Persönliches
Dingo Bär, Dingo Bär…

Kleiner Nachtrag:

Liebe Kinder!
Is‘ ja echt fein, dass ihr jeden Dezember eure musikalische Seite wiederentdeckt, aaaaber mal im Ernst: Wer kein Englisch kann, sollte es lassen. Auch wenn es lustig klingt, „Dingo Bär, Dingo Bär“ überall zu hören: es gibt doch so schöne deutsche Weihnachtslieder, zum Beispiel Stille Nacht!

Und um Götz Alsmann zu zitieren:

Dass die englische Sprache besser „singbar“ ist, ist eine sehr preiswerte Ausrede all derer, die sich nicht trauen, deutsch zu singen.

Für manche ist es zu nah an der Gefühlswelt, deutsch zu singen; die gehen dann lieber durch eine geborgte mit einem Drei-Wort-Wortschatz!

Meinjanur und tschüss.

In den NachrichtenPolitik
Domino Day und Killerspiele

Tach!
Puh, waren das wieder schwierige Tage für Deutschland; zuerst dieser unsägliche Domino-Day (einfach weiterlesen, liebe Leser) und dann ein Amokläufer, der in einer Schule um sich schießt. Ob das was miteinander zu tun hat? Wer weiß?
Was ein Glück, dass wir in Deutschland leben; hier ist, oh Wunder, nicht der Täter der Schuldige, sondern die so genannten „Killerspiele“, allen voran, wie so oft, natürlich „Counter-Strike“, zu dem der Umsichschießer nach Presseberichten eine gewisse Affinität besaß. Nun ja – wie heißt es doch so treffend? „99% aller Amokschützen haben vor ihrer Tat Brot gegessen. Verbietet Brot!“
 
Kleiner Denkanstoß am Rande: Warum hat eigentlich noch niemand darüber nachgedacht, WoW zu verbieten? Wie viele Menschen müssen noch durch WoW sterben, bevor man etwas unternimmt? Oder was ist, kleiner Spaß an dieser Stelle, zum Beispiel mit dem brandgefährlichen „Super Mario Land“, das ja auch nicht viel mehr ist als sinnloses Gegnermurksen?
Und aber jedenfalls: wenn man schon Schusswaffen nicht verbieten kann, dann wenigstens Ballerspiele, eh? Das nenn ich konsequent. Warum nicht gleich Feuerzeuge verbieten? Würde die Zahl der Raucher mit Sicherheit um einiges senken. Und man könnte noch so viel mehr verbieten; auch sehr effektiv wäre es vermutlich, Sido, Bushido und den Rest der Zappelaffen in einen großen Sack zu stecken und im See zu versenken. Wie deutlich muss ein Mensch noch zur Gewalt auffordern, bevor man etwas unternimmt?
„Denk ich an Deutschland in der Nacht…“


Dann war da noch eine neue Diskussion über die längst beschlossenen GEZ-Gebühren für Internet-fähige PCs (in meinen Augen eine Frechheit, aber mich fragt ja keiner) in den Medien; was’n Glück, dass man die GEZ-Heinis nicht reinlassen muss. Mir fällt zu dem ganzen Thema eigentlich auch nur ein Leserbrief aus der Braunschweiger Zeitung ein: „Ich beantrage jetzt Kindergeld. Ich habe zwar noch keine Kinder, aber das Gerät ist vorhanden.“


Ansonsten mach ich’s mal kurz: Thema Domino-Day 2006, kürzlich versehentlich gesehen im Unterschichtenkanal RTL (wo sonst?); zusammengefasst etwa folgender Handlung: einige Exemplare dieser viel zitierten abgehängten Prekarianer haben seit September (Arbeitslose haben offensichtlich zu viel Zeit) für einen wohl eher symbolischen Lohn ca. 4 Millionen Dominosteine verschiedenster Farbe allein zu dem Zweck aufgebaut, dass ein paar weitere Personen aus aller Herren Länder, denen man die geistige und finanzielle Armut leider durchaus ansehen kann, sie unter dem nicht gerade ermutigenden „Blick“ von Frauke Ludowig, der „Queen of Kleber gefrühstückt“, wieder umschmeißen können, während ein sichtlich erregter Reporter, dessen Namen ich erfolgreich verdrängen konnte, in die Kamera hechelt und irgendwas von „ganz Deutschland zittert“ faselt; und da hat er nicht mal Unrecht, saß ich doch gebannt vor dem Fernseher und habe darauf gewartet, dass endlich die verdammte Nachfolgesendung anfangen möge…
– und wo ich schon dabei bin, liebes RTL: Nächstes Jahr bitte ein Reissack-Day!
 
Gruß an Wayne!
– euer Kleintiergourmet (hi Steffi!)


P.S.: Da ist mir doch neulich noch eine weitere Meldung übern Tisch gerollt; die Frau Zypries hat einen Etat von 15 Millionen Euro, den sie ursprünglich zur Bekämpfung von Linksextremismus (jawollja!) und Islamismus in Deutschland verwenden wollte, jetzt doch für Projekte gegen Rechts reserviert, von wegen die NPD und so weiter…
– „also ich sach mal“ (G. Schröder), die NPD war für die Bundesrepublik Deutschland noch nie auch nur ansatzweise so gefährlich wie die islamistischen Aufständischen (von wegen Religionsfreiheit) und der linke Pöbel (von wegen Toleranz); sollte jemand brauchbare Gegenargumente haben, immer her damit, ich freue mich über jede Kontroverse. Prost!

Persönliches
Frohe Ostern im Voraus!

Tja, und nun ist’s so weit, es ist wieder Herbst, und das bedeutet für den Großteil der zeitweise recht feierfreudigen Bevölkerung: Weihnachten steht vor der sprichwörtlichen Tür.
 
Schön, schön, Weihnachten also – ein gesetzlich auferlegter Feiertag sozusagen, an dem ich mich, genau wie an diesem unsäglichen „Halloween“-Fest, regelmäßig frage, was das eigentlich soll. Gut, der Vergleich hinkt auf beiden Beinen und ist zudem noch auf einem Auge blind, auf dem anderen taub; ist „Halloween“ doch nichts anderes als die konsumfreundliche Version von Allerheiligen (das mir als Nichtlutheraner aber ebenso schnurzpiep ist). Lediglich meldet sich bei mir als durchaus geschichtlich interessiertem und beizeiten auch informiertem alten Sack da das kleine Männlein im Ohr, und es flüstert mir:
 
Was bitte feiert die halbe Welt an Weihnachten?
 
Die Aussagen gehen da weit auseinander: Da wäre zum einen die industrielle Fraktion, die an Weihnachten meist sich und ihre vollen Kassen feiert. Dann gibt es da noch den Großteil der Bevölkerung, der feiert, „weil halt Weihnachten ist“; beeindruckend, solche Begründungen sind der Anlass, weshalb ich gern mal einen „Tag des Suizids“ einführen würde, nur um zu sehen, wer da mitmacht. Und schließlich gibt es noch die Wenigen, die sich, ungeachtet ihres alltäglichen Egoismus‘ und Arschlochtums, wenigstens einmal im Jahr wie gute Christen benehmen wollen, „weil’s halt alle machen“, und brav den „Dschieses“ feiern, ob seines Leidens und so weiter. Nun, ich denke, Jesus würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, wie diese Menschen sich für den Rest des Jahres verhalten; da können sie auch an drei bis vier Tagen im Jahr die christlichsten Wesen der Milchstraße sein.
 
