In den NachrichtenNerdkrams
Sozia­le Dif­fe­ren­zen

Als ich letz­te Woche spe­ku­lier­te, Face­book wer­de in abseh­ba­rer Zeit den Weg aller „sozia­len Netz­wer­ke“ gehen, deren größ­te Beliebt­heit in der Regel einen Zeit­raum von unge­fähr drei Jah­ren umfasst, bevor sie vom näch­sten „kom­men­den Ding“ abge­löst wer­den, ern­te­te ich vor allem ungläu­bi­ges Kopf­schüt­teln. Face­book sei, schrieb zum Bei­spiel „Silen­cer“, mitt­ler­wei­le schlicht zu bedeu­tend, um abge­löst wer­den zu kön­nen.

Ich hat­te die­se Dis­kus­si­on längst wie­der ver­ges­sen, wur­de aber heu­te an sie erin­nert, als ich zufäl­lig die Mel­dung las, dass der Musik­strea­ming­dienst Spo­ti­fy, der in Deutsch­land aus Grün­den nicht offi­zi­ell ver­füg­bar ist, seit Ende Sep­tem­ber 2011 Neu­an­mel­dun­gen nur noch per Face­book-Ver­bin­dung zulässt, soll hei­ßen: Der Zugriff auf die eige­ne Musik – selbst, wenn man sich ein teu­res Pre­mi­um­kon­to dort gelei­stet hat – ist abhän­gig von der Gunst Face­books. Das wie­der­um bedeu­tet: Wer bei Face­book für die Spo­ti­fy-Nut­zung ein zwei­tes Pro­fil anlegt, eine fal­sche Iden­ti­tät vor­gibt oder sonst­wie gegen die Richt­li­ni­en ver­stößt, könn­te irgend­wann ein Pro­blem bekom­men; zumal Face­book in Schu­len und Büros oft schlicht nicht zugäng­lich ist.

Dass die Kri­tik an Face­book kein „typisch deut­sches“ Phä­no­men ist, zeigt sich nun anhand der zahl­rei­chen Beschwer­den inter­es­sier­ter oder ehe­ma­li­ger Spo­ti­fy-Nut­zer. Zu Recht fra­gen dort man­che: „Ist es ver­ant­wor­tungs­voll, die Nut­zung von Face­book vor­aus­zu­set­zen?“ Offen­sicht­lich steht Face­book auch in ande­ren Län­dern in der Kri­tik. „Sozia­le Netz­wer­ke“, so der Tenor, soll­ten eine pri­va­te Spie­le­rei und kei­ne Zugangs­vor­aus­set­zung für irgend­et­was sein, vor allem dann nicht, wenn sie sich wie Face­book gebär­den. So fragt etwa „coro­na­doug“:

How do I purcha­se this for my young daugh­ter? Do you think that I want her having a FB account?

Es ist schön, dass sich man­che Eltern noch über die Inter­net­nut­zung ihrer Kin­der Gedan­ken machen. Anony­mus „iam­pets­tone“ trifft den Nagel jeden­falls auf den Kopf:

Get back to actual­ly being social, you know, by see­ing fri­ends in per­son or picking up the PHONE!

Medi­en­kom­pe­tenz setzt sich lang­fri­stig anschei­nend durch. Platz­hirsch Goog­le, mit dem mit den übri­gen Goog­le-Dien­sten zuse­hends mehr ver­zahn­ten Goog­le+ noch ver­gleichs­wei­se neu im Ren­nen, aber recht erfolg­reich, berei­tet mit sei­ner All­ge­gen­wart bis­lang noch weni­ger Unbe­ha­gen, Benut­zer des Goog­le Rea­ders aller­dings sind seit der letz­ten grö­ße­ren Ände­rung dort ten­den­zi­ell unzu­frie­den und suchen nach Alter­na­ti­ven, und es soll­te mich erstau­nen, trä­fe so etwas nicht auch frü­her oder spä­ter auf die ande­ren Goog­le-Dien­ste zu.

