Netzfundstücke
Hen­g­ameh Yag­hoo­bi­fa­rah abschaf­fen!

Unter dem Namen „NO HATE SPEECH“ betreibt eine inter­na­tio­na­le „Bewe­gung“ in Deutsch­land eine gera­de­zu schmerz­haft bun­te (gibt es eigent­lich „visu­el­le Hass­re­de“?) Web­site, auf der „für gegen“ (ebd.) unfreund­li­che sozia­le Inter­ak­ti­on im Netz kam­pa­gniert wird. Es gibt zudem einen zuge­hö­ri­gen Twit­ter­ac­count, der unter ande­rem mit sol­chen Weis­hei­ten Bytes ver­schwen­det und so (mit­tels der Neben­wir­kun­gen des EDV-„Zeitalters“) Bäu­me tötet:

Wir den­ken, dass #Hate­Speech sich vor allem gegen bereits gesell­schaft­lich Benach­tei­lig­te rich­tet.

„Wir“, das tap­fer anony­me Häuf­lein, zu des­sen „Unter­stüt­zern“ laut Web­site auch die SPD-Noch-Mini­ste­rin Kata­ri­na Bar­ley gehört, brach­ten damit zum Aus­druck, dass eine „Hass­re­de“ nur gegen die­je­ni­gen eine „Hass­re­de“ sein kann, die vom System schlech­ter behan­delt wer­den als ande­re Men­schen. Der zitier­te Tweet war eine Ant­wort auf die Anfra­ge eines ande­ren Twit­ter-Teil­neh­mers, ob eine Kolum­ne auf „taz.de“, der Hass­web­site, auf der 2011 auch Deniz Yücel (zur­zeit in etwas Bes­se­rem als Deutsch­land wohn­haft) die bemer­kens­wer­te Ver­mu­tung, etwas Bes­se­res als Deutsch­land fin­de sich alle­mal, auf­ge­stellt hat, nicht womög­lich die not­wen­di­gen Kri­te­ri­en für „Hass­re­de“ erfül­le.

Die inkri­mi­nier­te Kolum­ne unter dem bescheu­er­ten Namen „Habi­bi­tus“ – frü­her hat­te ein „habi­bi“ ja noch etwas mit Freun­den und nicht viel mit Men­schen­hass zu tun – stammt von der in Kiel gebo­re­nen und natür­lich in Ber­lin leben­den, somit ziem­lich deut­schen und laut gän­gi­ger Defi­ni­ti­on gesell­schaft­lich bevor­teil­ten frei­en Autorin Hen­g­ameh Yag­hoo­bi­fa­rah, die ihren gera­de­zu ein­la­dend selbst­ver­leug­nend als „Deut­sche, schafft Euch ab!“ über­schrie­be­nen Text mit einem Absatz ein­lei­tet, der zum Glück weit davon ent­fernt ist, irgend­ei­ne „Hass­re­de“ dar­zu­stel­len, und in dem sie einen kon­kur­rie­ren­den Tex­te­schrei­ber erst mal so rich­tig durch­be­lei­digt:

Dass Sar­ra­zin ein rech­ter Lauch ist, der ger­ne viel Schei­ße labert, wenn der Tag lang genug ist, wis­sen wir bereits.

Mit Gemü­se scheint es Frau Yag­hoo­bi­fa­rah all­ge­mein sehr libe­ral zu hal­ten, denn in ihrer kottrie­fen­den Schmäh­schrift nennt sie ihre Lands­leu­te fast durch­ge­hend inkon­se­quent „Kar­tof­feln“, ein Gemü­se, das ursprüng­lich aus der Gegend um Peru stammt. Wer damit rech­net, dass sich das Niveau noch ein­mal ver­bes­sern wür­de, der unter­schätzt den ras­si­schen Hass, den das urdeut­sche Fall­obst mit dem däm­li­chen Namen („Hen­g­ameh“) in sich trägt:

Der deut­sche Hass auf Muslim_innen und die Para­noia vor einer (…) Isla­mi­sie­rung der deut­schen (wort­wört­lich) Drecks­kul­tur hält Kar­tof­feln davon ab, ein schö­ne­res Leben zu füh­ren.

Nun kann man es sich natür­lich leicht machen und „den Deut­schen“ vor­wer­fen, „die Mos­lems“ mit­samt ihrer „(wort­wört­lich) Drecks­kul­tur“ (ebd.) alle­samt und ohne jede Nuan­cie­rung „zu has­sen“, um sich hin­ter­her dar­über zu ärgern, dass man für die­ses niveau­lo­se Gerot­ze kei­nen Zuspruch sei­tens der Berotz­ten („ran­dom Almans“) bekommt, aber schlau ist man dann natür­lich nicht unbe­dingt. Ich zum Bei­spiel war bis zum Lesen die­ses faschi­sto­iden Mülls nicht ein­mal auf die Idee gekom­men, dass ich die Autorin viel­leicht „has­sen“ könn­te, jetzt hin­ge­gen habe ich das drin­gen­de Bedürf­nis, irgend­wann ein­mal ihr Grab, wo immer es der­einst lie­gen wird, zu besu­chen und ihm mit gera­de­zu ent­wei­hen­dem Gesichts­aus­druck bei­de Mit­tel­fin­ger zuzu­wen­den, wofür ihre Reli­gi­on, sofern sie mit „Muslim_innen“ auch sich selbst meint, nicht ein­mal irgend­et­was kann. Schei­ße sein kann man auch und gera­de kon­fes­si­ons­über­grei­fend.

