MusikNetzfundstückePolitik
Extremisten beugen vor.

„Kicher, kecker“, hieße es vermutlich bei Donald Duck; heise nachrichtet heute:

Nazis-auslachen.de will bei Vorbeugung gegen Extremismus helfen

„Nazis auslachen“ ist natürlich ein wirkungsvoller Schritt gegen Extremismus oder für das, was man dafür hält.
Die anschließende Hetzjagd auf Nazis mit gemeinschaftlichem „Nazis aufs Maul“ rundet den Plan sicher wirkungsvoll ab, und wenn die Lacher dann allein auf ihrer Seite sind und die staatsfeindlichen und gewalttätigen Extremisten erfolgreich fortgehetzt worden sind, kann man sich ja wieder aufs Wesentliche konzentrieren.

Zum Beispiel kollektives Polizistenschlagen und die Anarchie propagieren.

Is‘ mir schlecht.


Apropos schlecht bzw. eben nicht schlecht, sondern um so besser:
Peter Peter macht auf einen neuen Gitarrenmusiksampler aufmerksam, den es für lau zum Herunterladen (wahlweise auch über eD2K/KAD oder die Internetpräsenz der Plattenfirma) gibt.

Für den Freunde von Gitarrenmusik mit eher experimentellen Zuschnitt gibt es ein schönes Geschenk. Die von den Labels Cavity Records und The Mylene Sheats verschenkte Split-Compilation enthält 14 Songs. Zwischen den musikalischen Fixpunkten Metal, Instrumental und Ambient geht es auf der Zusammenstellung tendentiell sehr experimentierfreudig zu. Radiokompatibilität ist eher nicht anzutreffen.

(…)

Mehr oder weniger unbekannte Bands aus den USA wie Giants, Beware Of Safety oder North, wobei Caspian noch die bekannteste sein dürfte. Einige der Bands sind übrigends zur Zeit in Europa (auch Deutschland) vorstellig.

Die Liste der Lieder:

1. If These Trees Could Talk – Signal tree
2. Giants – While The Ages Steal
3. Beware Of Safety – Weak Wrists
4. Years Of No Light – Tu As Fait De Moi Un Homme Meilleur
5. Gifts From Enola – City Lights Scraped The Sky
6. North – Ash
7. Caspian – Brombie
8. Giants – The Palace Stands In It“â„¢s Proper Place
9. Paulson – Window Frames
10. You May Die In The Desert – Oceanfloor Hijinks
11. North – Eidolon
12. Nanda Devi – Last Remaining Polar Bears
13. Eksi Ekso – O“â„¢ God, They“â„¢ve Frozen
14. Caspian – Further In

Vor allem Caspian und If These Trees Could Talk sind auf jeden Fall das Herunterladen wert, gerade wenn man Musikgruppen wie Hermelin zu seinen Favoriten zählt.

Fröhliches Hören wünsche ich.

MusikNetzfundstückePersönlichesSonstiges
Die Liebe stinkt, mein Freund, die Liebe stinkt.

„Erst, wenn ihr versteht, dass sich die Liebe nicht beschränken lässt,
und sich euer Leben nicht nur durch das Denken lenken lässt,
könnt ihr verstehn, warum mich das Wort „Liebe“ stört;
weil sich die Liebe anders anhört,
eher so.“


(Neuen Trend im Einzelhandel entdeckt: Hin und wieder mal „frisch“ auf die Zutatenliste schreiben, damit die nicht frischen Bestandteile nicht so auffallen.)

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Der Niggemeier macht’s.

Ich kenne kaum ein Online-Medium in Deutschland, das es sich leistet, auf Nachrichten über Paris Hilton zu verzichten.

Dies schrieb der Niggemeier und hat damit Recht, wenn er unter „Onlinemedien“ weder die seine noch die meine Publikationsplattform versteht.

Das beanspruche ich auch gar nicht für mich.

Andere leider schon.

KaufbefehleMusikNetzfundstücke
Vorsicht, nackte Menschen!

Nachdem ich bereits in einigen früheren Einträgen, zuletzt in diesem, die (übrigens großartige) isländische Postrockgruppe Sigur Rós in Form einer Randbemerkung erwähnte, möchte ich ihr Schaffen heute einmal für ein kleines Gedankenexperiment nutzen:

Was wäre, wenn im Volk der VSvA (vulgo USA) etwas mehr Konsequenz resp. Konsens bezüglich gesellschaftlicher Normen (im Besonderen Prüderie einerseits und Waffengewalt andererseits) herrschte?

