PolitikIn den Nachrichten
Was die SPD gerrn schaffen würrde

In derr bedauer­rlicher­rweise bis­lang unbe­gr­ren­zten Rrei­he derr Dinge, die eine Par­rtei, die seit 1998 beina­he pausen­los mitr­regier­rt, ger­rn schaf­fen wür­rde, dür­rfte sie doch nurr endlich auch mal mitr­regier­ren, gab es vor­rgester­rn eine neue Episode:

Über bessere Pflege kann man zwölf Jahre reden oder man kann die Vor­raus­set­zun­gen schaf­fen.

Überr besserre Bil­dung hat derr twit­ter­rnde SPD-Par­rteivorr­stand (“SPD Parteivor­stand”, danke, keine weit­er­ren Frra­gen) ander­rer­seits ja nichts gesagt. Das über­rlässt err ver­rmut­lich lieberr den Nor­rdr­rhein-West­falen.


Wer ken­nt es nicht? Man wacht mor­gens auf und ist aus Verse­hen im IS. Hop­pla!

PolitikNetzfundstückeMontagsmusik
Anakdota — Different Views

A-Nak-dota?Es ist Mon­tag. Mit dem Fre­itag noch immer in den Knochen und im Hals ist der Wochen­be­ginn, als würde er gar nicht stat­tfind­en, was in diese ver­rück­te Zeit anson­sten pri­ma passt. Den­noch: Wie üblich kein Fell, außer eben im Kopf. Bitte etwas leis­er bren­nen, wir wollen uns hier konzen­tri­eren.

Keine Sorge, bald ist Krieg, es geht gegen den Ter­ror und dage­gen hat ja wohl nie­mand etwas, der nichts zu ver­ber­gen hat. Lei­der sind “Hack­er” so lange damit beschäftigt, Stuss zu reden und sich in “Qual­itätsme­di­en” über kurze Pass­wörter zu beöm­meln. Haha, diese Trot­tel! Eine eigene, fehler­freie Lösung hat der Chaos Com­put­er Club hier­bei natür­lich nicht anzu­bi­eten. Das wird lustig auf der diesjähri­gen Stu­den­ten-CeBIT in Leipzig.

Die Poli­tik macht aber auch alles falsch, was für die kom­mende Wahl zwis­chen Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb aber nicht entschei­dend sein wird. Die ehe­ma­lige Bürg­er­rechts-Piraten­partei hat der­weil, beflügelt vom “Erfolg” — Umfra­gen sprechen von erstaunlichen zwei Prozent und früher wäre der Piraten­partei das wenig­stens noch pein­lich gewe­sen — der PARTEI (es geht zwar nicht um den Bun­destag, aber um Geld, da sind Ide­ale eben auch mal zweitrangig), satirisch dazu aufgerufen, die Pri­vat­sphäre von Regierungspoli­tik­ern zu mis­sacht­en. Ich fürchte, die Kristal­lkugel sagt ihnen trotz­dem ein schlecht­es Ergeb­nis voraus.

Nachricht­en von gestern (Quatsch: von let­zter Woche): Der Betreiber von Stu­di­VZ ist insol­vent. Vielle­icht ist dies ein guter Zeit­punkt, nochmals daran zu erin­nern, dass Myspace noch wohlauf ist und sich augen­schein­lich noch immer als Musiknet­zw­erk durch­set­zen möchte, was ich sehr begrüße, denn Musik ist wun­der­voll.

Zum Beispiel diese:

Anakdo­ta — Dif­fer­ent Views

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Reflections in Cosmo

Reflections in CosmoUnter den bish­eri­gen musikalis­chen Erschei­n­un­gen des Jahres 2017 sind in meinen Ohren nur ver­gle­ich­sweise wenige Stu­dioal­ben eine pos­i­tive Aus­nah­meer­schei­n­ung. Das Debü­tal­bum von Reflec­tions in Cos­mo (Amazon.de, TIDAL) zählt trotz des bescheuerten Cover­bilds (für diese Schrif­tart würde ich den Gestal­ter feuern und verk­la­gen) ganz klar dazu.

