Über I Like Trains, damals noch interessanter stilisiert, schrieb ich im März 2012, ich habe „zum Beispiel auch die Geschicke von iLiKETRAiNS nach dem gelungenen Debüt und dem scheußlichen Zweitling kaum mehr weiter verfolgt“. Dabei war es bis 2020 geblieben, jetzt aber habe ich Kompromat gesammelt in meiner Musiksammlung gefunden, nämlich das diesjährige Album desselben Namens (Amazon.de, Bandcamp, TIDAL). Es sei, behaupten meine Quellen, das zweite Album der englischen ehemaligen Postrockband seit acht Jahren, insofern gab es freilich auch nicht viel zum Verfolgen.
Die Formulierung eben war bewusst gewählt, denn ehemals iLiKETRAiNS haben außer ihrer Schreibweise auch ihren Stil geändert. Auf „Kompromat“ geht es im weitesten Sinne um die Informationsgesellschaft – endlich mal wieder ein Konzeptalbum also.
The truth is a constant stream of non-sequiturs.
Die musikalische Begleitung würde ich als aus New Wave, Shoegaze, Trip-Hop und Postpunk (u.a. „Patience Is a Virtue“) bestehend beschreiben, würde ich die Existenz von Genres anerkennen, wogegen ich mich auch weiterhin zu stemmen beabsichtige. Sänger David Martin als dem Album mit seiner Stimme den letzten Schliff verpassend zu bezeichnen würde ich allerdings dann doch wagen wollen.
Die Vinyl- und CD-Versionen des Albums sollen wegen Corona erst Ende September verfügbar sein. Na gut, freue ich mich halt noch ein bisschen länger darauf.
Das hier wird auch noch ein paar Menschen in Erklärungsnot bringen:
In Dänemark soll ein sogenanntes Einwilligungsgesetz wie in Schweden eingeführt werden.
Denn:
Die Verteidigerin Mette Grith Stage befürchtet, wie einige andere Anwälte auch, dass das Zustimmungsgesetz zu mehr Fehlurteilen führen könnte. Vor allem, wenn der Angeklagte nachweisen müsste, dass es eine Einwilligung gegeben hatte. Das Gesetz sei unklar. (…) Strittig sind die Zeichen der Einwilligung. Einerseits genügten Küsse, Flirtverhalten sowie das Mit-Nach-Hause-Gehen noch nicht als Einwilligung. Auf der anderen Seite heißt es, dass die Einwilligung auch nonverbal wie etwa durch Küsse gegeben werden kann.
Andererseits: Das mit der Überbevölkerung hat sich ja demnächst dann auch erledigt.
Was passiert eigentlich, wenn man eine großartige freie Software mit einem Gerät herunterladen will, für das sie nicht gedacht ist, um zum Beispiel mal in den Quellcode zu gucken?
Es ist Montag. Da es medial zurzeit pandabärenarm zugeht und auch sonst eine gewisse Putzigkeit momentan ausbleibt, da das Sommerloch 2020 aus Coronagründen nicht stattfand (jetzt hat Corona auch schon die Pandabären auf dem Gewissen!), ist meine momentane Lieblingsmeldung auf einem größeren Nachrichtenportal diejenige, dass vermeintliche Schutzsoftware PCs gefährdet. Da hilft nur noch Schutzsoftwareschutzsoftware! Pandabären zum Beispiel würden PCs aber auch nicht gefährden. Oder doch?
An zweiter Stelle der lustigsten Nachrichten, die momentan kursieren, steht bei mir die Spekulation eines YouTubers mit beknacktem Alias, dass Disney aus finanziellen Gründen möglicherweise beizeiten darauf verzichten werde, jeden ihrer Filme mit empowerment zu vergällen, was, sofern es zutrifft, den Stellenwert von Inhalten bei heutigen Filmemachern ganz gut aufzeigen dürfte, was wiederum erklärt, warum ich die von mir in den letzten Jahren gesehenen wirklich neuen Kinofilme ungefähr an einer Hand abzählen kann. Und zwar nach dem ärgerlichen Unfall im Sägewerk. – Anderswo (nämlich in der „Augsburger Allgemeinen“) liest man die besorgte Frage, ob Weihnachten Corona zum Opfer falle, weil Kirchen bis auf Weiteres eher nicht gut besucht werden sollten. Aus irgendeinem langweiligen Grund sei es doch sehr wichtig für eine anscheinend nachrichtenrelevante Zahl an Menschen, einmal im Jahr gemeinsam die Evolution zu leugnen. Man versprach mir Verlagssterben!