Unter Wissenschaftlern – im Folgenden mit „bzw.“ gekennzeichnet – gilt es allgemein als erwiesen, dass Jesus „Christus“ im zarten Alter von ca. 71 Jahren in Kleinasien starb – vgl. z.B. Laurence Gardner: Hüterin des Heiligen Gral -, aber was wäre das Christentum ohne seinen Glauben?
Kehren wir zurück zur volkstümlichen Variante, die da lautet, dass Jesus am 24. Dezember (bzw. Mitte März) des Jahres „0“ (bzw. ca. 6 v.Chr.) in einem Stall (der Urtext der Bibel erwähnt übrigens an keiner Stelle irgendwelche Ochsen und Esel; aber weiter im Text) zur Welt kam. So weit, so gut. Und nun wieder meine Frage:
 
Was habe ich denn bitte damit zu tun?
 
Ich möchte nicht, dass man mir vorschreibt, wann ich was zu feiern habe. Ich als bekennender buddhistisch geprägter Atheist möchte nicht einmal im Ansatz etwas mit dem Geburtstag irgendeines toten jüdischen Königs zu tun haben; da viele von Ihnen, liebe Leser, sich außerhalb der Weihnachtszeit sicherlich auch nicht als gläubige Christen bezeichnen: würden Sie denn ernsthaft den Geburtstag Mohammeds oder Buddhas feiern, wenn Sie ihn kännten? Und, jetzt spricht der Genervte aus mir, wenn mir irgendwann vor Weihnachten einer dieser Möchtegernnikoläuse die Ohren vollbimmelt und mir frohe Weihnachten wünscht, ist’s mit meinem Pazifismus sowie dem ohnehin stark strapazierten inneren Frieden vorbei.
 
Seit der „Heilige Abend“ irgendwann im 4. Jahrhundert „zufällig“ auf einen heidnischen Feiertag gelegt wurde, ist viel Zeit vergangen, aber die Ausreden, warum man ihn eigentlich feiern soll, haben sich kaum verändert:
 
„Weihnachten lässt Kinderaugen leuchten“, das kann ich mir vorstellen, dass die verzogenen Bälger sich drauf freuen, mal eben Geschenke für Hunderte von Euro zu bekommen, ohne dafür etwas tun zu müssen; und leuchten Kinderaugen nicht täglich? Nein? Dann machen Sie etwas verkehrt.
 
„Weihnachten, das Fest der Liebe“, soso, und den Rest des Jahres gehen einem die Armen und Bedürftigen am Podex vorbei. Früher nannte man solche Menschen „Heuchler“, heute sind sie vom Geist der Weihnacht beseelt; ich glaube, Altphilologen nennen das einen Euphemismus. Weihnachten ist das Fest der Geschenke, des Konsums und der genervten Eltern, und wenn Sie mal tief in sich hinein schauen, geben Sie mir sicherlich Recht.
 
Und jetzt mal aus literarischer Sicht:
 
Max Goldt hat das Weihnachtsfest in seinem Buch „Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens“ ganz treffend beschrieben:

Weihnachten ist eine der drei großen Volksschwächen. Die anderen beiden sind Autos und Fußball.

 
Weihnachten steht vor der Tür?
Von mir aus kann’s erfrieren.
 
Frohe Ostern!
– euer Pinguin

Nerdkrams
Mensch 2.0

Liebe Leser,

als verspäteten „kleinen“ Nachtrag zu dem vorigen Eintrag und ausnahmsweise unter Einfluss der aktuellen Ausgabe von NEON möchte ich als erklärter Antipath von ach so hippen Trends auch mal meinen Senf zum „Web 2.0“ mit all seinen Nutzern und Applikationen abgeben.

Es mag verwunderlich klingen, aber ich schäme mich dafür, durch mein Weblog als Teil dieser seltsamen „Bewegung“ behandelt zu werden. Sicher, das TuxBlog ist auch bei weitem nicht so „aufregend“ und „innovativ“ wie all die trendy Treffpunkte für Geschmacksverirrte jeden Geschlechts – vor kurzem nannte man derartige Webseiten noch DotCom-Blasen und wollte nichts mit ihnen zu tun haben.
 
Was soll denn überhaupt so neu, geil, noch nie dagewesen sein? Das Schlagwort des Web 2.0 lautet Interaktivität; frei nach Stefan Gärtner kann man es so formulieren: Je Möglichkeit, desto Web. Alles soll benutzerorientierter werden, Statik ist out. Dass die Wikipedia, erstes Flaggschiff der Generation 2.0, in einer Zeit entstanden und gewachsen ist, in der Interaktivität noch Bestandteil des täglichen Surfens und kein hipper Modetrend war, wird heute gern übersehen; und dass Weblogs – auch dieses! – nicht viel mehr sind als Gästebücher mit Überschrift, traut sich kaum noch jemand zu behaupten: wer möchte schon freiwillig als „untrendy“ gelten?
 
Man ist als halbwegs informierter und kritischer – unfreiwilliger! – Teilnehmer dieser seltsamen Bewegung oft geneigt, sich zu fragen, wer eigentlich diesen dämlichen Trend wieder in die Welt gesetzt hat. Wer hat festgelegt, dass jeder Surfer jeden noch so uralten Link in sein (natürlich Pflicht-)Weblog setzen muss, sich über Videos der Machart „Mann kriegt Ball in Weichteile“ nur noch bei YouTube beömmeln darf und alle zwei Stunden sein Meerschwein fotografieren soll, das er dann bei Abfallsammlungen wie Flickr (mindestens) der ganzen Welt zeigen kann?
(abgesehen davon, dass ich bei „Flickr“ höchstens an diese widerlichen Disco-Stroboskopblitze und/oder Bildschirmflimmern denke, ist diese Darstellung nicht mal übertrieben!)
 
Um diese Frage zu beantworten, muss man die Technik hinter der Interaktivität verstehen. Wie bereits erwähnt, ist die Interaktivität an sich alles andere als neu – Gästebücher und Foren sind ja nun auch schon ein paar Jahre alt. Die „neue“ Interaktivität aber wird vor allem durch ein Akronym definiert: AJAX. Dieser erst vor wenigen Jahren auf einer Konferenz zur Entwicklung des Web erfundene Begriff steht für „Asynchronous JavaScript And XML“ und bezeichnet eigentlich nichts anderes als die Möglichkeit, Seiteninhalte mittels Javascript nachzuladen, ohne die ganze Seite neu laden zu müssen, was natürlich für ein gewisses „Echtzeitgefühl“ sorgt, das man zurzeit sehr schön z.B. bei AJAXwrite nachvollziehen kann.
Neu ist freilich auch das nicht; die technischen Möglichkeiten gab es schon 1995, als Netscape die damals noch wirklich innovative und neue Sprache JavaScript erfand. Lediglich einen Namen für die AJAX-Technik gab es damals noch nicht, und der Großteil der Webgemeinde war noch damit beschäftigt, sich in das ebenfalls noch recht neue HTML einzulesen.
 
Für die „Generation BILD“, die – wissenschaftlich erwiesen – kaum länger als 5 Minuten derselben Sache widmen kann und/oder will, ist eine nur 4 Buchstaben lange Bezeichnung für etwas, das ihre „meine Katze, meine Familie, meine Hobbys“-Webseite noch bunter und schöner machen kann, natürlich eine äußerst angenehme Neuigkeit, ganz gleich, was immer sie bedeuten mag. Dieses Phänomen war schon früher häufiger zu sehen, z.B. als jede zweite Webseite unbedingt ein großes, buntes und lautes Flash-Intro haben musste; und ich bezweifle stark, dass AJAX die letzte Modeerscheinung in dieser langen Reihe bleiben wird.

