PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CV: Erschütternd: Waffen werden zum Schießen verwendet

Über­raschung!

Drei U‑Boote hat eine deutsche Werft für Israel gebaut, drei weit­ere sollen fol­gen. Nach SPIEGEL-Infor­ma­tio­nen stat­tet Jerusalem die U‑Boote aus Kiel mit nuk­lear bestück­ten Marschflugkör­pern aus. Die Bun­desregierung hat­te bis­lang erk­lärt, sie wisse nichts von der atom­aren Bewaffnung.

Das ist aber auch frech von den Israelis: Um die andauern­den Kon­flik­te um ihr Land einzudäm­men, hat die deutsche Bun­desregierung ihnen einige U‑Boote zukom­men lassen, damit sie mal etwas anderes tun als Leute kaputtzuschießen, und jet­zt wer­den diese fried­vollen Schiffe ver­wen­det, um statt eines Fis­ch­er­net­zes Waf­fen auf ihnen zu mon­tieren. Welch Affront!

So war das sich­er nicht beab­sichtigt. Ich empfehle, kün­fti­gen Liefer­un­gen einen aus­drück­lichen Hin­weis beizufü­gen, dass U‑Boote nur für friedliche Ein­sätze ver­wen­det wer­den soll­ten.

(via Pos­til­lon, eben­falls lesenswert.)

PersönlichesSonstiges
Schrei.

“Him­me­len ble plut­selig blodig rød – Jeg stanset, lænede meg til gjerdet mat til døden – så ut over de flam­mende sky­erne som blod og sværd over den blås­varte fjord og by – Mine ven­ner gik videre – jeg sto der skjæl­vende av angst – og følte et stort uen­delig skrik gjen­nom naturen.”
– Edvard Munch

(Stim­mung heute: Bek­lem­mend.)


Nach­trag vom 2. Jan­u­ar 2015: Seit gestern ver­stößt dieser Beitrag nicht mehr gegen das Urhe­ber­recht.

Internes
Suchbegriffe, Monat Mai 2012

Ein weit­er­er Monat ist vorüber, und als ich ger­ade durch die Such­be­griffe des Monats blät­terte, fasste ich mir mehr als nur ein­mal an den Kopf. Dass Leute eige­nar­tige Vorstel­lun­gen vom Inter­net haben, ist ja nicht son­der­lich ver­w­er­flich, aber dass eine bekan­nte Such­mas­chine glaubt, diese Vorstel­lun­gen wür­den aus­gerech­net von mir erfüllt, bere­it­et mir Kum­mer. Was habe ich nur getan? ‘Such­be­griffe, Monat Mai 2012’ weit­er­lesen »

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CIV: Muslimische Geschichtsfälscherbanden

Achje:

Bun­de­spräsi­dent Joachim Gauck hat sich von der Ein­schätzung seines Vorgängers Chris­t­ian Wulff dis­tanziert, der Islam gehöre zu Deutsch­land. (…) Gauck erregte nun mit sein­er Rel­a­tivierung der Wulff­schen Sichtweise den Ärg­er mus­lim­is­ch­er Ver­bände und der Türkischen Gemeinde. “Das europäis­che Abend­land ste­ht ganz klar auch auf mus­lim­isch-mor­gen­ländis­chen Beinen. Wer das leugnet, betreibt Geschichts­fälschung”, sagte der Vor­sitzende des Zen­tral­rats der Mus­lime in Deutsch­land, Aiman Mayzek, der “Pas­sauer Neuen Presse”.

Das “europäis­che Abend­land” musste sich seit dem Unter­gang des Byzan­ti­nis­chen Reich­es im 15. Jahrhun­dert bis ins 19. Jahrhun­dert hinein gegen “mus­lim­isch-mor­gen­ländis­che” Besatzer wehren, eine der bekan­ntesten Begeben­heit­en aus dieser Zeit ist vielle­icht die mehrfache verge­bliche Belagerung von Wien.

Das “europäis­che Abend­land” war jahrhun­derte­lang im Visi­er des Osman­is­chen Reich­es, das ver­sucht hat­te, seinen Macht­bere­ich auch auf Europa auszudehnen, was Herr Erdoğan, gegen­wär­tig amtieren­der Min­is­ter­präsi­dent der Türkei, noch immer gele­gentlich in Erwä­gung zieht. Das “mus­lim­is­che Mor­gen­land” hat Europa mit­nicht­en auf Beine gestellt, es hat ver­sucht, es zu erlegen und auszuwei­den. Wer das leugnet, betreibt Geschichts­fälschung.