Als ebenso untot erweist sich die Studenten-CeBIT, die dieses Jahr wohl statt in einem hässlichen Kongresszentrum im hässlichen Internet stattfinden wird. Das persönliche Treffen, teilen die CCC-Veranstalter mit, sei sehr wichtig, weshalb man es dieses Jahr nicht dazu kommen lasse oder so, sondern stattdessen die Teilnehmer online miteinander vernetze. Auch 2020 wurde es jedoch wieder versäumt, die Namensrechte an der CeBIT zu erwerben, so dass das weltweit einzige Hackertreffen, auf dem EDV-Affine eine deutliche Minderheit sind, die von den Angereisten bestaunt wird wie anderswo ungewöhnliche Affen im Zoo, stattdessen den dämlichen Namen „remote Chaos Experience“ tragen darf muss. Es wird im verlinkten Geschwall dazu aufgerufen, den Organisatoren mitzuteilen, welche Fehler sie auf jeden Fall vermeiden sollten. Ich finde das gut und empfehle den Hinweis zu hinterlassen, dass man dieses Jahr vielleicht mal ungewohnte Wege gehen und sich auf EDV und relevante Wissenschaften wie Physik konzentrieren könnte. Das hat bisher noch niemand ausprobiert. Herausfordernd dürfte es allemal sein, dieses Jahr den regen Drogenhandel („self-medication“) zu organisieren, der in den Vorjahren im „Congress“-Wiki geplant und durchgeführt wurde. Vielleicht geht da ja was mit der Rohrpost. – Apropos: Man könne das Ereignis am Jahresende zusammen mit der „bevorzugten Infektionsgemeinschaft“ angucken, wird vermittelt. Ist es noch zu früh für Heroinwitze?
Andere vermeintliche EDV-Fachdingsda sind auch gerade witzig drauf: Ein bekanntes Linuxblog etwa empfiehlt zurzeit den Browser Min, der dem Minimalismus fröne und seinem Namen alle Ehre mache. Der Browser basiert auf Electron und somit Chromium. Ab wie viel Gigabyte RAM und wie viel CPU-Auslastung im Leerlauf beginnt eigentlich die Stufe nach dem Minimalismus?
Gute Nachrichten aus den Vereinigten Staaten: Ein Gericht hat festgestellt, dass die NSA die privaten Gespräche von US-Bürgern gar nicht im großen Stil hätte abhören dürfen. Ich freue mich schon jetzt darauf, dass sich aus dieser Erkenntnis keinerlei nachteilige Konsequenzen für irgendeinen Täter ergeben. Wie geht es eigentlich den Verantwortlichen für den Staatstrojaner heute?
Mir selbst jedenfalls geht es immer besser mit Musik.
Zusammen mit Janine Wissler, die ihre ablehnende Haltung zu dem kapitalistischen System, in dem sie trotzdem unbedingt gut bezahlte Funktionärin werden will, mit einem unbedingten Antimilitarismus, der selbst mir ein anerkennendes Grunzen abringt, wieder ausgleicht, will auch Susanne Hennig-Wellsow künftig die Linkspartei führen. Offene Wahlen mit Gegenkandidaten wären zu gefährlich.
Susanne Hennig-Wellsow hat in Thüringen Chefinnenpotenzial bewiesen.
Weil:
Hennig-Wellsow könne gut mit Macht umgehen, sagt die ehemalige Thüringer Linken-Abgeordnete, Sabine Berninger, die 2019 aus dem Landtag ausschied. „Sie hat eine vermittelnde Art, kann zuhören und setzt sich mit Argumenten auseinander.“
Daher:
Als Kemmerich zum Ministerpräsidenten vereidigt worden war, schmiss sie ihm mit einem knappen Nicken den Blumenstrauß vor die Füße. Die Frau mit dem Blumenstrauß saß danach in Talkshows bei Markus Lanz und Anne Will.
Was man halt so macht als vermittelnde Chefin.
Die Welt wird immer gefährlicher; nach den zahllosen Autos, die dauernd irgendwen erfassen, sind neuerdings auch aggressive Stichwaffen unterwegs. Das zumindest vermittelt „tagesschau.de“ in einer Meldung, die zahlreiche Angriffe in Birmingham beschreibt, ohne auch nur im Ansatz zu erwähnen, dass die Waffen vielleicht von Menschen geführt werden.
