Sonstiges
Traum­be­ruf Schrott­ver­käu­fer

Womit man, wenn man den unter dem Schei­ben­wi­scher man­cher Autos zu fin­den­den Visi­ten­kar­ten trau­en darf, übri­gens auch ein gewis­ses Ver­mö­gen anhäu­fen kann, ist das Han­deln mit kaput­ten Fahr­zeu­gen, Motor­scha­den inklu­si­ve:

Dass auf der Rück­sei­te „An- und Ver­kauf“ steht, schmä­lert das Inter­es­se dar­an, jemals mit der­lei Gestal­ten ins Geschäft zu kom­men, doch erheb­lich.

Nerdkrams
Til­ing Win­dow Mana­gers: awe­so­me für Win­dows

Ich las­se mich bekannt­lich gern begei­stern von wun­der­li­chen, pro­duk­ti­vi­täts­stei­gern­den Com­pu­ter­pro­gram­men aller Art. So ist es dann auch nur wenig erstaun­lich, dass ich frü­her oder spä­ter awe­so­me ken­nen und schät­zen ler­nen muss­te.

awe­so­me ist ein so genann­ter Til­ing Win­dow Mana­ger, der im Gegen­satz zum Bei­spiel zu Win­dows, das seit Ver­si­on 2.0 einen „Stack­ing“, also einen „sta­peln­den“, Fen­ster­ver­wal­ter besitzt (bedeu­tet: man schiebt die Fen­ster kreuz und quer durch die Gegend, lässt sie sich über­lap­pen u.a.), die Arbeits­ober­flä­che qua­si kachelt, also Fen­ster neben- und über­ein­an­der anord­net. Damit es nicht zu voll auf dem Bild­schirm wird, stellt awe­so­me zudem ins­ge­samt 9 „workspaces“, also Arbeits­be­rei­che, bereit, zwi­schen denen per Tasten­kom­bi­na­ti­on umge­schal­tet wer­den kann, ähn­lich dem auch unter Win­dows inzwi­schen geschätz­ten Prin­zip der „vir­tu­el­len Desk­tops“.

Die nun­mehr über­flüs­si­gen Fen­ster-Titel­lei­sten wer­den eben­falls aus­ge­blen­det. Die gesam­te Fen­ster­ver­wal­tung erfolgt fort­an mit Tasten­kür­zeln, was nach ein wenig Ein­ge­wöh­nungs­zeit, gera­de, wenn man mit meh­re­ren Anwen­dun­gen gleich­zei­tig arbei­tet (etwa Chat­pro­gramm und Brow­ser, Text­edi­tor und IDE, …), eine deut­li­che Zeit­er­spar­nis und ggf. Arbeits­er­leich­te­rung bedeu­tet. Unter Linux sieht die­ses Kon­zept etwa so aus:

Nun hat Micro­soft Win­dows eine Fen­ster­ver­wal­tung beschert, die das Aus­füh­ren alter­na­ti­ver Fen­ster­ma­na­ger deut­lich erschwert, soll hei­ßen: gar nicht erst unter­stützt. Möch­te man also die­se hüb­sche Til­ing-Funk­ti­on auch unter Win­dows nach­bil­den, blei­ben im Wesent­li­chen nur drei Mög­lich­kei­ten offen:

Erstens: Man instal­liert eine alter­na­ti­ve Shell, die den Explo­rer mit­samt Desk­top und Start­me­nü ersetzt. Aller­dings erschwert dies zunächst das Auf­fin­den von Datei­en und Pro­gram­men, man muss sich in eine völ­lig neue Umge­bung ein­ar­bei­ten, und führt auch nicht zwangs­läu­fig zum Ziel; ob es über­haupt eine Alter­na­ti­ve gibt, die nach dem Kachel­prin­zip arbei­tet, ist mir gera­de nicht bekannt.

Zwei­tens: Man arran­giert sich irgend­wie mit dem in Win­dows 7 ein­ge­führ­ten Aero Snap oder ver­gleich­ba­ren Anwen­dun­gen, etwa AeroS­nap oder (ein­ge­schränkt) ac’ti­vAid, die das Prin­zip aber nur unzu­rei­chend simu­lie­ren kön­nen.

Drit­tens: Man greift zu einer der weni­gen Anwen­dun­gen, die den Explo­rer um eine Til­ing-Funk­ti­on erwei­tern.

Ich möch­te hier letz­te­re Lösung genau­er erläu­tern, da sie am ein­fach­sten anzu­wen­den ist und das Resul­tat awe­so­me, tech­nisch gese­hen, am ehe­sten gleicht.

Neben dwm-win32, das eine blo­ße Win­dows-Por­tie­rung von dwm, der Grund­la­ge für awe­so­me, und gera­de für Ein­stei­ger eher schwie­rig zu kon­fi­gu­rie­ren ist, stel­len Hash­TWM und bug.n her­vor­ra­gen­de Alter­na­ti­ven dar.

Hash­TWM ent­hält eben­so wie das ähn­li­che, aber anschei­nend nicht mehr wei­ter ent­wickel­te Tiler ledig­lich die Til­ing-Funk­tio­nen, nicht aber eine „workspace“-Unterstützung, die­se kann bspw. mit Dex­pot nach­ge­rü­stet wer­den. Mit Hash­TWM wer­den alle Fen­ster auto­ma­tisch ange­ord­net, es ste­hen neben Kacheln auch gleich­för­mi­ge Git­ter, Sta­pel und ein Voll­bild­mo­dus zur Ver­fü­gung. Zum Umschal­ten und Bedie­nen von Hash­TWM die­nen Tasten­kür­zel, es wird daher emp­foh­len, sich vor dem Star­ten der Anwen­dung mit der Doku­men­ta­ti­on – der Datei readme.txt – zu befas­sen. Die Bedie­nung basiert auf Kom­bi­na­tio­nen mit Strg-Alt (in der Doku­men­ta­ti­on „Mod“, „Modi­fi­ka­tor“, genannt), Hash­TWM lässt sich etwa mit Strg-Alt-Esc been­den.