Vermutlich würde man dann immer noch etliche Milliarden US-Dollar aus dem Fenster werfen bzw. in die Luft schießen, einmal bildlich ausgedrückt.
Vermutlich würden andererseits allerdings auch Sigur Rós nackte Leute abbilden dürfen, ohne zensiert und von amerikanischen Medienkonzernen bzw. -tochterunternehmen als „nicht jugendtauglich“ deklariert zu werden.

„Vorsicht, nackte Menschen! – Sind Sie wirklich mindestens 18 Jahre alt?“
(Die Frage liegt nahe, wie es konservative US-Amerikaner eigentlich mit dem Geschlechtsverkehr halten; andererseits …)

’s ist schon ’n Kreuz mit den Amis; den ganzen Tag Leute totschießen, wen juckt’s?
Öffentliches Ärgernis erregt man nur, wenn man nackt ist. –
Oder Marilyn Manson hört.

Wer macht denn auch so was?


Dienstleistung für mein jugendliches und/oder YouTube-kontofreies Publikum:
Eine jugendfreie Version des Videos gibt’s hier zum Gucken und das komplette Album hier zum Kaufen. Macht reichlich davon Gebrauch!

Sonstiges
Ey, ihr Säcke! Raus aus der Wikipedia!

Aber zack, zack!

In den NachrichtenPolitik
Alle Jahre wieder?

Schon ’n Zufall:

Kaum passiert was in den USA, dem die Mehrheit des deutschen Volkes einen Großteil ihrer Aufmerksamkeit widmet, nutzt diesen kurzen Moment der kollektiven Unachtsamkeit die noch immer amtierende Bundesregierung, um hintenrum ein wenig an den Gesetzesentwürfen zu drehen.

Und meine innere Stimme teilt mir soeben mit, dass dies bei weitem nicht das letzte Mal war.

(Ich beneide das Kätzchen. Jetzt erst recht.)

Persönliches
Gleicher als die anderen.

Einer der interessanteren Aspekte des Daseins als Schmarotzer Student ist die Vielzahl an unterschiedlichen Institutionen wunderlichen Namens, mit denen man in Berührung zu kommen zumindest in der Lage ist.

Und das klingt alles so vornehm:

„Zentrum für Medien- und Informationsdienstleistungen“ (vulgo Bücherei)!
„Zentrale Einrichtung für Multimedia, Kommunikationstechnik und Informationsverarbeitung“ (Rechenzentrum)!
Und sogar ein „Frauen- und Gleichstellungsbüro“! –

Nee, Moment, äh, habe ich das nun richtig verstanden?
Eine gesonderte Institution, die den Titel „Gleichstellungsbüro“ trägt und in der Selbstdarstellung dies anführt:

Wir unterstützen die Hochschule bei ihrem gesetzlichen Auftrag, aktiv zur Gleichstellung von Frauen und Männern beizutragen.

– man möge mich mit Schimpf und Schande aus jeglicher menschlichen Gesellschaft ausstoßen, wenn ich allzu falsch liege, aber lässt sich in dem separaten Titel „Frauenbüro“ nicht ein anderes Ziel erkennen?

Damit einher gehen dann auch die Details; dass nämlich das Gleichstellungsbüro samt und sonders aus Frauen zu rekrutieren scheint und die vorgebliche Chancengleichheit an der Hochschule dadurch unter- bzw. eben eingemauert wird, dass ein „Schnupperstudium für Schülerinnen“ (ob diese mehrheitlich kettenqualmenden Personen überhaupt noch schnuppern können?) und ähnliche unter der Flagge der Gleichheit und/oder Gleichgültigkeit angebotenen Vorzüge, für die man allein dadurch quasi prädestiniert ist, weiblichen Geschlechts zu sein, feilgeboten wird, lässt mich erschaudern.

(Einmal abgesehen davon, dass in unserer aus irgendwelchen historischen Zusammenhängen heraus so genannten christlichen Wertegemeinschaft die routinemäßige Unterdrückung der Frau per se kein Thema mehr sein sollte, ich aber andererseits auch ohne das pervertierte Gleichstellungsbüro nur selten den inneren Drang verspüre, eine Frau zu unterdrücken und/oder zu quälen, und daher nicht verstehen kann, wieso es kein „Schnupperstudium für Schüler beiderlei Geschlechts“ gibt.)

