Persönliches
Impressionen: Romantische Betrachtung des eigenen Spiegelbilds eines Nachmittags im Juli (Versuch 8)

Und aus irgen­deinem Grund dann doch wieder der Blick in den Spiegel, und die Freude darüber, dass man sich wie eine Dose Obst doch noch gut gehal­ten hat, währt auch nur kurz, denn eine Dose Obst wird irgend­wann meist aus­gelöf­felt, nur selb­st fühlt man sich der Biotonne täglich ein Stück näher, obwohl man auch bei näher­er Betra­ch­tung keine Kennze­ich­nung hier­für erken­nen kann.

Dass die rein äußer­liche Erschei­n­ung übere­in­stim­mend als süß beze­ich­net wird, als wäre man eine Erd­beere, die man in Milch ertränkt, isst und ver­daut, mutet wie eine Farce an, oder man hat ein­fach nur eine gesellschaftliche Entwick­lung ver­passt, infolge der­er Frauen seit neuestem nur abstoßende Män­ner bepart­nern wollen, und man wäre dann gern so abstoßend, wie man sich fühlt. Die schreck­liche Leere unter der Ober­fläche sieht man nicht.

Das Alter hin­ter­lässt noch keine Spuren. Die Seele bekommt Schluck­auf.

Selb­st­bild als Fal­lob­st.

“Desire / whis­pered, spo­ken / in time / rivers, oceans”
– Talk Talk: Desire

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: SPON und die Verlierer

Dass SPIEGEL Online nicht unbe­d­ingt ein Qual­itäts­magazin ist, stellt man dort ja des Öfteren unter Beweis, zulet­zt am Dien­stag mit einem ziem­lich mis­s­rate­nen Bob-Dylan-Konz­ert­bericht, dessen Autor näm­lichem Konz­ert offen­bar nicht ein­mal beige­wohnt hat (und Bob Dylan immer­hin richtig schreiben kann, das ist ja auch schon etwas wert).

Lustig wird es aber, wenn SPIEGEL Online ver­sucht, was mit Poli­tik zu schreiben, denn das ist häu­fig eine Satire auf das Jour­nal­is­muswe­sen selb­st. Heute zum Beispiel berichtet Michael Son­theimer über den Abschluss des Prozess­es gegen Ver­e­na Beck­er, einst aktives Mit­glied der RAF.

Ich zitiere auszugsweise:

Vier Jahre für Bei­hil­fe zum Mord, von denen zweiein­halb Jahre wieder abge­zo­gen wer­den. Das macht 18 Monate Haft. (…)

In seinem Schlussvor­trag erk­lärte [Michael Buback,] der Sohn des RAF-Opfers [Siegfried Buback,] dann: “Das Urteil ist für mich ohne Bedeu­tung.” Obwohl Beck­er für ihn die Mörderin seines Vaters ist, wollte er nicht, dass sie dafür verurteilt wird. (…)

Der Sohn des Ter­ro­ropfers ist neben der Angeklagten der eigentliche Ver­lier­er des Beck­er-Prozess­es. Die Geschichte ken­nt oft keine Gerechtigkeit.

Mal für uns alte Leute zum Mit­denken: Der Sohn des Ter­ro­ropfers wollte keine Verurteilung, diese Verurteilung erfol­gte aber, und deshalb ist er nun der eigentliche Ver­lier­er? Eine so obskure Logik kenne ich eigentlich nur aus so Frauen­zeitschriften, in denen kein Satz ohne drama­tis­che Adjek­tive oder sonst­wie bedauer­liche Attribute fall­en darf.

Der Leser, der sich von einem ein­st­mals vorge­blich ser­iösen Medi­um wie SPIEGEL Online rel­e­vante Erken­nt­nisse anstelle Betrof­fen­heit­sprosa erhofft hat, ist neben mir der eigentliche Ver­lier­er dieses Vor­gangs. Michael Son­theimer ken­nt oft keine Gerechtigkeit.