Der Islam “gehört zu Deutsch­land” wie Coca-Cola und Justin Bieber: Kommt hier alles vor, stammt aber alles nicht von hier.
Der Unter­schied ist nur, dass Coca-Cola und Justin Bieber noch nie ver­sucht haben, Europa mit mil­itärischen Mit­teln eine fremde Reli­gion aufzuzwin­gen.

Obwohl ich das gern erleben würde.

Sonstiges
Grünes Licht

Ach, “Spot­light”, du merk­würdi­ges Englis­chlern­magazin,

dein aktuelles Titel­bild ist ja schön und gut, aber haben sich deine Redak­teure mal darüber Gedanken gemacht, was eigentlich wirk­lich passiert, wenn eine Ampel all­seit­ig “grün leuchtet” (und somit mehr als nur einen Kon­struk­tions­fehler aufweisen dürfte)?

Nun ja, vielle­icht ist es ja ein Crashkurs.

Spaß mit Spam
I have to suggestion

“Ich muss Vorschlag”, so lautet der Titel ein­er reizen­den Spam-Mail, die mich gestern erre­ichte.

Good after­noon,

This is Vladimir writ­ing. I am Russ­ian. I would like to offer you a coop­er­a­tion to get sup­ple­men­tary income.

“Guten Nach­mit­tag, dies ist Vladimir am Schreiben. Ich bin rus­sisch. Ich würde Ihnen gern eine Zusam­me­nar­beit anbi­eten, um ergänzen­des Einkom­men zu erhal­ten.”

Guten Tag, dies bin ich am Zurückschreiben. Ich bin deutsch, und was genau ich damit zu tun habe, dass Vladimir mehr Einkom­men erhält, wird lei­der nicht beant­wortet.

I got to know to legal­ly earn mon­ey but I am not able do it on my own.

“Ich muss wis­sen, wie man legal Geld ver­di­ent, aber ich kann das nicht allein”, weshalb er stattdessen weit­er­hin ille­gal Geld ver­di­enen muss, der Ärm­ste, tja. Wie genau, ver­rät er lei­der nicht, aber nach einigem Geschwafel kommt er doch mal zur Sache:

(…) Your main task be my rep­re­sen­ta­tive in Europe. I can guar­an­tee the secu­ri­ty and legit­i­ma­cy of this coop­er­a­tion.

“Ihre Haup­tauf­gabe seien Sie mein Vertreter in Europa”, und dafür gibt er mir sein Ehren­wort, ich wieder­hole: sein Ehren­wort für “die Sicher­heit und Recht­mäßigkeit dieser Zusam­me­nar­beit”, und das sollte ja wohl alle Zweifel aus der Welt schaf­fen.

If you are inter­est­ed I am here to explain you every­thing in small­est details and answer to your ques­tions.

“Wenn Sie inter­essiert sind, bin ich hier, um Ihnen alles in kle­in­sten Details zu erläutern und Ihre Fra­gen zu beant­worten.”

Eine Frage hätte ich dann ja schon: Was habe ich davon? Ich soll Vladimir in Europa repräsen­tieren, damit er lernt, legal Geld zu ver­di­enen, nur von dem legal ver­di­en­ten Geld werde ich keinen Cent sehen, son­st hätte er das ja zumin­d­est angedeutet. In anderen Worten: Er sucht einen Doofen. Dabei wün­sche ich viel Glück.

Look­ing for­ward to your response.

Best regards, Vladimir Prigodin

Ab mit Schaden.

Gruß­los, ich.

Musik
Bestest of…

Zu den alltäglichen Erschei­n­un­gen, die ich nicht zu begreifen imstande bin, gehört außer der unver­min­derten Präsenz von Zigaret­ten­rauch­ern auch die musikalis­che Dar­re­ichungs­form der “Best-of”-Zusammenstellungen.

