­me. Das wesent­li­che The­ma des Maga­zins ist die Phi­lo­so­phie, und wäh­rend Ador­no und Alt­grie­chen in der Redak­ti­on offen­bar als gesetzt gel­ten, hat doch jede ein­zel­ne Aus­ga­be ein ande­res Haupt­the­ma. Wie auch in der vor vie­len Jah­ren noch grund­sätz­lich lesens­wer­ten „c’t“, die irgend­wann um 2014 her­um zum Linux-Fan­ma­ga­zin ver­kom­men ist, neh­me ich jedoch auch in der „Hohen Luft“ all­mäh­lich einen qua­li­ta­ti­ven Ver­fall wahr.

Nor­ma­ler­wei­se geht es an die­ser Stel­le um Frau­en­ma­ga­zi­ne und ihr merk­wür­di­ges Bild von Män­nern. So ähn­lich ist es auch heu­te, denn die Redak­ti­on der „Hohen Luft“ hat eine recht hohe Frau­en­quo­te. Sel­ten aber war das so offen­sicht­lich wie dies­mal.

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KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: The Notwist – Neon Gol­den

Selt­sa­me Umstän­de lie­ßen aus­ge­rech­net mich vor eini­gen Tagen das wun­der­sa­me Album „Neon Gol­den“ der ehe­ma­li­gen ober­bay­ri­schen Schram­mel­punk­band The Notwist ken­nen­ler­nen. Es war gut.

Wie der geneig­te Leser längst weiß, nah­men The Notwist einst Musik auf, die sich mit mei­nen hier mit­un­ter kund­ge­ta­nen Vor­lie­ben kei­nes­wegs offen­sicht­li­che Über­schnei­dun­gen auf­wies, näm­lich mit weni­gen Aus­nah­men (wie pri­ma ich „Win­ter“ fin­de, erläu­te­re ich viel­leicht spä­ter ein­mal) erschreckend unin­ter­es­san­te Hard­cor­e­mu­sik. Das änder­te sich mit jedem Album ein wenig mehr, besag­ter Hard­core wich all­mäh­lich – wohl auch Beset­zungs­wech­seln zum Dank – elek­tro­nisch ori­en­tier­tem Art­pop mit einem durch­aus jazz­ähn­li­chen Ein­schlag. Mir soll es Recht sein.

The Notwist – Pick Up The Pho­ne

Auf ihrem 2002 erschie­ne­nen sech­sten Stu­dio­al­bum „Neon Gol­den“, dem letz­ten mit Schlag­zeu­ger Mar­tin Mes­ser­schmidt, ist von der unge­stü­men Ama­teur­band aus den Anfangs­jah­ren ent­spre­chend auch nicht mehr viel zu hören, statt­des­sen bie­tet das dama­li­ge Quar­tett eine Son­der­vor­stel­lung in süß­li­chem Bel­le-and-Seba­sti­an-Folk­pop einer- und effekt­ge­stütz­ter elek­tro­ni­scher Tanz­mu­sik („Indie­tro­nic“, behaup­tet die Wiki­pe­dia, hei­ße das heu­te) ande­rer­seits, die mit gewal­ti­ger Melan­cho­lie aus dem Kopf­hö­rer und/oder Laut­spre­cher tropft.

The Notwist – This Room

Und dann hat die­se Band auch noch die Chuz­pe, dass das kei­nes­wegs kleb­rig oder bloß depri­mie­rend, son­dern ins­ge­samt höchst ange­nehm klingt, wofür ich mich Sän­ger und Gitar­rist Mar­kus Acher aus­drück­lich und daher sepa­rat zu dan­ken gera­de­zu ver­pflich­tet füh­le, denn müss­te ich mir ein­mal eine am besten mit „schön“ zu beschrei­ben­de Sän­ger­stim­me aus­su­chen, ich wähl­te die sei­ne.

Sicher: Nach dem Durch­lauf von „Neon Gol­den“ wünscht man sich den sofor­ti­gen Beginn einer Fei­er, denn es bleibt schon etwas hän­gen vom trans­por­tier­ten Seuf­zen, jedoch ist der Weg dahin kein ver­reg­ne­ter, son­dern einer, den zu beschrei­ten die Lust auf eine Wie­der­ho­lung (oder wenig­stens den Rück­weg) nicht nimmt.

Neon­gold scheint eine wun­der­ba­re Far­be zu sein.