Nerdkrams
Quältextausdruck (dank Mozilla und Dell)

Zurzeit bin ich der­art in der Stim­mung für rants über die Fir­ma Dell (siehe auch hier und, etwas länger her, hier), dass ich eigentlich eine Face­book-Fan­seite “Fre­unde des gepflegten Dell-Bash­ings” auf­machen kön­nte. Doof nur, dass es dort wohl nie­mand mehr lesen würde: Face­book ist in abse­hbar­er Zeit so gut wie tot. Tja.

Dann muss ich das eben hier machen:

Ich ver­di­ene erhalte gele­gentlich Geld dafür, mich mit schlecht bis gar nicht doku­men­tierten frem­den Schnittstellen und Quell­codes zu beschäfti­gen. Gegen­wär­tig ste­ht die Kom­mu­nika­tion mit ein­er SOAP-Schnittstelle auf dem Pro­gramm, also das Senden und Erhalten/Auswerten von ziem­lich kom­plex­en XML-Strö­men, im konkreten Fall acht­di­men­sion­al ver­schachtelt. Der Antwort-Daten­strom, dargestellt als XML-Baum, sieht unge­fähr so aus (aus Grün­den gekürzt und teil­weise unken­ntlich gemacht):

(Wie man sieht, enthal­ten einige der XML-Felder HTML-Code, hier zwar als “kor­rek­te” tags angezeigt, aber im Daten­strom als HTML-Entitäten dargestellt, um die Integrität nicht zu gefährden. Das wird im Fol­gen­den noch inter­es­sant.)

Nun würde ich natür­lich, um mit diesem Infor­ma­tion­s­ge­halt irgen­det­was Sin­nvolles anfan­gen zu kön­nen, gern neben Brows­er, PHP-Code und gegebe­nen­falls SSH-Shell (für das PHP-Fehler­log) auch diese Struk­tur stets im Auge behal­ten. Da zumin­d­est sie sich nicht allzu oft ändert, bietet sich ein Aus­druck an — zumin­d­est war das mein Vorhaben.

Nun stand mir in der vorhan­de­nen Arbeit­sumge­bung hier­für ein Dell 2145cn zur Ver­fü­gung, ein großer, schw­er­er, lauter Far­blaser­druck­er. Eigentlich sollte der dieser Auf­gabe gewach­sen sein, sollte man meinen. Ich habe also das XML-Doku­ment gener­iert und den Quell­text aus­gegeben, anschließend aus Fire­fox her­aus die Druck­funk­tion ver­wen­det. Das Ergeb­nis:

  • sämtliche XML-Tags wur­den her­aus­ge­filtert,
  • die Entitäten wur­den in < und > umge­wan­delt und oben­drein
  • als HTML-Code aus­ge­druckt.

Die HTML-Seite, die im Brows­er so aus­sah, …


<BESCHREIBUNG>&lt;p&gt;&lt;b&gt;Test&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;</BESCHREIBUNG>

… endete also so auf Papi­er:


Test

Das ist natür­lich nicht im Sinne des Entwick­lers. Vielle­icht, so dachte ich naiver­weise, ist allein die HTML-Darstel­lung ein wenig eigen. Ich ließ stattdessen also den Daten­strom als application/xml aus­geben — ein screen­shot davon ist oben zu sehen — und betätigte erneut Strg+P.

Tat­säch­lich schaffte der Druck­er es, mich nochmals zu über­raschen: Dort, wo ich nun wenig­stens XML-Code erwartet hat­te, erschien näm­lich gar nichts. Offen­bar wurde beim Druck des XML-Doku­ments auch der XML-Baum intern in HTML umge­wan­delt, und da es für die enthal­te­nen Ele­mente keine Darstel­lungsin­for­ma­tio­nen gab (wie zum Beispiel <b> als “fett” definiert ist), wur­den sie schlicht “unsicht­bar” dargestellt.

m(

Ich “löste” das Prob­lem, indem ich ein (näm­lich oben ste­hen­des) Bild­schirm­fo­to des XML-Doku­ments aus­druck­te, was auch funk­tion­ierte. Warum aber ein ein­fach­er Aus­druck von XML-/HTML-Code partout nicht klappte, ist für mich uner­gründlich. Erfahrungs­gemäß würde ich jet­zt ein­fach mal Dell die Schuld geben. Dass Fire­fox zu blöd sei, so etwas wie den Quell­code ein­er Web­seite als Rein­text an einen Druck­er zu senden, bezwei­fle ich näm­lich dann doch.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Medienkritik LXX: Quarkteilchen entdeckt?