Reflec­tions in Cos­mo ist eine Musik­gruppe, die von der Presse ver­mut­lich “Super­group” genan­nt würde, denn sie ist ein Quar­tett aus dem Motorpsy­cho-Umfeld, in dem neben deren Hans Mag­nus Ryan auch der Key­board­er Ståle Stor­løkken, der Sax­o­phon­ist Kjetil Møster und der mir bish­er zumin­d­est unbekan­nte Schlagzeuger Thomas Strø­nen gemein­sam Mit­glied sind.

Aus der Beset­zung ließe sich fol­gern, dass hier ordentlich freege­jaz­zt wird, aus dem Band­na­men hinge­gen, dass Space­rock hier die Ober­hand hat, aber das ist nicht ein­mal unbe­d­ingt der Fall; stattdessen ist hier, ähn­lich wie auf dem diesjähri­gen, lei­der etwas lang­weiligeren Album “Sig­nal 9” der Kanadier Miri­odor, eine dur­chaus pack­ende Spielart des instru­men­tal­en Jaz­zrocks zu hören.

Reflec­tions In Cos­mo — Balkla­va

Die vier Musik­er spie­len gekon­nt mit natür­lich Space­rock, inte­gri­eren aber auch Jazzmet­al und Ston­er Rock wie selb­stver­ständlich in ihre Musik. Ihr Jaz­zhin­ter­grund wird dabei immer wieder deut­lich, was nicht zulet­zt auch Kjetil Møsters Dom­i­nanz zu ver­danken ist. Das geht gut ins Ohr, das erfreut die Sinne.

Dazu passen: Herb­st, Kopfhör­er und Bier.

Prost.

Persönliches
Die Welt ist zu laut.

Es klingt — wo immer man zu welch­er Tageszeit auch ist — nach Men­schen. Unzäh­lige Verkehrss­childer, einan­der oft bedin­gend, aber trotz­dem sicher­heit­shal­ber expliz­it sep­a­rat aufgestellt seiend, bit­ten gle­icher­maßen um Beach­tung wie das medi­ale Überange­bot, das das Bei­w­erk stellt. Im “Wahlkampf” (als sei es für irgendwen von Belang, welche Lüge in der laufend­en Sai­son auf wessen Plakat­en ste­ht) nur noch von Pseudopoli­tik übertrof­fene All­ge­gen­wart von Bildern und Ani­miertem und Funk­tion­s­musik lässt kaum eine Gele­gen­heit zum Abschal­ten, zur Ruhe.

Auf Bahn­höfen wird man in viel zu kurzen Abstän­den durch­weg darüber informiert, dass man sein Gepäck nicht unbeauf­sichtigt lassen und — offen­sichtlich viel wichtiger — sein albernes Gequalme auf die gekennze­ich­neten Raucher­bere­iche beschränken solle, denn Rauch macht an gel­ben Lin­ien bekan­ntlich immer Halt, weil er weiß, er darf da nicht raus. Diese Durch­sagen erfol­gen oft im Kanon, weil eine zeitliche Abstim­mung offen­bar nicht mehr ins Bud­get gepasst hat. So Durch­sagen sind bes­timmt teuer in der Her­stel­lung, deswe­gen laufen sie in ein­er Schleife, die, wäre sie Warteschlangengeräusch am Tele­fon, sicher­lich längst das passende Unternehmen in die Insol­venz getrieben hätte. Dieser unbe­d­ingte Drang nach Infor­ma­tion, er ist, was Kom­mu­nika­tion unnötig zum Selb­stzweck wer­den lasst.

Sunn O))) — Black Wed­ding

Die unter­schätzte Tugend des Fresse­hal­tens wird zunichte gemacht von der Wer­be­branche, für die immer und aus­nahm­s­los gilt, dass nur Laut­sein gewin­nt, und es zählt längst nicht mehr das Pro­dukt selb­st. Heute fand wieder ein­mal eine Demon­stra­tion zum Schutz der Grun­drechte statt und auf den ein­schlägi­gen Web­sites wer­den fleißig self­ies geteilt, denn aus “Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Frei­heit klaut” ist längst ein “guck mal, Mut­ti, ich bin hier und ich bin laut” gewor­den. Der Lärm als Selb­stzweck, als Rauschmit­tel, nicht mehr mit Trans­port­funk­tion verse­hen.