Politik
Die Ver­tei­di­gung Euro­pas mit den Mit­teln des Bou­le­vards

Manches ändert sich nie.Die bis­he­ri­ge Siche­rung der euro­päi­schen Außen­gren­zen zwecks Lösung der „Flücht­lings­fra­ge“ (Ste­fan Win­ter­bau­er, Meedia.de) bestand neben rie­si­gen Zäu­nennie­mand hat die Absicht und so wei­ter – unter ande­rem auch aus akti­ver Siche­rung durch die Agen­tur Fron­tex und ihrer Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­ti­on. Die amtie­ren­de deut­sche Bun­des­re­gie­rung beschreibt deren Auf­ga­be so:

Die neue Agen­tur ist lei­stungs­fä­hi­ger und bes­ser aus­ge­rü­stet, um den migra­ti­ons- und sicher­heits­po­li­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen an Euro­pas Außen­gren­zen zu begeg­nen. Erwei­ter­te Zustän­dig­kei­ten und neue Befug­nis­se wer­den es ihr erlau­ben, erfolg­reich zu arbei­ten.

Bei „migra­ti­ons­po­li­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen“ han­delt es sich ver­mut­lich um den all­jähr­li­chen Wett­be­werb um neue Rekor­de betreffs der erfolg­reich an der unbe­scha­de­ten Ankunft in Euro­pa gehin­der­ten Men­schen. „Her­aus­for­de­run­gen“ nennt die Bun­des­re­gie­rung die­se Men­schen, und wäh­rend ich Men­schen eben­falls für ziem­lich anstren­gend hal­te, wür­de ich trotz­dem lie­ber davon Abstand neh­men wol­len, sie zu mei­nem eige­nen Schutz ertrin­ken zu las­sen.

Poli­tisch für das Ertrin­ken all die­ser Men­schen ver­ant­wort­lich ist in Deutsch­land wie auch auf höhe­rer euro­päi­scher Ebe­ne vor allem die CDU, die zu wäh­len immer noch zu vie­le Men­schen nicht aus­rei­chend anwi­dert; die glei­che CDU natür­lich, die auch mei­ne Über­wa­chung for­dert, um mich vor mir selbst zu schüt­zen, und also eine ziem­lich absur­de Defi­ni­ti­on von „Schutz“ durch­zu­set­zen ver­sucht; ich besit­ze immer­hin aus­rei­chend vie­le Kennt­nis­se, um mich selbst „hacken“ zu kön­nen (näm­lich: die mei­ner Pass­wör­ter). Gleich­wohl kom­men nur die Wenig­sten der sonst­wie abge­brüh­ten War­ner und Mah­ner auf die Idee, den längst fäl­li­gen Auf­stand gegen die CDU zu pro­ben, Par­tei­tags­blocka­den und „Nazis!“-Gebrüll auf allen Kanä­len ein­ge­schlos­sen, denn die CDU ist eta­bliert, da macht man so etwas nicht. Statt­des­sen belä­stigt man also irgend­wel­che Popel­par­tei­en, die bei der Selbst­de­mon­ta­ge nun wirk­lich kei­ne Hil­fe von außen brau­chen und deren außen­po­li­ti­sche Gefähr­lich­keit sowie­so von über­schau­ba­rer Grö­ße ist, mit sei­nem wich­tig­tue­ri­schen Quatsch.

Iden­ti­tä­re See­fah­rer und der Natio­na­lis­mus

Zu den wei­te­ren Grup­pie­run­gen, auf deren Äch­tung sich die Bewah­rer von Frei­heit und Demo­kra­tie geei­nigt zu haben schei­nen, gehört auch die „Iden­ti­tä­re Bewe­gung“, die offen­bar der aktio­ni­sti­sche Arm der CDU ist und zum Bei­spiel dadurch, vom Bran­den­bur­ger Tor ein Spruch­band mit der Auf­schrift „Siche­re Gren­zen – siche­re Zukunft“ her­ab­ge­las­sen zu haben, was nicht nur der „Tages­spie­gel“ anschei­nend als Beleg dafür wer­tet, dass es sich hier um eine „völ­ki­sche Bewe­gung“ han­delt, medi­al auf­fäl­lig gewor­den ist. Dass die Medi­en schon zuvor die von der „iden­ti­tä­ren Bewe­gung“ durch­ge­führ­te Demon­stra­ti­on gegen das „NetzDG“ (ich berich­te­te) als ver­such­te Stür­mung bezeich­ne­ten, als sei wüten­der Pro­test gegen staat­li­che Zen­sur­be­stre­bun­gen plötz­lich gesell­schafts­feind­li­ches Rebel­len­tum, ver­wun­dert ange­sichts des son­sti­gen media­len Umgangs mit Geg­nern die­ses Geset­zes kaum: Wer was gegen Zen­sur hat, ist Nazi! – Wenn die For­de­rung nach „siche­ren Gren­zen“ (ob eine nicht siche­re Gren­ze über­haupt noch eine Gren­ze oder bloß ein Rand ist, wäre sprach­wis­sen­schaft­lich sicher­lich auch nicht unin­ter­es­sant, soll hier aber kei­ne Rol­le spie­len) und damit einer „siche­ren Zukunft“ jedoch bereits ein Zei­chen für eine „völ­ki­sche Bewe­gung“ mit „natio­na­li­sti­schen Bot­schaf­ten“ ist, die man drin­gend im Auge behal­ten soll­te, ist viel­leicht das Wahl­pro­gramm der CDU/CSU für die kom­men­de Bun­des­tags­wahl doch noch ein­mal einen wei­te­ren Blick wert, denn dort ist auf Sei­te 56 zu lesen:

