In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Poli­zei fin­det Ter­ror­au­tos in Bar­ce­lo­na

Auf „ZEIT ONLINE“ gibt Kar­sten Pol­ke-Majew­ski – pri­ma Name eigent­lich – anläss­lich der kürz­lich erfolg­ten Anschlä­ge in Bar­ce­lo­na andert­halb gesi­cher­te Fak­ten bekannt:

Ein (…) Lie­fer­wa­gen ist (…) in die Fuß­gän­ger­zo­ne La Ram­bla in Bar­ce­lo­na gefah­ren und hat min­de­stens 13 Men­schen getö­tet. (…) Die Poli­zei soll zudem ein wei­te­res Auto gefun­den haben, viel­leicht soll­te es als Flucht­wa­gen die­nen.

Erst fährt ein Lie­fer­wa­gen von ganz allein irgend­wo rein und dann steht irgend­wo in Bar­ce­lo­na auch noch ein zwei­tes Auto her­um, das viel­leicht dem Lie­fer­wa­gen als Flucht­wa­gen die­nen soll­te und viel­leicht auch nicht. Die Auto­mo­bil­in­du­strie schreckt auch vor nichts mehr zurück.

(via @MarvinWendland1)

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Das Inter­net ist kaputt und kein Nazi trägt dar­an die Schuld.

Waf­fen­nar­re­tei und Ein­wan­de­rungs­kri­tik, ließ die­ser Tage das Essens­por­tal Insta­gram sei­ne Benut­zer wis­sen, sei­en selbst­re­dend gern gese­hen, aber Fotos fet­ter Igel wür­den kei­nes­wegs gedul­det und ihre Ver­brei­tung füh­re ver­se­hent­lich zum sofor­ti­gen Aus­schluss des Ver­ur­sa­chers.

Ob es inso­fern eine beson­ders gute Idee ist, Algo­rith­men statt Men­schen über rich­tig und falsch, über legal und ille­gal, über den Unter­schied zwi­schen Igel­fo­tos und zum Bei­spiel Kin­der­por­no­gra­fie ent­schei­den zu las­sen, ist eine Fra­ge, die sich unkri­tisch tech­nik­hö­ri­ge, weil klick­hung­ri­ge Mas­sen­me­di­en bedau­er­li­cher­wei­se viel zu sel­ten stel­len, was nicht nur Unsinn wie Insta­gram betrifft, son­dern auch viel wei­ter rei­chen­de Aus­wir­kun­gen hat, was wir nicht erst seit den Gesetz gewor­de­nen Denk­feh­lern von Hei­ko Maas wis­sen. Bis zur end­gül­ti­gen mora­li­schen Klä­rung die­ses Pro­blems ver­blei­ben immer­hin noch Men­schen an den Schalt­he­beln, denen der Kon­sens, der so etwas wie eine welt­wei­te Ver­net­zung über­haupt erst sinn­voll mach­te, nicht ganz so wich­tig ist wie ihr eige­ner mora­li­scher Stand­punkt, wes­halb sie ohne Not auch schon mal an den Grund­pfei­lern des Inter­nets rüt­teln, um das Böse ange­mes­sen zu besie­gen.

„ZEIT ONLINE“ (uni­so­no mit ande­ren zeit­ge­nös­si­schen Publi­ka­tio­nen) berich­tet heu­te etwa vom Kampf „des Inter­nets“ gegen „die Nazis“:

Wer sich als Web­site­be­trei­ber von einem (…) Unter­neh­men benach­tei­ligt fühlt, kann theo­re­tisch ein­fach zu einem ande­ren gehen. Doch fak­tisch wer­den vie­le die­ser acht Ebe­nen von sehr weni­gen, sehr mäch­ti­gen Unter­neh­men kon­trol­liert. Wer ihre Dien­ste nicht nut­zen kann, ist im Netz unsicht­bar, schwer erreich­bar, angreif­bar, geschäfts­un­fä­hig.