“Best-of”-Zusammenstellungen sind eine lose Samm­lung von irgend­wie aneinan­derg­erei­ht­en Titeln eines Kün­stlers, “die man ken­nt” oder auch nicht. Und weil so ein Kün­stler in der Regel ziem­lich viel Musik aufn­immt, kom­men am Ende auch ziem­lich viele “Best-of”-Zusammenstellungen her­aus. Allein von der Musik­gruppe Yes, die ja nun seit über 40 Jahren mehr oder weniger aktiv ist, existieren längst mehr “Best-of”- als tat­säch­liche Stu­dioal­ben. In einem Elek­tron­ikmarkt stieß ich heute gar auf eine “Best of Dr. Hook” namens “Essen­tial” (“essen­ziell”), was bei ein­er Musik­gruppe, die exakt einen mir auf Anhieb bekan­nten “Hit” namens “Sexy Eyes” hat­te, ein ziem­lich anspruchsvolles Unternehmen gewe­sen sein dürfte.

Dabei sind die Über­schnei­dun­gen anscheinend unver­mei­dlich, aber eben auch einiger­maßen egal. Um bei Yes zu bleiben: Sollte man, wenn man unbe­d­ingt das Bedürf­nis hat, das grot­tige “Own­er of a Lone­ly Heart” im Plat­ten­schrank zu haben, nun “In a Word: Yes (1969- )”, The ulti­mate Yes”, “The Best of Yes” oder gar “The Very Best of Yes” (“High­lights”) kaufen? Ein biss­chen bess­er geht eben immer. Ähn­liche Fra­gen tun sich auch bei allen anderen einiger­maßen bekan­nten Yes-Stück­en auf, schon “And You And I” wurde so oft ver­wurstet, dass ich mich frage, ob die Rechtein­hab­er über­haupt noch selb­st wis­sen, was wann wo erschienen ist; und wenn ja, warum sie dann nicht endlich mit dem Unfug aufhören.

Über­haupt: Die Titel! Eine unlängst erschienene “Best-of”-CD der Toten Hosen trägt, benan­nt nach einem ihrer früheren Erfolge, den Titel “All die ganzen Jahre”. Am Ende des Refrains besagten Liedes, in dem es um Ver­lust der Fre­und­schaft und nicht etwa um die Großar­tigkeit der Toten Hosen geht, ertö­nen die Zeilen:

Nichts ist mehr geblieben, alles aus­gelöscht.
All die ganzen Jahre…!

Wer auch immer für die Benen­nung von “All die ganzen Jahre” (der CD, nicht des Liedes) zuständig war, würde ein “Das Beste der Ärzte” auch nach ihrem Lied “Vor­bei ist vor­bei” benen­nen.

Nun kön­nte man diese Zusam­men­stel­lun­gen als eine Art “Quer­schnitt” des musikalis­chen Schaf­fens eines Musik­ers — oder ein­er Musik­gruppe — ver­ste­hen, der dazu dienen soll, seine — oder ihre — Musik zu ent­deck­en. Aber kann dieser Zweck erfüllt wer­den?

Eine solche Zusam­men­stel­lung entste­ht meist, indem man beste­hende Musik­stücke aus dem zeitlichen, inhaltlichen und wom­öglich per­sön­lichen Kon­text reißt. Natür­lich schrieb Bob Dylan in den 1980-er Jahren andere Lieder als in den Anfangs­jahren sein­er Kar­riere, als er gegen den Krieg mobil­isierte und selb­st mobil­isiert wurde, den­noch wäre es falsch, ihn auf “der mit den Protestliedern, der später was anderes machte” zu reduzieren, was jed­er, der “Blonde on Blonde” gehört und ver­standen hat, wahrschein­lich sofort erken­nt. Ähn­lich ver­hält es sich mit den Bea­t­les: Würde ich unter Andro­hung kör­per­lich­er und/oder seel­is­ch­er Gewalt (“tu es oder wir kaufen dir ein iPhone, das du dann nutzen musst”) dazu gezwun­gen, eine CD namens “The def­i­nite­ly very ulti­mate and essen­tial best of The Bea­t­les” oder so ähn­lich zusam­men­zustellen, ich würde die Laufzeit mit “A Day in the Life”, “Lady Madon­na”, “Tomor­row Nev­er Knows” und der­gle­ichen wohl prob­lem­los zu füllen wis­sen. Es stellte sich mir lediglich die Frage, inwiefern eine solche willkür­liche Ansamm­lung an halb­wegs guten Klang­beispie­len dazu beitra­gen kann, das Inter­esse an den Bea­t­les seit­ens eher unbe­wan­dert­er Zeitgenossen zu weck­en oder wom­öglich zu erhöhen.