Dass ich Hannover für die ödeste als solche zu verstehende Stadt der Welt halte, habe ich an dieser Stelle und anderswo in der Vergangenheit bereits angemerkt. Oft sagte man mir daher nach, ich sei sonderbar (das stimmt) und diese Ansicht werde nicht oft geteilt (das stimmt nicht).
Einem nicht geringen Teil der Menschheit, den Chinesen, nämlich gefiel es vor fast vier Jahren, Hannover mitsamt seinem Personal nachzubauen:
Am Dienstag eröffnet das Viertel um die Hannover-Straße im chinesischen Changde und wird von Oberbürgermeister Schostok offiziell eröffnet. (…) Fabian Berndt, Sohn des Gründers der hannoverschen Kaffeemanufaktur Andreas Berndt, will der Tee-Nation China das Kaffeetrinken näherbringen, und direkt gegenüber am zentralen Platz der Einkaufsmeile erwartet die hannoverschen Unternehmer Torsten Block und Lutz Käsemann die Gäste im Restaurant „deutsch“ mit – der Name sagt’s! – die ersten Gäste mit Appetit auf deutsche Küche.
Trotz der Importe aus dem Ausland resp. Exporte in das Inland hatte für das echte Hannovergefühl aber noch eine entscheidende Kleinigkeit gefehlt, nämlich, dass die Stadt mitsamt ihrer Kultur touristisch völlig uninteressant ist. Die Chinesen würden ihrem Ruf aber nicht gerecht, würden sie ihre Kopien westlicher Originale so offensichtlich unecht wirken lassen; so konnte die „Hannoversche Allgemeine“ bereits zweieinhalb Jahre später die Entwarnung verkünden:
Erst war die Euphorie groß. Aber das Projekt einer Hannover-Straße in der chinesischen 6‑Millionen-Stadt Changde ist offenbar gescheitert. Kaum jemand will dort ein Geschäft betreiben. (…) Die meisten Geschäfte stehen leer, es fehlt einfach an der Kundschaft.
Da kommt doch endlich die richtige Hannoverstimmung auf!
Dem Hannoveraner Stadtmarketing (was machen die eigentlich beruflich?) gefiel das aus verständlichen Gründen aber nicht so gut, und so suchte man in Kooperation mit dem ortsansässigen (in Hannover, nicht in Changde) Landesfunkhaus des Norddeutschen Rundfunks fieberhaft nach einem Ausweg. Zum Glück gibt es Corona:
Hübsch, gediegen und teuer – so präsentiert sich das nachgebaute Hannover im chinesischen Changde. Der frühere Anzugspunkt für Touristen ist wegen Corona wie ausgestorben.
Das nachgebaute Hannover war im März 2019 also bereits „offenbar gescheitert“, weil am Jahresende ein Virus auftreten würde, der im folgenden Jahr die dortigen Geschäfte schon 2018 geschlossen haben würde. Ich verstehe.
Andererseits: Endlich mal ein Zeitreisevirus!
Völlig unbeeindruckt von RFC 8890 – das Internet sei für seine Nutzer, nicht für seine Unternehmen, da – unternimmt Google jetzt einen weiteren Schritt zur Unbrauchbarkeit als Suchmaschine, indem abermals inhaltlich irrelevante Eigenschaften eine bestimmte Seite weiter unten einsortiert werden lassen als andere Seiten. Die bemerkenswerteste ist diese:
Einfach ausgedrückt bedeutet Largest Content Paint, wie schnell Ihr größtes Seitenelement (z. B. ein Video oder Bild) dargestellt wird. Administratoren sollten eine Zeit unter 2,5 Sekunden erreichen wollen. Google betrachtet alles, was länger als vier Sekunden dauert, als „unzureichend“.
(Übersetzung von mir.)
Ich bin ja der Ansicht, dass eine Software, die schnell geladenen gegenüber inhaltlich wertvollen Seiten den Vorrang gibt, möglicherweise als moderne Kunst ganz interessant wäre, als „Suchmaschine“ hingegen völlig unbrauchbar ist.
„Googeln“ – ein rechtschreiblich schwieriger Begriff – steht mit der Erklärung im Duden, dass man damit eine Recherche nach Informationen im Internet ausdrücken wolle. Mit welchem Begriff bezeichnet man aber stattdessen den Fokus auf Geschwindigkeit?