Der Hin­ter­grund des Arti­kels ist, dass der ver­schlüs­se­lungs­kri­ti­sche Netz­dienst­be­trei­ber Cloud­fla­re, der noch 2015 so tat, als sei ihm wich­tig, dass Domä­nen­sper­run­gen allen­falls auf judi­ka­ti­ves Urteil hin erfol­gen müss­ten, auf die Eska­la­ti­on der US-ame­ri­ka­ni­schen Schar­müt­zel zwi­schen alter­na­ti­ven Rech­ten und regres­si­ven Lin­ken (irgend­was mit einem Auto) der­ge­stalt reagier­te, dass er die rei­ße­ri­sche Web­site „Dai­ly Stor­mer“ aus der öffent­li­chen Erreich­bar­keit ent­fern­te. Der­je­ni­ge, der die­se Ent­schei­dung getrof­fen hat­te, näm­lich der Vor­stands­vor­sit­zen­de von Cloud­fla­re, ver­tei­dig­te sie zunächst mit der Begrün­dung, dass er die Autoren des „Dai­ly Stor­mer“ für Arsch­lö­cher hal­te, ver­öf­fent­lich­te jedoch außer­dem einen dop­pel­zün­gi­gen Blog­ar­ti­kel, in dem er zwar zugab, dass Cloud­fla­re hier ein­ge­grif­fen hat­te, um den Ver­dacht, das Unter­neh­men unter­stüt­ze heim­lich Neo­na­zis, zu zer­streu­en, es gleich­zei­tig aber bedau­er­te, dass Cloud­fla­re das über­haupt kön­ne; als sei der Vor­wurf, dass ein für die Neu­tra­li­tät des Inter­nets nicht völ­lig unwich­ti­ges Unter­neh­men sich nicht für die rich­ti­ge poli­ti­sche Sei­te ent­schei­det, ein Anlass, eben­die­se Neu­tra­li­tät über den Hau­fen zu wer­fen.

Ob man nun die Mei­nungs­frei­heit weit genug aus­legt, um ihre Aus­übung auch „den Nazis“ zuzu­ge­ste­hen, oder nicht, spielt bei der Bewer­tung des bedeut­sam­sten Pro­blems in die­ser Sache jeden­falls kei­ne Rol­le, das da näm­lich lau­tet: Je inten­si­ver „die Nazis“ (oder wer auch immer die aktu­ell meist­ver­ach­te­te Grup­pie­rung sein mag) weg­ge­löscht wer­den, desto wahr­schein­li­cher ist es, dass sie irgend­wann eine aus­rei­chend gro­ße Schlag­kraft ent­wickelt haben, um ihr eige­nes unzen­sier­tes Gegen­netz auf­zu­bau­en; womit sie, „die Nazis“, letzt­lich gewon­nen hät­ten, denn dem gesund­kon­so­li­dier­ten Wohl­fühl­in­ter­net, in dem es Ein­horn­kot­ze und Nutel­la reg­net, stün­de ihr Abgrund ent­ge­gen, der sicher­lich sei­ne Ecken und Kan­ten haben dürf­te, was den Huma­nis­mus betrifft, aber nichts­de­sto­trotz frei wäre. Anders gesagt: Unter­neh­men wie Cloud­fla­re wer­den, wenn sich die Netz­po­li­tik in bestehen­der Wei­se wei­ter ent­wickelt, die Schuld dar­an tra­gen, dass die Letz­ten, die sich noch über ein frei­es Inter­net freu­en dür­fen, irgend­wann „die Nazis“ sein wer­den, wäh­rend hier­zu­lan­de in enger Zusam­men­ar­beit mit Über­see die SPD, der bescheu­er­te Axel-Sprin­ger-Ver­lag und Git­Hub ihr bedau­er­li­cher­wei­se Bestes tun, um einen schon in der blo­ßen Theo­rie fata­len Kom­pro­miss aus glo­ba­ler Frei­heit und klein­gärt­ne­ri­schem Ver­ständ­nis von Recht und Unrecht zu fin­den und zu eta­blie­ren, not­falls mit juri­sti­scher Gewalt. Kann, wem jedes Mit­tel gegen das Böse Recht ist, noch der Gute sein?

Ins Dark­net kann man ja auch nicht mehr. Da sind jetzt auch eure Eltern.

In den NachrichtenComputer
Empö­rend: Öffent­li­che Datei­ab­la­ge dient der öffent­li­chen Datei­ab­la­ge!

App­le­kun­den in New York sind erbost:

In New York miss­brau­chen offen­bar Exhi­bi­tio­ni­sten das Air­Drop-Fea­ture und schicken wahl­los iPho­ne-Nut­zern im Zug Penis-Fotos. (…) Um den moder­nen Exhi­bi­tio­ni­sten zum Opfer zu fal­len, muss Air­Drop so ein­ge­stellt sein, dass man Daten von jedem Nut­zer emp­fan­gen kann.