Etwas umfang­rei­cher ist bug.n, der­zeit die ent­spre­chen­de Anwen­dung mei­ner Wahl. Ich bezie­he mich im Fol­gen­den auf die Ver­si­on 3.6 Alpha, die, wie mir der Ent­wick­ler per Mail mit­teil­te, für die­sen Zweck eher geeig­net ist als die „neue“ Ver­si­on 7.0, aller­dings ein instal­lier­tes Auto­Hot­key vor­aus­setzt. Die Instal­la­ti­on die­ses Pro­gramms soll­te indes kein Pro­blem dar­stel­len.

Ist dies geschafft, ist bug.n ein­satz­be­reit; zum Star­ten ist die Datei bugn.ahk, ein Auto­Hot­key-Skript, zu öff­nen. In der Regel genügt hier­zu ein Dop­pel­klick auf sie.

bug.n bie­tet neben neun Arbeits­flä­chen, hier wie auch in eini­gen Vor­bil­dern aus der Linux­welt „Tags“ genannt, deren Sta­tus stan­dard­mä­ßig am obe­ren Bild­schirm­rand ange­zeigt wird (dies, wie auch vie­les ande­re, kann man mit einem Text­edi­tor in der Datei config.ahk anpas­sen), vie­le wei­te­re Funk­tio­nen, etwa das auto­ma­ti­sche Zuwei­sen von „Tags“ zu bestimm­ten Pro­gram­men. Als „Modi­fi­ka­tor“ dient in bug.n die Win­dows-Taste, das Skript erzeugt aber außer­dem ein Sym­bol im Benach­rich­ti­gungs­feld neben der Uhr, über des­sen Kon­text­me­nü eini­ge Funk­tio­nen zur Ver­fü­gung ste­hen.

Nach dem Star­ten von bug.n wird am obe­ren Bild­schirm­rand die Sta­tus­lei­ste ein- und, je nach Kon­fi­gu­ra­ti­on in der bereits erwähn­ten Datei config.ahk, die Win­dows-Task­lei­ste aus­ge­blen­det. Der Bild­schirm ist – bei der vor­ein­ge­stell­ten Hori­zon­tal­an­sicht – zwei­ge­teilt: Links befin­det sich die „master area“, also der Bereich, in dem das Fen­ster, mit dem man pri­mär arbei­ten möch­te, mit vol­ler Höhe ange­zeigt wird, rechts wer­den die übri­gen Fen­ster gesta­pelt. bug.n unter­stützt wie Hash­TWM auch ande­re Dar­stel­lun­gen, etwa „floa­ting“, also die in Win­dows übli­chen frei schwe­ben­den Fen­ster, und „grid“, also ein gleich­för­mi­ges Git­ter.

Stan­dard­mä­ßig haben alle Fen­ster alle neun ver­füg­ba­ren „Tags“, sind also auf jeder Arbeits­flä­che sicht­bar. Die wich­tig­sten Befeh­le in Kurz­form („Win“ bedeu­tet „Win­dows-Taste“, „Umsc“ „Umschalt­ta­ste“):

  • Win+[1–9]: Zei­ge nur Fen­ster mit dem Tag 1..9
  • Win+Umsc+[1–9]: Wei­se dem akti­ven Fen­ster den Tag 1..9 zu (das Fen­ster ist fort­an nur noch dort sicht­bar)
  • Win+Umsc+Leer: Aktiviere/deaktiviere die Fen­ster­ver­wal­tung für das akti­ve Fen­ster (wenn deak­ti­viert, ver­hält sich das Fen­ster wie ohne bug.n)
  • Win+Links: Ver­klei­ne­re die „master area“
  • Win+Rechts: Ver­grö­ße­re die „master area“
  • Win+T: Zeige/Verstecke die Win­dows-Task­lei­ste
  • Win+Return: Schie­be akti­ves Fen­ster in die/aus der „master area“
  • Win+Umsc+Q: Been­de bug.n

Auch hier emp­fiehlt es sich, zunächst die Doku­men­ta­ti­on (docs/help.txt) zu lesen.

Fra­gen? Anre­gun­gen? Kom­men­ta­re? Gern!
Anson­sten bit­te ich alle Leser, die Häu­fung von Com­pu­ter­the­men in letz­ter Zeit zu ver­zei­hen; ist erst mal der letz­te Bei­trag die­ser Art. Ich möch­te ja nie­man­den unnö­tig lang­wei­len.


Nach­trag vom 21. Juli 2015: Ich habe eini­ge Links ange­passt.

In den Nachrichten
Zum „Sieg“ der „deut­schen“ Mann­schaft (4:2 inter­po­liert)

Zum Aus­gleich für das hirn­lo­se „Schlaaaa­and“, das durch die Stra­ßen tönt und selbst für in der Psy­cho­lo­gie Unstudier­te eini­ges über sei­ne Spre­cher aus­sagt, auch mal ein paar Bei­spiel­ru­fe mei­ner­seits:

„Mist. Mist­mist­mist. Rie­sen­mist.
Ver­flucht! So ein Kack!
Aaaa­aargh! Das hät­te nicht sein müs­sen.
Der Schieds­rich­ter hat sei­nen Beruf ver­fehlt! Idi­ot!
Und über­haupt: Unver­dient! UNVERDIENT!“

Nicht, dass die eng­li­sche Mann­schaft spiel­tech­nisch schlech­ter wäre als die, die man aus irgend­wel­chen selt­sa­men histo­ri­schen Beweg­grün­den her­aus „deut­sche Natio­nal­mann­schaft“ nennt, obwohl die Namen ande­res sug­ge­rie­ren; den­noch haben sie es irgend­wie geschafft, ihre Abwehr genau dort zu plat­zie­ren, wo man sie nicht benö­tigt hat. Schön­ster Fern­seh­kom­men­tar: „Rache für Wim­ble­don“, fängt halt wie „Wem­bley“ mit einem „W“ an.