„Silen­cer“ irr­te offen­sicht­lich: Der Trend geht weg von der Mono­po­li­sie­rung des digi­ta­len Lebens. Wir kön­nen inzwi­schen jeden Bereich unse­res digi­ta­len Lebens zwi­schen Goog­le und Face­book auf­tei­len, aber wir sind immer weni­ger bereit, es zu tun. Das ist viel­leicht den unge­zähl­ten aus dem Boden schie­ßen­den Alter­na­ti­ven zu ver­dan­ken, immer­hin ist so ein „Web‑2.0“-Dienst nicht mit unmensch­lich viel Arbeit ver­bun­den (auch Micro­soft arbei­tet dar­an), viel­leicht hilft es aber auch, dass die Nörg­ler, die Daten­schüt­zer sich häu­fi­ger in den Medi­en zei­gen als noch vor weni­gen Jah­ren, denn auch ein daten­schutz­kri­ti­scher Arti­kel ver­an­lasst Men­schen dazu, sich mit dem The­ma zumin­dest ober­fläch­lich zu beschäf­ti­gen.

Was das näch­ste Face­book wird, steht immer noch in den Ster­nen. Aber es wird kom­men.

Senfecke:

  1. Jo, meinst du bei Goog­le+ mit „recht erfolg­reich“ die ueber 80% inak­ti­ven Benut­zer?

    > „Get back to actual­ly being social, you know, by see­ing fri­ends in per­son or picking up the PHONE!“

    Ist Bull­shit. Sozia­le Net­ze sind der naech­ste logi­sche Stu­fe auf der Lei­ter der Ent­wick­lung mensch­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on. Ich hab mal irgend­wo gele­sen, dass man nicht mit mehr als 20–30 Leu­ten regel­mae­ssig in Kon­takt blei­ben kann. Mehr gehe angeb­lich nicht. Nun, viel ver­gnue­gen dabei die alle immer anzu­ru­fen. :roll:

    Im ueb­ri­gen ist Tele­fo­nie­ren auch ein­fach nur von vor­ge­stern. Wir stel­len uns vor du willst dein Wochen­en­de mit fuenf ande­ren Leu­ten pla­nen:

    Du rufst zuerst mal A an, um zu fra­gen was denn jetzt wo los ist. Du sollst bit­te B und C anru­fen. D ist grad nicht erreich­bar, E ruft dich wahr­schein­lich irgend­wann mal zurueck, dei­ner Erfah­rung nach eher nicht. Cool, ich glaub mei­ne Mum hat ihre Wochen­en­de frue­her so geplant. Nein dan­ke, dann lie­ber eine Face­book Kon­ver­sa­ti­on mit allen gleich­zei­tig, ueber­all abzu­ru­fen und alle wis­sen bescheid.

    Wie gesagt, die naech­ste logi­sche Stu­fe und Face­book macht es hier, im Moment, am aller­be­sten. Wenn es mal etwas geben soll­te, auf dem alle mei­ne Kon­tak­te ver­tre­ten sind, dass ich von ueber­all errei­chen kann und noch prak­ti­scher ist als Face­book: nur her damit. Bis dahin ist es fuer mich Face­book. Und wenn die dafuer im Gegen­zug mei­nen Musik­ge­schmack und mei­ne „ich war gera­de scheissen“-Statusupdates an irgend­wel­che Agen­tu­ren ver­kau­fen wol­len, deren Wer­bung ich ohne­hin aus­blen­de – gern.

    Ich lie­be es mich mit ande­ren auf einer Plat­form aus­zu­tau­schen. Ich lie­be es ande­ren mit­zu­tei­len wo ich gera­de bin. Ich lie­be es mit ande­ren Leu­ten unver­mit­telt eine Kon­ver­sa­ti­on zu star­ten – egal wo sie sind – zu etwas das ihnen durch den Kopf geht (sofern nicht zu belang­los). Ich lie­be es jeder­zeit erreich­bar zu sein, und wenn ich das mal nicht will, dann, glaubt es oder nicht, kann man auch ein Smart­phone auschal­ten. Ich lie­be es ein Pro­fil auf­zu­bau­en, zu zei­gen was mir gefaellt und was nicht – das lie­ben Men­schen gene­rell, „Social Enga­ge­ment“. Des­halb ist Face­book auch so erfolg­reich. Und wenn ich nicht will, dass jemand weiss dass ich die Wen­dy lese oder mir Poke­mon im TV anschaue, dann geb ich das auch nicht in mein Pro­fil ein. Klar macht Face­book es mir sehr schmack­haft wirk­lich alles zu tei­len, aber nach wie vor: man darf tei­len, man muss nicht.

