MontagsmusikIn den NachrichtenPolitik
Cur­rent 93 – I Remem­ber the Ber­lin Boys

Was blüht denn da?Es ist Mon­tag, schon jetzt nur schwer zu ertra­gen. Hier kommt man nur mit Kaf­fee raus. Der alte Trott muss den­noch wie­der­ge­fun­den wer­den, sonst glau­ben die Leu­te noch, hier gäbe es immer nur so gei­len Scheiß wie vor­ge­stern. Haus­ge­mach­te Ent­täu­schun­gen sind die besten, das kennt man hier, man will es so.

Wenig­stens poli­tisch ist alles in die­sem Land im Lot: Tei­le der deut­schen Bun­des­re­gie­rung den­ken dar­über nach, ob es viel­leicht all­mäh­lich mal Zeit wer­den könn­te, eine etwas weni­ger nach­gie­bi­ge Hal­tung gegen­über der tür­ki­schen Innen­po­li­tik – als gin­ge die­se die deut­sche Bun­des­re­gie­rung etwas an – wal­ten zu las­sen. Wenn es in die­ser Geschwin­dig­keit wei­ter­geht, erhält viel­leicht der über­näch­ste tür­ki­sche Prä­si­dent einen vor­sich­tig for­mu­lier­ten Brief mit der lei­sen Bit­te um Mäßigung.

Der lin­ken Twit­te­ria geht inzwi­schen, salopp gesagt, voll einer ab, weil Ver­tre­ter der lusti­gen PAR­TEI das Grund­recht auf Pri­vat­heit und infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung des poli­ti­schen Geg­ners miss­ach­te­ten und sich uner­laubt in deren Face­book­grup­pen aus­brei­te­ten. Anders­her­um wäre das ver­mut­lich gemein­hin als Pro­to­fa­schis­mus und/oder als sonst­wie ungut wahr­ge­nom­men wor­den, aber wenn man „Sati­re” drauf­klebt, wird es zum Witz. Es ist beäng­sti­gend, wer heut­zu­ta­ge alles wäh­len darf. Die gerech­te Stra­fe aller­dings lässt nicht lan­ge auf sich war­ten: „Klar bür­gen wir für jeman­den. Was? Dann haben wir Pflichten?”

Was jeden­falls ich noch immer lie­ber wäh­le als Par­tei­en: Musik.

Guten Mor­gen.