FotografiePersönliches
Impressionen: Romantische Betrachtung eines Morgens im August in Begleitung eines Haustiers (Versuch 2)

Nach einer eigentlich zu kurzen Nacht, der Sonnenaufgang war schneller als man selbst, verlässt man das Haus. Das ferne Zwitschern des frühen Vogels dringt durch die Stille der Kleinstadt wie durch Nebel. Der vierbeinige Begleiter begibt sich, gleichsam schweigend, auf die Suche nach vertrauten Gerüchen.

Die Sonne, die noch zwischen den Dächern schwebt, färbt die Bäume am Wegesrand leuchtend grün, deren Duft den Raum erfüllt, dessen Wegen man folgt. Als wäre es Lebensenergie, atmet man tief ein, um den Geruch des Sommermorgens, jeden seiner Bestandteile, in sich aufzunehmen. Inmitten dieser Szene hüpfen junge Vögel umher und begrüßen den Tag.

Guten Morgen.

All die Eindrücke, die so aufeinander treffen, lassen ein eigenartiges Gefühl entstehen. Etwas breitet sich im Inneren aus. Für einen kurzen Moment ist man allein mit sich selbst.

Gerade rechtzeitig kommt der Vierbeiner zurück, schaut erwartungsvoll und setzt auf ein kaum merkliches Zeichen hin seine Erkundungsreise fort.
Wie, denkt man dann, macht so ein Hund das eigentlich mit dem Glücklichsein?

In den NachrichtenNetzfundstückePolitikProjekte
Medienkritik XIII in gebotener Kürze: Ilona Christen und die indirekte Rede.

Argh bzw. „gut” gemacht, SPIEGEL online:

Ihr Ehemann sagte dem „SonntagsBlick” zufolge, seine Frau sei gestürzt und habe sich dabei ein Hämatom und schließlich eine böse Blutvergiftung zugezogen. „Ein Sturz, ein Hämatom und eine böse Blutvergiftung gingen dem Abschied voraus”.

Außerdem, heißt es, habe sie sich, verursacht durch einen Sturz, ein Hämatom und eine böse Blutvergiftung eingefangen. Mir war jedenfalls, als hätte ich das irgendwo gelesen.


Und „irgendwo gelesen” hat so mancher dieser Tage auch Wahlkampfphrasen mit den Schlagworten „Internet” und „rechtsfreier Raum”, oft in einem sachlich schlicht falschen Zusammenhang von Politikern einer Generation geäußert, die mit dem Internet noch nicht aufgewachsen sind, zum Beispiel auf der Internetseite des Hamburger Abendblatts.

Nein, verglichen mit dem tatsächlichen Leben ist das Internet mitnichten ein rechtsfreier Raum, vielmehr das Gegenteil. Manches Verhalten ist im Netz weitaus gefährlicher als im realen Leben. Und daran wird sich offenbar auch in der nächsten Zeit nichts ändern.


Übrigens bastele ich in den Semesterferien natürlich auch hin und wieder ein wenig an meinen Projekten:

Seit gestern ist OpenDownload 2.1.1 verfügbar; die Firefox-Erweiterung, die die aus anderen Browsern bekannte „Ausführen”-Schaltfläche im Dialog „Datei speichern” hinzufügt, funktioniert jetzt auch mit SeaMonkey. Ebenfalls ist eine neue Version von eMule beba bereits seit einigen Wochen fast fertig™, es sind nur noch einige kleine Korrekturen vorzunehmen.
Über weiterhin reges Interesse freue ich mich natürlich sehr und danke allen zufriedenen Nutzern. :)

KaufbefehleMusikMusikkritikPersönliches
Qarpa – inZhYR / Hildesheim statt Heino

Oha: Als ich gerade den Dateiordner mit den noch unsortierten Musikalien öffnete und wahllos diverses probehörte, fiel mir erneut ein für mich recht untypisches Stück Musik – will meinen: Alternative, Pop, irgendwas in dieser Richtung – auf.