Wir schreiben das Jahr 2012, im nachchristlichen Abend­land östlich des Lan­des der Ver­rück­ten ist man sich weit­ge­hend darüber einig, dass wir nach unserem Tod vor allem tote Leichen sein wer­den. Wirk­lich erstaunlich ist es da, dass jedes Mal, wenn der Schöp­fungslehre von der Wis­senschaft erneut eins vor den Latz gek­nallt wird, Schreiber­linge jeglich­er Couleur völ­lig uniro­nisch ihre Spir­i­tu­al­ität wieder­ent­deck­en.

Das jüngst am CERN ent­deck­te Boson von 125,3 +/- 0,6 GeV/c² bei 4,9 σ kommt der Vorstel­lung des bis­lang unent­deck­ten Hig­gs-Bosons recht nahe, und dieses Boson, dessen Nach­weis bis­lang auf wis­senschaftlichem Weg unerk­lärte Zusam­men­hänge der Ele­men­tarphysik klären kön­nen soll, wird nicht etwa “Hig­gs-Boson” oder wenig­stens “Hig­gs-Teilchen” genan­nt, denn damit kann man den durch­schnit­tlich verblöde­ten Medi­enkon­sumenten heutzu­tage nicht mehr anlock­en. Nein, das geht so:

(Und das war jet­zt nur eine Auswahl der Vorkom­men ohne Anführungsze­ichen.)

Sich­er ist das immer noch bess­er als “magis­ches Teilchen” oder “Dings­da”, aber wenn es nur um Lesergewin­nung geht, sollte man sich vielle­icht auf “Sex­teilchen” (oder, BILD-kon­form, “Sex-Teilchen”) ver­ständi­gen — immer­hin hält es, sofern exis­tent, auch an sex­ueller Inter­ak­tion einen gewis­sen Anteil.

(Wie wird das Hig­gs-Boson eigentlich in der mus­lim­is­chen Welt genan­nt? “Allah-Teilchen” klingt eher nach einem Gebäck. “Ich hätte gern ein Allahteilchen und ein Weißbrot, danke.”)

Warum nen­nen wir Elek­triz­ität nicht ein­fach Gottes­feuer, Licht Gottes­glanz und Auto­mo­bile Gotteskutschen? Über­haupt kön­nten die Medi­en viel mehr Begrif­f­en ein “Gottes-” voranstellen. Tre­f­fend­er kann man die Bräsigkeit der Gläu­bi­gen nur schw­er­lich per­si­flieren. Aber vielle­icht war auch ein­fach nur wieder ein Kabel lock­er.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CVIII: Ach, wer redet denn von Fußball?

Das mit dem Fußball habe ich, wie angekündigt, euch Lesern, abge­se­hen von eini­gen Tota­laus­fällen in Super­märk­ten und Zeitun­gen, ja erfol­gre­ich erspart, kein Wort der Berichter­stat­tung erre­ichte diese Inter­net­präsenz.

Dass aber die deutsche Mannschaft in einem, wie Zuschauer übere­in­stim­mend bericht­en, eher mit­telmäßi­gen Spiel das Erre­ichen des Finales mal wieder nicht hin­bekam, ging an mir natür­lich eben­so wenig vorüber wie der plöt­zliche Schwund der schwarz-rot-gold­e­nen Flaggen draußen, denn so richtig stolz­er Deutsch­er darf man eben nur sein, wenn ger­ade Brüll­ball läuft, damit man nicht dem völkischen Gedankengut anheim­falle, wobei ein Neon­azi, der die schwarz-rot-gold­ene Flagge der Demokratie anstelle der schwarz-weiß-roten des Kaiser­re­ich­es hisst, schon ein biss­chen blöde sein muss; sei’s drum.