Ich bemühe in diesem Zusam­men­hang gern eine Meta­pher: Es ist kein sin­nvolles Tun, nur zwei oder drei zufäl­lig aus­gewählte Kapi­tel eines abgeschlosse­nen Romans zu lesen und den Roman dann nicht zu kaufen. Erst recht von frag­würdi­gem Nutzen ist es, wenn man diese zwei oder drei Kapi­tel mit anderen Kapiteln aus ganz anderen Roma­nen (des, immer­hin, gle­ichen Autors) zusam­men­wür­felt und dann als “Das Beste” feil­bi­etet. Besagte Kapi­tel kön­nen noch so gut sein, sie bleiben doch nur Stück­w­erk, anhand dessen man allen­falls erah­nen kann, ob der Autor fehler­freies Deutsch spricht, nicht aber, ob er es schafft, mehr als zwei oder nur drei Kapi­tel mit lesenswertem Text zu füllen.

Wenn dem poten­ziellen Käufer ein­er solchen Kom­pi­la­tion aber Kon­text und Hin­ter­grund schnuppe sind, wenn er also nur daran inter­essiert ist, das bekan­nte Zeug des bloßen Besitzes wegen zu haben, dann kön­nte er eine Menge Geld sparen, kaufte er sich stattdessen ein­fach ein Radio. Ich behaupte: Es gibt keine größere Geld­ver­schwen­dung als “Best-of”-Alben zu kaufen.

Ein Musikalbum ist übri­gens in der Regel bere­its selb­st ein “Best of”, eine Zusam­men­stel­lung der besten Stücke, die während der dazu gehören­den Auf­nahme­sitzun­gen ent­standen. Lieder, die es (wegen zu schlecht) nicht auf ein Musikalbum schaf­fen, erscheinen später als B‑Seiten, “Out­takes” (wörtlich über­set­zt eben her­ausgenommene Lieder) oder auf Soloal­ben der beteiligten Kün­stler, wom­öglich auch Jahrzehnte später auf erweit­erten Ver­sio­nen der Orig­i­nalal­ben.

Aber manche geben sich eben nur mit dem Allerbestesten zufrieden.


Nach­trag: Man wies mich darauf hin, dass Dr. Hook mehr als nur ein bis heute bekan­ntes Lied auf­nah­men. Ich bitte diese Fehlrecherche mein­er­seits zu entschuldigen und habe die For­mulierung angepasst.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CIII: Keine Erwartungen!

Die gute Nachricht: Bun­de­spräsi­dent Joachim Gauck reist nach Israel. Die schlechte Nachricht: Voraus­sichtlich wird er auch wieder zurück­kom­men.

In der Zwis­chen­zeit wird er so mancher­lei Gele­gen­heit haben, sich über die Lage in der Welt — natür­lich nicht die in Israel mit dem fröh­lichen Palästi­nenser­schlacht­en vor der Tür, das wäre doch anti­semi­tisch und unangemessen — auszu­tauschen. Denn warum reist ein deutsch­er Bun­de­spräsi­dent nach Israel? Natür­lich, um Gün­ter Grass nicht gut zu find­en:

Die Grass-Debat­te werde auch während der Israel-Reise Gaucks kom­mende Woche eine Rolle spie­len, erwartet Hadas-Han­dels­man. “Selb­stver­ständlich wird über dieses The­ma auch während des Besuchs gesprochen”, sagte der Botschafter. Er wolle dazu aber keine Erwartun­gen an das deutsche Staat­sober­haupt for­mulieren.

Das ist schön: Man wird “darüber sprechen”, aber “keine Erwartun­gen for­mulieren”. Wie muss man sich diesen Dia­log vorstellen?

“Das, was Gün­ter Grass da in so Verse reingemacht hat, finde ich nicht gut.”
“Oh.”

Näch­stes The­ma.