Euro­pa muss sei­ne Außen­gren­zen wirk­sam gegen ille­ga­le Migra­ti­on schüt­zen, die Grenz­schutz­agen­tur Fron­tex stär­ken und das Euro­päi­sche Asyl­sy­stem voll­enden. Bis der Schutz der EU-Außen­gren­zen funk­tio­niert, hal­ten wir an Bin­nen­grenz­kon­trol­len fest.

Die­se völ­kisch-natio­na­li­sti­sche Bewe­gung soll­te in der Tat drin­gend aus dem Bun­des­tag fern­ge­hal­ten wer­den. Dass Natio­na­lis­mus fak­tisch Vor­aus­set­zung für die lang­fri­sti­ge Exi­stenz eines Staa­tes und kein Syn­onym für Pfui­pa­trio­tis­mus ist, sich zum sprach­li­chen Ver­klei­nern eines als gefähr­lich ange­se­he­nen poli­ti­schen Geg­ners also kaum eig­net, las­se ich aus­nahms­wei­se ein­mal durch­ge­hen. Wäh­rend aber das Tra­gen von CDU-Signets als „Wahl­kampf“ ver­harm­lost wird und die Akteu­re gemein­hin „Kon­ser­va­ti­ve“ genannt wer­den, obwohl das min­de­stens pas­si­ve Erträn­ken von Men­schen in Not mit Bewah­rung – so lau­tet der ursprüng­li­che Wort­sinn von Kon­ser­va­ti­vis­mus – weni­ger zu tun haben dürf­te als mit der Rein­hal­tung der euro­päi­schen Ras­se durch Aus­schluss Exter­ner, wird die Sym­pa­thie für eine Grup­pe, die eben­die­se Exter­nen gewalt­los um ihre Heim­kehr zu bit­ten beab­sich­tigt, aus genau die­ser Ecke unter brei­tem Bei­fall aus dem Volk ihrer­seits „Ras­sis­mus“ geschol­ten, wie es im Fall der jun­gen kana­di­schen You­Tube­rin Lau­ren Sou­thern (das war die mit dem Patre­on-Zwi­schen­fall) pas­sier­te.