In der Akte-X-Episode “Drei Wün­sche” galt vor sechzehn Jahren als Lösung für den Wun­sch nach Welt­frieden, die Exis­tenz aller Men­schen zu been­den. Allmäh­lich scheint mir das gar nicht mehr so zynisch zu sein. Bei der kom­menden Bun­destagswahl werde ich nur Parteien wählen, von denen ich bis jet­zt noch nie etwas gehört habe, denn nur sie geben mir Ruhe.

PolitikIn den Nachrichten
Das unerträgliche Gepöbel junger Politikerinnen

Wir schreiben das Jahr 2014. In ein­er der hässlicheren deutschen Städte zieht sich eine dama­lige chan­cen­re­iche Kan­di­datin der Piraten­partei Deutsch­land halb aus, um die britis­chen Luft­stre­itkräfte schriftlich um die erneute Bom­bardierung der­sel­ben Stadt zu bit­ten. Der Fall find­et inter­na­tionale Aufmerk­samkeit und sorgt für partei­in­ter­nen Zwist, der schließlich, weil der Rauswurf zu lange dauert, zum Aus­tritt eines Teils des “anti­deutschen” Flügels führt. Die meis­ten dieser Flügelkämpfer find­en Zuflucht bei den “Linken”, der auf­grund der promi­nen­ten Neuzugänge schnell einige namhafte gemäßigte Mit­glieder ent­fliehen, weil sie das abse­hbare Elend lieber von außen betra­cht­en wollen.

Der ehe­ma­li­gen Piratenkan­di­datin tat das nach eigen­er Aus­sage furcht­bar leid, nicht so gemeint, hup­si. In der “Linken” wird sie später — wie auch andere dümm­lich han­del­nde Exmit­glieder ihres Exflügels — hoch ange­se­hen sein und für sie im Berlin­er Abge­ord­neten­haus (das waren die mit dem Flughafen) herum­sitzen. So weit, so sprechend für die Zustände in Berlin.

Ein Sprung ins Jahr 2017: Eine junge Ham­burg­er “Poli­tik­erin”, die eben­falls für die “Linke” in den Bun­destag einziehen möchte und ander­swo mit weinen­dem Emo­ji bekan­nt­gibt, sie möchte Deutsch­land “nie mehr wieder sehen”, bit­tet — wenig­stens mal mit Klam­ot­ten an — herzend um eine Liste von Trot­tel­pornos, also von Fil­men, die den Tod ein­er bes­timmten Men­schen­gruppe (hier: Deutsch­er) abbilden. Weil es nicht jed­er so amüsant find­et, dass sich jemand merk­lich bess­er fühlt, wenn er seinen (und selb­st den eige­nen) Mit­bürg­ern beim Ster­ben zusieht, wurde natür­lich auch in mitunter deut­lich über­trieben­em und ähn­lich unange­brachtem Maße darauf reagiert, denn wenn eine junge Deutsche Deutsche ster­ben sehen möchte, dann gilt das doch sich­er auch für die eigene Fam­i­lie und die eigene Per­son, nicht wahr?

Nein, natür­lich nicht wahr, es war nicht so gemeint, hup­si:

In einem State­ment charak­ter­isierte Ram­batz ihr Post­ing als eine Mis­chung aus „Unbe­darftheit und eigensin­niger Ironie“ und klagte über Mord­dro­hun­gen und „recht­en Shit­storm“. Ihr Post sei lediglich „satirisch über­spitzt“ gewe­sen, nun werde sie jedoch „mit Mord und Verge­wal­ti­gung bedro­ht“.

Denn der deutsche Staat, das muss man doch ver­ste­hen, ist zwar eine eklige Ein­rich­tung, die man nie wieder sehen möchte und deren Bewohn­er bitteschön zwecks Belus­ti­gung min­destens virtuell ster­ben soll­ten, aber das ist natür­lich iro­nisch über­spitzte, unbe­darfte Satire, was man schon daran erken­nt, dass es kein biss­chen witzig ist. Satire und Ironie (ich hätte jet­zt eher auf Zynis­mus getippt) dür­fen bekan­ntlich alles, auch gewalt­samen Tod spaßig find­en, so lange es der Tod ander­er Men­schen ist und der so Wün­schende nicht rechts ist, denn dann ist es nicht mehr lustig.