Bei der solcherlei Musik interpretierenden Musikgruppe des Namens Qarpa mit dem sympathischen Pinguin auf ihrer Internetseite handelt es sich nach meinem gegenwärtigen Kenntnisstand um ein Damenquintett aus Kiew in der Ukraine. Frontfrau ist Irena Karpa, die im ukrainischen Raum laut Wikipedia nebenbei wohl auch für ihre Tätigkeit als Fotomodell in einschlägigen Männermagazinen bekannt sein dürfte.

Diese Musikgruppe jedenfalls macht gar nicht mal so üble Tanzmusik mit herrlich albernen Choreografien in zum Beispiel diesem Musikvideo. Worum es textlich geht? Gute Frage – ich kann kein Ukrainisch. Spaß macht’s aber auf jeden Fall, und wenn die Anzahl der Suchergebnisse im Internet ein Indiz für Bekanntheit ist, hat Qarpa so wenig Aufmerksamkeit, wie ich meine, mitnichten verdient.

Reinhören, dazu wüst herumhüpfen, gut finden und kaufen – empfohlen wird’s in dieser Reihenfolge.


Apropos „wüst herumhüpfen” und als total unauffällig platzierte Werbeanzeige in jedenfalls teilweise eigener Sache zu verstehen:
In Hildesheim – genauer: in der Kulturfabrik – findet am 7. November für tatsächlich nur wenig Geld ein von den Schallgrenzen organisiertes Konzert mit gleich zwei bravourös klingenden Postrockbands, namentlich Nihiling und Hermelin, statt. Ich werde voraussichtlich ebenfalls dort sein und Bericht erstatten.

Natürlich könnte man am 7. November stattdessen auch zu Heino. Aber das kostet mehr und ist, nehme ich an, nicht ganz so atmosphärisch.

Weitere Informationen gibt es im Schallgrenzen-Konzerteblog. Entscheidet selbst!

PersönlichesWirtschaft
In Zeiten flauer Wirtschaftslage…

… muss ein Staat mit der Zeit gehen:

(+Xenion) voll übel das kasino wo ich arbeite gehört dem staat ^^
(+Xenion) der staat kriegt die kohle, die die leute verlieren ….

So ist’s richtig, Robin Hood!


(Warum weigert sich das viel gepriesene Sommerwetter eigentlich beharrlich, mal ein paar Tage am Stück zu verweilen? Man traut sich ja kaum noch vor die Tür. – Eigentlich schade, lädt der Juli doch gewohnheitsmäßig zum Vordietürgehen ein.
Ich hoffe, im August wird’s besser; dann mache ich hier ein paar Tage Pause und gönne mir ein bisschen Ferien. Aber dazu schreibe ich später noch was.)

In den NachrichtenNetzfundstücke
Medienkritik extern: Die Wiederentdeckung der Studioanimationen

Das ZDF hat ein neues Nachrichtenstudio bekommen, in dem alles noch moderner und multimedialer wirken soll; aber wie bei dem mehrere Schülergenerationen plagenden Problem „Powerpoint-Animationen oder lieber brauchbare Inhalte?” wird auch hier wieder sinnlos irgendwas animiert, ohne dadurch einen echten Mehrwert zu erhalten; Nachrichten sollen nicht auf Kosten der Gebührenzahler spannend sein und unterhalten, sie sollen informieren. Wann lernen die Verantwortlichen das endlich?

Peinlich vor allem, wenn man’s mit der Mediennutzung übertreibt:

Man braucht kein virtuelles Studio, um zu zeigen, wo es bei einem Atomkraftwerk gebrannt hat. Im Gegenteil: Man würde es besser verstehen, wenn nicht ein Moderator ungelenk neben den Animationen herumstünde und mit der Hand vage in einen leeren Raum zeigte.

Ich weiß schon, warum ich nur noch selten fernsehe. Es ist einfach zu albern.


Auch nicht schlecht übrigens:

Blake Fielder-Civil beansprucht einen Teil des Vermögens seiner geschiedenen Frau Amy Winehouse, weil er sie erst durch sein Verhalten zu ihrem Album inspiriert habe – indem er fremdging.

Selbst, wenn dies erfolglos bleibt: Grandios!