Wor­auf die geschmack­lo­se Kolum­ni­stin eigent­lich hin­aus will, lässt sie zwi­schen diver­sen Kom­ma­feh­lern und Eigen­to­ren („[w]eder aus den Feh­lern ande­rer, noch aus ihren eige­nen kön­nen und wol­len sie ler­nen“, sic!) zumin­dest schwach durch­schei­nen: Die Deut­schen wol­len nicht, dass jede Reli­gi­on ihre eige­nen Fei­er­ta­ge bekommt, sonst wäre der Kalen­der ziem­lich grau.

Lie­ber einen Tag mehr arbei­ten als ein mus­li­mi­scher Fei­er­tag im Kalen­der.

Ich als jemand, der auch noch nie außer­halb eines Urlaubs anders­wo als in Deutsch­land gewohnt hat, ver­ste­he das Pro­blem nicht: Ich möch­te gar kei­ne reli­giö­sen Fei­er­ta­ge in mei­nem Kalen­der haben, Reli­gi­on zeich­net sich näm­lich in jedem mir bekann­ten Fall durch einen Schwund an Ratio aus und neigt histo­risch eher nicht zu unter­stüt­zens­wer­ten Errun­gen­schaf­ten. Wahr­schein­lich ist die­ser Fall in der Kar­tof­fellogik im Quatsch­kopf von Frau Yag­hoo­bi­fa­rah aber schlicht nicht vor­ge­se­hen: Wer aus Deutsch­land kommt, der muss Weih­nach­ten und den ande­ren pseu­do­re­li­giö­sen Kalen­der­stuss für wich­tig hal­ten, weil Chri­sten­tum und so wei­ter und so fort. Im Umkehr­schluss bedeu­te­te das frei­lich, dass sie selbst als aus Deutsch­land Kom­men­de das Chri­sten­tum als die ein­zig rich­ti­ge Reli­gi­on aner­ken­nen soll­te, was aller­dings kei­nes­wegs erfolgt zu sein scheint. Merk­wür­dig!

Der erbärm­li­che Schwach­sinn streift dabei immer­hin noch die rhe­to­ri­sche Fra­ge, was denn eigent­lich „deutsch“ sei:

In ihren lieb­sten grie­chi­schen Restau­rants oder Döner-Buden modi­fi­zie­ren die Köch_innen ihre ori­gi­na­len Gewürz­pa­let­ten auf die deut­schen Geschmäcker hin, damit es den Kar­tof­feln schmeckt. Aber wehe, jemand wagt es, deut­sche Gewohn­hei­ten und Tra­di­tio­nen in Fra­ge zu stel­len.

Auf die Idee, dass „die Deut­schen“, wenn sie „grie­chisch“ oder „tür­kisch“ essen möch­ten, womög­lich zu einem bedeu­ten­den Teil gar kein Inter­es­se dar­an haben, dort ohne geson­der­te Kenn­zeich­nung etwas vor­ge­setzt zu bekom­men, was „auf die deut­schen Geschmäcker hin“ ange­passt wur­de, was auch immer ein „deut­scher Geschmack“ jetzt genau sein soll, kommt sie natür­lich nicht, denn ras­si­sti­sche Vor­ur­tei­le sind ohne Ver­stand viel leich­ter zu hal­ten.

Aus fal­schen Annah­men kann man sicher­lich auch irgend­wel­che Schlüs­se zie­hen, die Autorin jeden­falls die­sen:

Sar­ra­zin hat auf 464 Sei­ten Ver­ant­wort­li­che für die Abschaf­fung Deutsch­lands gesucht, aber die größ­te Pro­blem­kin­der­grup­pe ver­ges­sen: die Deut­schen selbst. Sie schaf­fen sich sel­ber ab. Ich hof­fe, sie beei­len sich.

Wo bleibt das ver­damm­te Ver­lags­ster­ben?

In den Nachrichten
Das Kapi­tal des Über­wa­chungs­staats ist die kur­ze Auf­merk­sam­keits­span­ne sei­ner Bewoh­ner.

„hei­se online“ berich­tet:

Über­wa­chungs­ka­me­ras, die Gesich­ter erken­nen – das sorg­te bei Daten­schüt­zern für Sor­gen­fal­ten. Nun sind knapp drei Mona­te ver­stri­chen. Von Wider­stand ist nicht mehr viel zu bemer­ken.

Denn wich­tig ist nur, was Schlag­zei­le ist. Nach drei Mona­ten ist eine anhal­ten­de Ver­dich­tung der Pas­san­ten­pro­fi­lie­rung kei­ne Neu­ig­keit mehr, jeder hat sich auf­ge­regt, nun ist Ach­sel­zucken dran. Pah, Über­wa­chung – wen inter­es­siert das noch? Ist doch eh zu spät. Nichts zu ver­ber­gen, nichts zu befürch­ten.

Die Maschi­ne läuft noch.

Netzfundstücke
„Scha­de.“

Es bedau­ert Chan-jo Jun, „Rechts­an­walt“, auf Twit­ter bei zumin­dest man­chem Zuspruch:

Der CCC ist gemein­sam mit der AfD gegen das #Netzdg. Scha­de.