Wahrschein­lich näm­lich ver­ste­ht man sich nicht nur auf staatsmän­nis­ch­er, son­dern auch auf pri­vater Ebene her­vor­ra­gend:

Dass Gauck aus der ehe­ma­li­gen DDR stamme und selb­st Ver­fol­gung und Unter­drück­ung erlebt habe, sei “ein zusät­zlich­er Grund, warum dieser Besuch wichtig ist”, sagte Hadas-Han­dels­man mit Blick auf die bei­de Län­der eng miteinan­der verbindende Geschichte.

Die DDR und Israel haben so viel gemein­sam: Bei­de sind mit mil­itärischen Mit­teln ent­standen, in bei­den waren bzw. sind Ver­fol­gung und Unter­drück­ung von Staats­fein­den — Demokrat­en hier, Palästi­nensern dort — die übliche Vorge­hensweise, um den Staat sauberzuhal­ten. Nun hat die DDR Deutsch­land noch nie ein U‑Boot abgekauft, weshalb die Beziehun­gen doch zeitweise etwas frostig waren. Aber einen guten Han­delspart­ner (Hus­sein, al-Gaddafi, Israel) ver­schreckt man als Export­na­tion eben nur ungern.

לחיים!

(via L.)

In den NachrichtenMontagsmusik
Lou Reed — Kicks

Applausap­plausap­plaus:

Anlässlich des 100. Geburt­stages des Ver­lags­grün­ders ver­gab die Jury des Axel-Springer-Preis­es für junge Jour­nal­is­ten einen Ehren­preis an die aus Soma­lia stam­mende islamkri­tis­che Pub­lizistin und Poli­tik­erin Ayaan Hir­si Ali. Friede Springer, die Witwe Axel Springers, spendierte der Geehrten ein Preis­geld von 25.000 Euro. (…) Die Ehren­preisträgerin beruft sich direkt auf Breiviks poli­tis­ches Man­i­fest. Darin schreibe er, dass die Anwälte des Schweigens ihn zum Mor­den inspiri­ert haben. „Er (…) sagt, weil alle Möglichkeit­en, seine Ansicht­en öffentlich kundzu­tun, zen­siert wor­den seien, habe er keine andere Wahl gehabt als zur Gewalt zu greifen,“ trägt Hir­si Ali vor. (…) Das Pub­likum, darunter notorische Warn­er vor der islamis­chen Gefahr wie Hen­ryk M. Broder, erhebt sich und klatscht der Preisträgerin anhal­tend Beifall.

Das haben wir jet­zt von der Frauen­quote: Gemein­hin als geis­teskrank gel­tende Massen­mörder wer­den als Opfer der Gesellschaft plöt­zlich zum leuch­t­en­den Vor­bild, ihre Epigo­nen wer­den bejubelt, beklatscht und bepreist; natür­lich von’en Springern, die es mit Pop­ulis­mus ja dur­chaus zu was gebracht haben.

Und dazu ein wenig Musik.

Lou Reed — Kicks — ’76

When you cut that dude with just a lit­tle mania,
you did it so, … ah!
When the blood com­ma’ down his neck -
don’t you know it was bet­ter than sex, now, now, now? …

Ich kön­nte 25.000 Euro übri­gens auch ger­ade gebrauchen.

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Arbeitgeber Bundeswehr?

Durch Zufall fiel mir heute eine Infor­ma­tions­broschüre der staatlichen Mörder­bande “Bun­deswehr” in die Hände, und seit­dem komme ich aus dem Lachen nicht mehr her­aus.

Gar­niert mit vie­len ein­laden­den Bildern — fröh­lich lächel­nde Quoten­frauen in Büros, grim­mig blick­ende Her­ren in Kampf­mon­tur in ein­er nicht näher beze­ich­neten Wüstenge­gend — ver­sucht die zweit­eilige Broschüre, junge Staats­bürg­er zum Mil­itär­di­enst zu überre­den. Einen großen Teil nehmen wieder­holte Hin­weise auf die finanziellen Vorteile des Kriegsspie­lens ein, was meines Eracht­ens nicht dazu geeignet ist, die (sozialen und ideellen) Nachteile zu kom­pen­sieren, aber wer das Geld ger­ade gut gebrauchen kann, verkauft seine Seele sich­er nur allzu gern.

