MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: I Like Trains – Kom­pro­mat

iLiKETRAiNS - KompromatLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Über I Like Trains, damals noch inter­es­san­ter sti­li­siert, schrieb ich im März 2012, ich habe „zum Bei­spiel auch die Geschicke von iLi­KE­T­RAiNS nach dem gelun­ge­nen Debüt und dem scheuß­li­chen Zweit­ling kaum mehr wei­ter ver­folgt“. Dabei war es bis 2020 geblie­ben, jetzt aber habe ich Kom­pro­mat gesam­melt in mei­ner Musik­samm­lung gefun­den, näm­lich das dies­jäh­ri­ge Album des­sel­ben Namens (Amazon.de, Band­camp, TIDAL). Es sei, behaup­ten mei­ne Quel­len, das zwei­te Album der eng­li­schen ehe­ma­li­gen Postrock­band seit acht Jah­ren, inso­fern gab es frei­lich auch nicht viel zum Ver­fol­gen.

Die For­mu­lie­rung eben war bewusst gewählt, denn ehe­mals iLi­KE­T­RAiNS haben außer ihrer Schreib­wei­se auch ihren Stil geän­dert. Auf „Kom­pro­mat“ geht es im wei­te­sten Sin­ne um die Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft – end­lich mal wie­der ein Kon­zept­al­bum also.

The truth is a con­stant stream of non-sequi­turs.

Die musi­ka­li­sche Beglei­tung wür­de ich als aus New Wave, Shoe­ga­ze, Trip-Hop und Post­punk (u.a. „Pati­ence Is a Vir­tue“) bestehend beschrei­ben, wür­de ich die Exi­stenz von Gen­res aner­ken­nen, woge­gen ich mich auch wei­ter­hin zu stem­men beab­sich­ti­ge. Sän­ger David Mar­tin als dem Album mit sei­ner Stim­me den letz­ten Schliff ver­pas­send zu bezeich­nen wür­de ich aller­dings dann doch wagen wol­len.

Desi­re is a Mess

Die Vinyl- und CD-Ver­sio­nen des Albums sol­len wegen Coro­na erst Ende Sep­tem­ber ver­füg­bar sein. Na gut, freue ich mich halt noch ein biss­chen län­ger dar­auf.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Sex­ver­bot in Däne­mark

Das hier wird auch noch ein paar Men­schen in Erklä­rungs­not brin­gen:

In Däne­mark soll ein soge­nann­tes Ein­wil­li­gungs­ge­setz wie in Schwe­den ein­ge­führt wer­den.

Denn:

Die Ver­tei­di­ge­rin Met­te Grith Stage befürch­tet, wie eini­ge ande­re Anwäl­te auch, dass das Zustim­mungs­ge­setz zu mehr Fehl­ur­tei­len füh­ren könn­te. Vor allem, wenn der Ange­klag­te nach­wei­sen müss­te, dass es eine Ein­wil­li­gung gege­ben hat­te. Das Gesetz sei unklar. (…) Strit­tig sind die Zei­chen der Ein­wil­li­gung. Einer­seits genüg­ten Küs­se, Flirt­ver­hal­ten sowie das Mit-Nach-Hau­se-Gehen noch nicht als Ein­wil­li­gung. Auf der ande­ren Sei­te heißt es, dass die Ein­wil­li­gung auch non­ver­bal wie etwa durch Küs­se gege­ben wer­den kann.

Ande­rer­seits: Das mit der Über­be­völ­ke­rung hat sich ja dem­nächst dann auch erle­digt.

Netzfundstücke
Fla­res – 8.500 // 2020: Nah­cha­os­er­fah­rung ohne Anfas­sen

Die­ser Arti­kel ist Teil 11 von 20 der Serie Congresskrise(n)

EulstationEs ist Mon­tag. Da es medi­al zur­zeit pan­da­bä­ren­arm zugeht und auch sonst eine gewis­se Put­zig­keit momen­tan aus­bleibt, da das Som­mer­loch 2020 aus Coro­na­grün­den nicht statt­fand (jetzt hat Coro­na auch schon die Pan­da­bä­ren auf dem Gewis­sen!), ist mei­ne momen­ta­ne Lieb­lings­mel­dung auf einem grö­ße­ren Nach­rich­ten­por­tal die­je­ni­ge, dass ver­meint­li­che Schutz­soft­ware PCs gefähr­det. Da hilft nur noch Schutz­soft­ware­schutz­soft­ware! Pan­da­bä­ren zum Bei­spiel wür­den PCs aber auch nicht gefähr­den. Oder doch?