Nein, neu ist die Technik nicht, und das trifft auch auf die Webseiten zu, die sie repräsentieren sollen und/oder wollen. Neu sind nur die Benutzer. Vorbei die Zeiten, in denen man das Internet noch nutzte, um sich zu informieren und gelegentlich mit seinen Freunden ein Spielchen zu machen. Vielmehr wird der gesamte Lebensinhalt eines Menschen in dieses Medium verschoben: Man surft nicht mehr im Internet, man lebt dort; das „Real Life“ dient nur noch lebenserhaltenden Zwecken. Früher hat man seiner Flamme noch seine Plattensammlung oder – noch besser! – seine Kontoauszüge gezeigt, heute ist nur noch der erfolgreich, der eine möglichst lange „Buddy“liste hat; und das trifft leider auch auf eine Generation zu, die eigentlich eine gewisse Lebenserfahrung besitzen sollte.

Man sollte in der heutigen, schnelllebigen Zeit keinen Trend verpassen, um nicht „uncool“ zu sein; man muss ihn ja nicht unbedingt mitmachen. Was mich betrifft, so weiß ich nicht, ob ich, der ich schon jahrelang erfolgreich ohne zählbare „Freunde 2.0“, schadenfrohe Videos und Meerschweinchenfotos auskomme, wirklich „cool“ sein will. Ich bin in diesem Zusammenhang ein eher rustikal veranlagter Mensch; ohne 25.000 virtuelle Freunde, ohne YouTube- und Flickr-Accounts, sogar ohne MMS-fähiges Handy. Ich verbringe meine Freizeit „offline“, mit jeweils 3 oder 4 „richtigen“ Freunden, manchmal aber auch mit einem guten Buch oder einer noch besseren CD. Was im Leben wirklich zählt, kann wohl jeder für sich entscheiden; virtuelle Freunde sind’s jedenfalls nicht. „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein!“ – nur bitte nicht dieser.

In diesem Sinne,
– logout


Noch was zu MTV, wo ich schon mal dabei bin: „La musica ist deine pasí­­on?“
Bessere Sprache, schlechteres Deutsch. Schade.


Und, weil das TuxBlog schon immer Ausdruck einer politischen Meinung war und sein sollte, noch ein Wort zu der umstrittenen Todesstrafe für Saddam Hussein (Sie wissen schon, das war in den 80-ern der Intimus der USA): Wenn ihr, liebe Übersee-Mitmenschen, schon den Weltfrieden retten wollt, dann bitte richtig. Hängt Bush gleich daneben und lasst uns mit dem Schmu in Ruh (reimt sich!) – besten Dank!

PersönlichesPolitikProjekte
Pop, Nazis und Fußball

Hallo, liebe Leseratten!


[1] Korrektur
[2] Pop (bzw. Bushido)
[3] Nazis und Fußball
[4] Rezept der Woche
[5] Fußnoten :-)


[1] Gleich zu Beginn eine kleine Korrektur zum vorigen Blogeintag: MTV schrieb korrekterweise „Sound“ statt „Musik“, was ja auch viel besser passt.
 
[2] Jedenfalls apropos MTV: Im Videotext dieses Senders war kürzlich ein weiteres Abstraktum zu finden, das gerade mich als bekennenden Rockjünger aus der Mittelschicht betrifft. „Pop für die Unterschicht?“ fragte MTV am 19. Oktober dieses Jahres; und gab aber gleich selbst die Antwort:

Pop-Deutschland hört entweder Musik, die Schimpfwörter, Drohungen etc. aneinander reiht (Fler, Bushido (1), oder es geht so richtig kuschelig zu.

Dass der Schreiberling mit keinem Wort erwähnt, was das nun ausgerechnet mit den unseligen „Schichten“ Deutschlands zu tun hat, ist in Ordnung, weil von MTV nicht anders zu erwarten; nur so viel:

  1. Bushido/Fler („yoyo isch fick disch du Schlampe“) und Musik gehören nicht zusammen in einen Satz, eigentlich nicht einmal in einen Text.
  2. Zu schade, dass MTV vor lauter Pop – wie so oft – den Retrotrend übersieht; vor allem, da MTV sich seit neuestem als Abgrenzung zum Schwestersender VIVA „Rocksender“ schimpft.
  3. Und noch was: die „beste Girlband“ ist das Farin Urlaub Racing Team. Die Pussycat Dolls würde ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen.

[3] Aber mal was anderes: Fußball. Da haben sich DFL, DFB und UEFA endlich darauf geeinigt, den fremdenfeindlichen Zwischenrufen bei den Fußballspielen Einhalt zu gebieten. „Wie das?“, wird sich jetzt mancher Leser fragen; und richtig: Die aktuelle Aktion nennt sich passenderweise „Zeig‘ (2) dem Rassismus die Rote Karte“. Es ist geplant, dass die Stadionzuschauer während der gesamten Spieldauer mit roten Karten umherwedeln sollen, um ihre Geschlossenheit gegen Ausländerhass zu demonstrieren. Und ich persönlich muss sagen, das verspricht doch ein Bombenerfolg zu werden, ein bisschen wie Lichterketten. Ich bin sicher, die Antifa steht voll hinter euch, Jungs! :-)


[4] Brandneu und nur für kurze Zeit:
Das Original-TuxBlog-Rezept zum Selbermachen!
 
Diese Woche:
 
Meerschwein rot
Man nehme für 2 Personen:

  1. 1 Meerschwein
  2. 1-2 Gläser Rotkohl
  3. 1 gut gefülltes Gewürzregal
  4. Knödel oder Kartoffeln nach Belieben

Desweiteren wird benötigt:

  1. 1-2 Küchenmesser (scharf)

Anleitung:

Vorbereitung
Man nehme das Meerschwein aus dem Käfig und trenne mit dem Küchenmesser fein säuberlich den Kopf vom Rumpf. Anschließend das Meerschwein enthaaren (wenn nötig, hierfür zweites Küchenmesser benutzen, wegen Blut) und gründlich waschen.
Danach den Backofen auf ca. 250 Grad vorheizen.
 
Zubereitung
Wenn der Ofen gut vorgeheizt ist, das Meerschwein nach Belieben würzen (ich empfehle die Maggi-Würzmischung Nr. 1 oder eine ähnliche bratengeeignete Mischung), anschließend in ein ofenfestes Behältnis geben und in die Röhre schieben.
Die übrigen Zutaten wie gewohnt kochen.
Das Meerschwein ist servierfertig, wenn es eine knusprig-braune Farbe hat.
 
Tipps für Genießer
Zu diesem Menü passt hervorragend eine Flasche Rotwein sowie billige Bratensoße aus’m ALDI.
Wohl bekomm’s!


Haunse rein!
– euer Progrockfaschist
 
P.S., falls es jemand wissen möchte: Die Arbeit an eMule beba liegt derzeit auf Eis, mangels Zeit und Gelegenheit, zumal die nächste Version ohnehin einen hohen zeitlichen Aufwand benötigen wird, da mittlerweile eMule 0.47a alles andere als aktuell ist und beba leider immer noch einige schwere Fehler hat. Ich halte euch aber selbstverständlich auf dem Laufenden.
Stattdessen sitze ich in meiner spärlichen Freizeit gerade an einer Datenbank für Songtexte, als Open-Source und eigentlich nur zum Spaß… wenn es jemand ansehen möchte, bitte sehr!


[5] Fußnoten
(1) hahaha!
(2) sic!; aber lassen wir die Grammatik mal beiseite.

Musik
Sprachkultur vs. MTV

Tag, liebe Leser!
 