Denn ein auf­rech­ter anti­fa­schi­sti­scher Demo­krat weiß: nur, was der AfD zuwi­der ist, kann gut sein. Die­sem rüpel­haf­ten Com­pu­ter­club muss Ein­halt gebo­ten wer­den. Anfän­ge. Weh­ren. Wis­sen­schon.

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusik
White Moth Black But­ter­fly – Tem­pest

Ich bin zu Eul für den Quatsch.Es ist Mon­tag und genau so fühlt man sich auch. Zu alt für den Quatsch ist man jedes Jahr ein biss­chen frü­her (bzw. spä­ter) und kann es, dem Hedo­nis­mus geschul­det, dann doch nicht las­sen. Leben ist, wo Men­schen und Pan­da­bä­ren sind, viel­leicht ist Leben auch des­halb so uner­freu­lich. Das alles war schon mal ein­fa­cher.

Ein­fa­cher hat­te es auch der Femi­nis­mus schon ein­mal (All­er­gi­ker­war­nung: kon­ser­va­ti­ve Quel­le): „Wir sind eine emp­find­li­che Gesell­schaft gewor­den, in der jeder sei­ne per­sön­li­chen Befind­lich­kei­ten als Anlass für die Not­wen­dig­keit gro­ßer gesell­schaft­li­cher Debat­ten nimmt.“ Ich zum Bei­spiel habe gera­de Hun­ger und die Regie­rung tut nichts dage­gen. Sie ist frei­lich auch aus­rei­chend beschäf­tigt, sie muss das Dark­net miss­ver­ste­hen: Ist es das neue Inter­net oder hat der Autor nur ein­fach das Inter­net kon­zep­tio­nell nicht ver­stan­den? Fra­gen über Fra­gen.

Das Inter­net ist ohne­hin ein gefähr­li­cher Ort. Über eine über­schätz­te Lücke im WPA2-Stan­dard wur­de so viel geschrie­ben, aber so wenig ver­stan­den; als wäre WLAN jemals die groß­ar­tig­ste Ver­bin­dungs­art bei der Fern­kon­to­füh­rung gewe­sen! „Irgend­was an mei­nem Inter­net ist kaputt“ ist ande­rer­seits genau die­je­ni­ge Schlag­zei­le, mit der fach­frem­de „Jour­na­li­sten“ dank fach­frem­den Publi­kums ihr Gehalt ver­bes­sern kön­nen. „Rus­si­sche Hacker“, im Zwei­fels­fall. Dass eine Sicher­heits­lücke heut­zu­ta­ge immer Logo und Web­site haben muss, um ernst genom­men zu wer­den, kommt die­sem Spiel natür­lich gele­gen. Viel­leicht wäre es im All­ge­mei­nen gut, wür­den sol­che Sicher­heits­the­men künf­tig wie­der nur noch in lang­wei­li­gen tech­ni­schen Tex­ten behan­delt, denn dann wür­den die­je­ni­gen, denen für so was ohne­hin Inter­es­se und Ahnung abkömm­lich sind und die belo­go­te Web­sei­ten wie jene nur aus Sen­sa­ti­ons­lust über­haupt besu­chen, uns in Ruhe arbei­ten las­sen.

Apro­pos Arbeit: Arbeit bei Face­book gefun­den? Kün­di­gen! Die freie Zeit kann man ja dann anders fül­len – zum Bei­spiel mit Musik.

White Moth Black But­ter­fly – Tem­pest (from Ato­ne)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Bit­kom: 11 Pro­zent der Jugend­li­chen com­pu­tern irgend­wie.

(Vor­be­mer­kung: Ich emp­feh­le vor­ab die Lek­tü­re mei­ner Auf­fas­sung von Infor­ma­tik­un­ter­richt.)

Der viel zu gesprä­chi­ge Ver­ein Bit­kom, laut eige­nen Anga­ben „der Digi­tal­ver­band Deutsch­lands“, ist in der Ver­gan­gen­heit nicht gera­de dadurch auf­ge­fal­len, klu­ge Über­le­gun­gen blo­ßem Wer­berduk­tus vor­zu­zie­hen (cf. Kuh­stall 4.0). Das lei­stet der Freu­de bei Kennt­nis­nah­me einer neu­en Pres­se­mit­tei­lung des Ver­ban­des eini­gen Vor­schub, denn man weiß schon vor dem Lesen: Ah, end­lich wie­der Gra­tis­blöd­sinn.

Das war auch heu­te wie­der rich­tig. Heu­te näm­lich erschien unter der gera­de­zu apo­ka­lyp­ti­schen Über­schrift „Nur jeder zehn­te Jugend­li­che kann pro­gram­mie­ren“ eine Pres­se­mit­tei­lung („Pres­se­infor­ma­ti­on“), mit der Pres­se­spre­cher Basti­an Pau­ly offen­sicht­lich ver­sucht hat, die Wet­te zu gewin­nen, wer wohl unwi­der­spro­chen den größt­mög­li­chen Quatsch auf der Ver­bands­sei­te ver­öf­fent­li­chen darf. Der Datei­na­me der Pres­se­mit­tei­lung – httpswwwhubberlinen.html, offen­sicht­lich ein Bezug zu die­ser zwie­lich­ti­gen Web­site – ist dabei noch ver­gleichs­wei­se harm­los, denn nach der Über­schrift wird es nicht mehr bes­ser.