Euro­pa Boot für Boot ver­tei­di­gen

Im Jahr 2017 näm­lich mie­te­te sich eine von besag­ter You­Tube­rin bewor­be­ne Grup­pe aus dem Kreis der „Iden­ti­tä­ren Bewe­gung“ unter dem Mot­to „Defend Euro­pe“ – „ver­tei­digt Euro­pa“ – auf Spen­den­ba­sis ein Schiff (All­er­gi­ker­war­nung: Pri­mär­quel­le) mit dem vor­geb­li­chen Ziel, das von Men­schen­händ­lern gemach­te Geschäft mit der Ein­wan­de­rung vor der ita­lie­ni­schen Küste durch „Inter­ven­ti­ons- und Auf­klä­rungs­ar­beit“ zumin­dest ein­zu­däm­men, also die Fol­gen der men­schen­feind­li­chen Poli­tik der CDU gering­fü­gig zu lin­dern. Das gefällt nicht allen, denn Flücht­lings­po­li­tik ist ein The­ma, über das der Dis­kurs oft von Emo­tio­nen und nicht Gedan­ken bestimmt wird. Die Waf­fen, die also auf­ge­fah­ren wur­den, waren wohl gewählt, denn man griff flugs zum Schärf­sten, das man gera­de her­um­lie­gen hat­te, näm­lich zu Twit­ter: Unter dem Hash­tag „#Def­und­De­fen­d­Eu­ro­pe“ wur­de dazu auf­ge­ru­fen, den finan­zi­el­len Spiel­raum der „Iden­ti­tä­ren Bewe­gung“ in siche­re Gren­zen zu lei­ten, und das ver­meint­li­che Schei­tern fort­an kom­men­tiert. Medi­al beglei­tet wur­de das Getag­ge natür­lich von der „taz“, die den Vor­wurf unsau­be­rer jour­na­li­sti­scher Arbeit zwar nicht sehr schätzt, sich aber trotz­dem dazu hin­rei­ßen ließ, Beob­ach­tung mit Recher­che zu ver­wech­seln, indem sie bezie­hungs­wei­se ihr mit „Repor­ta­ge & Recher­che“ unter­ti­tel­ter Redak­teur Chri­sti­an Jakob, der mit sei­nen Lesern auf Twit­ter auch schon mal Blog­ar­ti­kel des frag­wür­dig agie­ren­den „lin­ken“ Autors Sören Kohl­hu­ber teilt, in einem Arti­kel, in dem Lau­ren Sou­thern „Lau­ra Sou­thern“ und das Bou­le­vard­blatt „Dai­ly Mail“ in guter jour­na­li­sti­scher Tra­di­ti­on „Kra­wall­blatt“ genannt wird, behaup­te­te, die Besat­zung des Miet­schiffs bestehe, haha, selbst aus ille­gal Migrie­ren­den und „Defend Euro­pe“ sei, was nicht bloß ver­ein­fa­chend, son­dern schlicht unrich­tig ist, eine „Anti-Flücht­lings-Mis­si­on“. Dass die auf Face­book zu fin­den­de Gegen­dar­stel­lung (Vor­sicht: Face­book!) der Orga­ni­sa­to­ren dem­sel­ben Chri­sti­an Jakob zwar eben­falls kei­nen Link (denn das Nen­nen von Quel­len ist sooo 90er und außer­dem Nazi), wohl aber eine Ver­schär­fung des Ton­falls wert war, indem er sie pau­schal in einen Sack mit der Auf­schrift „die Neo­na­tio­na­li­sten“ – weit ist es nicht mehr bis „die Nazis“ – steck­te, ist ein durch­aus aus­kunfts­freu­di­ger Umstand.

Über die Exi­stenz – wovor eigent­lich? – gut geschütz­ter euro­päi­scher Außen­gren­zen lie­ße sich sicher­lich aus­führ­lich dis­ku­tie­ren und bestimmt ist das auch bereits viel­fach pas­siert; die Ver­harm­lo­sung der offen­bar men­schen­feind­li­chen und, glaubt man den Ver­harm­lo­sern selbst, ras­si­sti­schen CDU durch ein­sei­ti­ge nega­ti­ve Kon­no­ta­ti­on gemä­ßig­ter Akti­vi­sten ist jedoch kein Zei­chen von Mensch­lich­keit, son­dern Aus­druck eines blan­ken Zynis­mus, der, sofern man sich selbst als einen Huma­ni­sten ver­stan­den wis­sen möch­te, nicht bloß Skep­sis ern­ten soll­te.

Ver­ständ­nis­fra­ge zum Abschluss

Weil ich mich sehr ungern unab­sicht­lich unbe­liebt mache, sich mei­ne Infor­ma­ti­ons­quel­len jedoch nicht durch beson­de­re Hete­ro­ge­ni­tät her­vor­tun, stel­le ich die Fra­ge, deren Ant­wort mir dabei hel­fen könn­te, etwa­ige Fett­näp­fe aus die­sem The­men­be­reich zu umge­hen, zum Abschluss ein­mal an die­ser Stel­le:

Die „Iden­ti­tä­re Bewe­gung“ ist mora­lisch abzu­leh­nen und man soll­te ihre Akti­vi­tä­ten drin­gend unter­bin­den, weil sie den Zuzug ille­gal trans­por­tier­ter Flücht­lin­ge ver­hin­dern möch­te, vor Mini­ste­ri­en gegen von der All­ge­mein­heit für grund­rechts­feind­lich gehal­te­ne Geset­ze demon­striert und auf dem Bran­den­bur­ger Tor siche­re Gren­zen for­dert. Die CDU hin­ge­gen ist ein wert­vol­ler, zu schüt­zen­der Teil der par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie, weil sie den Zuzug ille­gal trans­por­tier­ter Flücht­lin­ge ver­hin­dern möch­te, im Bun­des­tag für von der All­ge­mein­heit für grund­rechts­feind­lich gehal­te­ne Geset­ze votiert und in ihrem Wahl­pro­gramm siche­re Gren­zen for­dert.

Stimmt das so?

In den NachrichtenComputer
Nicht mal Zukunft kann die­ses Paint!

