In den NachrichtenNerdkrams
Über­ra­schen­de Erkennt­nis­se aus Vault 7

Es gibt wie­der ein­mal einen neu­en Spio­na­ge­fall, den einen Spio­na­ge­skan­dal zu nen­nen sich allen­falls die­je­ni­gen Medi­en und ‑kon­su­men­ten trau­en, deren Blau­äu­gig­keit die­se Spio­na­ge über­haupt erst ermög­licht: Rus­si­sche Hacker Infor­man­ten unkla­rer Her­kunft haben der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­Leaks gehei­me Doku­men­te zuge­steckt, die den US-ame­ri­ka­ni­schen Aus­lands­ge­heim­dienst CIA über­ra­schen­der­wei­se auf eine mit der, auf der die NSA in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung gera­de steht, ver­gleich­ba­re Stu­fe heben bzw. senken.

Erste Erkennt­nis­se las­sen sich gegen­wär­tig zum Bei­spiel so zusammenfassen:

Erstens:

Die CIA besitzt die tech­ni­schen Mit­tel, um spam­si­che­re E‑Mail-Adress­schutz­maß­nah­men auf Web­sites auto­ma­ti­siert zu umge­hen. Wenn ein sin­nes­ge­trüb­ter Mensch aus irgend­wel­chen Grün­den (zum Bei­spiel wegen der so genann­ten „Impres­sums­pflicht”) sei­ne E‑Mail-Adres­se ins Web stel­len zu müs­sen meint, dann ist es rat­sam, über die­se Adres­se kei­ner­lei Kor­re­spon­denz abzu­wickeln, die nicht eben­so gut im Super­markt an der Klein­an­zei­gen­ta­fel hän­gen dürfte.

Zwei­tens:

Siche­re Anwen­dungs­soft­ware scheint prin­zi­pi­ell nicht unter einer „Copyleft”-Lizenz zu ste­hen, da belieb­te der­art lizen­zier­te Pro­gram­me wie 7‑Zip und Note­pad++ sich als ein­fa­che Zie­le anbo­ten, ihre pro­prie­tä­ren Gegen­stücke wie Win­RAR aber anschei­nend nicht. Auch GNU/Linux bie­tet einen reich­hal­ti­gen Fun­dus an aus­nutz­ba­ren Sicher­heits­lücken, Free- und Open­BSD hin­ge­gen wer­den bis­lang nicht ein­mal erwähnt, sie sind von den bis­her auf­ge­deck­ten Lücken aber auch nicht betrof­fen. Wer dar­in kein Pro­blem sieht, der ist sich womög­lich nicht im Kla­ren dar­über, dass staat­li­che „Hacker” sel­ten über Kennt­nis von Sicher­heits­lücken ver­fü­gen, die nicht auch ander­wei­tig zu fin­den sind. Geheim­dien­ste ver­su­chen wenig­stens dabei nichts außer der Pri­vat­sphä­re zu Scha­den kom­men zu las­sen; das kann man nicht unbe­dingt von allen poten­zi­el­len Inter­es­sen­ten behaupten.

Drit­tens:

Medi­al ver­fem­te „rus­si­sche Hacker” sind über­ra­schen­der­wei­se oft gar kei­ne Russen.

Vier­tens:

Smar­te Fern­se­her mit Mikro­fon und Kame­ra sind nicht nur pri­ma Berie­se­lungs­hilfs­mit­tel, son­dern vor allem Mikro­fon und Kame­ra. Sich einen smar­ten Fern­se­her in die eige­ne Woh­nung zu stel­len bedeu­tet nicht nur, dass hin­ter­her weni­ger Geld für wich­ti­ge Din­ge da ist, son­dern eben auch, dass Kame­ra und Mikro­fon im eige­nen Wohn- oder Schlaf­zim­mer ste­hen. Wer will so was? Will das wer? – Auf die Spit­ze treibt das der­zeit ver­mut­lich Ama­zons „Echo” („Ale­xa”), des­sen ein­zi­ge Auf­ga­be es ist, als stän­dig ver­füg­ba­res Mikro­fon zu agie­ren. Ist ja so praktisch.

Fünf­tens und letztens:

Das maß­geb­li­che Kapi­tal von Geheim­dien­sten ist und bleibt die Ver­trau­ens­se­lig­keit ihrer Feinde.


Apro­pos Copy­left: Fin­ger weg von GitHub!