Wo muss denn unbedingt mehr weniger Internet rein?
Richtig: In die Wasserversorgung in Florida.
Wo muss denn unbedingt mehr weniger Internet rein?
Richtig: In die Wasserversorgung in Florida.
Was ja bisher auch niemand so recht zu beantworten wusste: In der offenbar unbesiegbaren Diskussion über ein Verwerterrecht, das schrittweise das Urheberrecht abzulösen droht, ist auch weiterhin von „Leistungsschutz für Presseverleger“ und „faire[r] Beteiligung“ die Rede. Welche Leistung soll da wovor geschützt werden und für wen ist es fair, dem Bäcker die Einnahmen für den selbst hergestellten Kuchen zugunsten irgendwelcher Anzugträger anteilig zu verwehren?
Es ist Montag. Stöhnt meine IP-Adresse! In der jüngst vergangenen Nacht wurde in den USA der „Super Bowl“ ausgetragen, die Weltmeisterschaft der US-amerikanischen American-Football-Mannschaften. Ich bin für diese Meisterschaft sehr dankbar, denn so kann ich zufrieden feststellen, dass ich Fußballgucken gar nicht für die uninteressanteste Freizeitbeschäftigung der Deutschen halte. Und die Regeln verstehe ich auch nicht so gut.
Unfallmeldungen mit Autofahrerbeteiligung (ca.:) „Ein Schütze verlor die Kontrolle über seine Pistole.“ Der „Postillon“ fragt sich ähnlich satirisch, ob es vielleicht doch nicht so klug sei, hierzulande gescheiterte Politiker zu EU-Politikern runterzubefördern. Man muss die Woche ja auch mal mit etwas Witz beginnen.
Weniger witzig: Ausgerechnet in der „EMMA“ warnt eine „französische Linke“ (ebd.): „[Die] Tyrannei des Beleidigtseins erstickt uns.“ Ist es kulturelle Aneignung, wenn ich diese Feststellung als zweifellos alter weißer Mann für unterstützenswert halte? Lesenswert ist das dort Gelesene in jedem Fall, denn der „EMMA“ kann man sicherlich manches vorwerfen, aber einer Frau, das berichten so Aktivisten, wie auch einem Pandabären, das füge stets ich hinzu, habe man gefälligst schweigend zuzuhören, denn sie habe beinahe immer Wertvolles zu sagen. Das trage ich doch gern weiter.
Im Hause Wikimedia freut man sich unterdessen darüber, dass Besucher immer länger brauchen, um in der hauseigenen Enzyklopädie „Wikipedia“ die gesuchten Informationen zu finden. Dabei ist eine lange Dauer selten eine positive Eigenschaft, außer zum Beispiel in der Musik.
Guten Morgen.
Versäumte Gelegenheit der Woche: Franziska Giffey (SPD) hat eine Menge Geld dafür ausgeben lassen, auf viel geduldiges Papier zu drucken, dass rituelle Beschneidung von Mädchen nicht gut ist (Archivversion).
Die Bundesregierung will Mädchen und Frauen besser vor Genitalverstümmelung schützen. (…) 68.000 Frauen in Deutschland haben laut Giffey diese schwere Körperverletzung erlitten und leiden ihr Leben lang darunter.
Zitiert wird auch eine Fachfrau:
Der Schutzbrief soll in mehrere Sprachen übersetzt und auch in Beratungsstellen und Arztpraxen verteilt werden. Für Gwladys Awo ist es ein wichtiges Dokument. Sie ist Vorsitzende des Vereins Lessan e.V., der sich gegen Genitalverstümmelung einsetzt.
Die dort verlinkte Website wiederum zitiert, um zu erklären, wogegen sich der Verein eigentlich engagiert, die Weltgesundheitsorganisation:
FGM umfasst alle Verfahren, die die teilweise oder vollständige Entfernung der weiblichen äußeren Genitalien oder deren Verletzung zum Ziel haben, sei es aus kulturellen oder anderen nichttherapeutischen Gründen[.]
Ich bin jetzt kein Wirtschaftsfachmann, aber es schiene mir insgesamt doch günstiger zu sein, statt dieser groß angelegten Aktion § 1631d BGB um das Wort „männlichen“ zu bereinigen, denn § 1631d Abs. 2 BGB klärt bereits jetzt alles Weitere:
In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.
Kann ich dieses Patriarchat noch mal sehen?