Man ver­ste­he mich nicht falsch: Wer jeman­dem höch­st­selb­st Gewalt andro­ht, der ist aus­nahm­s­los ein Men­sch, mit dem man nicht näher etwas zu tun haben wollen sollte, wed­er in der Poli­tik noch in der Kneipe. Die satirisch über­spitzten und bes­timmt auch total iro­nis­chen und unbe­darften Reak­tio­nen von Men­schen, die den Spaß an gewalt­sam ster­ben­den Völk­ern unab­hängig von der Form ihres Ein­wands zu Recht für einiger­maßen wider­lich hal­ten, recht­fer­ti­gen jedoch im Nach­hinein keineswegs, dass jemand, der das ver­has­ste Deutsch­land trotz­dem mitregieren will (denn auch ein Arbeit­ge­ber, den man scheiße find­et, zahlt manch­mal ein aus­re­ichen­des Gehalt), das mit der Men­schen­würde in einem solchen Umfang aktiv missver­ste­ht.

Anders als im Fall ihrer deutsch­land­kri­tis­chen Berlin­er Parteikol­le­gen hat hier der Bun­desvor­stand der Partei jedoch nicht helfend inter­ve­niert, son­dern die Abgabe des Lis­ten­platzes emp­fohlen. Im näch­sten gewählten Par­la­ment wird Sarah Ram­batz also ziem­lich sich­er keinen Platz erhal­ten, was der “Linken” zwar grund­sät­zlich pos­i­tiv anzurech­nen ist, mich aber vor die Frage stellt, warum die Freude über den Film­tod von Deutschen so viel schw­er­er zu wiegen scheint als die Bitte um die reelle Bom­bardierung deutsch­er Großstädte.

Vielle­icht hätte sie sich auch ausziehen und beschriften sollen.

Warum sie sich in ein­er Partei organ­isiert haben, kann ich mir nicht erk­lären.
Hannes Kling

Mir wird geschlecht
Kurz angemerkt zur wahlkämpferischen Idee von noch mehr Frauenquoten

Wer möglichst wider­stands- und vor allem leis­tungs­los in die Führung eines Unternehmens aufgenom­men wer­den möchte, der sollte zunächst ein­mal ein eigenes Unternehmen grün­den — oder zugeben, dass es ihm gar nicht darum geht, sich als Führungsper­sön­lichkeit zu beweisen, son­dern darum, sich kün­ftig von der Leis­tung ander­er Men­schen zu ernähren.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Liegengebliebenes vom 6. September 2017

Angenom­men, dass die expliz­it wie impliz­it geäußerte Gle­ich­set­zung von AfD und NSDAP sowie von Mit­gliedern der jew­eili­gen Partei mit Schlägern der SA/SS durch irgend­was auch nur im Ansatz moralisch zu recht­fer­ti­gen und nicht von vorn­here­in ein Grund ist, jed­welch­es Gespräch mit dem Gle­ich­set­zer umge­hend abzubrechen und ihn unter drin­gen­den Ver­dacht des Wahnsinns zu stellen: Dass der abscheuliche Fernsehkasper Jan Böh­mer­mann Alt­nazis wie den ehe­ma­li­gen Bun­de­spräsi­den­ten Karl Carstens ein­fach wegleugnet, passt bis jet­zt ganz gut in mein Bild von seinem Pub­likum.


Dreiste Solarstrom­lob­by­is­ten frohlock­ten Ende August ins Inter­net rein, dass bald die Energieka­paz­itäten für Solaren­ergie diejeni­gen für Kernkraft über­steigen wür­den. Was freilich nicht im Artikel ste­ht, ist, dass auch ein großes leeres Fass eine große Kapaz­ität hat, nur drin ist dann halt nichts. Eine leere Bat­terie treibt unab­hängig von ihrer Größe (“Kapaz­ität”) nun mal keine Großs­tadt an.


ZOMG H4Xx0rZ! (1): Wer­be­ban­ner schür­fen Bit­coins. Es gibt keine Entschuldigung mehr, Wer­bung nicht zu block­ieren.


ZOMG H4Xx0rZ! (2): Wenn Com­put­er­laien im Land­tag von Sach­sen-Anhalt auf alles klick­en, was wie ein Ver­weis aussieht, und dadurch Schad­soft­ware ins Net­zw­erk holen, nen­nt man das offen­bar einen “Hack­eran­griff”. Ver­dammter Putin!