Der größ­te Teil des Texts ist eine Wer­bung für die „Ver­dien­ste“ und Ver­an­stal­tun­gen des Bit­kom e.V. selbst, in deren Rah­men der Ver­ein Schü­lern „das Coden“ bei­brin­gen will; span­nend ist jedoch die­ser Absatz:

Pro­gram­mier­kennt­nis­se wer­den in der digi­ta­len Welt immer wich­ti­ger, aber nur weni­ge kön­nen schon im Jugend­al­ter selbst coden: Gera­de ein­mal jeder zehn­te Jugend­li­che (11 Pro­zent) kann eige­ne Pro­gram­me schrei­ben oder Web­sei­ten erstel­len, wie eine reprä­sen­ta­ti­ve Befra­gung des Digi­tal­ver­bands Bit­kom unter 10- bis 18-Jäh­ri­gen ergab. „Smart­phones und Tablets gehö­ren für vie­le Kin­der und Jugend­li­che wie selbst­ver­ständ­lich zum All­tag. Aber nur die wenig­sten wis­sen, wie die Gerä­te eigent­lich funk­tio­nie­ren“, sagt Bit­kom-Geschäfts­lei­ter Chri­sti­an Kulick.

Klar: Ist die Prä­mis­se (näm­lich: dass Pro­gram­mie­ren – im Bit­kom­vo­ka­bu­lar: „Coden“ – eine immer wich­ti­ge­re Fähig­keit sei, als gäbe es immer noch nicht viel zu vie­le Pro­gram­mie­rer im Land und als sei die Auf­ga­be von Com­pu­tern ein­zig die­je­ni­ge, pro­gram­miert zu wer­den) erst ein­mal falsch, ist ihre Fol­ge­rung eigent­lich auch völ­lig egal, inso­fern wäre ich bei­na­he wil­lens, das so ste­hen zu las­sen, aber eben auch nur bei­na­he.

Dass „gera­de ein­mal jeder zehn­te Jugend­li­che“ und „11 Pro­zent der Jugend­li­chen“ eine unter­schied­li­che Bedeu­tung haben, weil 11 Pro­zent eben nicht „gera­de ein­mal“, son­dern „deut­lich mehr als“ einer von zehn sind, sei ver­zie­hen. Mathe­ma­tik lässt man als „Digi­tal­ver­band“ ver­mut­lich lie­ber den Com­pu­ter machen und der run­det manch­mal nicht so offen­sicht­lich. Schwe­rer wiegt die aus­blei­ben­de Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Pro­gram­mie­ren, Code­schrei­ben („Coden“), Web­sei­ten­er­stel­len und Smart­phones­ver­ste­hen, denn nichts davon bedingt ein­an­der. Pro­gram­mie­ren kann man einen Video­re­kor­der eben­so wie einen gewöhn­li­chen Com­pu­ter, ohne eine ein­zi­ge Zei­le Code zu schrei­ben; Code kann man bequem irgend­wo raus­ko­pie­ren oder abschrei­ben, ohne selbst etwas zu pro­gram­mie­ren; eine Web­site kommt (gesetzt den Fall, dass man HTML wie auch zum Bei­spiel RTF, PDF oder Office XML, das For­mat von neue­ren Word-Doku­men­ten, nicht als Pro­gram­mier­spra­che, son­dern als Beschrei­bungs­spra­che ver­steht, wes­sen ich mir bei Deutsch­lands nicht par­tei­li­chen Digi­tal­ex­per­ten frei­lich nicht sicher sein kann) selbst­re­dend ohne Pro­gram­mie­ren aus; was schließ­lich das Ver­ständ­nis der Funk­ti­ons­wei­se von Smart­phones und Tablets mit Pro­gram­mie­ren zu tun hat, kann mir ver­mut­lich nicht ein­mal Bit­kom-Geschäfts­lei­ter Chri­sti­an Kulick sinn­voll beant­wor­ten.

Klar: Sind alles Com­pu­ter, alles ein Brei. Nach dem Fei­er­abend erst mal Strom in den Com­pu­ter coden, die Anmel­de­da­ten ein­pro­gram­mie­ren und online ein paar vir­tu­el­le Mon­ster ins Nichts hacken. Wird schon irgend­wie pas­sen. Du machst doch was mit Com­pu­tern, kannst du nicht…? Ist ja alles Com­pu­ter heu­te.

Hat eigent­lich schon mal jemand eine sol­che reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge unter der Bit­kom-Beleg­schaft durch­ge­führt?

PolitikIn den Nachrichten
Tor­ten­po­li­ti­ker (3): Sahra Wagen­knechts Ver­dienst

Sahra Wagen­knecht, schrieb Max Goldt vor eini­gen Jah­ren, sei „der ein­zi­ge regel­mä­ßi­ge Teil­neh­mer poli­ti­scher Dis­kus­sio­nen, auf den sich das über­reich­lich gebrauch­te Wort ‚Fas­zi­na­ti­on‘ aus­nahms­wei­se kor­rekt anwen­den lie­ße“. Seit­dem hat sich dar­an nur wenig geän­dert, nur die Unstrit­tig­keit ihrer Per­son hat im „Klein­klein“ (Mar­tin Schulz in der heu­ti­gen „ZEIT“, aller­dings über die SPD) der Par­tei­strö­mun­gen gelit­ten.