Heute vor einem Jahr wurde in Thüringen vorübergehend ein Liberaler zum Ministerpräsidenten gewählt. Olaf Scholz, amtierender Finanzminister der Partei, die Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht umgebracht hat, in der Koalition mit der rechtspopulistischen CDU/CSU, merkt dazu an:
Für eine demokratische Partei muss ohne jeden Zweifel gelten: mit Rechten arbeitet man nicht zusammen! Und wählen lässt man sich von ihnen auch nicht.
Dieser Optativ gilt offenbar aber nur, so lange die Rechten keine Regierungsämter anzubieten haben, denn andernfalls findet die Zusammenarbeit schier kein Ende.
Hoffentlich nimmt die AfD nie Kenntnis von diesem Trick.
Gute Nachrichten für die Freunde empirischer Forschung, schlechte Nachrichten für die Vertreter der erschreckend verbreiteten Theorie, dass es bereits als „Tradition“ zählt, wenn man – wie unsere Vorfahren im 8. Jahrhundert vor die Wahl gestellt, ob man künftig an einen Gott, dessen Name („PIPI“, wäre mir auch peinlich) nicht genannt werden darf, „glauben“ oder einen Kopf kürzer gemacht werden möchte – sich für besagten Gott entscheidet: Gerade verliert die „christliche“ Kirche derart schnell derart viele Mitglieder, dass man in Köln frühestens im Mai rauskommt.
Das muss dieser freie Westen sein.
Das Bundesverfassungsgericht (sinng.):
Frei gewählte Männer dürfen auch Frauen vertreten (und andersrum). Ein Parlament muss deswegen nicht genau so zusammengesetzt sein wie das Volk.
Die Bremer Landesfrauenbeauftragte (sinng.):
Wohohl!
Ein Wegweiser sei das, frohlocken die angeschlossenen SPD-nahen Zirkel, und sie meinen damit nicht, dass sie ausnahmsweise mal das Grundgesetz einhalten wollen. Das wäre ja unfair.
Na gut, wenigstens eine späte Musikrückschau für das schreckliche Jahr 2020 gibt es – nur geringfügig verspätet – doch noch. Man verzeihe mir, dass sie kürzer ist als sonst – bei einigen anderen Alben konnte ich nicht an mich halten und ließ mich zu einer Rezension praecox hinreißen. Man wühle in der Blogkategorie, so’s gefällt: Von Eminem über das gar nicht so geschriebene Kombynat Robotron bis hin zu – obwohl deutschsprachiger Gesang nachweislich krank macht – den Die Ärzte war stilistisch alles Notwendige dabei, sogar ein bisschen Postrock. Mir sei verziehen, dass ich auf veränderte Hörgewohnheiten auch diesmal keine Rücksicht nehme: Ist ein Stück länger als vier Minuten, so wird es hier trotzdem zum Reinhören empfohlen; nicht (nur), weil ich Sadist bin, sondern auch, weil ich Musik mag.
‘Musik 12/2020 – Favoriten und Analyse’ weiterlesen »
Wer anstelle griffiger Phrasen – und sei es nur „Dies ist meine Passphrase für tuxproject.de.“ – auf medialen Rat hin Passwörter verwendet, die für Menschen schwer zu merken, für Maschinen aber leicht zu errechnen sind, und darum auf die Hilfe eines Passwortmanagers, der neuzeitlichen Entsprechung einer Klebenotiz unter der Tastatur, angewiesen ist, der sollte in Erwägung ziehen, nicht nur ein anderes System zur Passwortvergabe, sondern auch ein anderes Medium zu verwenden.
Es ist Montag. Die rot-grüne Hamburger Regierung hat den Antrag von CDU und Linken auf Unterbringung von Obdachlosen in zurzeit ungenutzten Hotels abgelehnt. Ich empfehle das bei der nächsten Wahl zu berücksichtigen. Eigentlich müsste hier jetzt die wöchentliche Überleitung zu Pandabären kommen, aber Pandabären brauchen keine Überleitung. Es sind schließlich Pandabären.
YouTube löscht neuerdings Däumchenrunters, wenn sie wie Spam aussehen. Ich wünschte ja, Spam beschränkte sich auf Däumchen auf Videoplattformen; andererseits gehört YouTube dem weltgrößten Reklamevermarkter, insofern erübrigt sich diese Überlegung. Die Europäische Union arbeitet währenddessen daran, künftig private Chats entschlüsseln zu dürfen. Haha, diese Briten. So doof, dieser EU-Austritt. Hahaha.