Frü­her war ein „Opfer“ ja noch jemand, der einen tat­säch­li­chen Scha­den davon­trug, und nie­mand, dem Frem­de in einen Ord­ner, den er absicht­lich für die gan­ze Welt zum Schrei­ben frei­ge­ge­ben hat, irgend­wel­che Bild­da­tei­en legen, aber frü­her hat­ten unse­re Tele­fo­ne auch noch Schnur und Schei­be.

In den NachrichtenMontagsmusik
North Sea Radio Orche­stra – Vish­nu Schist

Hellwach (Symbolbild)Es ist Mon­tag, ein Tag vol­ler Unge­mach. Pan­da­bä­ren sind fan­ta­stisch, jedoch noch nicht aus­rei­chend ver­brei­tet; ein Zustand, den zu ändern es gilt, so lan­ge das Leben noch schwelt. Zunächst jedoch ist Müdig­keit Domi­nanz. In der Fer­ne ein Schweif.

Was in der Fer­ne, näm­lich an den USA, dem Staa­ten­bund mit den smar­ten Haus­tü­ren, völ­lig unver­ständ­lich ist, sind ja auch die Nach­rich­ten. Fox News zum Bei­spiel zeigt auf You­Tube ein Video, auf dem zu sehen ist, dass ein Auto in eine Men­schen­men­ge fährt, was also offen­sicht­lich nicht so schlimm ist – der Aus­ruf „Fuck!“ hin­ge­gen, den ein Pas­sant ange­mes­sener­wei­se tätigt, wur­de über­piept. Tote sind scha­de, aber Flu­chen ist tabu!

Zur gest­ri­gen Fei­er des Jah­res­tags des Mau­er­baus gab das Aus­wär­ti­ge Amt auf Twit­ter bekannt, dass es froh sei, dass wir in der EU heu­te ohne Mau­ern aus­kä­men, und hat damit nicht ein­mal Unrecht, denn die Außen­gren­zen der EU bestehen vor allem aus Was­ser und hohen Zäu­nen. So fort­schritt­lich war die DDR nicht.

Die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Woche“ titel­te unlängst, kei­ne Dro­ge wer­de so sehr ver­harm­lost wie Can­na­bis. Wäh­rend sich die fol­gen­den Dis­ku­tan­ten weit­ge­hend dar­über einig waren, dass die eigent­lich furcht­bar­ste ver­harm­lo­ste Dro­ge Alko­hol sei, saß ich total high mit der ein­zi­gen Dro­ge her­um, deren Glücks­ge­fühl schon ab der Geburt legal zu erzie­len ist: Musik.

North Sea Radio Orche­stra: Vish­nu Schist [Offi­ci­al Video]

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Hundredth – Rare

Zu den ange­neh­men Über­ra­schun­gen des Jah­res 2017 zählt nun­mehr auch das neue­ste Stu­dio­al­bum „Rare“ des US-ame­ri­ka­ni­schen Shoe­ga­ze-Quar­tetts Hundredth (Amazon.de). Im Klang­ge­wand der 80-er Jah­re ent­fal­tet sich eine erfreu­lich breit­wan­di­ge musi­ka­li­sche Land­schaft, auf der das Gras nicht bloß grün, son­dern auch noch vol­ler wild sitzt­an­zen­der, viel­far­be­ner Kühe ist.

Das ist so natür­lich Quatsch, geschrie­ben im Über­schwang. Fest steht aber, dass die mir bis­her unbe­kann­ten Hundredth, sich laut Inter­net mit „Rare“ musi­ka­lisch neu erfin­dend, das Kunst­stück schaf­fen, grau­en­haf­te – ich höre tat­säch­lich Pla­ce­bo und die Pet Shop Boys her­aus – Ein­flüs­se zu im posi­ti­ven Sin­ne bemer­kens­wer­ter Musik zu kom­bi­nie­ren.