  2. Ich ken­ne Goog­le+ nicht gut genug, lese dort nur ab und zu mit. Deutsch­lands Vor­zei­ge­blog­ger sind dort jeden­falls rege aktiv. Apro­pos, glaubst du, bei Face­book gäbe es weni­ger nicht genutz­te Kon­ten als bei Goog­le+? Man kann sei­ne Daten dort ja nicht ein­mal end­gül­tig löschen, also wer­den vie­le es gar nicht erst ver­su­chen.

    Die „naech­ste logi­sche Stu­fe auf der Lei­ter der Ent­wick­lung mensch­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on“ fin­det im Inter­net statt? So eine Geburts­tags­fei­er im Face­book-Chat (mit mehr als 30 Leu­ten) stel­le ich mir unauf­re­gend vor. Aber wenn dir das Freu­de berei­tet: Mei­nen herz­li­chen Glück­wunsch. Tau­schen möch­te ich trotz­dem nicht.

    Tele­fo­nie­ren war ein Bei­spiel. Auch bei Face­book redest du sicher nur sel­ten mit mehr als einer Per­son gleich­zei­tig, son­dern immer abwech­selnd, nicht wahr? Übri­gens: Was ist eigent­lich mit Men­schen, die aus irgend­wel­chen Grün­den nicht bei Face­book sind? Dür­fen die nicht mehr an dei­nem Freun­des­kreis teil­neh­men, wer­den sie aus dei­nem Sozi­al­le­ben aus­ge­schlos­sen? Wer dei­ne Pinn­wand nicht liest, hat halt Pech gehabt? Spricht nicht für dich (oder dein Ver­ständ­nis von Freund­schaf­ten). Alter­na­tiv: Was pas­siert mit den ande­ren? Anru­fen willst du nicht, Face­book wol­len sie nicht, und etwas ande­res scheinst du ja nicht zu ken­nen. Oje.

    Das Pro­blem bei den Sta­tus­nach­rich­ten ist übri­gens zwei­er­lei:
    1) Face­book ist inzwi­schen laut Berich­ten uner­träg­lich. Vor lau­ter Spie­le-Müll fin­det man bei­na­he kaum noch Infor­ma­tio­nen auf der Start­sei­te.
    2) Dass du Wer­bung aus­blen­dest, ändert an der Daten­er­fas­sung null.

  3. „Übri­gens: Was ist eigent­lich mit Men­schen, die aus irgend­wel­chen Grün­den nicht bei Face­book sind? Dür­fen die nicht mehr an dei­nem Freun­des­kreis teil­neh­men, wer­den sie aus dei­nem Sozi­al­le­ben aus­ge­schlos­sen? Wer dei­ne Pinn­wand nicht liest, hat halt Pech gehabt? Spricht nicht für dich (oder dein Ver­ständ­nis von Freund­schaf­ten). Alter­na­tiv: Was pas­siert mit den ande­ren? Anru­fen willst du nicht, Face­book wol­len sie nicht, und etwas ande­res scheinst du ja nicht zu ken­nen. Oje.“

    Genau die­ses Pro­blem beob­ach­te ich bei der „Social-Net­work-Frak­ti­on“. Die die als noch ein­zig gül­ti­ges Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel Face­book & Co. aner­ken­nen, sind dann die Freunde/Bekannte etc. denen man stän­dig selbst hin­ter­her­lau­fen muss, wenn man den Kon­takt nicht ver­lie­ren möch­te. Ich mei­de die­se Datensammler/Verkäufer und erle­be es selbst : Wer nicht mit­macht, hat eben Pech gehabt. Durch Face­book & Co. wer­den die Leu­te Fau­ler (War­um jetzt noch eine Mail schrei­ben oder den Mes­sen­ger star­ten).

