Informatiker sind ja eine naturgemäß eher bequeme Spezies. Der “Computer”, später zum “PC” und zum “Mac” pervertiert, wurde ursprünglich erschaffen, um tägliche Aufgaben zu vereinfachen; dass heute zum Teil mehr Arbeit durch ihn entsteht als bewältigt wird, lässt mich als ironischen Menschen sehr bedeutungsvoll gucken.
Nun kann man inzwischen ja fast alles automatisieren, was außerhalb des Internets vor sich geht. Dort aber galt es bislang noch Schranken zu überwinden.
Der Dienst “if this then that”, kurz “ifttt”, den ich vor einigen Monaten schon einmal in der geschlossenen Betaversion kurz ausprobiert hatte, verspricht dieses Problem zu lösen. Mittlerweile ist die Anmeldung für jeden Internetnutzer offen und frei zugänglich. ifttt verfolgt dabei eine lobenswerte Datensparsamkeit: Benutzername, E‑Mail-Adresse, zweimal das Passwort — fertig. (Eine Wegwerfadresse genügt übrigens, sofern man später auf die Benachrichtigung bei Problemen verzichten kann.)
Was einige meiner Leser vielleicht abschreckt: ifttt ist derzeit nur in englischer Sprache verfügbar. Ja, das ist ja alles schön und gut, sagt ihr jetzt vielleicht, aber was tut ifttt überhaupt? Wie der Name — “wenn dies, dann das” — schon andeutet, ist ifttt ein Dienst, der bei bestimmten Ereignissen bestimmte Aktionen auslöst, etwa so wie der Aufgabenplaner von Windows oder die Unix-/Linux-Crontabs (“immer, wenn es 3 Uhr ist, formatier die Festplatte”, zwar blöd, aber geht), nur eben mit Internet.
Falls jemand von euch Twitter nutzt, hat er vielleicht schon in irgendeiner timeline Tweets von YouTube oder WordPress gesehen: “Ich habe gerade einen neuen Artikel geschrieben: …” oder “Mir gefällt ein YouTube-Video: …”, jeweils mit der Adresse dahinter. Diese Tweets stammen direkt von YouTube und WordPress (mit entsprechenden Plugins); aber sie könnten ebenso gut von ifttt stammen. Dabei ist noch weit mehr möglich als bloßes Twittern. Ich zum Beispiel habe derzeit zwei aktive Aufgaben eingerichtet:
- Wenn ich via Twitter einen URL bewerbe, kopiere diese Adresse automatisch auch in meine Lesezeichensammlung bei Zootool.
- Wenn ich auf Last.fm ein Lied mit einem Herzen versehe, kündige dies auf Twitter an.
Das klingt jetzt alles nach komplizierter Programmierung, intern ist es das wahrscheinlich auch, aber der Benutzer bemerkt davon nichts:
Dabei ist das nur eine sehr kleine Auswahl dessen, wozu ifttt imstande ist, hat es doch unter anderem auch Zugriff auf den Notizdienst Evernote, das furchtbare Facebook, den Speicherplatz in der eigenen Dropbox, den Google Reader, beliebige RSS-Feeds und E‑Mail-Konten; es ist sogar möglich, ifttt per SMS anzusteuern. Natürlich benötigen alle unterstützten Dienste eine erstmalige Freischaltung, das bedeutet, wenn man sie in seinen “Channeln” aktiviert (“Activate”), muss man sich zunächst zum Beispiel auf Twitter.com anmelden und ifttt den Zugriff gewähren, damit man keinen Schindluder mit dem Twitterkonto Dritter treibt.
Das Erstellen einer neuen Aufgabe erfolgt dann per Klick auf “Create task”, oben rechts im Bild, grafisch und ziemlich komfortabel: Zu jedem “Channel” werden jeweils die erkannten Ereignisse oder die möglichen Aktionen aufgelistet. Möchte man zum Beispiel auf Ereignisse in seiner Dropbox reagieren, präsentiert sich ifttt so:
Die verfügbaren “Channel” werden ständig erweitert, unter anderem kann ifttt auch bereits auf Google+-Einträge reagieren. Einige Anwendungsbeispiele für unterschiedliche Zwecke gibt es auf der Seite “Recipes” (“Rezepte”) zu sehen.
Natürlich ist vieles, was ifttt bisher zu bieten hat, nicht viel mehr als eine amüsante Spielerei. Wenn man aber zum Beispiel häufiger mal auf interessante Internetseiten verweisen möchte, wie es etwa diplix tut, oder etwa Facebook nutzt, um Einträge aus anderen sozialen Netzwerken und RSS-Feeds auf der Pinnwand zusammenzufassen, ist ifttt ein mächtiges, hilfreiches Werkzeug.
Ein Blick ist vielleicht für jeden interessant, der sich oft und gern im “Web 2.0” aufhält, wie auch für jeden, der, wie ich, einfach nur gern neue Dinge ausprobiert. Eine effiziente Verknüpfung der verschiedenen Dienste, die sich im Laufe der Jahre in den täglichen Arbeitsablauf eingliedern lassen, kann viel Zeit sparen; und Zeit ist manchmal Geld. (Nur wir Studenten haben beides nur selten. Das ist der Lohn für Wissensdurst.)



Das Teil hatte ich schon vor einiger Zeit ausprobiert; der Sinn verschließt sich jedoch auch jetzt noch. Die Spielerei damit war nicht amüsant, sondern nur langweilig. Ein Programm, das dem Untergang geweiht ist.
Und: Nur unter Windows entsteht durch einen Rechner mehr Arbeit, als durch ihn bewältigt wird.
Ich weiß, du berichtest regelmäßig über die Perfektion deines Windows-Imitates.
Jura ist übrigens auch ziemlich langweilig.
Ja die Trias ist viel spannender.
Perm, Alter!
Ich könnte auch Dich jederzeit 24 Stunden rund um die Uhr mit Spannung versorgen ;-)
Du bist ein Kraftwerk?
ja, wir faaaaaaahr’n…auf der Auuuutoooobaaaaahn
Nach Lodz?
Theeeeeeeoooooo? Lion‑o? Thunder, thunder, thunder THUNDERCATS HOOOOOOOOOOOOOOOOO!
Was haben Schokoriegel damit zu tun?