(Auf­grund tech­nis­ch­er Prob­leme, näm­lich fehlen­der Bat­te­rien, bitte ich die aus­nahm­sweise unter­durch­schnit­tliche Bildqual­ität zu entschuldigen.)

Sie sind 18 Jahre (alt, A.d.V.) (oder wer­den es bald) und wollen (…) staats­bürg­er­liche Ver­ant­wor­tung in Form eines frei­willi­gen Engage­ments übernehmen…

Merke: Wer nicht zur Waffe greifen möchte, der ist wahrschein­lich ein ver­ant­wor­tungslos­er Staats­bürg­er. Ein wahrer Deutsch­er vertei­digt sein Land mit allen Mit­teln. Am Hin­dukusch.

Sie wollen hier­für eine attrak­tive Vergü­tung erhal­ten und gle­ichzeit­ig Ihre fach­lichen und sozialen Kom­pe­ten­zen durch arbeits­mark­to­ri­en­tierte Bil­dungsange­bote weit­er verbessern…

“Hal­lo, ich würde mich gern bei Ihnen bewer­ben.”
“Haben Sie Kom­pe­ten­zen?”
“Ja, ich kann eine Waffe bedi­enen, Panz­er fahren, Kriegsver­let­zun­gen behan­deln, Zivilis­ten bom­bardieren lassen sowie mit Kam­er­aden um die Wette saufen. Und ich habe Erfahrun­gen als Broschüren­mod­ell gesam­melt.”
“Danke, wir melden uns.”

Sie wollen mit Ihrem Engage­ment einen zukun­ft­sori­en­tierten und mod­er­nen Arbeit­ge­ber ken­nen­ler­nen, ohne sich länger­fristig binden zu müssen…

Der Arbeit­ge­ber ist der­art zukun­ft­sori­en­tiert und mod­ern, dass die meis­ten Leute froh sind, dass seine Son­der­stel­lung weit­ge­hend ver­loren ist. Das mit der “länger­fristi­gen Bindung” — also der ziem­lich kurzen Arbeit­szeit, wenn man das Pech hat, beim Frieden­sein­satz helfen zu dür­fen — ist übri­gens nicht unbe­d­ingt von Vorteil. (Siehe auch in der recht­en Spalte: “Aus­land­sein­sätze gehören aktuell zu den wichtig­sten Auf­gaben der Bun­deswehr.” Offen­bar habe ich das mit der “Wehr” bis­lang missver­standen.)

…dann ist die Bun­deswehr und der neue Frei­willige Wehr­di­enst für Sie genau das Richtige!

Kom­pe­ten­zen sind nicht wichtig, nicht mal das Beherrschen der deutschen Sprache — “ist”, “sind”, völ­lig ein­er­lei.

Der zweite Teil der Broschüre geht tiefer ins Detail:

Wen suchen wir

Junge Frauen und Män­ner, die:

  • bere­it sind, Ver­ant­wor­tung zu übernehmen und für Deutsch­land und seine Bürg­er einzuste­hen,

Da freuen sich die Bürg­er aber, dass es Leute gibt, die in unserem Namen den US-Amerikan­ern bei der Ölsuche helfen und dabei rei­hen­weise hops­ge­hen.

  • bere­it sind, sich aktiv in einem leis­tungs­fähi­gen Team zu engagieren,

Solche Leute wer­den übri­gens auch in der Infor­matik drin­gend benötigt, aber die kann sich keine Massen­wer­bung aus Steuergeldern leis­ten.

  • bere­it sind, an Aus­land­sein­sätzen teilzunehmen,

Da kön­nte man natür­lich auch ein­fach Fußballer wer­den. Wobei: Als deutsch­er Fußballer hat man da nicht lange Spaß am Aufen­thalt im Aus­land, wie wir heute wieder sehen kon­nten.

  • mobil, flex­i­bel, kör­per­lich sowie geistig fit sind,

Mobil­ität und kör­per­liche fit­ness: Geschenkt. Was in dieser Aufzäh­lung aber fehlt, ist das Wort “moralisch” an geeigneter Stelle. Und das mit der geisti­gen fit­ness ist auch noch so eine Sache. Wer nichts kann, wird halt Sol­dat; für das Geld…!