    Zudem lässt sich nicht Kon­trol­lie­ren, wer wel­che Daten über einen selbst Preis­gibt, selbst wenn man selbst ein Anony­mi­sier­tes Pro­fil hat. Wer für sich selbst die Pri­vat­sphä­re auf­gibt, tut dies gleich für alle ande­ren mit. Ein­fach nur Furcht­bar…

    „Ich lie­be es ein Pro­fil auf­zu­bau­en, zu zei­gen was mir gefaellt und was nicht – das lie­ben Men­schen gene­rell, “Social Enga­ge­ment”.“

    Sor­ry, aber das ist nicht „Social Enga­ge­ment“, son­dern ein Zwang­haf­tes auf sich Auf­merk­sam machen „Seht her, ich bin so toll“.

    So bleibt es bei mir wei­ter­hin bei der Wei­ge­rung, jemals eines die­ser Net­ze zu nut­zen und lie­ber einen Freun­des­kreis aus­zu­bau­en der dies eben­falls tut.
    Sozia­le Netz­wer­ke kön­nen auch Jah­re­lan­ge Freund­schaf­ten zer­bre­chen las­sen.

    P.S. Selbst mein Sohn (11 Jah­re) ver­steht, das Sozia­le Netz­wer­ke nichts gutes bedeu­ten und hält sich davon fern, und das obwohl sei­ne gesam­ten Freun­de sich bei FB auf­hal­ten.
    Er hat für sich erkannt, das die Pri­vat­sphä­re, der Daten­schutz und die Frei­heit wich­ti­ger sind.

  4. > “Get back to actual­ly being social, you know, by see­ing fri­ends in per­son or picking up the PHONE!”

    Ist Bull­shit. Sozia­le Net­ze sind der naech­ste logi­sche Stu­fe auf der Lei­ter der Ent­wick­lung mensch­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on.
    Ich hab mal irgend­wo gele­sen, dass man nicht mit mehr als 20–30 Leu­ten regel­mae­ssig in Kon­takt blei­ben kann.
    Mehr gehe angeb­lich nicht. Nun, viel ver­gnue­gen dabei die alle immer anzu­ru­fen.“

    Es sind sogar 150 Kon­tak­te! Nur muss man nicht jeden stän­dig Anru­fen. Es gibt ja noch E‑Mail, Mes­sen­ger, Foren, IRC etc.
    Für eine Umfang­rei­che Kom­mu­ni­ka­ti­on braucht man kei­ne Platt­for­men, die gegen Pri­vat­sphä­re und Anony­mi­tät ist und sämt­li­che
    Daten (wahr­schein­lich) nie­mals wie­der löscht.

    Im ueb­ri­gen ist Tele­fo­nie­ren auch ein­fach nur von vor­ge­stern. Wir stel­len uns vor du willst dein Wochen­en­de mit fuenf ande­ren Leu­ten pla­nen:
    Du rufst zuerst mal A an, um zu fra­gen was denn jetzt wo los ist. Du sollst bit­te B und C anru­fen. D ist grad nicht erreich­bar,
    E ruft dich wahr­schein­lich irgend­wann mal zurueck, dei­ner Erfah­rung nach eher nicht.
    Cool, ich glaub mei­ne Mum hat ihre Wochen­en­de frue­her so geplant.
    Nein dan­ke, dann lie­ber eine Face­book Kon­ver­sa­ti­on mit allen gleich­zei­tig, ueber­all abzu­ru­fen und alle wis­sen bescheid.

    Wie gesagt, es gibt ja noch E‑Mail, Mes­sen­ger, Foren, IRC etc.

    Wie gesagt, die naech­ste logi­sche Stu­fe und Face­book macht es hier, im Moment, am aller­be­sten. Wenn es mal etwas geben soll­te,
    auf dem alle mei­ne Kon­tak­te ver­tre­ten sind, dass ich von ueber­all errei­chen kann und noch prak­ti­scher ist als Face­book: nur her damit.
    Bis dahin ist es fuer mich Face­book. Und wenn die dafuer im Gegen­zug mei­nen Musik­ge­schmack und mei­ne
    “ich war gera­de scheissen”-Statusupdates an irgend­wel­che Agen­tu­ren ver­kau­fen wol­len, deren Wer­bung ich ohne­hin aus­blen­de – gern.