Sowohl Angela Merkel als auch Mar­tin Schulz wollen nicht, dass die Türkei in die EU kommt, behaupteten sie. Es ist also nicht davon auszuge­hen, dass die Türkei kein EU-Mit­gliedsstaat wird.


Tox­is­che Männlichkeit ist aberkan­ntes Helden­tum.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Wahl-Schwach-o-Mat (2): Qualifikationssexismus

Wie schon vor vier Jahren ist der “Wahl-O-Mat” auch 2017 wieder ein schmerzhafter Anblick. Die SPD zum Beispiel hat zum The­ma “Frauen­quote” Fol­gen­des anzubrin­gen:

Mit der Frauen­quote für Führungspo­si­tio­nen in Wirtschaft und im öffentlichen Dienst sor­gen wir dafür, dass bei der Beset­zung von Top-Jobs die Qual­i­fika­tion zählt und nicht das Geschlecht.

Denn was gäbe es für eine bessere Qual­i­fika­tion für “Top-Jobs” — warum auch immer nur für diese, nicht aber zum Beispiel im Bere­ich der Abfal­l­entsorgung, eine Quote gel­ten sollte — als Frau zu sein? :ja:

(via @Schwulemiker)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Current 93 — I Remember the Berlin Boys

Was blüht denn da?Es ist Mon­tag, schon jet­zt nur schw­er zu ertra­gen. Hier kommt man nur mit Kaf­fee raus. Der alte Trott muss den­noch wiederge­fun­den wer­den, son­st glauben die Leute noch, hier gäbe es immer nur so geilen Scheiß wie vorgestern. Haus­gemachte Ent­täuschun­gen sind die besten, das ken­nt man hier, man will es so.

Wenig­stens poli­tisch ist alles in diesem Land im Lot: Teile der deutschen Bun­desregierung denken darüber nach, ob es vielle­icht allmäh­lich mal Zeit wer­den kön­nte, eine etwas weniger nachgiebige Hal­tung gegenüber der türkischen Innen­poli­tik — als gin­ge diese die deutsche Bun­desregierung etwas an — wal­ten zu lassen. Wenn es in dieser Geschwindigkeit weit­erge­ht, erhält vielle­icht der übernäch­ste türkische Präsi­dent einen vor­sichtig for­mulierten Brief mit der leisen Bitte um Mäßi­gung.

Der linken Twit­te­ria geht inzwis­chen, salopp gesagt, voll ein­er ab, weil Vertreter der lusti­gen PARTEI das Grun­drecht auf Pri­vatheit und infor­ma­tionelle Selb­st­bes­tim­mung des poli­tis­chen Geg­n­ers mis­sachteten und sich uner­laubt in deren Face­book­grup­pen aus­bre­it­eten. Ander­sherum wäre das ver­mut­lich gemein­hin als Proto­faschis­mus und/oder als sonst­wie ungut wahrgenom­men wor­den, aber wenn man “Satire” draufk­lebt, wird es zum Witz. Es ist beängsti­gend, wer heutzu­tage alles wählen darf. Die gerechte Strafe allerd­ings lässt nicht lange auf sich warten: “Klar bür­gen wir für jeman­den. Was? Dann haben wir Pflicht­en?”

Was jeden­falls ich noch immer lieber wäh­le als Parteien: Musik.

Guten Mor­gen.

Piratenpartei
Medienkritik CVIII: Neuländer Würstchen

Neu­land ist nicht nur ein Ham­burg­er Stadt­teil, son­dern erlangte auch als geflügeltes Wort, selb­st in englis­chsprachi­gen Medi­en zum Mem avanciert, trau­rige Berühmtheit, als die amtierende Bun­deskan­z­lerin Angela Merkel im Jahr 2013 auf ein­er Pressekon­ferenz bekan­nt­gab, das Inter­net sei für uns alle eben dies, näm­lich Neu­land. Es dauerte lediglich vier Jahre, bis die quirlige Piraten­partei, für die das Inter­net in ihrer Grün­dungszeit Motor und nicht Wüste war, sich von diesem Schock erholt hat­te und eine Antwort auf diese Anmaßung fand. Seit­dem beeilt sich die Partei, der die Net­zpoli­tik­er mit­tler­weile weit­ge­hend abhan­den gekom­men sind, die ver­passte Außen­darstel­lung nachzu­holen (es ist Wahl­jahr, da darf man auch mal poli­tisch wirken), und erzielt damit unge­fähr den Erfolg, der abzuse­hen war.