Auf aus­ge­rech­net „ZEIT ONLINE“ läster­te Eike Kühl am ver­gan­ge­nen Diens­tag über das unto­te Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm Micro­soft Paint:

Erst mit Win­dows 98 gab es über­haupt stan­dard­mä­ßig die Opti­on, Bil­der als JPG oder GIF zu spei­chern.

Wäh­rend natür­lich all die Kon­kur­renz­pro­gram­me, die schon „Mit­te der neun­zi­ger Jah­re“ (ebd.) so viel bes­ser waren als die­ses „für anspruchs­vol­le Bild­be­ar­bei­tung (…) nicht zu gebrau­chen­de“ (dto.) Paint, das Datei­for­mat JFIF, das im Novem­ber 1996 als Trä­ger­for­mat für JPEG-Daten spe­zi­fi­ziert wur­de, schon min­de­stens unter Win­dows 95, ach was!, Win­dows 3.11 unter­stütz­ten und nicht erst unter Win­dows 98, des­sen erste Vor­ab­ver­si­on im Dezem­ber 1996 erschien.

Was macht Eike Kühl eigent­lich beruf­lich?

Netzfundstücke
Ama­zon: Kun­den fra­gen, Leser fasst es nicht.

Dass Amazon.de seit eini­gen Jah­ren sei­ne Kun­den nicht nur Tand kau­fen, son­dern auch noch kosten­los Pro­dukt­un­ter­stüt­zung für die­sen Tand lei­sten lässt, indem sie gele­gent­lich dar­um gebe­ten wer­den, Fra­gen ande­rer Kun­den zu bestimm­ten Pro­duk­ten zu beant­wor­ten, hat sich mitt­ler­wei­le sicher­lich schon eben­so her­um­ge­spro­chen wie der Umstand, dass die­se Her­an­ge­hens­wei­se des Unter­neh­mens offen­sicht­lich bes­ser erklärt wer­den müss­te.

Nicht mehr aus­zu­schlie­ßen ist jedoch, dass Amazon.de für die oft ziem­lich blö­den Kun­den­fra­gen und ‑ant­wor­ten nicht viel kann. Die Leu­te sind ein­fach doof.

Neh­men wir als ein­fa­ches Bei­spiel ein­mal das prä­gnant beti­tel­te Pro­dukt „Han­dy Hal­te­rung, Lamicall iPho­ne Dock : Han­dy­hal­te­rung, Han­dy Hal­ter, Pho­ne Stän­der, Han­dy Stän­der für“, ein­at­men, aus­at­men!, „iPho­ne 7, 7 Plus, 6s 6 / Plus, SE, 5 5s 5c, Sam­sung A3 A5 J3 J5 J7 S6 S7 S8, Hua­wei P8 P9 P10 / Lite, Honor 6X, 8, Tisch Zube­hör, Schreib­tisch, E‑Reader, ande­re Smart­phone – Schwarz“, offen­sicht­lich ein­ge­stellt von irgend­ei­ner men­ta­len Knack­wurst, die im SEO-Grund­kurs gelernt hat, dass mehr Wör­ter unab­hän­gig von ihrer Schreib­wei­se grund­sätz­lich mehr Geld ein­brin­gen. Schon aus dem Titel – wenn man in der gesell­schafts­üb­li­chen Lese­faul­heit schon dar­auf ver­zich­tet, die eigent­li­che Beschrei­bung näher zu betrach­ten – soll­te schnell her­vor­ge­hen, dass hier – im Gegen­satz zu vie­len ande­ren ähn­li­chen Vor­rich­tun­gen, die eine bestimm­te Pro­dukt­rei­he vor­aus­set­zen – eine Hal­te­rung für irgend­wie smart­phon­e­för­mi­ge Gerä­te bei­na­he belie­bi­ger Grö­ße zum Ver­kauf steht.

Momen­tan gibt es 18 Fra­gen zu die­sem Pro­dukt, die unge­fähr so lau­ten:

Für Black­ber­ry geeig­net?

Oder:

Geht die Hal­te­rung auch für sam­sung Gala­xy s5mini und funk­tio­niert es mit Schutz­hül­le

Oder:

ich kann den stän­der ja auch für ein htc one m9 benut­zen oder?

Oder:

Funk­tio­niert die hal­te­rung auch für ein ipho­ne se ?

Oder:

Geht Ipho­ne 6s auch?

Oder:

Ist der Hal­ter für das iPho­ne 5s kom­pa­ti­bel?

Oder:

Geht sie auch für das Huwai P8 ???

Oder:

Passt das iPho­ne 7 Plus auch in die­se Hal­te­rung?

