In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Estam­pie – Reis glo­ri­os // Nu sker det!

zzzzzzEs ist Mon­tag. Die­se ver­damm­te Son­ne ist schon wie­der da und immer noch wach­sen beim hie­si­gen Spät­som­mer­wet­ter (Regen und Son­ne im ste­ten Wech­sel) bloß irgend­wel­che ollen Blu­men, aber kei­ne Pan­da­bä­ren am Weges­rand. Ich pran­ge­re das an.

Aus­nahms­wei­se mal gute Nach­rich­ten am Anfang: Auch der Süd­schles­wig­sche Wäh­ler­ver­band wird bei der näch­sten Bun­des­tags­wahl wähl­bar sein, wenn auch nur in Schles­wig-Hol­stein. Als Min­der­hei­ten­par­tei ste­hen sei­ne Chan­cen, in den Bun­des­tag ein­zu­zie­hen, gar nicht schlecht. Wenn wir eins aus Thü­rin­gen gelernt haben, dann, dass man sich gera­de vor der klein­sten Par­tei in Acht neh­men soll­te. War­um nicht mal ein däni­scher Bun­des­prä­si­dent? Ande­re Par­tei­en möch­ten – gleich­falls seit Thü­rin­gen – lie­ber nie­man­dem mehr vor den Kopf sto­ßen und bevor­zu­gen das Schlin­gern im Feld des Aus­tausch­ba­ren. Um die F.D.P. ist es wirk­lich, wirk­lich scha­de. Libe­ra­lis­mus war eigent­lich eine ganz gute Grund­idee. – Zur offen ver­fas­sungs­feind­li­chen SPD ande­rer­seits hat aus­ge­rech­net Fabio de Masi am 9. Sep­tem­ber etwas von Zitat­wert gesagt: „Herr Scholz führ­te aus, dass Herr Olea­ri­us ein Mann sei, der sich über die Jahr­zehn­te gro­ße Aner­ken­nung in Ham­burg erwor­ben habe. Er hat Ham­burg jedoch um min­de­stens 160 Mil­lio­nen Euro Steu­er­gel­der betro­gen.“ Was darf Sati­re und war­um führt sie eine ehe­ma­li­ge Volks­par­tei?

Das Free­BSD-Pro­jekt steigt von Sub­ver­si­on aus­ge­rech­net auf Git um. Ein län­ge­rer Blog­ar­ti­kel fasst die Grün­de so zusam­men, dass Sub­ver­si­on zwar tech­nisch auch wei­ter­hin das bes­se­re System sei, aber man es vom Nach­wuchs nicht mehr ver­lan­gen kön­ne, etwas ande­res als Git zu ler­nen. Dafür gebe man dann auch gern enor­me Vor­tei­le wie Schlüs­sel­wör­ter im Code auf. Ich mei­ne mich an eine Zeit erin­nern zu kön­nen, in der man tech­ni­sches Kön­nen noch als Vor­aus­set­zung und nicht als aus­zu­räu­men­de Hür­de betrach­tet hat, aber ich erin­ne­re mich auch noch an eine Zeit vor Git und weiß daher das Für und Wider von Alter­na­ti­ven abzu­wä­gen. Der ver­meint­li­che Fort­schritt der Soft­ware­ent­wick­lung erin­nert mich zuse­hends mehr an ein enger wer­den­des Kor­sett. Ich freue mich auf den Tag, an dem das Mate­ri­al nach­gibt.

„hei­se online“ berich­te­te die­ser Tage von der Ver­lei­hung der Big Brot­her Awards, mit denen Über­wa­chungs­dep­pen geehrt wer­den, bin­det im dazu­ge­hö­ri­gen Arti­kel aller­dings unzäh­li­ge Fremd­quel­len, dar­un­ter man­cher­lei Rekla­me und son­sti­ger Goo­gle­mist, ein. Mich wun­dert, dass dafür noch kein Preis ver­ge­ben wur­de. Apro­pos: Soft­ware habe einen Men­schen umge­bracht und irgend­wel­che Hacker sei­en dar­an schuld, quatscht der gehack­te Admi­ni­stra­tor, des­sen Arbeit anschei­nend auch bes­ser von einem Robo­ter erle­digt wer­den soll­te. Es ist grau­en­voll.