MusikkritikNetzfundstücke
Das „Web 2.0” macht albern.

Oha: Bei Amazon gibt es seit einiger Zeit auch die Möglichkeit, Videorezensionen zu erstellen. Für jene gibt es natürlich auch Vorschläge, wie man vorgehen sollte, zum Beispiel den folgenden:

Amazon-Rezensionen

Und ich, hihi, hätte da auch gleich einen Vorschlag zu machen…

Meinjanur.

Apropos „meinjanur”; sehr gute Musikgruppe, die man unbedingt im Auge behalten sollte, übrigens:
Die französische Gruppe Lazuli spielt erbaulichen, lyrischen Progressive Rock.
Ein sehr hübsches Stück Musik ist zum Beispiel Cassiopée vom Album „En avant douté…”. Fein.

In den NachrichtenPolitik
SPON: „Kader Loth wird Frauenbeauftragte in Pauli-Partei”

Danke wieder einmal, Weltgeist:

Die ehemalige „Miss Penthouse” Kader Loth ist ab sofort die Frauenbeauftragte der Freien Union.

Welch weitsichtige Entscheidung, das ehemals im Fernsehboulevard beheimatete Lästermaul Kader Loth, die so manche Frauenklischees erfüllt, zur Frauenbeauftragten zu machen. Ich spreche ihr nun mangels Informationen nicht unbedingt die Kompetenz für dieses Amt ab; aber die Schlagzeile las sich doch recht amüsant.

Zumal der Artikel dazu:

Es dauerte nicht lange, bis auch das Magazin „Penthouse” an Kaders Tür klopfte. Kader, die sich ihrer Ausstrahlung und Charisma bewusst war, willigte zu einer Zusammenarbeit ein.

Schließlich sind Ausstrahlung und Charisma ja auch die beiden wichtigsten Eigenschaften einer Frau, die als Kandidatin für jenes Magazin in Frage kommt, und nicht etwa andere, eher weniger subtile Eigenschaften; mithin prädestiniert ein Erfolg hierbei für eine Karriere in der Politik. Laut sein, schrill sein ist gefragt. Wer braucht schon Inhalte?

Wie erwähnt: Danke, Weltgeist!

MusikNetzfundstücke
Dieter Gorny erklärt die Welt

Amüsant: Der Gründer von Viva versucht im Interview die Krise der Musikindustrie zu ergründen und fordert „nach französischem Vorbild” Internetsperren für Urheberrechtsverstöße, übersieht aber, dass das entsprechende Gesetz dort gar nicht so recht zustande kommen wollte.

Mein derzeitiges persönliches Lieblingszitat aus dem Interview:

Man muss bei der Debatte über die Musikindustrie immer bedenken, dass ihr Produkt ja gewollt ist.

Gut erkannt, es ist gewollt. Leider ist der Musikindustrie größtenteils schnurz, was der potenzielle Kunde will; die immergleichen Retortenhupfdohlen sind eben schneller und kostengünstiger zu produzieren.

„Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht” – dieses Motto würde ich persönlich in Bezug auf Musik nicht gelten lassen.
Aber ich bin ja auch nicht die Industrie.

Eine ausführliche Analyse des Gesprächs hat übrigens der Niggemeier im Angebot. Brillant!

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Medienkritik extern: Nicht noch eine „Casting”-Sendung!

Das wird ein Spaß, wenn Pro Sieben am 27. September über die Bundestagswahl 2009 berichtet. Wahrscheinlich sitzt da dann eine Jury in einem Studio, die virtuell die Spitzenkandidaten der Parteien anfeuert: “Gib Power! Gib Gas! Gib alles!” Aus dem Off dröhnt der Sprecher: “Wer schafft es in die nächste Runde?” Die Statements von Guido Westerwelle werden mit lustigen Comicgeräuschen unterlegt. Koaltionsverhandlungen heißen nicht mehr Koaltionsverhandlungen, sondern Recall. Und wenn die Entscheidung gefallen ist, läuft zu den Slowmotion-Bildern der strahlenden Sieger “Sinfonie” von Silbermond. Am Ende ziehen die Auserwählten in eine “Villa” ein (weil “Kanzleramt” so schwer auszusprechen ist), und der Off-Sprecher kündigt an: “Das wird das größte Abenteuer Ihres Lebens!”