Oder:

Kann Mann die hal­te rung auch für eine Sam­sung gala­xy s7 edge nut­zen

Denn – hier absicht­lich unge­ach­tet der mit­un­ter nicht merk­lich klü­ge­ren Ant­wor­ten – ein „Tisch Zube­hör“ (sic!) mit aus­drück­li­cher Eig­nung für anschei­nend jedes Smart­phone, das dem Ver­käu­fer beim Tip­pen gera­de ein­ge­fal­len ist, ist höchst­wahr­schein­lich für kein ande­res Smart­phone geeig­net. Kei­nes. Nie. Passt nicht. Kann gar nicht, steht näm­lich nicht drauf.

keine Ursache

(Mit Dank an K.)

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 25. Juli 2017: Der Web­co­mics Ret­tung und ande­res.

Gute Neu­ig­kei­ten: Zwar wird Micro­soft Paint aus Win­dows 10 dem­nächst ent­fernt, jedoch war der Auf­ruhr so groß, dass es wei­ter­hin zumin­dest ange­bo­ten wer­den wird. Die Sze­ne der absicht­lich lai­en­haft gestal­te­ten Web­co­mics (man ver­ste­he dies kei­nes­wegs aus­nahms­los als Qua­li­täts­kri­tik) und ihrer Abon­nen­ten ist eine durch­set­zungs­kräf­ti­ge, wie es scheint. Poli­ti­sche Par­tei­en wären gut bera­ten, lie­ßen sie in Wahl­kampf­din­gen häu­fi­ger ein­mal lang­jäh­ri­ge Paint­nut­zer ihre Vor­schlä­ge ein­brin­gen.


Als stol­zer Linux-Desk­top-Nut­zer – natür­lich mit einer die­ser Klickibun­ti-systemd-Dis­tri­bu­tio­nen aus­ge­rü­stet – hat man sein Porte­mon­naie gezückt, um ein Net­flix-Abon­ne­ment abzu­schlie­ßen, weil man sonst nichts mit sei­ner Frei­zeit anzu­fan­gen weiß? Dann wün­sche ich viel Glück beim Strea­men.


End­lich nie wie­der in der eige­nen Woh­nung ver­lau­fen! Der „Roomba“-Staubsauger ver­scher­belt künf­tig Raum­plä­ne sei­ner „Besit­zer“.


Ganz ohne Poli­tik wür­de hier doch etwas feh­len: Was ist eigent­lich ein Popu­list? Wer sich an das Grund­ge­setz hal­ten möch­te, sei ein Popu­list, behaup­ten die Fra­ge­stel­ler einer popu­lä­ren Ber­tels­mann­stu­die.

Mir wird geschlechtIn den Nachrichten
Kurz gefragt (3): Peter Alt­mai­er!

Herr Alt­mai­er,

in Ihrer Funk­ti­on als Kanz­ler­amts­chef quatsch­ten Sie einem Bou­le­vard­blatt (im Fol­gen­den wie­der­ge­ge­ben von „Epoch Times“) hier­mit ver­mut­lich eine Sei­te voll:

Frau­en sei­en auch in Deutsch­land noch nicht kom­plett gleich­be­rech­tigt, beklag­te er: „Im Par­la­ment sit­zen deut­lich mehr Män­ner, in den Chef­eta­gen der gro­ßen Fir­men gibt es fast kei­ne Frau­en.“

Fra­ge: Wor­in besteht der Unter­schied zwi­schen der Gleich­be­rech­ti­gung zwei­er Geschlech­ter und der Berück­sich­ti­gung des Geschlechts bei der Beför­de­rung?

Die Kri­tik, dass die CDU nicht gera­de als „Frau­en­par­tei“ bekannt ist, wies Alt­mai­er zurück. Immer­hin stel­le sie die erste Bun­des­kanz­le­rin.

Fra­ge: Wor­in besteht der Unter­schied zwi­schen einer „Frau­en­par­tei“ und einer Par­tei, deren recht­lich höch­ste Reprä­sen­tan­tin eine Frau ist?

Auch als Som­mer­ur­laubs­lek­tü­re hat sich Alt­mai­er das The­ma Frau­en­rech­te vor­ge­nom­men.

Fra­ge: Wor­in besteht der Unter­schied zwi­schen Frau­en- und Men­schen­rech­ten?

U. A. w. g.!

In den NachrichtenMontagsmusik
Ves­pe­ro – The Cour­se of Aba­gaz

Wir haben dich erwartet.Es ist Mon­tag, was sehr scha­de ist, denn es kenn­zeich­net ein wei­te­res ver­ta­nes Wochen­en­de. Zum Glück soll­te auf­ge­stan­den wer­den, denn Arbeit lässt ver­ges­sen. Arbeit macht frei und Frei­heit ist alles, wor­auf es ankommt, nicht wahr?