Hundredth – Youth (Visu­al)

Das kann dar­an lie­gen, dass die deka­den­üb­li­chen Spiel­zeug­key­boards auf „Rare“ kei­ne nen­nens­wer­te Rol­le spie­len, denn statt­des­sen gibt es mal aggres­si­ve, mal über­zeugt hüp­fen­de, oft mehr­schich­ti­ge Gitar­ren­klän­ge zu kraft- und damit druck­vol­lem Rhyth­mus aus selbst­si­che­rem Bass und erfreu­lich wenig zurück­hal­ten­dem Schlag­zeug; post-hard­core nennt sich das in den ein­schlä­gi­gen Wer­be­tex­ten und post ist oft gut. Post-Punk und New Wave krei­sen hier neu­gie­rig in immer enge­ren Krei­sen umein­an­der, die Stim­mung ist eigen­ar­tig; die Dich­te för­dert Melan­cho­lie, die Dar­bie­tung jedoch ani­miert ver­schie­de­ne Kör­per­tei­le des Kon­su­men­ten zur aut­ar­ken Bewe­gung. Kann man bedrückt sitzt­an­zen? Ich ver­su­che es ein­fach mal.

Hundredth – Neu­ro­tic (Offi­ci­al Music Video)

„Rare“ ist ein frag­los im dunk­len Jahr­zehnt ver­wur­zel­tes Album, das trotz­dem modern klingt und Spaß macht – wahr­lich: so was ist sel­ten. Und des­we­gen ist es gut.

In den Nachrichten
Braun­schwei­ger Neu­land

Das Digi­ta­li­sie­rungs­un­ter­neh­men Deut­sche Tele­kom macht sich um die Zukunft der Tele­fon­zel­len kaum Sor­gen, denn die­se haben gegen­über die­sen neu­mo­di­schen Mit­nah­me­te­le­fo­nen einen wesent­li­chen Vor­teil, wie die heu­ti­ge „Braun­schwei­ger Zei­tung“ berich­tet:

„Immer mehr Men­schen benut­zen statt Tele­fon­zel­len ihr Han­dy. Gera­de im länd­li­chen Bereich ver­lie­ren vie­le Tele­fon­zel­len des­halb an Bedeu­tung“, erklärt Tele­kom-Spre­cher McK­in­ney. Dabei kann so eine Tele­fon­zel­le mehr als gedacht: „Unse­re Mün­ze­te­le­fo­ne (sic) akzep­tie­ren noch D‑Mark-Mün­zen.“

(via @freshmango)

NetzfundstückeMontagsmusik
Goo­gles ein­ge­bil­de­tes Frau­en­pro­blem (Nach­trag)

Auf den Auf­re­ger­text eines mitt­ler­wei­le gefeu­er­ten Goog­le-Mit­ar­bei­ters über die Pro­ble­me der bestehen­den Diver­si­täts­po­li­tik inner­halb Goo­gles hat der Femi­nis­mus eine pri­ma Ant­wort gefun­den:

Hören Sie auf, „Wis­sen­schaft“ mit Wahr­heit gleich­zu­set­zen!

Wir haben immer­hin 2017 und irgend­wel­che Män­ner glau­ben immer noch an die­sen Wis­sen­schafts­quark!

NetzfundstückeNerdkrams
Medi­en­kri­tik CVII: t3ns sie­ben Tipps für eine schnel­le­re Ein­ord­nung als schänd­li­cher Spam­bot

E‑Mail-Signa­tu­ren – kenn­ta? -, in der Früh­zeit der Kom­mu­ni­ka­ti­on via E‑Mail ein durch­aus prak­ti­sches Hilfs­mit­tel, um nicht jedes Mal hän­disch „Ruhe jetzt! Herz­lichst, NAME“ drun­ter­schrei­ben zu müs­sen, sind seit dem Auf­kom­men von HTML-for­ma­tier­ten E‑Mails durch irgend­wel­ches red­un­dan­tes Wer­ber­ge­schmeiß eigent­lich nur noch dafür da, den Spam­fil­ter zuver­läs­si­ger kon­fi­gu­rie­ren zu kön­nen: Je bun­ter die Signa­tur, desto uner­wünsch­ter die E‑Mail.

Das hat sich wenig über­ra­schend frei­lich noch nicht bis zu „t3n“ (Unter­ti­tel „digi­tal pio­neers“), deren Redak­ti­ons-E-Mails ich ver­mut­lich auch lie­ber nie­mals erhal­ten möch­te, her­um­ge­spro­chen, denn dort gibt Andre­as Weck der­zeit sie­ben Tipps für eine bes­se­re E‑Mail-Signa­tur, bei deren Lesen man sich eini­ger­ma­ßen unsi­cher wird, ob die Signa­tur jetzt der Teil über oder unter dem Strich war. (Wie­so Strich? – Eben!)

Also:

Wer eine smar­te E‑Mail-Signa­tur anle­gen möch­te, soll­te die­se sie­ben Tipps beach­ten.