Allein das plöt­zliche Desin­ter­esse der Deutschen am Fußball­sport ist mir jet­zt noch ein paar Zeilen wert, und die über­lasse ich Lukas Heinser:

Schlim­mer als diese Fans, die es mit ihrer Begeis­terung für den Sport dann vielle­icht doch ein biss­chen übertreiben, sind aber jene Leute, die sich zu inter­na­tionalen Turnieren in schwarz-rot-gold­ene Schale wer­fen und gemein­sam mit der Boule­vard­presse darauf hof­fen, dass “wir” den Titel holen.

(…) Wer Fußball nur guckt, weil er auf einen Titel­gewinn der eige­nen Mannschaft hofft, ist kein Fan der Sportart, son­dern ein­fach nur jemand, der sein Ver­hält­nis zu dieser Sportart von einem einzi­gen Fak­tor abhängig macht: dem Titel. Mit dieser Ein­stel­lung kann man dieser Tage nicht mal mehr Fan des FC Bay­ern München wer­den — und sel­ber Sport treiben sowieso nicht.

Ganz Deutsch­land inter­essiert sich nicht mehr für uns und unsere Mannschaft. Hat ganz Deutsch­land vor dem Auss­chei­den unser­er Mannschaft eigentlich die jüng­sten Entwick­lun­gen bezüglich der GEMA-Tar­ife oder des ESM hin­bekom­men? Nein? Natür­lich nicht, da schießt ja auch nie­mand ein Tor.

Ganz Deutsch­land geht es immer noch zu gut.

NerdkramsInternes
Ein wenig JavaScript-Nostalgie: clippy.js und WordPress

Ältere, win­dowser­fahrene Anwen­der oder solche, die (etwa im öffentlichen Dienst) mit betagter Soft­ware arbeit­en dür­fen (“müssen” wäre zu viel gesagt, die aktuellen Office-Pakete von Microsoft sind eine Her­aus­forderung für die Ner­ven jedes einiger­maßen anspruchsvollen Anwen­ders), sind sich­er bere­its mit Microsofts “Agen­ten” — etwa dem Such­hund Rover aus Win­dows XP, der seine Ursprünge noch in Microsofts exper­i­menteller Windows‑3.1‑Oberfläche Bob hat, oder dem längst leg­endären, schreck­lich auf­dringlichen Karl Klam­mer aus Microsoft Office — bekan­nt gemacht wor­den.

Einige dieser “Agen­ten” waren seit Win­dows 2000 unter der Pro­duk­t­beze­ich­nung “Microsoft Agent” sep­a­rat lauf­fähig und sog­ar dazu in der Lage, Texte auf Web­seit­en und sog­ar aus dem IRC — mIRC etwa bietet eine Schnittstelle hier­für an — vorzule­sen. Mit der Neugestal­tung von Office 2007 (Office 12) wurde dieser Office-Assis­tent von Anfang an durch ein neues Hil­fesys­tem erset­zt, das Pro­dukt Microsoft Agent wird zukün­ftig nicht mehr gepflegt.

Das ist schade. Zum Glück kann man zumin­d­est auf sein­er Web­site die “Agen­ten” wieder­beleben, clippy.js macht es möglich. Hier­für benötigt man lediglich die jQuery-Bib­lio­thek — in Word­Press bere­its enthal­ten — und die Dateien clippy.min.js und clippy.css aus dem Verze­ich­nis “build” des öffentlichen GitHub-repos­i­to­rys. Das Ein­binden in Word­Press bedarf jedoch ein wenig Han­dar­beit, da Word­Press jQuery im Kom­pat­i­bil­itätsmodus betreibt und der Oper­a­tor $ somit nicht funk­tion­stüchtig ist. In der Datei clippy.min.js ist daher zunächst mit einem Texte­d­i­tor jedes “$” durch “jQuery” zu erset­zen.