An zwei­ter Stel­le der lustig­sten Nach­rich­ten, die momen­tan kur­sie­ren, steht bei mir die Spe­ku­la­ti­on eines You­Tubers mit beknack­tem Ali­as, dass Dis­ney aus finan­zi­el­len Grün­den mög­li­cher­wei­se bei­zei­ten dar­auf ver­zich­ten wer­de, jeden ihrer Fil­me mit empower­ment zu ver­gäl­len, was, sofern es zutrifft, den Stel­len­wert von Inhal­ten bei heu­ti­gen Fil­me­ma­chern ganz gut auf­zei­gen dürf­te, was wie­der­um erklärt, war­um ich die von mir in den letz­ten Jah­ren gese­he­nen wirk­lich neu­en Kino­fil­me unge­fähr an einer Hand abzäh­len kann. Und zwar nach dem ärger­li­chen Unfall im Säge­werk. – Anders­wo (näm­lich in der „Augs­bur­ger All­ge­mei­nen“) liest man die besorg­te Fra­ge, ob Weih­nach­ten Coro­na zum Opfer fal­le, weil Kir­chen bis auf Wei­te­res eher nicht gut besucht wer­den soll­ten. Aus irgend­ei­nem lang­wei­li­gen Grund sei es doch sehr wich­tig für eine anschei­nend nach­rich­ten­re­le­van­te Zahl an Men­schen, ein­mal im Jahr gemein­sam die Evo­lu­ti­on zu leug­nen. Man ver­sprach mir Ver­lags­ster­ben!

Als eben­so untot erweist sich die Stu­den­ten-CeBIT, die die­ses Jahr wohl statt in einem häss­li­chen Kon­gress­zen­trum im häss­li­chen Inter­net statt­fin­den wird. Das per­sön­li­che Tref­fen, tei­len die CCC-Ver­an­stal­ter mit, sei sehr wich­tig, wes­halb man es die­ses Jahr nicht dazu kom­men las­se oder so, son­dern statt­des­sen die Teil­neh­mer online mit­ein­an­der ver­net­ze. Auch 2020 wur­de es jedoch wie­der ver­säumt, die Namens­rech­te an der CeBIT zu erwer­ben, so dass das welt­weit ein­zi­ge Hacker­tref­fen, auf dem EDV-Affi­ne eine deut­li­che Min­der­heit sind, die von den Ange­rei­sten bestaunt wird wie anders­wo unge­wöhn­li­che Affen im Zoo, statt­des­sen den däm­li­chen Namen „remo­te Cha­os Expe­ri­ence“ tra­gen darf muss. Es wird im ver­link­ten Geschwall dazu auf­ge­ru­fen, den Orga­ni­sa­to­ren mit­zu­tei­len, wel­che Feh­ler sie auf jeden Fall ver­mei­den soll­ten. Ich fin­de das gut und emp­feh­le den Hin­weis zu hin­ter­las­sen, dass man die­ses Jahr viel­leicht mal unge­wohn­te Wege gehen und sich auf EDV und rele­van­te Wis­sen­schaf­ten wie Phy­sik kon­zen­trie­ren könn­te. Das hat bis­her noch nie­mand aus­pro­biert. Her­aus­for­dernd dürf­te es alle­mal sein, die­ses Jahr den regen Dro­gen­han­del („self-medi­ca­ti­on“) zu orga­ni­sie­ren, der in den Vor­jah­ren im „Congress“-Wiki geplant und durch­ge­führt wur­de. Viel­leicht geht da ja was mit der Rohr­post. – Apro­pos: Man kön­ne das Ereig­nis am Jah­res­en­de zusam­men mit der „bevor­zug­ten Infek­ti­ons­ge­mein­schaft“ angucken, wird ver­mit­telt. Ist es noch zu früh für Hero­in­wit­ze?

Ande­re ver­meint­li­che EDV-Fach­dings­da sind auch gera­de wit­zig drauf: Ein bekann­tes Linux­blog etwa emp­fiehlt zur­zeit den Brow­ser Min, der dem Mini­ma­lis­mus frö­ne und sei­nem Namen alle Ehre mache. Der Brow­ser basiert auf Elec­tron und somit Chro­mi­um. Ab wie viel Giga­byte RAM und wie viel CPU-Aus­la­stung im Leer­lauf beginnt eigent­lich die Stu­fe nach dem Mini­ma­lis­mus?