Nachdem sich jetzt nach einem kurzen Aufflammen entsprechender Forderungen schneller als gedacht herausgestellt zu haben scheint, dass es gar nicht unbedingt eine gute Idee ist, junge Menschen aufgrund ihres Alters vermehrt in die Parlamente zu schubsen (denn wer sich an die Geschichte nicht erinnert, der wird sie wiederholen), macht ein Politiker der rechtspopulistischen CDU jetzt da weiter, wo andere längst aufgehört haben:
Frauenquote hin oder her – es werden Männer ihre Ambitionen zurückstellen müssen, damit mehr Frauen für CDU (sic! A.d.V.) in Parlamenten sitzen.
Nun möge man mir eine entsetzliche Naivität nachsagen, sofern ich mich irre, aber als ich zuletzt nachgesehen habe, bestand die Ambition eines Politikers darin, die Interessen derjenigen, die ihn bezahlt gewählt haben, in deren Sinne im Parlament zu vertreten. Wird nun aber ein beliebter Politiker gar nicht erst aufgestellt, damit statt seiner eine weniger beliebte Person aufgrund irgendwelcher Geschlechtsmerkmale gewählt werden kann, so nimmt das dem Volk nicht nur das Recht, sich für den Kandidaten zu entscheiden, der ihm näher ist, es erweist auch der weniger beliebten anderen Person einen Bärinnen- und Bärendienst, denn sie ist ja letzten Endes statt desjenigen da, den man haben wollte, und somit schuld. Das Ergebnis der Wahlperiode mag man dann, wenn man nicht aufgepasst hat und darum Ursache und Wirkung verwechselt, als „Frauenhass“ diffamieren, obwohl es mit „Kompetenzzuneigung“ viel besser umschrieben wäre.
Andererseits: Wer wählt denn jemanden von der CDU wegen seiner Kompetenz?
Es ist Montag. Elon Musk habe, heißt es, ein Schwein gehirnchippen lassen. Diese Technik solle es irgendwann ermöglichen, die menschliche Intelligenz auf eine Stufe mit der künstlichen zu stellen. Nach Sichtung der sonstigen Vorkommnisse vom Wochenende rate ich diesbezüglich allerdings zur Eile. Andererseits: Warum nicht künftig einfach von Schweinen regieren lassen? Am Futtertrog sich zu sammeln ist ja bereits jetzt Usus unter den Gewählten und Gewähltwerdenden.
Berlin hat ein eckiges neues Logo, das durch Eckigkeit besticht. Die einschlägigen Witzlein, dass man den Berliner Bären zum Beispiel auch durch ein Kothäuflein ersetzen könnte, ohne dass sich in der Aussage (welche Aussage?) des Stadtlogos wesentliche Änderungen ergeben würden, sind leider schon gemacht worden, insofern bitte ich das Augenmerk nur darauf zu richten, dass auch diesmal wieder Jung von Matt das Ergebnis zu verantworten hat. Was machen die eigentlich beruflich? – In den sozialen Medien wurde, nachdem dieses Logo hinreichend hämisch kommentiert worden war, erfreut festgestellt, dass auch in Bielefeld künftig schwule grüne Pärchen dauerhaft eine Ampel zieren sollen. Das ist nur gerecht, nachdem Ampeln zuvor jahrzehntelang unverschämterweise den Lebensstil des alleinstehenden Cisampelmännchens propagiert haben. Nieder mit usw.! Was es allerdings über eine Gesellschaft aussagt, dass sie irgendwem irgendwas beweisen will, indem sie finanzielle und zeitliche Ressourcen aufwendet, um die Sexualität von Verkehrszeichen zu verdeutlichen, wird zu selten irgendwo thematisiert. Ob sie denn keine andere Sorgen hätte, wäre hier vermutlich eine inhaltlich zu ungenaue Frage, denn die Sorge dahinter, dass irgendwelche Lebensweisen von irgendwem als nicht tragbar angesehen werden könnten, ist ja durchaus lebensnah. Inwiefern jetzt irgendjemand aber einen offeneren Umgang mit einer Sexualität, die nicht die seine ist, pflegt, weil er täglich blöde Ampelpärchen angucken muss, bleibt hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses noch unklar. In Italien leuchtete bis vor nicht sehr langer Zeit schlicht „AVANTI“ auf den Ampeln, wenn man rübergehen durfte. Wen das wohl wieder unterdrückt hat?