Derzeit befinden wir uns ja in einer Zeit, in der kulturelle Bildung nach Jahren der medialen Verdummung endlich auch in Deutschland wieder einen gewissen Stellenwert erreicht; der, wie es sich ja dümmlicherweise heute nennt, Bestsellerautor Bastian Sick sowie die umfassende Berichterstattung in allen ernst zu nehmenden Politmagazinen der letzten Wochen sind nicht ganz unschuldig daran.
 
Zu dem Thema ist schon zu viel geschrieben worden, als dass ich nun auch meinen Senf dazugeben müsste; nur eine kleine Anekdote aus dem Videotext von MTV (siehe ältere Beiträge): Der aktuelle „trendy Vote“ lautet wörtlich: „Welche Rockband macht die krass geilste Musik?“
 
Von den seltsamen Auswahlmöglichkeiten (was bitte hat Evanescence da verloren?) mal abgesehen: Und da wundert sich noch jemand?
 
Döner mit alles und Meerschwein(*),
– euer Sprachführer *hüstel*
 
(* mit, wie immer, liebem Gruß an Steffi :>)

Musik
Bushido und die Musik

Kleiner Nachtrag aus aktuellem Anlass:
 


(Quelle: TITANIC 10/2006)

 
Haha!

Politik
NPD, und sonst so?

Tach, liebe Leser!
 
Is‘ wieder viel passiert, z.B. ein paar Transrapidtote, über die sich die „Heimat des Mitleids“ (i.e. in diesem Fall Deutschland) wieder mal grämen kann, aber auch und vor allem: Die NPD ist wieder im Gespräch.
 
Fassen wir zusammen: Im September gab’s wieder mal Kommunalwahlen, z.B. in Niedersachsen (juhu!). Die Ergebnisse indes waren nicht sonderlich überraschend, lediglich drei große Buchstaben erregten tags darauf das Gemüt der Presse, als die NPD in Mecklenburg-Vorpommern auf weit über 7% der Stimmen kam.
(Da fragt man sich eigentlich, woher denn die vielen Stimmen kommen, wenn jeder aus tiefstem Herzen beteuert, nie im Leben NPD wählen zu würden, oder wie sich das nennt; man könnte meinen, das ist wie bei McDonald’s oder der BILD: Keiner mag’s, aber jeder kauft’s.)
 
– also jedenfalls die NPD hatte das Pech, ausgerechnet von der SPD (sic!; bei der ohnehin schwarzbraunen Hasel-CDU ist’s weit weniger überraschend) Wähler zu übernehmen, was, wohl auch bedingt durch die zuvor erfolge kostenlose Verteilung rechtspolitischer Musik an Jugendliche, auf Seiten der Linksfaschisten (i.e. Antifa bzw. so’lid) zu der unglaublich wirkungsvollen Aktion „Musik gegen Rechts“ führte – was hoffentlich nicht nur mich an ähnlich spannende Parolen wie „Kiffen gegen Rechts“, „Blödsein gegen Rechts“ oder auch „fuck for peace“ erinnert -; „kommt, Kinder, wir singen die NPD tot“ oder wie?; und jedenfalls von der Regierung wurde daraufhin das alte Thema NPD-Verbot wieder aufs Tapet gebracht. Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt stark nach Harald Schmidt klingt, als er noch besser war; aber eine Regierung, die anders gesinnte politische Parteien verbietet, sobald diese genug Stimmen hat, um ihr ernsthaft gefährlich zu werden, gab es doch 1933 und 1956 schon mal; n.f.c.
 
Und im Übrigen heißt es korrekt „wehret der Anfänge„, ihr Pfeifen.
 
Mit Stolz aufs Grundgesetz, das gerade im Libanon verheizt wird,
– euer Literat

Internes
Update

So, hab grad versehentlich das grüne Design gelöscht… mal sehen… jedenfalls hier erst mal aktuelle WP-Version… bis später!

Persönliches
Liebe Kinder!

Es mag vielleicht spießig klingen – und ich bezweifle ohnehin, dass ihr das ausgerechnet hier lesen werdet -, aber ich als vergleichsweise alter Sack sage euch mal was, das ihr euch bitte umgehend hinter die Ohren schreibt:
 
Es gibt wahrlich erwachsenere Anblicke als eine Horde rauchender 11-Jähriger, die an der Bushaltestelle stehen und mir stolz ins Ohr piepsen, dass sie ihrem Vater das Bier weggetrunken haben und danach „voll geil besoffen“ waren!

  • Erstens: Es ist mir egal, ich kenn euch nicht mal!
  • Zweitens: Rauchen macht nicht älter oder cooler, es macht nur ärmer. Und toter.
  • Drittens: Trinken ebenfalls.
  • Letztens: Ich bin verdammt noch mal nicht taub, und ich will’s auch nicht werden, also hört bitte, bitte auf,
    • euch im Linienbus ständig über 20 Reihen hinweg zu „unterhalten“
    • eure Geilheit lautstark zum öffentlichen Gesprächsthema zu machen (pubertär, bestenfalls spät-)
    • Bushido oder ähnliche Spastiker (siehe ältere Beiträge) in einer Lautstärke zu hören, dass selbst denen, die die Texte nicht verstehen, die Ohren zuwachsen – besten Dank!

Bis später, ihr Eier!
– euer Erklärbär


P.S.: Huhu Steffi *sfg*!

In den NachrichtenMusikPolitik
Noch mal Nahost

[1] Atomwaffen, und sonst so?
[2] Österreich, Teil 2
[3] Herzlichen Glückwunsch, 5 Jahre Krieg!
[4] LaFee bzw. Videokritik
[5] Modekriminalromane


[1] Kaum hat sich der Libanon ein bisschen beruhigt, schon stürzen sich die Sicherheitsfanatiker auf ein neues (altes) Opfer, den Iran. Von „UN-Resolutionen“ ist plötzlich die Rede und davon, dass wir alle sehr besorgt sind, dass der Iran so gemein ist und Atomenergie erforscht und eventuell sogar so was wie Atomwaffen herstellen könnte etc.
 
Den Politikinteressierten dürfte das alles noch bekannt vorkommen: Auch ein gewisser Herr Hussein soll im Besitz von Atomwaffen gewesen sein und auch willens gewesen sein, sie einzusetzen. Da drängt sich mit einiger Sicherheit nicht nur mir die Frage auf: Fliegen demnächst Bomber über den Iran, auf der Suche nach dem Präsidenten, der sich derweil einen noch längeren, verlausten Bart wachsen lässt und in einem Erdloch versteckt hält?
 
Und eine noch viel interessantere Frage lautet doch wieder einmal:
Was geht’s uns an?
 
„Der Iran erforscht Atomenergie.“ Nun, das tut Deutschland ebenfalls, genau wie viele andere Länder. Warum sollte man (i.e. ausgerechnet wir) ein Problem damit haben?
„Aber der Iran könnte Atomwaffen herstellen und in einem Krieg verwenden!“ – behauptet bitte wer? Nur weil Ahmadenidschad über ein enormes Atompotenzial (lat. potesse -> können) verfügt, sind wir alle in Gefahr? Entschuldigt, wenn das jetzt naiv aussieht, aber ich für meinen Teil habe vor Bush weitaus mehr Angst als vor dem irren Iraner. Atomwaffen einsetzen, um irgendwo Krieg zu spielen – warum sollte der Iran so was tun? Für die USA hingegen gäbe es mehr als genug Gründe, den Iran zu zerbomben, zum Beispiel Erdöl, Erdöl oder wie wär’s mit Erdöl?
 