Gute Nach­rich­ten aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten: Ein Gericht hat fest­ge­stellt, dass die NSA die pri­va­ten Gesprä­che von US-Bür­gern gar nicht im gro­ßen Stil hät­te abhö­ren dür­fen. Ich freue mich schon jetzt dar­auf, dass sich aus die­ser Erkennt­nis kei­ner­lei nach­tei­li­ge Kon­se­quen­zen für irgend­ei­nen Täter erge­ben. Wie geht es eigent­lich den Ver­ant­wort­li­chen für den Staats­tro­ja­ner heu­te?

Mir selbst jeden­falls geht es immer bes­ser mit Musik.

FLARES „8.500“ (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Schmis­sig!

Zusam­men mit Jani­ne Wiss­ler, die ihre ableh­nen­de Hal­tung zu dem kapi­ta­li­sti­schen System, in dem sie trotz­dem unbe­dingt gut bezahl­te Funk­tio­nä­rin wer­den will, mit einem unbe­ding­ten Anti­mi­li­ta­ris­mus, der selbst mir ein aner­ken­nen­des Grun­zen abringt, wie­der aus­gleicht, will auch Susan­ne Hen­nig-Well­sow künf­tig die Links­par­tei füh­ren. Offe­ne Wah­len mit Gegen­kan­di­da­ten wären zu gefähr­lich.

Die „taz“ weiß dazu zu jour­na­lie­ren:

Susan­ne Hen­nig-Well­sow hat in Thü­rin­gen Che­fin­nen­po­ten­zi­al bewie­sen.

Weil:

Hen­nig-Well­sow kön­ne gut mit Macht umge­hen, sagt die ehe­ma­li­ge Thü­rin­ger Lin­ken-Abge­ord­ne­te, Sabi­ne Ber­nin­ger, die 2019 aus dem Land­tag aus­schied. „Sie hat eine ver­mit­teln­de Art, kann zuhö­ren und setzt sich mit Argu­men­ten aus­ein­an­der.“

Daher:

Als Kem­me­rich zum Mini­ster­prä­si­den­ten ver­ei­digt wor­den war, schmiss sie ihm mit einem knap­pen Nicken den Blu­men­strauß vor die Füße. Die Frau mit dem Blu­men­strauß saß danach in Talk­shows bei Mar­kus Lanz und Anne Will.

Was man halt so macht als ver­mit­teln­de Che­fin.


Die Welt wird immer gefähr­li­cher; nach den zahl­lo­sen Autos, die dau­ernd irgend­wen erfas­sen, sind neu­er­dings auch aggres­si­ve Stich­waf­fen unter­wegs. Das zumin­dest ver­mit­telt „tagesschau.de“ in einer Mel­dung, die zahl­rei­che Angrif­fe in Bir­ming­ham beschreibt, ohne auch nur im Ansatz zu erwäh­nen, dass die Waf­fen viel­leicht von Men­schen geführt wer­den.

In den Nachrichten
Geben wir Han­no­ver doch den Chi­ne­sen!

Dass ich Han­no­ver für die öde­ste als sol­che zu ver­ste­hen­de Stadt der Welt hal­te, habe ich an die­ser Stel­le und anders­wo in der Ver­gan­gen­heit bereits ange­merkt. Oft sag­te man mir daher nach, ich sei son­der­bar (das stimmt) und die­se Ansicht wer­de nicht oft geteilt (das stimmt nicht).

Einem nicht gerin­gen Teil der Mensch­heit, den Chi­ne­sen, näm­lich gefiel es vor fast vier Jah­ren, Han­no­ver mit­samt sei­nem Per­so­nal nach­zu­bau­en:

Am Diens­tag eröff­net das Vier­tel um die Han­no­ver-Stra­ße im chi­ne­si­schen Chang­de und wird von Ober­bür­ger­mei­ster Scho­stok offi­zi­ell eröff­net. (…) Fabi­an Berndt, Sohn des Grün­ders der han­no­ver­schen Kaf­fee­ma­nu­fak­tur Andre­as Berndt, will der Tee-Nati­on Chi­na das Kaf­fee­trin­ken näher­brin­gen, und direkt gegen­über am zen­tra­len Platz der Ein­kaufs­mei­le erwar­tet die han­no­ver­schen Unter­neh­mer Tor­sten Block und Lutz Käse­mann die Gäste im Restau­rant „deutsch“ mit – der Name sagt’s! – die ersten Gäste mit Appe­tit auf deut­sche Küche.