Ich begin­ne die Woche lie­ber etwas schö­ner, zum Bei­spiel mit Musik.

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Shem – No Songs, Just Sound

Shem - No Songs, just SoundLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Ich mag es ja ein biss­chen, wenn ich von einem Musik­al­bum nicht nega­tiv über­rascht wer­de. „No Songs, Just Sound“, drei Jah­re nach den ersten Auf­nah­men die­ses Jahr end­lich erschie­nen, vom Stutt­gar­ter Quin­tett Shem (Amazon.de, Bandcamp.com), bil­det da kei­ne Aus­nah­me: Lie­der gibt es hier nicht, wohl aber eine Viel­zahl an Klän­gen.

Shem spie­len einen instru­men­ta­len psy­che­de­lic rock mit deut­li­chem Kraut-Anstrich, der sich sowohl in der atmo­sphä­ri­schen Wei­te, die beson­ders gut erst­mals im zwei­ten Stück „Kon­voi“ (mit fast acht Minu­ten Spiel­zeit noch der kür­ze­ste track) zu spü­ren ist, als auch im moto­ri­schen Spiel des Schlag­zeu­gers „Ben­ja­min“ – Nach­na­me unbe­kannt – aus­ma­chen lässt. Gele­gent­lich („Säu­re“) ver­su­chen sich die bei­den Gitar­ri­sten auch an pun­k­ori­en­tier­ten Jams, was nicht mal einen Stil­bruch dar­stellt, son­dern sich pri­ma ins Gesamt­bild ein­fügt, indem elek­tro­ni­sches Wabern und Zir­pen das Gespiel­te zu Spa­ce­rock wer­den lässt. Geschrie­ben klingt das furcht­bar, gehört klingt es famos.

Von wegen nur Klang!

Mir wird geschlecht
Kurz ange­merkt zur Bun­des­frau­en­kon­fe­renz

Jedes Mal, wenn eine ver­meint­lich moder­ne Par­tei wie die „Grü­nen“ in alte Muster zurück­fällt und zwar nicht mehr von „Schwarz­gast“ und „Schrift­stel­ler­ju­de“ spricht, wohl aber eine ande­re ange­bo­re­ne bio­lo­gi­sche Eigen­schaft zur Kate­go­ri­sie­rung von Men­schen miss­braucht, indem sie zu eini­gen ihrer Tref­fen nur die­je­ni­gen ein­lädt, die nicht mit dem Makel „Mann­sein“ behaf­tet sind, fällt es mir aus­ge­spro­chen schwer, mir nicht bild­lich vor­zu­stel­len, ob Män­ner wie Cem Özd­emir und Robert Habeck, die frei­wil­lig Geld dafür zah­len, auf­grund ihres Penis­ses benach­tei­ligt zu wer­den, nicht mit einer preis­wer­ten Domi­na bes­ser bedient wären.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
💩 (8)

Puh, na „end­lich“:

Das der­zei­ti­ge Emo­ji für einen bär­ti­gen Mann wird 2021 eine gen­der­in­k­lu­si­ve Über­ar­bei­tung erfah­ren.

(Über­set­zung von mir.)

End­lich gehört das lästi­ge all­täg­li­che Pro­blem, die Emo­ti­on einer Frau mit Bart nicht rich­tig dar­stel­len zu kön­nen, der Ver­gan­gen­heit an!

Ist die­ses UTF-16 nicht irgend­wann mal voll?

Politik
Hoff­nung Dexit (4): Bür­ger­nah woan­ders sein.

Die von kei­nem Volk gewähl­te EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin hat dies­mal sogar die ARD irri­tiert, als sie unter ande­rem mit­teil­te, dass es viel­leicht eine gute Idee sei, alle Bür­ger anlass­los über­wa­chen zu las­sen. Die sonst von Selt­sa­men wegen ihrer Staats­nä­he ange­pran­ger­ten Öffent­lich-Recht­li­chen fas­sen die doch recht lan­ge Rede so zusam­men:

Wenn es noch eines Bewei­ses bedurf­te, wie weit die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on mitt­ler­wei­le von den rea­len Pro­ble­men ihrer Bür­ger ent­fernt ist, hat Ursu­la von der Ley­en den heu­te erbracht.

Haha, die­se Bri­ten. Die wis­sen ja gar nicht, was ihnen ent­geht.