Mitt­ler­wei­le näm­lich ist die „Talk­show-Iko­ne“ („SPIEGEL ONLINE“) als eine der weni­gen öffent­lich agie­ren­den Lin­ken-Poli­ti­ke­rin­nen, denen Ver­nunft noch mehr bedeu­tet als kopf­lo­ser Klas­sen­kampf, zum Sinn­bild des die­sen erset­zen­den „Gra­ben­kampfs“ (Quel­le: Inter­net) zwi­schen Par­tei und Frak­ti­on gewor­den, was zumin­dest lustig aus­sieht; aber trotz aller Bemü­hun­gen sei­tens irgend­wel­cher Kapu­zen­schlümp­fe, sie aus dem Amt zu backen, blei­ben ihre Geg­ner in der Unter­zahl, wor­aus am gest­ri­gen Abend schließ­lich eine Wie­der­wahl Frau Wagen­knechts als Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de erwuchs.

Empört über die feh­len­de „Soli­da­ri­tät“ (Adolf Hit­ler, Juni 1920, ganz ande­rer Zusam­men­hang) der blö­den Mehr­heit ent­schlos­sen sich anti­deut­sche Kräf­te aus Par­tei und Umfeld, ihr – der Par­tei – end­lich mal von Nut­zen zu sein und sich künf­tig von ihr fern­zu­hal­ten, denn die­ser Kurs, dem zufol­ge stu­res Links­sein nicht vor Ratio gehen darf, ist mit eman­zi­pa­to­ri­schen Bestre­bun­gen nur schwer in Ein­klang zu brin­gen. Vor­wärts nim­mer! Die gedank­li­che Eva­lua­ti­on des angeb­li­chen Gast­rechts, das selbst auf der desi­gnier­ten lin­ken Para­dies­in­sel Kuba eini­ger­ma­ßen scharf gere­gelt ist, ist deutsch und damit min­de­stens 0,8 Gau­land wert. Wie viel das in Lind­ner ist, weiß ich nicht.

Es ist sicher­lich nur Zufall, dass die­je­ni­gen, die jetzt wütend ihre anti­so­zia­len Medi­en voll­schrei­ben, weil sie nicht krie­gen, was sie wol­len, und dabei auch einen Scha­den bei den­je­ni­gen Par­tei­glie­de­run­gen und par­tei­na­hen Orga­ni­sa­tio­nen, die ihre Sache zu ver­tre­ten ver­such­ten, in Kauf neh­men (denn wenn ein „Lin­ker“ erst ein­mal etwas kaputt­macht, dann eben gera­de auch das eige­ne Zuhau­se; Besitz ist Dieb­stahl, wis­sen­schon), dem geneig­ten Pop­corn­kon­su­men­ten vor dem Bild­schirm noch aus einer ande­ren Zeit bekannt sind, als sie noch bei der Pira­ten­par­tei völ­lig fehl am Platz waren und beim mitt­ler­wei­le legen­dä­ren Bun­des­par­tei­tag letz­te­rer Par­tei in Hal­le, als deren „lin­ker“ Vor­sit­zen­der, in des­sen nähe­rem Umfeld sei­ner­zeit auch die Julia Schramm frem­de Luft weg­at­me­te, mit­samt sei­nen Unter­stüt­zern, deren Ver­such, das weni­ger radi­ka­le Füh­rungs­per­so­nal zugun­sten einer unter der „Antifa“-Flagge segeln­den Par­tei durch eige­ne Funk­tio­nä­re zu erset­zen, erfreu­lich nach­hal­tig fehl­schlug, abge­wählt und bald ver­ges­sen wur­de, beim Ver­such schei­ter­ten, auf dem Flur vor dem Ver­samm­lungs­saal böse guckend eine Par­tei­spal­tung in „die Guten“ und „die Nazis“ zu erzie­len.

Sahra Wagen­knecht jeden­falls ist zu ver­dan­ken, dass die kar­rie­ri­sti­sche „Eman­zi­pa­to­ri­sche Lin­ke“ aber­mals kra­chend geschei­tert ist; womit ihre Prot­ago­ni­sten frei­lich schon man­che Erfah­run­gen gesam­melt haben. Das Schei­tern selbst ist Antrieb und Motiv der lin­ken Sek­tie­rer, wie sich in ihren poli­ti­schen Lebens­läu­fen eben­so erken­nen lässt wie in der Tat­sa­che, dass ihr stän­di­ges Dage­gen mit kei­nem mess­ba­ren Dafür gewürzt wird. Kalt und dun­kel ist das Feu­er in ihnen und ver­wan­delt ihren Holz­weg in Glatt­eis. Ver­damm­te Mehr­heit immer, die sich von Beliebt­heit statt von Paro­len und gewor­fe­nem Back­werk ködern lässt.