    Das KANN nicht die näch­ste Stu­fe sein, ein Anbie­ter der das gesam­te Leben spei­chert, ver­wer­tet, ver­kauft und allein die
    Bedin­gun­gen vor­schreibt und das unter Klar­na­men­zwang ist ein­fach nicht der rich­ti­ge Weg.

    Ich lie­be es mich mit ande­ren auf einer Plat­form aus­zu­tau­schen. Ich lie­be es ande­ren mit­zu­tei­len wo ich gera­de bin.
    Ich lie­be es mit ande­ren Leu­ten unver­mit­telt eine Kon­ver­sa­ti­on zu star­ten – egal wo sie sind – zu etwas das ihnen durch den Kopf geht
    (sofern nicht zu belang­los). Ich lie­be es jeder­zeit erreich­bar zu sein, und wenn ich das mal nicht will, dann, glaubt es oder nicht,
    kann man auch ein Smart­phone auschal­ten. Ich lie­be es ein Pro­fil auf­zu­bau­en, zu zei­gen was mir gefaellt und was nicht –
    das lie­ben Men­schen gene­rell, “Social Enga­ge­ment”. Des­halb ist Face­book auch so erfolg­reich.
    Und wenn ich nicht will, dass jemand weiss dass ich die Wen­dy lese oder mir Poke­mon im TV anschaue,
    dann geb ich das auch nicht in mein Pro­fil ein.

    Wenn du das „liebst“, bit­te. Jedem das sei­ne. Wenn aber Inten­si­ve Benut­zer anfan­gen die­se Platt­for­men als ein­zig­stes
    Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel zu benut­zen und ande­re die sich dage­gen ent­schie­den haben, was pas­siert dann? Es folgt die
    Aus­gren­zung von Nicht-Benut­zern durch die „Social-Net­work-Frak­ti­on“, die zu Faul wer­den wei­ter­hin ande­re
    Wege nut­zen, was bit­te dar­an ist Sozi­al?

    Was Pas­siert denn wenn einer dei­ner Kon­tak­te weis das du ger­ne die Wen­dy ließt und das Postet? Wie willst du das ver­hin­dern?
    Das kannst du gar nicht.

    Klar macht Face­book es mir sehr schmack­haft wirk­lich alles zu tei­len, aber nach wie vor: man darf tei­len, man muss nicht.

    Schon ein­mal über­legt, wes­halb FB es Dir so Schmack­haft macht? FB geht es allei­ne um’s Geld ver­die­nen. Je mehr ein Nut­zer
    unter sei­nem ech­ten Namen von sich Preis­gibt, desto mehr Geld kann FB ver­lan­gen. Face­book & Co. Inter­es­siert es nicht ob
    du dadurch irgend­wel­che Nach­tei­le hast.

    Ich sehe kaum Vor­tei­le in „Sozia­len Netz­wer­ken“, jedoch umso mehr Nach­tei­le:

    Spei­che­rung, Aus­wer­tung, Ver­kauf pri­va­ter, per­sön­li­cher Daten, Klar­na­men­zwang, Gesichts­er­ken­nung, Kon­troll­ver­lust, Benut­zer­ver­dum­mung,
    geschlos­se­ne Syste­me, Web­pro­to­kol­le, Stand­ort­pro­fi­le, Ein­schrän­kung, Bevor­mun­dung, Zen­sur, Mani­pu­la­ti­on, tota­le Über­wa­chung,
    Daten­wei­ter­ga­be an Behör­den & Geheim­dien­ste, Umsatz­da­ten, Auf­he­bung der Pri­vat­sphä­re, Aus­gren­zung, Abhän­gi­keit uvm…

    Die­se „Sozia­len Netz­wer­ke“ sind die Pest des Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ters

  5. P.S. Selbst mein Sohn (11 Jah­re) ver­steht, das Sozia­le Netz­wer­ke nichts gutes bedeu­ten und hält sich davon fern, und das obwohl sei­ne gesam­ten Freun­de sich bei FB auf­hal­ten.
    Er hat für sich erkannt, das die Pri­vat­sphä­re, der Daten­schutz und die Frei­heit wich­ti­ger sind.

