Herbert Grönemeyer – geschätztes Vermögen: 18 Mio. Euro – so: Also am meisten unter der willkürlichen Schließung von Gastronomie und Biergärten leiden ja wohl die Künstler mitsamt ihrer Entourage – da könnte man doch wohl verlangen, dass man denen mal Geld umverteilt!
Ich – geschätztes Vermögen: knietief im Dispo – finde ja, dass in der Krise eine Umverteilung von Herbert Grönemeyer auf Gastronomen eine hervorragende Idee wäre. Ich wäre gern willens, den Transfer zu übernehmen. Ich nehm‘ auch PayPal!
Gnihihi: Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat ein eigenes Logo.
Dieses hier:
Ich beginne zu verstehen, wieso Schulen es sich erlauben können, von (auch armen) Eltern zu verlangen, Microsoftgeräte anzuschaffen: Sind wahrscheinlich Lizenzgebühren.
Während deutsche Medien so tun, als sei es politisch irgendwie bedeutsam, welcher der beiden alten weißen Männer – obwohl gerade alte weiße Männer diesmal so abgestimmt haben, wie es unserer Presse gefällt – künftig die Befehlsgewalt über zu viel Kriegsgerät haben soll, wählt der US-Bundesstaat Mississippi auch das Gestern:
Der US-Bundesstaat Mississippi bekommt eine neue Flagge ohne die bisherige Symbolik der einstigen Sklavenhalterstaaten. (…) Die neue Flagge trägt zudem die Inschrift „In God We Trust“ (Auf Gott vertrauen wir).
Über Jahrhunderte hielten Christen – wie Paulus in der Lesung – Sklavenhaltung für gerechtfertigt. Sie besaßen sogar welche. Erst im 19. Jahrhundert begann das Umdenken.
Das ist aber auch immer ärgerlich, wenn man sich entscheiden muss, welcher der beiden Fehltritte des 19. Jahrhunderts man 2020 auf seine Flagge tun möchte.
Man könnte eine Flagge übrigens auch unbemottot lassen. Versucht das doch auch mal!
Na, auch in Niedersachsen zu Hause und die SPD gewählt, weil die so knuddelig harmlos ist? Dann meinen herzlichen Dank auch hierfür:
Laut Allgemeinverfügung des Niedersächsischen Sozialministeriums soll die zulässige tägliche Arbeitszeit von Pflegefachpersonen auf bis zu zwölf Stunden pro Tag bei maximal 60 Stunden wöchentlich verlängert werden.
Dieser gewaltlose Umgang mit SPD-Wählern scheint die Situation echt nicht zu verbessern.
Es ist Montag. Übermorgen wird Donald Trump seiner zweiten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten sicher sein und keine deutsche Zeitung wird das verstehen. Versprechen zu halten ist in der hiesigen Politik nicht üblich. Schade trotzdem, dass noch keine Partei einen Pandabären in jedem Haushalt versprochen hat. Würde ich wählen.
Zu Corona mag ich heute nur was verlinken: Maske tragen, Abstand halten, Bürgermeister liken! Davon erzählt das RKI natürlich mal wieder nichts. Typisch.
Sean Connery ist neulich gestorben, daher beweinten die Medien den Tod von James Bond; wie das halt so ist, wenn man zeitlebens brilliert hat, aber nur hinter einem Auftrag große Werbung stand. Das kennen wir ja aus der Musik, wo man mit einem einzigen hit schon die ganze übrige Karriere vergessen macht.
Darunter ist zum Beispiel dann auch das Lied zum heutigen Wochenbeginn.
Klar kann man auf einen Kameramann verzichten und stattdessen auf Computer setzen, aber dann beobachtet die Kamera halt nicht den Ball.
Was hindert eigentlich Menschen daran, zum Linuxkernel etwas beizutragen? Klar: Dass auf dessen Mailingliste HTML-Mails verboten sind. Denn wenn Linux eines dringend braucht, dann sind es Entwickler, die ihre Software nicht einstellen können.
Falls noch jemand Fragen hatte, was die digitale Ausstattung von Schulen angeht: Deutschland fördert endlich die digitalen Angebote von Verlagen, bei denen man sich aussuchen kann, ob man kostenlos oder gegen Geld von Dutzenden Konzernen gleichzeitig getrackt werden will, mit zu viel Geld.
Eins: In Frankreich entrübt ein Arschloch einen Lehrer, weil dieser Mohammedkarikaturen nicht scharf genug verurteilt hat.
Zwei: Die französische Regierung und Gesellschaft sind empört.
Drei: Der Präsident der Türkei (deren Medien niveauarme Karikaturen ausländischer Präsidenten oft ganz witzig finden) ruft zum Boykott französischer Waren auf und reagiert auch sonst eher missmutig auf die französische Regierung und Gesellschaft.
Vier: Das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ veröffentlicht eine neue Karikatur, diesmal den türkischen Präsidenten abbildend.
Fünf: Die öffentlich-rechtliche Grundversorgung ist entsetzt:
Die französische Satire-Zeitschrift #CharlieHebdo heizt die Spannungen zwischen der Türkei und Frankreich an.