Doch, doch, liebe Skeptiker und BILD-Leser, genau so ist’s. Der Iran ist nun mal eine der wichtigsten Ölfördergebiete, und das ist dem Weißen Haus per se suspekt. Erdöl ist spätestens seit der Bushregierung ein nahezu perfekter Anlass, in der jeweiligen Region den, äh, Frieden zu sichern (nochmals: siehe Irak). Die Unterstützung der Bevölkerung ist mit Vermutungen wie „die haben Atomwaffen, die Schweine“ in den USA bedauerlicherweise fast mit vollständiger Sicherheit gewonnen (ich würde das pauschal als „Naivität“ bezeichnen), und mehr braucht’s nicht.
 
Gut, gut – von mir aus dürfen sich Bush und Ahmadenidings gegenseitig die Häuser wegpusten. Abgesehen von dem ethischen Aspekt aber bringen solche Kriege üblicherweise noch ein ganz anderes Problem mit sich, landläufig als „Friedensmission“ bezeichnet, siehe aktuell im Libanon. Ich würde gern wissen, wie man sich eine „Friedensmission“ mit Soldaten und Panzern denn vorzustellen hat. Oder ist der alte Traum von den Friedenspanzern, die Blumen statt Granaten schießen, endlich wahr geworden?


[2] An dieser Stelle noch ein Wort zu Frau Kampusch: Na fein, nun hat sie der Welt also auf RTL – wo sonst? – all das erzählt, was wir seit Tagen wussten. Aber nun wissen wir auch, wie sie aussieht. Welch eine Freude. Das hilft uns wirklich weiter. ;-)
(vor allem, weil man sie jetzt leichter erkennt, auf der Straße zum Beispiel, und den Rest ihres Lebens nicht in Ruhe lässt)
 
Aber immerhin ist sie ehrlich genug, zuzugeben, dass sie Geld aus ihrer Entführung schlagen will: ein Buch drüber schreiben, noch haufenweise Interviews geben und sich dumm und dämlich verdienen an der Sensationsgier der ebenso Dummen, was auch durch die angekündigte „Stiftung für Entführte“ nicht deutlich positiver zu werten ist. Mir indes fällt dazu nur ein: Siehste?
 
Mir als – tut mir ja Leid! – Mann fehlt leider bzw. schönerweise jegliches Mitgefühl für so eine Frau. Sie kann nichts dafür, dass sie entführt wurde, und die letzten Jahre waren der Horror für sie und so weiter und so fort; nun, so hilfebedürftig kam sie mir im Interview – das ich im Übrigen ohne Bild und nur aus dem Nebenzimmer verfolgte, aus Desinteresse zum Beispiel – gar nicht vor. Im Gegenteil, auf mich machte sie den Eindruck einer selbstständigen und (trotz österreichischer Gene, scnr) gebildeten Frau, die alles andere als verstört durch die Gegend geht und – siehe oben – sich nicht unbedingt dafür schämt, die bereits erwähnte Sensationsgier (ich nenne es i.d.R. „BILD-Syndrom“, weil erblich) der Unter- und Mittelschicht auszunutzen, zumal

  1. wir wirklich interessantere Probleme haben, z. B. die Arbeitsmarktsituation, und
  2. in Afrika und Lateinamerika auch ständig Kinder entführt, jahrelang gefoltert und in der Regel getötet (!) werden und uns das komischerweise einigermaßen am Gesäß vorbeigeht

was ich, nebenbei erwähnt, als Philanthrop ohnehin zum Brechen finde, und da frage ich mich doch, was Frau Kampusch zu einem besseren Menschen macht, und überhaupt q.e.d. und Punkt.


[3] Weiter im Text und apropos: Der 11. September feiert Geburtstag. Ich als Kalenderkenner und Teilzeit-Erbsenzähler halte es ohnehin für ein Unding, dass man ein Datum als feststehenden Begriff festlegt (oder wer redet von „der 6. Dezember“, wenn er den Nikolaustag meint?), zumal die Sprachpanscher eine ganz eigentümliche neue Regel gesetzt haben, die da lautet: „Nine-Eleven sowie 9/11 sind im deutschsprachigen Raum eingetragene Marken des Jahres 2001“ oder so ein Quark… ich jedenfalls streich mir den Tag regelmäßig rot an und geh feiern. Kaffee und Kuchen und so. Die Musik bring ich aber selbst mit!


[4] Und nochmals apropos, diesmal Musik bzw. Quark: Heute schon gelacht? Erst kürzlich hatte ich das Vergnügen (jawoll!), LaFee – m.W. nach eigenen Aussagen, aber zumindest unverhohlen stolz darauf, die Hauptschule (sic; vgl. Textpassagen wie „jeder Arsch will mit dir gehn“) zugunsten einer Musikkarriere (sic!) abgebrochen zu haben; „Kopp zu“ ist noch das Freundlichste, das mir dazu einfallen will – also diese LaFee jedenfalls von einer ganz neuen Seite kennenzulernen, nämlich der chaplinesken, slapstickhaften oder wahlweise auch choreographisch ausgefeilten. Wer teilhaben möchte an meinem Amusement, möge einfach warten, bis auf VIVA das im Übrigen ermüdende Liedchen „Prinzesschen“ von ebenjener ehemaligen Hauptschülerin läuft – was i.d.R. nicht lange dauert – und umgehend den Ton abdrehen.
 
Für die, bei denen VIVA Hausverbot hat, habe ich hier eine kleine Zusammenfassung der Choreographie des Hauptvideos (jenes, in welchem LaFee in Satanisten- respektive Nuttenkleidung im Wald rumsteht und doof guckt) vorbereitet:
Linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn, Pause, linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn, Pause, linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn usw. und das ganze Spiel so 3-4 Minuten lang immer wieder hin und her (was geschrieben weit weniger debil aussieht als ge-, äh, tanzt) – ich hoffe, das wird nicht der neue „trendy“ Sommertanz.
 
Ich, der ich stets einen möglichst großen Abstand zu allem Hiphopesken (… hieß früher Stottern und war heilbar … das nur nebenbei) zu halten bemüht bin, komme dennoch nicht umhin, hier Parallelen zu den spastischen Zuckungen von Bushido, Eko Fresh und wiesealleheißen festzustellen; letztendlich bleibt aber ein Gefühl der geistigen Überlegenheit zurück, bei allem Respekt, den man empfinden mag.


[5] Übrigens, Mode: Kürzlich fiel mir ein Kriminalroman in einer Frauenzeitschrift (welche im Übrigen nicht ich las) auf, der „Modekrimi“ betitelt war. „Modekrimi?“, fragt sich da so mancher (z.B. ich), „waren das nicht die 80-er?“ … oder was bitte soll man sich unter einem Modekrimi vorstellen?
 
„Der Einbrecher, gekleidet in edlen Pariser Samt mit blauen Applikationen (Lagerfeld, 500 Euro, gestohlen), brach in das Atelier des stattlichen Designers ein, der gerade in seinem kunstseidenen Mantel (Quelle, 39,95 Euro) durch sein nach Chanel duftendes Büro“ und so weiter… na danke.


Harren wir also besorgt der Dinge, die da kommen. Bis dahin blumige Grüße, vor allem an Steffi!
– euer Hobbypazifist


Übrigens, wieder ’ne neue eMule-Version von mir -> Klick!