Na, auch Lust auf ein Grundeinkommen? Kein Problem, nur kurz der NSA ein paar Daten geben und schon kann es losgehen. Neuerdings kann man dafür auch noch einfacher als bisher Slack nutzen. Ist viel besser als das IRC, man lasse sich da nichts einreden.
Unbestritten ungeschlagen aber ist und bleibt: Musik.
Digitalcourage ruft alle, die im Internet Websites betreiben, verantworten oder programmieren auf, Dienste im Netz auf Datensparsamkeit und Datenschutz zu optimieren und nicht Bequemlichkeit und Datensammelei in den Vordergrund zu stellen. (…) „Bisher konnten wir kein Umfrage-Tool vorbehaltlos empfehlen“, sagt Christian Pietsch von Digitalcourage. „Deshalb haben wir selbst eins aufgesetzt, von dem wir wissen, dass es maximal datensparsam arbeitet und auf integrer Hardware läuft.“
Setzt man nun also – wie vom Verein weiterhin empfohlen – eine JavaScript-Blockade ein und versucht den maximal datensparsamen Terminsucher aufzurufen, der ja im Wesentlichen nichts anderes als ein paar HTTP-POST-Anfragen verarbeiten muss, passiert das hier:
Ich werde manchmal gefragt, warum ich den digitalcourage e.V., anders als so viele andere durchaus auch techniknahe Menschen, nicht als netzpolitisch kompetenten Verein empfinde. Ich wünschte, ich hätte darauf keine Antwort.
Was genau unterscheidet eigentlich die (allseits verpönte und politisch nicht gewollte) Annahme, Bill Gates und/oder eine Gruppe von Echsenmenschen warte nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, alle, die nicht auf der richtigen Seite stehen, mit einem Chip zu impfen, um sie endlich als reicher Weltherrscher untertan zu machen, von der (allseits beliebten und politisch geförderten) Annahme, ein vor Jahrtausenden nicht ganz Verstorbener warte nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, um zusammen mit allen, denen er wohlgesonnen ist und die daher nicht zu ewigem Leid verdammt sein werden, ein neues Weltreich zu regieren?
Im weiteren Verlauf des Prozesstages wurden fünf Zeugen angehört, die alle beim BKA mit Ermittlungen zum Online-Verhalten des Angeklagten betraut waren. Es entstanden dabei Zweifel an der Kompetenz der Polizeikräfte in diesem Bereich und an der Sinnhaftigkeit der Ermittlungsstrukturen. Mehrfach legten Fragen der Nebenklage-Vertreterinnen offen, dass vermeintliche Ermittlungsergebnisse, etwa über die Funktionsweise von Imageboards oder die dort geteilte Inhalte, lediglich aus anderen Berichten oder offen zugänglichen Artikel abgeschrieben wurden.
Geben wir dem BKA doch noch mehr Möglichkeiten, Schaden über ein ihm fremdes Medium auf ihm fremden Geräten anzurichten! Geben wir doch einem Kleinkind einen Autoschlüssel! Wird schon gut gehen. Ist ja gegen Terrorismus.
Das in diesem Jahr rausgekommene ungefähr sechste Album „LP“ (Amazon.de) der „deutschlandweit bekannten“ (Wikipedia; siehe aber auch „heise online“) Punkband Pisse aus ausgerechnet Hoyerswerda fand seinen Weg auf den Stapel der Platten, die ich mal hören wollte, vor allem über den Bandnamen. So was bleibt hängen, da bin ich ausnahmsweise mal ganz schlicht gestrickt.
Musikalisch kommt immerhin nicht ausschließlich Rotzpunk („Feind/Fehler“) heraus, sondern die Band bedient sich, bewusst oder unbewusst, aus einem weiten Feld voller Vorbilder von Fehlfarben über Feeling B bis hin zu den Die Nerven. Das Internet freut sich darüber, dass Pisse auch ein Theremin einsetzen und mal eine Vorband namens Fickr hatten, ich wiederum lese die Texte und bin irgendwas zwischen amüsiert und entsetzt.
Das ist dermaßen furchtbar, dass ich fast gewillt bin, es zu empfehlen, denn wenn eins im Plattenschrank fehlt, dann ja wohl furchtbare „Pisse“! Wir sind ja nicht zum Spaß hier.