Apro­pos Fern­seh­kom­men­ta­re: Wel­chen Mehr­wert bie­tet es dem Publi­kum eigent­lich, wenn man Fuß­ball­spie­lern nach dem Spiel ein Mikro­fon unter die Nase hält und tief­sin­ni­ge Fra­gen wie „Wie ner­vös waren Sie?“ stellt, um eben­falls tief­sin­ni­ge Ant­wor­ten wie „Wir, ääääh, sind eine, ähm, gute Mann­schaft“ zu erhal­ten? Die­se Men­schen sol­len (mei­net­hal­ben und offen­kun­dig schlech­ten) Fuß­ball spie­len und anson­sten die Fres­se, aber kei­ne Reden hal­ten. Oder möch­te im Gegen­zug jemand, dass bspw. Ange­la Mer­kel eine WM gewinnt? Him­mel­herr­je.

(Tja, bleibt euch die Vuvuz­ela hier halt noch ein paar Tage erhal­ten. Ätsch.)

PersönlichesSonstiges
Frei stu­diert

Wer auch immer den Satz „So gut wie in der Schu­le wirst du es nie wie­der haben“ einst als Beleh­rung für sei­ne Kin­der ein­ge­führt und damit, wohl unbe­wusst, zahl­rei­che spä­te­re Eltern beein­flusst hat, der war, wie ich anneh­me, nie Stu­dent.

Als Stu­dent blicke ich durch­aus mit­un­ter auch auf mei­ne Schul­zeit zurück, auf mei­ne Schul­freun­de aus die­ser Zeit, auf die Leh­rer, die Fächer, die Klas­sen­ar­bei­ten, die – immer viel zu kur­zen – Feri­en; und ich ver­mis­se das alles nur sel­ten, gemes­sen an der wei­ten Frei­heit, die hin­ter der Tür der Imma­tri­ku­la­ti­on auf mich war­te­te. Frei­heit, die ich mei­ne, die mein Herz erfüllt.

Apro­pos frei: Bril­lan­te Ideen für Inhal­te die­ser Sei­te habe ich meist in unpas­sen­den Momen­ten. Der Grund, war­um hier gestern nichts neu­es erschien, war der, dass ich – ach, nein, von vorn:

Vor eini­gen Tagen ging ich, mehr zufäl­lig, in mei­nem prä­fe­rier­ten ÖPNV-Mit­tel an einer klei­nen Tür vor­bei. Sie war ver­schlos­sen und befand sich direkt neben der Toi­let­te. Beschrif­tet war die­se Tür bei­na­he mit „Fahr­gast­rech­te“, tat­säch­lich lei­der nur mit „For­mu­la­re für Fahr­gast­rech­te“ o.ä. Die­se Tür, die die Men­ta­li­tät der Betrei­ber­fir­ma (lies: des betrei­ben­den Unter­neh­mens bzw. sei­ner Ver­ant­wort­li­chen) ein­drucks­voll demon­strier­te, woll­te ich foto­gra­fisch fest­hal­ten und das Resul­tat hier unter der Über­schrift „Unter Ver­schluss“ ver­öf­fent­li­chen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich die Kame­ra bei mir hat­te. Heu­te indes benutz­te ich ande­re Ver­kehrs­mit­tel. Ich bit­te euch, lie­be Leser, daher dar­um, euch den Bei­trag nebst Foto­gra­fie hier selbst vor­zu­stel­len. (Da behaup­te noch mal einer, der blo­ße Kon­sum digi­ta­ler Pro­sa las­se die Fan­ta­sie ver­küm­mern.)

Ich wün­sche gute Unter­hal­tung.

MusikSonstigesPersönliches
In teil­wei­se eige­ner Sache: Bss­s­s­s­s­ss!

Wor­an zumin­dest ich mer­ke, dass es täg­lich wär­mer wird:
Die Zahl der Flie­gen, die durch das Wohn­zim­mer schwär­men, steigt kon­ti­nu­ier­lich.

Frü­her waren es wenig­stens noch Schmet­ter­lin­ge, die durch das Haus flat­ter­ten und fröh­lich drein­schau­ten. Die summ­ten mir nicht stän­dig um den Kopf her­um und kack­ten mir auf die Glied­ma­ßen, die stör­ten nicht und sahen zudem noch gut aus, ein wenig wie ich.

Aber in Zei­ten der Rezes­si­on resp. der „Rezes­si­ons­e­vo­lu­ti­on“ (Kaf­kas, schon ein paar Jah­re her) kön­nen wir uns kei­ne Schmet­ter­lin­ge mehr lei­sten, da reicht es nicht mal für ein paar anstän­di­ge Bie­nen, nur lang­wei­li­ge, unbun­te Fau­na, und die Regie­rung schaut taten­los zu (Die Ärz­te, eben­falls schon ein paar Jah­re her).
Herr­je.

(Und um mei­nen poli­ti­schen For­de­run­gen Nach­druck zu ver­lei­hen, ertönt auf die­ser Inter­net­prä­senz, wie auch auf manch ande­ren Ange­bo­ten, nun­mehr der herr­li­che Klang einer Vuvuz­ela; so lan­ge, bis die deut­sche Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft end­lich aus dem lau­fen­den Tur­nier aus­ge­schie­den ist, damit end­lich Ruhe ist, Him­mel­herr­gott­noch­eins!
Alter­na­tiv natür­lich, bis mir die Besu­cher aus­blei­ben. Aller­dings: Ein Klick auf die Trö­te oder ein Pro­gramm wie etwa der Devu­vuz­ela­tor genügt, damit sie ver­stummt.)