Poli­ti­sche Frei­heit hat es die­ser Tage noch ein wenig schwe­rer als die per­sön­li­che. Vom Erfolg der Spät­pi­ra­ten zu ler­nen heißt sie­gen zu ler­nen: Es gibt nun einen femi­ni­sti­schen Flü­gel in der F.D.P., womit ein Ende ihrer viel beleuch­te­ten Rück­kehr abseh­bar ist. Das bewähr­te Auf­fang­becken für Kar­rie­ri­sten, die auf nai­vem Weg einen Fuß in die Tür der Poli­tik bekom­men haben, hat kei­nen Boden. Bis dahin soll­te aber geklärt sein, was alle bewegt: Wie knuf­fig ist eigent­lich Chri­sti­an Lind­ner?

Gute Nach­rich­ten gibt es der­weil aus Buda­pest: Nach­dem ein Acht­zehn­jäh­ri­ger, der her­aus­ge­fun­den hat­te, dass die zustän­di­ge Nie­der­las­sung des für sicher­heits­tech­ni­schen Flä­chen­brand bekann­ten Unter­neh­mens T‑Systems auf der von ihr betreu­ten Web­site eines Ver­kehrs­un­ter­neh­mens einen gera­de­zu pein­li­chen Pro­gram­mier­feh­ler über­se­hen hat­te, als Stra­fe für das Mel­den die­ses Feh­lers vom Ver­kehrs­un­ter­neh­men stolz ange­zeigt wor­den war, pras­seln auf die Face­book­sei­te besag­ten Unter­neh­mens zahl­rei­che Nega­tiv­be­wer­tun­gen nie­der, weil sehr weni­ge Men­schen mit die­sem Ver­ständ­nis von Com­pu­ter­si­cher­heit ein­ver­stan­den sind. Es ist ja nicht alles schlecht in Buda­pest. Im deutsch­spra­chi­gen Raum wird wäh­rend­des­sen ein Pro­jekt her­um­ge­reicht, mit­tels des­sen Twit­ter­nut­zer sich selbst auf einer Land­kar­te ein­tra­gen kön­nen. Das ist nett, denn die­se Daten machen das Erstel­len von Per­so­nen­pro­fi­len viel ein­fa­cher.

Eigent­lich wäre das zum Kot­zen, aber zum Glück gibt es Musik. Musik macht vie­les viel bes­ser.

Ves­pe­ro – The Cour­se of Aba­gaz (Live 15.05.2015, STD ‚Astrak­han, Rus­sia)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz notiert zum par­tei­li­chen Enga­ge­ment anläss­lich der Para­den zum „CSD“ in Ber­lin

Die dies­jäh­ri­gen Para­den zum „Chri­sto­pher Street Day“ in Ber­lin, tra­di­tio­nell Aus­drucks­form von sexu­el­ler und damit maxi­mal per­sön­li­cher Frei­heit, wur­den flan­kiert von der wie gewohnt lang­wei­li­gen Ber­li­ner SPD und der ört­li­chen „Lin­ken“, die sogleich befand, man soll­te irgend­ei­ne Lie­be „gleich­stel­len“, sowie Ver­tre­tern des ethisch abtrün­ni­gen Ber­li­ner Lan­des­ver­ban­des der Pira­ten­par­tei, der sich davon über­zeugt gab, die sexu­el­le Aus­rich­tung ihrer „Dop­pel­spit­ze“ – allein das Wort schon – sei ein Wahl­an­reiz für irgend­wen außer ihm selbst, womit par­tei­über­grei­fend der Wunsch nach Poli­ti­sie­rung der Lie­be fest­zu­stel­len ist, als han­de­le es sich bei der Tie­fe der Zunei­gung zu einem oder belie­big vie­len Men­schen oder Gegen­stän­den um ein The­ma, das sich in einem Satz mit Bun­des­wehr­ein­sät­zen, Ren­ten­kas­sen oder Import­be­schrän­kun­gen seman­tisch wohl fühl­te, denn was gera­de in jedem die­ser unsäg­li­chen Wahl­jah­re gern miss­ach­tet wird, ist, dass nicht jeder Lebens­be­reich einer ist, in dem ein star­ker Staat etwas zu suchen hat, und jede Par­tei, die sich zwecks blo­ßer Wer­bung für den Fluss von mehr bun­des­ge­för­der­ten Wahl­kampf­mit­tel (d.h. Koh­le) in die eige­ne Kas­se dazu her­ab­lässt, die Ent­schei­dung dar­über, wer („alle“) mit wem („allen“) eine Bezie­hung füh­ren darf, zu einer poli­ti­schen und damit auch eige­nen zu erklä­ren, soll­te jede ein­zi­ge Stim­me derer, um die sie so laut­stark wer­ben, mora­lisch auf Jah­re hin­weg ver­spielt haben und nie wie­der auch nur in der finan­zi­el­len Lage sein kön­nen, sich noch ein­mal mit lau­tem Getö­se zum Ent­schei­der über sexu­el­le Frei­heit zu erklä­ren.