Musik
Offener Brief

Als kleiner Nachtrag zu meinem vorigen Eintrag, wo wir gerade bei „Musik“ waren, noch ein Wörtchen an unsere geliebte „Musik“industrie, die ja die letzten Wochen wieder damit verbracht hat, sich über mangelnde Einnahmen aufzuregen:

Werte Entscheider!
Ich weiß, in Zeiten der globalen Vernetzung ist es alles andere als leicht, Geld mit etwas zu verdienen, das man mit ein klein wenig Skrupellosigkeit auch kostenlos – und ungeheuer bequem! – online bekommen kann. Es ist ja in der Tat nicht unbedingt moralisch vertretbar, sich das geistige Eigentum anderer Menschen unbezahlt anzueignen; eure Vergleiche mit Kaufhausdieben sind in meinen Augen auch durchaus berechtigt.
Dass ihr aber, wie so oft, die gesamte Onlinegemeinschaft pauschal in Sippenhaft nehmen und symbolisch verprügeln wollt, halte ich doch für fragwürdig; gerade ihr, die ihr doch am meisten von ihr profitiert! Wo würdet ihr stehen, wenn nicht einst ein kleines Kind die Netzgemeinde kostenlos mit dem Lied vom „kleinen Krokodil“ bereichert hätte (und ihr euch nur wenig später an ihm)? Was wäret ihr nur ohne jene Künstler, die allein für die Kunst und nicht für Geld spielen – Gnarls Barkley und die Arctic Monkeys, um nur zwei zu nennen?

Dass es tatsächlich noch Musiker gibt, die sich nicht um euer Geld scheren, ist euch sichtlich unangenehm. Klar, mit kostenlosen Downloads habt ihr schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn man euren Ausführungen glaubt, sind Media Markt und das Pressezentrum längst vergangene Bastionen glorreicher Zeiten. Aber, ganz im Vertrauen, ich sag euch mal was:

Niemand mit nur ein klein wenig Musikverstand ist bereit, sein (gerade angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage) sauer verdientes Geld für eure Retortenbands auszugeben. Welches Argument rechtfertigt bei der „relevanten Zielgruppe“ (das sind meines Wissens Menschen über 12 Jahren) den Kauf einer CD von Banaroo, Yoomiietc. und wie sie alle heißen mögen? Andersherum: Wie viele Kinder im Alter von sagenwirmal 10-12 haben in Deutschland denn genug Geld, um euch über Wasser zu halten?

Ihr habt es euch zum Ziel gesetzt, alles, was euren Verkauf von Tonträgern irgendwie behindert oder erschwert, aus dem Weg zu räumen, sofern möglich. Sehr edles Ziel. Aber meines Erachtens ist euer Wahlspruch der falsche. „Copy kills music“ – das wäre zu einfach. Nein, das Prinzip heißt eindeutig „Industry kills music“.
Ich gebe es zu, ich selbst bin einer dieser Schwerverbrecher, denen der Kopf abgehackt gehört, weil ich unverschämt genug bin, lieber Webradio zu streamen statt eure Platten zu kaufen. Nun, so sind die GEZ-Gebühren immerhin sinnvoll angelegt. Dabei war es doch einmal so einfach: Ihr stellt Musik her, wir kaufen sie. Nur hat sich mittlerweile einiges geändert, und Angebot (Retortengehopse) und Nachfrage (Musik) sind alles andere als deckungsgleich. Auf Dauer kann man auch mit noch so tollen Extras keine schlechte Musik wettmachen. Tool allerdings sind da eine Ausnahme; ich wage zu behaupten, dass es zum Beispiel von 10.000 days mehr legale als illegale Kopien gibt, allein wegen des Artwork. Und warum werden seichte Gruppierungen wie US 5 von euch mit Geld und Lob überhäuft, während musikalisch anspruchsvolle Künstler wie Ostkreutz oder sagenwirmal The Gossip höchstens unter „haben wir auch irgendwo rumliegen“ geführt werden?

Ich denke, ich spreche für viele meiner Leser, wenn ich euch folgendes Geschäft vorschlage:
Ihr produziert wieder gute Musik, und wir kaufen sie. Glaubt mir, mit Bands, die nach The Who oder meinetwegen auch nach The Beatles klingen, kann man auch nach 40 Jahren noch reich werden. Dann fällt die kleine Quote der armen Irren, die weiterhin Tokio Hotel und Banaroo downloaden, nicht mehr ins Gewicht…

Klingt doch fair? Gut!

In den NachrichtenMusikPolitik
Aktuelles zur Zeit

Huhu!
Bin kurz mal wieder da und habe doch tatsächlich eine Menge neuer Zeitkritik mitgebracht!

[1] Neues vom Sex
[2] Arbeitslosigkeit
[3] Ösis, Tiere, Sensationen
[4] Nahost a.k.a. „heul doch!“
[5] Wir kapitulieren!
[6] Jamba und „Musik“ im Fernsehen
[7] Surface – Unheimlicher Schwachsinn


Fangen wir mal harmlos an:
[1] Es gibt Neuigkeiten aus der Welt des Sex: Forschungen haben ergeben, dass Männer, die sich das Bett mit einer Frau teilen, am nächsten Morgen unter Gedächtnisverlust leiden. Das hat mit der unbewussten (soso, hm, aha?) ständigen Wahrnehmung des weiblichen Körpers oder so zu tun… würde jedenfalls einiges erklären.


[2] Apropos erklären: Seit neuestem erklärt die Regierung ja jeden, der alle ihm zustehenden sozialen Leistungen auch in Anspruch nimmt, gleichsam zum Schmarotzer oder dergleichen. Könnte mir evtl. irgendjemand erläutern, wo da der Sinn besteht? „So, jetzt können Sie Hartz IV beantragen. Aber wehe, Sie machen das, Sie Sozialschmarotzer!“… oder wie? Wofür gibt es dann die zahlreichen staatlichen Förderungen, wenn sie nicht beansprucht werden sollen? Werte Mitbürger, der Sozialstaat ist eine Lüge auf unsere Kosten! Wäre nett, wenn mal jemand was dagegen unternähme. „Wir werden so regiert, wie Heide Simonis getanzt hat“ (Urban Priol).


[3] Dann ist da noch was anderes passiert, was insbesondere die per se schreckhaften („o Gott ich bin zu fett“) Frauen bewegt haben dürfte: So’n Mädchen – 18 Jahre – im Land der Schluchtenscheißer (i.e. Ösiland) hat nach 8 Jahren der Entführtseiung* erfolgreich den Weg nach Hause wiedergefunden. So weit, so gut. Aber ich für meinen Teil schäme mich für mein Land und seine Medien! „Aus Rücksicht auf das Mädchen werden vorerst keine Befragungen durchgeführt“, aha, soso? Auf die Idee, aus Rücksicht auf das Mädchen einfach mal die paar hundert Journalisten aus dem Vorgarten zu entfernen und aufzuhören, 24 Stunden am Tag live vom Wohnhaus der Entführten zu berichten, kommt ihr also nicht, sensations- und quotengeile Deppen, die ihr seid? Würde mich auch überhaupt nicht stören, nach 8 Jahren des (vorgeblichen, siehe weiter unten) Martyriums Tag und Nacht nicht in Ruhe gelassen zu werden. Echt nicht.
Kann mir, nebenbei gefragt, an dieser Stelle jemand erklären, wie man einen Menschen, gleich ob Männlein oder Weiblein, eigentlich „sexuell missbrauchen“ kann? Wenn mich mein ausgeprägtes Gespür für hohle Phrasen nicht sehr in die Irre führt, kann man doch nur missbrauchen, was man andersherum auch gebrauchen kann – hm? Analog cf. „Drogenmissbrauch“ (was wäre denn, liebe Phrasendrescher, ein Kokaingebrauch im erlaubten Sinne?).

Aber zurück zum Thema Ösientführung: Ich finde es, gelinde ausgedrückt, „zum Brüll’n“ (R. Gernhardt), wie sich die „öffentliche Meinung“ wieder ein Bild zurechtrückt. Zusammenfassung der von mir gesichteten Berichterstattungen zu diesem Thema: Das Mädchen behauptet, es sei ihm bei dem Entführer gut gegangen, so realitätsfern ist es geworden. Anders ausgedrückt liest sich das so: Es ging dem Mädchen gut, das ist Mist, dann haben wir nichts, worüber wir uns aufregen können, tz, dieses perverse Schwein hat doch bestimmt usw. … Generation BILD, ich liebe dich!