In den NachrichtenNerdkrams
Opti­mier­te Feu­er­füch­se

Da seit kur­zem Fire­fox 3.6.4 ver­füg­bar ist, hal­te ich es für gut und rich­tig, neben­bei mal wie­der ein wenig die Gelü­ste mei­ner com­pu­ter­af­fi­nen Leser zu befrie­di­gen, und ich erwäh­ne also dies:

Seit eini­gen Mona­ten ver­wen­de ich, jeden­falls unter Win­dows, aus­schließ­lich opti­mier­te Fire­fox-Ver­sio­nen.

„Opti­miert“ bedeu­tet hier: Fire­fox wur­de mit einer bes­se­ren Spei­cher­ver­wal­tung und einer Anpas­sung an moder­ne Pro­zes­sor­ar­chi­tek­tu­ren (meist spe­zi­ell für die SSE- oder SSE2-Befehls­sät­ze) aus­ge­stat­tet, star­tet und ren­dert also spür­bar schnel­ler und Res­sour­cen scho­nen­der. Das bestehen­de Fire­fox-Pro­fil kann hier­bei über­nom­men wer­den, Inkom­pa­ti­bi­li­tä­ten tre­ten nach mei­ner Erfah­rung nicht auf. Eine völ­li­ge Neu­in­stal­la­ti­on mit vor­he­ri­gem Löschen der alten Ver­si­on ist eben­falls nicht erfor­der­lich, es genügt, den opti­mier­ten Fuchs in das Fire­fox-Ver­zeich­nis zu ent­packen und even­tu­ell vor­han­de­ne Datei­en zu über­schrei­ben.

Unter Linux ist Swift­fox eine gute Wahl, unter Win­dows ver­wen­de ich der­zeit die aktu­el­len Ver­sio­nen von tete009 (auf dem Lap­top) und pig­foot (auf dem PC), wobei letz­te­re ein deut­lich hüb­sche­res Icon besitzt; aber das soll­te ja nicht das Aus­schlag geben­de Kri­te­ri­um sein. Wel­che opti­mier­ten Ver­sio­nen für euer System geeig­net sind (also eben SSE, SSE2 oder noch ande­re), ver­rät bspw. CPU‑Z (Win­dows) oder CPU‑G (Linux). Im Zwei­fels­fall sind auf halb­wegs aktu­el­len Rech­nern die SSE2-Ver­sio­nen immer die rich­ti­ge Wahl.

Abhän­gig von der Kon­fi­gu­ra­ti­on der jewei­li­gen Ver­si­on kann es übri­gens sein, dass sich der opti­mier­te Fire­fox nach dem Start als „Namo­r­oka“ mel­det und zunächst nur Eng­lisch spricht. Bei­des ist ein­fach zu besei­ti­gen, indem man die deut­sche Sprach­da­tei ein­stellt:

Unter about:config (die Warn­mel­dung ggf. beach­ten, dann weg­klicken) soll­te via Dop­pel­klick zunächst der Wert general.useragent.locale in „de“ geän­dert, dann die­se (Win­dows) oder die­se (Linux) Erwei­te­rung instal­liert wer­den; und da man ohne­hin gera­de in der Kon­fi­gu­ra­ti­on her­um­spielt, ist es emp­feh­lens­wert, bei die­ser Gele­gen­heit auch noch ein paar ande­re Ein­stel­lun­gen zu opti­mie­ren, aber muss ja nicht.

Nun den Fuchs neu star­ten, und er soll­te in neu­em Glanz erstrah­len. :)

MusikKaufbefehleSpaß mit Spam
Spam? Dort­hin, wo die Son­ne nicht scheint!

Zwar habe ich schon seit län­ge­rer Zeit kei­ne Mel­dung von ero­ti­sier­ten Rus­sin­nen erhal­ten (ich mache mir doch all­mäh­lich ein wenig Sor­gen um mei­ne Aura), aber heu­te hat eine ande­re Mail mei­nen Spam­fil­ter erstaun­li­cher­wei­se pas­siert:

Sie erin­nern sich sicher­lich noch an Ihre Teil­nah­me am Inter­net­ge­winn­spiel.

Am Inter­net­ge­winn­spiel. Sicher. An wel­chem?
Egal, irgend­eins im Inter­net oder über das Inter­net oder so was.

Zur För­de­rung des tür­ki­schen Frem­den­ver­kehrs und der deut­schen Tou­ris­mus­bran­che wur­den unter allen Ein­sen­dun­gen mit rich­ti­gem Lösungs­wort aus der Regi­on 8 Traum­rei­sen für 2 Per­so­nen ver­lost …

Und wel­ches Lösungs­wort die­ses eine, ganz bestimm­te, doch namen­lo­se Inter­net­ge­winn­spiel genau erwar­tet hat oder wie die Fra­ge lau­te­te, bleibt offen… viel­leicht stand das ja in dem Teil, der hier weg­ge­las­sen wur­de… das hal­te ich für… und über­haupt…

Herz­li­chen Glück­wunsch, Sie gehö­ren zu den Pre­mi­um-Gewin­nern!

Was zeich­net eigent­lich einen „Pre­mi­um-Gewin­ner“, ver­gli­chen mit nor­ma­len Gewin­nern, aus? Und füh­len sich die Nicht-Pre­mi­um-Gewin­ner nicht dann auch ziem­lich ver­klapst, wenn sie eben nur zweit­ran­gi­ge Gewin­ner sind? (Und was genau haben die eigent­lich gewon­nen? Jeden­falls ver­mut­lich nicht …

Sie flie­gen 1 Woche in die Son­ne an der Tür­ki­schen Rivie­ra!

… das Schick­sal des Ika­rus. Ich stel­le mir eine Woche auf dem Weg in die Son­ne jeden­falls nicht sehr ein­la­dend vor. Möch­te viel­leicht ein Nicht-Pre­mi­um-Gewin­ner mit mir tau­schen?)

Unse­re Lei­stun­gen inklu­si­ve für Sie:


– Info­cock­tail im Hotel für 2 Per­so­nen

Mjam, pürier­te Pro­spek­te!