Ah, smart also; wie ein Auto, das nicht mehr star­tet, wenn dem Smart­phone mal das Netz aus­geht, oder ein sprach­ge­steu­er­ter Salz­streu­er – kurz gesagt: so was möch­te man nicht haben, wenn man kei­nen gewal­ti­gen Bir­nen­scha­den hat.

Das ist Andre­as Weck aller­dings offen­sicht­lich egal, denn er fährt, albern-jovi­al duzend, unbe­irrt mit den „sie­ben Tipps“ fort:

1. Arbei­te mit Far­ben

Denn es ist wich­tig, dass das Auge beim ersten Erfas­sen der E‑Mail nicht etwa Zeit mit dem Text oben drü­ber ver­schwen­det, son­dern von Anfang an den wich­tig­sten Inhalt fokus­siert, näm­lich die Rekla­me vom – zumeist – Arbeit­ge­ber des Absen­ders. Wäre ja blöd sonst!

2. Arbei­te mit Bil­dern

(…) Am besten eig­net sich bei­spiels­wei­se eine wei­ße Wand, vor der sich die Per­son ablich­ten lässt.

Oder auch ein tan­zen­der Jesus oder eine Nah­auf­nah­me einer Was­ser­lei­che. Soll sich ja „visu­ell ein­bren­nen“ (ebd.), die Signa­tur. – Dass anstän­di­ge Mail­pro­gram­me (also nicht unbe­dingt so Brow­ser­kram) ein­ge­bun­de­ne Bil­der ent­we­der direkt als Spam­merk­mal mar­kie­ren oder die Bil­der wenig­stens als Anhang statt als direkt ein­ge­bun­de­nes Bild her­un­ter­la­den, so dass der Emp­fän­ger, falls er die E‑Mail über­haupt zu sehen bekommt, noch ein­mal zusätz­lich aktiv wer­den muss, nur um die lang­wei­li­ge Fres­se eines Wer­bers, die er, falls er gera­de mobil ist, auch noch kosten­in­ten­siv her­un­ter­la­den muss­te, sehen zu dür­fen, spricht prin­zi­pi­ell ja schon dage­gen, aber was weiß man bei „t3n“ schon von anstän­di­gen Mail­pro­gram­men und/oder mobi­len Net­zen?

3. Prio­ri­sie­re die Infor­ma­tio­nen

Es gilt immer, den begrenz­ten Platz nicht mit nutz­lo­sen Infor­ma­tio­nen zu ver­schwen­den.

Das ist prin­zi­pi­ell rich­tig und die­ser Tipp hät­te, wäre es nach mir gegan­gen, der ein­zi­ge Tipp sein sol­len, denn er sagt im Wesent­li­chen aus, dass E‑Mail-Signa­tu­ren nicht der rich­ti­ge Abla­ge­ort für Wer­be­schei­ße sind; aber natür­lich muss­te Andre­as Weck das prä­zi­sie­ren:

Die per­sön­li­che E‑Mail-Adres­se soll­te bei­spiels­wei­se schnell­stens aus der Signa­tur ver­schwin­den, denn die braucht der E‑Mail-Emp­fän­ger nicht mehr.

Rich­tig, denn in einem E‑Mail-Hea­der ste­hen pro­to­koll­be­dingt alle wesent­li­chen Infor­ma­tio­nen zur Per­son, dar­un­ter die Absen­der­adres­se (sofern nicht gefälscht), der Absen­der­na­me (sofern nicht gefälscht) und das Absen­de­da­tum. Alles Infor­ma­tio­nen, die nicht über­flüs­si­ger­wei­se noch­mals sepa­rat über­mit­telt wer­den müss­ten, damit mehr Platz für das Wesent­li­che (also hoch­auf­lö­sen­de Fotos von Wirt­schafts­pfei­fen vor noch wei­ßen Wän­den) bleibt.

Ande­rer­seits:

4. Lei­te visu­ell durch die Infor­ma­tio­nen

(…) Der eige­ne Name könn­te sich bei­spiels­wei­se durch grö­ße­re oder fet­te Buch­sta­ben abset­zen.

Der eige­ne Name, der sowie­so schon dar­über oder dane­ben steht, gehört rein, die Mail­adres­se aber nicht, weil sie sowie­so schon dar­über oder dane­ben steht? Ja, wie denn nun?