    Das ist lobens­wert, lei­der längst nicht Stan­dard: Ohne „das muss ich gleich bei Face­book posten!“ ver­geht kaum ein Gespräch zwi­schen Jugend­li­chen im Bus. Es weckt mei­ne Hoff­nung, auch mal so etwas zu lesen – dan­ke!

    Ich sehe kaum Vor­tei­le in “Sozia­len Netz­wer­ken”, jedoch umso mehr Nach­tei­le:

    Sozia­le Ver­wahr­lo­sung hast du ver­ges­sen. ;)

  6. Face­book hat schon lan­ge ange­strebt, zur Online-Iden­ti­tät für alle Nut­zer zu wer­den – qua­si der Inter­net-Pass. Die­se Idee, und das damit Ver­bun­de­ne Kon­zept, eines Tages zum ein­zi­gen Log­in für alle Inter­net-Dien­ste zu wer­den, war schon ganz zu Beginn bei der Face­book-Grün­dung vor­han­den – jeden­falls, wenn man den Aus­sa­gen der FB-Grün­der glaubt (und das muss man natür­lich nicht).

    Wenn ein Face­book-Log­in nicht mehr optio­nal, son­dern ver­pflich­tend ist, fin­de ich das auch nicht OK. Ich wür­de es wahr­schein­lich wie mit die­sem Goog­le-Kon­to hand­ha­ben: Ver­schie­de­ne Kon­ten für ver­schie­de­ne Dien­ste anle­gen. Ist das eine Lösung für Leu­te, die nichts mit Face­book zu tun haben wol­len? Nee, natür­lich nicht. Aber Du weißt ja, ich bin da gene­rell eher prag­ma­tisch.

    Was die Zukunft von Face­book angeht – ich den­ke, die Wahr­heit ist, dass nie­mand weiß, was pas­sie­ren wird. Wenn’s den Nut­zern lang­wei­lig wird, kann ein Pro­zess in Gang kom­men, bei dem immer mehr Leu­te der Rei­he nach absprin­gen. Und dann nützt die markt­be­herr­schen­de Stel­lung über­haupt nichts mehr.

    Aber das *muss* nicht ein­tre­ten.

  7. „Silen­cer irrt offen­sicht­lich“
    ich lese Dein Blog sehr ger­ne. Du bist cle­ver und bringst Dei­ne Gedan­ken in gut les­ba­rer Form rüber. Das Du mit die­sem Arti­kel voll dane­ben haust muss Dir abso­lut klar sein, des­halb bin ich gera­de am über­le­gen ob Du ihn nur der Pro­vo­ka­ti­on wegen geschrie­ben hast.

    Um mal Ana­lo­gien zu bemü­hen: Die Situa­ti­on ist die glei­che als wenn ich behaup­tet hät­te, dass die näch­ste Gene­ra­ti­on iPho­nes sich gut ver­kau­fen wird und Du nun drei Leu­te gefun­den hast, die das Gerät lie­ber in blau oder rosa oder mit Spoi­ler haben möch­ten, und Du dar­aus den Schluss ziehst, das Apple zum Unter­gang ver­dammt ist. Das ist ein nied­li­ches Ver­hal­ten und erin­nert mich ein wenig an einen Linux­er, der schon mal den Cham­pa­gner kalt­stellt, weil er annimmt, dass es Win­dows in Kür­ze nicht mehr geben wird, weil die Leu­te dar­über flu­chen.

    Um noch­mal eines klar­zu­stel­len: Ich per­sön­lich hal­te Face­book für das pure Böse, den­ke aber, dass es kurz- und mit­tel­fri­stig durch nichts ande­res ersetzt wer­den wird.