– wäh­rend der Fahr­ten im Bus hal­ten wir kosten­los Was­ser zum Trin­ken für Sie bereit

Das dürf­te auch drin­gend nötig sein, in der Son­ne ist es doch recht warm. :mrgreen:

- Rei­se­preis­si­che­rungs­schein für 2 Per­so­nen

Rei­se-was?

- Rei­se­füh­rer Tür­kei des Rei­se­ver­an­stal­ters pro Buchung

Die gro­ße Fra­ge bis hier­hin lau­tet dann auch: Wer genau ist denn der Rei­se­ver­an­stal­ter? Klingt bis­lang nicht nach jeman­dem, der das beruf­lich macht.

Sie und eine Begleit­per­son erhal­ten die­se Lei­stun­gen exklu­siv der Ser­vice­pau­scha­le und Kerosinzuschlag/PaxTax für 0,00 Euro!

Äh, ja. Sicher.

Für alle orga­ni­sa­to­ri­schen Arbei­ten und den Tele­fon- und Schrift­ver­kehr wur­de das Rei­se­bü­ro M.e.i.e.r. Rei­sen beauf­tragt.

M.e.i.e.r.? Haben die irgend­was mit dem bekann­ten Kre­dit- und Scheck­kar­ten­be­trü­ger Max Muster­mann zu tun?

Ihre Gewinn­num­mer: sw010589

Ich neh­me an, jede ande­re „Num­mer“ wäre auch akzep­ta­bel; aber die­se Zahl sieht mal ziem­lich erstaun­lich aus. 01.05.89; mein Geburts­tag jeden­falls ist das nicht. Immer die­ses spam­men­de Jung­volk!

Zur Gewinn­be­stä­ti­gung und wei­te­ren Infor­ma­tio­nen zur Rei­se geht es hier: …/tracker.php?id=166

Mir dünkt, das Ein­zi­ge, was mir die­se Mail beschert, ist die­se Adres­se, die den Absen­der brav dar­über infor­miert, dass die Mail über­haupt gele­sen wur­de.
Zu der­lei Wer­be­post jeden­falls fällt mir nur noch eins ein:

Gute Rei­se!

(Und wäh­rend ich dies schrei­be, läuft zum wie­der­hol­ten Male Their Names Escape Me von Spock’s Beard, genau­er: Von deren neu­em Album „X“. Ich begin­ne mich nun ernst­haft für die Geschicke die­ser Musik­grup­pe zu inter­es­sie­ren. Eine unge­fäh­re Rezen­si­on gibt’s auf den Baby­blau­en Sei­ten. Hört bei­zei­ten mal hin­ein!)

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2010 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 5 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Das ging schnell; schon wie­der ist das erste hal­be Jahr bei­na­he vor­bei. Zeit also wird es, die sehn­süch­ti­gen Gedan­ken ein­mal bei­sei­te zu wischen und statt­des­sen einen Blick auf die präch­tig­sten Musik­ver­öf­fent­li­chun­gen der letz­ten sechs Mona­te zu wer­fen, ob Rock oder Pop, ob gra­tis oder teu­er, ob Kauf­be­fehl oder völ­li­ger Rein­fall.

Auf eine sepa­ra­te Liste für deutsch­spra­chi­ge Alben habe ich dies­mal ver­zich­tet, die drei­ein­halb Exem­pla­re habe ich statt­des­sen in der Haupt­li­ste unter­ge­bracht. Das hat einen ganz ein­fa­chen Grund: Ich habe zu spät dar­an gedacht. Selbst­ver­ständ­lich tut mir die­ser Faux­pas unglaub­lich Leid, für die Rück­schau 12/2010 gelo­be ich Bes­se­rung. (Nach­trag vom 13. Dezem­ber 2010: Lei­der gab das Jahr kei­nen Anlass, eine sol­che Liste anzu­le­gen.)

Wie üblich jeden­falls wird die­se Liste auch die­ses Mal wie­der gekrönt von einer Rück­schau auf 40 Jah­re wech­seln­den Zeit­geists in der Musik. Viel­leicht fin­det ja jemand von euch, mei­ne geschätz­ten Leser, wie­der einen klei­nen Schatz dar­un­ter, der nur dar­auf war­tet, von euch geho­ben zu wer­den.

Viel Spaß beim Erfor­schen!

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Netzfundstücke
Kurz ver­linkt XVIII: Herr Voda­fone ist unbe­liebt

Und da mich der Nacht­wäch­ter für mei­nen vori­gen Bei­trag mit einem Link belohnt hat, revan­chie­re ich mich direkt, zumal sei­ne sub­ti­le Mis­an­thro­pie, gepaart mit der grund­sätz­li­chen Aver­si­on gegen Belä­sti­gung durch Wer­behei­nis, die uns immer­hin see­lisch ver­bin­det, mit­un­ter zu wahr­lich beein­drucken­den Tex­ten führt, in die­sem Fall zu die­sem:

