Es ist Montag, schon jetzt nur schwer zu ertragen. Hier kommt man nur mit Kaffee raus. Der alte Trott muss dennoch wiedergefunden werden, sonst glauben die Leute noch, hier gäbe es immer nur so geilen Scheiß wie vorgestern. Hausgemachte Enttäuschungen sind die besten, das kennt man hier, man will es so.
Wenigstens politisch ist alles in diesem Land im Lot: Teile der deutschen Bundesregierung denken darüber nach, ob es vielleicht allmählich mal Zeit werden könnte, eine etwas weniger nachgiebige Haltung gegenüber der türkischen Innenpolitik — als ginge diese die deutsche Bundesregierung etwas an — walten zu lassen. Wenn es in dieser Geschwindigkeit weitergeht, erhält vielleicht der übernächste türkische Präsident einen vorsichtig formulierten Brief mit der leisen Bitte um Mäßigung.
Der linken Twitteria geht inzwischen, salopp gesagt, voll einer ab, weil Vertreter der lustigen PARTEI das Grundrecht auf Privatheit und informationelle Selbstbestimmung des politischen Gegners missachteten und sich unerlaubt in deren Facebookgruppen ausbreiteten. Andersherum wäre das vermutlich gemeinhin als Protofaschismus und/oder als sonstwie ungut wahrgenommen worden, aber wenn man “Satire” draufklebt, wird es zum Witz. Es ist beängstigend, wer heutzutage alles wählen darf. Die gerechte Strafe allerdings lässt nicht lange auf sich warten: “Klar bürgen wir für jemanden. Was? Dann haben wir Pflichten?”
Was jedenfalls ich noch immer lieber wähle als Parteien: Musik.
Guten Morgen.