    Dei­ne gesam­ten Aus­füh­run­gen fußen auf der Annah­me, dass die Kara­wa­ne wei­ter­zie­hen wird. War­um? Weil sie es frü­her schon getan hat. Die­se Annah­me lässt aber eine fun­da­men­ta­le Ände­rung der letz­ten Jah­re außer Acht. Wäh­rend die Kara­wa­ne frü­her aus jun­gen, fle­xi­blen und schnell adap­tie­ren­den Pio­nier­be­dui­nen bestand, lau­fen heu­te Mut­tis, Alte und Kin­der in der Kara­wa­ne mit. Um es mal deut­lich zu sagen: Face­book sitzt mit sei­nem dicken Hin­tern in der Main­stream­sah­ne.

    Face­book auf ein sozia­les Netz­werk zu redu­zie­ren ver­kennt die wah­re Grö­ße. Sie haben Kin­der, Haus­frau­en und über­haupt irgend­wie alle gekriegt. Mit sozia­len Funk­tio­nen, klar, aber auch mit Spie­len, Authen­ti­fi­zie­rungs­dien­sten und what­knot. Face­book ist Infra­struk­tur, und das zum einen als Soft­ware­frame­work, zum ande­ren im Bereich Hard­ware. Die Anzahl der Rechen­zen­tren, die Face­book unter­hält, wächst stän­dig. #

    Genau wie die Nut­zer­schaft. Ich kom­me gera­de von einem Tref­fen, auf dem „Media­be­ra­ter“ und „Social Con­sul­tants“ her­um­spran­gen und von nichts ande­rem spra­chen als Face­book. Jeder Kegel­club, jeder Turn­ver­ein, jedes Unter­neh­men MÜSSE doch unbe­dingt auf Face­bok ver­tre­ten sein, sonst wür­de man die Ziel­grup­pen nicht errei­chen. Die dort prä­sen­tie­ren Zah­len waren ganz schön beäng­sti­gend.

    Noch­mal zusam­me­ge­fasst: Mei­ne The­se lau­tet: Face­book wird kurz- und mit­tel­fri­stig nicht durch irgend­was ande­res ersetzt, weil 1. es vie­les ist, u.a. Social Net­work, busi­ness, Infra­struk­tur und 2. die Kara­wa­ne unbe­weg­lich gewor­den ist. IRGENDWANN wird face­book abge­löst wer­den, das stimmt. IRGENDWANN wird auch nie­mand mehr Win­dows benut­zen. Aber das kann dau­ern. Kor­ri­gier mich ruhig, wenn ich hier wie­der offen­sicht­lich falsch lie­ge.

  8. des­halb bin ich gera­de am über­le­gen ob Du ihn nur der Pro­vo­ka­ti­on wegen geschrie­ben hast.

    Wie kommst du denn auf so etwas?!
    Ich und Pro­vo­ka­ti­on! …

    Um noch­mal eines klar­zu­stel­len: Ich per­sön­lich hal­te Face­book für das pure Böse, den­ke aber, dass es kurz- und mit­tel­fri­stig durch nichts ande­res ersetzt wer­den wird.

    Ob es „ersetzt“ wird oder nur „ver­schwin­det“: Die Leu­te ver­las­sen das sin­ken­de Kanu anschei­nend (anschei­nend!) rei­hen­wei­se.

  9. „Das ist lobens­wert, lei­der längst nicht Stan­dard: Ohne “das muss ich gleich bei Face­book posten!” ver­geht kaum ein Gespräch zwi­schen Jugend­li­chen im Bus. Es weckt mei­ne Hoff­nung, auch mal so etwas zu lesen – dan­ke!“

    Ich wün­sche mir auch das mehr Eltern Ihre Kin­der zumin­dest Auf­klä­ren. Dabei ist das Recht ein­fach, man kann auch einen 11-jäh­ri­gen Frei ent­schei­den las­sen ob er die­se Platt­for­men nut­zen möch­te. Frei­wil­lig statt Ver­bo­te.

    Lei­der win­ken die mei­sten Eltern ab „Ist doch alles nicht so schlimm“.

  10. „Ist nicht so schlimm“ ist weni­ger das Pro­blem; viel­mehr inter­es­siert es die mei­sten Eltern schlicht nicht, ob ihr Nach­wuchs gera­de Nackt­bil­der von sich ver­brei­tet, „sieht ja eh kei­ner“. „Was machst du denn da eigent­lich?“ wird zu sel­ten gefragt.

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