Netzfundstücke
Flares – 8.500 // 2020: Nahchaoserfahrung ohne Anfassen

EulstationEs ist Montag. Da es medial zurzeit pandabärenarm zugeht und auch sonst eine gewisse Putzigkeit momentan ausbleibt, da das Sommerloch 2020 aus Coronagründen nicht stattfand (jetzt hat Corona auch schon die Pandabären auf dem Gewissen!), ist meine momentane Lieblingsmeldung auf einem größeren Nachrichtenportal diejenige, dass vermeintliche Schutzsoftware PCs gefährdet. Da hilft nur noch Schutzsoftwareschutzsoftware! Pandabären zum Beispiel würden PCs aber auch nicht gefährden. Oder doch?

An zweiter Stelle der lustigsten Nachrichten, die momentan kursieren, steht bei mir die Spekulation eines YouTubers mit beknacktem Alias, dass Disney aus finanziellen Gründen möglicherweise beizeiten darauf verzichten werde, jeden ihrer Filme mit empowerment zu vergällen, was, sofern es zutrifft, den Stellenwert von Inhalten bei heutigen Filmemachern ganz gut aufzeigen dürfte, was wiederum erklärt, warum ich die von mir in den letzten Jahren gesehenen wirklich neuen Kinofilme ungefähr an einer Hand abzählen kann. Und zwar nach dem ärgerlichen Unfall im Sägewerk. – Anderswo (nämlich in der „Augsburger Allgemeinen“) liest man die besorgte Frage, ob Weihnachten Corona zum Opfer falle, weil Kirchen bis auf Weiteres eher nicht gut besucht werden sollten. Aus irgendeinem langweiligen Grund sei es doch sehr wichtig für eine anscheinend nachrichtenrelevante Zahl an Menschen, einmal im Jahr gemeinsam die Evolution zu leugnen. Man versprach mir Verlagssterben!

Als ebenso untot erweist sich die Studenten-CeBIT, die dieses Jahr wohl statt in einem hässlichen Kongresszentrum im hässlichen Internet stattfinden wird. Das persönliche Treffen, teilen die CCC-Veranstalter mit, sei sehr wichtig, weshalb man es dieses Jahr nicht dazu kommen lasse oder so, sondern stattdessen die Teilnehmer online miteinander vernetze. Auch 2020 wurde es jedoch wieder versäumt, die Namensrechte an der CeBIT zu erwerben, so dass das weltweit einzige Hackertreffen, auf dem EDV-Affine eine deutliche Minderheit sind, die von den Angereisten bestaunt wird wie anderswo ungewöhnliche Affen im Zoo, stattdessen den dämlichen Namen „remote Chaos Experience“ tragen darf muss. Es wird im verlinkten Geschwall dazu aufgerufen, den Organisatoren mitzuteilen, welche Fehler sie auf jeden Fall vermeiden sollten. Ich finde das gut und empfehle den Hinweis zu hinterlassen, dass man dieses Jahr vielleicht mal ungewohnte Wege gehen und sich auf EDV und relevante Wissenschaften wie Physik konzentrieren könnte. Das hat bisher noch niemand ausprobiert. Herausfordernd dürfte es allemal sein, dieses Jahr den regen Drogenhandel („self-medication“) zu organisieren, der in den Vorjahren im „Congress“-Wiki geplant und durchgeführt wurde. Vielleicht geht da ja was mit der Rohrpost. – Apropos: Man könne das Ereignis am Jahresende zusammen mit der „bevorzugten Infektionsgemeinschaft“ angucken, wird vermittelt. Ist es noch zu früh für Heroinwitze?

Andere vermeintliche EDV-Fachdingsda sind auch gerade witzig drauf: Ein bekanntes Linuxblog etwa empfiehlt zurzeit den Browser Min, der dem Minimalismus fröne und seinem Namen alle Ehre mache. Der Browser basiert auf Electron und somit Chromium. Ab wie viel Gigabyte RAM und wie viel CPU-Auslastung im Leerlauf beginnt eigentlich die Stufe nach dem Minimalismus?

Gute Nachrichten aus den Vereinigten Staaten: Ein Gericht hat festgestellt, dass die NSA die privaten Gespräche von US-Bürgern gar nicht im großen Stil hätte abhören dürfen. Ich freue mich schon jetzt darauf, dass sich aus dieser Erkenntnis keinerlei nachteilige Konsequenzen für irgendeinen Täter ergeben. Wie geht es eigentlich den Verantwortlichen für den Staatstrojaner heute?

Mir selbst jedenfalls geht es immer besser mit Musik.

FLARES „8.500“ (Official Video)

Guten Morgen.

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