Man könn­te fast mei­nen, repres­si­vem Gebrüll sei poli­tisch kein Erfolg beschie­den.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ver­linkt: McCain gegen muni­ti­ons­un­wür­di­ge Völ­ker

Soll ja kei­ner sagen, die US-ame­ri­ka­ni­schen Poli­ti­ker sei­en auf­grund der aus­ufern­den Waf­fen­ge­walt nicht besorgt:

US-Sena­tor John McCain, der auch dem Com­mit­tee on Armed Ser­vices vor­steht, hat eine Erklä­rung her­aus­ge­ge­ben, in der er sich dar­über besorgt zeigt, dass ira­ki­sche Streit­kräf­te US-ame­ri­ka­ni­sche Waf­fen benut­zen, um einen „wert­vol­len“ Part­ner der USA anzu­grei­fen.

Meu­cheln ist ja nicht so schlimm, aber doch nur bit­te nur in den wert­lo­sen Län­dern!

(über­setzt von mir, gefun­den via @schreibrephorm)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
The Dream Syn­di­ca­te – 80 West

Oktober (Symboleule)Es ist Mon­tag. Das Aus­blei­ben von Pelz­tie­ren ver­blüfft offen­sicht­lich selbst die Natur, ver­se­hent­lich bekä­me man wet­ter­be­dingt bei­na­he Lust auf Strand und Geträn­ke mit so einem alber­nen Schirm­chen dar­in, besinnt sich aber schnell dar­auf, dass man Strän­de nur in homöo­pa­thi­scher Dosie­rung mag, denn oft sind dort rüpel­haf­te Tou­ri­sten zuge­gen. Kauz müss­te man sein.

Statt­des­sen wur­de schon wie­der gewählt, und zwar gleich mehr­fach. Ganz schön lang­wei­lig auf Dau­er, aber zum Glück ist jetzt erst ein­mal Ruhe. Chri­sti­an Lind­ner, der ein­zi­ge zeit­ge­nös­si­sche deut­sche Poli­ti­ker ohne Voll­mei­se, begrüß­te unge­wohnt unbe­hol­fen das öster­rei­chi­sche Wahl­er­geb­nis, bei dem sich aber­mals her­aus­stell­te, dass jun­ge Men­schen nicht unbe­dingt mehr pro­gres­si­ve Poli­tik ins Land tra­gen; als wäre das per se wün­schens­wert. Auch die Land­tags­wahl in Nie­der­sach­sen, bei der die­je­ni­ge Par­tei zweit­stärk­ste Kraft wur­de, die vor­schlug, man sol­le WLAN-Access-Points auf Feu­er testen, blieb ohne Befund, wie renom­mier­te Exper­ten sich rei­men­der Namen aus­führ­lich erklär­ten. Die Pira­ten­par­tei – null­kom­ma­zwei Pro­zent – kommt der­weil viel­leicht all­mäh­lich zu der Ein­sicht, dass Netz­po­li­tik viel­leicht doch irgend­wie mehr Men­schen begei­stern kann als Geld­ver­schen­ken fürs Nichts­tun. Von ande­ren Poli­ti­kern wünsch­te man sich indes­sen mehr Nichts­tun: Offen­sicht­lich hat Deutsch­land Isra­el zwecks Kriegs nicht nur U‑Boote, son­dern auch noch Geld ver­kauft. Jaja, die­se Lage da in der Gegend, die ist wirk­lich beun­ru­hi­gend. Cham­pa­gner?

Her­aus­ge­stellt hat sich auch, dass es offen­sicht­lich eine laut­star­ke Teil­men­ge in der Pöb­ler­sze­ne gibt, die es für eine gran­dio­se Idee hält, als Aus­tra­gungs­ort für Schein­ge­fech­te zwi­schen lin­ker und rech­ter Idio­tie aus­ge­rech­net die Frank­fur­ter Buch­mes­se zu wäh­len, als wäre es nicht offen­sicht­lich genug, dass sie beid­sei­tig kein Buch der letz­ten fünf­zig Jah­re mehr gele­sen haben. Der intel­lek­tu­el­le Mar­xis­mus ist eine eben­sol­che Far­ce (cf. Julia Schramm) wie sein lite­ra­ri­scher Kon­tra­hent, als Leit­mo­tiv in toto jeden­falls denk­bar unge­eig­net.

Denk­bar geeig­net hin­ge­gen zu jeder Gele­gen­heit: Musik.

The Dream Syn­di­ca­te – „80 West“ (Full Album Stream)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Was­ser im Kopf

Müss­te ich drei Din­ge auf­zäh­len, die typisch weib­lich sind, ich zähl­te ein gera­de­zu mani­sches Fai­ble für eine eso­te­ri­sche Ernäh­rung dazu. Neben der alt­be­kann­ten Homöo­pa­thie, also see­li­scher Rei­ni­gung bei Krank­hei­ten wie Krebs oder abfal­len­den Glied­ma­ßen durch Beschwö­rungs­tän­ze und Zucker­zu­sät­ze, zählt dazu, wie der geneig­te Leser von Frau­en­zeit­schrif­ten längst weiß, auch Ayur­ve­da, die „indi­sche Heil­kunst“ (Quel­le: Inter­net), die die drei Typen Vata, Pit­ta und Kapha kennt, für die es ins­ge­samt drei ver­schie­de­ne Arten vor­sieht, Was­ser zu kochen; je nach Typ wer­den aus zwei Litern Was­ser zwi­schen 1 und 1,75 Liter, indem man es län­ger oder weni­ger lan­ge kocht.