Und dann blieb ich ste­hen, so ruck­ar­tig, wie ich das kann, wenn ich es will, und mit einer eher mecha­ni­schen bewe­gung wand­te ich mich ihm zu, den lächeln­den gesichts­aus­druck bewusst ver­stei­nert. Es ist so leicht, einen irren zu spie­len, wenn man vom irr­sinn umge­ben ist! Herr voda­fone spul­te sein pro­gramm ab und reich­te mir gera­de die­sen bun­ten fet­zen papier, und ich ließ mein gesicht umschla­gen und schau­te die­sem scher­gen der arsch­lö­cher mit star­rem blick in sei­ne kal­ten augen, mit zit­tern­den lip­pen. Und der merk­te es immer noch nicht. Da sag­te ich in abso­lu­ter ruhe, mit sehr deut­li­cher aus­spra­che und etwas über­trie­be­ner into­naz­jon des „r“ nur: „Ich ver­ach­te sie dafür, dass sie für ein unter­neh­men arbei­ten, dass so gern dabei mit­ge­hol­fen hat, die inter­net­zen­sur in deutsch­land ein­zu­füh­ren.“ Es war unglaub­lich, der rede­fluss die­ses arsch­loches hat­te wirk­lich auf­ge­hört, und in sei­nen augen zeig­te sich so etwas wie angst. Ich mag das ja nicht, wenn jemand angst hat, aber wer kei­nen respekt vor ande­ren men­schen emp­fin­det und sie für ein biss­chen rekla­me­schei­ße aus einem schö­nen tag rei­ßen will, der muss eben angst füh­len. Und ich setz­te fort, in genau dem glei­chen mon­to­nen ton­fall, aber mit zuneh­men­den zit­tern am kör­per: „Gehen sie bit­te ster­ben! Wenn ihnen das mit der frei­heit nicht gefällt, kön­nen sie ja nicht mehr nach drü­ben gehen. Also ster­ben sie! Schnell, wenn es geht.“ Ich rotz­te die­sem bastard noch ein­mal vor die füße, freu­te mich inner­lich dar­über, dass er rich­tig schiss um sein über­flüs­si­ges, auf­ge­bläh­tes, maden­haf­tes dasein hat­te und ging ganz ruhig wei­ter, ohne die­sem typen noch einen ein­zi­gen blick zu schen­ken. Ich hof­fe, dass der das den gan­zen tag lang nicht ver­ges­sen hat.

Und die Moral von der Geschich­te gibt’s nach Klick auf den Ver­weis zu lesen.
Bit­te durch­füh­ren!

(Und da ich gera­de stu­pi­de am Ver­lin­ken bin, ist jetzt womög­lich auch der rich­ti­ge Zeit­punkt, um auf Vuvuz­ela-Time, das nun mehr­fach an mir vor­bei­s­croll­te, hin­zu­wei­sen. Jede Web­sei­te ein kul­tu­rel­ler Hoch­ge­nuss. Mit­ten­drin statt nur dabei! Herr­lich.)

Nerdkrams
PC-Hun­de leben gefähr­lich

Ach, apro­pos selt­sa­me Wer­bung, habt ihr auch alle schon herz­lich über die aktu­el­le Wer­be­kam­pa­gne für den Inter­net Explo­rer 8 gelacht, deren Bei­trä­ge stets damit enden, dass der jewei­li­ge Prot­ago­nist selt­sa­me Din­ge wie etwa „Ich bin ein PC-Hund“ ver­kün­det?

Stets geht es dar­um, dass eben­die­ser Prot­ago­nist ziem­lich dum­me Din­ge tut, die der Inter­net Explo­rer 8 abzu­weh­ren weiß. In einer Epi­so­de etwa erzählt einer der Betei­lig­ten in einer ziem­lich hek­ti­schen Sprech­wei­se, er habe eine E‑Mail erhal­ten, die er für von sei­ner Bank stam­mend hielt, und erst ein­mal wild dar­in her­um­ge­klickt, und nur dem Inter­net Explo­rer 8 (und nicht etwa sei­ner eige­nen Idio­tie) sei es zu ver­dan­ken, dass hier­durch kein blei­ben­der Scha­den an sei­nem PC ent­stan­den sei, so weit es ersicht­lich sei.

Böse Zun­gen wür­den nun behaup­ten, wer den Inter­net Explo­rer 8 ver­wen­det, tra­ge schon genug Scha­den davon, aber so ein­fach mache ich es mir nicht; das Pro­blem an die­ser Wer­bung liegt doch viel tie­fer. Wer in blin­dem Glau­ben an die Authen­zi­tät einer E‑Mail in sel­bi­ger her­um­klickt, nur weil sie vor­gibt, von einer Bank oder einem ande­ren renom­mier­ten Insti­tut zu stam­men, der wird schnell zur Spamschleu­der oder zumin­dest arm, weil man sein Kon­to leer­räumt.

„Ich bin ’n PC-Hund, kei­ner legt mich rein!“ behaup­tet die Prot­ago­ni­stin einer ande­ren Epi­so­de die­ser furcht­ba­ren Wer­be­kam­pa­gne, und das ist ein ziem­lich fata­ler Trug­schluss, denn man wird nicht weni­ger her­ein­ge­legt, wenn eine Soft­ware die Kon­se­quen­zen lin­dert, wes­halb es auch kei­ne gute Idee ist, sein Sicher­heits­kon­zept kom­plett von Dritt­an­bie­tern regeln zu las­sen; und wer mit dem Wort „Sicher­heits­kon­zept“ nichts anfan­gen kann, der möge an die­ser Stel­le bit­te zur Kennt­nis neh­men, dass ich mit ihm künf­tig kei­ner­lei elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on wün­sche, schon aus Eigen­in­ter­es­se, nicht eben­falls von Spam heim­ge­sucht zu wer­den. Spam pflegt sich nicht sel­ten über Mail-Adress­bü­cher fort­zu­pflan­zen. Das, was Maga­zi­ne wie die unsäg­li­che Com­pu­ter-BILD gern als Sicher­heits­kon­zept ver­kau­fen möch­ten, also die Instal­la­ti­on diver­ser, zum Groß­teil über­flüs­si­ger Pro­gram­me wie etwa „Per­so­nal Fire­walls“, kann und wird nie die gebo­te­ne Vor­sicht beim Her­um­klicken erset­zen. Wer­bung wie die für den Inter­net Explo­rer 8 lei­stet an den Nut­zern die­ser Pro­gram­me einen Bären­dienst, indem sie sug­ge­riert, es sei voll­kom­men unnö­tig, beim Bedie­nen des Inter­nets Vor­sicht wal­ten zu las­sen, so lan­ge es (übri­gens eben­falls poten­zi­ell feh­ler­an­fäl­li­ge) Pro­gram­me gibt, die nach dem frag­li­chen Klick über­prüft, ob es klug war, ihn zu täti­gen.