In den NachrichtenWirtschaft
Das auch mit Spiel­geld nicht gelö­ste Pro­blem: Ein Nach­trag.

In mei­nem Exkurs über den Bit­co­in- und Ethe­reum­wahn­sinn habe ich ver­se­hent­lich einen Teil­aspekt zu beleuch­ten ver­ges­sen, der etwa zur glei­chen Zeit wie­der tages­ak­tu­ell wur­de. Mir sei gestat­tet, dies an die­ser Stel­le nach­zu­ho­len.

Eine wich­ti­ge Schwä­che der vor­han­de­nen Zah­lungs­mit­tel näm­lich, da gebe ich den Ideen­ha­bern der „Kryp­to­wäh­run­gen“, wenn auch ungern, Recht, ist die zen­tra­li­sti­sche Struk­tur der damit ver­bun­de­nen Kon­ten, was bedeu­tet, dass es als übli­che Kon­stel­la­ti­on gilt, dass das Schick­sal des irgend­wo gela­ger­ten Gel­des in den Hän­den einer ein­zi­gen Per­son oder wenig­stens Insti­tu­ti­on liegt, der damit zumin­dest – von ein­schlä­gi­gen Geset­zen abge­se­hen, mög­li­chen Übel­tä­tern näm­lich sind Geset­ze oft nicht unbe­dingt die wich­tig­sten Regel­wer­ke – die Mög­lich­keit gelas­sen wird, besag­tes Geld an sich zu neh­men oder den Geld­trans­fer Ein­zel­ner zu unter­bin­den. Dies wäre mit einer ver­teil­ten Bezahl­in­fra­struk­tur lös­bar, wird aber aus­ge­rech­net von „Kryp­to­wäh­run­gen“ bei­be­hal­ten: Klaut mir jemand die vir­tu­el­le Geld­bör­se, kommt künf­tig ihm sämt­li­cher Geld­fluss in die­se vir­tu­el­le Geld­bör­se zugu­te. Ohne eine Kon­troll­in­stanz, die mir die­se vir­tu­el­le Geld­bör­se nach wie auch immer gear­te­ter Auto­ri­sie­rung wie­der zurück­ge­ben kann, könn­te ich sehr schnell sehr gro­ße wenig­stens finan­zi­el­le Pro­ble­me bekom­men.

Die De-fac­to-Alter­na­ti­ven zu Bar­geld oder Schuld­schei­nen in Form einer Kre­dit­kar­te sind zumin­dest im Web der­zeit die frü­he­re eBay-Toch­ter PayPal, die dafür bekannt gewor­den ist, ihren Kun­den das Erspar­te weg­zu­neh­men, weil ihren Ent­schei­dern nicht gefällt, was die Kun­den damit tun, und Patre­on, eine Art Ver­mitt­lungs­dienst zwi­schen Künst­lern und Kunst­freun­den. Dass die media­le Dis­kus­si­on über die Geschäfts­prak­ti­ken sol­cher Dien­ste stark von poli­ti­schen Vor­lie­ben statt von objek­ti­ver Ethik geprägt ist, dass die fak­ti­sche Ent­eig­nung von Wiki­leaks durch PayPal und Ama­zon also empör­te Reak­tio­nen her­vor­rief, die dies­wö­chi­ge fak­ti­sche Ent­eig­nung einer You­Tube­rin aus vor­ge­scho­be­nen Grün­den durch Patre­on jedoch Scha­den­freu­de, ist unan­ge­nehm mensch­lich, lenkt aber auch von dem ver­mut­lich ein­zig bedeut­sa­men Fakt ab: Das Inter­net braucht heu­te nöti­ger als bis­lang ein nicht an jeweils einen ein­zi­gen Anbie­ter gebun­de­nes Pro­to­koll zur Über­tra­gung von gesetz­li­chen Zah­lungs­mit­teln.

Sicher ist, dass eine Erwei­te­rung des Zah­lungs­mit­tel­be­griffs um irgend­wel­che „Coins“ die­ses Bedürf­nis nicht stillt.