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Tore zum Mist­mach­web (7): Aus Bequem­lich­keit durchs Bläh­web

Eine weit­hin unbe­ach­te­te Kon­se­quenz aus dem unge­hin­der­ten Trei­ben der Lit­fass­säu­len­be­trei­ber im Web, derer ich mir so zuvor noch gar nicht bewusst gewe­sen war, ist, dass das Ver­fol­gen per Fin­ger­ab­druck ihret­we­gen zwin­gend mög­lich ist, wie ich einem eng­lisch­spra­chi­gen Arti­kel (im Fol­gen­den aus­zugs­wei­se über­setzt) ent­neh­men konn­te.

Die­ser berich­tet davon, dass App­les Kampf gegen über­all ihre ekli­gen Brüll­ban­ner hin­hän­gen­de Auf­merk­sam­keits- und Daten­pa­ra­si­ten („Wer­be­indu­strie“) im Wesent­li­chen bereits ver­lo­ren ist. Apple hat­te letz­te Woche ange­kün­digt, eine Funk­ti­on, die das Sam­meln von Daten zu Spam­zwecken erschwert, vor­erst aus­zu­set­zen, damit die Aus­ge­sperr­ten genug Zeit haben, sich neue Mög­lich­kei­ten aus­zu­den­ken, irgend­wie an die­se Daten zu kom­men; was man halt so für wich­tig hält, wenn man sich als Daten­schutz­kon­zern pro­fi­lie­ren möch­te.

„9to5mac“ nun ent­warnt in ein­gangs erwähn­tem Arti­kel:

Letzt­end­lich wird App­les jüng­ster Schritt zu mehr Pri­vat­sphä­re kei­nen gro­ßen Unter­schied aus­ma­chen: Es gibt bereits eine neue Mög­lich­keit, wie Wer­ber uns ver­fol­gen kön­nen, und dage­gen kann Apple wenig tun – digi­ta­le Fin­ger­ab­drücke.

Das bedeu­tet, dass Web­brow­ser beim Auf­ruf von Web­sites bestimm­te gerä­te­spe­zi­fi­sche Daten auf dem Ser­ver hin­ter­las­sen, was, wie unter ande­rem Pan­op­ticlick zeigt, es oft ermög­licht, ein Gerät ein­deu­tig zu iden­ti­fi­zie­ren und im Fol­gen­den zwecks Ver­hal­tens­ana­ly­se gezielt durchs Web zu ver­fol­gen. War­um das „Track­ing“ und nicht „Stal­king“ heißt und wahr­schein­lich des­halb auch mit weni­ger har­ten Stra­fen belegt wird, erschließt sich mir im Übri­gen nicht.

Der Teil des Tex­tes, der in mir ein leich­tes Unwohl­sein aus­ge­löst hat, ist aber die­ser:

Immer, wenn Sie eine Web­site besu­chen, reicht der Brow­ser ein paar Daten wei­ter, mit­hil­fe derer sicher­ge­stellt wer­den soll, dass die Sei­te auf Ihrem Gerät kor­rekt dar­ge­stellt wird. (…) Apple könn­te auch dage­gen kämp­fen, indem es es Ihnen ermög­licht, eini­ge der Infor­ma­tio­nen zu fäl­schen, genau wie Sie Ihre MAC-Adres­sen fäl­schen kön­nen, wenn Sie sich in ein öffent­li­ches WLAN ein­wäh­len. Vie­le der Infor­ma­tio­nen kön­nen aber nicht gefälscht wer­den, sonst wer­den Web­sei­ten nicht mehr rich­tig dar­ge­stellt.

Man schel­te mich einen unge­bil­de­ten Men­schen, wenn ich falsch lie­ge, aber mein begrenz­tes Fach­wis­sen in so Inter­net­din­gen ließ mich bis­her anneh­men, dass die Dar­stel­lung einer Web­site zur Gän­ze im Web­brow­ser erzeugt wird und der ange­frag­te Ser­ver somit von dem anfra­gen­den Gerät weder eine Liste der instal­lier­ten Schrift­ar­ten noch die ein­ge­stell­te Zeit­zo­ne und nicht mal unbe­dingt Hin­wei­se zum ein­ge­setz­ten Betriebs­sy­stem oder zur Farb­tie­fe des Bidschirms benö­tigt. Auch kei­ne mir bekann­te Web­an­wen­dung wür­de auf­hö­ren kor­rekt zu funk­tio­nie­ren, wenn man ihr all das ver­wehr­te.

Manch­mal wünsch­te ich mir mehr Wut­bür­ger im Inter­net.

Senfecke:

  1. Immer­hin löst sich für mich eines der größ­ten Rät­sel seit 1990.
    All die Jah­re habe ich mich gefragt, wer eigent­lich die Ver­lu­ste aus dem Smart­phone-Ver­kauf trägt. Seit fast 30 Jah­ren wer­den, in Kom­bi­na­ti­on mit einem Ver­trag, Han­dys mehr oder weni­ger für Umme raus­ge­hau­en.
    Bis­her hat­te ich da allei­ne die Geheim­dien­ste in Ver­dacht. Aber wenn die Wer­bung mit­macht, sind es schon 4 Play­er, Her­stel­ler, Netz­be­trei­ber, Gehei­me und Wer­ber.
    Das rech­net sich dann schon.
    Und selbst­ver­ständ­lich muss das Gerät ein­deu­tig iden­ti­fi­ziert wer­den, sonst ist für Daten-Heh­ler und Schlapp­hü­te unin­ter­es­sant.

  2. Oh je und ich dach­te, dass es aus­reicht, mir mei­nen aus Alu­fo­lie geba­stel­ten Hut auf­zu­set­zen, bevor ich einen Brow­ser öff­ne. Aber huch, ich irre mich – das war ja nur gegen die Strah­lung! Naja egal, sieht auch nicht ganz so modisch aus, wes­halb ich es jetzt wohl las­sen wer­de, hihihi.

    Ein wirk­lich sehr schön geschrie­be­ner Arti­kel.

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