Der Rat soll­te also nicht lau­ten, den Inter­net Explo­rer 8 zu ver­wen­den, um im Inter­net siche­rer unter­wegs zu sein, son­dern sein Hirn ein­zu­schal­ten, bevor man auf alles klickt, was anklick­bar aus­sieht, und es hin­ter­her und somit zu spät bereut.

(Und war­um eigent­lich „PC-Hund“? Mit einem Hund wür­de ich nun spon­tan so man­ches asso­zi­ie­ren, aber kei­ne irgend­wie qua­li­fi­zier­te Ahnung von Com­pu­ter­si­cher­heit. Selt­sam!)

Sonstiges
Alter Schwe­de!

Ich wun­der­te mich schon, wie­so es im deutsch­spra­chi­gen Inter­net gera­de so ruhig ist; dann schau­te ich zufäl­lig kurz ins 2DF und ver­stand sofort:

Die schwe­di­sche Kron­prin­zes­sin Vic­to­ria hei­ra­te­te heu­te stun­den­lang, eisig lächelnd, ihren lang­jäh­ri­gen Ver­lob­ten, und neben dem Fuß­volk, das applau­die­rend und joh­lend die Stra­ßen Schwe­dens säum­te, durf­ten auch „Mil­lio­nen“ an Fern­seh­zu­schau­ern welt­weit die Zere­mo­nie ver­fol­gen, also zuse­hen, wie eine Adli­ge einen Rei­chen hei­ra­tet, und all dies scheint min­de­stens so auf­re­gend zu sein wie die offen­bar immer noch lau­fen­de Fuß­ball-Welt­mei­ster­schaft.

„Mäd­chen“, dies ver­si­cher­te mir eine lie­be Freun­din, als ich nach dem Hin­ter­grund für das Publi­kums­in­ter­es­se frag­te, „lie­ben pom­pö­se Hoch­zei­ten“. Ja, sicher, bei der eige­nen leuch­tet mir dies auch noch eini­ger­ma­ßen ein, ist sie doch letzt­lich der Beginn des, so zu hof­fen, schön­sten und läng­sten Lebens­ab­schnit­tes bzw. zumin­dest als sol­cher gedacht. War­um dann aber die Pro­jek­ti­on der eige­nen Sehn­süch­te auf glück­li­che Paa­re, sich wohl durch­aus des­sen bewusst, dass das eige­ne Leben nie auch nur ansatz­wei­se so aus­se­hen wird wie das der Kron­prin­zes­sin Vic­to­ria?

„Wenn ich groß bin, will ich Prin­zes­sin wer­den, Mama“; das hört man nicht sel­ten von Mäd­chen noch gerin­gen Alters, und, auch, wenn die Frau­en­be­we­gung das nicht so gern hört, so wer­den sie noch immer erzo­gen. „Mamas klei­ne Prin­zes­sin“ dient Prin­zessins gro­ßer Mama als Ersatz für die eige­ne Kind­heit und Jugend („mein Kind soll es ein­mal bes­ser haben als ich“, dies ist der Grund­satz vie­ler Eltern, und das ist auch gut und rich­tig so!), und es ist, auch, wenn die Frau­en­be­we­gung das nicht so gern hört, das Wesen man­cher Frau, sich selbst als schmu­si­ges, engels­glei­ches Wesen zu betrach­ten, das doch bit­te­s­ehr hofiert wer­den soll, weil auch ihr das von Kin­des­bei­nen an so bei­gebracht wur­de, noch resul­tie­rend aus uralten Gege­ben­hei­ten; der Mann näm­lich zieht durch die Wäl­der und jagt, wäh­rend die Frau zu Hau­se am wär­men­den Feu­er sitzt und den Nach­wuchs pflegt. Zuge­ge­ben, so span­nend wie das Leben als Prin­zes­sin, die den gan­zen Tag durch das Land reist, gezwun­gen fröh­lich winkt und anson­sten in ihrem gol­de­nen Luft­schloss dahin­ve­ge­tiert, ist das augen­schein­lich nicht, aber letzt­lich hat sich an die­ser Rol­len­ver­tei­lung trotz aller Gleich­stel­lungs­maß­nah­men und Sta­ti­sti­ken bis heu­te nur wenig geän­dert.

Dass man selbst, wenn man die­se klas­si­schen Rol­len­bil­der zu über­win­den ver­mag, indes jemals glück­lich wer­den kann, wenn man fort­wäh­rend die Sehn­sucht hegt, ein Leben wie die Rei­chen und Schö­nen zu füh­ren, bezweif­le ich. (Soll­te man das wol­len?) Woher die­ser Maso­chis­mus, die­ses gepfleg­te Wis­sen um die eige­ne Unvoll­kom­men­heit und rela­ti­ve Armut? Wes­halb möch­te sich man­cher Mensch stän­dig dar­auf besin­nen, eben kein Thron­fol­ger mit Mil­lio­nen auf dem Kon­to, einem eige­nen Palast, einem Äff­chen und einem Pferd zu sein, son­dern schreck­lich gewöhn­lich, wenn doch jeden­falls mir und sicher auch vie­len ande­ren Men­schen das Gewöhn­li­che weit näher liegt als das Extra­va­gan­te, sofern es nur Anmut und Wür­de sein Eigen nennt? Wah­res Glück braucht kei­ne jubeln­den Mas­sen, es bedarf nur zwei­er Lie­ben­der und einer gemein­sa­men Rich­tung.

Auch in dem Wis­sen, dass nur weni­ge Frau­en, die die­sen Text hier jemals lesen, sich um mei­ne Rat­schlä­ge sche­ren wer­den, so mei­ne ich den­noch: Die schön­ste Hoch­zeit im gan­zen Leben soll­te stets die eige­ne blei­ben. Wer immer nur nach frem­den Träu­men greift, dem wird der eige­ne nie erfüllt wer­den.

(Und selbst dann nicht unbe­dingt; ach.)