Trotz der Impor­te aus dem Aus­land resp. Expor­te in das Inland hat­te für das ech­te Han­no­ver­ge­fühl aber noch eine ent­schei­den­de Klei­nig­keit gefehlt, näm­lich, dass die Stadt mit­samt ihrer Kul­tur tou­ri­stisch völ­lig unin­ter­es­sant ist. Die Chi­ne­sen wür­den ihrem Ruf aber nicht gerecht, wür­den sie ihre Kopien west­li­cher Ori­gi­na­le so offen­sicht­lich unecht wir­ken las­sen; so konn­te die „Han­no­ver­sche All­ge­mei­ne“ bereits zwei­ein­halb Jah­re spä­ter die Ent­war­nung ver­kün­den:

Erst war die Eupho­rie groß. Aber das Pro­jekt einer Han­no­ver-Stra­ße in der chi­ne­si­schen 6‑Mil­lio­nen-Stadt Chang­de ist offen­bar geschei­tert. Kaum jemand will dort ein Geschäft betrei­ben. (…) Die mei­sten Geschäf­te ste­hen leer, es fehlt ein­fach an der Kund­schaft.

Da kommt doch end­lich die rich­ti­ge Han­no­ver­stim­mung auf!

Dem Han­no­ve­ra­ner Stadt­mar­ke­ting (was machen die eigent­lich beruf­lich?) gefiel das aus ver­ständ­li­chen Grün­den aber nicht so gut, und so such­te man in Koope­ra­ti­on mit dem orts­an­säs­si­gen (in Han­no­ver, nicht in Chang­de) Lan­des­funk­haus des Nord­deut­schen Rund­funks fie­ber­haft nach einem Aus­weg. Zum Glück gibt es Coro­na:

Hübsch, gedie­gen und teu­er – so prä­sen­tiert sich das nach­ge­bau­te Han­no­ver im chi­ne­si­schen Chang­de. Der frü­he­re Anzugs­punkt für Tou­ri­sten ist wegen Coro­na wie aus­ge­stor­ben.

Das nach­ge­bau­te Han­no­ver war im März 2019 also bereits „offen­bar geschei­tert“, weil am Jah­res­en­de ein Virus auf­tre­ten wür­de, der im fol­gen­den Jahr die dor­ti­gen Geschäf­te schon 2018 geschlos­sen haben wür­de. Ich ver­ste­he.

Ande­rer­seits: End­lich mal ein Zeit­rei­se­vi­rus!


Wit­zi­ge Geschäfts­idee im Übri­gen: Dämo­nen­aus­trei­bung durch Oral­sex.

NetzfundstückeNerdkrams
Jetzt noch schnel­ler nicht fün­dig wer­den dank Goog­le

Völ­lig unbe­ein­druckt von RFC 8890 – das Inter­net sei für sei­ne Nut­zer, nicht für sei­ne Unter­neh­men, da – unter­nimmt Goog­le jetzt einen wei­te­ren Schritt zur Unbrauch­bar­keit als Such­ma­schi­ne, indem aber­mals inhalt­lich irrele­van­te Eigen­schaf­ten eine bestimm­te Sei­te wei­ter unten ein­sor­tiert wer­den las­sen als ande­re Sei­ten. Die bemer­kens­wer­te­ste ist die­se:

Ein­fach aus­ge­drückt bedeu­tet Lar­gest Con­tent Paint, wie schnell Ihr größ­tes Sei­ten­ele­ment (z. B. ein Video oder Bild) dar­ge­stellt wird. Admi­ni­stra­to­ren soll­ten eine Zeit unter 2,5 Sekun­den errei­chen wol­len. Goog­le betrach­tet alles, was län­ger als vier Sekun­den dau­ert, als „unzu­rei­chend“.

(Über­set­zung von mir.)

Ich bin ja der Ansicht, dass eine Soft­ware, die schnell gela­de­nen gegen­über inhalt­lich wert­vol­len Sei­ten den Vor­rang gibt, mög­li­cher­wei­se als moder­ne Kunst ganz inter­es­sant wäre, als „Such­ma­schi­ne“ hin­ge­gen völ­lig unbrauch­bar ist.