Sinn­voll ist bei­spiels­wei­se auch, dass Tex­te neben einer der oben genann­ten Bild­da­tei­en zu fin­den sind. Das Bild wird das Augen­merk sofort auf sich len­ken und die wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen ste­hen direkt dane­ben.

Denn die wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen in einer E‑Mail ste­hen, wie jeder weiß, in der Signa­tur und nicht etwa über ihr. :ja:

5. Nut­ze Call-to-Actions

(…) Ein CTA soll­te sich ent­lang der aktu­el­len Zie­le ori­en­tie­ren. Wollt ihr bei­spiels­wei­se euren neu­en Snap­chat-Chan­nel pushen? Dann fügt einen Snap­code zum Abscan­nen ein.

Wenn ich mal von einem gro­ßen Inter­net­kon­zern gebe­ten wer­den soll­te, ein neu­es E‑Mail-Pro­to­koll zu ent­wer­fen, wer­de ich als ersten Schritt ein­ge­bun­de­ne Bil­der als ungül­tig kenn­zeich­nen. :motz:

6. Sag, wo Kun­den dich auch per­sön­lich tref­fen kön­nen

(…) Ein Satz wie „Ich wer­de vom 25. bis 26. Febru­ar auf der Online-Mar­ke­ting-Rock­stars in Ham­burg sein. Ich freue mich, dich dort zu sehen!“ könn­te der Auf­ma­cher für ein span­nen­des Gespräch sein.

Der Auf­ma­cher für ein span­nen­des Gespräch mit einem poten­zi­el­len Kun­den oder Geschäfts­part­ner gehört nach mei­nem Ver­ständ­nis ja in den ver­damm­ten E‑Mail-Text und nicht auf die Wer­be­flä­che unten drun­ter, denn der Text ist in der Regel zumin­dest wenig­stens teil­wei­se anlass­be­zo­gen und wird nicht ein­fach gedan­ken­los wei­ter­ver­wen­det. Ich mei­ne: Ich schlie­ße nicht aus, dass Andre­as Weck („Online- und Print-Redak­teur“) sein Leben lang immer nur Signa­tu­ren, aber noch kei­nen ein­zi­gen Mail­text geschrie­ben hat und nicht ein­mal etwas dafür kann, weil man bei „t3n“ nur noch über Snap­chat und nicht mehr über E‑Mail mit­ein­an­der redet. Dann möch­te ich die­sen Ein­wand zurück­zie­hen. In allen ande­ren Fäl­len gibt es für die Annah­me, den Auf­ma­cher für ein Gespräch plat­zie­re man am besten an einer Stel­le, die der Emp­fän­ger mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit höch­stens noch bis zur ersten hal­ben Zei­le lesen wird, kei­ne ver­nünf­ti­ge Aus­re­de.

7. Ach­te auf die Pflicht­an­ga­ben

So nach den ersten drei Bild­schirm­sei­ten Signa­tur kann man ja getrost ein­mal dar­über nach­den­ken, auch noch steu­er­recht­li­che Quatsch­tex­te in Schrift­grö­ße 9 unter­zu­brin­gen. Dann ist der Scroll­bal­ken auch län­ger und der Emp­fän­ger freut sich gleich dop­pelt dar­über, so viel schö­ne Signa­tur lesen zu dür­fen. (Ich krei­de dies aus­drück­lich, jedoch aus­nahms­wei­se, nicht Andre­as Weck an, hal­te die recht­li­chen Vor­ga­ben, sofern sie in der Tat den beschrie­be­nen Inhalt haben, aber für rie­sen­gro­ße Schei­ße.)

Ich ver­mis­se die Zeit, als man für eine Signa­tur, die mehr als drei Text­zei­len umfass­te, noch umge­hend auf irgend­wel­chen kill­files lan­de­te.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Goo­gles ein­ge­bil­de­tes Frau­en­pro­blem

In der Rei­he der Tech­nik­or­ga­ni­sa­tio­nen, in denen ein zer­set­zen­des Kli­ma herrscht, seit Kra­wall­fe­mi­ni­sten aller­lei Geschlechts die Ansicht durch­zu­bo­xen ver­su­chen, ein kusche­li­ges Mit­ein­an­der sei in der EDV min­de­stens genau so wich­tig wie, ver­mut­lich aber noch weit­aus wich­ti­ger als Pro­duk­ti­vi­tät (denn gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis dafür, wenn man sich heu­te geschlechts­mä­ßig als Apa­che-Kampf­hub­schrau­ber fühlt, hat einem Unter­neh­men gefäl­ligst mehr zu bedeu­ten als dass man des­we­gen heu­te lei­der nicht pro­duk­tiv arbei­ten kann #auf­schrei), steht nach dem Tor-Pro­jekt und Git­Hub jetzt, wie man liest, auch Goog­le.