Es ist nicht alles schlecht in Groß­bri­tan­ni­en.

In den Nachrichten
Drei Vier­mal die Chri­sten

Eins:

„Des­halb noch­mal beson­ders in die Ohren von ‚Christ‘-Demokraten gespro­chen: Der barm­her­zi­ge Sama­ri­ter, der hat auch sei­nen Man­tel geteilt und nicht erst gewar­tet, bis irgend­je­mand gekom­men ist und gesagt hat: Ich wäre auch noch bereit.“ Mit die­sen Wor­ten for­der­te die Grü­nen­po­li­ti­ke­rin Kat­rin Göring-Eckardt im Inter­view mit dem ZDF Hil­fe für die in Not gera­te­nen Men­schen des (mut­maß­lich durch Brand­stif­tung) nie­der­ge­brann­ten Flücht­lings­la­gers Moria.

Der hei­li­ge Mar­tin hin­ge­gen war der mit dem Fass um den Hals, oder?


Zwei:

Der Gesetz­ent­wurf zum Lob­by­re­gi­ster von CDU/CSU und SPD macht Aus­nah­men für kirch­li­che Lob­by­bü­ros (…) und isla­mi­sche Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten (…)

Säku­la­ris­mus? Aber doch nicht jetzt!


Drei:

Die Katho­li­sche Stu­die­ren­de Jugend (KSJ) schreibt „Gott“ ab sofort mit einem Gen­der­stern. Mit einer neu­en Kam­pa­gne wol­le man sich für ein ande­res Got­tes­bild stark­ma­chen, „weg von dem stra­fen­den, alten, wei­ßen Mann mit Bart hin zu einer Got­tesviel­falt“, teil­te die KSJ am Frei­tag mit.


Vier, einen noch fürn Weg:

Ein Unter­neh­mer aus Aich­ach bei Augs­burg hat sich laut Medi­en­be­rich­ten vom Diens­tag den als Jesu Kreu­zes­in­schrift bekann­ten Begriff „INRI“ als EU-wei­te Mar­ke gesi­chert. Die Ein­tra­gung gilt dem­nach für die vier Nut­zer­klas­sen Leder­wa­ren, Tex­til, Kos­me­ti­ka und Geträn­ke.

Ein Teil davon ver­stört mich. Es sind nicht die Geträn­ke.

In den NachrichtenMontagsmusik
Beard­fi­sh – Until You Com­ply (live) // Hur­ra: Plat­ten end­lich teu­er!

War nie wirklich weg, hab mich nur versteckt.Es ist Mon­tag. Coro­na macht vie­les zur­zeit schwer umsetz­bar, aber das, was 2020 wirk­lich zählt, bleibt unge­bro­chen: Es wer­den wie­der Exor­zi­sten aus­ge­bil­det. Wie­der ein Pro­blem, das man gar nicht hät­te, wenn man Men­schen durch Pan­da­bä­ren ersetz­te.

Sati­re gefäl­lig? Postil­lon. Neben­bei sieht man wie­der, wor­an Kaba­rett in Deutsch­land schei­tert: Men­schen joh­len, klat­schen, gehen nach Hau­se und wäh­len dann doch bei der näch­sten Gele­gen­heit wie­der die schreck­li­che väter­kri­ti­sche SPD irgend­wo­hin, etwa gestern wie­der in Nord­rhein-West­fa­len. Schreck­lich, schreck­lich.

Bei Ama­zon sitzt jetzt die NSA im Vor­stand. Was hat Bill Gates denn jetzt schon wie­der vor?

Ein ehe­ma­li­ges EDV-Maga­zin aus Han­no­ver berich­te­te, dass in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten erst­mals wie­der mehr Umsatz mit Schall­plat­ten als mit CDs erzielt wur­de, was ja eigent­lich nur bedeu­tet, dass Vinyl teu­rer ist als CDs, aber Gewinn und Umsatz aus­ein­an­der­hal­ten zu kön­nen ist eben nicht mehr zeit­ge­mäß; fast wie EDV-Maga­zi­ne, möch­te ich hin­zu­fü­gen.

Immer aktu­ell und nie­mals ana­chro­ni­stisch hin­ge­gen: Musik.

Beard­fi­sh – Until You Com­ply [Live]

Guten Mor­gen.