Und ich hoffe, dass sich auch die Mehrzahl der Studentinnen hierzulande – gesetzt den Fall, dass es sich an den meisten Hochschulen ähnlich verhält – für die lebenslangen Extrawürste wenigstens ein klein wenig schämt.

In den NachrichtenNetzfundstücke
25 Jahre GNU

Heute mal wieder ein Kurzer, gleichsam für zwischendurch:



  • Ausnahmsweise Fernsehzitat der Woche:

    Du bist das Beste, das mich je passiert hat.

    (WDR Poetry Slam, 27.9.08)


(Huch, schon wieder Ende September, und ich habe immer noch keinen Weihnachtsbaum!)

Wambo.
/ S.

In den NachrichtenMusikNetzfundstückePolitik
Glückliche Kätzchen

http://wordpress.org/extend/plugins/search-unleashed/Richard Wright ist tot.

Kein guter Beginn einer neuen Woche, in deren Mitte man sich zwar älter, aber kein bisschen weiser fühlt. „Draußen“ in der Schweiz kollidieren Teilchen, zwischendurch enden ganz woanders die Olympischen Spiele (hat das eigentlich jemand zur Kenntnis genommen?), und „drin“ in Deutschland geht’s bergab. Wie eigentlich immer.

Jeder Schuss eines deutschen Panzers im Irak, heißt es, koste das Land etwa so viel wie ein Platz in der Kindertagesstätte. „Wir verballern unsere Zukunft“, formulierte dies der Kabarettist Hagen Rether kürzlich.

Indes: Die Finanzierung aller Fertigkeiten, die über Lesen, Rechnen und Schreiben hinausgehen, obliegt ohnehin mittlerweile in der Regel den jeweiligen Empfängern. Weshalb daher unnötig die Kriegskasse leeren?

Welch eine Gesellschaft die nachfolgenden Generationen nun vorfinden werden, lässt mich persönlich schon jetzt ein wenig darüber sinnieren, ob man, hätte man die Wahl, in diesem Land wiedergeboren werden sollte.

(Immerhin: Die Chance, hinterrücks erschossen zu werden, ist in Deutschland erfreulich niedrig. Verglichen mit den USA übrigens.)

Aber was soll’s; für acht Dollar ist das Kätzchen wieder glücklich.
Wenn das beim Menschen nur auch so leicht wäre.

„ég leita af lí­fi um stund / ég stóð í­ stað / með von að vin ég vinn upp smí¡ tí­ma / leita að í¡gí¦tis byrjun / en verð að vonbrigðum“

In Liebe,
– S.


Mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommene Frage der Woche:
Was haben Baptisten mit der Wikipedia gemeinsam?


Nachtrag / 18.9.08:

Heutzutage werden Songs meist von Linda Perry geschrieben, von Timbaland produziert und dann auf Horrorsendern wie Bayern 3 von Computern ausgerülpst.

(SZ zum Tod Richard Wrights)

Eigentlich schade, dass man das so pauschal formulieren kann, ohne im Unrecht zu sein.

Projekte
Tuxis Langeweile-Script, Teil III: Garfield für mIRC

Schon ’ne Weile her seit dem vorigen Langeweile-Script; dafür gibt’s dieses Mal ein ausgereiftes, fehlerfreies Script mit einem recht hohen Spaßpotenzial:

Daily Garfield (mIRC-Script)

Es ruft den jeweils aktuellen (das Datum ist jedoch frei wählbar) Garfield-Comic ab, konvertiert ihn mittels des (sehr empfehlenswerten) NConvert, das im Scriptverzeichnis liegen muss, ins BMP-Format und zeigt ihn schließlich an. Die großen „Sonntagscomics“ haben ein eigenes Anzeigefenster.

Zur Installation genügt es, das Archiv zu entpacken und in mIRC mit /load -rs „[Verzeichnis]garfield.mrc“ das Script zu laden; der Garfield-Dialog ist fortan via Kontextmenü oder /garfield jederzeit aufrufbar.

Das Archiv gibt es hier. Ich wünsche viel Vergnügen!

(Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2011.)

In den NachrichtenNetzfundstücke
Apocalypse now!

Fast wäre es mir entgangen:
Seit wenigen Stunden werden die Vorbereitungen für den zwegröBaZ, den zweitgrößten Bums aller Zeiten, getroffen.

Sollten sich dabei interessante Erkenntnisse bspw. zur Evolutionstheorie gewinnen lassen, sag ich noch mal Bescheid.
Falls das dann noch möglich ist, natürlich.


(Mein Lieblingsverleser heute: Am Liebesleben der Deutschen gibt es begründete Zweifel.)

In den NachrichtenMusikPersönliches
„The carpet, too, is moving under you …“

Angenehm ist’s ja auch, wenn nach einer gewissen Zeit der Leere das Gefühl der Einsamkeit wiederkehrt.
The empty-handed painter from your streets / is drawing crazy patterns on your sheets.
Dem Bob Dylan seine Musik ist verdammt klasse, das sei hier unkommentiert angemerkt.

(Was wohl Kurt Beck gerade hört?)

Sonstiges
Haldet eure Statt sauba!

Mein Dank gilt heute dem politischen Engagement der jungen Leute, die selbst unter dem offenbaren Einfluss schädlicher Substanzen keine Gelegenheit ungenutzt lassen, dieses Land zu retten; so ein Bahnwartehäuschen, beschriftet mit den abwechselnden und bebilderten (erstaunlich, in wie viele Richtungen sich so eine Swastika drehen lässt!) Aufschriften Gegen Naxis und Nacis raus zwischen der eigentlich keiner Erwähnung werten, aber ungewöhnlich gut dokumentierten Liebesbeziehung zweier Individuen („Nicole Sandra Nicole ich liebe dich usw.“), erheitert dann eben doch jeden Tag aufs Neue das Dasein des Zweiflers und beweist nebenbei, dass man diese verflixte Kamera immer nur dann mit sich führt, wenn derlei Motive nicht in Reichweite sind.

Nächstes Mal vielleicht.

MusikkritikNetzfundstücke
Hermelin: Postrock im Pelz

Ich bin beschämt.

Nicht nur wegen der allzu kalauerhaften Überschrift, sondern auch und gerade, weil Peter wieder einmal ein feines Gespür für musikalische Geheimtipps bewiesen hat und ich auch nach inzwischen einer Woche trotz des abspielbereiten Abspielgerätes (das musste mal sein) noch nicht die Muße aufbringen konnte, das Album der Hannoveraner Hermelin mit der für diese Musikrichtung angemessenen Aufmerksamkeit zu hören.

Hermelin sind – regelmäßige Leser dieses Weblogs ahnen es vermutlich bereits – eine Postrockgruppe, die unter anderem Mogwai und Isis zum Vorbild hat, aber auch Gruppen wie Sonic Youth verehrt. Nicht ganz so verträumt wie die Augsburger Dear John Letter – so viel konnte ich dem ersten Anspielen bereits entnehmen -, so gehen Hermelin doch sehr mitreißend zu Werke. Die Gitarren gewittern, dass es eine rechte Freude ist.

Peter geht, wie üblich, noch ein wenig ins Detail:

Aber was meine Nachbarn da machen, ist so gut, das sie ein besonders schönes Zimmer zugewiesen bekommen. Eine hörenswerte Mischung aus Indie-Rock, Progressive, Experimental und schönen Gitarren. Wollen wir es Post-Rock nennen?

Das Debütalbum, veröffentlicht erst in diesem Jahr, enthält neun Stücke und steht unter der Creative-Commons-Lizenz, ist daher kostenlos anzuhören und herunterzuladen, komplett mit Covern und allem, was dazugehört. Streaming-Freunde kommen hier auf ihre Kosten; wer lieber gleich das Gesamtpaket herunterlädt, findet bei 12rec, wo man das Album für gerade einmal 7 Euro (inkl. Versand!) auch auf CD erwerben kann, und via eMule das Album im .zip-Format und in durchweg hoher Qualität.

Ihr werdet es nicht bereuen.

NetzfundstückePolitik
Number 9, number 9…

Übrigens:
Ein Staat, der seine Bürger nummeriert, pflegt mit Leichenbergen zu enden.

Ich klage an, ich klage an, ich klage an.
Tocotronic