Böse Satire! Hätte sie stattdessen wem den Kopf abgeschlagen, wäre alles gut ausgegangen.
Die Börse funktioniert so: Weil menschliches Treibgut unbedingt Ball gucken und/oder heiraten will, ignorieren die Regierungen abermals den Rat von Virologen und lassen Schulen und Friseursalons öffnen, Restaurants und Massagesalons jedoch schließen.
Das führt dazu, dass Medienprotagonisten unruhig werden und unter völliger Nichtbeachtung derer, deren finanzielle Existenz von so was gefährdet wird, die einzig relevant scheinende Frage stellen, was wohl die Börse davon halte. Die Börse wiederum, sonst Brutstätte derer, die Kontostand für Weisheit halten, versucht sich jedes Mal an einer Laiendarstellung von Störtebekers legendärem Ableben, handelt also kopflos.
Denn ein völlig logischer Schritt in so einer Krise scheint es zu sein, Aktien derjenigen Unternehmen, deren Produkte erst jetzt wirklich wertvoll sind (etwa EDV-Konzerne), hektisch zu verkaufen, denn bestimmt werden die bald nichts mehr wert sein. Man kann ja erst mal nicht mehr reingehen. Nachdem der erste Schreck verflogen ist, also nach vielleicht zwei Monaten, sind diese Aktien dann teurer als vorher und Menschen wie ich, die von Massenempfinden wenig halten, verkaufen sie dann mit Gewinn.
Ich wollte mich mit Kommentaren zu diesem Album eigentlich zurückhalten, weil es mich langweilt, abzubilden, was sowieso jeder bestätigt: Das neue Album der Die Ärzte (ich finde diese Deklination seltsam, seit ich anderswo gelesen habe, dass man eigens einen Namen mit Ä wollte) ist musikalisch und textlich eines der besten ihrer Karriere und im Fall der Auflösung eine deutlich bessere Abschiedsscheibe als das erschreckend langweilige „auch“ und so weiter und so fort; so weit, so zutreffend.
„Hell“ ist ein stilistisch abwechslungsreiches und reifes, nun ja, Alterswerk geworden, das, wie ich schon am Tag der Veröffentlichung lesen musste, in die Bandgeschichte auch deshalb gut reinpasst, weil es Bekloppte auf die Palme bringt. ‘Metakritik: Die Ärzte – Hell’ weiterlesen »
Was ist eigentlich das Wichtigste beim Fußball? Das Spiel selbst vermutlich nicht, denn Erst- spielen nicht unbedingt interessanter als Kreisligisten, werden dennoch besser bezahlt und vor allem besser besucht. Ist es das Gebrüll, wie es die gelegentlich zu lesende Umschreibung als „Brüllball“ nahelegt?
Nein, schreibt Daniel Schleidt heute für die „FAZ“ (will nicht verlinkt werden, LSR):
[P]lötzlich erscheinen uns die Schimpftiraden des Sitznachbarn auf der Gegentribüne wie Poesie aus einer vergessenen Zeit, und auf einmal wirken ein Bier aus einem Plastikbecher und eine Stadionwurst, lauwarm und in einem schlaffen Brötchen serviert, wie ein Festmahl.
Unsereins würde das nun für den zweitwiderlichsten Teil des Fußballguckens halten, aber unsereins arbeitet auch nicht für die „FAZ“, die ebenfalls heute besorgt fragt, ob Weihnachten dieses Jahr ausfalle, bloß weil man nicht in Gruppen daran teilnehmen sollte; wenngleich mit der witzigen Pointe, dass ein hypothetischer Großvater mit einem ICE aus Wolfsburg zu seiner Familie fahren könne, obwohl doch jeder weiß, dass in Wolfsburg gar keine ICEs halten.
Manchmal freue ich mich, Fußball nichts abgewinnen zu können. Prosit!
In Chile wird – ohne Abstand und Maske, aber das scheint egal zu sein, denn die Flagge ist ja nicht schwarz-weiß-rot – heute gefeiert, denn die seit der Herrschaft des mal als militaristisch, mal als faschistisch betitelten Diktators Augusto Pinochet geltende „neoliberale“ („taz“) Verfassung wird demnächst vom Volk neu geschrieben werden. Ein übler Zyniker, wer jetzt den Wunsch äußert, dass man das in Deutschland auch mal so machen solle.
Diejenigen Medien, die diesen Vorgang jetzt voll schnafte finden, gehen zumeist davon aus, dass das chilenische Volk nicht überwiegend aus Menschen besteht, die aus den Fehlern anderer Länder nichts gelernt haben. Sie hätten aber auch einfach in den demografischen Aufzeichnungen nachsehen können, die über das chilenische Volk unter anderem folgende Auskünfte erteilen:
Bei der letzten Volkszählung 2012 gaben 86,2 Prozent der Befragten an, sie seien christlichen Glaubens. Eine Mehrheit für einen säkularen Staat zu finden könnte trotz allem schwierig werden, denn der Anteil derer, die Religion als „sehr wichtig“ verstehen, hat sich 2017 verdoppelt. Bisher waren zwei Religionsstunden pro Woche Pflichtfach, eine Streichung ist insofern unwahrscheinlich.