Nun kön­nen die bei­den Dateien in ein beliebiges Verze­ich­nis, bevorzugt inner­halb des Word­Press-Stam­mverze­ich­niss­es, hochge­laden wer­den. Im Fol­gen­den wird davon aus­ge­gan­gen, dass clippy.js im Verze­ich­nis /wordpress/clippy.js/ auf dem Serv­er liegt.

Zunächst sollte das Stylesheet einge­bun­den wer­den. Dies erledigt man bevorzugt über den Word­Press-Theme-Edi­tor in der “Kopfzeile” (header.php):

<link rel="stylesheet" href="<?php bloginfo('url'); ?>/clippy.js/clippy.css" type="text/css" media="screen" />

Sollte der “Agent” auf jed­er Word­Press-Seite erscheinen kön­nen, so ist es empfehlenswert, das JavaScript entwed­er eben­falls hier oder in der Fußzeile (footer.php) einzu­binden, anson­sten kann dies auch an geeigneter Stelle (etwa in der Datei single.php) erfol­gen:

<script src="<?php bloginfo('url'); ?>/clippy.js/clippy.min.js"></script>

Der Aufruf des “Agen­ten” und eine Durch­führung von Aktio­nen erfol­gt anschließend per JavaScript im body der Seite. Ich habe Karl Klam­mer (“Clip­py”) hier auf der Suchergeb­nis-Seite einge­bun­den. Der entsprechende Code im Erfol­gs­fall sieht so aus:

<script type="text/javascript">
clippy.load('Clippy', function(agent){
  agent.show();
  agent.speak('Offensichtlich suchen Sie nach "<?php echo $_GET['s'] ?>". Hier Ihre Ergebnisse.');
  //agent.hide();
});
</script>

Das “Ver­steck­en” des Agen­ten ist hier auskom­men­tiert, da es unter Umstän­den sofort erfol­gt und somit nicht viel zu sehen ist. Eine voll­ständi­ge Doku­men­ta­tion ist der Web­site zu ent­nehmen.

Zu beacht­en ist, dass die Datei clippy.min.js die Agen­ten und die benötigten JavaScript- und CSS-Dateien stan­dard­mäßig von Ama­zon S3 bezieht, das die Daten­schutzbes­tim­mungen der EU zwar berück­sichtigt, was den­noch unter Umstän­den zu Mis­strauen führen kann. Als Alter­na­tive ist es möglich, die entsprechen­den Dateien (eben­falls im GitHub-repos­i­to­ry zu find­en) auf seinem eige­nen Serv­er zu spe­ich­ern und die Pfade in der Datei clippy.min.js anzu­passen.

In den NachrichtenSonstiges
Medienkritik in Kürze: Gesetze und Gebote

Malte Lehming:

Gen­e­sis 17: „Das aber ist mein Bund, den ihr hal­ten sollt zwis­chen mir und euch und deinem Geschlecht nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnit­ten wer­den; eure Vorhaut sollt ihr beschnei­den.“

(…)

Gott und seine Gebote ste­hen für gläu­bige Men­schen im Zweifels­fall über den Regeln, die Men­schen auf­stellen. Wenn der Obrigkeit Gebot nicht ohne Sünde befol­gt wer­den kann, heißt es im „Augs­burg­er Beken­nt­nis“ von 1530, „soll man Gott mehr gehorchen als den Men­schen“.

Ungeah­nte Möglichkeit­en tun sich auf!

3. Buch Mose (Teil der christlichen Bibel wie der jüdis­chen Tora), Kap. 20,18:

Wenn ein Mann beim Weibe schläft zur Zeit ihrer Krankheit und ent­blößt ihre Scham und deckt ihren Brun­nen auf, und ent­blößt den Brun­nen ihres Bluts, die sollen bei­de aus ihrem Volk aus­gerot­tet wer­den.