[4] Solltet ihr übrigens, werte Leser, an dieser Stelle einen meiner gewohnt bissigen politischen Kommentare zum Thema Nahost (ja nun auch schon was älter) vermissen, so muss ich gestehen, dass mir nicht so recht was dazu einfallen will. Denn mal ganz im Ernst und im Vertrauen: Interessiert uns Israel wirklich, oder wollen wir – nach Afghanistan, Irak und Kongo – nur wieder einmal den USA beweisen, dass wir uns als Weltpolizei durchaus eignen? Ich für meinen Teil – die extremen Linken unter meinen Lesern mögen mir verzeihen – sehe es nicht einmal ein, den Staat Israel als gegebenes Politikum zu akzeptieren. Ist es nicht vielmehr so, dass Israel 1947 von Staaten, die das im Grunde gar nichts angeht, ungefragt mitten in die bereits jemand anderem gehörige Pampa gepflanzt wurde und wir Deutschen seitdem in all unserer Schuld und unserem vorgeblichen Unrechtsbewusstsein die umgangssprachlichen Füße stillhalten müssen, um im militärisch erzwungenen Bild von der heilen Welt (welch Ironie an dieser Stelle!) nicht aufzufallen; dass ebenso dieses Deutschland nach dem bisher letzten „offiziellen“ deutschen Krieg (vgl. Kongo etc.) selbst de facto von einer Militärregierung gelenkt und geleitet wurde, die auch nach dem Ende des Eisernen Vorhangs weiter ihre Fäden zieht, gleichsam dafür Sorge trägt, dass ausgerechnet im Land der Dichter und Denker unser durchaus berechtigter Nationalstolz (vgl. SPIEGEL 32/06, Seite 46 ff.) zum staatsfeindlichen Gedankengut diskreditiert wurde?

Und ist nicht eigentlich selbst dieses Deutschland anno 1949 nur als Provisorium erschaffen worden, als „letzte Barriere“ der abendländischen Kultur, für dessen Bestand indes es seit 1990 keine rechtliche Grundlage mehr gibt? Man erinnert sich: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag, der Deutschland in seiner heutigen Form zum Staat machte, wurde von einer Regierung geschlossen, die nach wie vor nur als Vertreter der de facto längst nicht mehr existierenden „Siegermächte“ handelten; desweiteren fehlt der Bundesrepublik seit ebenjenem Jahr ein zentraler Bestandteil ihrer Existenz, nämlich eine rechtskräftige Verfassung. Auch hier wird oft übersehen, dass das so genannte „Grundgesetz“ nur für die Dauer der Besatzung Bestand hatte und nur für die Grenzen von 1949 Gültigkeit besaß. Glasnost, Perestroika und Kohl – kleiner intellektueller Scherz an dieser Stelle – haben diese Tatsache bewusst verschwiegen, um die Vereinigung – eine „Wiedervereinigung“ gab es bisher nicht in der Geschichte der BRD; z.B. ein Deutschland in den Grenzen von 1939 wäre wieder vereinigt, aber die 1990 erschaffene Konstellation der deutschen Länder war und ist ein völliges Novum – möglichst schnell und unbemerkt durchzuführen, während eine rechtlich gesehen notwendige Volksabstimmung des „neuen“ Deutschlands über die Verfassung völlig unter den Tisch fiel.

Fazit: Die Deutschen in all ihrem vorgeblichen Freudentaumel sind seit 1990 verfassungs-, ergo staatenlos, folglich durchaus in einer israel-ähnlichen Situation. Und auch für jene, die „dieses politische Gefasel“ nicht interessiert, bleibt die Frage: Haben wir, in vielerlei Hinsicht längst auf einer Stufe mit einem Entwicklungsland, nicht weitaus wichtigere Sorgen als Atomreaktoren im Iran (und wer beschwert sich über die USA? Na?) oder tote Kinder in Osteuropa?


[5] Dass unsere Verfassung (siehe oben) von Anfang an festlegte, dass die Bundeswehr ausschließlich als Verteidigungsarmee benutzt werden soll, wird auch gern mal unter den Tisch gekehrt; schon ein gewisser Franz Josef Strauß schickte sie ins Ausland, und die späteren SPD-Regierungen machten es nicht viel besser. Auch dass seit dem Zerfall des „Feindes“ – sprich: des Ostblocks – in den 90-ern jeglicher Anlass zur Aufrechterhaltung einer Verteidigungsarmee fehlt, führte nicht zu entsprechenden Konsequenzen, sondern im Gegenteil zu der für Juristen und Bushfreunde interessanten These „wenn wir uns nicht mehr verteidigen müssen, sind wir für den Angriff bereit„.

Mal ganz davon abgesehen, dass wir uns von ganz allein immer verwundbarer zeigen, was spätestens seit den dänischen Mohammed-Karikaturen selbst dem Laien ersichtlich sein dürfte. Meiner persönlichen Ansicht nach ist auch dies eine Folge unseres verlorenen National- und Kulturbewusstseins. Henryk M. Broder drückt es im SPIEGEL 33/2006 meines Erachtens sehr passend aus:

Die Diskussion darüber, welche Provokationen WIR unterlassen sollten, damit SIE sich nicht gekränkt fühlen, führt zwangsläufig in das Reich des Absurden.
Dürfen fromme Juden von Nichtjuden den Verzicht auf Schweinefleisch verlangen? Und mit Sanktionen drohen, wenn ihre Forderung nicht erfüllt wird? Darf ein Hindu in Indien Amok laufen, weil die Niederländer die Heiligkeit und Unantastbarkeit der Kuh nicht anerkennen? Wer Muslimen das Recht einräumt, sich darüber zu empören, dass die Dänen sich nicht an ein islamisches Verbot halten, von dem nicht einmal feststeht, dass es tatsächlich existiert, muss solche Fragen mit einem klaren Ja beantworten. Und schließlich auch Analphabeten erlauben, Buchhandlungen zu verwüsten, denn in einer Welt, in der sich jeder gekränkt und gedemütigt fühlen darf, darf auch jeder entscheiden, welche Provokation er nicht hinnehmen mag.

Eine mögliche Lösung – die auch Broder kennt – hatte der dänische Fortschrittspartei-Politiker Mogens Glistrup schon 1972:

Um Steuern zu sparen, sollte die dänische Armee aufgelöst und im Verteidigungsministerium ein Anrufbeantworter geschaltet werden: „Wir kapitulieren!“

Gute Idee eigentlich.


[6] Würde es sich eigentlich lohnen, Jamba wegen Vorspiegelung falscher Tatsachen oder was-auch-immer zu verklagen angesichts der bekloppten „keine Coverversionen“-Werbung?
Kurze Auflistung:

  • Sergio Mendez feat. Black Eyed Peas: Mas que nada
    Cover von: Sergio Mendez: Mas que nada
  • Lumidee: Dance!
    Cover von: irgendso’ner 80er-Band
  • „Vogelgrippe“
    Cover von: einem uralten Kinderlied (voll trendy, wa?)

Habe die Reklame gerade nicht hier, will ich auch nicht unbedingt. Da war jedenfalls noch irgendein vierter hipper Coverklingelton dabei. Könnt ihr ja beizeiten selbst überprüfen, irgendwann und quasi jederzeit auf MTV (wofür stand das „M“ doch gleich?), wenn nicht gerade einer dieser Dating- oder Tuningsendungen kommt.