Derweil bei Twitter: Eine Autorin und Podcasterin teilt mit, dass sie dadurch, dass sie nicht hinreichend schwarz sei, Schmerz zufüge, und meint damit wahrscheinlich diejenigen, die den Quark versehentlich lesen. Der Vorturner des skrupellosen Axel-Springer-Konzerns hatte derweil eine Epiphanie und sprach ins ZDF hinein, „Überwachungskapitalismus“ werde zu einem „gesellschaftlichen Problem“. Heißt das, die auf Bestreben des skrupellosen Axel-Springer-Konzerns entstandenen Internetreformgesetze werden zurückgezogen?
Für den nächsten James-Bond-Film muss noch mal nachgedreht werden, weil der im Film zu sehende Champagner veraltet ist. So weit, dass ich der „Süddeutschen Zeitung“ (bei Fefe verlinkt) sogar inhaltlich zustimmen muss, hätte es niemals kommen dürfen. 2021 regt mich jetzt schon auf. Es könnte freilich schlimmer sein, man könnte Däne sein: In Dänemark gibt es jetzt eine app, auf der man rumdrücken soll, bevor man sich dem Beischlaf hingibt. Niemand soll noch behaupten können, die Deutschen seien nicht romantisch.
Eine gute Nachricht gibt es allerdings doch noch zu vermelden: Schallplatten und Plattenspieler erfreuen sich weiterhin wachsender Beliebtheit. Das muss gefeiert werden, zum Beispiel mit Musik von Platte.
Guten Morgen.
So weit, so bemerkenswert, Disney…
Schon vor längerer Zeit hat Disney damit begonnen, vor Filmen mit klischeehaften Darstellungen Warnhinweise einzublenden. Die Disney-Zeichentrickfilme Aristocats, Das Dschungelbuch, Dumbo, Peter Pan sowie Susi und Strolch werden nicht länger in Kinderprofilen angezeigt. Eine Suche gezielt nach diesen Filmen liefert keine passenden Treffer.
…, aber könnte man mit derselben Begründung …
„Anstatt diese Inhalte zu entfernen, ist es uns wichtig, ihre schädlichen Auswirkungen aufzuzeigen, aus ihnen zu lernen und Unterhaltungen anzuregen[.]“
… nicht auch NSDAP-Propagandafilme zeigen?
Berliner Gesundheitssenatorin (SPD):
„Wir machen jetzt unseren eigenen Impfstoff.“
Berliner Regierender Bürgermeister (SPD):
„Naja, wir füllen zumindest welchen ab.“
Fast richtig, Jens Rabe:
Börsenexperte Jens Rabe sagte, der Höhenflug der Gamestop-Aktien schade dem Ansehen der Börse, da der Vorgang als „Zockerei“ wahrgenommen werde.
Aber inwiefern das Wetten auf fallende Kurse, dem die zahlreichen GameStop-Käufer gerade mittels aktiven Wertpapierhandels einen Riegel vorschieben wollen, bisher nicht als „Zockerei“ wahrgenommen worden sein soll, erschließt sich mir nicht – ist das nicht der Sinn dieser Wetten?
Und welches Ansehen überhaupt?
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön das „Sicherheitsupdate“ für euer sudo!
Die Datenstrategie der Bundesregierung ist da. Zur Freude der Einwohner ländlicher Gebiete sowie der Schulen sind auch Infrastrukturmaßnahmen ein wesentlicher Teil derselben.
Wie? Nein, keine Glasfaserleitungen in den weißen Flecken. Viel zu teuer. Stattdessen:
Hierzu gehören Vorhaben zu Quanten- und Hochleistungsrechnern, aber auch das Projekt Gaia‑X.
Und auch der Umgang mit Daten soll verbessert werden:
Hier geht es darum, die Rahmenbedingungen dafür zu setzen, dass mehr Daten verantwortungsvoll und nachhaltig genutzt und geteilt werden können[.]
Denn wenn eins zu wenig geteilt wird, dann ja wohl mehr Daten!
Angst um das Fernsehen? Keine Sorge, das Wesentliche ist gesichert:
Der MDR kürzt keine Gehälter, aber Innovationen.
Wo bleibt eigentlich die Revolution?