„Goo­geln“ – ein recht­schreib­lich schwie­ri­ger Begriff – steht mit der Erklä­rung im Duden, dass man damit eine Recher­che nach Infor­ma­tio­nen im Inter­net aus­drücken wol­le. Mit wel­chem Begriff bezeich­net man aber statt­des­sen den Fokus auf Geschwin­dig­keit?

PolitikMir wird geschlecht
Mehr Jans für Deutsch­land! (4): Zurück­ge­stell­te Ambi­tio­nen

Nach­dem sich jetzt nach einem kur­zen Auf­flam­men ent­spre­chen­der For­de­run­gen schnel­ler als gedacht her­aus­ge­stellt zu haben scheint, dass es gar nicht unbe­dingt eine gute Idee ist, jun­ge Men­schen auf­grund ihres Alters ver­mehrt in die Par­la­men­te zu schub­sen (denn wer sich an die Geschich­te nicht erin­nert, der wird sie wie­der­ho­len), macht ein Poli­ti­ker der rechts­po­pu­li­sti­schen CDU jetzt da wei­ter, wo ande­re längst auf­ge­hört haben:

Frau­en­quo­te hin oder her – es wer­den Män­ner ihre Ambi­tio­nen zurück­stel­len müs­sen, damit mehr Frau­en für CDU (sic! A.d.V.) in Par­la­men­ten sit­zen.

Nun möge man mir eine ent­setz­li­che Nai­vi­tät nach­sa­gen, sofern ich mich irre, aber als ich zuletzt nach­ge­se­hen habe, bestand die Ambi­ti­on eines Poli­ti­kers dar­in, die Inter­es­sen der­je­ni­gen, die ihn bezahlt gewählt haben, in deren Sin­ne im Par­la­ment zu ver­tre­ten. Wird nun aber ein belieb­ter Poli­ti­ker gar nicht erst auf­ge­stellt, damit statt sei­ner eine weni­ger belieb­te Per­son auf­grund irgend­wel­cher Geschlechts­merk­ma­le gewählt wer­den kann, so nimmt das dem Volk nicht nur das Recht, sich für den Kan­di­da­ten zu ent­schei­den, der ihm näher ist, es erweist auch der weni­ger belieb­ten ande­ren Per­son einen Bärin­nen- und Bären­dienst, denn sie ist ja letz­ten Endes statt des­je­ni­gen da, den man haben woll­te, und somit schuld. Das Ergeb­nis der Wahl­pe­ri­ode mag man dann, wenn man nicht auf­ge­passt hat und dar­um Ursa­che und Wir­kung ver­wech­selt, als „Frau­en­hass“ dif­fa­mie­ren, obwohl es mit „Kom­pe­tenz­zu­nei­gung“ viel bes­ser umschrie­ben wäre.

Ande­rer­seits: Wer wählt denn jeman­den von der CDU wegen sei­ner Kom­pe­tenz?

(Teil 1, Teil 2, Teil 3)

In den NachrichtenMontagsmusik
The Far Mea­dow – Dino­saurs // Avan­ti (schwul)!

Na endlich!Es ist Mon­tag. Elon Musk habe, heißt es, ein Schwein gehirn­chip­pen las­sen. Die­se Tech­nik sol­le es irgend­wann ermög­li­chen, die mensch­li­che Intel­li­genz auf eine Stu­fe mit der künst­li­chen zu stel­len. Nach Sich­tung der son­sti­gen Vor­komm­nis­se vom Wochen­en­de rate ich dies­be­züg­lich aller­dings zur Eile. Ande­rer­seits: War­um nicht künf­tig ein­fach von Schwei­nen regie­ren las­sen? Am Fut­ter­trog sich zu sam­meln ist ja bereits jetzt Usus unter den Gewähl­ten und Gewählt­wer­den­den.