NetzfundstückePiratenparteiWirtschaft
Bedingt bedin­gungs­los (Nach­trag).

2018 nann­te ich die Ver­fech­ter eines bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­mens die sozia­li­sti­sche Nach­hut der Pira­ten­par­tei. Gestern aber las ich in einer zu lan­gen Ver­laut­ba­rung der sozia­li­sti­schen DKP, ein sol­ches Grund­ein­kom­men sei viel­mehr ein Vehi­kel des Kapi­tals, um den eige­nen Sta­tus wei­ter­hin hal­ten zu kön­nen.

Erstaun­lich, wo heu­te über­all der Neo­li­be­ra­lis­mus lau­ert.

PolitikNetzfundstücke
Annah­men zum Links­sein (10): Erfolg gibt der Selbst­auf­ga­be Recht.

Ich, 2018:

Das Kon­zept einer „Arbei­ter­par­tei“ ist im 21. Jahr­hun­dert auf­grund des im All­tag weit­ge­hend abge­schaff­ten sozia­len Klas­sen­sy­stems bei gleich­zei­ti­ger Vor­herr­schaft rei­cher Tau­ge­nicht­se in eben­sol­chen Par­tei­en gegen­stands­los gewor­den und sein all­mäh­li­ches Ver­ge­hen für eine vor­wärts­ge­wand­te Gesell­schaft unbe­dingt not­wen­dig.

Inge Han­ne­mann, 2020:

Ich habe kei­ne Ant­wor­ten mehr, wenn mich auf der Stra­ße, wenn mich bun­des­wei­te Emails, Anru­fe oder Nach­rich­ten via Sozia­le Netz­wer­ke errei­chen, die nach dem ver­lo­re­nen gegan­gen Enga­ge­ment der Lin­ken gegen­über Erwerbs­lo­sen, pre­kär Beschäf­tig­ten, Men­schen mit Behin­de­rung, Sozi­al­lei­stungs­be­rech­tig­ten oder Erwerbs­un­fä­hi­gen suchen und fra­gen.

Der Elfen­bein­turm derer, die sich mit den Paro­len der Armen ein gesun­des Aus­kom­men vom Ein­kom­men erwirt­schaf­tet haben, ver­fügt inzwi­schen über beein­drucken­de Selbst­schuss­an­la­gen.

Es erge­be kei­nen Sinn, die DKP oder die MLPD zu wäh­len, wenn man sich für die nie­de­ren Schich­ten ein­set­zen möch­te, weil doch Die Lin­ke™ bereits über all deren Posi­tio­nen ver­fü­ge und eine star­ke Lin­ke wich­tig sei, las ich die­ser Tage. Unklar bleibt, für wen.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „Echt nicht schlecht, so’n Helm!“

Die „Süd­deut­sche Zei­tung“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) ver­sucht sich neu­er­dings an Daten­schutz:

Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Twitter angereichert. Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.

Die­ser freund­li­che Hin­weis ist ein­ge­bet­tet in eine Sei­te, auf der das Webb­koll zur­zeit Anfra­gen an 15 ver­schie­de­ne exter­ne Hosts, dar­un­ter unter ande­rem meh­re­re der Rekla­me­kon­zer­ne Goog­le und Taboola, iden­ti­fi­ziert.

Naja, wenig­stens kein Twit­ter.

PolitikIn den Nachrichten
O tem­po­ra, o Moria

Saskia Esken, Twit­ter:

Die Bil­der aus Moria sind erschüt­ternd, und sie sind eine Schan­de für Euro­pa. Wir müs­sen umge­hend Hil­fe vor Ort lei­sten und die Men­schen, dar­un­ter vie­le Fami­li­en und Kin­der, da raus­ho­len. Die BuReg muss jetzt den Weg frei­ma­chen für die Auf­nah­me[.]

Saskia Esken, Bun­des­tag und BuReg:

Nein.

War­um genau schafft die­se Par­tei eigent­lich immer noch den Sprung über die 5‑Pro­zent-Hür­de?