Der Sinn dahin­ter sei es, die „Zir­ku­la­ti­ons­ka­nä­le“ in ihrer „Aus­schei­dung anzu­re­gen“; klar: wer mehr Was­ser trinkt, mit Limet­ten­saft oder nicht, muss häu­fi­ger aufs Klo, und wer der­weil weni­ger isst, der nimmt dabei auch noch ab und fühlt sich woh­ler, weil ihm irgend­wer gesagt hat, dass Dick­sein nicht so gut ist. Mir ist wirk­lich unklar, wie­so Män­ner viel häu­fi­ger als Frau­en irgend­wel­che Vor­stands­po­sten bekom­men.

Eine etwas, haha, ein­ge­koch­te Beschrei­bung die­ser Was­ser­be­hand­lung fand die­ser Tage der Twit­ter­nut­zer @waldenmonk, des­sen Fund­stück sogleich zu einem Erfolg wur­de und sogar in aus­län­di­schen Medi­en zitiert wur­de. Nicht jedem aber war es ver­gönnt, die Ent­deckung zu wür­di­gen, denn man­chen ist der Bote noch immer wich­ti­ger als die Bot­schaft:

Der Typ, des­sen homöo­pa­thie­kri­ti­schen-Tweet über gekoch­tes Was­ser ihr gra­de alle flei­ßig teilt, ist AfD­ler und Anti­fe­mi­nist.

(Recht­schrei­bung wie im Ori­gi­nal.)

32 Herz­chen (frü­her, als Twit­ter noch nicht bescheu­ert war, „Favo­ri­ten­ster­ne“) hat die­ser Tweet zur Stun­de bekom­men, es sind also, sofern es sich nicht um Mehr­fach­kon­ten han­delt, min­de­stens 32 Per­so­nen, dar­un­ter meh­re­re, die sich selbst als der „Anar­chie“, dem „Que­er­sein“ und/oder dem Vega­nis­mus nahe ste­hend beschrei­ben, aus­rei­chend dank­bar für die­se Infor­ma­ti­on, denn ohne sie hät­ten sie ver­se­hent­lich bei­na­he noch über den Ursprungs­t­weet gelacht. Als soll­te nur gele­sen wer­den, was in der eige­nen „Fil­ter­bla­se“ vor sich geht! – Gleich­zei­tig wer­fen Men­schen aus ähn­li­chen oder gar iden­ti­schen Dunst­krei­sen US-ame­ri­ka­ni­schen Poli­ti­kern vor, selbst in einer „Fil­ter­bla­se“ zu leben, denn über­ra­schen­der­wei­se sind sie fähig, die­se dort als eher schäd­lich zu erken­nen, wo es sie nicht selbst betrifft. Mit Nazis lacht man nicht und wer ein „Nazi“ ist, bestim­men hier immer noch wir.

Und so ähn­lich ist das bei Ayur­ve­da auch.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: L’Ef­fon­dras – Les Fla­ve­s­cen­ces

Les FlavescencesEine die­ser Bands, die sich live zu sehen übri­gens wahr­schein­lich auch lohnt, ist L’Ef­fon­dras aus dem Osten Frank­reichs, die sich selbst lie­ber als Sym­bol ⊙ zu schrei­ben scheint (womit ich frei­lich recht falsch lie­gen könn­te, denn mein Fran­zö­sisch ist schei­ße), mit einem hier nicht wei­ter erwäh­nens­wer­ten ande­ren Künst­ler, der das ähn­lich mach­te, aber wun­der­bar wenig zu tun hat.

Das Trio spielt auch auf dem im März 2017 erschie­ne­nen Album „Les Fla­ve­s­cen­ces“ (Stream auf Bandcamp.com) einen ziem­lich beein­drucken­den, weil nicht wie die aber­hun­dert­ste Kopie bekann­ter Gen­re­grö­ßen klin­gen­den instru­men­ta­len Post­rock, gesun­gen wird also nicht, wofür ich fran­zö­si­schen Musi­kern grund­sätz­lich sehr dank­bar bin, statt­des­sen wer­den walls of sound auf­ge­schich­tet, die aber nicht nur blö­de in der Gegend rum­ste­hen, son­dern hin­ter denen das Nacht­le­ben tobt, mal etwas zurück­hal­ten­der …

L’Ef­fon­dras – X – Les Ray­ons De Cend­re

…, mal geräusch­voll:

L’Ef­fon­dras – XI – Lux Furio­sa

Dabei sind drei von vier Stücken eigent­lich egal, denn das abschlie­ßen­de „Le Ser­pen­tai­re“ nimmt mit über 34 Minu­ten Dau­er, von denen die letz­ten zehn qua­si als Kon­trast îm Wesent­li­chen aus Natur­ge­räu­schen bestehen, eine Men­ge Raum nicht weg, son­dern ein. Ande­ren Bands wür­de das für andert­halb Alben rei­chen, L’Ef­fon­dras ver­schwen­den aber nichts, schon gar nicht die Zeit des geneig­ten Hörers.

„Les Fla­ve­s­cen­ces“ ist bei Wei­tem auch musi­ka­lisch nicht das Schlech­te­ste, was in die­sem Jahr aus Frank­reich kam. Emp­feh­lung hier­mit erteilt.

In den NachrichtenComputer
Kurz ange­merkt zum Iwan des Tages: Ertappt!