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Gestör­ter Kon­zert­ge­nuss

Und da ich gera­de der deut­schen Gur­ken­trup­pe beim bereits sehn­süch­tig erwar­te­ten Ver­sa­gen zuschaue, sen­det man mir die­sen Ver­weis, der mich Trä­nen lachen mach­te und den ich somit für kopie­rens­wert hielt:

Mem­bers of the South Afri­ca Vuvuz­ela Phil­har­mo­nic Orche­stra, wide­ly con­side­red to be among the best lar­ge-sca­le mono­to­nic wind instru­ment ensem­bles in the world, told repor­ters Fri­day they were furious over the recent out­breaks of inter­na­tio­nal soc­cer matches during their tra­di­tio­nal out­door con­certs.

Es ist aber auch furcht­bar; da geht man als kul­tu­rell inter­es­sier­tes Indi­vi­du­um auf ein klas­si­sches Frei­luft­kon­zert und wird dann von schänd­li­chen so genann­ten „Sport­lern“ und ihren grö­len­den Anhän­gern am Musik­ge­nuss gehin­dert. Ein wei­te­rer Grund, war­um es eine ein­la­den­de Vor­stel­lung ist, dass die­ser Fir­le­fanz hier­zu­lan­de bald ein Ende fin­det; die armen Musi­ker!

(Und wäh­rend die Mas­se mit Brot und Spie­len bei Lau­ne gehal­ten wird, stellt man anders­wo schon mal den tol­len neu­en elek­tro­ni­schen Per­so­nal­aus­weis vor; ein paar Fla­schen, die über den Ball stol­pern, sind ja auch erwäh­nens­wer­ter als die trü­ben Aus­sich­ten für unse­re eige­ne Zukunft, so sieht’s doch aus.)

Ist doch wahr.

SonstigesMusik
Medi­en­kri­tik XXX: Abge­schüt­telt.

Was mir die­ser Tage auch ab und zu begeg­net, ist die wun­der­ba­re Ari­el-Wer­bung. Ihr kennt sie sicher: Da steht ein schmut­zi­ger Typ rum, schüt­telt sich kurz und schon fal­len alle Flecken von ihm ab, und all dies – ihr ahnt es bereits – dank Ari­el.

Kaum habe ich geglaubt, es kön­ne noch Jah­re dau­ern, bis mir wie­der eine ähn­lich däm­li­che Rekla­me wie die für acti­mel vor die Augen kommt, wur­de ich eines Bes­se­ren belehrt. Auf die Wer­behei­nis ist immer noch Ver­lass.

Jeden­falls bin ich mir noch nicht sicher, ob es tat­säch­lich ver­kaufs­för­dernd ist, wenn ein Wasch­mit­tel dazu bei­trägt, dass man bei jeder schnel­le­ren Bewe­gung Schmutz ver­liert. Ich mei­ne, mit einem Men­schen, der stän­dig Dreck in der Gegend ver­teilt, möch­te ich per­sön­lich nur ungern befreun­det sein, viel­mehr wür­de ich ver­mut­lich einen gro­ßen Bogen um ihn machen wie sonst nur um die BILD. Aller­dings scheint die Eigen­schaft, Eigen­schmutz in die Umwelt zu schleu­dern, der ein­zi­ge Kauf­an­reiz zu sein, da auf son­sti­ge Infor­ma­tio­nen zu den signi­fi­kan­ten Vor­tei­len des „neu­en“ Pro­duk­tes weit­ge­hend ver­zich­tet wird; allein wäscht es natür­lich wie­der ein­mal noch viel wei­ßer als alle ande­ren Ari­els, will sagen: „Kau­fen Sie nur noch das neue, extra­teu­re Schmutz­schleu­der-Ari­el, unser altes Ari­el ist Mist“, aber das sagt man natür­lich lie­ber nicht so.

Klop­fer stell­te es schon 2003 rich­tig fest:

Wie­so wird Wasch­mit­tel immer als total ver­bes­sert ange­prie­sen, wenn die Wer­bung schon in den 80er Jah­ren behaup­te­te, dass man damit alles kli­nisch rein kriegt? Wie­so ist der Ton prin­zi­pi­ell um eini­ge Phon lau­ter als die Sen­dung, die unter­bro­chen wur­de? (Wenn mir einer ins Ohr brüllt, hab ich ganz wenig Lust, ihm was abzu­kau­fen.)

Ist doch wahr.


Apro­pos alt und gut dann auch:

I don’t want to say good­bye,
don’t want to walk you to the door;
I’ve spent a litt­le time with you,
I want a litt­le more.

– Edie Brickell: Good Times, Bad Times von der guten, alten Win­dows-95-CD. Jawoll­ja.
Alle mit­sum­men!

Fotografie
Zum Bei­spiel ein Bei­spiel.

Was ich inmit­ten eini­ger ande­rer Foto­auf­nah­men auch ganz ver­ges­sen hat­te, hier zu erwäh­nen, ist übri­gens die­ser Schnapp­schuss aus einer süd­deut­schen Regio­nal­bahn:

Von dem Kom­ma­feh­ler fan­ge ich jetzt mal nicht an, ganz so arg möch­te ich dann doch nicht den Bes­ser­wis­ser geben; aber „z.B. Bei­spiel“ gefällt mir ehr­lich so gut, dass ich es für unbe­dingt der Doku­men­ta­ti­on wür­dig hielt.

Dies ist hier­mit dann auch gesche­hen.

Sonstiges
Hulk Bal­lack

Was eigent­lich gedenkt die Wer­be­ab­tei­lung von Pep­si Co. Inc. …

… mit die­sem Wer­be­auf­druck mit­zu­tei­len?

Pep­si macht Kon­su­men­ten zu bun­ten Hul­ken?
Wer Pep­si trinkt, fährt nicht mit nach Süd­afri­ka?
Wenn Micha­el Bal­lack wütend wird, wird er mehr­far­big?

Wirr.