ComputerNetzfundstücke
Telekom: Die Industrie von morgen mit dem Internetzugang von gestern.

Auf Twitter machte vor ein paar Tagen die begeisternde Frage der Mobilsparte der Telekom die Runde, was man mit un-fass-baren vier Gigabyte Übertragungsvolumen per Monat denn so alles anfangen würde. Eine beliebte Antwort lautete, dass man mit vier Gigabyte gerade so die Strecke bis nach Dänemark schaffen könnte, eines unserer Nachbarländer, in denen das mobile Internet (allein der Begriff schon!) eher weniger von Drosselungen und Volumentarifen betroffen ist, glaubt man den einschlägigen Statistiken und Berichten.

Im Festnetz allerdings macht sie kaum eine bessere Figur. Als dominanter Anbieter in Deutschland, einem Land mit einem eigentlich nur von zwei Konzernen dominierten Markt für festnetzbasierte Internetanschlüsse, sieht die derzeitige nicht rein wirtschaftliche Erfolgsstatistik der Telekom so mau aus wie ihre Aktienkurse: Laut einem Akamai-Bericht (wer es tabellarisch mag und Fließtext doof findet, der möge direkt ab Seite 34 nach dieser Ausdrucksform Ausschau halten) aus dem Vorjahr – seitdem hat sich daran vermutlich eher wenig getan – liegt Deutschland hinsichtlich der durchschnittlichen Übertragungsgeschwindigkeit über IPv4 auf dem 26. Platz, hinsichtlich der Maximalgeschwindigkeit sogar nur auf Platz 43 – jeweils immerhin noch vor Österreich. Auf dem globalisierten Weltmarkt spielt Deutschland, „Industrie 4.0“ und sonstige Bonusfelder für’s Bullshitbingo (was genau war denn dann die „Industrie 1.0“?) hin oder her, auch deshalb kaum eine Rolle, denn:

Ein Maschinenbauer ohne superschnelle Datenleitung wird halt die Maschinen seiner Abnehmer nicht online warten können. (…) [D]ie Telekom versteht unter dem „Anschluss der Zukunft“ keine erhöhte Geschwindigkeit – sondern eine signifikant NIEDRIGERE. (…) Stück für Stück zeigt sich, dass die Deutsche Telekom in ihrem aktuellen Vorgehen ein Krebsgeschwür im Hirn des Wirtschaftsstandortes Deutschland darstellt.

Und die sind die technisch Verantwortlichen für die deutsche cloud (weil: ist ja alles sicherer, wenn BND statt NSA am Knoten hängt). Nicht, dass ich es nicht guthieße, würde die totale Vernetzung sich deshalb noch etwas langsamer fortbewegen als in anderen Ländern, und nicht, dass ich irgendeinen Viernullblödsinn für einen immanenten Bestandteil modernen Zusammenlebens hielte, aber eine gewisse Öffnung des Netzmarktes auch hinsichtlich der Finanzierung kleinerer Unternehmen könnte doch manches deutlich interessanter machen.

Hallo Zukunft!
Telekom, ca. 2006

Senfecke

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