Goog­le, eines die­ser Unter­neh­men, die stolz einen „Code of Con­duct“ vor sich her­tra­gen und natür­lich eine eigens für Diver­si­tät zustän­di­ge Vize­prä­si­den­tin über­be­zah­len, als sei Geschäfts­er­folg zweit­ran­gig, ver­sucht gera­de einen Sturm im Was­ser­glas zu über­win­den, nach­dem einer sei­ner Ange­stell­ten, der in einem inter­nen Schrei­ben die Ansicht ver­trat, dass Frau­en in der EDV nicht völ­lig grund­los unter­re­prä­sen­tiert sind, son­dern womög­lich ein­fach natur­ge­mäß ande­re Inter­es­sen haben, womit der Wunsch Goo­gles, Frau­en aktiv zu för­dern, letzt­lich Män­ner dis­kri­mi­nie­re, als Beweis dafür, dass er damit völ­lig Recht hat­te, der Arbeits­lo­sig­keit über­ge­ben wur­de.

Ich mei­ner­seits hal­te ja – anders, als der Femi­nis­mus, den ande­rer­seits eine Unter­re­prä­sen­tie­rung in mies bezahl­ten Hand­werks­be­ru­fen augen­schein­lich kei­nes­wegs zu inter­es­sie­ren scheint, denn „Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit“, also lei­stungs­un­ab­hän­gig hohes Gehalt, soll es bit­te­schön nur dort geben, wo genug Net­to­geld rein­kommt, es gern hät­te – nach wie vor sehr viel vom Ver­dienst­prin­zip. Wer schei­ße pro­gram­miert, der ist auch dann jemand, der schei­ße pro­gram­miert, wenn er ein gefäl­ligst wert­zu­schät­zen­des Geschlecht hat und/oder zu haben glaubt. Dar­an ändert auch ein Ver­hal­tens­ko­dex bemer­kens­wert wenig. Ein Geschlecht zu haben ist noch kein sinn­vol­ler Bei­trag für die Gesell­schaft. Selbst­re­dend ist die media­le Rezep­ti­on sei­tens fach­fer­ner Autoren eine ande­re: Im „Tages­spie­gel“ zum Bei­spiel behaup­tet Oli­ver Voss von vorn­her­ein, Infor­ma­tik sei einst Frau­en­sa­che gewe­sen, als bestehe zwi­schen dem Umstand, dass für das Pro­gram­mie­ren von Com­pu­tern in deren Früh­zeit, also in den 1940-er Jah­ren, kaum leben­di­ge, nicht gefan­ge­ne und nicht ander­wei­tig beschäf­tig­te Män­ner zu fin­den waren, und dem Fakt, dass gera­de ein Welt­krieg statt­fand, kei­ner­lei Zusam­men­hang. Frau­en hat­ten eben nicht beson­ders viel zu tun und waren auch eher ungern an der Front.

Dabei scheint der ursprüng­li­che Feh­ler, der bei Goog­le (und so wei­ter) gemacht wur­de, allein der zu sein, das Geschlecht über­haupt zu einem ent­schei­den­den Kri­te­ri­um für irgend­et­was gemacht zu haben. In einer Welt, die Geschlech­ter­gren­zen ein­rei­ßen soll (es gebe, sagt man, sowie­so unzähl­bar vie­le Geschlech­ter), ist der Ver­such, ein bestimm­tes Geschlecht stär­ker aktiv ein­zu­bin­den als ein ande­res, ein mora­li­scher Rück­schritt, der sich ins links­re­gres­si­ve Nar­ra­tiv der Zeit zwar har­mo­nisch ein­fügt, des­sen Fol­ge­schä­den jedoch unab­seh­bar blei­ben.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Bask – Shake The Soot // Chri­sti­an Lind­ners ita­lie­ni­sche Bewe­gung

Ob dort draußen wohl ein Panda ist?Es ist Mon­tag. Penis! Was tut man nicht alles zur Stim­mungs­auf­hel­lung an einem Tag wie die­sem (näm­lich: Mon­tag)? Das Som­mer­loch ist da und es lang­weilt mich. Es geht mit gro­ßen Schrit­ten auf diver­se Wah­len zu und da redet man nicht mehr so gern über wich­ti­ge The­men, obwohl das Reden wahr­lich fehlt (auch: syn­onym). Das Käuz­chen ver­zwei­felt lei­se.