Ber­lin hat ein ecki­ges neu­es Logo, das durch Eckig­keit besticht. Die ein­schlä­gi­gen Witz­lein, dass man den Ber­li­ner Bären zum Bei­spiel auch durch ein Kot­häuf­lein erset­zen könn­te, ohne dass sich in der Aus­sa­ge (wel­che Aus­sa­ge?) des Stadt­lo­gos wesent­li­che Ände­run­gen erge­ben wür­den, sind lei­der schon gemacht wor­den, inso­fern bit­te ich das Augen­merk nur dar­auf zu rich­ten, dass auch dies­mal wie­der Jung von Matt das Ergeb­nis zu ver­ant­wor­ten hat. Was machen die eigent­lich beruf­lich? – In den sozia­len Medi­en wur­de, nach­dem die­ses Logo hin­rei­chend hämisch kom­men­tiert wor­den war, erfreut fest­ge­stellt, dass auch in Bie­le­feld künf­tig schwu­le grü­ne Pär­chen dau­er­haft eine Ampel zie­ren sol­len. Das ist nur gerecht, nach­dem Ampeln zuvor jahr­zehn­te­lang unver­schäm­ter­wei­se den Lebens­stil des allein­ste­hen­den Cis­am­pel­männ­chens pro­pa­giert haben. Nie­der mit usw.! Was es aller­dings über eine Gesell­schaft aus­sagt, dass sie irgend­wem irgend­was bewei­sen will, indem sie finan­zi­el­le und zeit­li­che Res­sour­cen auf­wen­det, um die Sexua­li­tät von Ver­kehrs­zei­chen zu ver­deut­li­chen, wird zu sel­ten irgend­wo the­ma­ti­siert. Ob sie denn kei­ne ande­re Sor­gen hät­te, wäre hier ver­mut­lich eine inhalt­lich zu unge­naue Fra­ge, denn die Sor­ge dahin­ter, dass irgend­wel­che Lebens­wei­sen von irgend­wem als nicht trag­bar ange­se­hen wer­den könn­ten, ist ja durch­aus lebens­nah. Inwie­fern jetzt irgend­je­mand aber einen offe­ne­ren Umgang mit einer Sexua­li­tät, die nicht die sei­ne ist, pflegt, weil er täg­lich blö­de Ampel­pär­chen angucken muss, bleibt hin­sicht­lich des Kosten-Nut­zen-Ver­hält­nis­ses noch unklar. In Ita­li­en leuch­te­te bis vor nicht sehr lan­ger Zeit schlicht „AVANTI“ auf den Ampeln, wenn man rüber­ge­hen durf­te. Wen das wohl wie­der unter­drückt hat?

Na, auch Lust auf ein Grund­ein­kom­men? Kein Pro­blem, nur kurz der NSA ein paar Daten geben und schon kann es los­ge­hen. Neu­er­dings kann man dafür auch noch ein­fa­cher als bis­her Slack nut­zen. Ist viel bes­ser als das IRC, man las­se sich da nichts ein­re­den.

Unbe­strit­ten unge­schla­gen aber ist und bleibt: Musik.

The Far Mea­dow – Dino­saurs (Mul­ti­cam)

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeNerdkrams
Digi­tal­cou­ra­ge: Abge­nu­udelt.

Durch die sozia­len Medi­en wird momen­tan wie­der ein Ter­min­fin­dungs­werk­zeug des digi­tal­cou­ra­ge e.V., bekannt durch sei­ne daten­schutz­feind­li­che Web­site getrie­ben, über das im Janu­ar 2020 fol­gen­de Pres­se­mit­tei­lung raus­ge­ge­ben wur­de:

Digi­tal­cou­ra­ge ruft alle, die im Inter­net Web­sites betrei­ben, ver­ant­wor­ten oder pro­gram­mie­ren auf, Dien­ste im Netz auf Daten­spar­sam­keit und Daten­schutz zu opti­mie­ren und nicht Bequem­lich­keit und Daten­sam­me­lei in den Vor­der­grund zu stel­len. (…) „Bis­her konn­ten wir kein Umfra­ge-Tool vor­be­halt­los emp­feh­len“, sagt Chri­sti­an Pietsch von Digi­tal­cou­ra­ge. „Des­halb haben wir selbst eins auf­ge­setzt, von dem wir wis­sen, dass es maxi­mal daten­spar­sam arbei­tet und auf inte­grer Hard­ware läuft.“

Setzt man nun also – wie vom Ver­ein wei­ter­hin emp­foh­len – eine Java­Script-Blocka­de ein und ver­sucht den maxi­mal daten­spar­sa­men Ter­min­su­cher auf­zu­ru­fen, der ja im Wesent­li­chen nichts ande­res als ein paar HTTP-POST-Anfra­gen ver­ar­bei­ten muss, pas­siert das hier:

[missing key: Step 1.Javascript is disabled on your browser. Its activation is required to create a poll.]