‘Medi­enkri­tik CVIII: Neulän­der Würstchen’ weit­er­lesen »

In den NachrichtenPolitik
Vorwärtsverteidigung (4)

Ah, die schreck­lich bedrängte NATO wird endlich konkret, was ihre Vertei­di­gung bet­rifft:

Die USA wer­fen Rus­s­land den Bruch eines wichti­gen Abrüs­tungsabkom­mens vor[.] (…) Die USA ver­muten dem Bericht nach, dass Rus­s­land schon seit 2008 gegen das Abkom­men ver­stößt — doch auch Rus­s­land erhebt solche Vor­würfe gegen die USA. (…) Nach den Medi­en­in­for­ma­tio­nen herrsche bei der Nato “ern­ste Besorg­nis”.

Da helfe, glaubt man den Guten, nur (u.a.) das:

Aus­bau der nuk­learen Abschreck­ungskraft der Nato

Ver­dammter Putin. Erst lässt er Rus­s­land nicht unwider­sprochen mil­itärisch umzin­geln und jet­zt zwingt der einen auch noch zu mehr Atom­wumms.

Wofür brauchen wir die NATO noch mal?

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Grüne Armee Fraktion

Das, freilich, kommt mir dur­chaus bekan­nt vor:

Ich fand die Sprache unser­er Erk­lärun­gen sehr schw­er ver­ständlich und kri­tisierte das auch. Aber Brigitte meinte nur: “Wer sich wirk­lich für unseren Kampf inter­essiert, ver­ste­ht das auch.”

Darauf einen Gen­der­stern.

PolitikNetzfundstücke
Martin Schulz’ Lieblingsemoji

“ZEIT ONLINE”, 16. August 2017:

In ein­er Frages­tunde mit promi­nen­ten YouTu­bern ver­ri­et Merkel am Mittwoch, dass das lächel­nde Gesicht ihr Lieblings-Emo­ji sei.

“SPIEGEL ONLINE”, 30. August 2017:

Näch­ste Woche wird nun auch SPD-Kan­zlerkan­di­dat Mar­tin Schulz von vier Web­stars befragt, darunter zwei Neulinge.

Ist mir ein Rät­sel, woher diese Poli­tik­erver­drossen­heit kommt.


Apro­pos “Poli­tik­er”: Mutige, aufrecht kämpfende “Linke” — die Partei, nicht die Karot­tenköpfe, die den Staat nur so lange ablehnen, bis sie mal seine Hil­fe brauchen — behaupten gegenüber der AfD, “FCK AFD” hieße gar nicht “Fuck AfD”. WS FR KNLLTTN.

In den NachrichtenNerdkrams
Lautsprecher, aber Leishörer

Da es noch immer Men­schen für eine großar­tige Idee hal­ten, sich vom eige­nen Ersparten Dinge ins Schlafz­im­mer zu stellen, die men­schliche Geräusche durch das Inter­net an irgendwelche Serv­er zur Auswer­tung schick­en kön­nen, sei vielle­icht noch auf diese großar­tige Zusatz­funk­tion ver­wiesen:

Sprachges­teuerte dig­i­tale Assis­ten­ten lassen sich kapern, ohne dass der recht­mäßige Nutzer es hören kann.

Neu: Nicht­sprach­s­teuerung! Selb­stver­ständlich ist nicht davon auszuge­hen, dass diese Funk­tion einen Nutzen für irgendwem außer dem recht­mäßi­gen Besitzer des Geräts haben kön­nte, denn son­st wäre es ja ein ger­adezu reko­rd­verdächtig däm­lich­es Tun, sich einen solchen Assis­ten­ten ins Haus zu holen, nicht wahr?

Bonus­pointe:

Diese Verz­er­run­gen kön­nen Hack­er aus­nutzen, um Befehle auszulösen, die für Men­schen (…) wie sinnlos­es Geplap­per klin­gen (…).

Jet­zt ver­ste­he ich den Wahlkampf der Grü­nen!