Es wur­de viel ertappt in den letz­ten Wochen, und die Zeit, in der noch unklar ist, wer der Aller­er­tapp­te­ste von allen ist (aus Tra­di­ti­on: der Rus­se) und wer ihm hel­den­mu­tig das Hand­werk gelegt hat (hier: nicht so leicht, denn USA und Isra­el sind mora­lisch gera­de kei­ne beson­ders über­ra­gen­den Vor­bil­der, wie sich über­ra­schend her­aus­ge­stellt hat), wür­de ich ein­fach mal unver­bind­lich emp­feh­len wol­len, einen grö­ße­ren Vor­rat an Lizen­zen von Soft­ware von Kas­pers­ky zu kau­fen, und zwar nicht zwecks Instal­la­ti­on, denn „Anti­vi­ren­soft­ware“ ist den Ärger, den sie macht, unter kei­ner halb­wegs ratio­nal ver­tret­ba­ren Prä­mis­se wert, son­dern ein­fach, um den Ame­ri­ka­nern einen papier­nen Schrecken ein­zu­ja­gen, denn wohl nur weni­ges hiel­te ihren Hoch­mut der­zeit so sehr zurück wie ein Erstar­ken der rus­si­schen Binnen‑, lies: EDV-Wirt­schaft; weil: dem Iwan, dem elen­den, ist der Patri­ot Act mit­samt sei­ner Legi­ti­mie­rung staat­li­cher Ein­brü­che in intim­ste vir­tu­el­le Lebens­be­rei­che aus ver­dammt guten Grün­den der­ma­ßen egal, dass es eigent­lich merk­wür­dig ist, dass über­haupt noch irgend­je­mand sich anstel­le die­ses zweit­klein­sten Übels – wobei das klein­ste nach wie vor „Fin­ger weg von dem Blöd­sinn“ heißt – „Sicher­heits­soft­ware“ aus ande­ren Län­dern andre­hen lässt.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Drei­mal kurz ver­linkt: Got­tes­krie­ger, Hol­ly­wood und Tod durch den Wet­ter­be­richt

Der Herr gibt es den Sei­nen im Schlaf (Psalm 127,2): US-ame­ri­ka­ni­sche Kir­che ver­lost Sturm­ge­weh­re.


Schlim­mer, frei­lich, wären Fil­me aus Hol­ly­wood und/oder Video­spie­le, denn die, ver­kün­de­te der ober­ste Waf­fen­pre­di­ger des­sel­ben Lan­des, sei­en schuld an Mas­sen­mor­den, nicht etwa Waf­fen und ihre laut­star­ken Befür­wor­ter.


Es ist ja nicht alles schlecht; was wenig­stens im Inland noch töd­li­cher ist als Hol­ly­wood­fil­me, ist der Wet­ter­be­richt.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusikComputer
King Giz­zard & The Lizard Wizard – Ratt­les­na­ke

Was fehltEs ist Mon­tag. Kaum herb­stet es zwei Wochen, ist die Schwer­mut schon am Sie­de­punkt. Bei wel­cher Tem­pe­ra­tur Schwer­mut genau sie­det, möch­te man da lie­ber auch nicht mehr her­aus­fin­den; gefühlt jeden­falls: Eis­kalt, gera­de auch drin­nen. Natür­lich kann es schlim­mer kom­men und das wird es dann eben auch. Ich weiß, was zu tun ist, ich hab ein Buch gele­sen („Spon­geB­ob Schwamm­kopf“). Jeder nur ein Argh.

Nach­rich­ten, Naaach­rich­ten, als wäre die Welt dann eine bes­se­re, aber Abtau­chen in etwas, was eben auch nicht bes­ser ist, befreit viel­leicht und even­tu­ell den Geist, also mal auf „hei­se online“ nach­ge­se­hen: Fire­fox kommt jetzt mit einer Über­ra­schung in jedem sieb­ten Ei bezie­hungs­wei­se hun­dert­sten Down­load, denn wenn eins noch drin­gend rein­muss­te in den „Brow­ser“, dann ja wohl Akti­vi­täts­aus­wer­tung durch deut­sche Ver­la­ge. Mozil­la kann gar nicht noch tie­fer fal­len? Ha – Her­aus­for­de­rung ange­nom­men! Selbst­bild als Mozil­la. Die mei­sten Men­schen möch­ten gar nicht ver­da­tet und aus­ge­wer­tet wer­den, fand eine Umfra­ge her­aus, aber wenn Umfra­gen eine Rol­le spiel­ten, leb­ten wir nicht in einem Rechts­staat, son­dern im Ein­horn­wun­der­land. Wen inter­es­siert schon das Geschwätz des Käu­fer­pö­bels?

Ande­re sind über die­sen Punkt längst hin­weg: Die hes­si­schen „Grü­nen“ sind jetzt auch Tro­ja­ner­par­tei. Ist die Par­tei erst eta­bliert, regiert’s sich gänz­lich unge­niert. Arsch­lö­cher, mit Ver­laub.

Hat all das einen Sinn? Ver­mut­lich nicht, Ent­trü­bung jeden­falls fand nicht statt. Was aber, der Tech­nik sei’s gedankt, noch immer über sonst­wie herb­sti­ge Tage half: Musik.

King Giz­zard & The Lizard Wizard – Ratt­les­na­ke (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.