MontagsmusikNetzfundstücke
Jimi Hen­drix – Hey Joe // Frei­heit ist auch das Recht, Unrecht zu haben.

Es ist Montag?!Es ist Mon­tag. Der Som­mer scheint vor­über, zumin­dest herb­stet es sehr. Die Betrüb­nis, die sich ein­stellt, auf das Wet­ter zu schie­ben wäre nicht ange­mes­sen, denn ein Blick auf den Kalen­der offen­bart mehr. Mensch­lich­keit ist eine Schwä­che der Evo­lu­ti­on und sehr ärger­lich. Käuz­chen­wort des Tages: Unge­mach.

Gegen eine etwas ande­re Art von Unge­mach will die staat­lich finan­zier­te Akti­on „Dop­pel­Ein­horn“ (natür­lich unter Miss­ach­tung gel­ten­der Schreib­wei­sen) etwas tun, die, bebil­dert mit einer nicht mal iro­nisch inter­es­san­ten und respekt­los duzen­den Comic­fi­gur, zum Bei­spiel sug­ge­riert, es gebe kein „Grund­recht auf Schei­ßel­abern“, als sei nur von der Mei­nungs­frei­heit gedeckt, was erstens wahr ist und zwei­tens von nie­man­dem kri­ti­siert wird, denn so ein Grund­recht wäre kei­nes. Nun ist es im besten Sin­ne frag­lich, ab wel­chem Bekloppt­heits­grad Mei­nungs­frei­heit aus staat­li­cher Sicht zum „Schei­ßel­abern“ wird und ob es letzt­end­lich über­haupt ziel­füh­rend ist, das Reden von Stuss unter Stra­fe stel­len zu wol­len, so lan­ge nicht klar ist, wo die Gren­ze zwi­schen erlaub­ter Mei­nung und ille­ga­lem Stuss liegt: Bei posi­ti­ven Rezen­sio­nen von Musik von Phil Coll­ins oder erst bei der Leug­nung des Holo­causts – und war­um?

Gute Nach­rich­ten der­weil: Wis­sen­schafts­leug­nung ist jetzt ein Frei­bur­ger Stu­di­en­fach. Sobald aus­ge­pen­delt wer­den konn­te, wel­che Ster­nen­kon­stel­la­ti­on dar­an schuld ist, wird es sicher­lich eine ent­spre­chen­de Online­de­mon­stra­ti­on geben.

Bis dahin: Musik.

Guten Mor­gen.

Senfecke:

  1. Ich weiß ja nicht, ob so etwas hier:
    … dass Gen­der Stu­dies eigent­lich nur Mar­xis­mus in der Vari­an­te der Frank­fur­ter Schu­le sind, die aus der Erkennt­nis, dass der pro­gno­sti­zier­te Klas­sen­kampf nicht kam, und zugun­sten ihres Gast­ge­bers USA das The­ma Kapi­ta­lis­mus als Klas­sen­kampf­stif­ter gegen die Sexu­al­phan­ta­sien Freuds aus­tausch­ten.
    Sati­re sein soll oder der Autor tat­säch­lich so ein bor­nier­ter Dumm­schwät­zer ist. Die­ser Umgang mit (Geistes-)Wissenschaft ist jeden­falls nicht geeig­net, „Wis­sen­schafts­leug­nung“ zu kri­ti­sie­ren. Für Nicht­ein­ge­weih­te: Das bedeu­tet unge­fähr so vie wie: Die Soft­ware des PC-Gehäu­ses wird noch bes­ser, wenn man eini­ge Mega­hertz Cache zusätz­lich updatet, die in DDoS for­ma­tiet sind.
    Ich krie­ge bekann­ter­ma­ßen Her­pes von ‚Gen­der­stu­dies‘ u.ä., aber muss man das stän­dig für sei­nen Hass auf alles ver­meint­lich „Lin­ke“ instru­men­ta­li­sie­ren?

    • Ich glau­be, das Links­sein wäre weni­ger ein „Pro­blem“ für den Ver­link­ten, wenn es nicht mit so viel Gefa­sel ein­her­gin­ge. Von „Rech­ten“ liest man sel­ten, dass sie anti­wis­sen­schaft­li­chen Krem­pel in den Hoch­schu­len nicht bloß befür­wor­te­ten, son­dern gar eta­blier­ten; Krea­tio­ni­sten und son­sti­ge Reli­giö­se mal aus­ge­schlos­sen.

      Oder mei­ne Fil­ter­bla­se ist doch enger, als ich dach­te.

  2. Zum Dop­pel­ein­horn erst­mal Zustim­mung. Aber der Damisch war mal wie­der ein Griff ins Klo.Irgendwie waren die Neti­zens der neun­zi­ger Jah­re im Use­net intel­li­gen­ter, da war Damisch der Grup­pen­kas­per. Inzwi­schen hängt eine neue Gene­ra­ti­on ent­po­li­ti­sier­ter und ver­blö­de­ter Neu­rech­ter, Click­prolls, Twit­te­rer etc. gebannt an sei­nen Ergüs­sen, auch wenn sich da inhalt­lich nichts geän­dert hat. Damisch hat von Wis­sen­schafts­theo­rie weni­ger Pei­lung als die Kuh vom Flie­gen, er gei­fert gegen Lin­ke, Frau­en, Män­ner und den bösen „Gen­de­ris­mus“ (eine not­wen­di­ge wis­sen­schaft­li­che Kri­tik an gro­ssen Tei­len der Gen­der Stu­dies und vor allem der Poli­tik des Gen­der Main­strea­ming ist eine ande­re Sache, Damisch weiss da aber nicht, wovon er gei­fert, und sei­ne „Gemein­de“ eben­so­we­nig). Das was er da so gei­sselt, hiess im übri­gen frü­her „stu­di­um gene­ra­le“, damals konn­te man es nur mit einer Pro­mo­ti­on abschlie­ssen, das ging aber. Wenn man heu­te einen Bät­sche­ler dafür gene­riert, so what. Mit Gen­der oder Lin­ken hat das einen feuch­ten Dreck zu tun.

    • Ich wür­de „den Danisch“ nicht unbe­dingt für einen Use­net-Neti­zen hal­ten, Infor­ma­tik hin oder her. Dafür ist er zu poli­tisch. Aber ich ken­ne ihn tat­säch­lich auch nicht per­sön­lich. Die­ses Kei­len gegen Gen­der auf Steu­er­ko­sten – geschenkt. Ver­lin­ke ich ja auch nur alle zwei­d­rei Mona­te mal, sonst kom­me ich zu gar nichts ande­rem mehr. Ich hät­te das jetzt aber eher als Stu­di­en­kri­tik als als Gen­der­feind­lich­keit ver­ste­hen wol­len.

      • Erzähl nix, ich kenn den Damisch aus sei­nen Tira­den im de-Use­net, gegen Rau­cher, Frau­en, Lin­ke und den gro­ssen Teil des Rests der Welt. Bloss hat er da kein Bein auf den Boden gekriegt. Ein unsi­che­res Männ­lein, irgend­wann end­lich Dipl.Inf mit rie­si­gem Ego und null Sub­stanz. Und „Stu­di­en­kri­tik“ sehe ich in sei­nem Geschwätz wirk­lich nicht. Man kann von dem stu­di­um gene­ra­le-Bache­lor hal­ten, was man will, dafür muss man aber erst­mal Ahnung von der Mate­rie haben.

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