Ich wer­de manch­mal gefragt, war­um ich den digi­tal­cou­ra­ge e.V., anders als so vie­le ande­re durch­aus auch tech­nik­na­he Men­schen, nicht als netz­po­li­tisch kom­pe­ten­ten Ver­ein emp­fin­de. Ich wünsch­te, ich hät­te dar­auf kei­ne Ant­wort.

Sonstiges
Kurz gefragt zu gött­li­chen Ver­schwö­rungs­theo­rien

Was genau unter­schei­det eigent­lich die (all­seits ver­pön­te und poli­tisch nicht gewoll­te) Annah­me, Bill Gates und/oder eine Grup­pe von Ech­sen­men­schen war­te nur noch auf den rich­ti­gen Zeit­punkt, alle, die nicht auf der rich­ti­gen Sei­te ste­hen, mit einem Chip zu imp­fen, um sie end­lich als rei­cher Welt­herr­scher unter­tan zu machen, von der (all­seits belieb­ten und poli­tisch geför­der­ten) Annah­me, ein vor Jahr­tau­sen­den nicht ganz Ver­stor­be­ner war­te nur noch auf den rich­ti­gen Zeit­punkt, um zusam­men mit allen, denen er wohl­ge­son­nen ist und die daher nicht zu ewi­gem Leid ver­dammt sein wer­den, ein neu­es Welt­reich zu regie­ren?

In den NachrichtenNerdkrams
Nix kön­nen, dafür mehr dür­fen

Ich habe seit dem Lesen einer Nach­richt eine fan­ta­sti­sche Idee:

Im wei­te­ren Ver­lauf des Pro­zess­ta­ges wur­den fünf Zeu­gen ange­hört, die alle beim BKA mit Ermitt­lun­gen zum Online-Ver­hal­ten des Ange­klag­ten betraut waren. Es ent­stan­den dabei Zwei­fel an der Kom­pe­tenz der Poli­zei­kräf­te in die­sem Bereich und an der Sinn­haf­tig­keit der Ermitt­lungs­struk­tu­ren. Mehr­fach leg­ten Fra­gen der Neben­kla­ge-Ver­tre­te­rin­nen offen, dass ver­meint­li­che Ermitt­lungs­er­geb­nis­se, etwa über die Funk­ti­ons­wei­se von Image­boards oder die dort geteil­te Inhal­te, ledig­lich aus ande­ren Berich­ten oder offen zugäng­li­chen Arti­kel abge­schrie­ben wur­den.

Geben wir dem BKA doch noch mehr Mög­lich­kei­ten, Scha­den über ein ihm frem­des Medi­um auf ihm frem­den Gerä­ten anzu­rich­ten! Geben wir doch einem Klein­kind einen Auto­schlüs­sel! Wird schon gut gehen. Ist ja gegen Ter­ro­ris­mus.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Pis­se – LP

Pisse - LPLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Das in die­sem Jahr raus­ge­kom­me­ne unge­fähr sech­ste Album „LP“ (Amazon.de) der „deutsch­land­weit bekann­ten“ (Wiki­pe­dia; sie­he aber auch „hei­se online“) Punk­band Pis­se aus aus­ge­rech­net Hoyers­wer­da fand sei­nen Weg auf den Sta­pel der Plat­ten, die ich mal hören woll­te, vor allem über den Band­na­men. So was bleibt hän­gen, da bin ich aus­nahms­wei­se mal ganz schlicht gestrickt.

Musi­ka­lisch kommt immer­hin nicht aus­schließ­lich Rotz­punk („Feind/Fehler“) her­aus, son­dern die Band bedient sich, bewusst oder unbe­wusst, aus einem wei­ten Feld vol­ler Vor­bil­der von Fehl­far­ben über Fee­ling B bis hin zu den Die Ner­ven. Das Inter­net freut sich dar­über, dass Pis­se auch ein The­re­min ein­set­zen und mal eine Vor­band namens Fickr hat­ten, ich wie­der­um lese die Tex­te und bin irgend­was zwi­schen amü­siert und ent­setzt.

Pis­se – LP – 05 Zu viel Speed

Und Coun­try kommt auch drin vor!

Anders gesagt: Herr­je, ist das furcht­bar.

Pis­se – LP – 02 Duracell

Das ist der­ma­ßen furcht­bar, dass ich fast gewillt bin, es zu emp­feh­len, denn wenn eins im Plat­ten­schrank fehlt, dann ja wohl furcht­ba­re „Pis­se“! Wir sind ja nicht zum Spaß hier.