Apropos MTV (zur Orientierung: Das ist der Sender, auf dem die trendy Klingeltonwerbung nur gelegentlich vom Programm unterbrochen wird. Wie störend!): Die letzten brauchbaren Musiksendungen im deutschen Fernsehen sind der Rockpalast (WDR), Tracks (arte) und MTV Rockzone (doch, ehrlich). Nur meine Meinung.


[7] Als normalerweise eher klar denkender Mensch (der dies auch zu bleiben gedenkt) habe ich mich bis zur letzten Folge von „Surface“ erfolgreich davor bewahren können, mir dieses irrationale Machwerk anzusehen. Nun bin ich ja von Natur aus schadenfroh; vielleicht ist das der Grund, warum ich ebenjene letzte Folge angesehen habe, in der Hoffnung, dass die Charaktere abtreten oder was-auch-immer Schreckliches passiert (eine letzte Folge ist normalerweise nicht zum Spaß eine letzte Folge). Ich muss zugeben, dieses grüne Wesen (Nim oder wie es sich nennt) hat was Sehenswertes an sich (wenngleich ich deutliche Anleihen an E.T. erkennen kann). Über den Rest der Folge war ich allerdings bestürzt (wenn auch nicht sonderlich überrascht) angesichts der erstaunlich vielen Logikfehler in erstaunlich kurzer Zeit. Fassen wir die letzten Minütchen mal zusammen: Die scharfe Alte (Namen vergessen) telefoniert, legt das Handy „kurz zur Seite“ (wohin?), klettert handylos über einen engen Maschendrahtzaun und telefoniert auf der anderen Seite seelenruhig weiter. Da fragt man sich: Wie das?
Weiter geht’s: Es folgt eine Belehrung, dass der Raum, den die beiden Protagonisten betreten wollen, nicht biometrisch, sondern durch einen Retinascanner gesichert ist. Schade, hier wird Biometrie auf Fingerabdrücke etc. reduziert, aber außer Acht gelassen, dass die Retina (das Dings da in eurem Auge, liebe Leser) auch ein biometrisches Kriterium darstellt, übrigens weitaus fälschungssicherer als Fingerabdrücke.
Wie auch immer man es aber nennt, jene scharfe Alte (siehe oben) jedenfalls umgeht den „Augentest“ mit einem elektronischen (!) Bild (!!) von einem zugangsberechtigten Menschen. Freunde von Dan Browns Buch „Illuminati“ dürften wissen, dass kein Retinascanner der Welt etwas anderes zulässt als echte Augen, zumal kein gleichwie hoch auflösendes Bild alle kleinen Details der Retina abbilden kann, schon gar nicht ein derart flackerndes Computerbild wie in „Surface“. Für Interessierte empfehle ich Dan Burstein, „Die geheime Bruderschaft“, Seite 438 ff.
Über die Logik der Serie an sich verliere ich an dieser Stelle kein weiteres Wort, das erübrigt sich dann wohl… (Science-Fiction ist ein selbsterklärender Begriff, denke ich. Quark und Käse ebenfalls.)


(Wieso haben eigentlich derart überdurchschnittlich viele Indonesier die Vogelgrippe? Sodomie?)

Bis in ein paar Wochen dann. Vielleicht.
Meinjanur.
– euer Zyniker … np: Ostkreutz – Motor


Ach so, noch was… vor ’ner Weile im TV:
„Drück auf den grünen Knopf!“ „Wie sieht’n der aus?“ „Grün.“ (Sterben – aber richtig, Pro Sieben; nicht verwechseln mit einem ähnlichen Zitat aus Rambo III!). Find ich spaßig, hihi – wenn auch nicht ansatzweise so spaßig wie der gleichfalls schon einige Wochen alte literaturkritische Geschrieb* „Man schreibt Deutsh“ (sic!) von Stefan Gärtner (10,00 Euro, einfach im Buchhandel gucken), den ich nun, um diesen Eintrag zu beschließen, zumindest literarisch unbelasteten Tuxblog-Lesern ans Herz legen möchte (wenngleich, auch Freunde von Adorno und/oder Grünbein werden ihre Freude daran haben).


Ich weise nachtragsweise hiermit darauf hin, dass mit * gekennzeichnete Worte mein geistiges Eigentum sind. Wortklauer werden mit Böseangegucktfühlen* bestraft. Fies, wa?

PersönlichesProjekte
Tuxis Wellness-Tipps, Teil I

Tipp des Tages: Einfach mal so 4-5 Tage kein großes Geschäft verrichten. Nach dieser Zeitspanne kann man’s wagen. Ihr werdet sehen: Ein absolut geiles, entspannendes Gefühl. Hab ich übrigens das Patent drauf. Tuxis Wellness-Schiss. E_E

Genug gewitzt… gibt was Neues für alle Freunde legaler Tauschbörsen… meine eMule-Modifikation eMule beba ist endlich im Final-Status angekommen. Wünsche viel Spaß.

So, bin wieder weg… ;-)

In den NachrichtenPolitik
Die Welt trauert

Liebe Freunde der absurden Comedy,
traurige Überschrift, nech? Ja, die Welt trauert, und das ist ausnahmsweise nicht mal pessimistisch dargestellt.

Deutschland trauert spätestens seit Klinsmanns Rücktritt – das hat ja nicht lange gedauert mit der WM-Euphorie. Zu dumm für das Merkel, da hatte es gar keine Chance, die während der WM versaubeutelten „Reformen“ zu verstecken! Wenn Brecht das wüsste…

Und dann wären da noch einige „echte“ Todesfälle zu beklagen:

  • Robert Gernhardt („der Kragenbär, der holt sich munter / einen nach dem andern runter„)
    Welcher Banause hat eigentlich den Stuckrad-Barre dafür bezahlt, dessen Nachrufe zu verfassen? Peinlich, peinlich…
  • Rudi Carrell (Käse aus Holland, n.f.c.)
  • … und dann wäre da noch einer der kreativsten Musiker der letzten 40 Jahre, Mitgründer von Pink Floyd und Fastganzalleinverfasser von denen ihrer eigentlich ganz guten ersten Platte:
    Syd Barrett!
  • Das aber nur der Vollständigkeit wegen. Schlimm genug, dass die Medien sich auf den Carrell „eingeschossen“ haben und darüber den Barrett fast vergessen…

    Apropos Tote: Geht demnächst mal wieder ins Kino. Helge Schneider spielt Hitler – das kann nur ein Erfolg werden! ;-)

    Nun aber mal genug getrauert, Zeit für etwas Ablenkung. Heute keine schlechten Witze, dafür ist die Welt zu schlecht. Stattdessen noch ein paar Hinweise in eigener Sache:

  • Buchempfehlung: Robert Gernhardt: Gesammelte Werke (oder wie sich das nennt).
    Wer bisher nichts mit Lyrik zu tun haben wollte, wird hier schnell seine Meinung ändern. Ihr werdet euch in der ersten Hälfte krank und in der zweiten wieder gesund lachen (frei nach Erich Kästner) – versprochen!
  • CD-Empfehlung: The Gossip: Standing in the way of control. Laut, selten und völlig irre – also genau das Richtige für alle fleißigen Tuxblog-Leser. ;)

Schöne Ferien an alle Nichtversager, Topfkuchen und Rest der Welt! Viel Spaß mit euren School’s Out-Bekanntschaften (hehe)…
* Tuxi (gibt’s auch als Single-CD *gröl*)

P.S.: Zitat des Tages: „Sie sind festgenommen wegen ziellosen Herumschlenderns“ (RTL II, „Cops“). Schöne neue Welt!

Edit:
Los, kauft mir was! *sfg*