Aber eigentlich ging es ja um den x-ten Versuch von Pro7/Sat.1, eine neue „Casting”-Sendung zu entwerfen; wobei das mit dem „neu” dann auch nicht so genau genommen werden sollte.
Mehr darüber gibt es bei den Medienpiraten zu lesen.

Und apropos „Piraten”: Jörg Tauss kämpft für seine Ziele; hoffentlich mit wenigstens teilweisem Erfolg. Auch wenn’s im Sommerloch beinahe unterzugehen droht.

(Teufel, ist das heiß hier.)

MusikPersönliches
Sommerfreuden

Was ich mich nach einem überaus sommerlichen Tag natürlich auch frage: Wieso ist das Wort „Großkatzen” eigentlich so bekannt, aber über „Großinsekten” spricht kaum jemand?

Ist ja nicht so, dass sich schon mal ein Tiger auf meine Einkäufe gestürzt hätte.


Frischer Musiktipp für die heißen Tage:
Der Multiinstrumentalist JT Bruce macht progressiven, instrumentalen Artrock für Anspruchsvolle im Stil bspw. der neueren King Crimson. Auf den Babyblauen Seiten klingt das so:

JT Bruce ist eine Art Allroundkünstler, der Musik und Kunstfilme macht, Bilder malt und auch kleinere Texte verfasst. Musikalisch ist er seit 2005 mit instrumentalem Prog unterwegs. Die Musik des Amerikaners kann vielleicht als Mischung aus Progmetal und Artrock a la moderne King Crimson mit einem guten Schuss moderner Electronic beschrieben werden. Der Electronic-Einfluss ist gerade auf diesem Album besonders stark ausgeprägt. Der Fluss der Musik, die häufig rockig treibend ausgerichtet ist, erzeugt dabei ein cineastisches Gefühl im Kopf.

Feine Sache, auf jeden Fall zu empfehlen.

In den NachrichtenMusik
Medienkritik XII: Respekt für die Privatsphäre der Angehörigen? Ja, steht da. Guck.

Gruselig: Man öffnet das Nachrichtenkonsumierprogramm seiner Wahl und liest seitenweise „Michael Jackson, Michael Jackson, vielleicht, ja, nein, doch, tot, Absicht, Versehen, gut, schlecht, erwartet, unerwartet”, und das in allen nur erdenklichen Facetten. Eine sachliche Berichterstattung ohne Werbeeinnahmen erzielende Klickstrecken mit den immer gleichen „exklusiven” Bildern von Särgen und weinenden Anhängern hat, so weit ich sehe, bislang nur das Krankenhaus hinbekommen:

Jackson’s family requests that the media respect their privacy during this tragic period of time.

Schade, dass dieser Satz zwar von zahlreichen – auch deutschsprachigen – Medien erwähnt wird, allerdings zwischen all den Fotostrecken, virtuellen Kondolenzbüchern (ach du meine Güte!) und den anderen geschätzten zweiunddrölfzig Artikeln zu diesem Thema nicht weiter auffällt.

„Die Angehörigen baten die Medien öffentlich darum, ihre Privatsphäre zu respektieren. Exklusive Bilder/Videos von der weinenden Mutter/Schwester und/oder dem Abtransport des im Koma liegenden/sterbenden/toten Sängers gibt es übrigens hier: …”

Nur schwer zu schätzen, wie viel Energie für diese Meldung weltweit verbraten wurde. Dem Internet sei Dank erfahren wir heute alles sofort, schnell und exklusiv und mit vielen bunten Bildern garniert. Auf Kosten diverser Charaktereigenschaften, versteht sich.

(So herrlich dämlich die üblichen Fotostrecken auch sein mögen, sie bieten amüsante Momente. We rip Michael!)

Scream” ist ein sehr gutes Lied. Ehrlich jetzt.