NetzfundstückeNerdkrams
Tore zum Mist­mach­web (7): Aus Bequem­lich­keit durchs Bläh­web

Eine weit­hin unbe­ach­te­te Kon­se­quenz aus dem unge­hin­der­ten Trei­ben der Lit­fass­säu­len­be­trei­ber im Web, derer ich mir so zuvor noch gar nicht bewusst gewe­sen war, ist, dass das Ver­fol­gen per Fin­ger­ab­druck ihret­we­gen zwin­gend mög­lich ist, wie ich einem eng­lisch­spra­chi­gen Arti­kel (im Fol­gen­den aus­zugs­wei­se über­setzt) ent­neh­men konn­te.

Die­ser berich­tet davon, dass App­les Kampf gegen über­all ihre ekli­gen Brüll­ban­ner hin­hän­gen­de Auf­merk­sam­keits- und Daten­pa­ra­si­ten („Wer­be­indu­strie“) im Wesent­li­chen bereits ver­lo­ren ist. Apple hat­te letz­te Woche ange­kün­digt, eine Funk­ti­on, die das Sam­meln von Daten zu Spam­zwecken erschwert, vor­erst aus­zu­set­zen, damit die Aus­ge­sperr­ten genug Zeit haben, sich neue Mög­lich­kei­ten aus­zu­den­ken, irgend­wie an die­se Daten zu kom­men; was man halt so für wich­tig hält, wenn man sich als Daten­schutz­kon­zern pro­fi­lie­ren möch­te.

„9to5mac“ nun ent­warnt in ein­gangs erwähn­tem Arti­kel:

Letzt­end­lich wird App­les jüng­ster Schritt zu mehr Pri­vat­sphä­re kei­nen gro­ßen Unter­schied aus­ma­chen: Es gibt bereits eine neue Mög­lich­keit, wie Wer­ber uns ver­fol­gen kön­nen, und dage­gen kann Apple wenig tun – digi­ta­le Fin­ger­ab­drücke.

Das bedeu­tet, dass Web­brow­ser beim Auf­ruf von Web­sites bestimm­te gerä­te­spe­zi­fi­sche Daten auf dem Ser­ver hin­ter­las­sen, was, wie unter ande­rem Pan­op­ticlick zeigt, es oft ermög­licht, ein Gerät ein­deu­tig zu iden­ti­fi­zie­ren und im Fol­gen­den zwecks Ver­hal­tens­ana­ly­se gezielt durchs Web zu ver­fol­gen. War­um das „Track­ing“ und nicht „Stal­king“ heißt und wahr­schein­lich des­halb auch mit weni­ger har­ten Stra­fen belegt wird, erschließt sich mir im Übri­gen nicht.

Der Teil des Tex­tes, der in mir ein leich­tes Unwohl­sein aus­ge­löst hat, ist aber die­ser:

Immer, wenn Sie eine Web­site besu­chen, reicht der Brow­ser ein paar Daten wei­ter, mit­hil­fe derer sicher­ge­stellt wer­den soll, dass die Sei­te auf Ihrem Gerät kor­rekt dar­ge­stellt wird. (…) Apple könn­te auch dage­gen kämp­fen, indem es es Ihnen ermög­licht, eini­ge der Infor­ma­tio­nen zu fäl­schen, genau wie Sie Ihre MAC-Adres­sen fäl­schen kön­nen, wenn Sie sich in ein öffent­li­ches WLAN ein­wäh­len. Vie­le der Infor­ma­tio­nen kön­nen aber nicht gefälscht wer­den, sonst wer­den Web­sei­ten nicht mehr rich­tig dar­ge­stellt.

Man schel­te mich einen unge­bil­de­ten Men­schen, wenn ich falsch lie­ge, aber mein begrenz­tes Fach­wis­sen in so Inter­net­din­gen ließ mich bis­her anneh­men, dass die Dar­stel­lung einer Web­site zur Gän­ze im Web­brow­ser erzeugt wird und der ange­frag­te Ser­ver somit von dem anfra­gen­den Gerät weder eine Liste der instal­lier­ten Schrift­ar­ten noch die ein­ge­stell­te Zeit­zo­ne und nicht mal unbe­dingt Hin­wei­se zum ein­ge­setz­ten Betriebs­sy­stem oder zur Farb­tie­fe des Bidschirms benö­tigt. Auch kei­ne mir bekann­te Web­an­wen­dung wür­de auf­hö­ren kor­rekt zu funk­tio­nie­ren, wenn man ihr all das ver­wehr­te.

Manch­mal wünsch­te ich mir mehr Wut­bür­ger im Inter­net.