3. Buch Mose, Kap. 25,44 ff:

Willst du aber leibeigene Knechte und Mägde haben, so sollst du sie kaufen von den Hei­den, die um euch her sind, und auch von den Kindern der Gäste, die Fremdlinge unter euch sind, und von ihren Nachkom­men, die sie bei euch in eurem Land zeu­gen; diesel­ben mögt ihr zu eigen haben und sollt sie besitzen und eure Kinder nach euch zum Eigen­tum für und für; die sollt ihr leibeigene Knechte sein lassen.

3. Buch Mose, Kap. 24,10 ff:

Es ging aber aus eines israelitis­chen Weibes Sohn, der eines ägyp­tis­chen Mannes Kind war, unter den Kindern Israel und zank­te sich im Lager mit einem israelitis­chen Mann und lästerte den Namen des HERRN und fluchte.(…) Mose aber sagte es den Kindern Israel; und sie führten den Flucher hin­aus vor das Lager und steinigten ihn. Also tat­en die Kinder Israel, wie der HERR dem Mose geboten hat­te.

Das wird ein Spaß!

Sonstiges
“Wie sehr freuen Sie sich, wenn Sie gewinnen?”

Falls sich noch jemand fragt, ob Sportjour­nal­is­ten ihre Berufs­beze­ich­nung eigentlich zu Recht tra­gen: Es fol­gen die drei markan­testen Stellen aus deutschsprachi­gen Fußballer-Inter­views des Jahres 2012 mit Stand 27.06.2012.

Was macht der Englisch-Unter­richt?

Lukas Podol­s­ki: Das kommt erst noch.

(Gen­er­al-Anzeiger Bonn, 27. Juni 2012)

Ihr Gips war königs­blau. Ein Hin­weis auf Ihren näch­sten Klub?

Podol­s­ki: Auf keinen Fall (lacht)! Ich wollte einen roten Gips haben, aber den gab es nicht.

(BILD am Son­ntag, 12. Feb­ru­ar 2012)

Herr Löw, welch­es Buch lesen Sie eigentlich?

Jogi Löw: Unternehmen Bran­den­burg, ein Thriller.

(Der Tagesspiegel, 16. Juni 2012)


(Nur, falls noch jemand Gründe sucht, Abon­nen­ten von Sport­magazi­nen für bescheuert zu hal­ten.)

SonstigesIn den Nachrichten
Gottes Todeslust

Im Gedenken an das rezente Fam­i­lien­dra­ma — drunter machen sie’s nicht — in Ilsede, infolge dessen vier Kinder getötet wur­den, fand unlängst ein Trauer­gottes­di­enst statt. Die Braun­schweiger Zeitung zitiert hierzu heute als Über­schrift auf ein­er Son­der­seite:

“Gott behütet jet­zt auch diese vier Kinder”

Dass sich an diesem Umstand wohl nie­mand der Anwe­senden gestört hat, dass näm­lich Gott, dieses so über­mächtige, gütige, beschützende Wesen mit dem skur­rilen Humor, Kinder erst nach ihrem Tod für behütenswert befind­et und sich die Zeit bis dahin mit Krankheit­en, Kriegen und ähn­lichen Kleinigkeit­en vertreibt, spricht Bände. Diese abscheuliche Ver­leug­nung des Offen­sichtlichen ist doch immer wieder beein­druck­end.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2012 — Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 9 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

Leck mich fett, is’ schon wieder Ende Juni? Dann wird’s Zeit für die allse­mes­trige Liste der schmack­haftesten Stu­dioal­ben der ersten sechs Monate, die mir bis dato untergekom­men sind. Dies­mal habe ich sog­ar daran gedacht, sie einiger­maßen regelmäßig zu sich­ern, und kann diese Vorge­hensweise eben­so empfehlen wie fol­gende Musikalben. ‘Musik 06/2012 — Favoriten und Analyse’ weit­er­lesen »