Aus der bisher letzten Präsidentschaftswahl im November 2017 ging Sebastián Piñera, der Kandidat von Chile Vamos, eines politisch rechten Parteienbündnisses, als klarer Sieger hervor.
Im ebenfalls 2017 neu gewählten Abgeordnetenhaus ist die Renovación Nacional („Nationale Erneuerung“), Teil dieses Parteienbündnisses, als Partei mit den meisten Abgeordneten zu finden, in der Wikipedia als „wirtschaftsliberal“, anderswo hingegen als „verlängerter Arm der rechtsradikalen UDI-Partei mit ausgeprägtem faschistischen Profil“ bezeichnet.
Das kann natürlich Zufall sein und keine Konsequenzen für die kommende Verfassung haben, auch verstehe ich die seltsam wirkende Gleichsetzung von Volksabstimmung mit sozialer Öffnung, denn mitunter neigen politisch Interessierte dazu, ihresgleichen für die weltweite Mehrheit zu halten; dennoch: Die Medien werden sich noch wünschen, man hätte das Volk nicht gefragt.
Es ist Montag. In so Medienfetzen sich Grüne und SPD darum, ob Kritik an religiös motivierten Morden nun Pflicht oder Tabu der Linken – wer immer das wieder sein mag – sein sollten. Irritation wäre die falsche Emotion. Vielleicht sollte man so Medien einfach meiden. Dann ist auch mehr Zeit für schöne Dinge (Musik, Whisky, Pandabären).
Plakate der lästigen Firma Ströer könne man neuerdings einfach wegjammern, sobald man irgendwas an ihnen nicht möge, wird berichtet. Das finde ich gut, ich mag eigentlich gar kein Plakat. Danke, Firma Ströer! Ich melde mich beizeiten mit einer vollständigen Liste. – Die Grundversorgung informiert derweil, dass sterbende Bäume in diesem Jahr für mehr Geld als letztes Jahr das Wohnzimmer vollnadeln. Das sei ganz schrecklich, teilte man mir auf anderem Weg mit, und auch, dass man gar nicht religiös sein müsse, um einen so albernen Brauch zu übernehmen, denn so ein Nadelbaum sei ja eine schöne Dekoration im Innenraum. Warum man diese schöne Dekoration dann nur im Dezember haben wolle, blieb bis Redaktionsschluss (ich schreibe diese Texte ja meist bereits am Vorabend nieder) leider unbeantwortet.
Überraschend hat sich herausgestellt, dass ohne Kernkraft das Klima nicht zu retten ist. Es gäbe zwei offensichtliche Möglichkeiten, auf diese Nachricht zu reagieren; man wird, wie gewohnt, zu der populären und darum falschen zu greifen.
Bei Musik hingegen greifen die Deutschen neuerdings zur richtigen. Auch mal schön. Weil es aber wahrscheinlich ganz gut ist, nicht auch noch hier Die Ärzte vorgespielt zu bekommen, beginne ich die Woche lieber anders.
Die „ZEIT-Gruppe“ („ZEIT Gruppe“, eigentlich reicht das schon) bringt außer den Produkten der Hauptmarke „ZEIT“ unter anderem auch Zeitschriften heraus, etwa „Deutsch perfekt“, dessen zugehörige Website im Titel andeutet, man könne mithilfe dieser Zeitschrift „einfach und effektiv Deutsch lernen und üben“, obwohl alles „effektiv“ wäre, nur effizient eben nicht. Aber gut, ist ja bloß Sprache.
Das Spiel zwischen Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf darf wie geplant vor bis zu 9800 Zuschauern stattfinden. Das Gesundheitsamt der Region Hannover gab am Freitagmittag grünes Licht.
Nachdem jetzt die Brandenburger Grünen, noch übermäßig verschnupft davon, dass ausgerechnet AfD und NPD die Verfassung gegen sie schützen mussten (obwohl auch andere Parteien dagegen geklagt haben), in verschiedenen Medien zu verstehen gegeben haben, dass man das Urteil zwar akzeptiere, aber trotzdem die offensichtlich verfassungswidrigen Forderungen aufrecht erhalten wolle, und die sozialen Medien abermals die Parole zur Maxime erheben, die „Hälfte der Macht“ „gehöre“ „den Frauen“ (die Partei gleichen Namens erreicht seit ihrem Bestehen übrigens selten viele Stimmen bei Wahlen, somit ist ein Geschlecht allein anscheinend kein hinreichend interessantes Wahlprogramm), bleibt als Konsequenz aus dem Beobachteten nur der Schluss, dass einzig noch peinlichere Parolen die kommende Wahl noch wenden können; also: Die Hälfte der Macht den Menschen mit einem guten Musikgeschmack – denn nur, wer einen schlechten Musikgeschmack hat, könnte etwas dagegen haben.