“Sol­dat­en sind nur dumme Tiere, die als Schachbauern in der Außen­poli­tik benutzt wer­den.”
– Hen­ry Kissinger

  • bere­it sind, sich kon­tinuier­lich weit­erzu­bilden.

Ich gebe zu, den The­o­ri­eteil des Mil­itär­di­en­stes würde ich selb­st gern mal miter­leben. Lernt man da, welche Kör­perteile die lebenswichti­gen sind?

Wir bieten Ihnen

  • eine ver­ant­wor­tungsvolle und abwech­slungsre­iche Tätigkeit,

Gebrüllte Befehle befol­gen: “Ver­ant­wor­tung”. Wird ver­merkt! Aber Abwech­slung gibt’s tat­säch­lich: Man weiß nie, in welchem Land man ster­ben wird.

  • (…) unent­geltliche trup­penärztliche Ver­sorgung
  • und gute Bezahlung.

Dass die Gefahr für Leib und Leben nur diskret impliziert wird, klingt mitunter niedlich unbe­holfen, wird aber auch mit viel Geld nicht rel­a­tiviert.

Wer trotz all­dem Inter­esse am Dienst an der Waf­fel Waffe hat, der sollte sich beeilen: In Bälde gibt es voraus­sichtlich nur noch mech­a­nis­che Sol­dat­en.

Nerdkrams
NewScrollbars: Bessere Scrollleisten für Firefox

Eine der etwas unan­genehmeren Eigen­schaften des Stan­dard-Skins von Fire­fox ist es, dass die Scrol­lleis­ten sich optisch nicht allzu gut vom Hin­ter­grund abheben, sofern man etwa Web­seit­en mit gräulich­er Hin­ter­grund­farbe besucht.

Um dieses Prob­lem zu lösen, kön­nte man als Fire­foxnutzer natür­lich ein­fach einen qui­etschbun­ten anderen Skin, etwa Noia 4, instal­lieren. Da das aber die unter Umstän­den recht und angenehm dezen­ten Sym­bol­leis­ten eben­falls auf qui­etschbunt trim­men würde, was nicht unbe­d­ingt hil­fre­ich ist, wäre es wom­öglich prak­tis­ch­er, kön­nte man nur die Scrol­lleis­ten ein­fär­ben.

Nun ver­set­zt Fire­fox seine Benutzer bekan­ntlich dazu in die Lage, die Bedienober­fläche des Browsers per CSS und JavaScript nach Belieben anzu­passen. Da aber nicht jed­er, der seine Scrol­lleis­ten auf den ersten Blick erken­nen möchte, dafür pro­gram­mieren ler­nen will (und wahrschein­lich an dieser Stelle auch nur wenig Lust darauf hat, dass ich ihm erk­läre, wieso CSS und JavaScript keine Pro­gram­mier­sprachen sind), gibt es, wie für fast alles, eine ein­fachere Lösung.

Sie heißt NewScroll­bars, ist eine Erweiterung und stammt vom gle­ichen Autor wie der Noia-Skin. Mit ihr ist es möglich, per Klicks Scrol­lleis­ten von Fire­fox zu verklein­ern und kon­trastre­ich einzufär­ben oder sie ganz auszublenden (für uns Tas­taturfre­unde nicht unin­ter­es­sant):

Der Ein­stel­lungs­di­a­log ist über­sichtlich gehal­ten, es wird auch eine “Stan­dard­scroll­bar” im Noia-Stil mit­geliefert; detail­lierte Anpas­sun­gen sind aber eben­falls möglich. So kann man etwa nur den Hin­ter­grund der Scrol­lleis­ten trans­par­ent darstellen lassen oder ihn in ein­er beliebi­gen (Hexadezimal-)Farbe ein­fär­ben, außer­dem kön­nen die Scrol­lleis­ten pix­el­ge­nau ver­größert oder verklein­ert wer­den. Das Ergeb­nis sieht dann zum Beispiel so aus:

Bei dieser Erweiterung sollte man beacht­en, dass sie wirk­lich alle Scrol­lleis­ten im Brows­er verän­dert, nicht nur die ganz rechts und ganz unten. Die Far­ben und Stile sollte man also mit Bedacht wählen, son­st tut’s weh.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CII: Hirntot und herzlos.