Das ist auch wenig über­ra­schend, die Ver­dros­sen­heit hat Grün­de; wel­cher Auto­mo­bil­kon­zern auch immer – in Nie­der­sach­sen vor­aus­sicht­lich Volks­wa­gen, wis­sen die unse­riö­sen Jour­na­li­sten von „SPIEGEL ONLINE“ – die näch­sten paar Wah­len gewin­nen wird, sei­ne Par­tei macht sich sicher­heits­hal­ber schon vor­her lächer­lich. Ber­li­ner wis­sen nicht erst jetzt: SPD, Lin­ke und Grü­ne sind ein Griff ins Klo.

Ande­re Par­tei­en, ande­re Sit­ten: Nach der CDU, Ita­li­en und der EU spricht sich nun auch Chri­sti­an Lind­ner dafür aus, dass Deutsch­land die euro­päi­sche Flücht­lings­po­li­tik anwen­det. Post­wen­dend fan­den sich auf Twit­ter Schrei­häl­se, die die­se For­de­rung mit denen der „Iden­ti­tä­ren Bewe­gung“ gleich­setz­ten, ver­säum­ten dabei aber zu erklä­ren, was sie en detail dar­an stö­re; klar: wenn die medi­al aus­er­ko­re­nen Böse­wich­te etwas gut fin­den, dann kann das, was sie gut fin­den, gar nicht gut sein. Nie­mals nicht.

Was aber unbe­streit­bar gut ist und bleibt: Musik.

Bask – Shake The Soot

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: OHHMS – The Fool

OHHMS - The FoolOHHMS! End­lich mal wie­der eine Band, deren Musik so klingt, wie sie heißt.

Nach immer­hin drei Jah­ren und eini­gen EPs ver­öf­fent­lich­te die bri­ti­sche Metal­band OHHMS mit „The Fool“ (Band­camp, Amazon.de) 2017 end­lich ihr Debüt­al­bum.

Die sechs ent­hal­te­nen Stücke sind bis zu 21 Minu­ten („The Hiero­phant“) lang, Radio­hö­rer sind hier also nicht unbe­dingt die Ziel­grup­pe. Zu hören gibt es das, was wohl anders­wo „Sludge“ genannt wird, bei mir indes als ordent­lich dröh­nen­de psy­che­de­li­sche Doom-Musik („The Hiero­phant“) und ange­nehm ent­schlos­se­ner Hard­rock („The World“) ankommt.

Das aggres­si­ve, aber rhyth­mi­sche Klang­ge­wit­ter auf „The Fool“ wird von Paul Wal­lers durch­aus varia­bler Stim­me beglei­tet, zwi­schen lieb­li­chem Säu­seln („The Lovers“) und hef­ti­gem Nie­der­schlag („The Han­ged Man“) sind man­che Grau­stu­fen aus­zu­ma­chen – immer nur zu dröh­nen und zu pol­tern lie­ße „The Fool“ auch schnell lang­wei­lig wer­den.

Zu die­sem Album jedoch ist Lan­ge­wei­le kei­ne gute Bei­la­ge, denn es reizt viel­mehr zur Kana­li­sa­ti­on von Wut; hört man „The Fool“, so kann man sich dabei her­vor­ra­gend über die Welt auf­re­gen. Es gibt sol­che Momen­te im Leben, und sie ver­lan­gen nach sol­cher Musik. Kein Narr ist, wer sie ein­mal hören möch­te.

Nur zu!

SonstigesIn den Nachrichten
Eier sind nur in den gekenn­zeich­ne­ten Eier­be­rei­chen gestat­tet.

Diver­se Super­märk­te, mel­den diver­se Medi­en, neh­men Eier vor­über­ge­hend aus dem Sor­ti­ment, weil die­se gege­be­nen­falls gesund­heits­ge­fähr­den­de Stof­fe ent­hal­ten könn­ten und so was natür­lich in einem Super­markt gar nicht gern gese­hen ist.

Außer, man schreibt es dran. Hier mein Vor­schlag:

Eier sind nur in den gekennzeichneten Eierbereichen gestattet (Eierkarton orig. CC-BY-SA Frank C. Müller)

Bit­te­schön!