Einen ganz tollen Beschluss hat sich der Bun­destag da zusam­mengeeimert:

Kün­ftig wer­den alle Kranken­ver­sicherten ab 16 Jahren schriftlich aufge­fordert, eine Erk­lärung zur Organspende nach dem Tod abzugeben.

Bemerkenswert ist allen­falls dieses Detail:

In Deutsch­land gilt damit weit­er­hin das Prinzip, dass Bürg­er zu Lebzeit­en — oder aber nach Hirn­tod die Ange­höri­gen — der Ent­nahme von Orga­nen und Gewebe aus­drück­lich zus­tim­men müssen, um eine Ent­nahme zu ermöglichen.

Somit haben die für den Beschluss Ver­ant­wortlichen auch weit­er­hin nichts zu befürcht­en, denn für ein tra­di­tionell hirn­los­es Mit­glied ein­er der derzeit­i­gen Regierungsparteien ist auch ein Herz bei der Ausübung der “Arbeit” eher hin­der­lich.

(Danke an L.!)

In den Nachrichten
Kurz verlinkt CI: Käpt’n Offensichtlich und der Ketchup, der fließt

Eine echte Geis­tes­größe hat die CSU da an Bord:

Schon früh hat­te Bay­erns früher­er Innen­min­is­ter Beck­stein ein frem­den­feindlich­es Tat­mo­tiv hin­ter den Mor­den der Zwick­auer Ter­rorzelle ver­mutet.

Potzblitz! Wie kam er nur auf so etwas?


Auch toll ist natür­lich diese Über­schrift:

High­tech-Beschich­tung: Endlich fließt Ketchup aus der Flasche

Das ist natür­lich viel bess­er als bish­er, als der Ketchup noch in Wür­felform aus der Flasche fiel oder gar rollte.

In den NachrichtenWirtschaft
(Ein Spendenaufruf für Mark Z.)

Sehr geehrte Leser­schar,

heute wende ich mich mit einem ern­sten Anliegen an euch.

Wie wir wis­sen, ist Deutsch­land eines der reich­sten Län­der hier in der Gegend. Wie am Beispiel Griechen­lands zu sehen ist, tra­gen wir somit eine große Ver­ant­wor­tung auf unseren Schul­tern, dro­hende Weltwirtschaft­skrisen abzuwen­den zu helfen und finanziell Schwache mit aller Kraft zu unter­stützen, bevor die Armutsspi­rale sich unaufhalt­sam abwärts schraubt.

Und so möchte ich die Gele­gen­heit nutzen, auf ein beson­ders erschreck­endes Schick­sal hinzuweisen, das Schick­sal des einst hoff­nungsvollen Ökonomen Mark Z., der auf­grund unglück­lich­er Umstände an der Börse ein Ver­mö­gen ver­loren hat und um seine Exis­tenz ban­gen muss.

Das men­schen­na­he Mag­a­zin “heise online” berichtet mitlei­dig:

Größter Anteil­seign­er und damit ein­er der größten Lei­d­tra­gen­den des Kursver­falls ist Grün­der Mark Zucker­berg. Ein Dol­lar mehr oder weniger beim Aktien­preis macht eine halbe Mil­liarde an seinem Ver­mö­gen aus. (…) Der Ver­fall der Face­book-Aktie kann für Zucker­berg umso bit­ter­er gewe­sen sein, als die US-Börsen ins­ge­samt deut­lich nach oben gin­gen.

Was für andere eine Frage von weni­gen Euro ist, bedeutet für Mark Zucker­berg den Ver­lust von Mil­liar­den. Unschw­er zu erken­nen ist, wohin das führen muss, wenn wir nicht gemein­sam ent­ge­gen­wirken. Habt ein Herz für die Armen und Bedürfti­gen, und meldet euch bei Face­book an, anstatt mit eurem Geld unnöti­gen Krem­pel wie das deutsche Sozial­sys­tem oder gar Griechen­land zu unter­stützen; deak­tiviert dort jeden Wer­be­filter und kauft viele items für die dort ange­bote­nen Spiele. Nur ihr kön­nt Schlim­meres ver­hin­dern!

Stellt euch nur ein­mal die leuch­t­en­den Augen von Mark Zucker­berg vor, mit denen er euch danken möchte! Ist das nicht diese kleine Investi­tion in unser aller Zukun­ft wert?